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157:3O ihr Geliebten Gottes! Gibt es einen Geber außer Gott? Er erwählt für Seine Gnadengaben, wen immer Er will. Bald wird Er vor euch die Tore Seines Wissens öffnen und Euer Herz mit Seiner Liebe erfüllen. Er wird eure Seelen erfreuen mit den sanften Winden Seiner Heiligkeit, euer Angesicht erleuchten mit dem Glanz Seines Lichtes und das Gedenken an euch unter allen Völkern erhöhen. Euer Herr ist wahrlich der Mitleidige, der Barmherzige.157:4Mit unsichtbaren Heerscharen wird Er euch zu Hilfe kommen und euch mit der himmlischen Streitmacht göttlicher Eingebung unterstützen; Er wird süße Düfte aus dem höchsten Paradies auf euch herabsenden und den reinen Hauch aus dem Rosengarten der höchsten Versammlung über euch wehen lassen. Ins Herz wird Er euch den Geist des Lebens hauchen, euch einlassen in die Arche des Heils und euch Seine klaren Zeichen und Beweise offenbaren. Wahrlich, dies ist überreiche Gnade. Wahrlich, dies ist der unleugbare Sieg.158158:1Trauere nicht über das Hinscheiden meines geliebten Breakwell, denn er ist aufgestiegen zu einem Rosengarten der Herrlichkeit im Paradies Abhá, beschirmt von der Barmherzigkeit seines mächtigen Herrn, und mit lauter Stimme ruft er: »O wüsste doch mein Volk, wie barmherzig mein Herr mir vergeben und mich zu denen gesellt hat, die in Seine Gegenwart gelangt sind!«vgl. Qur’án 36:26–27.
Q158:2O mein geliebter Breakwell!
Wo ist dein schönes Antlitz, wo deine beredte Zunge? Wo deine leuchtende Stirn und wo deine strahlende Schönheit?158:3O mein geliebter Breakwell!
Wo ist dein Feuer, lodernd in Gottes Liebe? Wo deine Verzückung bei Seinem heiligen Hauch? Wo ist dein Lobpreis, den du zu Ihm erhobst? Machst du dich auf, Seiner Sache zu dienen?158:4O mein geliebter Breakwell!
Wo sind deine strahlenden Augen, wo deine lächelnden Lippen? Wo ist deine edle Wange, wo deine anmutige Gestalt?158:5O mein geliebter Breakwell!
Du hast diese irdische Welt verlassen, hast dich aufgeschwungen in das Gottesreich, du hast die Gnade der unsichtbaren Welt erlangt und dich geopfert an der Schwelle ihres Herrn!158:6O mein geliebter Breakwell!
Zurückgelassen hast du die Lampe, die dein Erdenleib war, das Glas deiner Menschengestalt, deine irdischen Elemente, deine Lebensart hienieden.158:7O mein geliebter Breakwell!
Du hast eine Flamme entfacht im Leuchter der himmlischen Heerscharen, bist eingetreten in das Paradies Abhá, hast Schutz gefunden im Schatten des Gesegneten Baumes, bist im himmlischen Hafen Ihm begegnet.158:8O mein geliebter Breakwell!
Nun bist du ein Himmelsvogel, hast dein irdisches Nest aufgegeben, bist weggeflogen zu einem Garten der Heiligkeit im Reich deines Herrn. Du hast dich erhoben auf eine Stufe voll des Lichts.158:9O mein geliebter Breakwell!
Dein Lied ist jetzt wie Nachtigallenschlag, üppig ergießest du Verse zum Lob der Gnade deines Herrn, der immer vergibt. Du warst ein dankbarer Diener, so gelangtest du zur seligsten Wonne.158:10O mein geliebter Breakwell!
Wahrlich, dein Herr hat dich auserwählt für Seine Liebe, hat dich in den Hof Seiner Heiligkeit geführt, hat dich den Paradiesesgarten Seiner Gefährten betreten lassen und dich damit gesegnet, Seine Schönheit zu schauen.158:11O mein geliebter Breakwell!
Du hast das ewige Leben erlangt, die unverbrüchliche Gnadengabe, ein Leben, das dir wohlgefällt, und Gottes Gunst die Fülle.158:12O mein geliebter Breakwell!
Du wurdest zu einem Stern am himmlischen Firmament, zu einer Lampe unter den Engeln des Himmels. Du wurdest zu einem lebendigen Geist im erhabensten Reich, thronend in Ewigkeit.158:13O mein geliebter Breakwell!
Ich bitte Gott, dich immer näher zu sich hinzuziehen, fest dich zu fassen, dein Herz mit der Nähe Seiner Gegenwart zu erfreuen, mit immer mehr Licht dich zu erfüllen, dir noch mehr Schönheit zu verleihen und dich mit Kraft und großer Herrlichkeit auszustatten.158:14O mein geliebter Breakwell!
Unablässig denke ich an dich, nie werde ich dich vergessen. Tag und Nacht bete ich für dich. Deutlich, wie im hellen Sonnenlicht, stehst du vor meinen Augen.158:15O mein geliebter Breakwell!159159:1Zu deiner Frage, ob alle Seelen ausnahmslos ewiges Leben erlangen: Wisse, dass die Unsterblichkeit den Seelen eigen ist, denen von Gott der Geist des Lebens eingehaucht ward. Alle anderen sind leblos – sie sind tot, wie Christus im Evangelium erklärt hat. Wem der Herr die Augen öffnet, der wird die Menschenseelen in dem Rang sehen, den sie nach ihrer Befreiung aus dem Leib einnehmen werden. Er wird die Lebenden in der Nähe ihres Herrn blühen sehen, die Toten versunken in den tiefsten Abgrund der Verdammnis.159:2Wisse, dass jede Seele nach Gottes Wesen erschaffen, jede bei der Geburt rein und heilig ist. Später jedoch unterscheiden sich die Menschen je nach den Tugenden oder Lastern, die sie in der Welt erwerben. Wenn auch alles seinem Wesen nach in Rängen oder Stufen erschaffen wird, weil die Fähigkeiten verschieden sind, wird doch jeder einzelne heilig und rein geboren, und erst hernach kann er verderbt werden.159:3Im Übrigen ist alles gut, wenn auch die Daseinsstufen verschieden sind. Betrachte den menschlichen Körper, seine Gliedmaßen, das Auge, das Ohr, den Geruchs- und Geschmackssinn, die Hände, die Fingernägel. Ungeachtet der Unterschiede zwischen diesen Teilen wirkt jeder innerhalb der ihm eigenen Grenzen am zusammenhängenden Ganzen mit. Versagt einer, so muss er geheilt werden; hilft kein Heilmittel, so muss dieser Teil entfernt werden.160160:1O du treue, ergebene Dienerin des Herrn! Ich habe deinen Brief gelesen. Du bist wahrhaftig vom Königreich angezogen und hast dich dem allherrlichen Horizont geweiht. Ich bitte Gott, dich in Seiner Güte mit jedem neuen Tag im Feuer Seiner Liebe noch leuchtender brennen zu lassen.160:2Du warst, scheint es, im Zweifel darüber, ob du schreiben oder den Glauben lehren sollst. Es ist äußerst wichtig, den Glauben zu lehren, und Lehren ist im Augenblick besser für dich. Wann immer du eine Gelegenheit findest, löse deine Zunge und führe das Menschengeschlecht.160:3Du fragst mich über den Erwerb von Wissen: Lies die Bücher und Sendschreiben Gottes und die Aufsätze, die geschrieben wurden, um die Wahrheit dieses Glaubens darzulegen. Zu ihnen gehören der Íqán, der ins Englische übersetzt ist, die Werke von Mírzá Abu’l-Faḍl und einigen anderen Gläubigen. In Zukunft wird eine große Anzahl heiliger Sendschreiben und anderer heiliger Schriften übersetzt werden, du solltest sie gut lesen. Desgleichen erbitte von Gott, dass der Magnet Seiner Liebe das Wissen um Ihn auf dich ziehe. Ist eine Seele in allen Dingen geheiligt, geläutert und geweiht, so werden sich die Tore der Erkenntnis Gottes weit vor ihren Augen öffnen.160:4Du schreibst über die liebe Dienerin Gottes, Frau Goodall. Diese von Gott begeisterte Seele dient wahrhaftig stets dem Glauben und tut alles, was ihr nur möglich ist, um den himmlischen Strahlenglanz zu verbreiten. Wenn sie so fortfährt, werden in künftigen Zeiten sehr große Wirkungen daraus folgen. Das wichtigste ist, standhaft und festverwurzelt zu bleiben und bis zum Ende auszuharren. Ich hoffe, dass die Dienerinnen des Herrn mit ihren hochherzigen Bemühungen jene Berge und jenes Meerden Pazifischen Ozean.A so hell in der Liebe Gottes erstrahlen lassen, dass sie ihren Widerschein bis ans Ende der Erde werfen.160:5Du fragst, ob mit dem Kommen des Gottesreiches jede Seele gerettet werde. Die Sonne der Wahrheit strahlt in ihrer Herrlichkeit über die ganze Welt; ihr lichtvoller Aufgang ist des Menschen Heil und sein ewiges Leben; aber nur der gehört zu den Geretteten, der das Auge seiner Einsicht weit öffnet und diese Herrlichkeit erblickt.160:6Du hast auch gefragt, ob im Bahá’í-Zeitalter das Geistige schließlich den Sieg davontrage. Es ist gewiss, dass Geistigkeit den Materialismus überwinden wird, dass der göttliche Wille den menschlichen bezwingen wird, dass die Massen der Menschheit durch göttliche Erziehung große Fortschritte auf allen Lebensstufen machen werden – ausgenommen jene, die blind und taub, stumm und tot sind. Wie könnten sie das Licht verstehen? Selbst wenn die Sonnenstrahlen jeden noch so dunklen Winkel des Erdballs erhellen, haben die Blinden doch keinen Anteil an dieser Herrlichkeit, und selbst wenn der Regen göttlicher Barmherzigkeit in Strömen auf die ganze Erde fällt, blüht doch auf unfruchtbarem Boden kein Strauch und keine Blume.161161:1O du, der du nach dem Reich des Himmels trachtest! Diese Welt ist wie des Menschen Leib, und Gottes Reich ist wie der Geist des Lebens. Sieh, wie eng und dunkel die stoffliche Welt des Leibes ist, wie sie Leiden und Krankheiten zum Opfer fällt. Wie frisch und strahlend ist dagegen das Reich des menschlichen Geistes. Schließe aus diesem Gleichnis, wie die Welt des Königreichs herniederstrahlt, wie ihre Gesetze geschaffen sind, in diesem niederen Reich zu wirken. Zwar ist der Geist dem Blick verborgen, doch strahlen seine Befehle wie der Sonnenschein auf die Welt des Menschenleibs. So ist auch für den, der mit dem inneren Auge schaut, das Himmelreich klar wie der Tag, obgleich es dem Blick dieses unwissenden Volkes verborgen bleibt.161:2Wohne du deshalb für immer im Reich Gottes und vergiss diese niedere Welt. Gehe völlig auf in der Ausstrahlung des Geistes, so dass nichts in der Menschenwelt dich ablenkt.162162:1O ihr lieben Freunde ‘Abdu’l-Bahás! Immerzu warte ich auf gute Nachrichten von euch und sehne mich danach zu hören, dass ihr täglich Fortschritte macht und immer heller vom Lichte der Führung erleuchtet werdet.162:2Bahá’u’lláhs Segnungen sind ein uferloses Meer, und selbst ewiges Leben ist nur ein Tautropfen daraus. Die Wogen dieser See branden ohne Unterlass gegen die Herzen der Freunde, und aus diesen Wellen rühren die Eingebungen des Geistes und die inbrünstigen Pulsschläge der Seele, bis das Herz nachgibt und, ob es will oder nicht, sich demütig im Gebet dem Königreich des Herrn zuwendet. Deshalb tut, was ihr könnt, und befreit euer innerstes Selbst, damit ihr jeden Augenblick neuen Strahlenglanz von der Sonne der Wahrheit widerspiegelt.162:3Ihr wohnt allesamt im Herzen ‘Abdu’l-Bahás; mit jedem Atemzug wende ich mein Angesicht der Schwelle der Einheit zu und rufe Segnungen auf jeden einzelnen von euch hernieder.163163:1O ihr beiden Wahrheitssucher! Euer Brief ist angekommen; sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen. Die früheren Briefe sind nicht alle eingetroffen. Einige kamen an, als die Grausamkeit der Unterdrücker so überhandnahm, dass es unmöglich war, eine Antwort abzusenden. Jetzt ist dieser Brief hier, und wir können ihn beantworten. Trotz dringender Geschäfte schreibe ich euch jetzt, damit ihr wisst, dass ihr von uns allen geliebt werdet und im Reich Gottes angenommen seid.163:2Eure Fragen können allerdings nur kurz behandelt werden; für eine ausführliche Antwort fehlt die Zeit. Zur ersten Frage: Die Seelen der Kinder des Königreiches erheben sich nach ihrer Trennung vom Leib in das Reich ewigen Lebens. Aber wenn ihr nach dem Ort fragt, so wisst, dass die Welt des Seins eine einzige Welt ist, wenn auch ihre Stufen verschiedenartig und voneinander getrennt sind. Zum Beispiel nimmt das mineralische Leben seine eigene Stufe ein; aber mineralisches Dasein ist sich des Pflanzenreiches in keiner Weise bewusst. Ja, es leugnet mit seiner inwendigen Zunge, dass es überhaupt so ein Reich gibt. Genauso weiß pflanzliches Dasein nichts über die tierische Welt. Es kümmert sich nicht um sie, und sie bleibt ihm verborgen; denn die Stufe des Tieres ist höher als die der Pflanze. Vor der Pflanze ist die Tierwelt verschleiert, und inwendig leugnet sie das Dasein jener Welt – das alles, obwohl Tier, Pflanze und Mineral in derselben Welt wohnen. Völlig unbewusst bleibt auch dem Tier die Macht des menschlichen Verstandes, der weltumfassende Ideen aufnimmt und die Geheimnisse der Schöpfung enthüllt, so dass ein Mensch, der im Osten lebt, Pläne und Vorkehrungen für den Westen entwickeln und Geheimnisse enträtseln kann. Er kann Amerika entdecken und befindet sich doch auf dem europäischen Kontinent; er kann die innersten Wirklichkeiten der Himmelssterne erfassen und ist doch auf der Erde. Diese dem menschlichen Verstand eigene Entdeckerkraft, diese Macht, abstrakte, weltumfassende Ideen aufzunehmen, bleibt dem Tier völlig verborgen; das Tier leugnet in der Tat ihr Vorhandensein.163:3Genauso können die Erdenbewohner die Welt des Reiches Gottes nicht erkennen und leugnen ihr Vorhandensein. Sie fragen zum Beispiel: »Wo ist das Königreich? Wo ist der Herr des Königreiches?« Diese Menschen sind wie das Mineral und die Pflanze, die über das Tierreich und das Menschenreich nichts wissen. Sie sehen es nicht, sie finden es nicht. Und doch leben sie alle, das Mineral und die Pflanze, das Tier und der Mensch, zusammen in dieser Welt des Seins.
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