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188:7Die Kommission ist jetzt zum Sitz des Kalifats zurückgekehrt. Täglich kommen aus jener Stadt bedrohliche Berichte. Trotz allem bleibt ‘Abdu’l-Bahá, gelobt sei Gott, ruhig und gelassen. Keinem will ich übel wegen dieser Verleumdung. Ich habe alle meine Angelegenheiten gänzlich Seinem unwiderstehlichen Willen anheimgegeben und warte in vollkommener Glückseligkeit darauf, mein Leben hinzugeben. Welche schrecklichen Leiden mir auch bevorstehen mögen, ich bin dazu bereit. Gelobt sei Gott, auch die liebevollen Gläubigen nehmen das hin; zufrieden unterwerfen sie sich Gottes Willen, strahlend ergeben und voll Dankbarkeit.188:8Der Mittelpunkt des Aufruhrs wähnt, sobald das Blut dieses Unterdrückten vergossen sei, sobald ich in die Weite des Wüstensandes verbannt oder im Mittelmeer ertränkt sei – namenlos verschwunden ohne Spur, ohne jemanden, der von mir spricht, hätte er endlich ein Feld, auf dem er sein Ross antreiben, mit seinem Schlagholz aus Lügen und Zweifeln den Poloball seiner Leidenschaften hart schlagen und den Preis gewinnen könne.188:9Weit gefehlt! Selbst wenn der Moschusduft der Treue verwehte und keine Spur davon bliebe, wer würde schon vom Gestank des Verrats angezogen? Und selbst wenn die Hunde und Wölfe eine Gazelle des Himmels rissen, wer würde sich zu einem beutegierigen Wolf flüchten? Selbst wenn sich der Tag der Mystischen Nachtigall zu Ende neigt, wer würde je sein Ohr dem Krächzen des Raben oder der Krähe leihen? Welch leere Einbildung hegt er doch! Was für eine törichte Annahme! »Ihre Werke gleichen dem Dunst in der Wüste, von dem der Dürstende wähnt, er sei Wasser, bis er hingelangt und nichts findet.«Qur’án 24:39.
Q188:10O ihr Geliebten Gottes! Steht festgegründet und von Herzen treu, und durch die helfende Macht der Gesegneten Schönheit bleibt eurem Vorhaben verpflichtet. Dient der Sache Gottes. Begegnet allen Völkern der Welt mit der Beständigkeit und Ausdauer des Volkes Bahás, so dass die Menschen erstaunt fragen, wie es möglich sei, dass eure Herzen Quellen gläubigen Vertrauens gleichen und wie Erzgruben so reich an Liebe zu Gott sind. Verhaltet euch so, dass euch diese Trauerspiele im Heiligen Land weder schwächen noch ins Wanken bringen; lasst diese schrecklichen Ereignisse euch nicht den Mut rauben. Und sollten alle Gläubigen dem Schwert anheimfallen und nur ein einziger überleben, so lasst diesen einen laut im Namen des Herrn rufen und die frohe Botschaft verkünden; lasst ihn aufstehen und allen Völkern der Erde gegenübertreten.188:11Richtet euren Blick nicht auf das Unheil an diesem erleuchteten Ort. Das Heilige Land ist allezeit in Gefahr, und die Flut der Trübsal steht hier immer hoch, nachdem dieser Ruf nunmehr auf der ganzen Welt vernommen wurde und sein Ruhm in den letzten Winkel der Erde gedrungen ist. Das ist der Grund, warum sich die Feinde von innen und außen mit Scharfsinn und Hinterlist aufgemacht haben, Verleumdungen zu verbreiten. Es ist klar, dass ein Ort wie dieser der Gefahr ausgesetzt ist; denn hier gibt es keinen Verteidiger, keinen, der sich angesichts der Verleumdung erhebt und uns zur Seite stellt: Hier gibt es nur eine Handvoll Seelen, heimatlose, unglückliche Gefangene in dieser Feste. Sie haben keinen, der ihre Sache verficht, keinen Helfer, der den Lügenpfeilen wehrt, den Speeren der Verleumdung, die gegen sie geschleudert werden – keinen außer Gott.188:12Ihr solltet über all die Geliebten nachdenken, die auf das heilige Feld des Opfers eilten, diese edlen Seelen, die ihr Leben hingaben. Seid euch immer bewusst, welche Ströme heiligen Blutes vergossen wurden, wie so manches redliche Herz in seinem roten Saft ertrank, wie so manche Brust zur Zielscheibe für Tyrannenspeere wurde, wie viele unbefleckte Leiber man in Stücke riss. Wie könnte es da für uns angemessen sein, an unsere eigene Sicherheit auch nur zu denken, sich bei Fremden oder Freunden einzuschmeicheln, Kompromissbereitschaft zur Schau zu tragen? Sollten wir nicht eher den Pfad der Rechtschaffenen einschlagen und in die Fußstapfen dieser großen, uns vorangegangenen Seelen treten?188:13Unsere wenigen kurzen Tage gehen dahin, unser Leben schwindet vor unseren Augen. Die Rosen dieser Welt bleiben nicht frisch und schön; der Garten dieser Erde, wo Siegesfreude und Vergnügen blühen, verdorrt und verwelkt. Die Frühlingszeit des Lebens verwandelt sich in den Herbst des Todes, der helle Jubel der Palastsäle weicht dem Neumond des Grabes. Deshalb verdient nichts von alledem unsere Liebe, und der Weise hängt sein Herz nicht daran.188:14Wer Erkenntnis und Kraft hat, sucht weit eher des Himmels Herrlichkeit, geistigen Adel und unvergängliches Leben. Er sehnt sich danach, der heiligen Schwelle Gottes näherzukommen. Denn der Gottesmann liegt nicht trunken in der Schenke dieser flüchtigen Welt, nicht einen Augenblick lang gibt er sich seinem Behagen hin oder befleckt sich mit dem Hang zum irdischen Leben.188:15Nein, die Freunde sind vielmehr Sterne hoch am Himmel der Führung, Himmelskörper am Firmament göttlicher Gnade, die mit ihrer ganzen Kraft das Dunkel vertreiben. Sie brechen die Mauern der Böswilligkeit und des Hasses. Sie hegen nur eine Sehnsucht für die Welt und all ihre Völker: Wohlergehen und Frieden. Die Wälle des Kampfes und der Angriffslust reißen sie nieder. Wahrhaftigkeit, ehrbares Handeln und Freundschaft sind ihr Ziel, Freundlichkeit, selbst zu einem böswilligen Feind, bis sie schließlich die Welt, dieses Gefängnis des Verrats, in eine Heimstatt völligen Vertrauens, diesen Kerker des Hasses, der Bosheit und der Gemeinheit in Gottes Paradies verwandeln.188:16O ihr liebenden Freunde! Strebt mit Herz und Seele danach, diesen Erdball zum Spiegelbild des Gottesreiches zu machen, auf dass diese niedere Welt an Segnungen aus der Welt Gottes überquelle, die Stimmen der himmlischen Heerscharen in Jubel ausbrechen, und die Wohltat und Gnadengaben Bahá’u’lláhs mit ihren Zeichen und Beweisen die ganze Erde umfassen.188:17Jináb-i-Amín hat für euch, ihr verehrten Männer und erleuchteten Frauen, größte Bewunderung zum Ausdruck gebracht; er hat jeden von euch namentlich erwähnt und gelobt. Ausführlich berichtete er von eurer Standhaftigkeit und Beständigkeit und sagte, dass – Gott sei gedankt – in Persien die Männer und Frauen zusammenhalten – zuverlässig, sicher, unerschütterlich, ein mächtiges, festgegründetes Bauwerk –, und dass ihr mit Liebe und Freude die süßen Düfte des Herrn verbreitet.188:18Das waren Botschaften, die große Freude brachten, zumal sie mich in diesen Tagen höchster Gefahr erreichten, ist es doch der teuerste Wunsch dieses Unterdrückten, dass die Freunde ein geistiges Herz und einen erleuchteten Sinn erlangen. Wird mir diese Gnade gewährt, so ist jedes Unheil, wie quälend es auch sei, nichts als Wohltat, die sich über mich ergießt wie üppiger Regen.188:19O Gott, mein Gott! Du siehst mich in ein Meer von Qualen gestürzt, in die Feuer der Tyrannei geworfen, weinend im Dunkel der Nacht. Schlaflos wälze ich mich auf meinem Lager, angestrengt schaue ich aus nach dem Morgenlicht der Ehrbarkeit und Treue. Wie ein Fisch mit Feuer im Leibe verschmachtend auf dem Sandstrand zappelt, so winde ich mich in Todesqual, und doch blicke ich mich unentwegt um nach Deinen Gnadengaben.188:20O Gott, mein Gott! Lasse Du die Gläubigen in anderen Landen an Deiner reichen Gnade teilhaben. Befreie durch Deine unfehlbare Hilfe und Großmut jeden unter Deinen Geliebten, der in den entlegensten Gefilden über die bitteren Gräuel seines Feindes seufzt. O Herr, sie sind gefesselt von Deiner Liebe, Gefangene Deiner Heerscharen. Sie sind Vögel, die in die Himmel Deiner Führung fliegen, Wale, die im Ozean Deiner Segnungen schwimmen, Sterne, die am Horizont Deiner Gaben funkeln. Sie sind die Verteidiger in der Feste Deines Gesetzes. Sie sind die Banner Deiner Erwähnung unter den Menschen. Sie sind die tiefen Brunnen Deines göttlichen Erbarmens, die Fontänen Deiner Gunst, die Quellen Deiner Gnade.188:21Bewahre sie immerdar sicher unter Deinem allbeschützenden Auge. Stehe ihnen bei, Dein Wort zu erhöhen; mache ihre Herzen beständig in Deiner Liebe, stärke ihnen den Rücken, damit sie Dir aufrichtig dienen können; festige ihre Kräfte in ihrer Dienstbarkeit.188:22Verbreite durch sie Deine süßen Düfte überallhin, erkläre durch sie Deine Heilige Schrift; lasse durch sie Deine Rede bekannt werden; durch sie erfülle Dein Wort; durch sie ergieße Deine Gnade.188:23Wahrlich, Du bist der Mächtige, der Machtvolle. Wahrlich, Du bist der Gnädige, der Mitleidvolle.189189:1Heute wird jeder weise, wachsame, weitblickende Mensch erweckt. Die Geheimnisse der Zukunft werden ihm enthüllt; sie zeigen, dass nur die Macht des Bündnisses der Menschheit Herz aufzurütteln und zu bewegen vermag, wie einst das Neue und Alte Testament die Sache Christi allenthalben verfocht und so die pulsierende Kraft im Körper der Menschenwelt war. Ein Baum mit Wurzel wird Früchte tragen, aber ein wurzelloser Baum, und sei er noch so groß und stark, wird schließlich welken, absterben und nur ein Scheit fürs Feuer sein.189:2Das Bündnis Gottes ist wie ein unendliches, unergründliches Meer. Die Woge steigt und brandet und wirft allen angesammelten Gischt ans Ufer.189:3Preis sei Gott, der höchste Wunsch achtsamer Seelen ist, das Wort Gottes zu erhöhen und die göttlichen Düfte zu verbreiten. Das ist in Wahrheit die sichere, feste Grundlage.189:4Das Sonnenlicht der Wahrheit breitet sich wie der Morgen über alle Lande. Bemühen tut not, damit die schlummernden Seelen erwachen, damit die Achtlosen aufmerken und die göttlichen Lehren, die den Geist dieses Zeitalters verkörpern, die Ohren des Erdenvolkes erreichen, in der Presse verkündet und in den Versammlungen der Menschen klar und beredt dargelegt werden.189:5Des Menschen Verhalten muss wie das von Paulus sein, des Menschen Glaube wie der von Petrus. Diesen Moschusduft soll das Volk der Welt atmen, dieser Geist soll die Toten auferwecken.189:6Der widerwärtige Geruch des Bündnisbruchs hat den Vormarsch der Sache Gottes vorübergehend aufgehalten; sonst würden sich die göttlichen Lehren wie Sonnenstrahlen unmittelbar ausbreiten und alle Lande durchdringen.189:7Du willst ‘Abdu’l-Bahás Ansprachen, die du zusammengetragen hast, drucken und veröffentlichen. Das ist fürwahr sehr ratsam. Durch diesen Dienst wirst du im Reich Abhá ein strahlendes Antlitz erwerben; die Freunde im Osten wie im Westen werden dich preisen und dir dankbar sein. Aber es muss mit größter Sorgfalt geschehen, so dass der genaue Text wiedergegeben wird und alle Abweichungen und Verfälschungen durch frühere Übersetzer ausschließt.190190:1Du siehst mich, o mein Gott, wie ich in Demut niederknie, mich beuge vor Deinem Gebot, mich Deiner Souveränität unterwerfe, vor der Macht Deiner Herrschaft erzittere, Deinen Zorn fliehe, Deine Gnade erflehe, auf Deine Vergebung vertraue, ehrfürchtig schaudernd vor Deiner Wut. Ich flehe Dich an mit pochendem Herzen und strömenden Tränen, die Seele voll Sehnsucht, in vollkommener Loslösung von allen Dingen: Mache Deine Liebenden zu Lichtstrahlen über all Deinen Reichen und hilf Deinen erwählten Dienern, Dein Wort zu erhöhen, auf dass ihr Antlitz in Schönheit und Herrlichkeit leuchte, ihr Herz der Geheimnisse voll sei und jede Seele ihre Sündenlast niederlege. Alsdann beschütze sie vor dem Angreifer, vor dem, der zum schamlosen, lästerlichen Übeltäter wurde.190:2Wahrlich, Deine Liebenden dürsten, o mein Herr, führe sie zum Brunnquell der Güte und Gnade. Wahrlich, sie hungern; sende Deine himmlische Tafel zu ihnen hernieder. Wahrlich, sie sind nackt; kleide sie in das Gewand der Gelehrsamkeit und Erkenntnis.190:3Sie sind Helden, o mein Herr, führe sie auf das Schlachtfeld. Wegweiser sind sie; lass sie laut reden mit Gründen und Beweisen. Sie sind Messdiener, lass sie den Kelch umherreichen, der vom Wein der Gewissheit überquillt. O mein Gott, mache sie zu Singvögeln, die in lieblichen Gärten jubilieren, mache sie zu Löwen, die im Dickicht lagern, zu Walen, die sich in gewaltige Tiefen stürzen.190:4Wahrlich, Du bist der Gnadenreiche. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Mächtigen, dem Machtvollen, dem Immerschenkenden.190:5O ihr meine geistigen Freunde! Lange Zeit war die Drangsal sehr hart, waren die Beschränkungen wie eherne Ketten. Dieser Unglückliche, dem Unrecht geschieht, war einsam und verlassen, denn alle Wege waren versperrt. Den Freunden wurde der Zutritt zu mir verboten, die Vertrauten waren ausgeschlossen; der Feind umzingelte mich, die Wachposten des Bösen waren wild und aufsässig. Jeder Augenblick brachte neuen Kummer, jeder Atemzug neue Qual. Verwandte wie Fremde griffen mich an. Die einst mich liebten, waren nunmehr treulos und ohne Erbarmen; schlimmer als Feinde erhoben sie sich, mich zu peinigen. Keiner war da, ‘Abdu’l-Bahá zu verteidigen, kein Helfer, kein Beschützer, kein Verbündeter, kein Mitstreiter. Ich ertrank in einem uferlosen Meer, und immerzu dröhnte das Gekrächze der Treulosen in meinen Ohren.190:6Jeder Tagesanbruch brachte dreifaches Dunkel, jeder Abend hartherzige Grausamkeit. Kein Augenblick des Friedens, kein Balsam für die blutenden Wunden der Speere. Jeden Augenblick konnte der Befehl zu meiner Verbannung in die Sandwüste Fezzan kommen, stündlich konnte es geschehen, dass ich in das endlose Meer geworfen würde. Dann wieder hieß es, diese heimatlosen Wanderer wären bald vollends vernichtet, und das Kreuz käme demnächst wieder in Gebrauch. Meine abgezehrte Gestalt sollte Zielscheibe sein für Kugel oder Pfeil; oder dieser schwindende Leib sollte durch das Schwert in Stücke gehauen werden.190:7Unsere falschen Bekannten konnten sich vor Freude nicht halten, unsere verräterischen Freunde verfielen in Begeisterung. »Gepriesen sei Gott!« rief man aus. »Hier wird unser Traum endlich wahr.« Und ein anderer: »Gott sei gedankt! Unsere Speerspitze traf ihn ins Herz.«190:8Das Leid prasselte auf diesen Gefangenen hernieder wie der heftige Frühlingsregen, und die Siege der Böswilligen ergossen sich zu einer erbarmungslosen Flut. Doch ‘Abdu’l-Bahá blieb glücklich und gelassen. Er verließ sich auf die Gnade des Allbarmherzigen. Diese Qual, dieser Schmerz war ein Paradies mit all seinen Freuden; diese Ketten waren das Geschmeide eines Königs auf himmlischem Thron. Zufrieden mit Gottes Willen und Ihm ganz ergeben nahm mein Herz alles hin, was das Schicksal brachte, und ich war glücklich. Unbändige Freude war mein Zechkumpan.190:9Schließlich kam eine Zeit, da die Freunde nicht mehr zu trösten waren und alle Hoffnung aufgaben. Da aber brach der Morgen an und überflutete alles mit unendlicher Lichtfülle. Die Wolkentürme zerstreuten sich, die düsteren Schatten flohen. In diesem Augenblick fielen die Fesseln ab, die Ketten wurden diesem Heimatlosen vom Nacken genommen und dem Feind um den Hals gehängt. Grauenhafte Not wandelte sich in Ruhe, am Horizont der Gottesgaben stieg die Sonne der Hoffnung empor. Das alles kam aus Gottes Gnade und durch Seinen Segen.190:10Und doch, von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, war dieser Wanderer traurig und bekümmert. Für welche Qual könnte ich künftig Linderung suchen? Wie könnte mich noch die Nachricht erfreuen, mein Wunsch sei mir gewährt? Tyrannei, Leid, Schicksalsschläge und Trübsal waren vorüber. Meine einzige Freude in dieser flüchtigen Welt war, den steinigen Pfad Gottes zu betreten, harte Prüfungen und alle materiellen Sorgen zu erdulden. Sonst wäre dieses irdische Leben wertlos und vergeblich; der Tod wäre besser. Der Baum des Lebens trüge keine Frucht. Das bestellte Feld dieses Daseins brächte keine Ernte ein. So hoffe ich, dass irgendein Ergebnis meinen Schmerzenskelch wiederum zum Überfließen bringe und dieser schöne Geliebte, dieser Seelentöter die Zuschauer aufs Neue blende. Dann wird dies Herz glückselig, wird diese Seele gesegnet sein.190:11O göttliche Vorsehung! Führe Deinen Liebenden den bis zum Rand gefüllten Kelch des Schmerzes an die Lippen. Mache den Sehnsuchtsvollen auf Deinem Pfad die Süße zum Stachel, das Gift zum süßen Honig. Lass unsere Häupter die Speerspitzen zieren. Mache unsere Herzen zu Zielscheiben für die erbarmungslosen Pfeile und Spieße. Erwecke Du diese welke Seele zum Leben auf dem Feld des Martyriums, lass Du dies schwache Herz den Trank der Tyrannei kosten, der es wieder frisch und schön macht. Lass ihn trunken sein vom Wein Deines Ewigen Bundesvgl. Qur’án 7:172 – Anm. d. Hrsg.A, mache ihn zu einem Zecher, der hoch den Becher hält. Hilf ihm, sein Leben fahren zu lassen; gewähre, dass er sich um Deinetwillen darbringt.190:12Du bist der Mächtige, der Kraftvolle. Du bist der Wissende, der Sehende, der Hörende.191191:1O du, der du schwer betrübt bist auf dem Pfad des Bundes! Schmerz und Qual, erduldet auf dem Pfad des Herrn offenbarer Zeichen, sind nichts als Gnade und Gunst. Das Leid ist reine Barmherzigkeit, der Kummer ein Geschenk Gottes. Gift ist Zucker auf der Zunge; Zorn ist Güte und stärkt die Seele.
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