‘Abdu’l-Bahá | Briefe und Botschaften
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35:8
O Heerschar Gottes! Preis sei Gott! Bahá’u’lláh löst der Menschheit die Ketten vom Nacken. Er befreit den Menschen von allem, was ihn fesselte, und sagt ihm: Ihr seid alle die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Seid mitleidsvoll und gütig zum ganzen Menschengeschlecht! Behandelt Fremde wie Freunde! Haltet andere so lieb wie euer eigen Fleisch und Blut! Betrachtet Feinde als Freunde, Dämonen als Engel! Bezeugt dem Tyrannen die gleiche große Liebe wie den Ergebenen und Getreuen, und wie Gazellen aus den duftenden Städten Khaṭá und KhutanChinesische Städte, bekannt für ihre moschusproduzierenden Tiere.A bietet dem reißenden Wolf süßen Moschus. Seid den Furchtsamen eine Zuflucht, bringt den Verstörten Ruhe und Frieden, versorgt die Mittellosen, seid eine volle Schatzkammer für die Armen, eine Arznei für die Leidenden, Arzt und Pfleger für die Gebrechlichen, fördert Freundschaft, Ehre, Aussöhnung und Hingabe an Gott in dieser nichtigen Welt.
35:9
O Heerschar Gottes! Strengt euch mächtig an; dann könnt ihr diese Erde so mit Licht überfluten, dass diese Lehmhütte, die Welt, zum Paradies Abhá wird. Dunkel hat sich ausgebreitet, tierische Triebe gewinnen die Oberhand. Die Menschenwelt ist jetzt eine Kampfbahn wilder Bestien, ein Schlachtfeld, auf dem die Unwissenden und die Achtlosen ihre Gelegenheit ergreifen. Die Menschenseelen sind reißende Wölfe, Tiere mit verblendeten Augen; sie sind tödliches Gift oder nutzloses Unkraut – bis auf ganz wenige, die tatsächlich selbstlose Ziele und Pläne für das Wohl ihrer Mitmenschen hegen. Ihr aber müsst in dieser Sache, im Dienst an der Menschheit, euer ganzes Leben opfern, und wenn ihr euch so hingebt, müsst ihr frohlocken.
35:10
O Heerschar Gottes! Der Erhabene, der Báb, gab Sein Leben hin. Bahá’u’lláh, die Gesegnete Vollkommenheit, gab hundert Leben hin mit jedem Atemzug. Er trug Elend, Er litt Qualen, Er war eingekerkert, Er lag in Ketten. Er verlor Sein Heim und wurde in ferne Länder verbannt. Schließlich lebte Er bis ans Ende Seiner Tage im Größten Gefängnis. Ebenso hat eine große Anzahl der Geliebten Gottes, die Seinem Wege folgten, den Honig des Martyriums gekostet. Sie gaben alles hin: Leben, Besitz, Verwandtschaft, alles, was sie hatten. Wie viele Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht, wie viele Wohnungen wurden aufgebrochen und ausgeraubt, wie viele herrliche Gebäude liegen in Schutt und Asche, wie viele Paläste wurden zu Gräbern zerschlagen! Und all dies geschah, damit die Menschheit erleuchtet werde, damit Unwissenheit der Erkenntnis weiche, damit die Erdenmenschen zu Himmelsmenschen werden, Zwietracht und Uneinigkeit mit den Wurzeln ausgerissen werden, das Reich des Friedens auf der ganzen Welt errichtet werde. Nun strebet danach, dass diese Segensgabe sich zeige und diese höchste aller Hoffnungen in der Gemeinschaft aller Menschen glanzvoll verwirklicht werde.
35:11
O Heerschar Gottes! Hütet euch, eine Seele zu kränken, ein Herz zu betrüben oder einen Menschen mit euren Worten zu verletzen, sei er euer Bekannter oder ein Fremdling, Freund oder Feind. Betet für alle; bittet, dass alle selig werden und Vergebung finden. Hütet euch, hütet euch, Rache zu nehmen, selbst dann, wenn jemand nach eurem Blut dürstet. Hütet euch, hütet euch, die Gefühle eines anderen zu verletzen, auch wenn er ein Übeltäter ist und euch Böses wünscht. Schaut nicht auf die Geschöpfe, wendet euch ihrem Schöpfer zu. Überseht die nichtsnutzigen Leute, seht nur den Herrn der Heerscharen. Starrt nicht nieder in den Staub, schauet empor zur strahlenden Sonne, die jeden Flecken dunkler Erde im Lichte glühen lässt.
35:12
O Heerschar Gottes! Widerfährt euch Unheil, so seid geduldig und gelassen. Wie quälend euer Leid auch sei, bleibt ruhig, und mit vollkommenem Vertrauen auf Gottes überströmende Gnade trotzet dem Sturm der Trübsal und des feurigen Gottesgerichts.
35:13
Im vergangenen Jahr brachte eine Anzahl Ungläubiger von drinnen und draußen, altbekannte und fremde, vor dem Sultan der Türkei Verleumdungen gegen uns heimatlos Verbannte vor, schwere Anschuldigungen ohne jede Grundlage. Nach den Regeln der Klugheit entschloss sich die Regierung, diese Vorwürfe zu prüfen, und entsandte eine Untersuchungskommission in unsere Stadt. Es ist offenkundig, welche Möglichkeit sich damit den uns übel Gesinnten bot und welchen Sturm sie entfesselten; all dies übersteigt jede Schilderung durch die Zunge oder die Feder. Nur ein Augenzeuge kann wissen, welchen Aufruhr sie entfesselten, welches Erdbeben an Schmerzen die Folge war. Aber trotz alledem war die Antwort, sich ganz auf Gott zu verlassen und gelassen, vertrauensvoll, langmütig und ungestört in solchem Maße zu bleiben, dass ein Uneingeweihter uns für behaglich an Leib und Seele, vollkommen glücklich, blühend und friedevoll gehalten hätte.
35:14
Dann kam es soweit, dass die Denunzianten selbst, welche die verleumderischen Behauptungen gegen uns vorgebracht hatten, mit den Kommissionsmitgliedern gemeinsame Sache machten, um die Beschuldigungen zu ermitteln, so dass Kläger, Zeugen und Richter alle dieselben waren und das Ergebnis von vornherein ausgemacht war. Dennoch muss fairerweise festgestellt werden, dass bis jetzt Seine Majestät der Sultan der Türkei diesen falschen Anschuldigungen, dieser üblen Nachrede, dieser Schmach, diesen Fabeln und Verleumdungen keine Beachtung geschenkt und mit Gerechtigkeit gehandelt hat…
35:15
O Du unser Versorger! Du hast über die Freunde im Westen die Düfte des Heiligen Geistes gehaucht und den Himmel im Westen mit dem Lichte göttlicher Führung erleuchtet. Du hast zu Dir hingezogen, die einstmals fern von Dir waren. Fremde hast Du in liebreiche Freunde verwandelt, die Schlafenden erweckt und die Nachlässigen achtsam gemacht.
35:16
O Du unser Versorger! Steh diesen edlen Freunden bei, Dein Wohlgefallen zu gewinnen und Fremden wie Freunden wohlgesonnen zu sein. Geleite sie in die ewige Welt, lasse sie himmlischer Gnade teilhaftig sein und wirkliche Bahá’í werden, aufrichtig vor Gott. Bewahre sie vor Äußerlichkeit, gründe sie fest in der Wahrheit. Mache sie zu Zeichen und Beweisen für Dein Reich, zu funkelnden Sternen hoch über den Niederungen dieses Lebens. Lasse sie Hilfe und Trost für die Menschheit, Diener des Weltfriedens sein. Entzücke sie mit dem Wein Deines Ratschlusses und gib, dass sie alle auf dem Pfade Deiner Gebote wandeln.
35:17
O Du unser Versorger! Es ist dieses Dieners Herzenswunsch an Deiner Schwelle, die Freunde des Westens und des Ostens in fester Umarmung zu schauen, alle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft voll Liebe in einer großen Gemeinde vereint zu sehen, wie die in einem mächtigen Meere versammelten Tropfen, wie die Vögel eines einzigen Rosengartens, die Perlen eines Ozeans, die Blätter eines Baumes, die Strahlen einer Sonne.
35:18
Du bist der Mächtige, der Gewaltige, und Du bist der Gott der Stärke, der Allmächtige, der Allsehende.
36
36:1
O ihr beiden begünstigten Mägde des Herrn! Der Brief von Mutter Beecher ist eingetroffen. Er spricht in Wahrheit für euch beide. Deshalb schreibe ich euch beiden zusammen. Das ist für mich wundervoll; denn ihr beiden reinen Wesen seid wie ein einziger wertvoller Juwel, ihr seid zwei Zweige desselben Baumes, ihr betet beide denselben Geliebten an, ihr sehnt euch beide nach derselben strahlenden Sonne.
36:2
Es ist meine Hoffnung, dass sich alle Mägde Gottes dortzulande vereinen wie die Wellen einer unendlichen See. Der Wind bewegt sie nach seinem Belieben, jede ist von den andern getrennt, aber in Wahrheit sind sie alle eins mit der grenzenlosen Tiefe.
36:3
Wie gut ist es doch, wenn die Freunde sich so nahe sind wie ein Bündel Strahlen, wenn sie Seite an Seite stehen in einer starken, ungebrochenen Front. Denn jetzt vereint die Sonne der Welt des Seins mit ihren Strahlen der Wirklichkeit alle, die dieses Licht anbeten; in unendlicher Gnade sammeln diese Strahlen alle Völker unter diesem breiten Obdach. Deshalb müssen alle Seelen wie eine einzige Seele werden, alle Herzen wie ein Herz. Lasst alle frei werden von den vielfältigen Eigenarten, die aus Lust und Leidenschaft geboren sind, und lasst sie in der Einheit ihrer Liebe zu Gott eine neue Lebensbahn finden.
36:4
O ihr beiden Mägde Gottes! Jetzt ist es Zeit für euch, dass ihr segenspendende Kelche werdet, gefüllt bis zum Rand, belebende Winde aus dem Paradies Abhá, Moschusduft über euer Land verbreitend. Macht euch frei vom Leben dieser Welt. Sehnt euch auf jeder Stufe nach dem Nichtsein; denn wenn der Strahl zur Sonne zurückkehrt, wird er ausgelöscht; wenn der Tropfen zum Meer zurückkommt, verschwindet er, und wenn der aufrichtig Liebende seinen Geliebten findet, gibt er seine Seele auf.
36:5
Solange ein Wesen seinen Fuß nicht auf das Feld des Opfers setzt, ist es jeder Gunst und Gnade beraubt. Das Feld des Opfers aber ist der Zustand, da das Selbst stirbt, damit der strahlende Glanz des lebendigen Gottes hervorbrechen kann. Das Feld des Martyriums ist der Ort der Loslösung vom Selbst, der Ort, wo die Hymnen der Ewigkeit emporsteigen können. Tut, was ihr vermögt, um eures Selbstes völlig überdrüssig zu werden, und bindet euch an jenes strahlende Antlitz. Sowie ihr diese Höhen der Dienstbarkeit erreicht habt, werdet ihr alle erschaffenen Dinge in eurem Schatten versammelt finden. Das ist grenzenlose Gnade; das ist die höchste Souveränität. Das ist das Leben, das nicht vergeht. Alles andere ist letztlich nur offenbare Verdammnis und schlimmer Verlust.
36:6
Preis sei Gott, das Tor grenzenloser Gnade ist weit geöffnet, die himmlische Tafel ist gedeckt, die Diener des Barmherzigen und Seine Mägde sind zum Fest versammelt. Strebt danach, euren Anteil an diesem ewigen Mahl zu erhalten, damit ihr in dieser und der zukünftigen Welt geliebt und geachtet seid.
37
37:1
O ihr lieben Freunde ‘Abdu’l-Bahás! Ein gesegneter Brief von euch ist eingegangen; er berichtet über die Wahl eines Geistigen Rates. Mein Herz wurde sehr froh, als ich hörte, dass die Freunde jenes Gebietes – gelobt sei Gott – in vollkommener Einheit, Freundschaft und Liebe die neue Wahl abgehalten haben und dass es ihnen gelungen ist, Seelen zu wählen, die geheiligt sind, begünstigt an der Heiligen Schwelle, bekannt unter den Freunden für ihre Standhaftigkeit und Festigkeit im Bündnis.
37:2
Jetzt müssen sich diese gewählten Vertreter erheben, in Geistigkeit und Freude zu dienen, in reiner Absicht, stark angezogen vom Duft des Allmächtigen, kraftvoll gestützt vom Heiligen Geist. Lasst sie das Banner der Führung hissen, und als Soldaten der himmlischen Heerscharen lasst sie Gottes Wort erhöhen, Seinen süßen Duft verbreiten, die Menschenseelen erziehen und den Größten Frieden fördern.
37:3
Wahrlich, es wurden gesegnete Seelen gewählt. Im Augenblick, als ich ihre Namen las, überlief mich ein Schauer geistiger Freude, weil ich erkannte, dass dortzulande – gelobt sei Gott – Menschen erweckt wurden, welche Diener des Königreiches und bereit sind, ihr Leben für Ihn, der Seinesgleichen nicht hat, hinzugeben.
37:4
O meine lieben Freunde! Erleuchtet diesen Rat mit dem Glanz der Gottesliebe. Lasst ihn laut die freudigen Weisen der Himmelssphären anstimmen. Lasst ihn gedeihen durch die Speisen beim Abendmahl des Herrn, an der himmlischen Festtafel Gottes. Versammelt euch in ungetrübter Freude und sprecht zu Beginn eurer Zusammenkunft dieses Gebet:
37:5
O Du Herr des Königreiches! Leiblich sind wir hier versammelt, doch unsere verzückten Herzen sind von Deiner Liebe fortgetragen. Hingerissen sind wir vom Strahlenglanz Deines Antlitzes. Schwach, wie wir sind, harren wir der Offenbarungen Deiner Macht und Gewalt. Arm sind wir und mittellos, doch aus Deines Reiches Schatzkammern erhalten wir Wohlstand die Fülle. Nur Tropfen sind wir, doch speisen wir uns aus den Tiefen Deines Meeres. Nur Staubkörner sind wir, doch leuchten wir in Deiner Sonne herrlichem Strahlenglanz.
37:6
O Du unser Versorger! Sende Deine Hilfe auf uns nieder, so dass jeder von uns hier eine leuchtende Kerze werde, ein Anziehungspunkt, ein Bote, der zu Deinen himmlischen Reichen ruft, bis wir schließlich die Welt hienieden zum Spiegelbild Deines Paradieses machen.
37:7
O ihr meine lieben Freunde! Es ist die Pflicht der Räte jener Gebiete, miteinander in Verbindung und Briefverkehr zu stehen. Auch sollen sie sich mit den Räten im Osten austauschen, so dass sie Mittler für die Vereinigung der ganzen Welt werden.
37:8
O ihr geistigen Freunde! Eure Standhaftigkeit muss so groß sein, dass – sollten die Böswilligen alle Gläubigen töten und nur einen einzigen übrig lassen – der letzte Überlebende allein allen Völkern der Erde widerstünde und weiterhin nah und fern die heiligen Düfte Gottes verbreitete. Wenn euch eine Schreckensnachricht, ein Wort über schlimme Begebenheiten aus dem Heiligen Land erreicht, so sorgt dafür, dass ihr nicht wankt; seid nicht niedergeschlagen vor Kummer, seid nicht erschüttert. Vielmehr erhebt euch sofort mit eiserner Entschlossenheit und dient dem Reiche Gottes.
37:9
Dieser Diener an der Schwelle des Herrn war stets in Gefahr. Er ist auch jetzt in Gefahr. Zu keiner Zeit gab es für mich die geringste Hoffnung auf Sicherheit. Mein höchster Wunsch ist, aus dem gnadenreichen, randvollen Becher des Martyriums zu trinken, auf dem Feld des Opfers sterben zu dürfen und mich an jenem Wein zu laben, der das kostbarste Geschenk Gottes ist. Dies ist meine höchste Hoffnung, mein innigstes Sehnen.
37:10
Wir hören, dass die Sendschreiben IshráqátDie Pracht, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 8].A, ṬarázátDer Schmuck, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 4].A, BishárátDie frohen Botschaften, [siehe Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Kap. 3].A, TajallíyátDer Strahlenglanz, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 5].A und KalimátWorte des Paradieses, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká Kap. 6].A übersetzt und dortzulande veröffentlicht worden sind. In diesen Sendschreiben findet ihr ein Modell dafür, wie man sein und wie man leben soll.
38
38:1
O Dienerin Gottes, die du dich wie ein frischer, zarter Zweig im Windhauch der Liebe Gottes bewegst! Ich habe deinen Brief gelesen, der von deiner grenzenlosen Liebe, deiner tiefen Ergebenheit und deinem steten Gedenken an deinen Herrn kündet.
38:2
Verlasse dich auf Gott. Gib deinen eigenen Willen auf und halte an dem Seinen fest, lasse deine Wünsche beiseite und nimm die Seinen an, auf dass du Seinen Dienerinnen ein heiliges, geistiges Vorbild aus Gottes Reich werdest.
38:3
Wisse, o Dienerin, dass vor dem Antlitz Bahás die Frauen so viel gelten wie die Männer und dass Gott die ganze Menschheit nach Seinem Ebenbild erschaffen hat. Dies bedeutet, dass Männer und Frauen gleichermaßen die Verkünder Seiner Namen und Eigenschaften sind und vom geistigen Standpunkt aus kein Unterschied zwischen ihnen besteht. Wer sich Gott nähert, ob Mann oder Frau, hat die größte Gunst erlangt. Wie viele glühend ergebene Dienerinnen haben sich im schützenden Schatten Bahás den Männern überlegen erwiesen und selbst die Berühmten der Erde überflügelt.
38:4
Das Haus der Gerechtigkeit jedoch ist gemäß dem ausdrücklichen Text des Gesetzes Gottes nur für Männer bestimmt; dies ist eine der Weisheiten Gottes, des Herrn, welche in absehbarer Zeit so klar wie die Sonne am Mittag offenbar werden wird.
38:5
Was nun euch betrifft, o ihr anderen Dienerinnen, die ihr die himmlischen Düfte liebt, haltet heilige Versammlungen ab und gründet Geistige Räte, denn sie sind die Grundlage für die Verbreitung der süßen Düfte Gottes; sie erhöhen Sein Wort, halten die Lampe Seiner Gnade hoch, verkünden Seine Religion und verbreiten Seine Lehren – und welche Gnade ist größer als diese? Diese Geistigen Räte werden vom Geist Gottes unterstützt. Ihr Verteidiger ist ‘Abdu’l-Bahá. Über sie breitet Er Seine Flügel aus. Welche Gnade ist größer als diese? Diese Geistigen Räte sind strahlende Leuchten und himmlische Gärten, aus denen die Düfte der Heiligkeit über alle Regionen wehen und die Leuchten der Erkenntnis über alles Erschaffene strahlen. Von ihnen strömt der Geist des Lebens nach allen Richtungen. Sie sind wahrlich zu allen Zeiten und unter allen Umständen die mächtigen Quellen des Fortschritts für den Menschen. Welche Gnade ist größer als diese?
39
39:1
O Magd Gottes! Dein Brief ist angekommen mit der Nachricht, dass in jener Stadt ein Rat errichtet wurde.
39:2
Schaut nicht auf eure geringe Zahl, sucht vielmehr nach Herzen, die rein sind. Eine geheiligte Seele ist tausend anderen Seelen vorzuziehen. Wenn eine Handvoll Menschen sich in Liebe, in völliger Reinheit und Heiligkeit mit von der Welt gelösten Herzen versammelt, wenn sie dabei die Empfindungen des Königreiches und die machtvoll anziehende Kraft des Göttlichen verspürt, wenn sie eins ist in froher Gemeinschaft, so wird diese Versammlung ihren Einfluss über die ganze Erde breiten. Das Wesen dieser Menschen, die Worte, die sie sprechen, die Taten, die sie tun, setzen die Segnungen des Himmels frei und lassen einen Schimmer der ewigen Seligkeit ahnen. Die himmlischen Heerscharen werden sie verteidigen, die Engel des Paradieses Abhá werden ohne Unterlass zu ihrer Hilfe herabsteigen.
39:3
»Engel« bedeuten die Bestätigungen Gottes und Seine himmlischen Kräfte. Auch sind Engel gesegnete Wesen, die alle Bindungen zur niederen Welt gelöst haben, befreit von den Ketten des Selbstes und den Wünschen des Fleisches, die Herzen verankert in den himmlischen Gefilden des Herrn. Sie sind aus dem Königreich und himmlisch, sie sind von Gott und geistig, sie offenbaren Gottes reiche Gnade, sie sind Aufgangsorte Seiner geistigen Segnungen.
39:4
O Dienerin Gottes! Gepriesen sei Gott, dein lieber Mann verspürt die süßen Düfte, die aus den Gärten des Himmels wehen. Nun musst du ihn Tag für Tag durch die Liebe Gottes und deine guten Taten immer näher zum Glauben hinziehen.
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