‘Abdu’l-Bahá | Briefe und Botschaften
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202:2
Ihr seht, wie diese Welt in sich zerstritten ist, wie viele Länder rot sind von Blut, wie ihr Staub zu Klumpen gebacken ist mit geronnenem Menschenblut. Die Feuer des Streites lodern so hoch, dass zu keiner früheren Zeit, weder im Mittelalter noch in der Neuzeit, jemals ein so grauenhafter Krieg herrschte, ein Krieg, der die Schädel der Menschen zermalmt wie Mühlsteine das Korn. Noch viel schrecklicher, denn reiche Länder fielen in Schutt und Asche, ganze Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht, viele blühende Dörfer sind jetzt Ruinen. Väter verloren ihre Söhne und Söhne ihre Väter, Mütter zerfließen in Tränen über ihre toten Kinder, Kinder wurden zu Waisen, Frauen irren vertrieben und heimatlos umher. In jeder Hinsicht ist die Menschheit tief gesunken. Laut gellen die Schreie vaterloser Kinder, laut die schmerzerfüllten Stimmen der Mütter zum Himmel.
202:3
Der Nährboden all dieser Tragödien ist das Vorurteil: das Vorurteil der Rasse und Nation, der Religion, der politischen Meinung; und die Wurzel des Vorurteils ist die blinde Nachahmung der Vergangenheit – die Nachahmung in der Religion, bei Einstellungen zu anderen Rassen, bei nationalen Vorlieben, in der Politik. Solange dieses Nachäffen der Vergangenheit anhält, werden die Grundlagen der Gesellschaftsordnung in alle Winde verweht, und die Menschheit wird ständig den schrecklichsten Gefahren ausgesetzt sein.
202:4
Ist es heutzutage, in unserem erleuchteten Zeitalter, da vormals unbekannte Wirklichkeiten aufgedeckt und die Geheimnisse der Schöpfung dem Menschen enthüllt sind, da der Morgen der Wahrheit angebrochen ist und die Welt erleuchtet hat – ist es da überhaupt statthaft, dass die Menschen einen so fürchterlichen Krieg führen, der die Menschheit ins Verderben stürzt? Nein, bei Gott, dem Herrn!
202:5
Jesus Christus rief die ganze Menschheit zu Freundschaft und Frieden auf. Zu Petrus sprach Er: »Stecke dein Schwert in die Scheide.«Joh. 18:11.Q Das war das Gebot und der Rat Christi, des Herrn; und doch haben heutzutage alle Christen ihre Schwerter aus der Scheide gezogen. Wie groß ist der Widerspruch zwischen solchem Tun und dem klaren Wortlaut des Evangeliums!
202:6
Vor sechzig Jahren erhob sich Bahá’u’lláh wie die Sonne über Persien. Er erklärte, dass die Himmel der Welt verdunkelt sind, dass dieses Dunkel Unheil verkündet und schreckliche Kriege bevorstehen. Aus dem Gefängnis von ‘Akká wandte Er sich an den deutschen Kaiser in deutlicher Sprache und sagte ihm, dass ein großer Krieg bevorstehe und seine Stadt Berlin in Jammern und Wehklagen ausbrechen werde. So schrieb Er auch an den türkischen Herrscher, obwohl Er selbst ein Opfer dieses Sulṭáns, ein Gefangener in dessen Gefängnis war; Er war in der Festung ‘Akká eingekerkert. Klar führte Er aus, dass Konstantinopel von einem plötzlichen, radikalen Umschwung überrascht würde, so heftig, dass die Frauen und Kinder der Stadt jammern und laut klagen würden. Kurz gesagt, solche Worte richtete Er an alle Monarchen und Präsidenten, und alles ereignete sich genauso, wie Er vorhersagte.
202:7
Aus Seiner machtvollen Feder ergingen vielseitige Lehren, wie Krieg zu verhindern sei; diese Lehren wurden überallhin verbreitet.
202:8
Die erste Lehre ist das unabhängige Forschen nach der Wahrheit; denn blinde Nachahmung des Vergangenen lässt den Geist verkümmern. Sobald aber jede Seele nach der Wahrheit forscht, ist die Gesellschaft befreit vom Dunkel des ständigen Wiederholens der Vergangenheit.
202:9
Sein zweites Prinzip ist die Einheit der Menschheit: Alle Menschen sind Gottes Herde, und Gott ist ihr liebender Hirte, der zärtlich für alle sorgt, ohne den einen oder anderen vorzuziehen. »Keinen Unterschied kannst du sehen in der Schöpfung des Gottes der Barmherzigkeit.«Qur’án 67:3.Q Alle sind Seine Diener, alle erbitten Seine Gnade.
202:10
Seine dritte Lehre ist, dass die Religion eine mächtige Feste ist, dass sie aber Liebe hervorbringen muss, nicht Böswilligkeit und Hass. Führt sie zu Bosheit, Groll und Hass, so hat sie keinerlei Wert. Denn die Religion ist ein Heilmittel; wenn aber das Heilmittel krank macht, lässt man es besser weg. Noch einmal zu den religiösen, rassischen, nationalen und politischen Voreingenommenheiten: Alle diese Vorurteile treffen menschliches Leben an der Wurzel. Sie alle ziehen Blutvergießen nach sich, sie zerstören die Welt. Solange diese Vorurteile bestehen, wird es beständig schreckliche Kriege geben.
202:11
Um diesen Zustand zu heilen, brauchen wir den Weltfrieden, und um ihn zustandezubringen, muss ein höchster Gerichtshof, in welchem alle Regierungen und Völker vertreten sind, errichtet werden. Nationale wie internationale Streitfragen müssen ihm unterbreitet werden, und alle müssen die Entscheidungen dieses Gerichtshofes durchführen. Sollte eine Regierung oder ein Volk nicht gehorchen, so lasst die ganze Welt sich gegen diese Regierung oder dieses Volk erheben.
202:12
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist die Gleichheit von Mann und Frau und ihre völlige Gleichberechtigung. Es gibt noch viele ähnliche Grundsätze. Bereits heute ist offensichtlich, dass diese Lehren Leben und Seele der Welt sind.
202:13
O ihr Diener des Menschengeschlechts! Strebt aus ganzem Herzen danach, die Menschheit zu erlösen von den dunklen Vorurteilen, die den menschlichen Lebensumständen und der Naturwelt angehören, damit die Menschenwelt ihren Weg in das Licht der Welt Gottes finde.
202:14
Preis sei Ihm! Ihr kennt die vielfältigen Gesetze, Institutionen und Grundsätze der Welt. Nur die göttlichen Lehren können heutzutage den Frieden und die Ruhe der Menschheit sichern. Ohne diese Lehren hört das Dunkel nicht auf, werden die chronischen Krankheiten nie geheilt. Nein, sie werden sich von Tag zu Tag verschlimmern. Der Balkan wird unzufrieden bleiben. Seine Ruhelosigkeit wird wachsen. Die besiegten Mächte werden weiterwühlen. Sie werden zu jedem Mittel greifen, die Flamme des Krieges wieder zu entzünden. Neugeschaffene Bewegungen von weltweiter Bedeutung werden alle Kräfte für den Fortschritt ihrer Pläne aufbieten. Die Bewegung der Linken wird große Bedeutung erlangen. Ihr Einfluss wird sich ausbreiten.
202:15
Bemüht euch deshalb mit Gottes Hilfe, erleuchtetem Verstand, mit Herz und Hand, mit einer Kraft, die aus dem Himmel geboren ist, dass ihr Gottes Gnadengabe für die Menschen werdet und der ganzen Menschheit Frieden und Wohlfahrt bringt.
203
203:1
O du, der du den Bund Gottes innig liebst! Die Gesegnete Schönheit hat diesem Diener prophezeit, dass sich Seelen erheben werden, die wahre Verkörperungen der Führung sind, Banner der himmlischen Heerscharen, Fackeln der Einheit Gottes und Sterne Seiner reinen Wahrheit, strahlend in den Himmeln, wo Gott allein regiert. Sie werden die Blinden sehend und die Tauben hörend machen; sie werden die Toten zum Leben erwecken. Allen Völkern der Erde werden sie entgegentreten und ihre Sache mit den Beweisen des Herrn der sieben Sphären vertreten.
203:2
Ich hoffe, dass Er in Seiner Güte diese Seelen bald erwecken wird, auf dass Seine Sache erhöht werde. Der Magnet, der diese Gnade anziehen wird, ist Festigkeit im Bündnis. Danke du Gott, dass du der Festeste der Festen bist.
203:3
O mein Gott! Hilf Du Deinem Diener, das Wort zu erhöhen und zu widerlegen, was falsch und eitel ist, die Wahrheit fest zu begründen, die heiligen Verse überallhin zu verbreiten, die Herrlichkeit zu enthüllen und das Morgenlicht in den Herzen der Rechtschaffenen anbrechen zu lassen.
203:4
Du bist wahrlich der Großmütige, der Vergebende.
204
204:1
O Phönix aus der unsterblichen Flamme, die im geheiligten Baume brennt! Bahá’u’lláh – mögen mein Leben, meine Seele, mein Geist Opfer für Seine demütigen Diener sein – hat in Seinen letzten Tagen auf Erden eindrücklich verheißen, die Gnadenströme Gottes und die hilfreiche Unterstützung aus Seinem Reich in der Höhe werden dazu führen, dass sich Seelen erheben und heilige Wesen erscheinen, die sternengleich das Himmelszelt göttlicher Führung schmücken, den Tagesanbruch der liebevollen Güte und Gnadengaben erleuchten, die Zeichen der Einheit Gottes offenbaren, Seelen, die mit dem Licht der Heiligkeit und Reinheit strahlen, ihr volles Maß göttlicher Eingebung empfangen, hoch die heilige Fackel des Glaubens recken, fest stehen wie der Fels und unverrückbar wie der Berg und wachsen, um Leuchten in den Himmeln Seiner Offenbarung zu werden, breite Kanäle Seiner Gnade, Werkzeuge für die Segnungen von Gottes wohltätiger Fürsorge, Herolde, die den Namen des einen wahren Gottes ausrufen, und Bauleute an der Welt größtem Ordnungsgefüge.
204:2
Unablässig werden sie Tag und Nacht tätig sein, weder Prüfung noch Schmerz achten, keinen Aufschub in ihren Anstrengungen dulden, keine Ruhe suchen, Wohlstand und Behagen verschmähen und losgelöst und unbefleckt jeden flüchtigen Augenblick ihres Lebens der Verbreitung der Düfte Gottes, der Verherrlichung Seines heiligen Wortes weihen. Himmlische Freude wird ihr Angesicht ausstrahlen, und ihr Herz wird von Frohlocken erfüllt sein. Ihre Seelen werden erleuchtet sein, ihre Grundlagen fest verankert. In alle Welt hin werden sie sich zerstreuen, durch alle Regionen werden sie reisen. Ihre Stimme werden sie in jeder Versammlung erheben, jede Zusammenkunft werden sie schmücken und beleben. In jeder Sprache werden sie reden und alle verborgenen Bedeutungen erklären. Die Geheimnisse des Reiches Gottes werden sie offenbaren und jedem Menschen die Zeichen Gottes enthüllen. Wie helle Kerzen werden sie im Herzen jeder Versammlung brennen, wie Sterne von allen Horizonten strahlen. Die linden Lüfte aus den Gärten ihrer Herzen werden die Seelen der Menschen erwecken und durchduften, und die Enthüllungen ihres Geistes werden wie Regenschauer die Völker und Nationen der Welt neu beleben.
204:3
Ich warte, ich warte voll Ungeduld auf das Erscheinen dieser Heiligen. Wie lange werden sie noch säumen? Mein Gebet, meine flehende Bitte des Abends und des Morgens ist, diese strahlenden Sterne mögen bald ihren Glanz über die Welt ergießen, ihr gesegnetes Angesicht möge sterblichen Augen entschleiert werden, die Heerscharen göttlichen Beistands mögen ihren Sieg sichern, und die Wogen der Gnade, die aus Seinen himmlischen Meeren steigen, mögen sich über die ganze Menschheit ergießen. Betet auch ihr und fleht zu Ihm, dass durch die helfende Gunst der Altehrwürdigen Schönheit diese Seelen den Augen der Welt enthüllt werden.
204:4
Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und mit dem, dessen Antlitz von diesem ewigen Licht aus Seinem Reiche der Herrlichkeit erleuchtet ist.
205
205:1
O ihr verehrten Seelen! Die fortgesetzte Nachahmung veralteter, überlebter Gewohnheiten machte die Welt finster wie die schwarze Nacht. Die Grundlagen der göttlichen Lehren gingen dem Gedächtnis verloren; ihr Herz und Mark gerieten ganz und gar in Vergessenheit; die Menschen hielten sich an die Schalen. Die Nationen waren in einen jämmerlichen Zustand verfallen, wie zerrissene, längst abgetragene Kleider.
205:2
Aus dieser schwarzen Finsternis dämmerten die Lehren Bahá’u’lláhs wie der Morgenglanz. Er legte der Welt ein neues, lichtes Gewand an, und dieses neue Gewand sind die Grundsätze, die von Gott herniederkamen.
205:3
Jetzt ist das neue Zeitalter angebrochen, die Schöpfung wiedergeboren. Die Menschheit ist zu neuem Leben erwacht. Der Herbst ist vorüber, der belebende Frühling ist gekommen. Alles ist neu gemacht. Künste und Gewerbe sind wiedergeboren, es gibt neue Entdeckungen in der Wissenschaft und neue Erfindungen. Selbst Einzelheiten des täglichen Lebens, wie Bekleidung und persönliche Habe – sogar Waffen: Alles dies wurde gleichfalls erneuert. Die Gesetze und Verfahren jeder Regierung wurden überarbeitet. Erneuerung ist an der Tagesordnung.
205:4
Und all dieses Neue hat seinen Ursprung in den frischen Ausgießungen wundersamer Gunst und Gnade vom Herrn des Gottesreiches. Sie haben die Welt erneuert. Deshalb müssen die Menschen gänzlich frei werden von ihren alten Denkmustern, so dass sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese neuen Grundsätze richten können, sind sie doch das Licht des Zeitalters und sein wahrer Geist.
205:5
Solange diese Lehren nicht wirksam unter den Menschen verbreitet sind, solange die alten Bahnen und Konzepte nicht verlassen und vergessen sind, wird die Welt des Seins keinen Frieden finden, geschweige denn die Vollkommenheiten des Himmelreichs widerspiegeln. Bemüht euch aus ganzem Herzen, die Achtlosen bewusst zu machen, die Schlafenden zu wecken, den Unwissenden Erkenntnis zu bringen, die Blinden sehend, die Tauben hörend zu machen und die Toten dem Leben zurückzugeben.
205:6
Ihr müsst eine solche Kraft und Beharrlichkeit zeigen, dass alle Beobachter staunen. Die Bestätigungen des Gottesreiches sind mit euch. Auf euch sei die Herrlichkeit des Allherrlichen.
206
206:1
Gepriesen sei Er, der das Dunkel zerrissen und die Nacht vertrieben, die Hüllen beseitigt und die Schleier entfernt hat, dessen Licht daraufhin erstrahlte, dessen Zeichen und Beweise verbreitet und dessen Geheimnisse aufgedeckt sind. Daraufhin teilten sich Seine Wolken, überschütteten die Erde mit Seinen Segnungen und Gnadengaben, machten mit ihrem Regen alle Dinge süß und saftig, ließen das frische Grün der Erkenntnis und die Hyazinthen der Gewissheit sprießen und vor Freude erzittern, bis die ganze Welt vom Duft Seiner Heiligkeit erfüllt war.
206:2
Gruß und Preis, Segen und Ruhm seien auf den göttlichen Wirklichkeiten, den heiligen Anemonen, die aus dieser höchsten Gnadengabe hervorkamen, dieser überströmenden Gunst, brausend wie ein brandendes Meer der Geschenke und Segnungen, das seine Wogen hoch in den Himmel wirft.
206:3
O Gott, mein Gott! Preis sei Dir, da Du das Feuer göttlicher Liebe im Heiligen Baum auf den Gipfeln des erhabensten Berges entzündet hast: jenem Baum, der »weder des Ostens noch des Westens ist«Qur’án 24:35.Q, und jenes Feuer, das lichterloh brannte, bis seine Flamme die himmlischen Heerscharen erreichte, bis jene Wirklichkeiten das Licht der Führung daraus einfingen und ausriefen: »Wahrlich, wir gewahrten ein Feuer am Hang des Berges Sinai.«vgl. Qur’án 28:29.Q
206:4
O Gott, mein Gott! Lass dieses Feuer wachsen Tag für Tag, bis seine Glut die ganze Erde bewegt. O Du mein Herr! Entzünde das Licht Deiner Liebe in jedem Herzen, hauche den Geist Deiner Erkenntnis den Menschen in die Seele und weite ihnen die Brust mit den Versen Deiner Einheit. Rufe die ins Leben zurück, die in ihren Gräbern wohnen, warne Du die Hoffärtigen, lass weltweit Glückseligkeit herrschen, sende Deine kristallklaren Wasser hernieder, und in der Versammlung offenbaren Strahlenglanzes lass den Kelch kreisen, der »gemischt ist an der Kampferquelle«Qur’án 76:5.Q.
206:5
Wahrlich, Du bist der Gebende, der Verzeihende, der Ewigschenkende. Wahrlich, Du bist der Barmherzige, der Mitleidvolle.
206:6
O ihr Geliebten Gottes! Der Kelch himmlischen Weines quillt über, der Festsaal des Gottesbundes strahlt in feierlichem Lichterglanz, der Morgen allen Segens bricht an, sanft wehen die Winde der Gnade, und aus der unsichtbaren Welt kommt frohe Botschaft über reiche Gnadengaben. Auf blumengeschmückten Auen hat die göttliche Frühlingszeit ihre Zelte aufgeschlagen, und die geistig Gesinnten atmen die süßen Düfte aus dem Saba des Geistes, die der Ostwind zu ihnen trägt. Da flötet die mystische Nachtigall ihre Lieder, und Knospen tiefer Bedeutung brechen auf zu zarten, anmutigen Blüten. Die Lerchen des Feldes sind die Festmusikanten; hoch heben sie ihre wundersamen Stimmen und singen nach den Weisen der himmlischen Heerscharen: »Selig seid ihr! Frohe Botschaft! Frohe Botschaft!« Und sie drängen alle Zecher im Paradies Abhá, sich satt zu trinken. Auf dem Himmelsbaum halten sie lange Reden und stoßen ihre heiligen Rufe aus, damit die verwelkten Seelen in der Wüste der Achtlosigkeit und die Dahingeschwundenen im Sande der Gleichgültigkeit pulsierendes Leben gewinnen und sich einfinden bei den Festen und Lustbarkeiten Gottes, des Herrn.
206:7
Gelobt sei Er! Der Ruhm Seiner Sache erreicht Ost und West, die Nachricht von der Schönheit Abhá und ihrer Macht belebt Nord und Süd. Nah und fern ertönt jener Ruf vom amerikanischen Erdteil, ein Chorgesang der Heiligkeit steigt auf zu den Scharen der Höhe: »Yá Bahá’u’l-Abhá!« Jetzt ist der Osten erleuchtet in Herrlichkeit, der Westen duftet süß nach Rosen, die ganze Erde riecht nach Ambra, und die Winde, die über den Heiligen Schrein wehen, sind mit Moschus beladen. Bald werdet ihr sehen, wie die dunkelsten Länder hell erstrahlen, wie die Erdteile Europa und Afrika in Blumengärten, in Haine mit blühenden Bäumen verwandelt sind.
206:8
Weil aber diese Sonne in Persien aufging und vom Orient aus den Westen beschien, ist es unsere liebste Hoffnung, dass die Flammen der Liebesglut dortzulande noch heftiger lodern und der Strahlenglanz dieses heiligen Glaubens noch stärker leuchte. Möge der Aufruhr um die Sache Gottes dieses Land in seinen Grundmauern erschüttern, möge die geistige Kraft Seines Wortes sich solcherart offenbaren, dass der Írán zum Kern und Brennpunkt der Wohlfahrt und des Friedens wird. Mögen Rechtschaffenheit und Versöhnungsbereitschaft, Liebe und Vertrauen vom Írán ausgehen und allen auf Erden Unsterblichkeit verleihen. Möge der Írán die Banner der Staatsordnung, der reinsten Geistigkeit und des Weltfriedens auf die höchsten Gipfel pflanzen.
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