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196:4Ich flehe zu Gott, dass du als Sein Ackerknecht den harten, steinigen Boden pflügst, wässerst und die Saat ausbringst – denn das wird zeigen, wie fähig der Bauer ist. Die lockere Erde, frei von Dorngestrüpp, kann jeder bestellen.197197:1O du Diener Gottes! Gräme dich nicht wegen der Heimsuchungen und Trübsale, die über dich gekommen sind. Alle Trübsale und Heimsuchungen werden dem Menschen zuteil, damit er diese sterbliche Welt verschmähe – eine Welt, der er sehr verhaftet ist. Wenn er schwere Prüfungen und Nöte erfährt, wird sein Wesen vor dieser Verhaftung zurückschrecken und sich nach dem ewigen Reiche sehnen – einem Reich, das über alle Heimsuchungen und Trübsale geheiligt ist. So ergeht es dem weisen Menschen. Er wird nie aus einem Becher trinken, der einen widerlichen Nachgeschmack hat, im Gegenteil, er wird den Becher reinen und klaren Wassers suchen. Er wird nicht den Honig kosten, der mit Gift gemischt ist.197:2Preise Gott, dass du versucht wurdest und eine solche Prüfung erfahren hast. Sei geduldig und dankbar. Wende dein Angesicht dem Reiche Gottes zu und strebe danach, barmherzig und erleuchtet zu werden, die Kennzeichen des Gottesreiches und des Herrn zu erlangen. Bemühe dich, gegen die Vergnügungen dieser Welt und ihre Bequemlichkeit gleichgültig zu werden, fest und standhaft im Bündnis zu bleiben und die Sache Gottes zu verkünden.197:3Darauf beruht die Erhöhung des Menschen, seine Herrlichkeit und sein Heil.198198:1O du, der du in den Hauch Gottes verliebt bist! Ich las den Brief, der deine Liebe zu Gott, dein unwiderstehliches Hingezogensein zu Seiner Schönheit laut hinausruft. Die wundersame Melodie dieses Briefes machte mir das Herz froh.198:2Mit meinem vorangegangenen Brief wollte ich dir sagen, dass wir uns Prüfungen und Trübsalen unterziehen müssen, wenn wir das Wort Gottes verherrlichen wollen, und dass es jeden Augenblick Ungemach, Kummer und Qualen gibt, wenn wir Ihn lieben.198:3Zunächst muss der Mensch diese Gottesurteile schätzen lernen; er muss sie bereitwillig annehmen und voll Eifer willkommen heißen; erst dann sollte er die Lehrarbeit für den Glauben beginnen und Gottes Wort verherrlichen.198:4In diesem Zustand wird er niemals entmutigt werden, einerlei was ihm in seiner Liebe zu Gott zustoßen sollte: Belästigung, Vorwurf, Verleumdung, Fluch, Misshandlung, Kerker, Tod. Seine Leidenschaft für die Göttliche Schönheit wird nur an Stärke gewinnen. Das war, was ich sagen wollte.198:5Wehe andererseits der elenden Seele, die Bequemlichkeit, Reichtümer und irdische Freuden sucht und dabei versäumt, an Gott zu denken! Denn für ‘Abdu’l-Bahá ist Trübsal auf dem Pfade Gottes nur Gunst und Gnade, und die Allherrliche Schönheit erklärt in einem Sendbrief: »Nie ging Ich an einem Baum vorbei, ohne dass Mein Herz ihn anredete und sprach: ›O würdest du doch in Meinem Namen gefällt und Mein Leib an dir gekreuzigt!‹«Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 2:22.
Q Das waren die Worte des Größten Namens. Das ist Sein Pfad. Das ist der Weg zu Seinem Reich der Macht.199199:1O ihr Aufrichtigen, ihr Sehnsüchtigen, die ihr wie von einem Magneten angezogen seid und euch erhoben habt, der Sache Gottes zu dienen, Sein Wort zu verherrlichen und Seine süßen Düfte überall zu verbreiten! Ich las euren vortrefflichen Brief, wunderschön im Stil, ausdrucksvoll in der Wortwahl, tief an Bedeutung, und ich pries Gott und dankte Ihm, dass Er euch zu Hilfe kommt und euch befähigt, Ihm in Seinem weiten Weinberg zu dienen.199:2Bald werden eure Angesichter strahlen im Widerschein eurer demütigen Bitten, eurer Andacht vor Gott, eurer Gebete zu Ihm und eurer selbstlosen Bescheidenheit in der Gegenwart der Freunde. Er wird eure Versammlung zu einem Magneten machen, der die lichten Strahlen göttlicher Bestätigung aus Seinem Reich der Herrlichkeit auf euch herniederzieht.199:3Es ist eure Pflicht, tief im Herzen nachzusinnen und Seine Worte zu bedenken, Ihn demütig anzurufen und in Seiner himmlischen Sache euer Selbst beiseitezulegen. Dies wird euch zu Zeichen der Führung für die ganze Menschheit machen, zu strahlenden Sternen, die vom allhöchsten Horizont scheinen, zu mächtigen Bäumen im Paradies Abhá.199:4Wisset, dass ‘Abdu’l-Bahá in immerwährender Freude lebt. In diesem entlegenen Gefängnis zu wohnen, bedeutet mir größte Freude. Beim Leben Bahás! Dieses Gefängnis ist mein himmlisches Paradies, mein ersehntes Ziel, Trost meiner Brust, die Seligkeit meines Herzens; es ist meine Zuflucht, mein Schutz, mein Asyl, mein sicherer Hafen, und in diesem Gefängnis frohlocke ich inmitten der himmlischen Heerscharen.199:5Freut euch meiner Knechtschaft, o ihr Freunde Gottes, denn sie sät den Samen der Freiheit; freut euch meiner Kerkerhaft, denn sie ist der Quell der Erlösung; seid froh über meine Mühe und Plage, denn sie führen zu ewigem Behagen. Bei Gott, dem Herrn! Nicht für den Thron der ganzen Welt würde ich dieses Gefängnis tauschen, nicht für Vergnügen und Kurzweil in all den lieblichen Gärten auf Erden will ich diese Haft aufgeben. Es ist meine Hoffnung, dass ich durch die reiche Güte des Herrn, durch Seine Freigebigkeit und Gnade auf Seinem Pfade den Galgen ziere, dass mein Herz zur Zielscheibe werde für tausend Kugeln, dass ich in die Meerestiefen versenkt oder im Wüstensand dem Verschmachten preisgegeben werde. Danach sehne ich mich am meisten, das ist mein höchstes Verlangen; es erquickt meine Seele, ist Balsam für meine Brust, der Trost meiner Augen.199:6Und ihr, o ihr Geliebten Gottes, macht eure Schritte sicher in Seiner Sache mit so festem Entschluss, dass ihr nicht erschüttert werdet, selbst wenn die schrecklichsten Trübsale die Welt bestürmen. Lasst euch unter keinen Umständen und durch nichts verwirren. Seid fest verankert wie die hohen Berge, seid Sterne, die am Horizont des Lebens aufleuchten, strahlende Lichter in den Versammlungen der Einheit, bescheidene, demütige Seelen in der Gegenwart der Freunde, unschuldig in eurem Herzen. Seid Sinnbilder der Führung und Leuchten der Frömmigkeit, losgelöst von der Welt, fest an den sicheren, starken Griff geklammert, den Geist des Lebens verbreitend, geborgen in der Arche der Erlösung. Seid Morgenstrahlen der Freigebigkeit, Dämmerorte der Geheimnisse des Seins, Stätten, aus denen die Erleuchtung steigt, Aufgangsorte des Strahlenglanzes; seid Seelen, denen der Heilige Geist Kraft verleiht, den Herrn innig liebend, gelöst von allem außer Ihm, geheiligt über die Wesenszüge des Menschlichen, geschmückt mit den Eigenschaften der Engel im Himmel, so dass ihr in dieser neuen Zeit, diesem wundervollen Jahrhundert, den höchsten Segen erlanget.199:7Beim Leben Bahás! Nur wer losgelöst ist von der Welt, wird diese Gnadenfülle erlangen, nur wer gefangen ist in Gottes Liebe, frei von Leidenschaft, frei vom Ich, seinem Gott in jeder Hinsicht treu, bescheiden, demütig, nur wer flehentlich unter Tränen darum bittet und völlig ergeben ist in der Gegenwart des Herrn.200200:1O meine geistig Geliebten! Zu einer Zeit, da hoch ein Meer von Prüfungen und Leiden brandete und seine Wellen bis zum Himmel warf, da ganze Scharen uns angriffen und die Tyrannen uns drückendes Unrecht zufügten – zu einer solchen Zeit waren einige darauf aus, uns zu verleumden. Sie taten sich mit unserem lieblosen Bruder zusammen, brachten eine Abhandlung voll lügnerischer Anschuldigungen heraus und erhoben Anklagen und Verleumdungen gegen uns.200:2Auf diese Weise alarmierten sie die Regierungsbehörden und brachten sie durcheinander. Es ist deutlich zu sehen, wie sich daraufhin die Lage dieses Gefangenen in der verfallenen Festung entwickelte, welch schreckliches Unrecht und Unheil angerichtet wurde, schlimmer als es Worte ausdrücken können. Trotz allem blieb dieser heimatlose Gefangene innerlich sicher und ruhig, im Vertrauen auf den unvergleichlichen Herrn, voll Sehnsucht nach all den Leiden, die auf dem Pfade der Gottesliebe zu bestehen sein mögen. Denn des Hasses Pfeile sind in unseren Augen wie ein Perlenband als Geschenk von Ihm, und tödliches Gift ist wie ein Heiltrank.200:3In dieser Lage befanden wir uns, als uns ein Brief der amerikanischen FreundeDieser Brief trug die Unterschriften von 422 amerikanischen Gläubigen und das Datum vom 4. Juli 1905.A erreichte. Sie hatten sich geschworen, so schrieben sie, in allen Dingen einig zu bleiben. Die Unterzeichnenden hatten allesamt gelobt, auf dem Pfade der Liebe Gottes Opfer zu bringen, um ewiges Leben zu gewinnen. In dem Augenblick, als dieser Brief mit all den Unterschriften am Ende verlesen wurde, überkam ‘Abdu’l-Bahá so große Freude, dass keine Feder sie zu beschreiben vermag. Er dankte Gott, dass sich dortzulande Freunde erhoben haben, die in vollkommener Eintracht zusammenleben wollen, in der schönsten Gemeinschaft, in voller Übereinstimmung, eng miteinander verbunden und vereint in ihren Bemühungen.200:4Je mehr ihr an dieser Übereinkunft festhaltet, desto glücklicher und gedeihlicher wird sich alles gestalten; denn dieser Bund zieht Gottes Bestätigungen auf sich. Hoffen die Liebenden Gottes auf die Gnade, die himmlischen Heerscharen zu Freunden zu gewinnen, so müssen sie alles in ihrer Macht Stehende tun, diese Übereinkunft zu stärken; denn eine solche Verbindung der Bruderschaft und Einigkeit bedeutet, den Baum des Lebens zu bewässern: Sie ist das ewige Leben.200:5O ihr, die ihr Gott liebt! Macht eure Schritte fest. Erfüllt das Versprechen, das ihr einander gabt. Schreitet einträchtig voran, damit ihr den süßen Duft der Gottesliebe verbreitet und Seine Lehren aufrichtet, bis ihr dem Leichnam dieser Welt eine Seele einhaucht und im Reich des Stoffes wie des Geistes jedem Kranken wahre Heilung bringt.200:6O ihr, die ihr Gott liebt! Die Welt gleicht einem Menschen, der krank und schwach ist, dessen Augen nichts mehr sehen und dessen Ohren taub wurden. Seine ganze Kraft ist zerstört und verbraucht. Deshalb müssen die Freunde Gottes fähige Ärzte sein, die diesen Kranken nach den heiligen Lehren pflegen, bis er wieder gesund ist. So Gott will, wird die Welt genesen und auf Dauer heil bleiben. Ihre erschöpften Fähigkeiten werden wiederhergestellt, ihr Leib wird solche Lebenskraft und Frische annehmen, dass er in heiterer Anmut erstrahlt.200:7Das erste Heilmittel ist, das Volk rechtzuleiten, so dass es sich Gott zuwendet, auf Seinen Rat hört und alsdann mit hörenden Ohren und sehenden Augen voranschreitet. Hat man den Menschen diesen rasch wirkenden Trunk verabreicht, dann muss man sie nach den Lehren dazu führen, sich die Eigenschaften und Verhaltensweisen der himmlischen Heerscharen anzueignen, und muss sie ermutigen, die Gnadengaben des Reiches Abhá zu suchen. Sie müssen die letzte Spur von Hass und Groll aus ihren Herzen tilgen und sich anschicken, wahrhaftig und ehrlich zu sein, versöhnungsbereit und liebevoll gegenüber allen Menschen, damit sich Ost und West wie zwei Liebende umschlungen halten, Hass und Feindseligkeit von dieser Erde verschwinden und an ihrer Statt der Weltfriede fest verwurzelt wird.200:8O ihr, die ihr Gott liebt! Seid freundlich zu allen Völkern, kümmert euch um jeden Menschen, tut, was ihr könnt, um die Herzen und Gemüter der Menschen zu läutern, und bemüht euch, jede Seele zu erfreuen. Seid für jede Au ein Regenschauer der Gnade, für jeden Baum das Wasser des Lebens, seid wie süßer Moschus für den Sinn der Menschen, und für die Kranken seid eine frische, belebende Brise. Seid schmackhaftes Wasser für alle Dürstenden, ein behutsamer Führer für alle, die ihren Weg verloren haben; seid den Waisen Vater und Mutter, den Alten liebevolle Söhne und Töchter, ein reicher Schatz den Armen. Erachtet Liebe und Brüderlichkeit als des Himmels Wonnen, Feindseligkeit und Hass als Höllenqual.200:9Verwöhnt euren Leib nicht mit Ruhe, sondern arbeitet mit ganzer Seele, und aus vollem Herzen ruft und bittet Gott, dass Er euch Seine Hilfe und Gnade gewähre. So verwandelt ihr diese Welt in das Paradies Abhá, diesen Erdball in den Paradeplatz für das Reich der Höhe. Wenn ihr nur die Mühe auf euch nehmt, wird diese Pracht sicherlich leuchten, diese Wolken der Barmherzigkeit werden ihren Regen verströmen, diese lebenspendenden Winde werden sich erheben und wehen, dieser süßduftende Moschus wird sich allenthalben verbreiten.200:10O ihr, die ihr Gott liebt! Denkt nicht weiter darüber nach, was an diesem heiligen Ort noch geschehen mag, und seid in keiner Weise beunruhigt. Was immer geschieht, gereicht zum besten; denn Leid ist nur der innerste Kern der Gnadengabe, Sorge und Plage sind lautere Barmherzigkeit, Schmerz ist Seelenfrieden, und ein Opfer zu bringen, bedeutet, ein Geschenk zu empfangen. Was auch immer geschehen wird, es kommt aus Gottes Gnade.200:11Richtet euren Blick deshalb auf eure eigenen Aufgaben: Führt das Volk und erzieht es auf den Wegen ‘Abdu’l-Bahás. Überbringt der Menschheit diese frohe Botschaft aus dem Reich Abhá. Rastet weder bei Tag noch bei Nacht. Sucht keinen Augenblick der Ruhe. Bemüht euch mit ganzer Kraft und bringt den Menschen diese frohe Botschaft zu Gehör. In eurer Liebe zu Gott und eurer Bindung an ‘Abdu’l-Bahá nehmt jede Drangsal, jede Sorge auf euch. Erduldet des Angreifers Hohn, nehmt des Feindes Vorwurf hin. Folgt den Fußstapfen ‘Abdu’l-Bahás auf dem Pfade der Schönheit Abhá und sehnt euch jeden Augenblick danach, euer Leben hinzugeben. Strahlt wie die Sonne, seid ruhelos wie das Meer, vergießt wie die Wolken des Himmels Leben über Feld und Flur, und den Aprilwinden gleich blast Frische durch den Menschenwald und bringt ihn zum Blühen.201201:1O du, die Gottes Liebe mitreißt! Die Sonne der Wahrheit ist über dem Horizont dieser Welt aufgegangen und wirft ihre Lichtstrahlen der Führung hernieder. Die ewige Gnade wird nie unterbrochen, und eine Frucht dieser ewigen Gnade ist der Weltfrieden. Sei deshalb gewiss: In diesem Zeitalter des Geistes wird das Reich des Friedens sein Königszelt auf den Gipfeln der Welt errichten. Das Gebot des Friedefürsten wird die Adern und die Nerven jedes Volkes so beherrschen, dass es alle Nationen auf Erden in Seinen schützenden Schatten zieht. An den Quellen der Liebe, der Wahrheit und der Einheit wird der wahre Hirte Seine Schafe tränken.201:2O du Dienerin Gottes! Der Friede muss zuerst unter den einzelnen Menschen gestiftet werden, bis er schließlich zum Frieden unter den Nationen führt. O ihr Bahá’í! Strebt deshalb mit ganzer Kraft danach, durch die Macht des Gotteswortes echte Liebe, geistige Gemeinschaft und dauerhafte Bande zwischen den Menschen zu schaffen. Das ist eure Aufgabe.202Dieser Sendbrief wurde im Januar 1920 verfaßt; vgl. Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:6, S. 51 – Anm. d. Hrsg.A202:1O ihr Liebenden der Wahrheit, ihr Diener der Menschheit! Herrliche Düfte strömten aus den Blüten eurer Gedanken und Hoffnungen. Deshalb treibt mich ein tiefes Pflichtgefühl, diese Worte niederzuschreiben.202:2Ihr seht, wie diese Welt in sich zerstritten ist, wie viele Länder rot sind von Blut, wie ihr Staub zu Klumpen gebacken ist mit geronnenem Menschenblut. Die Feuer des Streites lodern so hoch, dass zu keiner früheren Zeit, weder im Mittelalter noch in der Neuzeit, jemals ein so grauenhafter Krieg herrschte, ein Krieg, der die Schädel der Menschen zermalmt wie Mühlsteine das Korn. Noch viel schrecklicher, denn reiche Länder fielen in Schutt und Asche, ganze Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht, viele blühende Dörfer sind jetzt Ruinen. Väter verloren ihre Söhne und Söhne ihre Väter, Mütter zerfließen in Tränen über ihre toten Kinder, Kinder wurden zu Waisen, Frauen irren vertrieben und heimatlos umher. In jeder Hinsicht ist die Menschheit tief gesunken. Laut gellen die Schreie vaterloser Kinder, laut die schmerzerfüllten Stimmen der Mütter zum Himmel.202:3Der Nährboden all dieser Tragödien ist das Vorurteil: das Vorurteil der Rasse und Nation, der Religion, der politischen Meinung; und die Wurzel des Vorurteils ist die blinde Nachahmung der Vergangenheit – die Nachahmung in der Religion, bei Einstellungen zu anderen Rassen, bei nationalen Vorlieben, in der Politik. Solange dieses Nachäffen der Vergangenheit anhält, werden die Grundlagen der Gesellschaftsordnung in alle Winde verweht, und die Menschheit wird ständig den schrecklichsten Gefahren ausgesetzt sein.202:4Ist es heutzutage, in unserem erleuchteten Zeitalter, da vormals unbekannte Wirklichkeiten aufgedeckt und die Geheimnisse der Schöpfung dem Menschen enthüllt sind, da der Morgen der Wahrheit angebrochen ist und die Welt erleuchtet hat – ist es da überhaupt statthaft, dass die Menschen einen so fürchterlichen Krieg führen, der die Menschheit ins Verderben stürzt? Nein, bei Gott, dem Herrn!202:5Jesus Christus rief die ganze Menschheit zu Freundschaft und Frieden auf. Zu Petrus sprach Er: »Stecke dein Schwert in die Scheide.«Joh. 18:11.
Q Das war das Gebot und der Rat Christi, des Herrn; und doch haben heutzutage alle Christen ihre Schwerter aus der Scheide gezogen. Wie groß ist der Widerspruch zwischen solchem Tun und dem klaren Wortlaut des Evangeliums!
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