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51:1Was das Neunzehntagefest betrifft, so erfreut es Geist und Herz. Wird dieses Fest angemessen gefeiert, so werden sich die Freunde alle neunzehn Tage einmal geistig erneuert finden, begabt mit einer Macht, die nicht von dieser Welt ist.5252:1O Diener des einen wahren Gottes! Gepriesen sei der Herr! In jedem Land gibt es die Geliebten Gottes, und allesamt stehen sie im Schatten des Lebensbaumes, im Schutze Seiner Vorsehung. Seine Fürsorge und Gnade branden wie die ewigen Wogen der See, Seine Segnungen regnen ohne Unterlass aus Seinem ewigen Reich.52:2Wir sollten darum beten, dass Sein Segen uns in noch größerem Überfluss gewährt wird, und uns an den Mitteln festhalten, die eine noch mächtigere Ausgießung Seiner Gnade, ein noch volleres Maß Seines göttlichen Beistandes sichern.52:3Eines der wichtigsten Mittel ist der Geist wahrer Zusammengehörigkeit und liebevoller Gemeinschaft unter den Freunden. Erinnert euch des Wortes: »Von allen Pilgerfahrten die größte ist, ein sorgenbeladenes Herz zu erleichtern.«5353:1Wahrlich, ‘Abdu’l-Bahá atmet den Duft der Liebe Gottes von jedem Versammlungsort, wo das Wort Gottes verkündet und schlüssige Beweise vorgebracht werden, die ihre Strahlen über die ganze Welt verbreiten, und wo über ‘Abdu’l-Bahás Not und Leid in den bösen Händen der Bündnisbrecher berichtet wird.53:2O Dienerin des Herrn! Sprich kein Wort über Politik; deine Aufgabe betrifft das Leben der Seele; denn dies führt wahrlich zur Freude des Menschen in Gottes Welt. Erwähne die Könige der Erde und die weltlichen Regierungen nur, um Gutes über sie zu sagen. Beschränke deine Rede darauf, die frohe Botschaft vom Reiche Gottes zu verbreiten, den Einfluss des Wortes Gottes und die Heiligkeit der Sache Gottes darzutun. Sprich über ewige Freude, geistiges Ergötzen und göttliche Eigenschaften; sprich darüber, wie die Sonne der Wahrheit über den Horizonten der Erde aufstrahlt und wie dem Körper der Welt der Geist des Lebens eingehaucht wird.5454:1Ihr schreibt über die Zusammenkünfte der Freunde, und wie sie voll Friede und Freude sind. Natürlich ist das so, denn wo sich die geistig Gesinnten auch versammeln, regiert Bahá’u’lláh in all Seiner Schönheit. Deshalb bringen solche Begegnungen gewisslich grenzenloses Glück und Frieden hervor.54:2Heute ziemt es allen, nichts anderes mehr zu erwähnen und alle Dinge außer Acht zu lassen. Ihre Rede, ihr innerer Zustand seien zusammengefasst in den Worten: »Lasse alle meine Worte des Gebetes und des Lobpreises auf einen einzigen Kehrreim beschränkt sein; lasse mein ganzes Leben nur Dienst an Dir sein.« Das bedeutet: Lasst sie alle ihre Gedanken und Worte darauf konzentrieren, dass sie die Sache Gottes lehren, den Glauben Gottes verbreiten und alle dafür begeistern, sich mit den Eigenschaften Gottes auszuzeichnen; dass sie die Menschheit lieben, dass sie in jeder Hinsicht rein und heilig seien, makellos in ihrem öffentlichen und privaten Leben; dass sie aufrecht und losgelöst seien, voller Inbrunst und Glut. Alles muss aufgegeben werden außer dem Gedenken Gottes. Alles muss gering geachtet werden außer Seinem Lobpreis. Zu dieser Melodie der himmlischen Heerscharen will die Welt heute springen und tanzen: »Herrlichkeit sei meinem Herrn, dem Allherrlichen!« Aber wisset: Außer diesem Gesang Gottes wird kein Gesang die Welt aufrütteln, außer diesem Nachtigallenruf der Wahrheit aus dem Garten Gottes wird keine Melodie das Herz bezaubern. »Woher kommt dieser Sänger, der den Geliebten beim Namen nennt?«5555:1Es ziemt den Freunden, ein Treffen abzuhalten, eine Versammlung, in der sie Gott verherrlichen, ihr Herz an Ihn binden, die heiligen Schriften der Gesegneten Schönheit lesen und vortragen – möge meine Seele das Lösegeld für Seine Liebenden sein! Das Licht aus dem allherrlichen Reich, die Strahlen des höchsten Horizontes ergießen sich über solch leuchtende Versammlungen; denn sie sind nichts anderes als die Mashriqu’l-Adhkár, die Aufgangsorte der Erwähnung Gottes, die nach dem Gebot der Erhabensten Feder in jedem Dorf und jeder Stadt errichtet werden müssen… Mit der höchsten Reinheit und Weihe müssen diese geistigen Versammlungen abgehalten werden, so dass der Versammlungsort, seine Erde und die Luft um ihn her den duftenden Hauch des Heiligen Geistes verströmen.5656:1Wann immer eine Gruppe Menschen an einem Versammlungsort zusammenkommt, Gott zu verherrlichen, wann immer sie über die Geheimnisse Gottes sprechen, wird ohne Zweifel der Odem des Heiligen Geistes sanft über sie wehen, und jeder wird sein Teil davon empfangen.5757:1Wir hören von deiner Absicht, dein Haus von Zeit zu Zeit mit einem Treffen von Bahá’í zu zieren, wobei einige den Allherrlichen Herrn verherrlichen werden… Wisse: Wenn du dies zustande bringst, wird jenes irdische Haus ein Haus des Himmels, dieser Haufen Steine ein Versammlungsort des Geistes.5858:1Du fragst nach den Stätten der Andacht und ihrem tieferen Sinn. Die Weisheit der Errichtung solcher Bauwerke liegt darin, dass das Volk wissen soll: Zu einer bestimmten Stunde ist es Zeit, sich zu versammeln. Alle sollten dann zusammenkommen und sich, einträchtig aufeinander eingestimmt, im Gebet vertiefen, mit dem Ergebnis, dass aus dieser Versammlung Einheit und Liebe in den Menschenherzen wachsen und blühen.5959:1‘Abdu’l-Bahá hegt seit langem den Wunsch, dass dortzulande ein Mashriqu’l-Adhkár errichtet wird. Preis sei Gott, dank der tatkräftigen Bemühungen der Freunde ist vor kurzem die glückliche Nachricht darüber eingegangen. Dieser Dienst wird an der Schwelle Gottes hoch geschätzt; denn der Mashriqu’l-Adhkár begeistert die Liebenden Gottes, erleuchtet ihre Herzen und lässt sie fest und standhaft werden.59:2Die Sache hat größte Bedeutung. Wenn die Errichtung des Hauses der Andacht an einem öffentlichen Platz die Feindseligkeit von Übeltätern wachruft, muss die Versammlung dort an einem verborgenen Platz abgehalten werden. Selbst in jedem Dorf muss ein Platz als Mashriqu’l-Adhkár vorgesehen werden, sogar dann, wenn er unter der Erde läge.59:3Gelobt sei Gott! Euch war Erfolg beschieden. So gedenket Gottes zur Morgendämmerung; erhebt euch, Ihn zu preisen und zu verherrlichen. Selig seid ihr, und Freude sei mit euch, o ihr Rechtschaffenen, weil ihr den Aufgangsort des Lobpreises Gottes errichtet habt. Wahrlich, ich bitte den Herrn, dass Er euch zu Standarten des Heils, zu Bannern der Erlösung mache, hoch im Wind über Berg und Tal.6060:1Obwohl der Mashriqu’l-Adhkár, äußerlich betrachtet, ein stoffliches Gefüge ist, hat er geistige Wirkung. Er schmiedet Bande der Einheit von Herz zu Herz; er ist ein Sammelpunkt für die Menschenseelen. Jede Stadt, wo in den Tagen der Manifestation ein Tempel errichtet ward, hat Sicherheit, Beständigkeit und Frieden verbreitet; denn diese Gebäude waren der immerwährenden Verherrlichung Gottes geweiht, und nur im Gedenken Gottes kann das Herz Ruhe finden. Gütiger Gott! Der Bau des Hauses der Andacht hat gewaltigen Einfluss auf jeden Lebensabschnitt. Erfahrungen im Osten haben dies zur Tatsache gemacht. Selbst wenn in einem kleinen Dorf ein Haus zum Mashriqu’l-Adhkár bestimmt wurde, brachte es eine deutliche Wirkung hervor. Wie viel größer ist der Einfluss, wenn ein Mashriqu’l-Adhkár eigens erbaut wird!6161:1O Herr, der Du alle segnest, die fest im Bündnis stehen, indem Du sie fähig machst, aus Liebe zum Licht der Welt all ihren Besitz als Opfer hinzugeben für den Mashriqu’l-Adhkár, den Tagesanbruch Deines weitreichenden Lichtes und Verkünder Deiner Zeugnisse! Hilf Du diesen Gerechten, diesen Aufrichtigen und Gottesfürchtigen in dieser und der künftigen Welt, dass sie Deiner heiligen Schwelle immer näher kommen, und erleuchte ihre Angesichter mit Deinem Strahlenglanz.61:2Wahrlich, Du bist der Großmütige, der Ewig-Schenkende.6262:1O meine inniggeliebte Tochter im Königreich! Dr. Esslemont hat deinen Brief an ihn ins Land der Sehnsuchtdas Heilige Land.A weitergereicht. Ich las ihn mit größter Aufmerksamkeit vom Anfang bis zum Ende. Einerseits war ich zutiefst gerührt, weil du deine schönen Locken abgeschnitten hast mit der Schere der Loslösung von dieser Welt und der Selbstopferung auf dem Pfade des Königreiches. Andererseits war ich hoch erfreut; denn diese inniggeliebte Tochter hat einen solchen Geist der Selbsthingabe bewiesen, dass sie einen so teuren Teil ihres Leibes auf dem Pfade der Sache Gottes darbrachte. Hättest du mich gefragt, so wäre ich auf keinen Fall damit einverstanden gewesen, dass du auch nur ein einziges Haar deiner anmutigen Lockenpracht abgeschnitten hättest; nein, ich selbst hätte in deinem Namen für den Mashriqu’l-Adhkár gespendet. Deine Tat ist jedoch ein beredtes Zeugnis für deinen hehren Geist der Selbsthingabe. Du hast wahrlich dein Leben geopfert, und groß werden die geistigen Wirkungen für dich selber sein. Vertraue allezeit darauf, dass du Tag für Tag fortschreiten und weiter an Festigkeit und Beständigkeit wachsen wirst. Bahá’u’lláhs Gnadengaben werden dich umfangen, die frohe Botschaft aus der Höhe wird dir immer neu zuteil werden. Ist es auch dein Haar, das du geopfert hast, so wirst du doch vom Geist erfüllt sein, und ist es auch dieses vergängliche Stück deines Leibes, das du auf dem Pfade Gottes hingegeben hast, so wirst du doch die Gottesgabe entdecken, die himmlische Schönheit schauen, unvergängliche Herrlichkeit erwerben und ewiges Leben erlangen.6363:1O ihr gesegneten Seelen!die Bahá’í von Najaf-Ábád.A Euer Brief an Raḥmatu’lláh wurde zur Kenntnis genommen. Er enthielt vielerlei frohe Botschaften, vor allem die, dass durch die Kraft des Glaubens und die Beständigkeit im Bündnis zahlreiche Zusammenkünfte einberufen wurden und dass die Geliebten überall rege und aktiv sind.63:2Es war immer ‘Abdu’l-Bahás brennender Wunsch, dass die Gefilde jenes geheiligten Ortes, bereits in den frühesten Tagen der Sache Gottes neu belebt und grünend unter den Frühlingsschauern der Gnade, immerfort so leuchten und blühen, dass jedes Herz sich mit Freude füllt.63:3Gepriesen sei der Herr! Überall in Ost und West wurde Gottes Sache so verkündet und vorangetragen, dass sich niemand je vorstellen konnte, wie rasch der süße Duft des Herrn alle Bereiche durchdringt. Dies geschah wahrlich nur durch die vollendeten Gnadengaben der ewiggesegneten Schönheit, deren Gunst und siegreiche Macht immer wieder in überreichem Maß empfangen ward.63:4Eines der wunderbaren Ereignisse, das erst kürzlich eintrat, ist die Errichtung des Mashriqu’l-Adhkár im Herzen des amerikanischen Kontinents sowie die Tatsache, dass zahllose Seelen im Umkreis für die Errichtung dieses heiligen Tempels spenden. Unter ihnen ist eine hochgeschätzte Dame aus der Stadt Manchester, die auch gerne ihren Beitrag leisten wollte.63:5Da sie weder Gut noch Geld besaß, schnitt sie mit eigener Hand die schönen, langen, kostbaren Locken ab, die ihr Haupt anmutig zierten, und bot sie zum Verkauf an, um mit dem Erlös das Vorhaben des Mashriqu’l-Adhkár zu unterstützen.63:6Bedenkt: Obwohl in den Augen der Frauen nichts kostbarer ist als volles, langes, lockiges Haar, hat diese hochverehrte Dame dessen ungeachtet einen so seltenen, wundervollen Geist der Selbstaufopferung bekundet.63:7Und obgleich diese Tat nicht verlangt war und ‘Abdu’l-Bahá ihr nicht zugestimmt hätte, zeigt sie doch einen so hehren, edlen Geist der Hingabe, dass er zutiefst gerührt war. Wie kostbar das Haar in den Augen westlicher Frauen auch sei, kostbarer selbst als das Leben, gab sie es hin als ein Opfer für die Sache des Mashriqu’l-Adhkár!63:8Wie berichtet wird, tat einst der Gesandte GottesMuhammad.A Seinen Wunsch kund, dass eine Streitmacht in eine bestimmte Richtung vorstoßen solle. Den Gläubigen wurde die Erlaubnis gewährt, für den heiligen Krieg Beiträge einzuziehen. Unter den vielen Spendern war ein Mann, der tausend Kamele gab, jedes beladen mit Getreide, ein anderer stiftete die Hälfte seines Vermögens, wieder einer bot alles, was er hatte. Aber eine hochbetagte Frau, deren ganzer Besitz eine Handvoll Datteln war, kam zum Gesandten und legte Ihm ihren bescheidenen Beitrag zu Füßen. Daraufhin befahl der Prophet Gottes – möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein –, dass diese Handvoll Datteln zuoberst auf alle gesammelten Spenden gelegt werde, damit ihr Wert und Vorrang vor allem anderen zum Ausdruck komme. Dies geschah, weil die alte Frau keinen anderen irdischen Besitz hatte.63:9In ähnlicher Weise hatte diese geschätzte Dame nichts zu geben als ihre kostbaren Locken, die sie ruhmreich für die Sache des Mashriqu’l-Adhkár opferte.
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