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15:2Du begannst deinen Brief mit einem gesegneten Satz: »Ich bin Christin.« O wenn doch alle wahre Christen wären! Es ist einfach, sich als Christ zu bekennen; aber ein wirklicher Christ zu sein, ist schwierig. Heute sind etwa fünfhundert Millionen Seelen Christen; aber der wahre Christ ist selten: Er ist die Seele, aus deren anmutigem Gesicht Christi Herrlichkeit strahlt, die Seele, welche die Vollkommenheiten des Königreiches offenbart. Das ist sehr wichtig, denn Christ zu sein, heißt jede vorhandene Vollkommenheit verkörpern. Ich hoffe, dass auch du eine wahre Christin wirst. Danke Gott, dass du durch die göttlichen Lehren zu guter Letzt in höchstem Maße beides erhalten hast, das äußere wie das innere Auge, dass du fest in der Gewissheit und im Glauben wurzelst. Ich hoffe sehr, dass auch andere erleuchtete Augen, hörende Ohren und ewiges Leben erlangen, dass diese vielen Flüsse aus den verschiedenen, verstreuten Flussbetten ihren Weg heimfinden in das alles umspülende Meer, dass sie zusammenfließen und sich zu einer einzigen Woge brandender Einheit erheben, dass die einende Wahrheit durch die Macht Gottes alle eingebildeten Unterschiede verschwinden lasse. Dies ist das einzig Wesentliche; denn wenn Einheit erreicht ist, verschwinden alle anderen Probleme von selbst.15:3O verehrte Dame! Nach den göttlichen Lehren in dieser ruhmreichen Sendung sollten wir keinen herabsetzen oder unwissend nennen mit den Worten: »Du weißt es nicht, ich aber weiß es.« Vielmehr sollten wir anderen mit Achtung begegnen, und wenn wir etwas erklären und zeigen möchten, sollten wir wie Wahrheitssucher sagen: »Hier liegen uns diese Dinge vor. Lasst uns forschen, damit wir entscheiden können, wo und in welcher Gestalt die Wahrheit zu finden ist.« Der Lehrer darf nicht sich selbst als wissend und die anderen als unwissend betrachten. Solche Gedanken erzeugen nur Stolz, und der Stolz trägt nicht dazu bei, andere zu beeinflussen. Der Lehrer darf sich in keiner Weise als überlegen ansehen. Er muss äußerst freundlich, bescheiden und demütig sprechen; denn diese Sprechweise übt Einfluss aus und erzieht die Seelen.15:4O verehrte Dame! Alle Propheten wurden nur zu einem einzigen Zweck zur Erde herniedergesandt. Christus wurde zu diesem Zweck offenbart, Bahá’u’lláh erhob dafür den Ruf des Herrn: dass die Menschenwelt zur Welt Gottes werde, diese niedere Welt zum Reich Gottes, dieses Dunkel zu Licht, diese satanische Bosheit zum Kanon himmlischer Tugenden; ferner dass Einheit, Freundschaft und Liebe für das ganze Menschengeschlecht errungen werden, dass organische Einheit wieder erscheine, die Grundlagen der Uneinigkeit zerstört werden und die Menschheit ewiges Leben und ewige Gnade ernte.15:5O verehrte Dame! Schau dich um in der Welt! Einheit, gegenseitige Anziehung, Zusammensein verursachen Leben; aber Uneinigkeit und Missklang bedeuten Tod. Wenn du alle Erscheinungen bedenkst, wirst du erkennen, wie jedes erschaffene Ding durch die Vermischung vieler Elemente entsteht. Wenn diese Gesamtheit der Elemente aufgelöst wird, wenn der Einklang der Elemente aufgehoben wird, ist damit das Leben in dieser Erscheinungsform ausgelöscht.15:6O verehrte Dame! Obwohl in vergangenen Religionszyklen Einklang begründet wurde, war in Ermangelung der Mittel die Einheit der Menschheit unerreichbar. Die Kontinente blieben weit voneinander getrennt, ja sogar unter den Völkern ein und desselben Kontinents waren Verbindung und Austausch nahezu unmöglich. Infolgedessen waren Umgang, Verständigung und Einheit zwischen allen Völkern und Geschlechtern der Erde unerreichbar. Heute jedoch haben sich die Kommunikationsmittel vervielfacht, und die fünf Kontinente der Erde sind im Grunde genommen zu einem Ganzen verschmolzen. Jedem Menschen fällt es heute leicht, überallhin zu reisen, mit anderen Völkern zusammenzukommen und Meinungen auszutauschen oder sich durch Veröffentlichungen mit den Lebensbedingungen, Glaubensvorstellungen und Gedanken aller Menschen vertraut zu machen. Ebenso sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in steigendem Maße voneinander abhängig geworden. Keiner kann mehr in Selbstgenügsamkeit leben, weil politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinen, die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und des Bildungswesens Tag für Tag stärker werden. Folglich ist die Einheit der ganzen Menschheit heutzutage erreichbar geworden. Wahrlich, dies ist nur eines der Wunder dieses wunderbaren Zeitalters, dieses ruhmreichen Jahrhunderts. Die vergangenen Zeitalter waren all dessen beraubt, denn dieses Jahrhundert – das Jahrhundert des Lichtes – ist mit einzigartiger, unvergleichlicher Herrlichkeit, mit Macht und Erleuchtung ausgestattet worden. Darum entfaltet sich mit jedem Tag ein ungeschautes, erstaunliches Wunder. Schließlich wird man sehen, wie hell seine Lichtstrahlen in der Gemeinschaft der Menschen leuchten werden.15:7Sieh, wie dieses Licht nun am dunklen Horizont der Welt zu dämmern beginnt! Der erste Lichtstrahl ist die Einheit im politischen Bereich; der allererste Schimmer davon lässt sich nunmehr erkennen. Der zweite Lichtstrahl ist die Einheit des Denkens in weltweiten Unternehmungen, die bald vollzogen werden wird. Der dritte Lichtstrahl ist die Einheit in der Freiheit, die sicherlich eintreten wird. Der vierte Lichtstrahl ist die Einheit in der Religion, der Eckstein, auf dem die Grundlage ruht; auch sie wird durch die Macht Gottes in ihrer ganzen Strahlenfülle offenbar werden. Der fünfte Lichtstrahl ist die Einheit der Nationen – eine Einheit, die in diesem Jahrhundert sicher begründet werden wird, so dass sich alle Völker der Welt als Bürger eines gemeinsamen Vaterlandes betrachten. Der sechste Lichtstrahl ist die Einheit der Rassen, die alle Erdenbewohner zu Völkern und Geschlechtern einer Rasse macht. Der siebte Lichtstrahl ist die Einheit der Sprache, das heißt die Wahl einer universalen Sprache, in der alle Menschen unterrichtet werden und miteinander verkehren. All dies wird unausweichlich eintreten, weil die Macht des Reiches Gottes seine Verwirklichung fördern und unterstützen wird.1616:1O ihr erleuchteten Geliebten und ihr Dienerinnen des Barmherzigen! Zu einer Zeit, da die finstere Nacht der Unwissenheit, der Missachtung des Göttlichen und die von Gott trennenden Schleier die Erde umhüllten, dämmerte ein strahlender Morgen, und ein Licht stieg am östlichen Himmel empor. Dann erschien die Sonne der Wahrheit, und der strahlende Glanz des Reiches Gottes ergoss sich über Ost und West. Die Augen hatten zu sehen, erfreuten sich der frohen Botschaft und riefen: »O selig, selig sind wir!« Und sie erkannten die geistige Wirklichkeit aller Dinge und entdeckten die Geheimnisse des Gottesreiches. Von ihren Einbildungen und Zweifeln erlöst, schauten sie das Licht der Wahrheit. Sie tranken den Kelch der Liebe Gottes bis zur Neige und wurden so begeistert, dass sie die Welt und ihr eigenes Selbst gänzlich vergaßen. In jauchzender Freude eilten sie zur Stätte ihres Martyriums, und wo die Menschen aus Liebe sterben, da warfen sie Haupt und Herz von sich.16:2Die aber, deren Augen nicht sahen, wunderten sich über diese Erregung und riefen: »Wo ist denn das Licht?« und wiederum: »Wir sehen kein Licht! Wir sehen keine Sonne aufgehen! Hier gibt es keine Wahrheit. Das ist nur Einbildung und sonst nichts.« Wie Fledermäuse flohen sie ins verborgene Dunkel und fanden dort, wie sie meinten, ein gewisses Maß an Sicherheit und Frieden.16:3All das ist jedoch erst der Beginn der Morgendämmerung; die Glut der aufgehenden Sonne der Wahrheit ist noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Kraft. Wenn aber die Sonne im Zenit steht, wird sie so heiß brennen, dass sie sogar das Gewürm in der Erde aufschreckt. Und obwohl es kein Licht sehen kann, wird es dennoch durch diese Hitze in rasende Bewegung versetzt.16:4Darum, o ihr Geliebten Gottes, seid dankbar, dass ihr am Tage der Morgendämmerung euer Angesicht dem Lichte der Welt zuwendet und seine Herrlichkeit schaut. Ihr habt einen Anteil am Lichte der Wahrheit empfangen; ihr erfreut euch einer Vielzahl von Segnungen, die ewig währen. Darum sollt ihr als Dankesgabe für diese Gnade keinen Augenblick ruhen noch rasten. Bringt den Menschen die frohe Botschaft vom Reiche Gottes, verbreitet überall Gottes Wort.16:5Handelt im Einklang mit dem Willen des Herrn: Erhebt euch also in solcher Weise und mit solchen Tugenden, dass dem Körper dieser Welt eine lebendige Seele geschenkt wird, und bringt dieses zarte Kind, die Menschheit, zur Stufe der Reife. Entzündet, wann immer ihr könnt, bei jeder Begegnung eine Kerze der Liebe, erfreut und ermutigt mitfühlend jedes Herz. Sorgt euch um den Fremden wie um einen der euren, zeigt Ausländern die gleiche Liebe und Güte wie euren treuen Freunden. Sollte jemand Streit mit euch suchen, trachtet danach, ihn zum Freunde zu gewinnen. Sollte jemand euch bis ins Innerste verletzen, seid ein heilender Balsam für seine Wunden. Sollte euch jemand verspotten und verhöhnen, begegnet ihm mit Liebe. Sollte jemand seine Schuld auf euch abwälzen, lobt ihn. Sollte er euch tödliches Gift anbieten, so gebt ihm dafür den besten Honig; und sollte er euer Leben bedrohen, so gewährt ihm eine Arznei, die ihn für immer heilen wird. Sollte er die Qual selbst sein, so seid ihr seine Medizin. Sollte er wie Dornen sein, seid ihr seine Rosen und süßen Kräuter. Vielleicht werden solche Taten und Worte von euch diese finstere Welt schließlich hell erstrahlen lassen, diese staubige Erde himmlisch machen, diesen höllischen Kerker in einen Königspalast des Herrn verwandeln – so dass Krieg und Hader verschwinden und nicht mehr sind, Liebe und Vertrauen ihre Zelte auf den Gipfeln der Welt errichten. Das ist der Wesenskern der Ermahnungen Gottes. Das sind – mit wenigen Worten – die Lehren der Sendung Bahás.1717:1O ihr Erwählten des Reiches Abhá! Lobet den Herrn der Heerscharen; denn auf den Wolken schwebend ist Er aus dem Himmel des unsichtbaren Reiches in diese Welt herabgekommen, um Ost und West durch die herrliche Sonne der Wahrheit zu erleuchten. Der Ruf des Königreiches erscholl, die Boten aus den Sphären der Höhe sangen nach den Weisen der himmlischen Heerscharen die frohe Botschaft Seines Kommens. Da erzitterte die ganze Welt des Seins vor Freude, doch die Menschen schliefen weiter, wie es der Messias voraussagte; denn der Tag der Manifestation, da der Herr der Heerscharen herabstieg, fand sie verhüllt in den Schlaf der Unwissenheit. Wie Er im Evangelium sagte: »Mein Kommen geschieht, wie wenn der Dieb im Hause ist, und der Hausherr ist nicht auf der Hut.«vgl. Mt. 24:43–44; Lk. 12:39–40; Thomasevangelium 21 – Anm. d. Hrsg.
Q17:2Vor allen Menschen hat Er euch erwählt. Eure Augen wurden dem Lichte der Führung eröffnet, eure Ohren auf die Musik der himmlischen Heerscharen eingestimmt. Ihr wurdet mit großer Gnade gesegnet, denn eure Herzen und Seelen sind zu neuem Leben wiedergeboren. Danket und preiset Gott, dass die Hand unermesslicher Segnungen euch diese edelsteinbesetzte Krone aufs Haupt gedrückt hat – eine Krone, deren leuchtende Juwelen bis in alle Ewigkeit glitzern und strahlen werden.17:3Bemüht euch nach Kräften und erwählt euch ein erhabenes Ziel, um Ihm für all das zu danken. Gehorcht den Lehren Gottes durch die Macht des Glaubens, und lasst all eure Taten mit Seinen Geboten in Einklang sein. Lest die Verborgenen Worte, denkt über ihre innere Bedeutung nach und handelt danach. Lest mit größter Aufmerksamkeit die Sendschreiben ṬarázátDer Schmuck, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 4].A, KalimátWorte des Paradieses, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 6].A, TajallíyátDer Strahlenglanz, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 5].A, IshráqátDie Pracht, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 8].A und BishárátDie frohen Botschaften, [siehe Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Kap. 3].A und erhebt euch, wie in den himmlischen Lehren geboten. So sei jeder von euch wie eine leuchtende Kerze der Anziehungspunkt, wo immer Menschen zusammenkommen, und wie ein Blumenbeet sollt ihr süßen Duft verbreiten.17:4Tost wie das brüllende Meer, und wie eine schwere Wolke regnet die Gnade des Himmels nieder. Erhebt eure Stimme und singt die Weisen vom Reiche Abhá. Erstickt die Flammen des Krieges, hisst hoch die Banner des Friedens, arbeitet für die Einheit der Menschheit und denkt daran, dass Religion ein Kanal der Liebe zu allen Völkern ist. Wisst, dass die Menschenkinder Gottes Schafe sind und Er ihr liebender Hirte, dass Er zärtlich all Seine Schafe umsorgt, sie auf Seinen grünen Auen der Gnade weidet und sie aus dem Brunnquell des Lebens tränkt. So handelt der Herr. Das sind Seine Segnungen. Das ist aus Seinen Lehren Sein Gebot für die Einheit der Menschheit.17:5Die Tore Seines Segens sind weit geöffnet, Seine Zeichen sind überall kundgetan, hell leuchtet die Wahrheit in ihrer Herrlichkeit. Gottes Segen ist unerschöpflich. Erkennt den Wert dieser Zeit. Strebet aus ganzem Herzen, erhebt eure Stimme und rufet laut, bis diese dunkle Welt sich mit Licht erfüllt, bis diese enge Schattengruft sich weitet, bis dieser flüchtige Haufen Staub sich in einen Spiegel der ewigen Himmelsgärten verwandelt und dieser Erdball seinen Teil an der himmlischen Gnade erhält.17:6Dann wird die Angriffslust verpuffen; was zu Uneinigkeit führt, wird ausgerottet, und der Bau der Einheit wird errichtet – auf dass der Gesegnete Baum seinen Schatten über Ost und West breite, die Stiftshütte der Einzigkeit des Menschen auf den höchsten Gipfeln errichtet werde, die Flaggen der Liebe und Freundschaft rund um die Welt an ihren Masten flattern, bis das Meer der Wahrheit hoch aufbraust, die Erde die Rosen und würzigen Kräuter immerwährender Segnungen hervorbringt und von Pol zu Pol zum Paradies Abhá wird.17:7Dies ist ‘Abdu’l-Bahás Rat. Ich hoffe, dass ihr mit dem Segen des Herrn der Heerscharen zur geistigen Substanz, zum Strahlenglanz des Menschengeschlechts werdet und alle Herzen mit dem Bande der Liebe vereint; dass ihr durch die Macht des Wortes Gottes die Toten zum Leben erweckt, die jetzt in den Gräbern ihrer sinnlichen Wünsche liegen, dass ihr mit den Sonnenstrahlen der Wahrheit denen die Sicht wiedergebt, deren inneres Auge erblindet ist, dass ihr den geistig Kranken geistige Heilung bringt. Auf all das aus den Segnungen und Gnadengaben des Geliebten hoffe ich.17:8Zu allen Zeiten spreche ich von euch und denke an euch. Ich bete zum Herrn, und unter Tränen flehe ich Ihn an, dass Er all diese Segnungen über euch ausschütte, eure Herzen erfreue, eure Seelen entzücke und euch unermessliche Freude und himmlische Wonne schenke …17:9O Du liebender Versorger! Diese Seelen hören auf den Ruf des Königreiches und schauen die Sonne der Wahrheit in ihrer Herrlichkeit. Sie erheben sich in die frischen Himmel der Liebe, fühlen sich hingezogen zu Deinem Wesen und beten Deine Schönheit an. Dir wenden sie sich zu, sprechen miteinander von Dir, suchen nach Deiner Wohnstatt und dürsten nach den Wasserläufen Deines himmlischen Reiches.17:10Du bist der Geber, der Verleiher, der Ewig-Liebende.1818:1O du, der du ein sehendes Herz hast! Zwar bist du körperlich des Augenlichtes beraubt, doch hast du, gepriesen sei Gott, geistige Einsicht. Dein Herz sieht, dein Geist hört. Das Augenlicht unterliegt tausend Krankheiten und geht schließlich mit Sicherheit verloren. Deshalb sollte ihm keine Bedeutung beigemessen werden. Aber das Auge des Herzens ist erleuchtet. Es entdeckt und erforscht das Gottesreich. Es besteht immer und ewig. So preise Gott, dass deines Herzens Auge erleuchtet ist und deines Geistes Ohr empfänglich.18:2Jede Zusammenkunft, die ihr organisiert, darin ihr himmlische Regungen fühlt, Wirklichkeiten und Bedeutungen erfasst, ist wie das Sternenzelt, und die Seelen dort sind strahlende Sterne, die mit dem Licht der Führung leuchten.18:3Glücklich die Seele, die in diesem herrlichen Zeitalter himmlische Lehren sucht, und selig das Herz, das von der Liebe Gottes bewegt und angezogen wird.1919:1Preis sei Ihm, in Dessen Herrlichkeit Erde und Himmel erglühen, in Dessen Dufthauch die Gärten der Heiligkeit, welche die Herzen der Auserwählten schmücken, vor Freude erzittern. Preis sei Ihm, der Sein Licht verströmt und das Angesicht des Firmaments erhellt. Wahrlich, strahlende, feurige Sterne sind erschienen; sie funkeln, leuchten und senden ihre Strahlen dem höchsten Horizont entgegen. Ihre Anmut und Pracht empfingen sie aus den Gnadengaben des Reiches Abhá. Zu Sternen der Führung geworden, ergossen sie ihr Licht auf diese Erde.19:2Preis sei Ihm, der diese neue Ära, dieses Zeitalter höchster Würde, gestaltet hat wie ein Festspiel, das aller Dinge Wirklichkeit den Augen enthüllt. Nun regnen die Wolken der Freigebigkeit hernieder, die Gaben des liebenden Herrn sind offenbar; denn die sichtbare wie die unsichtbare Welt wurden erleuchtet, der Verheißene kam zur Erde, die Schönheit des Angebeteten erstrahlte.19:3Gruß, Segen und Willkomm seien dieser Umfassenden Wirklichkeit, diesem Vollkommenen Wort, diesem Offenbaren Buch, diesem Strahlenglanz, der am höchsten Himmel anbrach, diesem Führer aller Nationen, diesem Licht der Welt – Dessen überströmende Gnade, einem wogenden Meere gleich, die ganze Schöpfung überflutete, so dass seine Wellen schimmernde Perlen an die Gestade der sichtbaren Welt spülten. Jetzt ist die Wahrheit erschienen und die Falschheit geflohen. Jetzt ist der Tag angebrochen, und alles jauchzt. Die Seelen der Menschen werden geheiligt, ihr Geist geläutert, ihr Herz beglückt, ihr Verstand geklärt, ihre geheimen Gedanken gesunden, ihr Gewissen wird reingewaschen, ihr innerstes Selbst geheiligt; denn der Tag der Auferstehung ist gekommen, und die Segnungen deines Herrn, des Vergebenden, umfassen alle Dinge. Heil und Preis seien den glänzenden, prangenden Sternen, die ihre Strahlen aus dem höchsten Himmel herniedersenden, diesen Sternbildern im umgürtenden Tierkreis des Reiches Abhá. Ruhm sei mit ihnen.19:4Und nun, o du verehrter Freund, der du die Große Verkündigung vernommen hast, erhebe dich, der Sache Gottes zu dienen mit der unwiderstehlichen Macht des Reiches Abhá und mit dem Odem, der aus dem Geiste der himmlischen Heerscharen weht. Sei nicht bekümmert über das, was die Pharisäer und die Gerüchteköche unter den Zeitungsleuten über Bahá sagen. Rufe dir die Tage Christi ins Gedächtnis und die Leiden, mit denen das Volk Ihn überschüttete, und all die Qual und Trübsal, die man Seinen Jüngern zufügte. Da ihr Liebende der Schönheit Abhá seid, müsst auch ihr um Seiner Liebe willen die Schmach der Völker auf euch laden; alles, was den Jüngern einst widerfuhr, muss auch euch treffen. Dann werden die Angesichter der Auserwählten strahlen im Glanz des Gottesreiches in allen Zeitaltern, ja in allen Zyklen der Zukunft. Die Leugner aber verharren in offenkundigem Verlust. Es wird sein, wie es Christus, der Herr, voraussagte: »Sie werden euch verfolgen um Meines Namens willen.«vgl. Lk. 21:12; siehe auch Mt. 5:11, 13:9; Lk. 6:22 – Anm. d. Hrsg.
Q19:5Rufe ihnen diese Worte ins Gedächtnis und sprich: »Wahrlich, die Pharisäer erhoben sich gegen den Messias, trotz der leuchtenden Schönheit Seines Antlitzes und all Seiner Anmut, und sie schrien, Er sei nicht der Messias,Masíḥ.A sondern ein UnholdMasíkh.A weil Er behauptete, der allmächtige Gott, der unumschränkte Herr über alle zu sein. Und Er sagte ihnen: ›Ich bin Gottes Sohn, und wahrlich, im innersten Sein des einzigen Sohnes, Seines mächtigen Schützlings, stehet der Vater, deutlich offenbart mit allen Seinen Eigenschaften und Vollkommenheiten.‹ Das sei, so sagten sie, nach den klaren, unwiderleglichen Texten des Alten Testaments offene Gotteslästerung und eine Verleumdung des Herrn. Deshalb fällten. sie das Urteil gegen Ihn, bestimmten, dass Sein Blut vergossen werde, und hängten Ihn ans Kreuz, wo Er ausrief: ›O Mein geliebter Herr, wie lange willst Du Mich ihnen überlassen? Erhebe Mich zu Dir, schütze Mich bei Dir, gib Mir eine Wohnstatt bei Deinem Thron der Herrlichkeit. Wahrlich, Du bist der Erhörer der Gebete, und Du bist der Gütige, der Barmherzige. O Mein Herr! Wahrlich, diese weite Welt ist zu klein für Mich; Ich liebe dieses Kreuz aus Liebe zu Deiner Schönheit, aus Sehnsucht nach Deinem Reich der Höhe und um des Feuers willen, das, von den Windstößen Deiner Heiligkeit entfacht, in Meinem Herzen lodert. Hilf Mir, o Herr, zu Dir aufzusteigen, stehe Mir bei, Deine Heilige Schwelle zu erreichen, o Mein liebender Herr! Wahrlich, Du bist der Barmherzige, der Besitzer großer Gabenfülle! Wahrlich, Du bist der Großmütige! Wahrlich, Du bist der Mitleidvolle! Wahrlich, Du bist der Allwissende! Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Mächtigen, dem Kraftvollen!‹«19:6Nur aus Unwissenheit über den tiefsten Kern der Geheimnisse, nur weil sie Seinen Strahlenglanz nicht schauten und Seine Beweise nicht beachteten, erkühnten sich die Pharisäer, Ihn zu verleumden und dieser schweren Sünde zu beschuldigen. Sonst hätten sie Seine Worte anerkannt und für die von Ihm offenbarten Verse Zeugnis abgelegt. Sie hätten die Wahrheit Seiner Äußerungen bekannt, im schirmenden Schatten Seines Banners Schutz gesucht, von Seinen Zeichen und Beweisen gelernt und über Seine glückselige Botschaft frohlockt.19:7Wisse, dass Gott in Seinem Wesen – wenn man Ihn den Unsichtbaren des Unsichtbaren nennt, unbeschreiblich und jenseits menschlicher Fassungskraft – erhaben ist über jede Erwähnung oder Begriffsbestimmung, jede Andeutung oder Anspielung, jeden Beifall oder Lobpreis. In dem Sinn, dass Er ist, der Er ist, kann der Verstand Ihn niemals begreifen, und die Seele, die Seine Erkenntnis sucht, ist nur ein Wanderer in der Wüste, weit in die Irre gegangen. »Keine Schau kann Ihn umfassen, aber Er umfasst alle Schau. Er ist der Sinnreiche, der Allwissende.«Qur’án 6:103.
Q19:8Wenn du aber über das innerste Wesen aller Dinge und über die Eigenart eines jeden nachsinnst, wirst du die Zeichen für die Gnade deines Herrn in allem Erschaffenen erblicken und schauen, wie sich Seine Namen und Eigenschaften strahlengleich über das ganze Reich des Seins verbreiten mit Beweisen, die nur die Eigensinnigen und die Achtlosen leugnen können. So wirst du das Weltall als eine Schriftrolle begreifen, die Seine auf wohlbehüteter Tafel verwahrten verborgenen Geheimnisse offenlegt. Und es gibt kein Atom unter allen Atomen, kein Geschöpf unter allen Geschöpfen, das nicht Sein Lob sänge, Seine Namen und Eigenschaften kündete, die Herrlichkeit Seiner Macht offenbarte und den Weg wiese zu Seiner Einheit und Gnade. Niemand mit Ohren zu hören, Augen zu sehen und einem gesunden Menschenverstand wird das leugnen.19:9Und wenn du auf die Schöpfung als Ganzes blickst und die Atome darin betrachtest, wirst du erkennen, dass die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen auf alle Dinge ergießt, in allen Dingen leuchtet und durch alle Dinge ihren Glanz, ihre Geheimnisse und ihre Lichtfülle verkündet. Schaue die Bäume, die Blüten und Früchte, ja selbst die Steine. Überall siehst du, wie sich die Sonnenstrahlen über die Dinge ergießen, in ihnen deutlich sichtbar sind und durch sie sich offenbaren.19:10Wenn du aber deinen Blick auf einen hell glänzenden, makellos reinen Spiegel richtest, der die göttliche Schönheit wiedergibt, so siehst du darin die Sonne mit ihren Strahlen, ihrer Wärme, ihrer Scheibe, ihrer ganzen erhabenen Gestalt. Jedes einzelne Wesen besitzt den ihm zugemessenen Anteil am Sonnenlicht und kündet von der Sonne; aber jene allumfassende Wirklichkeit in ihrer ganzen Herrlichkeit, jener makellose Spiegel, dessen Eigenschaften denen der darin offenbarten Sonne entsprechen, drückt den Ursprung der Herrlichkeit mit all seinen Merkmalen aus. Und diese universale Wirklichkeit ist Mensch, göttliches Sein, immerwährendes Wesen. »Sprich: Rufet Gott an oder ruft den Allbarmherzigen an; wie ihr Ihn auch anrufet, überaus herrlich sind Seine Namen.«Qur’án 17:110.
Q19:11Das ist die Bedeutung der Worte des Messias, dass der Vater im Sohne ist.Joh. 14:11.A Erkennst du es nicht? Sollte ein makelloser Spiegel verkünden: »Wahrlich, die Sonne mit allen ihren Eigenschaften, Beweisen und Zeichen scheint in mir«, so wäre des Spiegels Rede weder irreführend noch falsch. Nein, bei Dem, der den Spiegel erschuf, ihn formte, ihm Gestalt gab und ihn zu einem Wesen machte, das den ihm innewohnenden Merkmalen der Herrlichkeit entspricht! Gelobt sei Er, der ihn erschuf! Gelobt sei Er, der ihm Gestalt gab! Gelobt sei Er, der ihn offenbarte!19:12Das waren die Worte aus dem Munde Christi. Und wegen dieser Worte wurde Er von ihnen kritisiert und angegriffen, als Er zu ihnen sagte: »Wahrlich, der Sohn ist im Vater und der Vater ist im Sohn.«Joh. 14:10.
Q Lasse dich darüber belehren und erkenne die Geheimnisse deines Herrn. Die Leugner indes sind durch Schleier von Gott getrennt: Sie sehen nichts, sie hören nichts und verstehen nichts. »Überlass sie dem müßigen Umgang mit ihren Spitzfindigkeiten.«Qur’án 6:91.
Q Überlass sie ihren Wanderungen an Flussbetten, darin kein Wasser fließt. Wie das Vieh auf der Weide können sie buntes Glas nicht von Perlen unterscheiden. Sind sie nicht ausgeschlossen von den Geheimnissen deines Herrn, des Gütigen, des Gnädigen?
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