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151:2Sage dich los von allen anderen Sorgen, lass das Vergessen die Erinnerung an alles andere überwinden. Beschränke deine Gedanken auf das, was die Menschenseele zum Paradiese himmlischer Gnade erhebt, und lasse jeden Vogel des Gottesreiches zum höchsten Horizonte fliegen, zum Mittelpunkt ewiger Ehre in dieser vergänglichen Welt.152152:1Zu der Frage nach der Seele eines Mörders und nach seiner Strafe ist die Antwort, dass der Mörder sein Verbrechen sühnen muss. Das heißt, wenn man den Mörder tötet, ist sein Tod die Sühne für sein Verbrechen, und nach seinem Tod wird Gott in Seiner Gerechtigkeit ihm keine zweite Strafe auferlegen, denn die göttliche Gerechtigkeit ließe dies nicht zu.153153:1O du Dienerin Gottes! An diesem Tage besteht der Dank an Gott für Seine Gnadengaben darin, ein strahlendes Herz und eine Seele zu besitzen, die den Eingebungen des Geistes offensteht. Dies ist das Wesen des Dankes.153:2Was die Danksagung durch Wort oder Schrift angeht, so ist sie fürwahr annehmbar, verglichen mit jenem anderen Dank aber nur unwirklicher Schein; denn wesentlich ist, was der Geist dir eingibt, die Ausstrahlungen aus der Tiefe des Herzens. Ich hoffe, dass du damit begnadet wirst.153:3Was des Menschen Mangel an Fähigkeiten und Verdiensten am Tag der Auferstehung anbelangt, so schließt ihn dies nicht von Gaben und Gnadenerweisen aus; denn es ist nicht der Tag der Gerechtigkeit, sondern der Tag der Gnade, während die Gerechtigkeit jedem das zuteilt, was ihm gebührt. Schaue daher nicht auf den Grad deiner Fähigkeit, sondern schaue auf die grenzenlose Gunst Bahá’u’lláhs. Allumfassend ist Seine Gnade, vollkommen Seine Güte.153:4Ich bitte Gott darum, dass du mit Seiner Hilfe und kraftvollen Unterstützung die tiefe Bedeutung der Thora mit Beredsamkeit, Verständnis, Nachdruck und Geschick lehrst. Wende dein Angesicht dem Reich Gottes zu, bitte um die Gaben des Heiligen Geistes, rede, und die Bestätigungen des Geistes werden sich zeigen.153:5Die mächtige Sonnenkugel, die du in deinem Traum sahst, war der Verheißene, ihre sich ausbreitenden Strahlen waren Seine Gnadengaben. Die lichtdurchlässige Wasseroberfläche bedeutet unbefleckte, reine Herzen, während die wogenden Wellen die große Erregung dieser Herzen und die Tatsache kennzeichnen, dass sie erschüttert und tief bewegt wurden; das heißt, die Wellen sind die Bewegungen des Geistes und die heiligen Eingebungen der Seele. Preise Gott, dass du in der Traumwelt solche Enthüllungen wahrnahmst.153:6Zur Bedeutung eines Menschen, der sich selbst völlig vergisst: Die Absicht ist, dass er sich erheben und sich im wahren Sinne opfern soll; das heißt, er soll die Antriebe des menschlichen Zustands auslöschen und sich solcher Merkmale entledigen, die tadelnswert sind und das trübe Dunkel dieses Erdenlebens ausmachen. Der Sinn ist nicht, seine Gesundheit zu vernachlässigen und seinen Leib zu schwächen.153:7Ich flehe inständig und demütig an der Heiligen Schwelle, dass deine liebe Mutter, deine lieben Schwestern und Verwandten himmlische Segnungen und göttliche Vergebung umfangen. Besonders bete ich für deinen Verlobten, der so plötzlich von dieser in die nächste Welt eilte.154154:1O du Sohn des Königreiches! Deine höchst liebenswürdigen Briefe erfreuen allezeit mit ihrem gefälligen Stil unsere Herzen. Wenn das Lied vom Gottesreich handelt, frohlockt das Herz.154:2Preise Gott, dass du in jenes LandDeutschland.A gereist bist, Sein Wort zu erhöhen und den heiligen Duft Seines Reiches zu verbreiten, dass du als Gärtner in den Himmelsgärten dienst. Bald werden deine Anstrengungen von Erfolg gekrönt sein.154:3O du Sohn des Königreiches! Alles mit der Liebe Gottes Verbundene ist nützlich; ohne Seine Liebe sind alle Dinge schädlich und treten als Schleier zwischen den Menschen und den Herrn des Königreiches. Wo Seine Liebe ist, wird jede Bitternis süß und jede Gnadengabe bringt wohltuende Freude. So bringt zum Beispiel eine dem Ohr süße Melodie dem in Gott verliebten Herzen den wahren Geist des Lebens, die in sinnlichem Verlangen versunkene Seele jedoch besudelt sie mit Begierde. Jedes Wissensgebiet wird gebilligt und ist rühmenswert, wenn es mit der Liebe Gottes verbunden ist; Seiner Liebe beraubt, ist Wissen jedoch unfruchtbar – es führt fürwahr zum Wahnsinn. Jede Art von Erkenntnis, jede Wissenschaft ist wie ein Baum: Ist seine Frucht die Liebe zu Gott, so ist es ein gesegneter Baum; wo nicht, ist dieser Baum vertrocknetes Holz und nährt nur das Feuer.154:4O du treuer Diener Gottes, du geistiger Heiler der Menschen! Wann immer du einen Patienten behandelst, wende dein Antlitz dem Herrn des Himmelreiches zu, bitte den Heiligen Geist, dir beizustehen, und heile dann die Krankheit.155155:1O du Flamme der Gottesliebe! Was du geschrieben hast, bereitete große Freude, denn dein Brief war wie ein Garten, aus dem die Rosen tiefer Bedeutungen den süßen Duft der Liebe Gottes verbreiten. So dienen meine Antworten als Regenschauer und Tau, um den geistigen Pflanzen, im Garten deines Herzens erblüht, mehr Frische und zarte Schönheit zu verleihen, als Worte ausdrücken können.155:2Du schriebst von schmerzlichen Prüfungen, die dich heimgesucht haben. Für die treue Seele ist eine Prüfung nur Gottes Gunst und Gnade; denn auf dem Feld des Schmerzes stürmt der Mutige freudig in die wilde Schlacht, während der Feigling vor Furcht winselt, zittert und bebt. So wird auch der tüchtige Student, der den Stoff mit großem Geschick beherrscht und seinem Gedächtnis einverleibt, den Prüfern am Tage der Prüfung froh sein Können vorführen; gediegenes Gold wird im Feuer des Münzprüfers wundersam glänzen und leuchten.155:3Es liegt auf der Hand, dass Prüfungen und Heimsuchungen für geheiligte Seelen nur Gottes Gunst und Gabe sind, während sie für den Schwachen ein unerwartetes, plötzlich auftretendes Unheil bedeuten.155:4Diese Prüfungen waschen nur, wie auch du schriebst, den Makel des Selbstes vom Spiegel des Herzens, bis die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen darauf werfen kann; denn es gibt keinen schlimmeren Schleier als das Selbst, und wie fein dieser Schleier auch sei, wird er zuletzt einen Menschen vollständig ausschließen und ihn seines Anteils an der ewigen Gnade berauben.155:5O du entzückte Dienerin des Herrn! Wenn die Gläubigen, Männer wie Frauen, an meinem geistigen Auge vorüberziehen, fühle ich mich durch das Feuer der Gottesliebe erwärmt und flehe, dass der Allmächtige diesen heiligen Seelen mit Seinen unsichtbaren Heerscharen beistehe. Gepriesen sei der Herr, dass die Verheißungen all Seiner Manifestationen nun deutlich erfüllt sind an diesem größten aller Tage, in diesem heiligen, gesegneten Zeitalter!155:6O du entzückte Dienerin Gottes! Die Nähe ist wahrlich etwas Geistiges, nichts Leibliches; die Hilfe, nach der es uns verlangt, und die Hilfe, die kommt, ist nicht stofflicher, sondern geistiger Art. Trotzdem hoffe ich, dass du in jeder Hinsicht Nähe erlangst. Gottes Gnadengaben werden wahrlich eine geheiligte Seele umgeben, wie das Sonnenlicht den Mond und die Sterne einschließt: Sei dessen versichert.155:7Trage im Namen ‘Abdu’l-Bahás zu allen Gläubigen, Männern wie Frauen, den duftenden Hauch der Heiligkeit. Begeistere sie alle und bewege sie dazu, die süßen Düfte des Herrn zu verbreiten.156156:1O du Diener an der Heiligen Schwelle. Wir haben gelesen, was deiner Feder entfloss in deiner Liebe zu Gott, und der Inhalt deines Briefes gefiel uns sehr. Ich hoffe, dass dich durch Gottes Güte der Hauch des Allbarmherzigen allzeit beleben und erneuern wird.156:2Du schriebst über die Reinkarnation. Der Glaube an die Reinkarnation geht weit zurück in die Vorgeschichte der meisten Völker; er behauptete sich sogar bei den griechischen Philosophen, den römischen Weisen, den alten Ägyptern und den großen Assyrern. Trotzdem sind dieser Aberglaube und solche Redensarten in der Sicht Gottes barer Unsinn.156:3Das Hauptargument der Anhänger der Reinkarnation war, dass nach Gottes Gerechtigkeit jeder seinen Verdienst erhalten muss: Sooft zum Beispiel ein Mensch von einem Unheil bedrückt wird, ist dies wegen eines Unrechts, das er begangen hat. Doch nimm ein Kind, das noch im Mutterleib ist. Der Embryo sei eben erst geformt, das Kind sei blind, taub, lahm und unvollkommen – welche Sünde hat ein solches Kind begangen, dass es seine Leiden verdient? Sie antworten: Obwohl das Kind im Mutterleib äußerem Anschein nach keiner Sünde schuldig ist, hat es doch in seiner früheren Gestalt Unrecht begangen, und deshalb verdient es jetzt Strafe.156:4Diese Leute übersehen jedoch folgenden Punkt: Wenn die Schöpfung nur nach einer einzigen Regel voranschritte, wie könnte die allumfassende Macht sich wahrnehmbar machen? Wie könnte der Allmächtige Der sein, »der tut, was Ihm gefällt, und befiehlt, was Er will«vgl. Qur’án 3:40; 2:253.
Q?156:5Kurz, die Heiligen Schriften sprechen von einer Wiederkehr, aber damit ist die Wiederkehr der Eigenschaften, Bedingungen, Wirkungen, Vollkommenheiten und inneren Wirklichkeiten der Geistesleuchten gemeint, die in jeder Sendung wieder auftreten. Der Hinweis bezieht sich nicht auf bestimmte Seelen und Persönlichkeiten.156:6Man kann zum Beispiel sagen, dass dieses Lampenlicht die Wiederkehr des Lichtes des vergangenen Abends ist oder dass die Rose des vergangenen Jahres heuer in den Garten zurückgekommen ist. Hier bezieht man sich nicht auf die individuelle Wirklichkeit, die fest umrissene Identität, das besondere Wesen jener anderen Rose, vielmehr bedeutet es, dass die Eigenschaften, die Unterscheidungsmerkmale jenes anderen Lichtes, jener anderen Blume, jetzt in diesem Licht, dieser Blume gegenwärtig sind. Die Vollkommenheiten, das heißt, die Gnadengaben eines vergangenen Frühlings sind dieses Jahr zurückgekehrt. Wir sagen zum Beispiel, diese Frucht ist die gleiche wie die des letzten Jahres; wir denken dabei aber nur an die Feinheit, Schönheit, Frische und Süße; denn offensichtlich kann der unerschütterliche Kern der Wirklichkeit, die besondere Wesenheit, niemals wiederkehren.156:7Welchen Frieden, welches Behagen, welche Annehmlichkeit entdeckten Gottes Heilige während ihres Verweilens in dieser niederen Welt, dass sie immerfort danach streben sollten, zurückzukommen und dieses Leben noch einmal zu führen? Genügt nicht ein einziger Blick auf diese Angst, diese Heimsuchungen, dieses Unheil, diese Schläge, diese grässlichen Schwierigkeiten? Sollten sie da eine mehrfache Rückkehr ins Erdenleben wünschen? Dieser Becher ist nicht so süß, dass man Lust hätte, ihn ein zweites Mal zu leeren.156:8Deshalb ersehnt, wer die Schönheit Abhá liebt, keinen anderen Trost als den, die Stufe zu erreichen, wo er Ihn im Reiche der Herrlichkeit schauen kann. Keinen anderen Pfad wandert er als den Pfad durch die Wüste der Sehnsucht nach diesen erhabenen Höhen. Er sucht das Behagen und den Trost, die immerdar bleiben; er sucht jene Gaben, die geheiligt sind über alle weltliche Gesinnung.156:9Wenn du dich scharfsichtigen Auges umschaust, merkst du, dass in dieser Welt des Staubes alle Menschen leiden. Hier findet kein Mensch Ruhe als Entschädigung für das, was er in früheren Leben begangen hat; auch ist hier niemand so selig, dass er vor aller Augen die Früchte vergangener Qualen pflückt. Fürwahr, wozu führte dann das Wirken und Walten der Gottheit? Wäre ein Menschenleben mit seinem geistigen Sein auf diese irdische Zeitspanne beschränkt, was wäre dann die Frucht der Schöpfung? Wäre solch eine Auffassung richtig, so wären alle erschaffenen Dinge, alle abhängigen Wirklichkeiten, ja die ganze Welt des Seins ohne jede Bedeutung. Gott behüte, dass jemand an solch einem Hirngespinst, solch einem schweren Irrtum festhält!156:10Wie die Wirkungen und der Nutzen des Lebens im Mutterleib nicht an jenem dunklen, engen Ort zu suchen sind, wie der Zweck und Nutzen des Wachstums und der Entwicklung in jener vorherigen Welt erst dann offenbar werden, wenn das Kind in unsere weite Welt eintritt, so werden Lohn und Strafe, Himmel und Hölle, Vergeltung und ausgleichende Gerechtigkeit für die im gegenwärtigen Leben begangenen Taten in jener anderen Welt offenbar werden. Und wie das Leben im Mutterleib, für sich genommen, ein unsinniges Leben ohne Bedeutung wäre, so wäre der gesamte Vorgang des Lebens sinnlos und töricht, trügen das Dasein in dieser Welt und die hier vollbrachten Taten nicht in der jenseitigen Welt ihre Frucht.156:11So wisse denn, dass Gott, der Herr, über unsichtbare Reiche gebietet, die des Menschen Verstand niemals erfassen, des Menschen Geist niemals begreifen kann. Hast du erst den Kanal deiner geistigen Wahrnehmung vom Schmutz des weltlichen Lebens gereinigt, so wirst du die süßen Düfte der Heiligkeit atmen, die aus den seligen Gemächern des Himmelreichs wehen.156:12Die Herrlichkeit sei mit dir und jedem, der sich dem Königreich des Allherrlichen zuwendet und es erschaut – das Reich, das der Herr geheiligt hat über das Verstehen derer, die Ihn vergessen, und das Er vor denen verbirgt, die stolz sind vor Ihm.157157:1O ihr, die ihr mächtig hingezogen seid! O ihr Achtsamen! O ihr, die ihr dem Reiche Gottes nahekommt! Wahrlich, ich flehe aus vollem Herzen, mit ganzer Seele und in aller Demut zum Herrn, dass Er euch zu Zeichen der Führung mache, zu Bannern der Rechtschaffenheit, zu Quellen des Verstehens und Wissens, um durch euch die Sucher auf den geraden Pfaden zu leiten und sie auf den breiten Weg der Wahrheit in diesem mächtigsten Zeitalter zu führen.157:2O ihr Geliebten Gottes! Wisset, dass die Welt wie eine Fata Morgana ist, die sich über dem Sand erhebt und die der Dürstende für Wasser hält. Der Wein dieser Welt ist nur Dunst in der Wüste, ihr Mitleid und Erbarmen nur Mühe und Arbeit, alle Erholung, die sie bietet, nur Müdigkeit und Sorge. Überlasst sie denen, die ihr angehören, und wendet euer Angesicht zum Reich eures Herrn, des Allgütigen, damit Seine Gnade und Großmut ihr Morgenlicht auf euch strahle, damit eine himmlische Tafel zu euch herabgesandt werde, euer Herr euch segne und Seine Reichtümer über euch ergieße, um eure Brust zu erfreuen, euer Herz mit Wonne zu erfüllen, euren Geist hinanzuziehen, eure Seelen zu reinigen und eure Augen zu trösten.
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