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3:7Heute handeln die Völker der Welt im Eigeninteresse, befassen sich mit vergänglichen und flüchtigen Errungenschaften und werden von den Flammen der Leidenschaft und des Selbstes verzehrt. Das Selbst bestimmt; Feindschaft und Hass setzen sich überall durch. Völker und Nationen denken nur an ihre weltlichen Interessen und Gewinne. Kriegslärm und Kampfgeschrei sind in ihren Reihen zu hören. Aber die Freunde der Gesegneten Vollkommenheit widmen sich ganz und gar den himmlischen Gedanken und der Liebe Gottes. Ihr müsst daher ohne zu zögern eure Kräfte für die Verbreitung des Lichtglanzes der Liebe Gottes einsetzen und euer Leben so gestalten, dass ihr als Beispiel für dessen Strahlen erkannt und gesehen werdet. Ihr müsst allen in liebevoller Güte begegnen, damit diese kostbare Saat, die eurer Pflege anvertraut ist, weiterwächst und ihre vollkommene Frucht hervorbringt. Dies wird die Liebe und Barmherzigkeit Gottes durch euch bewirken, sofern ihr Liebe in eurem Herzen hegt.3:8Die Tore des Königreichs sind geöffnet. Das Licht der Sonne der Wahrheit scheint. Aus den Wolken göttlicher Barmherzigkeit regnen Edelsteine von unschätzbarem Wert herab. Die sanften Brisen eines neuen und göttlichen Frühlings tragen ihren duftenden Odem aus der unsichtbaren Welt herbei. Seid euch darum der Bedeutung dieser Tage bewusst.3:9Erwacht und ergreift diese himmlische Gelegenheit. Strebt mit aller Kraft eurer Seele, euren Taten, Handlungen und Worten danach, die Verbreitung dieser frohen Botschaft und die Herabkunft dieser barmherzigen Gnade zu unterstützen. Ihr seid Ausdruck und Spiegel eurer Taten und Handlungen. Wenn ihr euch an die Gebote und Lehren der Gesegneten Vollkommenheit haltet, dann gehört euch die himmlische Welt und das altehrwürdige Königreich – ewiges Glück, Liebe und ewiges Leben. Die göttlichen Gaben strömen. Jedem von euch wurde die Gelegenheit gegeben, ein Baum zu werden, der reiche Früchte trägt. Dies ist die Frühlingszeit Bahá’u’lláhs. Das Grün und Blattwerk geistigen Wachstums zeigen sich in großer Fülle in den Gärten menschlicher Herzen. Erkennt den Wert dieser vorübergehenden Tage und flüchtigen Nächte. Strebt danach, eine Stufe vollkommener Liebe untereinander zu erreichen. Wo Liebe fehlt, nimmt Feindschaft zu. Wo Liebe ausgeübt wird, wird die Liebe stärker und Feindschaft schwindet dahin.3:10Bedenkt, wie ich trotz meines fortgeschrittenen Alters und belastet durch körperliche Gebrechen den weiten Ozean überquere, um in eure Gesichter zu blicken. Ich hoffe, dass ihr alle durch das geistige Leben wie eine einzige Seele werdet, wie ein einziger Baum, der den Rosengarten des Königreichs ziert. Ich hoffe, dass die unendlichen Schätze der Gaben Gottes jetzt und immerdar euch gehören mögen. Ich bete, dass der Glanz eures Lichtes die Himmlischen Heerscharen erreicht und für immer in den Himmeln ewiger Herrlichkeit erstrahlt. – 4 –4:0_1013. April 19124:0_11Ansprache im Haus von Herrn und Frau Alexander Morten
141 East Twenty-first Street, New York4:0_12Aufzeichnungen von Esther Foster4:1Preis sei Gott! Dies ist eine strahlende Versammlung. Die Angesichter strahlen im Licht Gottes. Die Herzen sind hingezogen zum Reich Bahás. Ich bitte Gott, dass eure Angesichter Tag für Tag heller leuchten, dass ihr Tag für Tag Gott näherkommt, dass ihr Tag für Tag mehr von den Ausgießungen des Heiligen Geistes empfangt, sodass die Gaben des Himmels euch umhüllen.4:2Die geistige Welt gleicht der Erscheinungswelt. Jede ist das genaue Spiegelbild der jeweils anderen. Jegliche Objekte, die in der Daseinswelt erscheinen, sind die Abbilder der himmlischen Welt. Betrachten wir die Erscheinungswelt um uns herum, so erkennen wir, dass sie in vier Jahreszeiten unterteilt ist. Eine ist die Frühlingszeit, eine weitere der Sommer, noch eine der Herbst und dann folgt auf diese drei Jahreszeiten der Winter. Wenn im Dasein die Frühlingszeit beginnt, wird die ganze Welt verjüngt und erlangt neues Leben. Die seelenerfrischende Brise weht aus allen Richtungen, die seelenbelebende Gunst ist überall, Regen fällt aus der Wolke der Barmherzigkeit herab, und die Sonne scheint auf alles. Tag für Tag bemerken wir überall um uns herum die Zeichen der Vegetation. Der Duft wunderbarer Blumen, Hyazinthen und Rosen umgibt uns. Die Bäume sind voller Blätter und Blüten, und auf die Blüten folgen Früchte. Auf Frühling und Sommer folgen Herbst und Winter. Die Blumen welken und verkümmern, die Blätter werden grau und das Leben ist dahin. Dann kommt ein weiterer Frühling; der vergangene Frühling wird erneuert und in allem erwacht wieder neues Leben.4:3Das Erscheinen der Manifestationen Gottes ist die göttliche Frühlingszeit. Als Christus in dieser Welt erschien, war es wie der Frühlingssegen; die Ausgießung kam herab; der Strahlenglanz des Barmherzigen umgab alles; die Menschenwelt fand neues Leben. Selbst die stoffliche Welt hatte daran Teil. Die vollkommenen göttlichen Ideale wurden erhoben, Seelen wurden in den himmlischen Lehren unterrichtet, sodass das menschliche Dasein auf allen Ebenen belebt und erleuchtet wurde. Dann verflog dieser himmlische Wohlgeruch allmählich. Der Winter brach über die Welt herein. Die Schönheit des Frühlings schwand dahin. Vortrefflichkeit und Vollkommenheit vergingen. Es gab keine Anzeichen mehr von Licht und Leben. Die Erscheinungswelt mit ihren materiellen Aspekten eroberte alles. Die Geistigkeit des Lebens ging verloren. Diese Daseinswelt wurde zu einem leblosen Körper und vom Frühling verblieb keine Spur.4:4In diese Welt ist Bahá’u’lláh gekommen. Er hat den Frühling erneuert. Der gleiche Wohlgeruch weht. Die gleiche Sonnenwärme spendet Leben. Die gleiche Wolke sendet Regen hernieder, und mit eigenen Augen sehen wir, dass die Daseinswelt große Fortschritte macht. Die Menschenwelt wird neu belebt.4:5Ich hoffe, ihr werdet alle wie frische grüne Bäume, damit ihr durch die Brise des göttlichen Frühlings, die Ausgießung des Himmels, die Wärme der Sonne der Wahrheit auf ewig erfrischt werdet. Möget ihr Blüten hervorbringen und Früchte tragen und nicht wie unfruchtbare Bäume sein. Unfruchtbare Bäume bringen weder Früchte noch Blüten hervor. Ich hoffe, ihr werdet alle Freunde des Paradieses Abhá und erscheint in äußerster Frische und geistiger Schönheit. Ich bete für euch und bitte Gott um Beistand und Unterstützung. – 5 –5:0_1314. April 19125:0_14Ansprache in der Church of the Ascension
Fifth Avenue und Tenth Street, New York5:0_15Aufzeichnungen von Aḥmad Sohráb und Howard MacNutt5:1In seiner Schriftlesung zitierte der verehrte Doktor heute Morgen einen Vers aus dem Brief des heiligen Paulus an die Korinther: »Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.« 1. Korinther 13,12A5:2Das Licht der Wahrheit wurde bisher nur schwach durch verschiedenfarbige Gläser gesehen, doch nun soll der Glanz des Göttlichen durch die durchscheinenden Spiegel reiner Herzen und Seelen sichtbar werden. Das Licht der Wahrheit umfasst die göttliche Lehre, die himmlische Unterweisung, barmherzige Grundsätze und geistige Kultur. Seit meiner Ankunft in diesem Land stelle ich fest, dass die materielle Zivilisation große Fortschritte gemacht und der Handel im höchsten Maße zugenommen hat. Handwerkskunst, Landwirtschaft und alle Aspekte der materiellen Zivilisation haben die höchste Stufe der Vollkommenheit erreicht, aber die geistige Kultur ist zurückgeblieben. Die materielle Zivilisation gleicht der Lampe, während die geistige Kultur dem Licht der Lampe entspricht. Wenn sich die materielle Zivilisation und die geistige Kultur verbinden, dann haben wir Licht und Lampe beieinander, und das Ergebnis wird vollkommen sein. Denn die materielle Zivilisation ist wie ein schöner Körper, und die geistige Kultur gleicht dem Geist des Lebens. Wenn der wundersame Geist des Lebens in den schönen Körper eintritt, wird der Körper zum Kanal für die Verbreitung und Entwicklung der menschlichen Vollkommenheit.5:3Jesus Christus kam, um den Menschen dieser Welt die himmlische Kultur und nicht die materielle Zivilisation zu lehren. Er hauchte den Odem des Heiligen Geistes in den Körper der Welt und stiftete eine erleuchtete Kultur. Zu den Grundsätzen der göttlichen Kultur, die Er verkündete, gehört der Größte Frieden der Menschheit. Zu Seinen Grundsätzen geistiger Kultur gehört die Einheit des Menschenreichs. Zu den Prinzipien der himmlischen Kultur, die Er brachte, gehören die Tugenden der Menschenwelt. Zu den Grundsätzen der himmlischen Kultur, die Er ankündigte, zählt die Verbesserung und Vervollkommnung der menschlichen Sitten.5:4Die Menschheit braucht heute internationale Einheit und Versöhnung. Um diese großartigen, grundlegenden Prinzipien einzuführen, ist eine treibende Kraft nötig. Es versteht sich von selbst, dass die Einheit der Menschheit und der Größte Frieden nicht mit materiellen Mitteln herbeigeführt werden können. Sie können nicht mittels politischer Macht verankert werden, denn die politischen Interessen der Völker sind vielfältig und ihre Leitlinien sind uneinheitlich und widersprüchlich. Sie können nicht durch rassistische oder patriotische Kräfte gegründet werden, denn dies sind menschliche Faktoren, selbstsüchtig und schwach. Rassenkonflikte und patriotische Vorurteile verhindern schon allein durch ihren Charakter die Verwirklichung dieser Einheit und Verständigung. Daher ist erwiesen, dass die Förderung der Einheit der Menschheit, die das Wesen der Lehren aller Manifestationen Gottes ausmacht, ausschließlich durch göttliche Macht und den Odem des Heiligen Geistes erreichbar ist. Andere Kräfte sind zu schwach und dazu nicht in der Lage.5:5Der Mensch braucht zwei Flügel. Der eine Flügel besteht aus körperlicher Kraft und materieller Zivilisation; der andere besteht aus geistiger Kraft und göttlicher Kultur. Mit nur einem Flügel ist das Fliegen unmöglich. Zwei Flügel sind notwendig. Deshalb kann die materielle Zivilisation, wie sehr sie auch voranschreitet, nur durch den Aufschwung der geistigen Kultur zur Vollkommenheit gelangen.5:6Alle Propheten sind gekommen, um göttliche Gaben zu verbreiten, um eine geistige Kultur zu stiften und ethische Grundsätze zu lehren. Wir müssen uns darum mit ganzer Kraft bemühen, dass geistige Einflüsse den Sieg erringen mögen. Denn materielle Kräfte haben die Menschheit angegriffen. Die Menschenwelt ist in einem Meer des Materialismus versunken. Die Strahlen der Sonne der Wahrheit werden wie durch trübe Gläser nur schwach und dunkel wahrgenommen. Die durchdringende Kraft der göttlichen Gnade offenbart sich nicht vollständig.5:7In Persien gab es zwischen den verschiedenen Religionen und Sekten heftige Differenzen. Bahá’u’lláh erschien in jenem Land und stiftete eine geistige Kultur. Er stellte die Verbindung zwischen den verschiedenen Völkern her, förderte die Einheit der Menschheit und entfaltete das Banner des Größten Friedens. Er schrieb besondere Sendbriefe über diese Zusammenhänge an alle Könige und Herrscher der Völker. Vor sechzig Jahren übermittelte Er den politischen Führern und den hohen geistlichen Würdenträgern der Welt Seine Botschaft. Daher schreitet die geistige Kultur im Orient voran und Schritt für Schritt werden die Einheit der Menschheit und der Frieden zwischen den Völkern erreicht. Jetzt sehe ich, dass von Amerika eine starke Bewegung für den Weltfrieden ausgeht. Ich hoffe, dass dieses Banner der Einheit der Menschheit mit äußerster Entschlossenheit gehisst wird, sodass Orient und Okzident vollständig versöhnt werden und in eine vollendete Wechselbeziehung treten; dass die Herzen im Osten und im Westen vereint und zueinander hingezogen werden; dass sich echte Einheit offenbart; dass das Licht der Führung scheint; dass der göttliche Strahlenglanz Tag für Tag zu sehen ist, damit die Menschheit völlige Ruhe findet; dass das immerwährende Glück des Menschen offenbar wird und die Herzen der Völker der Welt wie Spiegel werden, die die Strahlen der Sonne der Wahrheit wiedergeben. Daher meine Bitte, dass durch Ihr Bemühen das Licht der Wahrheit leuchte und die ewige Glückseligkeit der Menschenwelt sichtbar werde.5:8Ich werde für Sie beten, dass Sie dieses ewig währende Glück erlangen. Als ich in dieser Stadt ankam, war ich sehr glücklich, denn ich nahm wahr, dass die Menschen hier für göttliche Gaben empfänglich und der himmlischen Kultur würdig sind. Ich bete darum, dass Sie in den Genuss aller barmherzigen Gaben gelangen mögen.5:9O Allmächtiger! O Gott! O Du Mitleidvoller! Dein Diener ist aus den fernen Gegenden des Ostens in die Regionen des Westens geeilt, damit der Duft Deiner Gaben hier alle Sinne umschmeichelt; damit die Brise des Rosengartens der Führung über diese Städte weht; damit die Menschen die Fähigkeit erlangen, Deine Gunst zu empfangen; damit die Herzen sich an Deiner frohen Botschaft erfreuen; damit die Augen das Licht der Wahrheit erblicken; damit die Ohren auf den Ruf des Königreichs hören. O Allmächtiger! Erleuchte die Herzen. O gütiger Gott! Lass jeden Rosengarten und jede Aue diese Seelen beneiden. O unvergleichlicher Geliebter! Lass den Wohlgeruch Deiner Gaben herbeiwehen. Lass das Licht des Mitgefühls erstrahlen, damit die Herzen gereinigt und geläutert werden und damit sie Deiner Ermutigung teilhaftig werden. Wahrlich, diese Versammlung strebt nach Deinem Pfad, sucht Dein Geheimnis, erblickt Dein Antlitz und sehnt sich danach, durch Deine Eigenschaften gekennzeichnet zu werden.5:10O Allmächtiger! Gewähre uns grenzenlose Gaben. Verleihe uns Deinen unerschöpflichen Schatz, sodass diese Hilflosen stark werden.5:11Wahrlich, du bist der Gütige. Du bist der Freigebige. Du bist der Allwissende, der Allmächtige. – 6 –6:0_1614. April 19126:0_17Ansprache beim Unionstreffen des Advanced Thought Centers
Carnegie Lyceum
West Fifty-seventh Street, New York6:0_18Aufzeichnungen von Mountfort Mills und Howard MacNutt6:1Ich bin aus fernen Landen gekommen, um Treffen und Versammlungen in diesem Land zu besuchen. Bei jedem Treffen sehe ich, wie sich Menschen versammeln, die einander lieben; darüber bin ich sehr froh. Das Band der Einheit zeigt sich heute in dieser Versammlung, in der die Macht Gottes diejenigen in Glaube, Einigkeit und Eintracht zusammengeführt hat, die sich für die Fortentwicklung der Menschheit einsetzen. Ich hoffe, die gesamte Menschheit wird in gleicher Weise durch das Band der Liebe und Eintracht vereint. Einheit ist der Ausdruck der liebevollen Macht Gottes und spiegelt die Wirklichkeit des Göttlichen wider. Sie erstrahlt an diesem Tag durch das Licht, das der Menschheit geschenkt wird.6:2Überall im Universum erstrahlt die göttliche Macht in unendlichen Formen und Ausdrucksweisen. Die Schöpfung, die Menschenwelt, kann mit der Erde selbst verglichen werden, und die göttliche Kraft entspricht der Sonne. Diese Sonne scheint auf die ganze Menschheit. In der endlosen Vielfalt ihres Widerscheins manifestiert sich der göttliche Wille. Bedenken Sie, wie alle die Freigebigkeit derselben Sonne empfangen. Allenfalls gibt es einen Unterschied in der Intensität, denn das Strahlen ist ein einziges Strahlen – das eine Licht, das aus der Sonne hervorgeht. Dies wird die Einheit der Menschheit zum Ausdruck bringen. Der Staat, also die gesellschaftliche Einheit der Menschenwelt, kann mit einem Ozean verglichen werden, und jeder Teil, jede Einzelperson ist wie eine Welle dieses Ozeans.6:3Das Licht der Sonne erscheint in jedem Objekt entsprechend seiner Aufnahmefähigkeit. Der Unterschied liegt einfach in der Intensität und in der Empfänglichkeit. Der Stein kann nur begrenzt Empfänger sein, während etwas anderes Erschaffenes wie ein Spiegel sein kann, in dem die Sonne vollständig reflektiert wird – doch auf beide scheint dasselbe Licht.6:4Das Wichtigste ist, die Spiegel der Herzen so zu polieren, dass sie erleuchtet und für das göttliche Licht empfänglich werden. Das eine Herz mag die Fähigkeit des polierten Spiegels besitzen, ein anderes vom Staub und Schmutz dieser Welt bedeckt und trüb sein. Obwohl dieselbe Sonne auf beide scheint, kann man in dem polierten, reinen und geheiligten Spiegel die Sonne in ihrer ganzen Fülle, Herrlichkeit und Macht erblicken, wie sie ihre Majestät und ihren Strahlenglanz offenbart. Aber ein rostiger, trüber Spiegel hat kein Reflexionsvermögen, obwohl die Sonne selbst keineswegs schwächer oder eingeschränkt auf ihn scheint. Darum müssen wir danach trachten, die Spiegel unserer Herzen zu polieren, damit wir dieses Licht reflektieren und Empfänger der göttlichen Gnadengaben werden, die sich so gänzlich offenbaren können.6:5Dies bedeutet die Einheit der Menschenwelt. Das heißt, wenn dieses menschliche Staatswesen einen Zustand völliger Einheit erreicht, wird der Glanz der ewigen Sonne die ganze Fülle ihres Lichtes und ihrer Wärme offenbaren. Darum dürfen wir keine Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern der Menschheitsfamilie machen. Wir dürfen niemanden als nutzlos oder unzulänglich betrachten. Wir haben die Pflicht, für die Bildung und Erziehung der Menschen zu sorgen, sodass die Sonne der Gaben Gottes in ihnen erstrahlt, und dies wird durch die Macht der Einheit der Menschheit möglich. Je mehr Liebe unter den Menschen zum Ausdruck kommt und je stärker die Macht der Einheit ist, desto umfassender wird diese Spiegelung und Offenbarung sein, denn die größte Gabe Gottes ist die Liebe. Liebe ist der Ursprung aller Gaben Gottes. Solange die Liebe nicht vom Herzen Besitz ergreift, kann sich keine andere göttliche Gabe darin offenbaren.6:6Alle Propheten setzten sich dafür ein, in den Herzen der Menschen Liebe entstehen zu lassen. Jesus Christus strebte danach, diese Liebe in den Herzen hervorzubringen. Er ertrug alle Schwierigkeiten und Qualen, damit des Menschen Herz zur Quelle der Liebe werde. Darum sollten auch wir mit ganzem Herzen und ganzer Seele danach streben, dass diese Liebe von uns Besitz ergreift, sodass die ganze Menschheit, ob im Osten oder Westen, durch dieses Band göttlicher Liebe verbunden wird, denn wir alle sind die Wellen eines einzigen Meeres. Wir wurden alle durch dieselbe Gabe erschaffen und werden vom selben Mittelpunkt beschenkt. Die irdischen Lichter sind alle annehmbar, aber der Mittelpunkt des Glanzes ist die Sonne, und wir müssen unseren Blick auf die Sonne richten. Gott ist der alles überragende Mittelpunkt. Je mehr wir uns diesem Mittelpunkt des Lichtes zuwenden, desto größer wird unsere Aufnahmefähigkeit sein.6:7Im Orient gab es große Unterschiede zwischen Völkern verschiedener Hautfarbe und Herkunft. Sie hassten einander, und sie pflegten keinen Umgang miteinander. Etliche Sekten standen einander feindlich und unversöhnlich gegenüber. Die verschiedenen Menschen befanden sich in ständigem Krieg und Streit. Vor ungefähr sechzig Jahren erschien Bahá’u’lláh im Orient. Er sorgte dafür, dass sich Liebe und Einheit zwischen diesen verfeindeten Völkern zeigten. Er einte sie mit dem Band der Liebe. Ihr früherer Hass und ihre Feindseligkeit legten sich, stattdessen herrschten Liebe und Einheit. Die Welt war dunkel – nun begann sie zu strahlen. Ein neuer Frühling erschien durch Ihn, denn die Sonne der Wahrheit war wieder aufgegangen. Auf den Feldern und Wiesen der Menschenherzen erblühten bunte Blumen innerer Bedeutung und die guten Früchte des Reiches Gottes wurden offenbar.6:8Ich bin mit folgendem Auftrag hierhergekommen: Durch Ihre Bemühungen, durch Ihre himmlische Ethik, durch Ihre hingebungsvollen Bemühungen möge ein vollkommenes Band der Einheit und Liebe zwischen dem Osten und dem Westen geknüpft werden, sodass die Gaben Gottes auf alle herabkommen und alle als Teil desselben Baumes angesehen werden mögen – des großen Baumes der menschlichen Familie. Denn die Menschheit kann mit den Zweigen, Blättern, Blüten und Früchten dieses Baumes verglichen werden.
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