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134:0_401Aufzeichnungen von Edna McKinney134:1Dies sind die Tage meines Abschieds von euch, denn am Fünften dieses Monats werde ich mit dem Schiff abreisen. Wohin ich auch in diesem Land gegangen bin – ich bin immer wieder nach New York zurückgekehrt. Dies ist mein vierter oder fünfter Besuch hier, und nun verlasse ich die Stadt in Richtung Orient. Dieses Land noch einmal zu besuchen, wird schwierig für mich, es sei denn, es ist der Wille Gottes. Ich muss euch darum heute meine Weisungen und Empfehlungen darlegen – nichts anderes als die Lehren Bahá’u’lláhs. 134:2Ihr müsst der ganzen Menschheit vollkommene Liebe und Zuneigung entgegenbringen. Erhebt euch nicht über andere, sondern betrachtet alle als Euresgleichen und als Diener des einen Gottes. Wisset, dass Gott barmherzig zu allen ist. Liebet darum alle von ganzem Herzen, zieht alle Gläubigen euch selbst vor, seid liebevoll zu den Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe, seid freundlich zu den Angehörigen aller Nationen. Sprecht nie abfällig über andere, sondern lobt sie ohne Unterschied. Beschmutzt eure Zunge nicht mit übler Nachrede. Betrachtet eure Feinde als Freunde und jene, die euch Böses wollen, als solche, die euch Gutes wünschen. Ihr dürft das Böse nicht als Böses ansehen und dadurch eure Überzeugung herabwürdigen, denn jemanden sanft und freundlich zu behandeln, den ihr als böse oder als Feind betrachtet, ist Heuchelei, und das ist weder würdig noch zulässig. Ihr müsst eure Feinde als eure Freunde ansehen und diejenigen, die euch Übles wünschen, als euch wohlgesinnt und sie entsprechend behandeln. Handelt so, dass euer Herz frei von Hass ist. Lasst euer Herz von niemandem kränken. Wenn jemand einen Fehler begeht und euch Unrecht tut, müsst ihr ihm sofort vergeben. Beklagt euch nicht über andere. Seht davon ab, sie zu tadeln, und wenn ihr ihnen Ermahnungen oder Ratschläge zu geben wünscht, tut es in einer Weise, die die Betreffenden nicht belastet. Richtet alle eure Gedanken darauf, die Herzen zu erfreuen. Hütet euch! Hütet euch, dass ihr kein Herz verletzt. Helft der Menschheit so viel ihr könnt. Seid eine Quelle des Trostes für jeden Traurigen, steht jedem Schwachen bei, helft jedem Bedürftigen, pflegt jeden Kranken, verhelft jedem Minderbemittelten zu Ehre und behütet die von Angst Bedrückten.134:3Kurz, möge jeder von euch wie eine Lampe sein, die mit dem Licht menschlicher Tugenden scheint. Seid vertrauenswürdig, aufrichtig, herzlich und rein. Seid erleuchtet, seid vergeistigt, seid göttlich, seid strahlend, seid beseelt von Gott, seid Bahá’í. – 135 –135:0_4022. Dezember 1912135:0_403Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney
780 West End Avenue, New York135:0_404Aufzeichnungen von Esther Foster135:1Ihr seid alle herzlich willkommen. Dies ist eine bedeutsame Versammlung. Preis sei Gott! Die Herzen sind auf das Königreich Abhá gerichtet und die Seelen jubeln über die frohe Botschaft Gottes.135:2Ich werde heute über die besonderen Lehren Bahá’u’lláhs sprechen. Alle göttlichen Prinzipien, die von den Propheten der Vergangenheit verkündet wurden, sind in den Worten Bahá’u’lláhs enthalten. Darüber hinaus hat Er bestimmte neue Lehren offenbart, die in keinem der heiligen Bücher früherer Zeiten zu finden sind. Einige davon werde ich erwähnen. Die anderen, von denen es viele gibt, können in den Büchern, Tafeln und Sendschreiben Bahá’u’lláhs gefunden werden – wie etwa in Verborgenen Worte, den Frohe Botschaften, in Worte des Paradieses, Tajallíyát, Ṭarázát und anderen. Ebenso gibt es im Kitáb-i-Aqdas neue Lehren, die in keinem der früheren Bücher oder Sendbriefe der Propheten zu finden sind.135:3Eine grundlegende Lehre Bahá’u’lláhs ist die Einheit der Menschheit. Er wendet sich an die Menschheit und sagt: »Ihr seid alle Blätter eines Baumes und die Früchte eines Zweiges.« Damit ist gemeint, dass die Menschenwelt einem Baum gleich ist, die Nationen und Völker sind die verschiedenen Äste und Zweige des Baumes und die einzelnen Menschen sind wie seine Früchte und Blüten. Auf diese Weise drückte Bahá’u’lláh die Einheit der Menschheit aus, während in allen religiösen Lehren der Vergangenheit die Menschenwelt als zweigeteilt dargestellt wurde: ein Teil, der als das Volk des Buches Gottes oder der reine Baum bekannt ist, und der andere Teil, das Volk des Unglaubens und des Irrtums oder der gottlose Baum. Die ersteren betrachtete man als die Gläubigen, die anderen als die Heerscharen der Heiden und Ungläubigen – ein Teil der Menschheit war Empfänger der göttlichen Barmherzigkeit, der andere war Gegenstand des Zorns ihres Schöpfers. Bahá’u’lláh beseitigte dies, indem Er die Einheit der Menschheit verkündete, und dies ist eine besondere Lehre, denn Er hat die ganze Menschheit in das Meer göttlicher Freigebigkeit getaucht. Manche schlafen; sie müssen erweckt werden. Manche sind krank; sie müssen geheilt werden. Manche sind unreif wie Kinder; sie müssen erzogen werden. Aber alle sind Empfänger der Gunst und der Gaben Gottes.135:4Ein weiterer von Bahá’u’lláh offenbarter neuer Grundsatz ist das Gebot, die Wahrheit zu erforschen – was bedeutet, dass niemand blindlings seinen Vorfahren folgen sollte. Vielmehr muss jeder mit seinen eigenen Augen sehen, mit seinen eigenen Ohren hören und die Wahrheit selbst erforschen, um der Wahrheit zu folgen, anstatt blindlings althergebrachte Überzeugungen zu übernehmen und nachzuahmen.135:5Bahá’u’lláh verkündet, dass alle Religionen Gottes nur eine Grundlage haben, dass Einheit Wahrheit und Wahrheit Einheit ist, die keine Vielzahl zulässt. Diese Lehre ist neu und eine Besonderheit dieser Manifestation.135:6Er legte für die heutige Zeit einen neuen Grundsatz fest, indem Er verkündete, dass Religion die Ursache für Einheit, Harmonie und Einvernehmen unter den Menschen sein muss. Wenn sie zur Ursache von Zwietracht und Feindschaft wird, wenn sie zu Trennung führt und Konflikte schafft, dann wäre eine Welt ohne Religion besser.135:7Überdies verkündet Er, dass Religion mit Wissenschaft und Vernunft in Einklang stehen muss. Wenn sie nicht mit der Wissenschaft übereinstimmt und sich nicht mit der Vernunft vereinbaren lässt, ist sie Aberglaube. Bis heute ist es üblich, dass Menschen eine religiöse Lehre einfach annehmen, auch wenn sie nicht mit der menschlichen Vernunft und dem menschlichen Ermessen übereinstimmt. Der Einklang des religiösen Glaubens mit der Vernunft ist eine neue Sichtweise, die Bahá’u’lláh der Seele des Menschen eröffnet hat.135:8Er legt die Gleichberechtigung von Mann und Frau fest. Das ist eine Besonderheit der Lehren Bahá’u’lláhs, denn alle anderen Religionen haben den Mann über die Frau gestellt.135:9Ein neuer religiöser Grundsatz besagt, dass Vorurteile und Fanatismus – ob sektiererisch, konfessionell, patriotisch oder politisch – die Grundlagen der menschlichen Gemeinschaft zerstören. Der Mensch sollte sich daher von solchen Fesseln befreien, damit die Einheit der Menschheit Wirklichkeit werden kann.135:10Der Weltfriede, so versichert Bahá’u’lláh, ist eine grundlegende Errungenschaft der Religion Gottes – dass Frieden herrsche zwischen den Nationen, Regierungen und Völkern, zwischen Religionen, Menschen jeglicher Hautfarbe und Herkunft und unter allen menschlichen Lebensbedingungen. Dies ist eines der besonderen Merkmale des Wortes Gottes in dieser Offenbarung.135:11Bahá’u’lláh erklärt, dass alle Menschen Wissen erwerben und eine Ausbildung erhalten sollen. Dies ist ein notwendiges Prinzip des Glaubens und der Religionsausübung, ein neues Merkmal in dieser Offenbarung.135:12Er legt die Lösung für Wirtschaftsprobleme dar und bietet das Heilmittel. Keines der religiösen Bücher der Vergangenheit erwähnt dieses wichtige Menschheitsproblem.135:13Er hat das Haus der Gerechtigkeit angeordnet und eingesetzt und es sowohl mit politischer als auch mit religiöser Funktion ausgestattet, eine vollendete Vereinigung und Mischung von Staat und Kirche. Diese Institution steht unter der schützenden Macht Bahá’u’lláhs. Ein universales oder internationales Haus der Gerechtigkeit soll ebenfalls errichtet werden. Dessen Entscheidungen sollen mit den Geboten und den Lehren Bahá’u’lláhs übereinstimmen, und was das Universale Haus der Gerechtigkeit anordnet, soll von der ganzen Menschheit befolgt werden. Dieses internationale Haus der Gerechtigkeit wird von den Häusern der Gerechtigkeit in aller Welt berufen und eingerichtet und die ganze Welt soll sich seiner Verwaltung unterstellen.135:14Das bedeutendste Merkmal der Offenbarung Bahá’u’lláhs ist eine besondere Lehre, die keiner der Propheten der Vergangenheit bisher verkündet hat: Es ist die Einsetzung und Berufung des Mittelpunktes des Bundes. Durch diese Ernennung und Vorkehrung hat Er die Religion Gottes vor Uneinigkeit und Spaltung bewahrt, und dafür gesorgt, dass niemand eine neue Sekte oder Splittergruppe des Glaubens gründen kann. Zur Sicherung der Einheit und Eintracht hat Er mit allen Menschen der Welt, einschließlich des Auslegers und Erklärers Seiner Lehren, einen Bund geschlossen, damit niemand die Religion Gottes nach eigenem Gutdünken und eigener Meinung auslegen und so eine Sekte gründen kann, die auf seinem persönlichen Verständnis der Worte Gottes beruht. Das Buch des Bundes, also das Testament Bahá’u’lláhs, ist das Mittel, um eine solche Möglichkeit zu verhindern, denn wer allein aufgrund seiner eigenen Autorität spricht, wird herabgesetzt. Nehmt dies zur Kenntnis und seid euch dessen bewusst. Nehmt euch in Acht, dass niemand dies insgeheim infrage stellt oder euch gegenüber leugnet. Es gibt eigenwillige und gierige Menschen, die ihre Absichten nicht klar zum Ausdruck bringen. Sie kleiden ihre Absichten in geheimnisvolle Äußerungen und Andeutungen. Zum Beispiel loben sie eine bestimmte Person, nennen sie weise und gelehrt und sagen, sie sei in der Gegenwart Bahá’u’lláhs gerühmt worden. Das vermitteln sie euch hinterlistig oder durch Anspielungen. Seid euch dessen bewusst! Seid wachsam und erleuchtet! Denn Christus sagte: Niemand stellt eine Lampe unter einen Scheffel. Damit will ich sagen, dass bestimmte Leute versuchen werden, euch in Richtung ihrer persönlichen Ansichten und Meinungen zu beeinflussen. Seid deshalb auf der Hut, dass niemand die Einheit und Unversehrtheit der Sache Bahá’u’lláhs angreift. Preis sei Gott! Bahá’u’lláh ließ nichts ungesagt. Er hat alles erklärt. Er ließ keinen Raum für weitere Worte. Dennoch gibt es einige, die aus Eigennutz und Streben nach Ansehen versuchen werden, die Saat des Aufruhrs und der Untreue unter euch zu säen. Um die Religion Gottes vor diesen und allen anderen Angriffen zu schützen und zu bewahren, wurde der Mittelpunkt des Bundes von Bahá’u’lláh ernannt und bestimmt. Sollte also jemand in einer Erklärung einen anderen als diesen ernannten Mittelpunkt preisen oder anerkennen, so verlangt von ihm einen schriftlichen Nachweis der Autorität, der er folgt. Er soll etwas aus der Feder des Mittelpunktes des Bundes vorlegen und belegen, dass er zu Recht einen anderen als den Rechtmäßigen preist und unterstützt. Erklärt ihm, dass ihr nicht die Worte eines jeden akzeptieren könnt. Sagt ihm: »Es wäre möglich, heute eine Person zu lieben und zu preisen und morgen jemand anderen anzunehmen und ihm nachzufolgen und wieder einen anderen am folgenden Tag. Deshalb können wir es uns nicht leisten, auf diese oder jene Person zu hören. Wo sind deine Beweise und Schriften? Wo ist deine Autorisierung durch die Feder des Mittelpunktes des Bundes?«135:15Ich möchte euch erklären, dass es eure Pflicht ist, die Religion Gottes zu schützen, damit niemand sie von außen oder innen angreifen kann. Wenn ihr feststellt, dass jemand schädliche Lehren verbreitet, wer auch immer diese Person sein mag, selbst wenn sie mein eigener Sohn wäre, dann wisset wahrlich, dass ich nichts mit ihr gemein habe. Wenn sich irgendjemand gegen den Bund wendet, selbst wenn es mein eigener Sohn wäre, solltet ihr wissen, dass ich sein Gegner bin. Diejenigen, die Unwahrheiten verbreiten, die weltliche Dinge begehren und versuchen, die Reichtümer dieser Erde anzuhäufen, sind nicht von mir. Aber wenn ihr jemanden findet, der nach den Lehren Bahá’u’lláhs lebt und die Grundsätze der Verborgenen Worte befolgt, so wisset, dass er zu Bahá’u’lláh gehört, und wahrlich, ich verkünde, dass er zu mir gehört. Wenn ihr andererseits jemanden seht, dessen Taten und Verhalten dem Wohlgefallen der Gesegneten Vollkommenheit und dem Geist der Verborgenen Worte zuwiderlaufen und nicht damit übereinstimmen, so sei dies euer Maßstab und Urteilskriterium gegen ihn, denn wisset, dass ich nichts mit ihm gemein habe, wer auch immer er sein mag. Das ist die Wahrheit.135:16Die Lehren Bahá’u’lláhs sind grenzenlos und unermesslich. Ihr habt mich gefragt, welche neuen Grundsätze von Ihm offenbart wurden. Ich habe nur einige wenige angesprochen. Es gibt viele andere, aber heute Abend ist nicht genug Zeit, um sie zu erwähnen. Ich bete daher zu Gott, dass ihr bestärkt werdet, Gutes zu tun. Ich bete, dass Gott euch bestärkt, nach den Lehren Bahá’u’lláhs zu leben.135:17Mit euch sei Bahá’u’l-Abhá! – 136 –136:0_4053. Dezember 1912136:0_406Ansprache im Haus von Dr. Florian Krug und Frau
830 Park Avenue, New York136:1Ihr habt euch heute Nachmittag hier in größter Liebe versammelt und dem Gedenken Gottes gewidmet. Ich hoffe, dass täglich mehr Menschen an dieser Versammlung teilnehmen; dass ihr mehr und mehr angezogen, geistiger und erleuchteter werdet, dass ihr euch über die Lehren Bahá’u’lláhs austauscht und fähig werdet, die Botschaft der Wahrheit zu verbreiten. Mögen eure Herzen so angezogen sein, dass ihr spontan die richtige Antwort geben könnt, sobald eine Frage gestellt wird, und die Wahrheit des Heiligen Geistes durch euch spricht. Seid hilfsbereit durch die Fürsorge und Gunst der Gesegneten Vollkommenheit, denn Seine Gunst wandelt einen Tropfen in einen Ozean, lässt aus einem Samenkorn einen Baum wachsen und ein Atom strahlen wie die Sonne. Seine Gnadengaben sind grenzenlos. Die Schatzkammern Gottes sind voller Gaben. Gott hat Seine Gunst anderen erwiesen und wird zweifellos euch Seine Gunst schenken. Ich flehe zum Abhá-Königreich und bitte für euch um außerordentliche Segnungen und Beistand, damit eure Zungen gelöst werden, eure Herzen wie klare Spiegel im Licht der Sonne der Wahrheit erstrahlen, eure Gedanken sich weiten, euer Erkenntnisvermögen geschärft wird und ihr eure menschlichen Tugenden vervollkommnet.136:2Solange der Mensch selbst keine Vortrefflichkeit erlangt, wird er auch nicht in der Lage sein, anderen Vortrefflichkeit zu lehren. Nur wenn der Mensch selbst Leben erlangt, kann er anderen Leben spenden. Nur wenn er selbst zum Licht gelangt, kann er das Licht spiegeln. Wir müssen also danach streben, menschliche Vortrefflichkeit zu erreichen, das ewige Leben zu erlangen und den göttlichen Geist zu suchen, damit wir dadurch anderen Leben verleihen, ihnen Leben einhauchen können.136:3Ihr müsst zum Abhá-Königreich flehen und Ihn um ewige Gnadengaben ersuchen. Ihr müsst beten, dass eure Herzen von herrlichem Licht erfüllt werden, wie ein gereinigter Spiegel. Dann werden die Strahlen der Sonne der Wahrheit darin leuchten. Ihr müsst Gott jede Nacht und jeden Tag anflehen und zu Ihm beten, Seinen Beistand und Seine Hilfe suchen, mit den Worten:136:4O Herr! Wir sind schwach, gib uns Kraft. O Gott! Wir sind unwissend, mache uns wissend. O Herr! Wir sind arm, mache uns reich. O Gott! Wir sind tot, schenke uns Leben. O Herr! Zutiefst sind wir erniedrigt, preise uns in Deinem Königreich. So Du uns beistehst, o Herr, werden wir funkelnden Sternen gleich. So Du uns nicht hilfst, werden wir geringer denn Staub. O Herr! Stärke uns. O Gott! Mache uns siegreich. O Gott! Hilf uns, das Selbst zu besiegen und die Gier zu überwinden. O Herr! Erlöse uns aus der Knechtschaft der stofflichen Welt. O Herr! Belebe uns durch den Odem des Heiligen Geistes, damit wir uns erheben, Dir zu dienen, Dich anbeten und uns mit größter Aufrichtigkeit für Dein Reich einsetzen. O Herr, Du bist der Machtvolle! O Gott, Du bist der Vergebende. O Herr, Du bist der Mitleidvolle. – 137 –137:0_4073. Dezember 1912137:0_408Ansprache an Mr. Kinneys Bibelklasse
780 West End Avenue, New York137:0_409Aufzeichnungen von Edna McKinney137:1Mir wurde gesagt, dass die Absicht Ihres Kreises ist, den tieferen Sinn und die Geheimnisse der Heiligen Schriften zu studieren und die Bedeutung der göttlichen Vermächtnisse zu verstehen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass Sie sich dem Reich Gottes zuwenden, dass Sie den Wunsch haben, sich der Gegenwart Gottes zu nähern und mehr über die Wahrheiten und Gebote Gottes zu erfahren. Ich wünsche mir, dass Sie sich mit größtem Eifer bemühen, dieses Ziel zu erreichen; dass Sie die Heiligen Schriften Wort für Wort erforschen und studieren, um Wissen über die in ihnen verborgenen Geheimnisse zu erlangen. Geben Sie sich nicht mit Worten zufrieden, sondern streben Sie danach, die geistige Bedeutung zu erfassen, die im Herzen der Worte verborgen ist. Die Juden lesen Tag und Nacht das Alte Testament und lernen die Worte und Schriften auswendig, ohne das geringste Verständnis für die Bedeutung oder den inneren Sinn. Hätten sie nämlich die wahre Bedeutung des Alten Testamentes erfasst, so hätten sie an Christus geglaubt, zumal das Alte Testament zu dem Zweck offenbart wurde, Sein Kommen vorzubereiten. Da die jüdischen Gelehrten und Rabbiner nicht an Christus glaubten, ist es klar, dass sie die wahre Bedeutung des Alten Testaments nicht kannten. Es ist schon schwierig, die Worte eines Philosophen zu verstehen. Wie viel schwieriger ist es, die Worte Gottes zu verstehen. Die göttlichen Worte dürfen nicht nach ihrem äußeren Sinn verstanden werden. Sie sind symbolisch und enthalten Wahrheiten von geistiger Bedeutung. Im Hohelied Salomos lesen wir zum Beispiel von der Braut und dem Bräutigam. Selbstverständlich ist nicht die Körperlichkeit von Braut und Bräutigam gemeint. Es handelt sich offensichtlich um Symbole, die eine verborgene und innere Bedeutung vermitteln. Ebenso sind die Offenbarungen des Heiligen Johannes nicht wörtlich, sondern im geistigen Sinne zu verstehen. Das sind die Geheimnisse Gottes. Nicht das Lesen der Worte nützt Ihnen; es ist das Verständnis ihrer Bedeutung. Darum beten Sie zu Gott, dass Sie fähig werden, die Geheimnisse der göttlichen Testamente zu verstehen.137:2Denken Sie an die symbolischen Bedeutungen der Worte und Lehren Christi. Er sagte: »Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.« Als die Juden dies hörten, nahmen sie es wörtlich und verstanden nicht, was Er damit meinte und lehrte. Die geistige Wahrheit, die Christus ihnen vermitteln wollte, war, dass die göttliche Wirklichkeit in Ihm wie ein Segen war, der vom Himmel herabkam, und dass derjenige, der an diesem Segen teilhatte, niemals sterben würde. Mit anderen Worten, das Brot war das Symbol der Vollkommenheit, die von Gott auf Ihn herabgekommen war, und wer davon aß und sich die Vollkommenheit Christi zu eigen machte, erlangte zweifellos das ewige Leben. Die Juden verstanden Ihn nicht, sie nahmen Seine Worte wörtlich und sagten: »Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zu essen geben?« Hätten sie die wahre Bedeutung des Heiligen Buches verstanden, wären sie Christen geworden.137:3Alle Texte und Lehren der Heiligen Schriften haben verborgene geistige Bedeutungen. Sie dürfen nicht wörtlich genommen werden. Deshalb bete ich darum, dass Sie die Fähigkeit bekommen, die inneren, wahren Bedeutungen der Heiligen Schriften zu verstehen, und die Geheimnisse erkennen, die in den Worten der Bibel enthalten sind, damit Sie das ewige Leben erlangen und Ihre Herzen vom Reich Gottes angezogen werden. Mögen Ihre Seelen vom Licht der Worte Gottes erleuchtet werden, und mögen Sie zu Schatzkammern der Geheimnisse Gottes werden, denn es gibt keinen größeren Trost und kein größeres Glück als das geistige Erfassen der göttlichen Lehren. Wenn ein Mensch die wahre Bedeutung der Verse eines Dichters wie Shakespeare versteht, erfreut und begeistert ihn das. Wie viel größer ist seine Freude und Begeisterung, wenn er die Wahrheit der Heiligen Schriften erkennt und von den Geheimnissen des Königreiches erfährt!137:4Ich bete dafür, dass die göttlichen Segnungen Tag für Tag auf Sie herabkommen, dass Ihre Herzen geöffnet werden, um die inneren Bedeutungen des Wortes Gottes wahrzunehmen. Es ist fruchtlos, die bloßen Buchstaben des Buches zu kennen. Die meisten Juden hatten die Texte des Alten Testaments auswendig gelernt und Tag und Nacht wiederholt, aber da sie die Bedeutung nicht kannten, blieben ihnen die Gaben Christi vorenthalten. Ich bete darum, dass Sie durch den Odem des Heiligen Geistes belebt und durch die Strahlen der Sonne der Wahrheit erleuchtet werden. Mögen Sie an der Schwelle Gottes mit himmlischem Segen beschenkt werden und ewiges Leben erlangen. Das ist mein Gebet. Gott segne und erleuchte Sie.
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