‘Abdu’l-Bahá | Briefe und Botschaften
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46:2
In jedem Augenblick bitte ich für euch um Hilfe, Gnade, neue Gunst und neuen Segen, damit Bahá’u’lláhs Bestätigungen wie ein Meer immerfort branden, das Sonnenlicht der Wahrheit über euch leuchte und ihr, gefestigt in eurem Dienst, Offenbarungen göttlicher Gabenfülle werdet, jeder zur Morgendämmerung dem Heiligen Lande zugewandt, zutiefst bewegt durch geistige Erfahrung.
47
47:1
O ihr wahren Freunde! Euer Brief kam an und brachte große Freude. Preis sei Gott, ihr habt Freunde bewirtet und das Fest eingeführt, das alle neunzehn Tage abgehalten werden soll. Wenn eine Versammlung mit größter Liebe vorbereitet wird, wenn die Anwesenden ihr Angesicht dem Reiche Gottes zuwenden, wenn das Gespräch die Lehren Gottes betrifft und die Anwesenden Fortschritte machen lässt – dann ist dies eine Versammlung des Herrn, und die festliche Tafel kommt vom Himmel hernieder.
47:2
Ich hoffe, dieses Fest wird alle neunzehn Tage gefeiert, denn es bringt euch enger zusammen; es ist der wahre Quell der Einheit und der Herzensgüte.
47:3
Ihr seht, in welchem Maße die Welt ständigen Unruhen und Kämpfen ausgesetzt ist und wie sich die Lage ihrer Völker zuspitzt. Hoffentlich gelingt es den Geliebten Gottes, das Banner menschlicher Einheit zu hissen, so dass das einfarbige Thronzelt des Himmelreichs seine schützenden Schatten über die ganze Erde wirft, dass die Missverständnisse zwischen den Völkern der Erde verschwinden, dass alle Nationen sich vermischen und einander behandeln wie Liebende.
47:4
Es ist eure Pflicht, zu jedem menschlichen Wesen überaus freundlich zu sein und jedem Gutes zu wünschen, für die geistige Erneuerung der Gesellschaft zu arbeiten, den Toten den Odem des Lebens einzuhauchen, nach den Geboten Bahá’u’lláhs zu handeln und auf Seinem Pfade zu wandeln – bis ihr die Welt des Menschen in die Welt Gottes verwandelt habt.
48
48:1
O ihr getreuen Diener der Urewigen Schönheit! In jedem Zyklus, in jeder Sendung war das Fest etwas Hochgeschätztes und Geliebtes. Denen, die Gott lieben, den Tisch zu bereiten, galt als löblich. Heute, in dieser unvergleichlichen Sendung, diesem Zeitalter der Großmut, trifft dies besonders zu. Heute wird ein Fest jubelnd begrüßt, denn es gehört wahrlich zu den Versammlungen, die dem Lobe Gottes und Seiner Verherrlichung dienen. Hier werden die heiligen Verse, die himmlischen Oden und Lobgesänge angestimmt, das Herz wird belebt und über sich selbst emporgehoben.
48:2
Die vornehmste Absicht ist, diese geistigen Regungen zu entflammen; aber zugleich ergibt es sich ganz natürlich, dass die Anwesenden zusammen etwas essen, so dass die Welt des Leibes die geistige Welt widerspiegelt und das Fleisch die Merkmale der Seele annimmt. Wie es hier geistige Freuden in Fülle gibt, so gibt es auch stoffliche Freuden.
48:3
Glücklich seid ihr, die ihr dieser Regel mit all ihrer mystischen Bedeutung folgt. So haltet ihr die Freunde Gottes munter und achtsam; ihr bringt ihnen Seelenfrieden und Freude.
49
49:1
Dein Brief ist eingetroffen. Du schreibst über das Neunzehntagefest, und das erfreut mein Herz. Diese Versammlungen lassen die göttliche Tafel vom Himmel herniederkommen und ziehen die Bestätigungen des Allerbarmers an. Ich hoffe, der Odem des Heiligen Geistes weht über sie hin, und jeder Anwesende schickt sich an, in großen Versammlungen mit beredter Zunge, mit einem vor Gottesliebe überströmenden Herzen den Sonnenaufgang der Wahrheit, das Morgenlicht des die ganze Welt erleuchtenden Tagesgestirns zu verkünden.
50
50:1
Ihr habt nach dem Fest in jedem Bahá’í-Monat gefragt. Dieses Fest wird gefeiert, Freundschaft und Liebe zu fördern, Gottes zu gedenken, Ihn mit bußfertigem Herzen anzuflehen und wohltätige Unternehmungen anzuregen.
50:2
Das heißt, die Freunde sollten dort bei Gott verweilen und Ihn verherrlichen, die Gebete und heiligen Verse lesen und einander in äußerster Zuneigung und Liebe begegnen.
51
51:1
Was das Neunzehntagefest betrifft, so erfreut es Geist und Herz. Wird dieses Fest angemessen gefeiert, so werden sich die Freunde alle neunzehn Tage einmal geistig erneuert finden, begabt mit einer Macht, die nicht von dieser Welt ist.
52
52:1
O Diener des einen wahren Gottes! Gepriesen sei der Herr! In jedem Land gibt es die Geliebten Gottes, und allesamt stehen sie im Schatten des Lebensbaumes, im Schutze Seiner Vorsehung. Seine Fürsorge und Gnade branden wie die ewigen Wogen der See, Seine Segnungen regnen ohne Unterlass aus Seinem ewigen Reich.
52:2
Wir sollten darum beten, dass Sein Segen uns in noch größerem Überfluss gewährt wird, und uns an den Mitteln festhalten, die eine noch mächtigere Ausgießung Seiner Gnade, ein noch volleres Maß Seines göttlichen Beistandes sichern.
52:3
Eines der wichtigsten Mittel ist der Geist wahrer Zusammengehörigkeit und liebevoller Gemeinschaft unter den Freunden. Erinnert euch des Wortes: »Von allen Pilgerfahrten die größte ist, ein sorgenbeladenes Herz zu erleichtern.«
53
53:1
Wahrlich, ‘Abdu’l-Bahá atmet den Duft der Liebe Gottes von jedem Versammlungsort, wo das Wort Gottes verkündet und schlüssige Beweise vorgebracht werden, die ihre Strahlen über die ganze Welt verbreiten, und wo über ‘Abdu’l-Bahás Not und Leid in den bösen Händen der Bündnisbrecher berichtet wird.
53:2
O Dienerin des Herrn! Sprich kein Wort über Politik; deine Aufgabe betrifft das Leben der Seele; denn dies führt wahrlich zur Freude des Menschen in Gottes Welt. Erwähne die Könige der Erde und die weltlichen Regierungen nur, um Gutes über sie zu sagen. Beschränke deine Rede darauf, die frohe Botschaft vom Reiche Gottes zu verbreiten, den Einfluss des Wortes Gottes und die Heiligkeit der Sache Gottes darzutun. Sprich über ewige Freude, geistiges Ergötzen und göttliche Eigenschaften; sprich darüber, wie die Sonne der Wahrheit über den Horizonten der Erde aufstrahlt und wie dem Körper der Welt der Geist des Lebens eingehaucht wird.
54
54:1
Ihr schreibt über die Zusammenkünfte der Freunde, und wie sie voll Friede und Freude sind. Natürlich ist das so, denn wo sich die geistig Gesinnten auch versammeln, regiert Bahá’u’lláh in all Seiner Schönheit. Deshalb bringen solche Begegnungen gewisslich grenzenloses Glück und Frieden hervor.
54:2
Heute ziemt es allen, nichts anderes mehr zu erwähnen und alle Dinge außer Acht zu lassen. Ihre Rede, ihr innerer Zustand seien zusammengefasst in den Worten: »Lasse alle meine Worte des Gebetes und des Lobpreises auf einen einzigen Kehrreim beschränkt sein; lasse mein ganzes Leben nur Dienst an Dir sein.« Das bedeutet: Lasst sie alle ihre Gedanken und Worte darauf konzentrieren, dass sie die Sache Gottes lehren, den Glauben Gottes verbreiten und alle dafür begeistern, sich mit den Eigenschaften Gottes auszuzeichnen; dass sie die Menschheit lieben, dass sie in jeder Hinsicht rein und heilig seien, makellos in ihrem öffentlichen und privaten Leben; dass sie aufrecht und losgelöst seien, voller Inbrunst und Glut. Alles muss aufgegeben werden außer dem Gedenken Gottes. Alles muss gering geachtet werden außer Seinem Lobpreis. Zu dieser Melodie der himmlischen Heerscharen will die Welt heute springen und tanzen: »Herrlichkeit sei meinem Herrn, dem Allherrlichen!« Aber wisset: Außer diesem Gesang Gottes wird kein Gesang die Welt aufrütteln, außer diesem Nachtigallenruf der Wahrheit aus dem Garten Gottes wird keine Melodie das Herz bezaubern. »Woher kommt dieser Sänger, der den Geliebten beim Namen nennt?«
55
55:1
Es ziemt den Freunden, ein Treffen abzuhalten, eine Versammlung, in der sie Gott verherrlichen, ihr Herz an Ihn binden, die heiligen Schriften der Gesegneten Schönheit lesen und vortragen – möge meine Seele das Lösegeld für Seine Liebenden sein! Das Licht aus dem allherrlichen Reich, die Strahlen des höchsten Horizontes ergießen sich über solch leuchtende Versammlungen; denn sie sind nichts anderes als die Mashriqu’l-Adhkár, die Aufgangsorte der Erwähnung Gottes, die nach dem Gebot der Erhabensten Feder in jedem Dorf und jeder Stadt errichtet werden müssen… Mit der höchsten Reinheit und Weihe müssen diese geistigen Versammlungen abgehalten werden, so dass der Versammlungsort, seine Erde und die Luft um ihn her den duftenden Hauch des Heiligen Geistes verströmen.
56
56:1
Wann immer eine Gruppe Menschen an einem Versammlungsort zusammenkommt, Gott zu verherrlichen, wann immer sie über die Geheimnisse Gottes sprechen, wird ohne Zweifel der Odem des Heiligen Geistes sanft über sie wehen, und jeder wird sein Teil davon empfangen.
57
57:1
Wir hören von deiner Absicht, dein Haus von Zeit zu Zeit mit einem Treffen von Bahá’í zu zieren, wobei einige den Allherrlichen Herrn verherrlichen werden… Wisse: Wenn du dies zustande bringst, wird jenes irdische Haus ein Haus des Himmels, dieser Haufen Steine ein Versammlungsort des Geistes.
58
58:1
Du fragst nach den Stätten der Andacht und ihrem tieferen Sinn. Die Weisheit der Errichtung solcher Bauwerke liegt darin, dass das Volk wissen soll: Zu einer bestimmten Stunde ist es Zeit, sich zu versammeln. Alle sollten dann zusammenkommen und sich, einträchtig aufeinander eingestimmt, im Gebet vertiefen, mit dem Ergebnis, dass aus dieser Versammlung Einheit und Liebe in den Menschenherzen wachsen und blühen.
59
59:1
‘Abdu’l-Bahá hegt seit langem den Wunsch, dass dortzulande ein Mashriqu’l-Adhkár errichtet wird. Preis sei Gott, dank der tatkräftigen Bemühungen der Freunde ist vor kurzem die glückliche Nachricht darüber eingegangen. Dieser Dienst wird an der Schwelle Gottes hoch geschätzt; denn der Mashriqu’l-Adhkár begeistert die Liebenden Gottes, erleuchtet ihre Herzen und lässt sie fest und standhaft werden.
59:2
Die Sache hat größte Bedeutung. Wenn die Errichtung des Hauses der Andacht an einem öffentlichen Platz die Feindseligkeit von Übeltätern wachruft, muss die Versammlung dort an einem verborgenen Platz abgehalten werden. Selbst in jedem Dorf muss ein Platz als Mashriqu’l-Adhkár vorgesehen werden, sogar dann, wenn er unter der Erde läge.
59:3
Gelobt sei Gott! Euch war Erfolg beschieden. So gedenket Gottes zur Morgendämmerung; erhebt euch, Ihn zu preisen und zu verherrlichen. Selig seid ihr, und Freude sei mit euch, o ihr Rechtschaffenen, weil ihr den Aufgangsort des Lobpreises Gottes errichtet habt. Wahrlich, ich bitte den Herrn, dass Er euch zu Standarten des Heils, zu Bannern der Erlösung mache, hoch im Wind über Berg und Tal.
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