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193:5Und jetzt hat sich zu all diesen Trübsalen, diesem Elend, diesen Angriffen der Feinde unter den Gläubigen selbst eine Staubwolke des Grolls erhoben, ungeachtet der Tatsache, dass die Sache der Urewigen Schönheit geradezu das Wesen der Liebe, der Kanal der Einheit ist, nur dazu da, dass alle zu Wellen eines Meeres werden, zu strahlenden Sternen am selben unendlichen Firmament, zu Perlen in der Muschel der Einzigkeit, zu funkelnden Edelsteinen aus den Bergwerken der Einheit, dass alle der anderen Diener werden, einander verehren, segnen und lobpreisen; dass jeder seine Zunge löse und alle anderen ohne Ausnahme in den Himmel hebe, jeder den anderen seinen Dank darbringe, dass alle die Augen zum Horizont der Herrlichkeit heben und eingedenk bleiben, wie sie der Heiligen Schwelle verbunden sind; dass sie nur das Gute im anderen sehen, nur Lob voneinander hören und kein Wort übereinander sprechen, es sei denn Lob und Preis.193:6Tatsächlich gibt es manche, die diesen Weg der Rechtschaffenheit beschreiten, und Gott sei Dank, sie empfangen durch himmlische Macht allüberall Kraft und Hilfe. Aber andere haben sich nicht so, wie sie sollten, zu dieser herrlichen, erhabenen Stufe erhoben, und das legt ‘Abdu’l-Bahá eine schwere Bürde Leid, unvorstellbares Leid aufs Herz. Denn kein gefährlicherer Sturm als dieser könnte jemals die Sache Gottes angreifen, nichts anderes könnte je den Einfluss Seines Wortes in solcher Weise mindern.193:7Es geziemt allen Geliebten Gottes, eins zu werden, sich im Schutz desselben Banners zu scharen, ein einheitliches Weltbild zu vertreten, demselben Pfad zu folgen, sich fest an einen einzigen Entschluss zu halten. Lasst sie ihre auseinandergehenden Theorien vergessen, ihre widersprüchlichen Ansichten beiseitelegen, denn – gelobt sei Gott! – unsere Absicht ist nur eine, unser Ziel ist eins. Wir sind die Diener an der einen Schwelle, wir nähren uns aus derselben Quelle, wir alle sind im Schatten desselben hehren Königszeltes versammelt, wir alle stehen im Schutz des einen himmlischen Baumes.193:8O ihr Geliebten des Herrn! Wenn jemand über einen Abwesenden Schlechtes sagt, führt das nur zu dem einen Ergebnis: Er dämpft die Begeisterung der Freunde und macht sie gleichgültig. Denn üble Nachrede entzweit und ist der Hauptgrund dafür, dass sich Freunde zurückziehen. Wenn jemand Schlechtes über einen Abwesenden sagt, haben seine Zuhörer die Pflicht, ihm auf geistige, freundliche Art Einhalt zu gebieten und ihm etwa folgendes zu sagen: Könnte diese Herabsetzung einem guten Zweck dienen? Würde sie die Gesegnete Schönheit erfreuen, zur bleibenden Ehre der Freunde beitragen, den heiligen Glauben voranbringen, das Bündnis stärken, oder irgendeiner Seele nützen? Nein, niemals! Im Gegenteil, dieses Gerede würde so dicke Lagen Staub auf die Herzen häufen, dass die Ohren nichts mehr hören, und die Augen das Licht der Wahrheit nicht mehr sehen.193:9Wenn sich aber jemand anschickt, Gutes über einen anderen zu sagen, wenn er seine Lippen zum Lob eines anderen öffnet, bringt er bei seinen Hörern eine Saite zum Schwingen, und Gottes Odem regt sie an. Ihre Herzen und Seelen jubeln über die Erfahrung, dass hier, Gott sei gedankt, dem Glauben eine Seele angehört, die ein Brennpunkt menschlicher Vollkommenheiten ist, eine Verkörperung der Gnadengaben des Herrn, ein Mensch von beredter Zunge und strahlendem Antlitz, in welcher Versammlung er auch sei, ein Wesen, dem der Sieg auf die Stirn geschrieben steht, den Gottes süße Düfte bestätigen.193:10Welches ist nun der bessere Weg? Ich schwöre bei der Schönheit des Herrn: Wann immer ich Gutes von den Freunden höre, wird mir das Herz voll vor Freude; wenn ich aber auch nur andeutungsweise erfahre, dass sie schlecht miteinander auskommen, übermannt mich der Kummer. So geht es ‘Abdu’l-Bahá. Urteilt selbst, was eure Pflicht ist.193:11Gott sei gelobt! Wohin wir uns auch wenden, überall öffnet die Urewige Schönheit weit die Tore der Gnade und verkündet in unmissverständlichen Worten frohe Botschaften des Sieges durch die Hilfe des Herrn. Durch Liebe gewinnt Er die Herzen der Gläubigen; ihren Sieg hat Er den himmlischen Heerscharen anvertraut.193:12Jetzt müssen sich die Geliebten inmitten aller Völker dieser Welt erheben, mit einem Herzen, so hell wie der Morgenstern, mit starkem inneren Verlangen, strahlendem Angesicht, moschusduftendem Atem, mit einer Zunge, die unaufhörlich von Gott spricht, mit kristallklarer Darlegung, hohem Entschluss, himmlischer Kraft, geistigem Charakter, mit geradezu göttlicher Bestätigung. Lasst sie alle am Horizont des Himmels erglänzen und am Firmament der Welt zu strahlenden Sternen werden. Lasst sie fruchttragende Bäume im himmlischen Hain, süßduftende Blüten im göttlichen Garten sein. Lasst sie vollendete Verse auf der Tafel des Weltalls, Worte der Einheit im Buch des Lebens sein. Dies ist die Anfangszeit, Anbeginn der Offenbarung des Größten Lichtes. Deshalb müssen in diesem Jahrhundert Tugenden erworben werden, edle Eigenschaften müssen in dieser Zeitspanne vervollkommnet werden. Jetzt in diesen Tagen muss das Paradies Abhá seine Zelte in den Gefilden der Welt errichten. Das Licht der Wirklichkeit muss jetzt enthüllt, die Geheimnisse der Segnungen Gottes müssen jetzt bekannt gemacht werden; jetzt muss die alte Gnade wieder scheinen, muss diese Welt sich wandeln in die Au des Himmels, in den Garten Gottes. Und aus reinen Herzen, durch himmlische Gnadengaben müssen jetzt alle Vollkommenheiten, Eigenschaften und Kennzeichen des Göttlichen offenbar gemacht werden.193:13Zu allen Zeiten betet und fleht ‘Abdu’l-Bahá demütig unter Tränen zum Allmächtigen an der Heiligen Schwelle, laut rufend:193:14O Du gütiger Herr! Wir sind Diener an Deiner Schwelle, die an Deinem heiligen Tor Obdach nehmen. Wir suchen keine Zuflucht als zu dieser starken Säule und wenden uns nach keinem Port als Deinem sicheren Gewahrsam. Beschütze uns, segne uns, hilf uns; lass uns nur Dein Wohlgefallen lieben, nur Dein Lob anstimmen, nur auf dem Pfad der Wahrheit wandeln, bis wir so reich werden, dass wir alles außer Dir entbehren können, unsere Gaben aus dem Meer Deiner Wohltätigkeit empfangen und allezeit danach trachten, Deine Sache zu erheben und Deine süßen Düfte nah und fern zu verbreiten, auf dass wir unser Selbst vergessen und, nur mit Dir befasst, alles für wertlos erachten und ganz in Dir aufgehen.193:15O Du Versorger, o Du Vergeber! Gewähre uns Deine Güte und Gnade, Deine Gaben und Spenden, und gib uns die Kraft, unser Ziel zu erreichen. Du bist der Gewaltige, der Fähige, der Wissende, der Sehende; wahrlich, Du bist der Freigebige, wahrlich, Du bist der Allerbarmer, wahrlich, Du bist der Immervergebende, dem Reue geschuldet wird, der selbst die schwersten Sünden vergibt.194194:1O ihr aufrichtigen Geliebten der Schönheit Abhá! Auf der ganzen Erde wächst in dieser Zeit die Sache Gottes an Macht. Tag für Tag verbreitet sie sich immer weiter, bis ans Ende der Welt. Deshalb werden auch ihre Gegner aus allen Völkern und Geschlechtern der Welt angriffslustig, böswillig, neidisch und überaus feindselig. Die Geliebten Gottes müssen daher in allen Dingen, bedeutend oder nicht, die größte Sorgfalt und Besonnenheit walten lassen; sie müssen miteinander beraten und vereint dem Angriff derer widerstehen, die zum Streit aufhetzen und Unheil stiften. Sie müssen sich bemühen, mit jedermann freundlich zu verkehren, sie müssen bescheiden auftreten, einander Achtung und Rücksicht bezeigen, allen Völkern der Welt Güte und einfühlsame Aufmerksamkeit entgegenbringen. Geduldig und langmütig müssen sie sein, so dass sie göttliche Magneten des Reiches Abhá werden und die Tatkraft der himmlischen Heerscharen erwerben.194:2Des Menschen flüchtige Stunden auf Erden vergehen rasch, und das wenige, was bleibt, wird ein Ende haben; was aber kein Ende hat und immer währen wird, ist die Frucht seiner Dienstbarkeit an der göttlichen Schwelle. Bedenket die Wahrheit dieses Spruches. Wie überaus viele herrliche Beweise gibt es dafür in der Welt des Seins!194:3Die Herrlichkeit der Herrlichkeiten sei auf dem Volk Bahás!195195:1O du erhabener Zweig am göttlichen Lotosbaum! … Wirst du von denen, die Unrecht tun, geschmäht und zurückgewiesen, so sei nicht entmutigt. Lass die Gewaltsamkeit und Halsstarrigkeit der Anmaßenden dir weder die Ruhe nehmen noch das Herz brechen; denn das ist die Art achtloser Seelen seit undenklichen Zeiten. »O das Elend der Menschen! Kein Gesandter kommt zu ihnen, ohne dass sie ihn verlachen!«Qur’án 36:30.
Q195:2Tatsächlich führt der Unwissenden Angriff und Widerstand nur dazu, dass Gottes Wort erhöht wird und Seine Zeichen und Beweise sich weithin verbreiten. Gäbe es nicht die Gegnerschaft der Verächter, die Verstocktheit der Verleumder, das Geschrei von den Kanzeln, das Rufen und Klagen von groß und klein gleichermaßen, den Vorwurf des Unglaubens aus dem Munde der Unwissenden, den Aufruhr der Toren – wie hätte dann wohl die Nachricht vom Kommen des Ersten Punktes und vom strahlenden Aufgang des Tagesgestirns Bahás Ost und West jemals erreicht? Wie sonst wäre der Planet von Pol zu Pol erschüttert worden? Wie sonst wäre Persien zum Lichtquell strahlenden Glanzes geworden, Kleinasien zum leuchtenden Herzen für die Schönheit des Herrn? Wie sonst hätte sich die Flamme der Offenbarung gen Süden verbreiten können? Wodurch sonst wäre Gottes Ruf im fernen Norden zu vernehmen gewesen? Wie sonst wäre Seine Vorladung im Erdteil Amerika und im dunklen Afrika gehört worden? Wie sonst hätte der Hahnenschrei des Himmels in die Ohren dringen können? Wie sonst hätten Indiens süße Papageien diesen Zucker kosten, wie hätten Iraks Nachtigallen ihren Jubel erheben können? Was sonst hätte Ost und West zum Tanze gebracht, wie hätte dieser Geheiligte Ort zum Thron der Schönheit Gottes werden können? Wie sonst hätte Sinai diesen lodernden Glanz erblicken, wie die Flamme der Wiederkunft jenen Berg schmücken können? Wie wäre das Heilige Land der Schönheit Gottes zum Schemel gemacht worden? Wie wäre das heilige Tal von TuváQur’án 20:12 – wird auch als »Heiliges Tal« bezeichnet.A zum Sitz überwältigender Gnade geworden, der geheiligte Ort, da Moses die Schuhe ablegte? Was sonst hätte den Himmelshauch durch das Tal der Heiligkeit getragen? Wie wären die süßen Lüfte aus den Gärten Abhás von den Bewohnern der Grünen Insel je wahrgenommen worden? Wie hätten sonst die Versprechen der Propheten, die frohen Botschaften der heiligen Seher vergangener Zeiten, die begeisternden Verheißungen der Manifestationen Gottes für diesen Heiligen Ort jemals erfüllt werden können?195:3Wie sonst hätte der Baum Anísá hier gepflanzt, des Testamentes Banner hier gehisst, der berauschende Kelch des Bündnisses an diese Lippen gesetzt werden können? All diese Segnungen und Gnadengaben, die Hauptwerkzeuge für die Verbreitung des Glaubens, sind durch den Spott der Unwissenden, die Gegnerschaft der Toren, den Starrsinn der Stumpfsinnigen, die Gewalt der Angreifer zustande gekommen. Anders hätte die Nachricht vom Kommen des Báb bis zum heutigen Tag noch nicht einmal die Nachbarländer erreicht. Deshalb sollten die Blindheit der Unwissenden, die Angriffe der Toren, die Feindseligkeit der Niederträchtigen, die Achtlosigkeit der Geistlichen, der Vorwurf des Unglaubens aus dem Munde der Gedankenlosen uns niemals betrüben. So handelten sie auch in vergangener Zeit. Dem wäre nicht so, wenn sie zu den Wissenden zählten. Sie aber sind umnachtet und kommen dem Verständnis dessen, was ihnen gesagt wird, nicht nahe.vgl. Qur’án 4:78.A195:4So ziemt es dir, dem Spross aus Gottes Heiligem Baum, dem Zweig des mächtigen Stamms, wie es auch uns geziemt, durch die stärkende Gnade der Urewigen Schönheit – möge mein Leben ein Opfer für Seinen Heiligsten Schrein sein – mit der im Himmel entfachten Flamme zu lodern, damit wir von Pol zu Pol das Feuer der Liebe Gottes entzünden. Lass uns den großen, heiligen Baum des erhabenen Báb – möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein – zum Vorbild nehmen. Wie Er lass uns die Brust entblößen für die Pfeile des Todeskampfes, wie Er unsere Herzen zu Zielscheiben für die Speere machen, die Gott uns bestimmt hat. Lass uns wie Kerzen niederbrennen, wie Motten lass uns die Flügel versengen, wie Lerchen unsere Klagerufe ausstoßen, wie Nachtigallen in Trauerlieder ausbrechen.195:5Wie Wolken lass uns Tränen vergießen, wie der flammende Blitz lass uns auflachen auf unserer Hetzjagd durch Ost und West. Bei Tag und bei Nacht lass uns nur daran denken, wie wir Gottes süße Düfte verbreiten. Lass uns nicht immer fortfahren in unseren Phantastereien und Illusionen, mit unserem unaufhörlichen Zergliedern und Interpretieren und Weiterverbreiten vielschichtiger Unsicherheiten und Zweifel. Lass uns alle selbstischen Gedanken beiseiteschieben; lass uns die Augen schließen für alles auf dieser Erde, lass uns weder bekanntmachen, was wir erdulden, noch uns über erlittenes Unrecht beklagen. Lass uns vielmehr unser eigenes Ich vergessen, und den Wein himmlischer Gnade trinkend, wollen wir unseren Jubel laut hinausrufen und uns in der Schönheit des Allherrlichen verlieren.195:6O du Afnán des göttlichen Lotosbaumes! Wir müssen uns alle darum bemühen, wie beladene Äste zu werden, die immer süßere, immer bekömmlichere Früchte tragen, so dass im Zweig die Wurzel weiterwirkt und der Teil mit dem Ganzen in Einklang steht. Es ist meine Hoffnung, dass wir durch die Freigebigkeit des Größten Namens und durch die Güte des Ersten Punktes – möge meine Seele für sie beide ein Opfer sein – Werkzeuge für die Verherrlichung von Gottes Wort auf der ganzen Welt werden, dass wir immerfort dem Ursprung unserer Sache dienen und über alle Menschen den Baldachin des wahren, heiligen Eifers für den Herrn ausspannen, dass wir über den Gefilden der Gnade die linden Lüfte wecken, die den Menschen die süßen Düfte aus Gottes Gärten zutragen, dass wir diese Erde zum Paradies Abhá machen, diese niedrige Welt in das Königreich des Himmels verwandeln.195:7Allen Dienern Gottes, ganz besonders den vom Glauben Entflammten, ward diese Aufgabe des Dienstes für den allmächtigen Gott wahrlich zuteil; aber die uns auferlegte Pflicht ist noch größer als die der anderen. Bei Gott suchen wir Gnade, Gunst und Kraft.195:8Aller Lob und Dank sei Ihm, der Gesegneten Schönheit, dass Er die Streitmacht Seines Reiches Abhá zum Kampfe ruft und uns Seine nie versagende Hilfe sendet, zuverlässig wie die aufgehenden Sterne. In jedem Winkel dieser Erde stützt Er diesen einsamen, auf sich gestellten Diener, in jedem Augenblick lässt Er mich um die Zeichen und Beweise Seiner Liebe wissen. Die ihrem eitlen Wahn anhangen, macht Er stumpf und starr, ehrlos vor hoch und niedrig. Wer Wahn und Launen nachläuft, den setzt Er dem Schimpf des Volkes aus; den Anmaßenden stellt Er an den Pranger. Die Freunde, die in ihrem Glauben wankend wurden, lässt Er zur Warnung werden für jedes offene Auge; die Führer der Wankelmütigen, gefangen in Eigenliebe, lässt Er in Eitelkeit ertrinken. Doch durch die Kraft Seiner Macht lässt Er diesen flügellahmen Vogel sich aufschwingen vor den Augen aller Erdenbewohner. Er zerschlägt die geschlossene Front der Empörer, den Heerscharen der Erlösung verleiht Er den Sieg, Er haucht den Herzen der im Bund und Testament Standhaften den Odem ewigen Lebens ein.195:9Gib die Grüße Abhás jedem Afnán weiter, der den Zweigen des Heiligen Baumes entsprossen ist. Die Herrlichkeit sei mit dir und allen Afnán, die dem Bündnis gläubig und treu verbunden sind.196196:1O du, der du standhaft im Bündnis bist! Dein Brief vom 9. September 1909 ist angekommen. Sei weder traurig noch verzweifelt über das, was geschehen ist. Dieses Unheil brach über dich als Wanderer auf dem Pfade Gottes herein; deshalb soll es dir Freude bringen. Wir wandten uns bereits früher schriftlich an die Freunde und erklärten ihnen auch mündlich, dass die Freunde im Westen zweifellos ihren Anteil an den Schicksalsschlägen der Freunde im Osten werden tragen müssen. Unvermeidlich werden auch sie, die sie auf dem Pfad Bahá’u’lláhs wandeln, zur Zielscheibe für die Verfolgung der Unterdrücker.196:2Bedenke, wie zu Beginn der christlichen Zeit die Apostel heimgesucht wurden, welche Qualen sie auf dem Pfad Christi erduldeten. Jeden Tag ihres Lebens dienten sie den Pharisäern als Zielscheibe für die Pfeile des Spottes, der Verleumdung und Beschimpfung. Sie trugen großes Ungemach, kamen ins Gefängnis, und die meisten von ihnen führten den süßen Kelch des Martyriums an die Lippen.196:3Nun müsst ihr gewiss ebenfalls in kleinem Umfang meine Teilhaber werden und euer Maß an Kummer und Prüfungen auf euch nehmen. Aber diese Stunden gehen vorüber, während bleibende Herrlichkeit und ewiges Leben unverändert bestehen. Mehr noch, dieses Leid führt zu großem Fortschritt.196:4Ich flehe zu Gott, dass du als Sein Ackerknecht den harten, steinigen Boden pflügst, wässerst und die Saat ausbringst – denn das wird zeigen, wie fähig der Bauer ist. Die lockere Erde, frei von Dorngestrüpp, kann jeder bestellen.197197:1O du Diener Gottes! Gräme dich nicht wegen der Heimsuchungen und Trübsale, die über dich gekommen sind. Alle Trübsale und Heimsuchungen werden dem Menschen zuteil, damit er diese sterbliche Welt verschmähe – eine Welt, der er sehr verhaftet ist. Wenn er schwere Prüfungen und Nöte erfährt, wird sein Wesen vor dieser Verhaftung zurückschrecken und sich nach dem ewigen Reiche sehnen – einem Reich, das über alle Heimsuchungen und Trübsale geheiligt ist. So ergeht es dem weisen Menschen. Er wird nie aus einem Becher trinken, der einen widerlichen Nachgeschmack hat, im Gegenteil, er wird den Becher reinen und klaren Wassers suchen. Er wird nicht den Honig kosten, der mit Gift gemischt ist.197:2Preise Gott, dass du versucht wurdest und eine solche Prüfung erfahren hast. Sei geduldig und dankbar. Wende dein Angesicht dem Reiche Gottes zu und strebe danach, barmherzig und erleuchtet zu werden, die Kennzeichen des Gottesreiches und des Herrn zu erlangen. Bemühe dich, gegen die Vergnügungen dieser Welt und ihre Bequemlichkeit gleichgültig zu werden, fest und standhaft im Bündnis zu bleiben und die Sache Gottes zu verkünden.197:3Darauf beruht die Erhöhung des Menschen, seine Herrlichkeit und sein Heil.198198:1O du, der du in den Hauch Gottes verliebt bist! Ich las den Brief, der deine Liebe zu Gott, dein unwiderstehliches Hingezogensein zu Seiner Schönheit laut hinausruft. Die wundersame Melodie dieses Briefes machte mir das Herz froh.198:2Mit meinem vorangegangenen Brief wollte ich dir sagen, dass wir uns Prüfungen und Trübsalen unterziehen müssen, wenn wir das Wort Gottes verherrlichen wollen, und dass es jeden Augenblick Ungemach, Kummer und Qualen gibt, wenn wir Ihn lieben.198:3Zunächst muss der Mensch diese Gottesurteile schätzen lernen; er muss sie bereitwillig annehmen und voll Eifer willkommen heißen; erst dann sollte er die Lehrarbeit für den Glauben beginnen und Gottes Wort verherrlichen.198:4In diesem Zustand wird er niemals entmutigt werden, einerlei was ihm in seiner Liebe zu Gott zustoßen sollte: Belästigung, Vorwurf, Verleumdung, Fluch, Misshandlung, Kerker, Tod. Seine Leidenschaft für die Göttliche Schönheit wird nur an Stärke gewinnen. Das war, was ich sagen wollte.198:5Wehe andererseits der elenden Seele, die Bequemlichkeit, Reichtümer und irdische Freuden sucht und dabei versäumt, an Gott zu denken! Denn für ‘Abdu’l-Bahá ist Trübsal auf dem Pfade Gottes nur Gunst und Gnade, und die Allherrliche Schönheit erklärt in einem Sendbrief: »Nie ging Ich an einem Baum vorbei, ohne dass Mein Herz ihn anredete und sprach: ›O würdest du doch in Meinem Namen gefällt und Mein Leib an dir gekreuzigt!‹«Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 2:22.
Q Das waren die Worte des Größten Namens. Das ist Sein Pfad. Das ist der Weg zu Seinem Reich der Macht.
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