weiter nach oben ...
11:18»Und die Erde zu schlagen mit allen möglichen Plagen, sooft sie wollen.«Offenbarung 11:6A Dies bedeutet, sie sind auch mit äußerlicher Macht und Überlegenheit ausgestattet, um den Übeltätern und Verkörperungen der Unterdrückung und Tyrannei eine Lehre erteilen zu können. Denn Gott hatte diesen zwei Zeugen sowohl äußere als auch innere Macht verliehen und so bewirkten sie Wandel und Erziehung der niederträchtigen, blutrünstigen und bösartigen arabischen Wüstensöhne, die reißenden Wölfen und Bestien glichen.11:19»Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben«Offenbarung 11:7A, das bedeutet, wenn sie ihren Auftrag erfüllt und die göttliche Botschaft überbracht haben, die Religion Gottes verkündet und Seine himmlischen Lehren verbreitet haben, so dass die Zeichen geistigen Lebens in den Seelen der Menschen erscheinen, das Licht menschlicher Tugenden erstrahle und diese Wüstenstämme grundlegende Fortschritte erzielen.11:20»…wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen, sie besiegen und töten.«Offenbarung 11:7A Mit diesem Tier sind die Umayyaden gemeint, die aus dem Abgrund des Irrtums diese Zeugen überfielen. Und so geschah es wirklich, dass die Umayyaden die Religion Muḥammads und die Wahrheit ‘Alís, die auf Liebe zu Gott beruhen, angriffen.11:21»Das Tier wird Krieg gegen diese beiden Zeugen führen.«Offenbarung 11:7A Gemeint ist hier ein geistiger Krieg, bei dem das Tier so sehr in völligem Widerspruch zu den Lehren, dem Verhalten und Charakter dieser zwei Zeugen handelt, dass die Tugenden und Vollkommenheiten, die durch die Macht der zwei Zeugen unter den Völkern und Nationen verbreitet worden waren, gänzlich verloren gingen und tierische Charakterzüge und fleischliche Begierden vorherrschen. Daher wird dieses Tier Krieg gegen sie führen und die Vorherrschaft erlangen, was darauf hinweist, dass das Dunkel des Irrtums, den das Tier verbreitet, sich in der ganzen Welt durchsetzen und die beiden Zeugen umbringen wird – das heißt, es wird ihr geistiges Licht im Volke auslöschen, ihre göttlichen Gesetze und Lehren vernichten, die Religion Gottes mit Füßen treten und nichts als einen toten und seelenlosen Körper zurücklassen.11:22»Und ihr Leichnam wird auf der Straße der großen Stadt liegen, die, geistlich gesprochen, Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde.«Offenbarung 11:8A Mit »ihrem Leichnam« ist die Religion Gottes und mit »der Straße« deren öffentliche Zurschaustellung gemeint. »Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde«, bezieht sich auf das Land Syrien und vor allem auf Jerusalem, denn die Umayyaden hatten ihr Machtzentrum in diesem Land, und hier schwanden die Religion Gottes und die göttlichen Lehren als erstes und ließen einen seelenlosen Körper zurück. »Ihr Leichnam« bezieht sich auf die Religion Gottes, die als toter und seelenloser Körper zurückblieb.11:23»Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihren Leichnam drei Tage und einen halben und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen.«Offenbarung 11:9A Wie bereits erläutert, bedeuten dreieinhalb Tage im Sprachgebrauch der Heiligen Schriften dreieinhalb Jahre. Dreieinhalb Jahre entsprechen zweiundvierzig Monaten und zweiundvierzig Monate sind 1260 Tage. Da nach dem Wortlaut der Bibel jeder Tag einem Jahr entspricht, bedeutet dies, dass 1260 Jahre lang – was der Dauer der qur’ánischen Sendung entspricht – Nationen, Stämme und Völker deren Leichname sehen; das heißt, sie werden die Religion Gottes vor Augen haben, aber nicht im Einklang mit ihr handeln. Dennoch werden sie es nicht zulassen, dass diese Leichname – die Religion Gottes – zur letzten Ruhe gebettet werden. Das heißt, sie klammern sich an ihre äußere Form und lassen sie weder gänzlich aus ihrer Mitte verschwinden, noch erlauben sie, dass der Körper völlig zerstört und vernichtet wird. Vielmehr geben sie seine Wirklichkeit auf, während sie nach außen hin seinen Namen und sein Gedenken aufrechterhalten.11:24Hier wird auf solche Stämme, Völker und Nationen angespielt, die unter dem Schatten des Qur’án versammelt waren. Sie sind es, die nicht zulassen, dass die Sache Gottes und der Glaube auch nach außen hin vernichtet wird. So hielten sie sich zwar noch an das Beten und Fasten, aber die wahre Grundlage der Religion Gottes – ein guter Charakter, aufrechtes Verhalten und die Erkenntnis der göttlichen Geheimnisse – war verschwunden; das Licht menschlicher Tugenden, das aus der Liebe und Erkenntnis Gottes hervorgeht, war erloschen; die Dunkelheit der Unterdrückung und der Tyrannei, der fleischlichen Begierden und satanischen Eigenschaften hatten obsiegt, und der Körper der Religion Gottes wurde wie ein Leichnam öffentlich zur Schau gestellt.11:25Im Verlauf von 1260 Tagen, jeder Tag einem Jahr entsprechend – das heißt für die Dauer der islamischen Sendung – ging alles, was diese zwei Personen als die Grundlage der Religion Gottes aufgebaut hatten, bei ihren Anhängern verloren. Die Spuren menschlicher Tugenden – die Gaben Gottes sind und die den Geist dieser Religion ausmachen – wurden so sehr verwischt, dass Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Liebe, Eintracht, Reinheit, Heiligkeit, Loslösung, einfach alle himmlischen Eigenschaften aus ihrer Mitte verschwanden und was von der Religion verblieb, war nur Gebet und Fasten. Dieser Zustand hielt 1260 Jahre an, was der qur’ánischen Sendung entspricht. Es war, als wären diese beiden Personen gestorben und hätten nur ihre seelenlosen Körper hinterlassen.11:26»Und die Bewohner der Erde freuen sich darüber, beglückwünschen sich und schicken sich gegenseitig Geschenke; denn die beiden Propheten hatten die Bewohner der Erde gequält.«Offenbarung 11:10A Mit »den Bewohnern der Erde« sind andere Völker und Nationen gemeint, wie jene aus Europa und aus fernen asiatischen Ländern, die sahen, dass der Charakter des Islam sich gänzlich verändert hatte, dass man die Religion Gottes aufgegeben hatte, dass Tugend, Anstand und Ehre verschwunden waren und der Charakter der Menschen verdorben war und die sich daraufhin freuten, dass die Moral der Muslime korrumpiert worden war und sie somit von anderen Nationen besiegt werden konnten. Und dies ist ganz unübersehbar eingetreten. Schau, wie dieses Volk, das einst größte Macht ausübte, erniedrigt und unterjocht wurde!11:27Die anderen Völker »schicken sich gegenseitig Geschenke« bedeutet, dass sie sich gegenseitig unterstützen, denn »die beiden Propheten hatten die Bewohner der Erde gequält«; das heißt, sie hatten die anderen Völker und Nationen der Erde unterjocht und unterworfen.11:28»Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel auf die, die sie sahen.«Offenbarung 11:11A Dreieinhalb Tage sind, wie bereits erklärt, 1260 Jahre. Diesen beiden Personen, deren Leichname seelenlos dalagen, – das sind die Lehren und die Religion, die von Muḥammad gestiftet und von ‘Alí verbreitet worden waren, deren Wirklichkeit verloren gegangen und von denen nur eine leere Hülle verblieben war –, wurde wieder ein neuer Geist eingehaucht; diese Lehren wurden gewissermaßen neu begründet. Das heißt, das Geistige der Religion Gottes, das dem Stofflichen gewichen war; die Tugenden, die zum Laster geworden waren; die Liebe Gottes, die zum Hass geworden war; das Licht, das zur Finsternis geworden war; die göttlichen Eigenschaften, die zu satanischen Merkmalen geworden waren; die Gerechtigkeit, die zur Tyrannei verkommen war; die Barmherzigkeit, die zur Bosheit geworden war; die Aufrichtigkeit, die zur Heuchelei geworden war; die Führung, die zur Irreleitung geworden war; die Reinheit, die zur Fleischeslust geworden war – all diese göttlichen Lehren, himmlischen Tugenden und Vollkommenheiten sowie geistigen Gaben – wurden nach dreieinhalb Tagen, was nach dem Sprachgebrauch der Heiligen Schriften 1260 Jahren entspricht, durch das Erscheinen des Báb und durch die Gefolgschaft von Quddús erneuert.11:29So wehten die Brisen der Heiligkeit, das Licht der Wahrheit erstrahlte, die lebensspendende Frühlingszeit begann und der Morgen der Führung brach an. Diese zwei Leichname wurden wieder zum Leben erweckt und diese zwei großen Persönlichkeiten – der Stifter und der Verkünder – erhoben sich und wirkten wie zwei Leuchten, denn sie erhellten die ganze Welt mit dem Licht der Wahrheit.11:30»Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke«Offenbarung 11:12A, das heißt, sie hörten, wie vom unsichtbaren Himmel aus die Stimme Gottes zu ihnen sprach: Ihr habt alles erfüllt, womit ihr beauftragt wart im Hinblick auf die Erziehung der Menschen und die Verkündigung der frohen Botschaft dessen, was kommen wird. Ihr habt Meine Botschaft dem Volk überbracht, den Ruf der Wahrheit erhoben und jede Eurer Verpflichtungen erfüllt. Nun sollt ihr es Christus gleichtun, euer Leben auf dem Pfad des Geliebten hingeben und den Märtyrertod erleiden. Und in diesem Sinne gingen beide, die Sonne der Wirklichkeit und der Mond der Führung,Der Báb und QuddúsA wie Christus am Horizont des höchsten Opfers unter und stiegen in das himmlische Reich auf.11:31»Und es sahen sie ihre Feinde.«Offenbarung 11:12A Das heißt, nach ihrem Martyrium erkannten viele ihrer Feinde ihre erhabene Stufe und ihre vortreffliche Tugendhaftigkeit, und sie bezeugten ihre Größe und Vollkommenheit.11:32»Und zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein; und es wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen.«Offenbarung 11:13A Dieses Erdbeben ereignete sich in Shíráz nach dem Märtyrertod des Báb. Die Stadt versank in Aufruhr und viele Menschen wurden getötet. Ein erheblicher Aufruhr entstand zudem durch Krankheiten, Cholera, Unterversorgung, Hungersnöte und andere Bedrängnisse – ein Aufruhr, desgleichen man bis dahin nie gesehen hatte.11:33»Und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.«Offenbarung 11:13A Als sich das Erdbeben in der Provinz Fárs ereignete, jammerten und klagten die Überlebenden Tag und Nacht, priesen Gott und flehten Ihn an. Ihre Angst und Unruhe waren so groß, dass sie des Nachts weder Ruhe noch Frieden finden konnten.11:34»Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt schnell.«Offenbarung 11:14A Das erste Wehe war das Erscheinen des Gesandten Gottes, Muḥammad, der Sohn des ‘Abdu’lláh, Friede sei mit Ihm. Das zweite Wehe war das Kommen des Báb, auf Ihm sei Herrlichkeit und Lobpreis. Das dritte Wehe ist der große Tag der Ankunft des Herrn der Heerscharen und die Offenbarung der verheißenen Schönheit. Die Erklärung dieser Frage findet sich im dreißigsten Kapitel Hesekiels, wo es heißt: »Und des Herrn Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht Gott der Herr: Heulet! Wehe, was für ein Tag! Denn der Tag ist nahe, ja, des Herrn Tag ist nahe.«Hesekiel 30:1–3A Es ist also offensichtlich, dass der Tag des Wehs der Tag des Herrn ist; denn an jenem Tag gilt das Weh den Achtlosen, den Sündern und den Unwissenden. Darum heißt es, »Das zweite Wehe ist vorüber; und siehe, das dritte Wehe kommt schnell.« Dieses dritte Wehe ist der Tag der Offenbarung Bahá’u’lláhs, der Tag Gottes, und es ist nahe dem Tag des Erscheinens des Báb.11:35»Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Nun gehört die Herrschaft über die Welt unserm Herrn und seinem Christus, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.«Offenbarung 11:15A Dieser Engel erwähnt menschliche Seelen, die mit himmlischen Eigenschaften ausgestattet wurden und denen eine engelhafte Natur und Gesinnung verliehen ist. Stimmen werden sich erheben und das Erscheinen der göttlichen Manifestation wird weithin verkündet. Es wird verkündet, dass dieser Tag der Tag des Erscheinens des Herrn der Heerscharen und diese Sendung die Gnadengabe göttlicher Vorsehung ist. In allen heiligen Büchern und Schriften wurde verheißen und festgehalten, dass an diesem Tag Gottes Seine himmlische und geistige Herrschaft errichtet wird, die Welt erneuert wird, ein neuer Geist dem Körper der Schöpfung eingehaucht wird, der göttliche Frühling eingeläutet wird, die Wolken der Barmherzigkeit herabregnen werden, die Sonne der Wahrheit erstrahlen wird und lebensspendende Brisen wehen werden. Die Menschenwelt wird mit einem neuen Gewand geschmückt, das Antlitz der Erde wird geradezu dem höchsten Paradies gleichen, der Menschheit wird Erziehung zuteilwerden; Krieg, Uneinigkeit, Auseinandersetzungen und Streit werden verschwinden; Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Frieden und Frömmigkeit werden obsiegen; Liebe, Eintracht und Einheit werden die Welt umfassen und Gott wird für immer herrschen – das heißt, eine immerwährende geistige Herrschaft wird errichtet. Das ist der Tag Gottes. Alle Tage, die kamen und gingen, waren die Tage Abrahams, Mose, Christi oder anderer Propheten; dieser Tag jedoch ist der Tag Gottes, da an diesem Tag die Sonne der Wahrheit mit der größten Intensität und Strahlkraft scheinen wird.11:36»Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du deine große Macht an dich genommen und die Herrschaft ergriffen hast!«Offenbarung 11:16–17A In jeder Sendung gab es zwölf Auserwählte: Zur Zeit Josefs gab es zwölf Brüder, zur Zeit Mose zwölf Stammesführer, zur Zeit Christi zwölf Apostel und zur Zeit Muḥammads gab es zwölf Imáme. Aber in dieser ruhmreichen Offenbarung gibt es, bedingt durch ihre Größe, vierundzwanzig solcher Seelen, doppelt so viele wie bei all den anderen.»In Bezug auf die vierundzwanzig Ältesten erklärte der Meister in einem Sendschreiben, dass es sich um den Báb, die 18 Buchstaben des Lebendigen und fünf andere handelt, die in Zukunft bekannt werden würden.« (Aus einem Brief vom Juli 1943 an einen einzelnen Gläubigen, geschrieben im Auftrag Shoghi Effendis) ‘Abdu’l-Bahá benannte in einem Sendschreiben eine der verbleibenden fünf Personen als Ḥájí Mírzá Muḥammad-Taqí Afnán, Vakílu’d-Dawlih.A Diese heiligen Seelen thronen in der Gegenwart Gottes, was bedeutet, dass sie auf ewig herrschen.11:37Obwohl diese vierundzwanzig ruhmreichen Seelen auf dem Throne ewiger Souveränität sitzen, verbeugen sie sich dennoch in demütiger Ergebenheit vor jener allumfassenden Manifestation Gottes und sprechen: »Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du deine große Macht an dich genommen und die Herrschaft ergriffen hast!« Das heißt: Du wirst alle Deine Lehren verkünden, die ganze Menschheit unter Deinem Schatten versammeln und alle Menschen unter einem einzigen Tabernakel zusammenführen. Und obwohl die Herrschaft immer Gottes ist und Er seit jeher und bis in alle Ewigkeit höchster Herrscher bleiben wird, bezieht sich diese Stelle hier auf die Souveränität der Manifestation Seines eigenen Selbstes, die Gesetze und Lehren verkünden wird, die den Geist der Menschenwelt und die Quelle ewigen Lebens darstellen. Diese allumfassende Manifestation wird die Welt nicht durch Krieg und Streit, sondern durch eine geistige Macht unterwerfen. Er wird die Welt mit Frieden und Einklang schmücken und nicht mit Schwertern und Speeren. Er wird diese göttliche Herrschaft durch aufrichtige Liebe begründen, nicht durch militärische Macht. Er wird diese göttlichen Lehren durch Güte und Freundschaft verbreiten, nicht durch Gewalt und Waffen. Auch wenn diese Nationen und Völker angesichts der Verschiedenartigkeit ihrer Verhältnisse, ihrer unterschiedlichen Bräuche und Wesenszüge, der Vielfalt ihrer Religionen und Hautfarben so unterschiedlich sind wie der Wolf und das Lamm, der Leopard und das Böcklein, der Säugling und die Natter, wird Er sie so erziehen, dass sie einander umarmen, sich zueinander gesellen und einander vertrauen werden. Rassenhass, religiöse Feindseligkeit und nationale Rivalitäten werden völlig beseitigt, und alle werden vollkommene Gemeinschaft und Eintracht unter dem Schutz des Gesegneten Baumes finden.11:38»Und die Völker sind zornig geworden«, denn Deine Weisungen standen im Widerspruch zu den selbstsüchtigen Wünschen der anderen Völker, »und es ist gekommen Dein Zorn«Offenbarung 11:18A, was bedeutet, dass alle schwerwiegende Verluste erleiden mussten, da sie Deinen Ratschlägen, Ermahnungen und Lehren nicht folgten; sie waren der ewigen Gnade beraubt und Schleier trennten sie vom Licht der Sonne der Wahrheit.11:39»Und die Zeit, die Toten zu richten«Offenbarung 11:18A bedeutet, dass die Zeit gekommen ist, in der über die Toten, also jene, die den Geist der Liebe Gottes entbehren und des ewigen und heiligen Lebens beraubt sind, das gerechte Urteil gesprochen werden soll, was bedeutet, dass jeder nach Wert und Fähigkeit auferweckt wird und dass die volle Wahrheit offen gelegt werden soll, in welchen Abgründen der Erniedrigung sie sich in dieser Welt des Seins befinden und dass sie wahrhaftig zu den Toten zählen.11:40»Und den Lohn zu geben Deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die Deinen Namen fürchten, die Kleinen und die Großen«Offenbarung 11:18A, das heißt, Du wählst die Gerechten für Deine grenzenlose Gnade aus, lässt sie wie himmlische Sterne am Horizont urewiger Herrlichkeit leuchten und stehst ihnen bei, ein Verhalten und einen Charakter an den Tag zu legen, mit dem sie die Menschenwelt erleuchten und zum Mittel der Führung und zum Born ewigen Lebens im Königreich Gottes werden.11:41»Und zu vernichten, die die Erde vernichten.«Offenbarung 11:18A Das heißt, Du wirst den Achtlosen alles nehmen; denn die Blindheit der Blinden wird bloßgestellt und die Sehkraft der Sehenden wird offenkundig; die Unwissenheit und Torheit der Irregeleiteten wird erkannt werden und die Erkenntnis und Weisheit der Rechtgeleiteten wird offenbart und so werden die Zerstörer vernichtet.11:42»Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan.«Offenbarung 11:19A Damit ist gemeint, dass das himmlische Jerusalem erschienen und das Allerheiligste offenbar geworden ist. Für die Menschen mit wahrem Wissen bezieht sich das Allerheiligste auf das Wesen der Religion Gottes und auf Seine wahre Lehre, die, wie zuvor erklärt, in allen prophetischen Sendungen unverändert geblieben ist, wobei Jerusalem die Wirklichkeit der Religion Gottes, also das Allerheiligste, ebenso umfasst wie all die Gesetze, Transaktionen, die Riten und materiellen Verordnungen, die die Stadt ausmachen. Darum heißt es das himmlische Jerusalem. Kurz gesagt, im Laufe der Sendung der Sonne der Wahrheit werden die Lichter Gottes mit größter Pracht leuchten und so wird der Kern göttlicher Lehren in der Welt des Seins verwirklicht werden, die Dunkelheit der Unwissenheit und der Torheit wird vertrieben, die Welt wird eine andere Welt, geistige Erleuchtung wird alle umfassen, und so wird das Allerheiligste erscheinen.11:43»Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan.«Offenbarung 11:19A Das heißt auch, dass durch die Verbreitung dieser göttlichen Lehren, die Enthüllung dieser himmlischen Mysterien und durch das Aufgehen der Sonne der Wahrheit die Pforten des Fortschritts nach allen Seiten weit geöffnet und die Zeichen himmlischer Segnungen und Gnadengaben offenkundig werden.11:44»Und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar.«Offenbarung 11:19A Das bedeutet, dass das Buch Seines Bundes in Seinem Jerusalem erscheinen wird, dass die Tafel des Testaments aufgezeichnet wird und dass die Bedeutung des Bundes und des Testaments klar ersichtlich wird. Der Ruf Gottes wird überall in Ost und West widerhallen, und der Ruhm der Sache Gottes wird die Erde umspannen. Die Bundesbrecher werden gedemütigt und erniedrigt, und die Gläubigen werden Ehre und Ruhm erlangen, denn sie halten sich beharrlich an das Buch des Bundes und bleiben standhaft und unerschütterlich auf dem Pfad des Testaments.11:45»Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.«Offenbarung 11:19A Das bedeutet, dass nach dem Erscheinen des Buches des Bundes ein großer Sturm hereinbrechen wird, dass Blitze des göttlichen Grolls und Zorns aufflammen, der Donner des Bundesbruchs losbrechen, das Beben des Zweifels die Erde erschüttern, der Hagel der Qualen auf die Bundesbrecher niederprasseln wird und dass diejenigen, die behaupten zu glauben, auf die Probe gestellt werden.Kapitel 12Kommentar zum elften Kapitel Jesajas12:1In Jesaja 11:1–9 heißt es: »Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen. Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und Furcht des HERRN; und er wird sein Wohlgefallen haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, und nicht zurechtweisen nach dem, was seine Ohren hören, sondern er wird die Geringen richten in Gerechtigkeit und die Elenden des Landes zurechtweisen in Geradheit. Und er wird den Gewalttätigen schlagen mit dem Stab seines Mundes und mit dem Hauch seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Schurz seiner Hüften sein und die Treue der Schurz seiner Lenden. Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim Böckchen lagern. Das Kalb und der Junglöwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Junge wird sie treiben. Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen werden zusammen lagern. Und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird spielen an dem Loch der Viper und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle der Otter. Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von Erkenntnis des HERRN sein, wie von Wasser, das das Meer bedeckt.«12:2Dieser »Spross aus dem Stumpf Isais« scheint auf Christus hinzuweisen, denn Josef war ein Nachkomme von Isais, dem Vater von David. Weil Christus aber durch den göttlichen Geist ins Leben gerufen wurde, bezeichnete Er sich als Sohn Gottes. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte diese Aussage durchaus auf Ihn zutreffen können. Darüber hinaus sind die für die Tage dieses Spross’ vorhergesagten Ereignisse im übertragenen Sinne nur teilweise eingetreten und wenn man sie wörtlich nimmt, dann sind sie in den Tagen Christi gänzlich ausgeblieben.12:3Zum Beispiel könnte man sagen, der Leopard und das Böckchen, der Löwe und das Kalb, der Säugling und die Viper repräsentieren die verschiedenen Nationen, die feindlichen Völker und streitenden Stämme auf Erden, die in ihrer Feindseligkeit Wolf und Lamm glichen und durch die Brisen des messianischen Geistes mit dem Geist der Einheit und Gemeinschaft beschenkt wurden, zum Leben erwachten und vertrauten Umgang miteinander pflegten. Der Zustand aber, auf den hier angespielt wird, »Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von Erkenntnis des HERRN sein, wie von Wasser, das das Meer bedeckt«, ist in der Sendung Christi nicht eingetreten. Tatsächlich gibt es bis zum heutigen Tage verschiedene einander feindlich gesinnte und miteinander streitende Völker: Nur wenige erkennen den Gott Israels an und die meisten sind bar der Erkenntnis Gottes. Ebenso wurde mit dem Kommen Christi kein allumfassender Friede begründet, das heißt, unter den feindseligen und streitsüchtigen Nationen wurden Frieden und Wohlergehen nicht verwirklicht, Auseinandersetzungen und Konflikte nicht beigelegt und Eintracht und Aufrichtigkeit nicht erreicht. So herrschen sogar bis heute unter christlichen Völkern extreme Feindschaft, Hass und Konflikte.12:4Diese Verse treffen aber Wort für Wort auf Bahá’u’lláh zu. In dieser wundersamen Sendung wird zudem die Erde zu einer anderen Erde und die Menschenwelt wird in vollkommener Ruhe und Schönheit erstrahlen. Zwietracht, Streit und Blutvergießen werden weichen für Frieden, Aufrichtigkeit und Eintracht. Unter den Nationen, Völkern, Stämmen und Regierungen wird Liebe und Freundschaft herrschen und Zusammenarbeit und enge Verbundenheit wird dauerhaft bestehen. Schließlich wird der Krieg gänzlich abgeschafft und sobald die Gesetze des Heiligsten Buches in Kraft gesetzt sind, werden Auseinandersetzungen und Streitigkeiten von einem weltweiten Gerichtshof der Regierungen und Völker in äußerster Gerechtigkeit beigelegt und alle etwaigen Probleme gelöst. Die fünf Kontinente der Welt werden wie ein einziger Kontinent, ihre verschiedenen Nationen zu einer Nation, die Erde wird zu einer Heimat und die Menschheit zu einem Volk. Länder werden so eng miteinander verbunden sein, und Völker und Nationen werden so miteinander verwoben und vereint, dass die Menschheit wie eine einzige Familie wird. Das Licht der himmlischen Liebe wird leuchten, und die düstere Finsternis von Hass und Feindschaft wird so weit wie möglich aufgelöst werden. Allumfassender Frieden wird sein Festzelt inmitten der Schöpfung errichten und der gesegnete Baum des Lebens wird so wachsen und gedeihen, dass sein schützender Schatten sich über Ost und West erstreckt. Starke und Schwache, Reiche und Arme, streitende Stämme und feindliche Nationen – sie gleichen Wolf und Lamm, Leopard und Böckchen, Löwe und Kalb – werden einander mit größter Liebe, Einheit, Gerechtigkeit und Unparteilichkeit begegnen. Die Erde wird erfüllt sein mit Wissen und Gelehrsamkeit, mit den Wahrheiten und Geheimnissen der Schöpfung und mit der Erkenntnis Gottes.12:5Nun bedenke, wie weit in diesem ruhmreichen Zeitalter, dem Jahrhundert Bahá’u’lláhs, Wissen und Gelehrsamkeit fortgeschritten sind, wie umfassend die Geheimnisse der Schöpfung enthüllt worden sind und wie viele großartige Unternehmungen auf den Weg gebracht wurden und sich Tag für Tag mehren! Bald werden weltliches Wissen und Gelehrsamkeit sowie geistige Erkenntnis derartige Fortschritte machen und solche Wunder bewirken, dass sie jedes Auge in Staunen versetzen und die ganze Bedeutung des Verses Jesajas offenbaren: »Denn das Land wird voll von Erkenntnis des Herrn sein.«12:6Bedenke auch, dass in der kurzen Zeitspanne seit dem Kommen Bahá’u’lláhs Menschen aller Nationen, Geschlechter und Völker in den Schatten dieser Sache getreten sind. Christen, Juden, Zoroastrier, Hindus, Buddhisten und Perser begegnen einander mit solch vollkommener Liebe und Verbundenheit, als hätten sie tausend Jahre lang demselben Stamm und derselben Familie angehört – als wären sie tatsächlich Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwester und Bruder. Dies ist eine der Bedeutungen der Gemeinschaft von Wolf und Lamm, von Leopard und Böckchen, von Löwe und Kalb.12:7Eines der großen Ereignisse, das sich am Tag der Manifestation dieses unvergleichlichen Schösslings ereignen wird, ist das Hissen des Banners Gottes unter allen Völkern. Damit ist gemeint, dass alle Völker und Geschlechter unter dem Schatten dieses göttlichen Banners, das nichts anderes als der Schössling des Herrn selbst ist, zu einem einzigen Volk werden. Religiöse und sektiererische Gegensätze, Feindschaft zwischen Völkern und Menschen unterschiedlicher Herkunft und Streitigkeiten zwischen Nationen werden beseitigt sein. Alle Menschen werden einer Religion angehören, einem gemeinsamen Glauben folgen, zu einem Menschengeschlecht verschmelzen und zu einem einzigen Volk werden. Alle werden in einem gemeinsamen Heimatland wohnen, das den gesamten Erdball umschließt.Die Übersetzung des Absatzes folgt bis zu dieser Stelle Shoghi Effendis überarbeiteter Übersetzung, wie zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 299 und in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen, S. 183. Es ist zu beachten, dass das Wort ›Nahál‹, das im Englischen ›rod‹ entspricht und in den Absätzen 1–2 als solches wiedergegeben wurde, in diesem Absatz als ›Schössling‹ wiedergegeben wurde. Beide Begriffe beziehen sich auf Bahá’u’lláh.A Allumfassender Friede und Eintracht wird unter allen Nationen herrschen. Dieser unvergleichliche Schössling wird ganz Israel versammeln; das heißt, in Seiner Sendung wird Israel im Heiligen Land versammelt werden; das jüdische Volk, das jetzt im Osten und Westen, im Norden und im Süden verstreut ist, wird versammelt werden.12:8Beachte, dass diese Ereignisse nicht in der christlichen Sendung stattgefunden haben, denn die Nationen haben sich nicht unter einem einzigen Banner – jenem göttlichen Schössling – versammelt, aber in dieser Sendung des Herrn der Heerscharen werden alle Nationen und Völker in Seinen Schatten treten. Desgleichen wurde das über die ganze Welt verstreute Israel nicht im Zuge der christlichen Sendung im Heiligen Land versammelt, aber zu Beginn der Sendung Bahá’u’lláhs begann diese in allen Büchern der Propheten eindeutig gegebene göttliche Verheißung Wirklichkeit zu werden. Sieh, wie aus allen Teilen der Welt jüdische Volksgruppen in das Heilige Land kommen, Dörfer und Ländereien erwerben, um dort zu wohnen und von Tag zu Tag werden es immer mehr, so dass ganz Palästina für sie zur Wohnstatt wird.Kapitel 13Kommentar zum zwölften Kapitel der Offenbarung des Johannes
weiter nach unten ...