‘Abdu’l-Bahá | Die Verkündigung des Weltfriedens
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Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney

780 West End Avenue, New York
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Aufzeichnungen von Hooper Harris
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Wie geht es euch? Herzlich willkommen! Herzlich willkommen!
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Trotz der Erschöpfung von der Reise spürte ich heute nach der Ankunft die größte Sehnsucht, euch zu sehen, und konnte der Teilnahme an dieser Zusammenkunft nicht widerstehen. Nun, da ich euch treffe, ist all meine Erschöpfung verflogen, denn eure Zusammenkunft ist die Ursache geistiger Freude.
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Ich war in Ägypten und mir ging es nicht gut, aber ich wollte zu euch nach Amerika kommen. Meine Freunde sagten: »Es ist eine lange Reise; der Ozean ist sehr groß; du solltest hier bleiben.« Aber je hartnäckiger sie mir davon abrieten, desto mehr sehnte ich mich danach, die Reise zu unternehmen, und jetzt bin ich nach Amerika gekommen, um die Freunde Gottes zu treffen. Diese lange Reise wird beweisen, wie groß meine Liebe zu euch ist. Es gab viele Probleme und Widrigkeiten, aber beim Gedanken daran, euch zu treffen, sind all diese Dinge verschwunden und vergessen.
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Mir gefällt die Stadt New York ganz außerordentlich. Ihre Hafeneinfahrt, ihre Landungsbrücken, die Gebäude und die breiten Straßen sind prachtvoll und schön. Es ist eine wirklich wunderbare Stadt. Da New York hinsichtlich der materiellen Zivilisation so fortschrittlich ist, hoffe ich, dass die Stadt auch geistig im Königreich und Bund Gottes voranschreiten möge, sodass Amerika durch die hiesigen Freunde erleuchtet wird, dass diese Stadt die Stadt der Liebe wird und dass sich der göttliche Wohlgeruch von diesem Ort aus in alle Welt verbreitet. Zu diesem Zweck bin ich gekommen. Ich bete darum, dass ihr zu Offenbarungen der Liebe Bahá’u’lláhs werdet, dass jeder von euch wie ein klarer Kristallleuchter werde, von dem die Strahlen der Gaben der Gesegneten Vollkommenheit hin zu allen Völkern und Nationen scheinen mögen. Dies ist meine größte Sehnsucht.
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Es war eine wirklich lange Reise. Je länger sie dauerte, desto weiter schien sich das Meer auszudehnen. Das Wetter war die ganze Zeit über hervorragend; es gab keinen Sturm und das Meer wirkte grenzenlos.
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Ich bin sehr glücklich, euch heute alle hier zu treffen. Preis sei Gott, dass eure Angesichter in der Liebe zu Bahá’u’lláh erstrahlen. Ihr Anblick ist eine Quelle großen geistigen Glücks. Wir haben vereinbart, euch jeden Tag bei den Freunden zu Hause zu treffen.
1:7
Im Osten fragten mich die Menschen: »Warum unternimmst du diese lange Reise? Dein Körper kann die Anstrengungen einer solchen Reise nicht ertragen.« Wenn es nötig ist, kann mein Körper alles ertragen. Er hat vierzig Jahre Gefängnis überstanden und kann immer noch größte Belastungen ertragen.
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Wir werden uns wiedersehen. Jetzt werde ich jeden von euch persönlich begrüßen. Ich hoffe, dass ihr alle glücklich seid und dass wir uns sehr oft wiedersehen werden.
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12. April 1912
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Ansprache im Haus von Herrn und Frau Howard MacNutt
935 Eastern Parkway, Brooklyn, New York
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Aufzeichnungen von Howard MacNutt
2:1
Dies ist ein höchst erfreulicher Besuch. Vom Orient aus habe ich das Meer überquert, um die Freude zu haben, den Freunden Gottes zu begegnen. Obwohl ich nach meiner langen Reise erschöpft bin, erfrischt und belohnt mich das Licht des Geistes, das aus euren Angesichtern leuchtet. In dieser Begegnung erstrahlt die Empfänglichkeit für das Göttliche. Dieses Haus ist geistig gesinnt, es ist die Heimstätte des Geistes. Hier gibt es keine Zwietracht, nur Liebe und Einheit. Versammeln sich Menschen auf diese Weise, so kommen die göttlichen Gaben auf sie nieder. Der Zweck der Erschaffung des Menschen liegt im Erlangen der erhabensten menschlichen Eigenschaften durch die herabströmenden himmlischen Gaben. Die Absicht bei der Erschaffung des Menschen ist somit Einheit und Harmonie, nicht Zwietracht und Trennung. Bestünde zwischen den Atomen, die das Mineralreich bilden, keine Bindungskraft, so wäre die Erde niemals entstanden und das Universum hätte nicht erschaffen werden können. Weil eine Bindungskraft zwischen ihnen besteht, kann sich die Kraft des Lebens zeigen und die Lebewesen der Erscheinungswelt können entstehen. Wenn diese Anziehung, diese atomare Bindungskraft zerstört wird, schwindet die Lebenskraft und Tod und Nichtsein sind die Folge.
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Auch in der geistigen Welt ist es so. Jene Welt ist das Königreich der vollkommenen Anziehung und Bindungskraft. Es ist das Reich des Einen Göttlichen Geistes, das Königreich Gottes. Daher entstammen die Verbundenheit und die Liebe, die sich bei diesem Treffen zeigt, und die Empfänglichkeit für das Göttliche, die wir hier erleben, nicht dieser Welt, sondern dem Königreich. Wenn die Seelen sich voneinander absondern und egoistisch werden, kommen die göttlichen Gaben nicht hernieder, und die Lichtstrahlen der Höchsten Heerscharen werden nicht mehr widergespiegelt, auch wenn die Körper noch beisammen sind. Ein Spiegel, dessen Rückseite der Sonne zugewandt ist, vermag die Sonnenstrahlen nicht widerzuspiegeln. Preis sei Gott! Diese Versammlung hat Liebe und Einheit zum Ziel.
2:3
Die göttlichen Propheten kamen, um die Einheit des Königreichs in den Herzen der Menschen zu verankern. Sie alle verkündeten der Menschheit die frohe Botschaft göttlicher Gaben. Alle brachten der Welt dieselbe Botschaft der göttlichen Liebe. Für die Einheit der Menschheit gab Jesus Christus Sein Leben am Kreuz hin. Die an Ihn glaubten, opferten ebenfalls Leben, Ehre, Besitz, Familie, schlicht alles, damit diese menschliche Welt aus der Hölle der Zwietracht, Feindschaft und des Streites befreit werden möge. Seine Grundlage war die Einheit der Menschheit. Nur wenige fühlten sich zu Ihm hingezogen. Sie waren nicht die Könige und Herrscher Seiner Zeit. Sie waren keine reichen und wichtigen Menschen. Einige von ihnen waren Fischer. Die meisten von ihnen waren ungebildete Männer, ungeschult in weltlichem Wissen. Einer der größten von ihnen, Petrus, konnte sich nicht einmal die Wochentage merken. Alle diese Männer erschienen in den Augen der Welt als völlig bedeutungslos. Ihre Herzen aber waren rein und hingezogen zum Feuer des Heiligen Geistes, der sich in Christus offenbarte. Mit dieser kleinen Heerschar eroberte Christus den Osten und den Westen. Könige und Völker erhoben sich gegen Ihn. Philosophen und die bedeutendsten Gelehrten griffen Seine Sache an und verunglimpften sie. Sie alle wurden besiegt und überwunden, zum Schweigen gebracht, ihr Licht wurde ausgelöscht, ihr Hass gebannt, und es blieb keine Spur von ihnen. Sie wurden zu Nichts, Sein Reich jedoch triumphiert und besteht ewig.
2:4
Der leuchtende Stern Seiner Sache ist zum höchsten Punkt emporgestiegen, während das Dunkel der Nacht Seine Feinde eingehüllt und verfinstert hat. Sein Name, der nur von wenigen Jüngern geliebt und verehrt wurde, ruft heute die Verehrung von Königen und Völkern in der ganzen Welt hervor. Seine Macht besteht ewig. Seine Herrschaft wird für immer fortbestehen, während diejenigen, die sich Ihm widersetzten, namenlos und vergessen im Staube schlafen. Das kleine Heer der Jünger ist zu einer mächtigen Schar von Millionen angewachsen. Diese himmlischen, höchsten Heerscharen sind Seine Legionen. Das Wort Gottes ist Sein Schwert. Die Macht Gottes gewährleistet Seinen Sieg.
2:5
Jesus Christus wusste, dass dies geschehen würde, und war bereit, zu leiden. Seine Erniedrigung war Seine Verherrlichung; Seine Dornenkrone ein himmlisches Diadem. Als sie Ihm die Dornenkrone auf Sein gesegnetes Haupt drückten und in Sein hehres Antlitz spien, legten sie damit die Grundlage Seines ewigen Reiches. Er herrscht noch immer, während sie und ihre Namen verschwunden und vergessen sind. Er ist ewig und herrlich. Sie gibt es nicht mehr. Sie trachteten danach, Ihn zu vernichten, doch sie vernichteten sich selbst. Durch die Stürme ihrer Gegnerschaft nährten sie nur Seine Flamme.
2:6
Durch Seinen Tod und durch Seine Lehren sind wir in Sein Königreich eingetreten. Seine wesentliche Lehre war die Einheit der Menschheit und das Erlangen der höchsten menschlichen Tugenden durch die Liebe. Er kam, um das Reich des Friedens und des ewigen Lebens zu errichten. Könnt ihr in Seinen Worten eine Rechtfertigung für Zwietracht und Feindseligkeit finden? Die Bestimmung Seines Lebens und der Ruhm Seines Todes bestanden darin, die Menschheit von den Sünden des Streits, des Krieges und des Blutvergießens zu befreien. Die großen Völker der Welt rühmen sich, dass ihre Gesetze und Kultur auf der Religion Christi beruhen. Warum führen sie dann Krieg gegeneinander? Das Reich Christi kann nicht bewahrt werden, indem man es zerstört und ungehorsam ist. Die Banner Seiner Armeen können nicht die Streitkräfte Satans anführen. Bedenkt das traurige Bild, wie Italien Krieg nach Tripolis trägt. Solltet ihr öffentlich verkünden, Italien sei ein barbarisches und kein christliches Land, so würde dies vehement abgestritten. Aber würde Christus das, was sie in Tripolis tun, gutheißen? Bedeutet diese Zerstörung menschlichen Lebens Gehorsam gegenüber Seinen Gesetzen und Lehren? Wo gebietet Er das? Wo stimmt Er dem zu? Er wurde von Seinen Feinden getötet; Er hat nicht getötet. Er liebte sogar jene, die Ihn ans Kreuz hängten, und betete für sie. Diese Kriege und Grausamkeiten, dieses Blutvergießen und dieser Kummer gehören zum Antichrist, nicht zu Christus. Es sind die Kräfte von Tod und Teufel, nicht die der Himmlischen Heerscharen.
2:7
Nicht weniger bitter ist der Konflikt zwischen Sekten und Konfessionen. Christus war ein göttlicher Mittelpunkt der Einheit und Liebe. Wann immer Zwietracht statt Einheit herrscht, wo immer Hass und Streit den Platz der Liebe und geistigen Verbundenheit einnehmen, herrscht der Antichrist statt Christus. Wer hat recht in diesem Streit und Hass zwischen den Sekten? Hat Christus ihnen befohlen, einander zu lieben oder zu hassen? Er liebte sogar Seine Feinde und betete in der Stunde Seiner Kreuzigung für jene, die Ihn töteten. Um ein Christ zu sein, genügt es darum nicht, Seinen Namen zu tragen und zu sagen: »Ich gehöre zu einer christlichen Regierung.« Ein wirklicher Christ zu sein bedeutet, Diener Seiner Sache und Seines Reiches zu sein, unter Seinem Banner des Friedens und der Liebe zu allen Menschen voranzuschreiten, sein Selbst aufzuopfern und gehorsam zu sein, vom Odem des Heiligen Geistes belebt zu werden, ein Spiegel für die Strahlen der Göttlichkeit Christi zu sein, ein fruchtbeladener Baum in Seinem Garten zu sein, die Welt mit dem Lebenswasser Seiner Lehren zu erfrischen – Ihm in allem ähnlich zu werden und erfüllt zu sein vom Geiste Seiner Liebe.
2:8
Preis sei Gott! Das Licht der Einheit und Liebe strahlt aus diesen Gesichtern. Diese geistige Empfänglichkeit ist fürwahr die Frucht des Himmels. Der Báb und Bahá’u’lláh verkündeten vor über sechzig Jahren die frohe Botschaft des Weltfriedens. Der Báb starb als Märtyrer für die Sache Gottes. Bahá’u’lláh litt vierzig Jahre als Gefangener und im Exil, damit das Königreich der Liebe im Osten und Westen errichtet werden möge. Er hat ermöglicht, dass wir uns in Liebe und Einheit hier treffen. Weil Er Gefangenschaft ertrug, können wir in aller Freiheit die Einheit der Menschheit verkünden, für die Er so lange und beständig eintrat. Er war angekettet in Kerkern, Er hatte nichts zu essen, Seine Mitgefangenen waren Diebe und Verbrecher, Er wurde jeder Art von Misshandlung und Quälerei ausgesetzt, aber während alledem ließ Er nie davon ab, die Wahrheit des Wortes Gottes und die Einheit der Menschheit zu verkünden. Die Macht Seines Wortes hat uns hier zusammengeführt – euch aus Amerika und mich aus Persien – alle in geistiger Liebe und Einheit. War dies in früheren Jahrhunderten möglich? Wenn es jetzt nach fünfzig Jahren des Opfers und Lehrens möglich ist, was können wir in den kommenden wundervollen Jahrhunderten erwarten?
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Lasst darum eure Gesichter noch stärker vor Hoffnung und himmlischer Entschlossenheit erstrahlen, um der Sache Gottes zu dienen, den Duft des göttlichen Rosengartens der Einheit zu verbreiten, geistige Empfänglichkeit in den Herzen der Menschen zu wecken, den Geist der Menschlichkeit erneut mit göttlichem Feuer zu entzünden und die Herrlichkeit des Himmels auf diese dunkle Welt des Materialismus zu übertragen. Wenn ihr diese geistige Empfänglichkeit besitzt, werdet ihr sie auch in anderen erwecken und entwickeln können. Wir können nur dann unseren Reichtum mit den Armen teilen, wenn wir selbst welchen besitzen. Wie können die Armen den Armen etwas geben? Wie kann eine Seele, die der himmlischen Gaben beraubt ist, in anderen Seelen die nötige Fassungskraft entwickeln, um solche Gaben zu empfangen?
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Schmückt euch selbst mit der Vollkommenheit göttlicher Tugenden. Ich hoffe, dass ihr durch den Odem des Heiligen Geistes belebt und erfrischt werdet. Dann werdet ihr tatsächlich zu den himmlischen Engeln, die gemäß der Verheißung Christi an diesem Tag erscheinen werden, um die Ernte der göttlichen Saat einzubringen. Das ist meine Hoffnung. Das ist mein Gebet für euch.
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12. April 1912
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Ansprache im Studio von Miss Phillips
39 West Sixty-seventh Street, New York
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Aufzeichnungen von John G. Grundy
3:1
Ich grüße euch in Liebe und Einheit. Die Angelegenheiten dieser Welt sind vollkommen nichtig verglichen mit der Freude und dem himmlischen Glück, den Freunden Gottes zu begegnen. Obwohl ich erschöpft bin von meiner langen Seereise, bin ich hierhergekommen, um diese große Freude und diesen großen Segen zu erleben. Der heutige Abend erfüllt mich mit größtem Glück, da ich auf diese göttliche Versammlung blicke. Eure Zusammenkunft ist gewiss ein Zeichen dafür, dass ihr die Sache Gottes unterstützt und helft, das Reich Gottes aufzubauen. Darum fühle ich mich in höchstem Maße beglückt, in eure Gesichter zu blicken und zu sehen, dass ihr durch die Macht der Gesegneten Vollkommenheit, Bahá’u’lláh, zusammengekommen seid. Durch diese Versammlung haltet ihr Sein Banner hoch und helft Seiner Sache. So sehe ich, wie durch euch ein prächtiger Baum entsteht, der göttliche Früchte hervorbringen wird, um die Menschheit zu nähren.
3:2
Mit Herzen, die vom Feuer der Liebe Gottes entfacht sind, und Seelen, die die Nahrung des himmlischen Geistes erfrischt, müsst ihr euch aufmachen wie die Jünger vor neunzehnhundert Jahren, um mit dem Licht Gottes auf eurem Angesicht, befreit von allem außer Gott, die Menschenherzen durch die frohe Botschaft zu beleben. Gestaltet darum euer Leben in Übereinstimmung mit dem ersten Grundsatz der göttlichen Lehre – der Liebe. Dienst für die Menschheit ist Dienst für Gott. Lasst die Liebe und das Licht des Königreiches durch euch hindurchstrahlen, bis alle, die euch sehen, durch seinen Widerschein erleuchtet werden. Seid wie Sterne, strahlend und funkelnd am Firmament des Himmels. Wisst ihr diesen Tag, an dem ihr lebt, zu schätzen?
3:3
Dies ist das Jahrhundert der Gesegneten Vollkommenheit!
3:4
Dies ist der Zyklus des Lichtes Seiner Schönheit!
3:5
Dies ist der Tag der Erfüllung und Vollendung der Sendung aller Propheten!
3:6
Dies sind die Tage der Aussaat. Dies sind die Tage, um Bäume zu pflanzen. Die Gnadengaben Gottes folgen aufeinander. Wer an diesem Tag einen Samen sät, wird seinen Lohn in den Früchten und der Ernte des himmlischen Reiches sehen. Zur rechten Zeit den Herzen der Geliebten Gottes eingepflanzt, wird diese Saat von Regenschauern der göttlichen Barmherzigkeit bewässert und vom Sonnenlicht göttlicher Liebe erwärmt. Seine Frucht und Blüte werden die Verbundenheit der Menschheit, die Vollkommenheit der Gerechtigkeit und die rühmenswerten Eigenschaften des Himmels sein, die sich in der Menschheit offenbaren werden. Alle, die einen solchen Samen säen und einen solchen Baum nach den Lehren Bahá’u’lláhs pflanzen, werden sicherlich dieses göttliche Ergebnis auf allen Stufen seiner Vollendung erleben und das Wohlgefallen des Barmherzigen erlangen.
3:7
Heute handeln die Völker der Welt im Eigeninteresse, befassen sich mit vergänglichen und flüchtigen Errungenschaften und werden von den Flammen der Leidenschaft und des Selbstes verzehrt. Das Selbst bestimmt; Feindschaft und Hass setzen sich überall durch. Völker und Nationen denken nur an ihre weltlichen Interessen und Gewinne. Kriegslärm und Kampfgeschrei sind in ihren Reihen zu hören. Aber die Freunde der Gesegneten Vollkommenheit widmen sich ganz und gar den himmlischen Gedanken und der Liebe Gottes. Ihr müsst daher ohne zu zögern eure Kräfte für die Verbreitung des Lichtglanzes der Liebe Gottes einsetzen und euer Leben so gestalten, dass ihr als Beispiel für dessen Strahlen erkannt und gesehen werdet. Ihr müsst allen in liebevoller Güte begegnen, damit diese kostbare Saat, die eurer Pflege anvertraut ist, weiterwächst und ihre vollkommene Frucht hervorbringt. Dies wird die Liebe und Barmherzigkeit Gottes durch euch bewirken, sofern ihr Liebe in eurem Herzen hegt.
3:8
Die Tore des Königreichs sind geöffnet. Das Licht der Sonne der Wahrheit scheint. Aus den Wolken göttlicher Barmherzigkeit regnen Edelsteine von unschätzbarem Wert herab. Die sanften Brisen eines neuen und göttlichen Frühlings tragen ihren duftenden Odem aus der unsichtbaren Welt herbei. Seid euch darum der Bedeutung dieser Tage bewusst.
3:9
Erwacht und ergreift diese himmlische Gelegenheit. Strebt mit aller Kraft eurer Seele, euren Taten, Handlungen und Worten danach, die Verbreitung dieser frohen Botschaft und die Herabkunft dieser barmherzigen Gnade zu unterstützen. Ihr seid Ausdruck und Spiegel eurer Taten und Handlungen. Wenn ihr euch an die Gebote und Lehren der Gesegneten Vollkommenheit haltet, dann gehört euch die himmlische Welt und das altehrwürdige Königreich – ewiges Glück, Liebe und ewiges Leben. Die göttlichen Gaben strömen. Jedem von euch wurde die Gelegenheit gegeben, ein Baum zu werden, der reiche Früchte trägt. Dies ist die Frühlingszeit Bahá’u’lláhs. Das Grün und Blattwerk geistigen Wachstums zeigen sich in großer Fülle in den Gärten menschlicher Herzen. Erkennt den Wert dieser vorübergehenden Tage und flüchtigen Nächte. Strebt danach, eine Stufe vollkommener Liebe untereinander zu erreichen. Wo Liebe fehlt, nimmt Feindschaft zu. Wo Liebe ausgeübt wird, wird die Liebe stärker und Feindschaft schwindet dahin.
3:10
Bedenkt, wie ich trotz meines fortgeschrittenen Alters und belastet durch körperliche Gebrechen den weiten Ozean überquere, um in eure Gesichter zu blicken. Ich hoffe, dass ihr alle durch das geistige Leben wie eine einzige Seele werdet, wie ein einziger Baum, der den Rosengarten des Königreichs ziert. Ich hoffe, dass die unendlichen Schätze der Gaben Gottes jetzt und immerdar euch gehören mögen. Ich bete, dass der Glanz eures Lichtes die Himmlischen Heerscharen erreicht und für immer in den Himmeln ewiger Herrlichkeit erstrahlt.
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13. April 1912
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