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73:6Dieses Zeitalter ist in der Tat wie hundert andere Zeitalter zusammengenommen. Wenn ihr den Gewinn von hundert Zeitaltern zusammentragt und das Gesamtergebnis unserer Zeit dagegensetzt, wird der Gewinn dieses einen Zeitalters sich größer erweisen als der von hundert vergangenen. Nehmt zum Beispiel alle Bücher zusammen, die in vergangenen Zeitaltern geschrieben wurden, und vergleicht sie mit den Büchern und Abhandlungen unserer Zeit: Die Bücher, die allein in unseren Tagen geschrieben werden, übersteigen bei weitem die Gesamtzahl der Bände aller Jahrhunderte. Seht, welch mächtigen Einfluss die Sonne der Welt auf das innerste Wesen alles Erschaffenen ausübt.73:7Aber weh und ach, tausendmal weh und ach! Die Augen sehen es nicht, die Ohren sind taub, die Herzen und Gemüter vergessen diese höchste Gnadengabe. Strebt mit ganzem Herzen und ganzer Seele danach, die Schlafenden zu erwecken, die Blinden sehen und die Toten auferstehen zu lassen.7474:1O du Vöglein, das so lieblich die Schönheit Abhá besingt! In dieser neuen, wunderbaren Sendung wurden die Schleier des Aberglaubens zerrissen und die Vorurteile der östlichen Völker missbilligt. Die Musik wurde bei einigen östlichen Völkern als verwerflich angesehen, aber in diesem neuen Zeitalter hat das Licht der Offenbarung in Seinen heiligen Sendbriefen besonders dargelegt, dass Musik, gesungen oder gespielt, geistige Nahrung für Herz und Seele ist.74:2Die Musik gehört zu den Künsten, die höchstes Lob verdienen. Sie bewegt alle Herzen, die traurig sind. O Shahnáz,Shahnáz, der Name der Empfängerin dieses Sendbriefes, ist auch die Bezeichnung einer musikalischen Tonart.A spiele und singe darum die heiligen Worte Gottes in den Versammlungen der Freunde mit herrlichen Tönen, so dass die Ketten des Kummers und der Sorge von den Hörern abfallen, ihre Seelen sich vor Freude erheben und sich demütig im Gebet dem Reiche der Herrlichkeit zuwenden.7575:1Strebe mit Herz und Seele danach, Einigkeit und Harmonie zwischen Schwarz und Weiß zu schaffen; zeige damit die Einheit der Bahá’í-Welt, in der es keine Unterscheidung nach Rassen gibt, sondern nur auf die Herzen geachtet wird. Preis sei Gott, denn die Herzen der Freunde sind vereint und miteinander verbunden, seien sie vom Osten oder Westen, Norden oder Süden, seien sie Deutsche, Franzosen, Japaner oder Amerikaner, gehören sie der weißen, schwarzen, roten, gelben oder braunen Rasse an. Unterschiede der Hautfarbe, der Herkunft oder Rasse haben in der Bahá’í-Religion keine Bedeutung, im Gegenteil, die Bahá’í-Einheit überwindet sie alle und lässt all diese Einbildungen verschwinden.7676:1O du, der du ein erleuchtetes Herz besitzt! Du bist wie die Pupille des Auges, der wirkliche Quell des Lichtes, denn Gottes Liebe hat ihre Strahlen auf dein innerstes Sein gerichtet, und du hast dein Antlitz dem Reich deines Herrn zugewandt.76:2Der Hass zwischen Schwarz und Weiß sitzt in Amerika sehr tief, aber ich hoffe, dass die Macht des Königreiches diese beiden Rassen in Freundschaft verbinden und ihnen als heilender Balsam dienen wird.76:3Führt sie dazu, nicht auf die Hautfarbe eines Menschen zu achten, sondern auf sein Herz. Ist des Menschen Herz von Licht erfüllt, so ist er der Schwelle seines Herrn nahe, wenn nicht, ist er seinem Herrn gegenüber gleichgültig, sei er weiß oder schwarz.7777:1O du verehrte Dienerin Gottes! Dein Brief aus Los Angeles ist angekommen. Danke der göttlichen Vorsehung, dass du im Dienen Beistand fandest und die Einheit der Menschenwelt verkünden konntest, so dass die düsteren Unterschiede zwischen den Menschen verschwinden und die Einheit der Nationen wie ein Festzelt alle Bereiche überschattet. Ohne diese Einheit sind Ruhe und Behagen, Frieden und weltweite Aussöhnung unerreichbar. Unser erleuchtetes Jahrhundert braucht diese Erfüllung und verlangt danach. In jedem Jahrhundert wird nach den Bedürfnissen der Zeit ein besonderes, zentrales Thema von Gott bestätigt. In unserem erleuchteten Zeitalter ist es die Einheit der Menschenwelt. Jede Seele, die dieser Einheit dient, wird zweifelsohne unterstützt und bestätigt.77:2Ich hoffe, dass du in den Versammlungen mit einer süßen Melodie Lobpreisungen singen und allen damit Glück und Freude bringen wirst.7878:1O du, der du reinen Herzens, geheiligten Geistes, unvergleichlichen Charakters und strahlenden Antlitzes bist! Dein Lichtbild ist angekommen und zeigt deine leibliche Gestalt in höchster Anmut und vollendeter Erscheinung. Du bist dunkel im Angesicht und hell im Charakter. Du bist wie die Pupille des Auges: dunkel an Farbe und doch Urquell des Lichtes und Offenbarer der abhängigen Welt.78:2Ich habe dich nicht vergessen, noch werde ich dich je vergessen. Ich flehe zu Gott, Er möge dich in Seiner Gnade zum Zeichen Seiner Gaben unter der Menschheit machen, dein Antlitz erleuchten mit dem Lichte solcher Segnungen, wie sie der barmherzige Herr verleiht, und dich damit für Seine Liebe auswählen in dieser Zeit, die vor allen vergangenen Jahrhunderten und Zeitaltern ausgezeichnet ist.7979:1O verehrte Persönlichkeit! Ich habe Ihr Werk The Gospel of WealthEin Aufsatz aus dem Buch The Gospel of Wealth von Andrew Carnegie (1835–1919) wurde in England im Pall Mall Budget unter der Überschrift The Gospel of Wealth wiedergegeben; vgl. Andrew Carnegie, Autobiography, p. 255, [deutsch Geschichte meines Lebens (1921)].A gelesen und darin sehr zutreffende, vernünftige Empfehlungen gefunden.79:2Um es kurz zu fassen: Die Lehren Bahá’u’lláhs empfehlen freiwilliges Teilen, und das bedeutet mehr als den Ausgleich des Wohlstands; denn der Ausgleich muss von außen auferlegt werden, Teilen aber ist Sache der freien Wahl.79:3Der Mensch vervollkommnet sich durch gute Taten, die er freiwillig ausführt, nicht durch gute Taten, zu denen er gezwungen wird. Teilen ist ein persönlich gewählter Akt der Gerechtigkeit. Das heißt, die Reichen sollten den Armen Hilfe gewähren, sollten ihre Mittel für die Armen ausgeben, aber aus freien Stücken und nicht deshalb, weil die Armen dieses Ziel durch Gewalt erreichen. Denn die Ernte der Gewalt ist Aufruhr und der Zerfall der Gesellschaftsordnung. Andererseits führt freiwilliges Teilen, die frei gewählte Ausgabe der eigenen Mittel, zu Wohlfahrt und Frieden der Gesellschaft. Es erleuchtet die Welt; es verleiht der Menschheit Ehre.79:4Ich habe die edlen Wirkungen Ihrer Menschenfreundlichkeit in Amerika an verschiedenen Universitäten, in Friedensversammlungen und Vereinigungen zur Bildungsförderung gesehen, als ich dort von Stadt zu Stadt reiste. Deshalb bete ich für Sie, dass Sie allezeit von den Gnadengaben und Segnungen des Himmels umfangen sein mögen, um viele menschendienliche Werke in Ost und West zu vollbringen. Mögen Sie wie eine flammende Kerze im Reiche Gottes leuchten, mögen Sie Ehre und ewiges Leben erlangen, strahlend wie ein heller Stern am Horizonte der Ewigkeit.8080:1O du, der du dein Angesicht Gott zuwendest! Dein Brief ist angekommen. Seinem Inhalt entnehme ich, dass du den Armen zu dienen wünschst. Welcher Wunsch könnte edler sein! Seelen, die aus dem Reich Gottes stammen, wünschen sich sehnsüchtig, den Armen dienen zu können, mit ihnen zu fühlen, freundlich zu den Unglücklichen zu sein und ihr Leben fruchtbar zu machen. Glücklich bist du, dass du diesen Wunsch hegst.80:2Übermittle deinen beiden Kindern meine innige Liebe und Güte. Ihre Briefe sind angekommen, aber weil ich keine Zeit habe, kann ich keine besonderen Briefe schreiben. Zeige ihnen in meinem Namen höchste Güte.8181:1Die Dienste der Seelen, die während des Krieges für die Armen sorgten und in der Rot-Kreuz-Mission tätig waren, werden im Reiche Gottes angenommen und verhelfen ihnen zu ewigem Leben. Übermittle ihnen diese frohe Botschaft.8282:1O du, der du fest im Bündnis stehst! Dein Brief ist angekommen. Du hast dir um jenen Gefangenen große Mühe gemacht, vielleicht trägt das Früchte. Sage ihm aber: »Die Bewohner dieser Welt sind eingesperrt im Gefängnis der Natur – einem Gefängnis, das immer währt und ewig ist. Wenn du derzeit in einem vergänglichen Gefängnis festgehalten wirst, sei nicht bekümmert. Es ist meine Hoffnung, dass du aus dem Gefängnis der Natur befreit werdest und zum Hofe des ewigen Lebens gelangest. Bete Tag und Nacht zu Gott, bitte um Vergebung und Verzeihung. Die Allmacht Gottes wird jede Schwierigkeit lösen.«8383:1Übermittle im Namen ‘Abdu’l-Bahás deiner verehrten Frau meine Abhá-Grüße und sage ihr: »Güte, Ausbildung und Erziehung für die Gefangenen sind äußerst wichtig. Du hast dich bemüht, hast einige von ihnen erweckt und veranlasst, ihr Angesicht dem Reiche Gottes zuzuwenden. Diese edle Tat ist höchst annehmbar. Fahre voller Zuversicht damit fort. Übermittle den beiden Gefangenen in San Quentin meine freundlichsten Grüße und sage ihnen: ›Dieses Gefängnis ist in den Augen weiser Seelen eine Schule der Übung und der Entwicklung. Ihr müsst mit Herz und Seele danach streben, dass ihr für euren Charakter und eure Erkenntnis berühmt werdet.‹«8484:1O du geliebte Magd Gottes! Dein Brief kam an und sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen.84:2Für die Masse des Volkes ist die Ehe ein leibliches Band, und diese Verbindung kann nur vorübergehend sein, weil sie von vornherein dazu verurteilt ist, in einer körperlichen Trennung zu enden.84:3Unter dem Volk Bahás jedoch muss die Ehe sowohl eine leibliche als auch eine geistige Verbindung sein, da Mann und Frau vom selben Weine berauscht sind. Beide sind vom selben unvergleichlichen Antlitz bezaubert, beide leben und entwickeln sich durch den gleichen Geist, beide werden von der gleichen Herrlichkeit erleuchtet. Diese Verbindung ist geistiger Natur, und darum wird dieser Bund ewig bestehen. Ebenso werden sie sich in der stofflichen Welt einer starken, dauerhaften Verbindung erfreuen; denn wenn die Ehe auf Geist und Leib gegründet ist, ist sie eine echte Vereinigung, die überdauern wird. Ist die Verbindung jedoch nur eine leibliche, so ist sie gewiss nur vorübergehend und muss unvermeidlich zur Trennung führen.84:4Wenn daher das Volk Bahás zu heiraten gedenkt, muss dieser Bund eine echte Beziehung, ein geistiges wie körperliches Zusammenfinden sein, so dass diese Verbindung in allen Lebensabschnitten und Welten Gottes fortdauert, denn diese wahre Einheit ist ein Lichtstrahl der Liebe Gottes.84:5Ebenso werden die Seelen, wenn sie zu wahren Gläubigen heranwachsen, geistige Verwandtschaft erlangen und eine Zartheit aufweisen, die nicht von dieser Welt ist. Alle werden sie durch einen Hauch der göttlichen Liebe erhoben, und ihre Vereinigung, ihre Verbindung wird ebenfalls ewig bestehen. Seelen, die ihr Selbst dem Vergessen preisgeben, die menschliche Schwächen ablegen und sich von irdischen Bindungen lösen, werden zweifellos mit dem himmlischen Glanz der Einheit erleuchtet und in der unvergänglichen Welt alle zur wahren Vereinigung gelangen.8585:1Was die Frage der Heirat im Einklang mit dem Gesetz Gottes betrifft: Zunächst musst du jemanden finden, der dir gefällt, und dann unterliegt die Sache der Zustimmung von Vater und Mutter. Ehe du nicht gewählt hast, haben sie kein Recht, sich einzumischen.86
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