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2:1Dies ist ein höchst erfreulicher Besuch. Vom Orient aus habe ich das Meer überquert, um die Freude zu haben, den Freunden Gottes zu begegnen. Obwohl ich nach meiner langen Reise erschöpft bin, erfrischt und belohnt mich das Licht des Geistes, das aus euren Angesichtern leuchtet. In dieser Begegnung erstrahlt die Empfänglichkeit für das Göttliche. Dieses Haus ist geistig gesinnt, es ist die Heimstätte des Geistes. Hier gibt es keine Zwietracht, nur Liebe und Einheit. Versammeln sich Menschen auf diese Weise, so kommen die göttlichen Gaben auf sie nieder. Der Zweck der Erschaffung des Menschen liegt im Erlangen der erhabensten menschlichen Eigenschaften durch die herabströmenden himmlischen Gaben. Die Absicht bei der Erschaffung des Menschen ist somit Einheit und Harmonie, nicht Zwietracht und Trennung. Bestünde zwischen den Atomen, die das Mineralreich bilden, keine Bindungskraft, so wäre die Erde niemals entstanden und das Universum hätte nicht erschaffen werden können. Weil eine Bindungskraft zwischen ihnen besteht, kann sich die Kraft des Lebens zeigen und die Lebewesen der Erscheinungswelt können entstehen. Wenn diese Anziehung, diese atomare Bindungskraft zerstört wird, schwindet die Lebenskraft und Tod und Nichtsein sind die Folge.2:2Auch in der geistigen Welt ist es so. Jene Welt ist das Königreich der vollkommenen Anziehung und Bindungskraft. Es ist das Reich des Einen Göttlichen Geistes, das Königreich Gottes. Daher entstammen die Verbundenheit und die Liebe, die sich bei diesem Treffen zeigt, und die Empfänglichkeit für das Göttliche, die wir hier erleben, nicht dieser Welt, sondern dem Königreich. Wenn die Seelen sich voneinander absondern und egoistisch werden, kommen die göttlichen Gaben nicht hernieder, und die Lichtstrahlen der Höchsten Heerscharen werden nicht mehr widergespiegelt, auch wenn die Körper noch beisammen sind. Ein Spiegel, dessen Rückseite der Sonne zugewandt ist, vermag die Sonnenstrahlen nicht widerzuspiegeln. Preis sei Gott! Diese Versammlung hat Liebe und Einheit zum Ziel. 2:3Die göttlichen Propheten kamen, um die Einheit des Königreichs in den Herzen der Menschen zu verankern. Sie alle verkündeten der Menschheit die frohe Botschaft göttlicher Gaben. Alle brachten der Welt dieselbe Botschaft der göttlichen Liebe. Für die Einheit der Menschheit gab Jesus Christus Sein Leben am Kreuz hin. Die an Ihn glaubten, opferten ebenfalls Leben, Ehre, Besitz, Familie, schlicht alles, damit diese menschliche Welt aus der Hölle der Zwietracht, Feindschaft und des Streites befreit werden möge. Seine Grundlage war die Einheit der Menschheit. Nur wenige fühlten sich zu Ihm hingezogen. Sie waren nicht die Könige und Herrscher Seiner Zeit. Sie waren keine reichen und wichtigen Menschen. Einige von ihnen waren Fischer. Die meisten von ihnen waren ungebildete Männer, ungeschult in weltlichem Wissen. Einer der größten von ihnen, Petrus, konnte sich nicht einmal die Wochentage merken. Alle diese Männer erschienen in den Augen der Welt als völlig bedeutungslos. Ihre Herzen aber waren rein und hingezogen zum Feuer des Heiligen Geistes, der sich in Christus offenbarte. Mit dieser kleinen Heerschar eroberte Christus den Osten und den Westen. Könige und Völker erhoben sich gegen Ihn. Philosophen und die bedeutendsten Gelehrten griffen Seine Sache an und verunglimpften sie. Sie alle wurden besiegt und überwunden, zum Schweigen gebracht, ihr Licht wurde ausgelöscht, ihr Hass gebannt, und es blieb keine Spur von ihnen. Sie wurden zu Nichts, Sein Reich jedoch triumphiert und besteht ewig.2:4Der leuchtende Stern Seiner Sache ist zum höchsten Punkt emporgestiegen, während das Dunkel der Nacht Seine Feinde eingehüllt und verfinstert hat. Sein Name, der nur von wenigen Jüngern geliebt und verehrt wurde, ruft heute die Verehrung von Königen und Völkern in der ganzen Welt hervor. Seine Macht besteht ewig. Seine Herrschaft wird für immer fortbestehen, während diejenigen, die sich Ihm widersetzten, namenlos und vergessen im Staube schlafen. Das kleine Heer der Jünger ist zu einer mächtigen Schar von Millionen angewachsen. Diese himmlischen, höchsten Heerscharen sind Seine Legionen. Das Wort Gottes ist Sein Schwert. Die Macht Gottes gewährleistet Seinen Sieg.2:5Jesus Christus wusste, dass dies geschehen würde, und war bereit, zu leiden. Seine Erniedrigung war Seine Verherrlichung; Seine Dornenkrone ein himmlisches Diadem. Als sie Ihm die Dornenkrone auf Sein gesegnetes Haupt drückten und in Sein hehres Antlitz spien, legten sie damit die Grundlage Seines ewigen Reiches. Er herrscht noch immer, während sie und ihre Namen verschwunden und vergessen sind. Er ist ewig und herrlich. Sie gibt es nicht mehr. Sie trachteten danach, Ihn zu vernichten, doch sie vernichteten sich selbst. Durch die Stürme ihrer Gegnerschaft nährten sie nur Seine Flamme.2:6Durch Seinen Tod und durch Seine Lehren sind wir in Sein Königreich eingetreten. Seine wesentliche Lehre war die Einheit der Menschheit und das Erlangen der höchsten menschlichen Tugenden durch die Liebe. Er kam, um das Reich des Friedens und des ewigen Lebens zu errichten. Könnt ihr in Seinen Worten eine Rechtfertigung für Zwietracht und Feindseligkeit finden? Die Bestimmung Seines Lebens und der Ruhm Seines Todes bestanden darin, die Menschheit von den Sünden des Streits, des Krieges und des Blutvergießens zu befreien. Die großen Völker der Welt rühmen sich, dass ihre Gesetze und Kultur auf der Religion Christi beruhen. Warum führen sie dann Krieg gegeneinander? Das Reich Christi kann nicht bewahrt werden, indem man es zerstört und ungehorsam ist. Die Banner Seiner Armeen können nicht die Streitkräfte Satans anführen. Bedenkt das traurige Bild, wie Italien Krieg nach Tripolis trägt. Solltet ihr öffentlich verkünden, Italien sei ein barbarisches und kein christliches Land, so würde dies vehement abgestritten. Aber würde Christus das, was sie in Tripolis tun, gutheißen? Bedeutet diese Zerstörung menschlichen Lebens Gehorsam gegenüber Seinen Gesetzen und Lehren? Wo gebietet Er das? Wo stimmt Er dem zu? Er wurde von Seinen Feinden getötet; Er hat nicht getötet. Er liebte sogar jene, die Ihn ans Kreuz hängten, und betete für sie. Diese Kriege und Grausamkeiten, dieses Blutvergießen und dieser Kummer gehören zum Antichrist, nicht zu Christus. Es sind die Kräfte von Tod und Teufel, nicht die der Himmlischen Heerscharen.2:7Nicht weniger bitter ist der Konflikt zwischen Sekten und Konfessionen. Christus war ein göttlicher Mittelpunkt der Einheit und Liebe. Wann immer Zwietracht statt Einheit herrscht, wo immer Hass und Streit den Platz der Liebe und geistigen Verbundenheit einnehmen, herrscht der Antichrist statt Christus. Wer hat recht in diesem Streit und Hass zwischen den Sekten? Hat Christus ihnen befohlen, einander zu lieben oder zu hassen? Er liebte sogar Seine Feinde und betete in der Stunde Seiner Kreuzigung für jene, die Ihn töteten. Um ein Christ zu sein, genügt es darum nicht, Seinen Namen zu tragen und zu sagen: »Ich gehöre zu einer christlichen Regierung.« Ein wirklicher Christ zu sein bedeutet, Diener Seiner Sache und Seines Reiches zu sein, unter Seinem Banner des Friedens und der Liebe zu allen Menschen voranzuschreiten, sein Selbst aufzuopfern und gehorsam zu sein, vom Odem des Heiligen Geistes belebt zu werden, ein Spiegel für die Strahlen der Göttlichkeit Christi zu sein, ein fruchtbeladener Baum in Seinem Garten zu sein, die Welt mit dem Lebenswasser Seiner Lehren zu erfrischen – Ihm in allem ähnlich zu werden und erfüllt zu sein vom Geiste Seiner Liebe.2:8Preis sei Gott! Das Licht der Einheit und Liebe strahlt aus diesen Gesichtern. Diese geistige Empfänglichkeit ist fürwahr die Frucht des Himmels. Der Báb und Bahá’u’lláh verkündeten vor über sechzig Jahren die frohe Botschaft des Weltfriedens. Der Báb starb als Märtyrer für die Sache Gottes. Bahá’u’lláh litt vierzig Jahre als Gefangener und im Exil, damit das Königreich der Liebe im Osten und Westen errichtet werden möge. Er hat ermöglicht, dass wir uns in Liebe und Einheit hier treffen. Weil Er Gefangenschaft ertrug, können wir in aller Freiheit die Einheit der Menschheit verkünden, für die Er so lange und beständig eintrat. Er war angekettet in Kerkern, Er hatte nichts zu essen, Seine Mitgefangenen waren Diebe und Verbrecher, Er wurde jeder Art von Misshandlung und Quälerei ausgesetzt, aber während alledem ließ Er nie davon ab, die Wahrheit des Wortes Gottes und die Einheit der Menschheit zu verkünden. Die Macht Seines Wortes hat uns hier zusammengeführt – euch aus Amerika und mich aus Persien – alle in geistiger Liebe und Einheit. War dies in früheren Jahrhunderten möglich? Wenn es jetzt nach fünfzig Jahren des Opfers und Lehrens möglich ist, was können wir in den kommenden wundervollen Jahrhunderten erwarten?2:9Lasst darum eure Gesichter noch stärker vor Hoffnung und himmlischer Entschlossenheit erstrahlen, um der Sache Gottes zu dienen, den Duft des göttlichen Rosengartens der Einheit zu verbreiten, geistige Empfänglichkeit in den Herzen der Menschen zu wecken, den Geist der Menschlichkeit erneut mit göttlichem Feuer zu entzünden und die Herrlichkeit des Himmels auf diese dunkle Welt des Materialismus zu übertragen. Wenn ihr diese geistige Empfänglichkeit besitzt, werdet ihr sie auch in anderen erwecken und entwickeln können. Wir können nur dann unseren Reichtum mit den Armen teilen, wenn wir selbst welchen besitzen. Wie können die Armen den Armen etwas geben? Wie kann eine Seele, die der himmlischen Gaben beraubt ist, in anderen Seelen die nötige Fassungskraft entwickeln, um solche Gaben zu empfangen?2:10Schmückt euch selbst mit der Vollkommenheit göttlicher Tugenden. Ich hoffe, dass ihr durch den Odem des Heiligen Geistes belebt und erfrischt werdet. Dann werdet ihr tatsächlich zu den himmlischen Engeln, die gemäß der Verheißung Christi an diesem Tag erscheinen werden, um die Ernte der göttlichen Saat einzubringen. Das ist meine Hoffnung. Das ist mein Gebet für euch. – 3 –3:0_712. April 19123:0_8Ansprache im Studio von Miss Phillips
39 West Sixty-seventh Street, New York3:0_9Aufzeichnungen von John G. Grundy3:1Ich grüße euch in Liebe und Einheit. Die Angelegenheiten dieser Welt sind vollkommen nichtig verglichen mit der Freude und dem himmlischen Glück, den Freunden Gottes zu begegnen. Obwohl ich erschöpft bin von meiner langen Seereise, bin ich hierhergekommen, um diese große Freude und diesen großen Segen zu erleben. Der heutige Abend erfüllt mich mit größtem Glück, da ich auf diese göttliche Versammlung blicke. Eure Zusammenkunft ist gewiss ein Zeichen dafür, dass ihr die Sache Gottes unterstützt und helft, das Reich Gottes aufzubauen. Darum fühle ich mich in höchstem Maße beglückt, in eure Gesichter zu blicken und zu sehen, dass ihr durch die Macht der Gesegneten Vollkommenheit, Bahá’u’lláh, zusammengekommen seid. Durch diese Versammlung haltet ihr Sein Banner hoch und helft Seiner Sache. So sehe ich, wie durch euch ein prächtiger Baum entsteht, der göttliche Früchte hervorbringen wird, um die Menschheit zu nähren.3:2Mit Herzen, die vom Feuer der Liebe Gottes entfacht sind, und Seelen, die die Nahrung des himmlischen Geistes erfrischt, müsst ihr euch aufmachen wie die Jünger vor neunzehnhundert Jahren, um mit dem Licht Gottes auf eurem Angesicht, befreit von allem außer Gott, die Menschenherzen durch die frohe Botschaft zu beleben. Gestaltet darum euer Leben in Übereinstimmung mit dem ersten Grundsatz der göttlichen Lehre – der Liebe. Dienst für die Menschheit ist Dienst für Gott. Lasst die Liebe und das Licht des Königreiches durch euch hindurchstrahlen, bis alle, die euch sehen, durch seinen Widerschein erleuchtet werden. Seid wie Sterne, strahlend und funkelnd am Firmament des Himmels. Wisst ihr diesen Tag, an dem ihr lebt, zu schätzen?3:3Dies ist das Jahrhundert der Gesegneten Vollkommenheit!3:4Dies ist der Zyklus des Lichtes Seiner Schönheit!3:5Dies ist der Tag der Erfüllung und Vollendung der Sendung aller Propheten!3:6Dies sind die Tage der Aussaat. Dies sind die Tage, um Bäume zu pflanzen. Die Gnadengaben Gottes folgen aufeinander. Wer an diesem Tag einen Samen sät, wird seinen Lohn in den Früchten und der Ernte des himmlischen Reiches sehen. Zur rechten Zeit den Herzen der Geliebten Gottes eingepflanzt, wird diese Saat von Regenschauern der göttlichen Barmherzigkeit bewässert und vom Sonnenlicht göttlicher Liebe erwärmt. Seine Frucht und Blüte werden die Verbundenheit der Menschheit, die Vollkommenheit der Gerechtigkeit und die rühmenswerten Eigenschaften des Himmels sein, die sich in der Menschheit offenbaren werden. Alle, die einen solchen Samen säen und einen solchen Baum nach den Lehren Bahá’u’lláhs pflanzen, werden sicherlich dieses göttliche Ergebnis auf allen Stufen seiner Vollendung erleben und das Wohlgefallen des Barmherzigen erlangen.3:7Heute handeln die Völker der Welt im Eigeninteresse, befassen sich mit vergänglichen und flüchtigen Errungenschaften und werden von den Flammen der Leidenschaft und des Selbstes verzehrt. Das Selbst bestimmt; Feindschaft und Hass setzen sich überall durch. Völker und Nationen denken nur an ihre weltlichen Interessen und Gewinne. Kriegslärm und Kampfgeschrei sind in ihren Reihen zu hören. Aber die Freunde der Gesegneten Vollkommenheit widmen sich ganz und gar den himmlischen Gedanken und der Liebe Gottes. Ihr müsst daher ohne zu zögern eure Kräfte für die Verbreitung des Lichtglanzes der Liebe Gottes einsetzen und euer Leben so gestalten, dass ihr als Beispiel für dessen Strahlen erkannt und gesehen werdet. Ihr müsst allen in liebevoller Güte begegnen, damit diese kostbare Saat, die eurer Pflege anvertraut ist, weiterwächst und ihre vollkommene Frucht hervorbringt. Dies wird die Liebe und Barmherzigkeit Gottes durch euch bewirken, sofern ihr Liebe in eurem Herzen hegt.3:8Die Tore des Königreichs sind geöffnet. Das Licht der Sonne der Wahrheit scheint. Aus den Wolken göttlicher Barmherzigkeit regnen Edelsteine von unschätzbarem Wert herab. Die sanften Brisen eines neuen und göttlichen Frühlings tragen ihren duftenden Odem aus der unsichtbaren Welt herbei. Seid euch darum der Bedeutung dieser Tage bewusst.3:9Erwacht und ergreift diese himmlische Gelegenheit. Strebt mit aller Kraft eurer Seele, euren Taten, Handlungen und Worten danach, die Verbreitung dieser frohen Botschaft und die Herabkunft dieser barmherzigen Gnade zu unterstützen. Ihr seid Ausdruck und Spiegel eurer Taten und Handlungen. Wenn ihr euch an die Gebote und Lehren der Gesegneten Vollkommenheit haltet, dann gehört euch die himmlische Welt und das altehrwürdige Königreich – ewiges Glück, Liebe und ewiges Leben. Die göttlichen Gaben strömen. Jedem von euch wurde die Gelegenheit gegeben, ein Baum zu werden, der reiche Früchte trägt. Dies ist die Frühlingszeit Bahá’u’lláhs. Das Grün und Blattwerk geistigen Wachstums zeigen sich in großer Fülle in den Gärten menschlicher Herzen. Erkennt den Wert dieser vorübergehenden Tage und flüchtigen Nächte. Strebt danach, eine Stufe vollkommener Liebe untereinander zu erreichen. Wo Liebe fehlt, nimmt Feindschaft zu. Wo Liebe ausgeübt wird, wird die Liebe stärker und Feindschaft schwindet dahin.3:10Bedenkt, wie ich trotz meines fortgeschrittenen Alters und belastet durch körperliche Gebrechen den weiten Ozean überquere, um in eure Gesichter zu blicken. Ich hoffe, dass ihr alle durch das geistige Leben wie eine einzige Seele werdet, wie ein einziger Baum, der den Rosengarten des Königreichs ziert. Ich hoffe, dass die unendlichen Schätze der Gaben Gottes jetzt und immerdar euch gehören mögen. Ich bete, dass der Glanz eures Lichtes die Himmlischen Heerscharen erreicht und für immer in den Himmeln ewiger Herrlichkeit erstrahlt. – 4 –4:0_1013. April 19124:0_11Ansprache im Haus von Herrn und Frau Alexander Morten
141 East Twenty-first Street, New York4:0_12Aufzeichnungen von Esther Foster4:1Preis sei Gott! Dies ist eine strahlende Versammlung. Die Angesichter strahlen im Licht Gottes. Die Herzen sind hingezogen zum Reich Bahás. Ich bitte Gott, dass eure Angesichter Tag für Tag heller leuchten, dass ihr Tag für Tag Gott näherkommt, dass ihr Tag für Tag mehr von den Ausgießungen des Heiligen Geistes empfangt, sodass die Gaben des Himmels euch umhüllen.4:2Die geistige Welt gleicht der Erscheinungswelt. Jede ist das genaue Spiegelbild der jeweils anderen. Jegliche Objekte, die in der Daseinswelt erscheinen, sind die Abbilder der himmlischen Welt. Betrachten wir die Erscheinungswelt um uns herum, so erkennen wir, dass sie in vier Jahreszeiten unterteilt ist. Eine ist die Frühlingszeit, eine weitere der Sommer, noch eine der Herbst und dann folgt auf diese drei Jahreszeiten der Winter. Wenn im Dasein die Frühlingszeit beginnt, wird die ganze Welt verjüngt und erlangt neues Leben. Die seelenerfrischende Brise weht aus allen Richtungen, die seelenbelebende Gunst ist überall, Regen fällt aus der Wolke der Barmherzigkeit herab, und die Sonne scheint auf alles. Tag für Tag bemerken wir überall um uns herum die Zeichen der Vegetation. Der Duft wunderbarer Blumen, Hyazinthen und Rosen umgibt uns. Die Bäume sind voller Blätter und Blüten, und auf die Blüten folgen Früchte. Auf Frühling und Sommer folgen Herbst und Winter. Die Blumen welken und verkümmern, die Blätter werden grau und das Leben ist dahin. Dann kommt ein weiterer Frühling; der vergangene Frühling wird erneuert und in allem erwacht wieder neues Leben.4:3Das Erscheinen der Manifestationen Gottes ist die göttliche Frühlingszeit. Als Christus in dieser Welt erschien, war es wie der Frühlingssegen; die Ausgießung kam herab; der Strahlenglanz des Barmherzigen umgab alles; die Menschenwelt fand neues Leben. Selbst die stoffliche Welt hatte daran Teil. Die vollkommenen göttlichen Ideale wurden erhoben, Seelen wurden in den himmlischen Lehren unterrichtet, sodass das menschliche Dasein auf allen Ebenen belebt und erleuchtet wurde. Dann verflog dieser himmlische Wohlgeruch allmählich. Der Winter brach über die Welt herein. Die Schönheit des Frühlings schwand dahin. Vortrefflichkeit und Vollkommenheit vergingen. Es gab keine Anzeichen mehr von Licht und Leben. Die Erscheinungswelt mit ihren materiellen Aspekten eroberte alles. Die Geistigkeit des Lebens ging verloren. Diese Daseinswelt wurde zu einem leblosen Körper und vom Frühling verblieb keine Spur.4:4In diese Welt ist Bahá’u’lláh gekommen. Er hat den Frühling erneuert. Der gleiche Wohlgeruch weht. Die gleiche Sonnenwärme spendet Leben. Die gleiche Wolke sendet Regen hernieder, und mit eigenen Augen sehen wir, dass die Daseinswelt große Fortschritte macht. Die Menschenwelt wird neu belebt.4:5Ich hoffe, ihr werdet alle wie frische grüne Bäume, damit ihr durch die Brise des göttlichen Frühlings, die Ausgießung des Himmels, die Wärme der Sonne der Wahrheit auf ewig erfrischt werdet. Möget ihr Blüten hervorbringen und Früchte tragen und nicht wie unfruchtbare Bäume sein. Unfruchtbare Bäume bringen weder Früchte noch Blüten hervor. Ich hoffe, ihr werdet alle Freunde des Paradieses Abhá und erscheint in äußerster Frische und geistiger Schönheit. Ich bete für euch und bitte Gott um Beistand und Unterstützung. – 5 –5:0_1314. April 19125:0_14Ansprache in der Church of the Ascension
Fifth Avenue und Tenth Street, New York5:0_15Aufzeichnungen von Aḥmad Sohráb und Howard MacNutt5:1In seiner Schriftlesung zitierte der verehrte Doktor heute Morgen einen Vers aus dem Brief des heiligen Paulus an die Korinther: »Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.« 1. Korinther 13,12A5:2Das Licht der Wahrheit wurde bisher nur schwach durch verschiedenfarbige Gläser gesehen, doch nun soll der Glanz des Göttlichen durch die durchscheinenden Spiegel reiner Herzen und Seelen sichtbar werden. Das Licht der Wahrheit umfasst die göttliche Lehre, die himmlische Unterweisung, barmherzige Grundsätze und geistige Kultur. Seit meiner Ankunft in diesem Land stelle ich fest, dass die materielle Zivilisation große Fortschritte gemacht und der Handel im höchsten Maße zugenommen hat. Handwerkskunst, Landwirtschaft und alle Aspekte der materiellen Zivilisation haben die höchste Stufe der Vollkommenheit erreicht, aber die geistige Kultur ist zurückgeblieben. Die materielle Zivilisation gleicht der Lampe, während die geistige Kultur dem Licht der Lampe entspricht. Wenn sich die materielle Zivilisation und die geistige Kultur verbinden, dann haben wir Licht und Lampe beieinander, und das Ergebnis wird vollkommen sein. Denn die materielle Zivilisation ist wie ein schöner Körper, und die geistige Kultur gleicht dem Geist des Lebens. Wenn der wundersame Geist des Lebens in den schönen Körper eintritt, wird der Körper zum Kanal für die Verbreitung und Entwicklung der menschlichen Vollkommenheit.5:3Jesus Christus kam, um den Menschen dieser Welt die himmlische Kultur und nicht die materielle Zivilisation zu lehren. Er hauchte den Odem des Heiligen Geistes in den Körper der Welt und stiftete eine erleuchtete Kultur. Zu den Grundsätzen der göttlichen Kultur, die Er verkündete, gehört der Größte Frieden der Menschheit. Zu Seinen Grundsätzen geistiger Kultur gehört die Einheit des Menschenreichs. Zu den Prinzipien der himmlischen Kultur, die Er brachte, gehören die Tugenden der Menschenwelt. Zu den Grundsätzen der himmlischen Kultur, die Er ankündigte, zählt die Verbesserung und Vervollkommnung der menschlichen Sitten.
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