‘Abdu’l-Bahá | Beantwortete Fragen
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Kapitel 17Die Geburt Christi
17:1
Frage: Wie wurde Christus aus dem Heiligen Geist geboren?
17:2
Antwort: In dieser Frage widersprechen sich die geistig gesinnten und die materialistischen Philosophen. Die einen glauben, Christus sei aus dem Heiligen Geist geboren, während die anderen so etwas für unmöglich und unhaltbar erachten und der Auffassung sind, Er habe notwendigerweise einen menschlichen Vater gehabt.
17:3
Im Qur’án heißt es: »… da sandten Wir Unseren Geist zu ihr, und Er erschien ihr in Gestalt eines vollkommenen Menschen«Qur’án 19:17; vergleiche auch Lukas 1:26–28A, was bedeutet, dass der Heilige Geist menschliche Gestalt annahm, etwa wie ein Bild im Spiegel erscheint, und dann zu Maria sprach.
17:4
Die materialistischen Philosophen halten Paarung für unabdingbar und sagen, dass ein lebendiger Körper keinesfalls von einem leblosen Körper ins Dasein gebracht werden könne und ohne Vereinigung von Mann und Frau nicht entstehen könne. Sie sind der Ansicht, dass dies nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren und darüber hinaus sogar bei Pflanzen unmöglich sei. Denn eine Paarung von männlich und weiblich gebe es bei allen Tieren und Pflanzen. Sie argumentieren sogar, dass auch der Qur’án diese Paarung aller Dinge bestätige: »Preis sei dem, der all die Paare erschaffen hat: bei dem, was die Erde wachsen lässt, bei den Menschen selbst und bei dem, was sie nicht wissen!«Qur’án 36:36A; das heißt, Menschen, Tiere und Pflanzen existieren alle in Paaren. »Und von allem haben Wir ein Paar erschaffen«Vergleiche Qur’án 13:3A; das heißt, Wir haben alles Existierende in Paaren erschaffen.
17:5
Kurz, sie sagen, ein Mensch sei ohne menschlichen Vater undenkbar. Die geistig gesinnten Philosophen halten jedoch dagegen, so etwas sei nicht ausgeschlossen, nur weil es niemand beobachtet habe, und es gebe einen Unterschied zwischen dem Unmöglichen und dem, was lediglich nicht beobachtet wurde. Vor der Erfindung des Telegrafen, beispielsweise, war ein unmittelbarer Nachrichtenaustausch zwischen Ost und West unbekannt, aber nicht unmöglich; ebenso waren Fotografie und Tonaufzeichnung noch unbekannt, aber nicht unmöglich.
17:6
Die materialistischen Philosophen beharren auf ihrer Überzeugung, und die geistig gesinnten Philosophen antworten: »Besteht dieser Erdball ewig oder ist er entstanden?« Die materialistischen Philosophen antworten, dass er gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge entstanden ist; dass er anfangs eine geschmolzene Kugel war, die allmählich abkühlte; dass sich eine Kruste darum gebildet hat; und dass auf dieser Erdkruste Pflanzen entstanden, dann Tiere und schließlich Menschen.
17:7
Die geistig gesinnten Philosophen sagen: »Aus Ihrer Aussage geht klar hervor, dass die menschliche Gattung auf dem Erdball entstanden und nicht ewig ist. Somit hatte der erste Mensch sicherlich weder Vater noch Mutter, denn die Existenz der Gattung Mensch hat einen zeitlichen Beginn. Was ist nun fraglicher: dass der Mensch, wenn auch allmählich, ohne Vater und Mutter entsteht, oder dass er ohne Vater ins Dasein tritt? Wenn du zugibst, dass der erste Mensch ohne Vater und ohne Mutter entstanden ist, sei es allmählich oder in kurzer Zeit, kann es keinen Zweifel daran geben, dass auch ein Mensch ohne menschlichen Vater möglich und logisch nachvollziehbar ist. Man kann dies also nicht einfach als unmöglich zurückweisen und täte man es, so würde dies einen Mangel an Unvoreingenommenheit verraten. Wenn man zum Beispiel sagt, diese Lampe sei ohne Docht und ohne Öl angezündet worden, und dann sagt, dass es unmöglich sei, sie ohne Docht anzuzünden, dann verrät dies einen Mangel an Unvoreingenommenheit.« Christus hatte eine Mutter, aber der erste Mensch hatte nach den materialistischen Philosophen weder Vater noch Mutter.
Kapitel 18Die Größe Christi
18:1
Frage: Welchen Vorteil und Nutzen hat es, vaterlos zu sein?
18:2
Antwort: Ein herausragender Mensch ist herausragend, mit oder ohne menschlichen Vater. Wäre es eine Tugend vaterlos zu sein, so würde Adam alle Propheten und Gesandten übertreffen, denn er hatte weder Vater noch Mutter. Was zu Größe und Ruhm beiträgt, ist der Strahlenglanz und die Ausgießung göttlicher Vollkommenheit. Die Sonne entstand aus Materie und Form, die man mit Vater und Mutter vergleichen kann, und doch ist sie absolute Vollkommenheit; die Dunkelheit dagegen hat weder Materie noch Form, weder Vater noch Mutter, und doch ist sie schiere Unvollkommenheit. Die Materie für das stoffliche Leben Adams war Staub, aber die Materie Abrahams war ein reiner Samen; und sicherlich steht ein reiner und guter Samen über Erde und Stein.
18:3
Ferner heißt es im Johannesevangelium 1:12–13: »Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind.«Johannes 1:12–13A Aus diesem Vers des Johannes geht klar hervor, dass auch das Dasein der Apostel von einer geistigen Wirklichkeit und nicht etwa von einer materiellen Kraft ausgeht. Die Ehre und Größe Christi liegt nicht darin, dass Er keinen Vater hatte, sondern vielmehr in Seiner göttlichen Vollkommenheit, Seinen göttlichen Ausgießungen und Seinem göttlichen Strahlenglanz. Läge die Größe Christi in Seiner Vaterlosigkeit begründet, so wäre Adam noch bedeutender, denn er hatte weder Vater noch Mutter.
18:4
In der Thora heißt es: »Da machte Gott der Herr den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.«Genesis 2:7A Denke darüber nach, dass gesagt wird, Adam sei aus dem Geist des Lebens entstanden. Darüber hinaus beweist Johannes’ Äußerung über die Apostel, dass auch sie vom himmlischen Vater kommen. So ist klar erwiesen, dass die heilige Wirklichkeit – die wahre Existenz – eines jeden herausragenden Menschen von Gott ausgeht und ihr Dasein dem Odem des Heiligen Geistes zu verdanken hat.
18:5
Damit meine ich, wenn es die größte menschliche Errungenschaft wäre, vaterlos zu sein, so würde Adam alle übertreffen, denn er hatte weder Vater noch Mutter. Ist es besser, wenn ein Mensch aus lebendiger Materie oder aus Staub erschaffen wird? Sicher ist es besser, aus lebendiger Materie erschaffen zu sein. Christus jedoch wurde durch den Heiligen Geist geboren und kam durch ihn ins Dasein.
18:6
Kurz gesagt, die Ehre und Herrlichkeit dieser geheiligten Seelen, der Manifestationen Gottes, beruht auf ihrer Vollkommenheit, ihren Ausgießungen und ihrem Strahlenglanz, die alle dem Himmel entstammen, und auf nichts anderem.
Kapitel 19Wahre Taufe
19:1
In Matthäus 3:13–15 heißt es: »Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s ihm zu.«
19:2
Frage: Warum bedurfte Christus angesichts Seiner angeborenen Vollkommenheit der Taufe und was war die Weisheit dahinter?
19:3
Antwort: Das Wesen der Taufe ist die Reinigung durch Reue. Johannes warnte und ermahnte die Menschen, sorgte dafür, dass sie bereuen und taufte sie dann. So ist diese Reinigung offensichtlich ein Symbol der Abkehr von jeglicher Sünde, als ob man sagte: »O Gott! So wie mein Körper von Schmutz gesäubert und gereinigt worden ist, so reinige und heilige auch meinen Geist von den Verunreinigungen der Welt der Natur, die Deiner göttlichen Schwelle unwürdig sind.« Reue ist die Rückkehr von der Widerspenstigkeit zum Gehorsam. Erst nachdem der Mensch Entfremdung und Entbehrung von Gott erlebt hat, bereut er und reinigt sich. Diese Reinigung ist somit ein Symbol, das besagt: »O Gott! Mache mein Herz gut und rein, reinige und heilige es von allem außer Deiner Liebe.«
19:4
Da Christus wünschte, dass dieser von Johannes eingeführte Brauch zu jener Zeit von allen praktiziert werde, unterwarf Er sich ihm, auf dass Menschen erweckt und das aus der früheren Religion hervorgegangene Gesetz erfüllt würde. Denn obwohl dieser Brauch von Johannes eingeführt wurde, stellte er in Wirklichkeit die Reinigung durch Reue dar, die in allen göttlichen Religionen praktiziert wurde.
19:5
Christus bedurfte der Taufe nicht, aber Er unterzog sich ihr, weil diese Handlung damals vor Gott lobenswert und annehmbar war und die frohe Botschaft des Gottesreiches ankündigte. Später verkündete Er jedoch, dass die wahre Taufe nicht mit stofflichem Wasser, sondern mit Geist und Wasser erfolgen müsse, und an anderer Stelle sprach Er von Geist und Feuer.Vergleiche: Matthäus 3:11, Markus 1:8, Lukas 3:16, Johannes 1:33A Was hier mit »Wasser« gemeint ist, ist kein stoffliches Wasser, denn an anderer Stelle wird ausdrücklich gesagt, dass die Taufe durch Geist und Feuer erfolgen muss, und Letzteres macht deutlich, dass es sich nicht um stoffliches Feuer und Wasser handelt, da eine Taufe mit Feuer unmöglich ist.
19:6
Mit »Geist« ist göttliche Gnade gemeint, mit »Wasser« Wissen und Leben und mit »Feuer« die Liebe Gottes. Stoffliches Wasser reinigt nämlich nicht das Herz des Menschen, sondern seinen Körper. Das Herz des Menschen aber wird durch himmlisches Wasser und Geist, das für Wissen und Leben steht, geläutert und gereinigt. Mit anderen Worten, das Herz, das an der ausströmenden Gnade des Heiligen Geistes teilhat und geheiligt wird, wird gut und rein. Die menschliche Wirklichkeit soll so von Verunreinigungen durch die Welt der Natur – von schändlichen Eigenschaften wie Zorn, Lust, Weltlichkeit, Stolz, Unehrlichkeit, Heuchelei, Betrug, Eigenliebe und vielem mehr – gereinigt und geheiligt werden.
19:7
Der Mensch kann sich ohne die bestätigende Gnade des Heiligen Geistes nicht selbst vom Ansturm eitler und selbstsüchtiger Wünsche befreien. Deshalb heißt es, dass die Taufe mit dem Geist, mit Wasser und Feuer erfolgen muss, das heißt mit dem Geist der göttlichen Gnade, mit dem Wasser des Wissens und des Lebens und mit dem Feuer der Liebe Gottes. Mit diesem Geist, diesem Wasser und diesem Feuer muss der Mensch getauft werden, damit er der ewigen Gnade teilhaftig werden kann. Denn welcher Nutzen liegt darin, mit stofflichem Wasser getauft zu werden? Nein, diese Taufe mit Wasser stand in Wirklichkeit für Reue und für den Wunsch nach Vergebung der Sünden.
19:8
In der Sendung Bahá’u’lláhs jedoch ist diese symbolische Handlung nicht mehr nötig, denn ihre Wirklichkeit – mit dem Geist und der Liebe Gottes getauft zu werden – ist erwiesen und als wahr erkannt.
Kapitel 20Die Taufe und der Wandel des göttlichen Gesetzes
20:1
Frage: Ist die Reinigung durch Taufe nützlich und notwendig, oder ist sie nutzlos und unnötig? Wenn Ersteres gilt, warum wurde sie trotz ihrer Notwendigkeit aufgehoben? Und wenn Letzteres gilt, warum hat Johannes sie praktiziert, obwohl sie unnötig ist?
20:2
Antwort: Wechsel und Wandel der Verhältnisse sowie Abfolge und Umwälzung von Zeitaltern gehören zu den notwendigen Wesensmerkmalen der bedingten Welt, und diese notwendigen Wesensmerkmale können nicht von der Wirklichkeit der Dinge getrennt werden. So ist es unmöglich, Hitze von Feuer, Nässe von Wasser oder Strahlen von der Sonne zu trennen, denn das sind notwendige Wesensmerkmale. Und da Wechsel und Wandel zu den Erfordernissen von allem Bedingten gehören, ändern sich auch die Gebote Gottes entsprechend dem Wandel der Zeit. Zum Beispiel war in den Tagen Mose Sein Gesetz notwendig und stimmte mit den damals herrschenden Verhältnissen überein. Doch in den Tagen Christi hatten sich die Verhältnisse so geändert, dass das mosaische Gesetz nicht mehr angemessen war und den Bedürfnissen der Menschheit nicht mehr gerecht wurde, und deshalb wurde es aufgehoben. So brach Christus den Sabbat und verbot die Scheidung. Nach Ihm erlaubten vier Jünger, darunter Petrus und Paulus, den Verzehr tierischer Speisen, die in der Thora verboten waren, ausgenommen davon war der Verzehr von Fleisch strangulierter Tiere, von Opfergaben für Götzen und von Blut. Sie verboten auch die Unzucht.Vergleiche: Apostelgeschichte 15:20A Demnach behielten sie diese vier Gebote bei. Später erlaubte Paulus das Essen von strangulierten Tieren, von Tieren, die Götzen geopfert wurden und von Blut, aber er behielt das Verbot der Unzucht bei. So schreibt er in Römer 14:14: »Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, für den ist es unrein.« Außerdem steht in Titus 1:15 geschrieben: »Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen.«
20:3
Nun war dieser Wandel, diese Veränderung und Aufhebung darauf zurückzuführen, dass das Zeitalter Christi mit dem des Mose nicht vergleichbar war. Die Verhältnisse und Anforderungen hatten sich völlig geändert und deshalb wurden die früheren Gebote aufgehoben.
20:4
Der Körper der Welt kann mit dem eines Menschen verglichen werden, und die Propheten und Gesandten Gottes mit fähigen Ärzten. Ein Mensch bleibt nicht immer im gleichen Zustand. Es treten unterschiedliche Beschwerden auf, die jeweils ein bestimmtes Heilmittel erfordern. So behandelt ein fähiger Arzt nicht alle Beschwerden auf gleiche Weise, sondern er passt Behandlung und Heilmittel den verschiedenen Beschwerden und dem jeweiligen Zustand an. Eine Person kann schwer an einer Erkrankung leiden, die durch Überhitzung hervorgerufen wird. Der fähige Arzt wird dann zwangsläufig kühlende Medikamente verabreichen.‘Abdu’l-Bahá bezieht sich hier auf das Konzept von Hitze und Kälte, das in der traditionellen islamischen Medizin eine wichtige Rolle spielt.A Wenn sich zu einem anderen Zeitpunkt der Zustand dieser Person ändert und die Hitze einem Übermaß an Kälte weicht, wird der Arzt natürlich die kühlende Arznei beiseitelassen und eine wärmende verschreiben. Dieser Wechsel und Wandel hängt vom Zustand des Patienten ab und beweist offenkundig das Geschick des Arztes.
20:5
Betrachte folgendes Beispiel: Könnte das Gesetz der Thora in der heutigen Zeit umgesetzt werden? Nein, bei Gott! Das wäre völlig unmöglich, und aus diesem Grund war es notwendig, dass Gott zur Zeit Christi das Gesetz der Thora aufgehoben hat. Bedenken Sie, dass auch in den Tagen Johannes des Täufers die Reinigung durch die Taufe dazu diente, die Menschen zu erwecken, zu ermahnen und sie dazu zu bewegen, alle Sünden zu bereuen und das Kommen des Reiches Christi zu erwarten. Aber heutzutage tauchen Katholiken und Orthodoxe in Asien Säuglinge in eine Mischung aus Wasser und Olivenöl, so dass einige durch diese Strapaze krank werden und während der Taufe zittern und sich wehren. Andernorts sprenkelt der Priester das Taufwasser auf die Stirn. Aber in keinem der beiden Fälle führt das bei diesen Kindern zu irgendwelchen geistigen Empfindungen. Wozu soll es also gut sein? Andere Völker fragen sich, warum das Kind ins Wasser getaucht wird, da dies weder geistiges Bewusstsein noch Glauben noch Erweckung verleiht, sondern lediglich ein Brauch ist, der befolgt wird. In der Zeit von Johannes dem Täufer war es aber nicht so: Johannes ermahnte zuerst die Menschen, brachte sie dazu, ihre Sünden zu bereuen und rief sie auf, das Kommen Christi zu erwarten. Alle durch die Taufe Geläuterten bereuten sodann mit größter Bescheidenheit und Demut ihre Sünden, säuberten und reinigten auch ihren Leib von äußeren Verunreinigungen und erwarteten voller Sehnsucht Tag und Nacht und jeden Augenblick das Kommen Christi und die Aufnahme in Sein Reich.
20:6
Kurz gesagt, gemeint ist hier, dass Wechsel und Wandel in den Bedingungen und Erfordernissen der Zeit die Ursache für die Aufhebung religiöser Gesetze ist, denn die Zeit kommt, da diese früheren Gebote nicht mehr den herrschenden Bedingungen entsprechen. Bedenke, wie sehr sich die Anforderungen der Neuzeit von denen der Antike und des Mittelalters unterscheiden! Könnten die Gebote früherer Jahrhunderte in dieser jüngeren Zeit erlassen werden? Ganz offensichtlich wäre dies völlig unmöglich. Ebenso wird das, was heute notwendig ist, nach Ablauf vieler Jahrhunderte nicht mehr den Bedürfnissen jenes künftigen Zeitalters entsprechen und Änderung und Wandel werden unvermeidlich sein.
20:7
In Europa werden die Gesetze laufend verändert und angepasst. Wie zahlreich sind die Gesetze, die einst in den europäischen Rechtssystemen und Regelwerken existierten und die inzwischen außer Kraft gesetzt wurden! Diese Veränderungen sind auf den Wandel des Denkens, der Gepflogenheiten und der Lebensbedingungen zurückzuführen, und ohne sie wäre das Wohlergehen der Menschenwelt gestört.
20:8
Zum Beispiel verhängt die Thora das Todesurteil für den, der den Sabbat bricht. Die Thora sieht sogar in zehn Fällen die Todesstrafe vor. Könnten diese Gebote in unserer Zeit angewandt werden? Es liegt auf der Hand, dass dies völlig unmöglich wäre. So wurden sie geändert und abgewandelt, und allein dieser Wechsel und Wandel der Gesetze stellt einen hinreichenden Beweis für die vollendete Weisheit Gottes dar.
20:9
Über dieses Thema muss man tief nachdenken, und der Grund dafür ist klar und deutlich. Gut steht es um die, die nachdenken!
Kapitel 21Brot und Wein
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