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129:13O ihr Geliebten Gottes! Die Erfahrung zeigt, wie nachhaltig die Enthaltsamkeit von Tabak, berauschenden Getränken und Opium zu Gesundheit und Lebenskraft, zu klarem, geschliffenem Denken und zu Körperkräften führt. Es gibt heute ein Volk,Möglicherweise bezieht sich ‘Abdu’l-Bahá auf die Sikhs; die Schilderung scheint auf sie zuzutreffen.A das Tabak, berauschende Getränke und Opium strikt ablehnt. Dieses Volk übertrifft bei weitem alle anderen an Kraft, Tapferkeit, Gesundheit, Schönheit und Anmut. Ein einziger seiner Männer kann es mit zehn Männern eines anderen Stammes aufnehmen. Dies trifft für das ganze Volk zu und bedeutet, dass alle Angehörigen dieser Gemeinschaft, Mann für Mann, den Angehörigen anderer Gemeinschaften überlegen sind.129:14Strengt euch deshalb kräftig an, damit Reinheit und Heiligkeit, wie sie ‘Abdu’l-Bahá über alles schätzt, das Volk Bahás auszeichnen, damit Gottes Volk die anderen Menschen in allen Vortrefflichkeiten überrage, damit es sich äußerlich wie innerlich vor den anderen auszeichne, an Reinheit, Makellosigkeit, Vornehmheit und Gesundheit führend unter den Wissenden sei. Und durch ihre Freiheit von Sklaverei, ihre Erkenntnis und Selbstbeherrschung sollen die Bahá’í die ersten unter den Reinen, Freien und Weisen sein.130130:1O du vortrefflicher Arzt! … Dank sei Gott, dass du zwei Kräfte besitzest: zum einen, körperlich zu heilen, zum andern, geistig zu heilen. Was den menschlichen Geist betrifft, hat großen Einfluss auf seine körperliche Verfassung. So solltest du beispielsweise deinem Patienten Fröhlichkeit schenken, ihm Wohlbehagen und Freude vermitteln, ihn begeistern und frohlocken lassen. Wie oft schon hat dies baldige Genesung bewirkt. Deshalb behandle die Kranken mit beiden Kräften.131131:1Wenn du als Arzt Menschen behandelst, wende dich der Gesegneten Schönheit zu, dann folge den Eingebungen deines Herzens. Hilf den Kranken durch himmlische Freude und geistiges Frohlocken, heile die schwer Leidenden, indem du ihnen frohe, glückselige Botschaften enthüllst, und versorge die Verletzten mit Seinen strahlenden Gnadengaben. Wenn du am Bett eines Patienten stehst, ermutige und erfreue sein Herz, entzücke seinen Geist durch himmlische Kraft. Solch ein himmlischer Hauch stärkt in der Tat jedes modernde Gebein und belebt den Geist jedes Kranken und Leidenden.132132:1Obwohl Krankheit zu den unvermeidlichen Bedingungen des Menschseins gehört, ist sie doch wahrlich schwer zu tragen. Die Gabe guter Gesundheit ist das größte Geschenk.133133:1Es gibt zweierlei Mittel, Krankheiten zu heilen: stoffliche und geistige. Das erste ist ärztliche Behandlung, das zweite sind Gebete, die geistige Menschen an Gott richten, und Hinwendung zu Ihm. Beide Mittel sollten angewandt werden.133:2Erkrankungen, die auf stofflichen Ursachen beruhen, sollten von den Ärzten mit medizinischen Heilmitteln behandelt werden; solche, die geistige Ursachen haben, verschwinden durch geistige Mittel. So lässt sich eine von Kummer, Angst und nervösen Einflüssen verursachte Krankheit eher durch geistige als durch körperliche Behandlung heilen. Es sollten also beide Heilmethoden Anwendung finden; sie stehen nicht im Widerspruch zueinander. Du solltest deshalb auch die körperlichen Heilmittel annehmen, zumal auch sie der Barmherzigkeit und Gunst Gottes entspringen, der die ärztliche Wissenschaft offenbart hat und ins Dasein treten ließ, damit Seine Diener auch aus dieser Heilweise Nutzen ziehen. Die gleiche Beachtung solltest du auch den geistigen Heilverfahren schenken, denn sie bringen wunderbare Wirkungen hervor.133:3Wenn du nun das wahre Heilmittel wissen willst, das den Menschen von jeglicher Krankheit heilt und ihm die Gesundheit des göttlichen Reiches verleiht, so wisse, dass dies die Gebote und Lehren Gottes sind. Richte deine ganze Aufmerksamkeit auf sie!134134:1O du, der du hingezogen bist zu Gottes duftendem Hauch! Ich habe deinen Brief an Frau Lua Getsinger gelesen. Du hast in der Tat mit großer Sorgfalt die Gründe geprüft, warum Krankheit den menschlichen Körper befällt. Sicher sind Sünden eine mächtige Ursache körperlicher Leiden. Wäre die Menschheit frei vom Makel der Sünde und des kindischen Eigensinns, lebte sie nach ihrem natürlichen, eingeborenen Gleichgewicht, ohne sich von ihren Leidenschaften verführen zu lassen, so nähmen Krankheiten zweifelsohne nicht länger zu und verbreiteten sich nicht mit solcher Heftigkeit.134:2Aber der Mensch frönt seit je widernatürlich seinen lüsternen Begierden und gibt sich nicht mit einfacher Nahrung zufrieden. Vielmehr bereitet er sich Mahlzeiten, aus vielen Zutaten zusammengesetzt, aus Substanzen, die völlig verschieden voneinander sind. Dies und gemeine, widerliche Laster, nahmen seine Aufmerksamkeit völlig in Anspruch, so dass er die Selbstbeherrschung und Mäßigung einer natürlichen Lebensweise aufgab. Das führte zu Krankheiten, die zugleich heftig und vielschichtig sind.134:3Das Tier ist leiblich aus den gleichen Bestandteilen erschaffen wie der Mensch. Weil sich aber das Tier mit einfacher Nahrung zufrieden gibt, in keinem nennenswerten Umfang drängenden Gelüsten nachzugeben sucht und keine Sünden begeht, hat es, verglichen mit dem Menschen, nur wenige Gebrechen. Daraus sehen wir deutlich, wie machtvoll sich Sünde und Aufsässigkeit als krankheitserregende Faktoren auswirken. Und sind sie erst einmal da, dann verbinden sich diese Krankheiten miteinander; sie vermehren sich und werden auf andere übertragen. Das sind die geistigen, inneren Ursachen der Krankheit.134:4Die äußere, stoffliche Ursache der Krankheit ist eine Störung der Ausgewogenheit, des rechten Gleichgewichts all der Bausteine, aus denen der menschliche Körper zusammengesetzt ist. Um das zu veranschaulichen: Der Menschenleib ist eine Mischung aus vielen Substanzen; jeder Bestandteil ist in vorgeschriebener Menge vorhanden und trägt zum lebensnotwendigen Gleichgewicht des Ganzen bei. Solange diese Bestandteile im richtigen Verhältnis zueinander bleiben, im Einklang mit dem natürlichen Gleichgewicht des Ganzen – das heißt, solange kein Bestandteil eine Veränderung in seinem natürlichen Anteil, Maß und Gleichgewicht erleidet, solange kein Bestandteil vermehrt oder vermindert wird – gibt es keine körperliche Ursache für das Eindringen einer Krankheit.134:5Zum Beispiel muss der Bestandteil Stärke in vorgegebener Menge vorhanden sein, auch Zucker in vorgegebener Menge. Solange jedes in seinem natürlichen Verhältnis zum Ganzen verbleibt, hat die Krankheit keinen Angriffspunkt. Wenn jedoch diese Bestandteile von ihren natürlichen, richtigen Mengen abweichen – das heißt, wenn sie vermehrt oder vermindert werden – ebnet dies sicherlich der Krankheit den Weg.134:6Diese Frage bedarf der gründlichsten Untersuchung. Der Báb sagt, das Volk Bahá müsse die ärztliche Wissenschaft zu einer so hohen Stufe entwickeln, dass es Krankheiten durch die Ernährung heilt. Die Grundüberlegung ist: Wenn in einer Teilsubstanz des menschlichen Körpers ein Ungleichgewicht entsteht, das ihr richtiges Verhältnis zum Ganzen verändert, wird dies unausweichlich zum Ausbruch einer Krankheit führen. Wird beispielsweise der Stärkeanteil übermäßig erhöht oder der Zuckeranteil gesenkt, so tritt eine Krankheit ein. Ein erfahrener Arzt hat herauszufinden, welcher Bestandteil im Körper seines Patienten vermindert und welcher vermehrt wurde. Wenn er das entdeckt hat, muss er ein Nahrungsmittel verschreiben, das den herabgesetzten Bestandteil in hohem Maße enthält, um so das lebensnotwendige Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen. Der Patient ist seine Krankheit los, sobald seine leibliche Verfassung wieder im Gleichgewicht ist.134:7Der Beweis dafür ist, dass die anderen Lebewesen niemals die medizinische Wissenschaft studieren, niemals Krankheiten, Arzneien, Behandlungen oder Heilverfahren erforschen; aber, wenn eines von ihnen der Krankheit zum Opfer fällt, führt es die Natur auf den Weiden und Wüsten gerade zu der Pflanze hin, die das Tier, das davon frisst, von seiner Krankheit befreit. Ist zum Beispiel der Zuckeranteil im Körper des Tieres abgesunken, so verlangt das Tier, einem Naturgesetz folgend, nach einem Kraut, das reich an Zucker ist. Dann entdeckt und frisst es durch seinen Appetit als einen natürlichen Trieb unter den tausend verschiedenen Pflanzen der Steppe gerade das Kraut mit einem hohen Anteil Zucker. So wird das lebensnotwendige Gleichgewicht der Substanzen, die seinen Körper ausmachen, wiederhergestellt, und das Tier ist seine Krankheit los.134:8Diese Frage erfordert die sorgfältigste Untersuchung. Wenn erfahrene Ärzte sich diesen Dingen mit der nötigen Sorgfalt und Ausdauer widmen, wird sich herausstellen, dass eine Krankheit dann in den Körper eindringt, wenn die relativen Mengen der Körperbestandteile durcheinandergebracht sind, und dass die Behandlung darin besteht, diese relativen Anteile richtig einzustellen. Es wird sich auch zeigen, dass dies erkennbar und durch die Ernährung möglich ist.134:9Ganz sicher wird sich in diesem wundervollen neuen Zeitalter die medizinische Wissenschaft so weit entwickeln, dass die Ärzte ihre Patienten durch Nahrungsmittel heilen; denn Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch und Tastsinn sind Unterscheidungsfähigkeiten mit dem Zweck, Nützliches und Schädliches auseinanderzuhalten. Ist es möglich, dass des Menschen Geruchssinn, der die Düfte unterscheidet, einen bestimmten Geruch widerlich findet und dieser Geruch heilsam für den menschlichen Körper ist? Absurd! Unmöglich! Oder könnte dem menschlichen Körper etwa durch die Fähigkeit des Sehens, die Sichtbares unterscheidet, der Anblick einer ekelhaften Masse Kot nützen? Niemals! Und wenn nun der Geschmack, gleichfalls eine Fähigkeit, die aussondert und zurückweist, an etwas Anstoß nimmt, ist es bestimmt nicht nützlich. Selbst wenn es anfangs Vorteile brächte, erwiese sich auf die Dauer seine Schädlichkeit.134:10Zweifellos dient alles, was mit Appetit genossen wird, der Gesundheit, sofern die Körperbeschaffenheit im Gleichgewicht ist. Beobachte, wie ein Tier auf der Wiese grast, wo hunderttausend verschiedene Kräuter und Gräser wachsen, wie es mit seinem Geruchssinn den Duft der Pflanzen aufnimmt und sie mit seinem Geschmackssinn kostet. Dann frisst es die Gräser, die diesen Sinnen gefallen, und das tut ihm gut. Gäbe es nicht diese Fähigkeit des Auswählens, verendeten alle Tiere an einem einzigen Tag; denn es gibt viele giftige Pflanzen und die Tiere wissen nichts über das Arzneibuch. Doch beobachte nur, was für verlässliche Maßstäbe sie haben, um Gutes von Schädlichem zu unterscheiden. Welcher Bestandteil ihres Körpers auch abnimmt, sie können das wiedergutmachen, indem sie eine Pflanze, in der dieses verminderte Element reichlich vorhanden ist, aussuchen und fressen. So wird das Gleichgewicht ihrer Körperbestandteile wiederhergestellt, und sie sind ihre Krankheiten los.134:11Sobald erfahrene Ärzte die Heilkunst durch Nahrung entwickelt haben, sobald sie für einfache Speisen sorgen und die Menschheit hindern, als Sklaven ihrer Lüste und Süchte zu leben, werden die Fälle chronischer, vielschichtiger Krankheiten mit Sicherheit drastisch vermindert und das Allgemeinbefinden der ganzen Menschheit stark verbessert. Es wird bestimmt soweit kommen. Ebenso werden im Charakter, in der Lebensführung und den Sitten der Menschen umfassende Veränderungen eintreten.135135:1Nach dem ausdrücklichen Gebot Bahá’u’lláhs darf man sich vom Rat eines fähigen Arztes nicht abwenden. Es ist Pflicht, solch einen Arzt beizuziehen, selbst wenn der Patient seinerseits ein bekannter, angesehener Arzt ist. Kurz, du sollst deine Gesundheit bewahren, indem du einen sehr erfahrenen Arzt zu Rate ziehst.136136:1Es ist jedermanns Pflicht, sich in ärztliche Behandlung zu begeben und den Anweisungen des Arztes Folge zu leisten, denn das entspricht dem göttlichen Gebot, aber in Wirklichkeit ist es Gott, der Heilung gewährt.137137:1O du, der du den Lobpreis deines Herrn in Worte fassest! Ich habe deinen Brief gelesen, in dem du dein Erstaunen über einige Gesetze Gottes ausdrückst, beispielsweise über die Gesetze betreffend die Jagd auf unschuldige Tiere, Geschöpfe, die nichts Böses getan haben.137:2Sei darüber nicht erstaunt. Sinne nach über die inneren Wirklichkeiten des Weltalls, seine geheimen Weisheiten, seine Rätsel und Wechselbeziehungen, seine alles steuernden Regeln; denn jeder Teil des Weltalls ist mit jedem anderen Teil verknüpft durch mächtige Bande, die kein Ungleichgewicht zulassen und nicht erschlaffen. Im Reich der natürlichen Schöpfung sind alle Fresser oder Gefressene: die Pflanze saugt das Mineral auf, das Tier frisst und schluckt die Pflanze, der Mensch ernährt sich vom Tier und das Mineral zersetzt den Menschenleib. Die stofflichen Leiber überschreiten eine Schranke nach der anderen, durchmessen ein Leben nach dem anderen. Alle Dinge unterliegen dem Wandel und Wechsel. Ausgenommen ist nur das eigentliche Wesen des Seins; denn es ist beständig und unwandelbar, und auf ihm beruht das Leben jeder Gattung und Art, jeder abhängigen Wirklichkeit in der ganzen Schöpfung.137:3Wenn du unter dem Mikroskop das Wasser untersuchst, das der Mensch trinkt, oder die Luft, die er atmet, wirst du sehen, dass der Mensch mit jedem Atemzug eine Fülle tierischen Lebens in sich aufnimmt, und dass er mit jedem Schluck Wasser eine Vielzahl von Tieren aufnimmt. Wie könnte es jemals möglich sein, diesem Vorgang Einhalt zu gebieten? Alle Geschöpfe sind Fresser oder Gefressene, das ganze System des Lebens ist auf dieser Tatsache aufgebaut. Wäre dem nicht so, würden die Bindungen aufgelöst, die alles Erschaffene miteinander verflechten.137:4Überdies wird ein Ding, das zugrunde geht, zerfällt und vom Leben abgeschnitten wird, in eine Welt versetzt, die größer ist als die Welt, die es vorher kannte. Es verlässt beispielsweise das Leben des Minerals und schreitet fort in das Leben der Pflanze; dann verlässt es das pflanzliche Leben und steigt auf in das des Tieres. Schließlich gibt es das Tierleben auf und steigt in das Reich des Menschenlebens empor. Und dies geschieht durch die Gnade deines Herrn, des Barmherzigen, des Mitleidvollen.137:5Ich bitte Gott, dass Er dir beistehe, die Mysterien im Herzen der Schöpfung zu erfassen, dass Er den Schleier vor deinen und deiner Schwester Augen hinwegnehme, damit dir das wohlgehütete Geheimnis enthüllt und das verborgene Mysterium klar wie die Mittagssonne offenbart werde, dass Er deiner Schwester und deinem Mann helfe, das Gottesreich zu betreten, und dich heile von jeder Krankheit körperlicher oder geistiger Art, die uns in diesem Leben befällt.138138:1O ihr Geliebten des Herrn! Das Reich Gottes ist auf Unparteilichkeit und Gerechtigkeit, auf Erbarmen, Mitleid und Güte für jede lebendige Seele gegründet. So bemühet euch denn aus ganzem Herzen, alle Menschen voll Mitleid zu behandeln – die ausgenommen, die selbstische Beweggründe hegen oder an der Seele krank sind. Dem Menschenschinder, dem Betrüger oder dem Dieb kann keine Güte entgegengebracht werden; denn Güte würde ihnen keinesfalls ihren Irrtum vor Augen führen, sie vielmehr in ihrem falschen Tun fortfahren lassen. Wie viel Güte ihr auch dem Lügner bezeigt, er wird weiterlügen; denn er glaubt, ihr hättet euch täuschen lassen, auch wenn ihr ihn nur zu gut durchschaut habt und aus Übermaß an Mitleid schweigt.138:2Kurz, nicht nur ihren Mitmenschen müssen die Geliebten Gottes voll Erbarmen und Mitleid begegnen; sie müssen vielmehr jedem Lebewesen höchste Güte bezeigen, hegen doch in allen körperlichen Vorgängen, wo immer der Tiergeist betroffen ist, Mensch und Tier dieselben Gefühle. Der Mensch hat diese Wahrheit allerdings nicht begriffen. Er wähnt, dass sich körperliche Empfindungen auf menschliche Wesen beschränken. Deshalb ist er zu den Tieren ungerecht und grausam.138:3Und doch: Welcher Unterschied besteht denn wirklich, wenn es um körperliche Empfindungen geht? Die Gefühle sind dieselben, ob man einem Menschen oder einem Tier Schmerz zufügt. Da gibt es keinerlei Unterschied. Tatsächlich ist es schlimmer, einem Tier zu schaden; denn der Mensch hat Sprache, er kann sich beklagen, kann schreien und jammern. Wenn ihm Unrecht geschieht, kann er sich an die Behörden wenden, und sie werden ihn vor seinem Angreifer schützen. Aber das unglückliche Tier ist stumm. Es kann weder seinen Schmerz ausdrücken noch seinen Fall vor die Behörden bringen. Wenn ein Mensch einem Tiere tausend Übel zufügt, kann es ihn weder mit Worten abwehren noch vor Gericht ziehen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass ihr den Tieren die größte Rücksicht erweist und zu ihnen eher noch gütiger seid als zu euren Mitmenschen.138:4Erzieht eure Kinder von den frühesten Tagen an, unendlich zart und liebevoll zu Tieren zu sein. Ist ein Tier krank, lasst die Kinder es zu heilen versuchen; ist es hungrig, lasst sie es füttern; ist es durstig, lasst sie es tränken; ist es schwach, lasst sie dafür sorgen, dass es ausruht.138:5Die meisten Menschen sind Sünder; aber die Tiere sind schuldlos. Wer ohne Sünde ist, sollte gewiss die größte Güte und Liebe empfangen – alle Tiere außer den Schädlingen wie reißende Wölfe, Giftschlangen oder andere gefährliche Geschöpfe. Der Grund für diese Ausnahme: Würden Schädlinge dieselbe Güte erfahren, so wäre das ein Unrecht gegen die Menschen und die anderen Tiere. Ist man beispielsweise dem Wolf gegenüber weichherzig, so bedeutet dies Grausamkeit für das Schaf; denn der Wolf wird eine ganze Schafherde vernichten. Ein tollwütiger Hund kann tausend Menschen und Tiere umbringen, wenn man ihn lässt. Deshalb ist Mitleid mit wilden, beutegierigen Bestien Grausamkeit gegenüber den sanften Tieren; die schädlichen müssen richtig behandelt werden. Aber den gesegneten Tieren muss man große Güte erweisen – je mehr, desto besser. Zartheit und Güte sind grundlegende Leitlinien für Gottes himmlisches Reich. Das solltet ihr besonders sorgsam im Herzen tragen.
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