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92:3Seid daher bemüht, mit Leib und Seele wie zwei Tauben in einem Nest miteinander zu wohnen, denn dies bedeutet Segen in beiden Welten.9393:1O du Dienerin Gottes! Jede Frau, die Gottes Dienerin wird, überstrahlt in ihrer Herrlichkeit die Kaiserinnen der Welt, denn sie ist Gott verbunden, und ihre Souveränität währt ewiglich. Dagegen wird eine Handvoll Staub Namen und Ruf jener Kaiserinnen auslöschen. Mit anderen Worten: Sobald sie ins Grab sinken, werden sie zunichte. Die Dienerinnen des Königreichs Gottes dagegen genießen ewige Souveränität, unangetastet von der Vergänglichkeit der Jahrhunderte und der Geschlechterfolgen.93:2Denke darüber nach, wie viele Kaiserinnen seit der Zeit Christi kamen und gingen. Jede herrschte über ein Land; aber heute sind alle Spuren und Namen von ihnen verloren, während Maria Magdalena, die nur eine Bäuerin und Gottes Dienerin war, noch immer vom Horizonte ewiger Herrlichkeit strahlt. Strebe deshalb danach, Gottes Dienerin zu bleiben.93:3Du hast die Tagung gelobt. Diese Jahrestagung wird in Zukunft große Bedeutung erlangen, denn sie dient dem Reiche Gottes und der Menschenwelt. Sie verkündet den Weltfrieden und legt den Grund für die Einheit der Menschheit. Sie befreit die Seelen von religiösen, rassischen und weltlichen Vorurteilen und versammelt sie im Schatten von Gottes einfarbigem Thronzelt. So preise denn Gott, dass du solch einer Tagung beiwohnen und den göttlichen Lehren lauschen durftest.9494:1O Dienerinnen der Schönheit Abhá! Euer Brief kam an, und ihn zu lesen, brachte große Freude. Gelobt sei Gott, die Frauen unter den Gläubigen haben Treffen veranstaltet, um zu lernen, wie man den Glauben verbreitet, die süßen Düfte der Lehren verströmt und Pläne für die Erziehung der Kinder aufstellt.94:2Diese Zusammenkunft muss durch und durch geistig sein. Das bedeutet, die Diskussionen müssen sich darauf beschränken, klare und schlüssige Beweise aufzustellen, dass die Sonne der Wahrheit in der Tat aufgegangen ist. Weiterhin sollten sich die Anwesenden mit allen Möglichkeiten der Mädchenerziehung beschäftigen, mit dem Mädchenunterricht auf verschiedenen Wissensgebieten: Wohlverhalten und ordentliche Lebensführung, Charakterbildung, Keuschheit und Treue, Standhaftigkeit, Kraft, Entschlossenheit, fester Vorsatz; ferner Haushaltsführung, Kindererziehung und was sonst Mädchen besonders brauchen. Aufgezogen in der Hochburg aller Vollkommenheiten, versehen mit dem Schutz eines edlen Charakters, werden diese Mädchen, wenn sie selbst Mütter sind, ihre Kinder von frühester Jugend an zu einem edlen Charakter und zu rechtem Verhalten erziehen.94:3Lasst sie auch lernen, was der leiblichen Gesundheit dient und wie sie ihre Kinder vor Krankheit schützen können.94:4Wenn so alles wohl geordnet ist, wird jedes Kind zu einer unvergleichlichen Pflanze in den Gärten des Paradieses Abhá.9595:1O Dienerinnen des Herrn! Die geistige Versammlung, die ihr in jener erleuchteten Stadt einberufen habt, ist überaus segensreich. Ihr habt große Anstrengungen unternommen, habt die anderen übertroffen, euch erhoben, an der Heiligen Schwelle zu dienen, und himmlische Gnadengaben erlangt. Nun müsst ihr euch mit allem geistigen Eifer in dieser erleuchteten Versammlung treffen, die Heiligen Schriften vorlesen und des Herrn gedenken. Legt Seine Zeugnisse und Beweise dar. Arbeitet für die Führung der Frauen in jenem Lande, lehrt die jungen Mädchen und Kinder, damit die Mütter ihre Kleinen von frühester Kindheit an sorgfältig erziehen, sie zu einem guten Charakter und hoher Sittlichkeit anleiten, sie zu allen Tugenden der Menschheit führen, die Entwicklung tadelnswerten Betragens verhindern und sie im Schoße der Bahá’í-Erziehung fördern. So sollen diese zarten Kinder am Busen der Erkenntnis und Liebe Gottes genährt werden. So sollen sie wachsen und gedeihen, erzogen in Rechtschaffenheit, menschlicher Würde, Entschlossenheit und im Willen zu Strebsamkeit und Ausdauer. So sollen sie Beständigkeit in allen Dingen lernen, den Willen, voranzukommen, Hochherzigkeit und edle Entschlossenheit, Keuschheit und Reinheit des Lebens. So sollen sie fähig werden, was immer sie unternehmen, zu einem erfolgreichen Ende zu führen.95:2Die Mütter sollten daran denken, dass alles, was Kindererziehung berührt, den Vorrang hat. Sie sollten in dieser Hinsicht jede Anstrengung unternehmen, denn wenn der Zweig grün und zart ist, wird er in jede vorgegebene Richtung wachsen. Darum ist es die Pflicht der Mütter, ihre Kleinen so heranzuziehen, wie ein Gärtner seine jungen Pflanzen pflegt. Tag und Nacht sollen sie sich bemühen, in ihren Kindern Glauben und Gewissheit, Gottesfurcht, Liebe zu dem Geliebten der Welten sowie alle guten Eigenschaften und Charakterzüge zu verankern. Wann immer eine Mutter sieht, dass ihr Kind etwas gut gemacht hat, soll sie es loben, ihre Anerkennung äußern und sein Herz erfreuen. Und wenn sich der kleinste unerwünschte Zug zeigt, soll sie dem Kind raten, die Mittel der Vernunft gebrauchen und erforderlichenfalls das Kind auch durch sanften mündlichen Tadel strafen. Es ist jedoch nicht erlaubt, ein Kind zu schlagen oder es verächtlich zu machen, denn der Charakter des Kindes wird durch Prügel oder Beschimpfung völlig verdorben.9696:1O Dienerinnen des Barmherzigen! Bringt der Urewigen Schönheit euren Dank dar, dass ihr erhoben und versammelt wurdet in diesem mächtigsten Jahrhundert, diesem erleuchtetsten Zeitalter. Als angemessenen Dank für diesen Segen bleibt fest und stark im Bündnis, folgt den Geboten Gottes und dem heiligen Gesetz und säugt eure Kinder vom ersten Tag an mit der Milch allumfassender Erziehung! Erzieht sie so, dass von frühester Kindheit an tief in ihren Herzen, in ihrem ureigensten Wesen, eine Lebensart fest begründet wird, die mit den göttlichen Lehren völlig übereinstimmt.96:2Mütter sind die ersten Erzieher, die ersten Berater; sie sind es wahrlich, die das Glück, die zukünftige Bedeutung, die Liebenswürdigkeit, Bildung und Urteilskraft, das Verständnis und den Glauben ihrer Kleinen vorherbestimmen.9797:1Es gibt bestimmte Pfeiler, die als unerschütterliche Stützen des Glaubens Gottes errichtet sind. Die mächtigsten Pfeiler sind Bildung, der Gebrauch des Verstandes, die Erweiterung des Bewusstseins, die Einsicht in die Wirklichkeiten des Weltalls und in die verborgenen Geheimnisse des allmächtigen Gottes.97:2Wissen zu fördern, ist somit eine unausweichliche Pflicht für jeden einzelnen Freund Gottes. Es obliegt jenem Geistigen Rat, jener Versammlung Gottes, alle Mühe für die Erziehung der Kinder auf sich zu nehmen, damit sie sich von frühester Kindheit in der Lebensführung als Bahá’í auf Gottes Wegen üben, um wie junge Pflanzen an den sanft fließenden Wassern der Ratschläge und Ermahnungen der Gesegneten Schönheit zu gedeihen und zu blühen.9898:1Gäbe es keinen Erzieher, blieben alle Seelen roh und wild, und gäbe es keinen Lehrer, so wären die Kinder unwissende Geschöpfe.98:2Deshalb sind in diesem neuen Zyklus Erziehung und Ausbildung im Buche Gottes als Pflicht verzeichnet, nicht als freiwillige Angelegenheit. Das bedeutet, Vater und Mutter sind verpflichtet, Tochter und Sohn mit größter Anstrengung auszubilden, sie an der Brust der Erkenntnis zu nähren und sie aufzuziehen am Busen der Wissenschaften und Künste. Wer diese Aufgabe vernachlässigt, der wird in Gegenwart des gestrengen Herrn zur Rechenschaft gezogen und mit Vorwürfen überhäuft werden.9999:1Du schreibst über die Kinder: Von allem Anfang an müssen die Kinder göttliche Erziehung erhalten und ständig erinnert werden, ihres Gottes zu gedenken. Lasse die Liebe Gottes mit der Muttermilch ihr tiefstes Wesen durchdringen.100100:1Es ist mein Wunsch, dass diese Kinder eine Bahá’í-Erziehung erhalten, so dass sie hienieden wie im Gottesreich Fortschritte machen und dein Herz erfreuen.100:2In nächster Zeit werden die Sitten auf eine sehr niedere Stufe sinken. Es ist wichtig, dass die Kinder nach Bahá’í-Art erzogen werden, damit sie in dieser und der zukünftigen Welt glücklich werden. Gelingt das nicht, so werden sie von Kummer und Mühsal umgeben sein; denn menschliches Glück gründet sich auf geistiges Verhalten.101101:1O ihr, die ihr Seelenfrieden habt! In den göttlichen Versen des Heiligsten Buches wie auch in anderen Sendschreiben steht: Es ist Pflicht des Vaters und der Mutter, ihre Kinder sowohl zu rechtem Verhalten als auch zum Studium der Bücher zu erziehen. Studium bedeutet im erforderlichen Umfang, so dass kein Kind, ob Mädchen oder Junge, Analphabet bleibt. Wenn der Vater seine Pflicht versäumt, muss er gezwungen werden, seiner Verantwortung nachzukommen, und wenn ihm das nicht möglich ist, hat das Haus der Gerechtigkeit die Erziehung der Kinder zu übernehmen; in keinem Fall darf ein Kind ohne Erziehung bleiben. Das ist eines der bindenden, unumstößlichen Gebote. Seine Missachtung würde den zornigen Unwillen des allmächtigen Gottes hervorrufen.102102:1O ihr wahren Gefährten! Die ganze Menschheit gleicht Kindern in der Schule, und die Aufgangsorte des Lichtes, die Quellen göttlicher Offenbarung, sind die Lehrer, wundersam und ohnegleichen. In der Schule der Wirklichkeiten erziehen sie diese Söhne und Töchter nach Gottes Lehren und nähren sie an der Brust der Gnade, damit sie sich in jeder Hinsicht entwickeln, die vortrefflichen Gnadengaben des Herrn dartun und menschliche Vollkommenheiten in sich vereinen, damit sie ferner auf allen Gebieten menschlichen Bemühens, äußerlich wie innerlich, erkennbar oder verborgen, stofflich oder geistig, Fortschritte machen, bis sie diese vergängliche Welt zu einem großflächigen Spiegel machen, der die andere, die unsterbliche Welt, widerspiegelt.102:2O ihr Freunde Gottes! Weil die Sonne der Wahrheit in diesem bedeutendsten aller Zeitalter zum höchsten Punkt der Frühlings-Tagundnachtgleiche emporgestiegen ist und ihre Strahlen auf alle Landstriche wirft, wird sie in der Welt des Seins solch prickelnde Erregung entfachen, solche Schwingungen auslösen, solches Wachstum und solche Entwicklung in Gang setzen, mit solcher Herrlichkeit ihr Licht verströmen, die Wolken der Gnade in solcher Fülle ergießen, Felder und Auen mit einer solchen Myriade süßduftender Pflanzen und Blumen übersäen, dass diese bescheidene Erde zum Reich Abhá, diese niedere Welt zur Welt der Höhe erhoben wird. Dann wird dieser kleine Staubfleck wie der weite Himmelskreis, diese menschliche Stätte wird Gottes Königshof, diese Handvoll Lehm wird zum Morgen unendlicher Gunstbeweise des Herrn der Herren.102:3So strengt euch denn mächtig an, ihr Geliebten Gottes, damit ihr diesen Fortschritt und alle diese Bestätigungen an euch selber zeigt und Brennpunkte für Gottes Gnadengaben, Aufgangsorte Seiner lichtvollen Einheit, Förderer aller Segnungen und Gunstbeweise kultivierten Lebens werdet! Werdet dortzulande zur Vorhut menschlicher Vollkommenheit, tragt die verschiedenen Wissenszweige voran, seid aktiv und fortschrittlich auf dem Gebiet der Erfindungen und Künste. Bemüht euch, das menschliche Verhalten zu verbessern, und trachtet danach, die ganze Welt sittlich zu übertreffen. Solange die Kinder noch klein sind, nährt sie an der Brust himmlischer Gnade, hegt sie in der Wiege aller Vollkommenheiten, zieht sie groß in den Armen der Gabenfülle. Gönnt ihnen den Vorzug alles brauchbaren Wissens. Lasst sie teilhaben an jedem neuen, trefflichen, wundersamen Handwerk und Kunstgewerbe. Erzieht sie zu Arbeit und Einsatz, gewöhnt sie an Mühsal. Lehrt sie, ihr Leben wichtigen Dingen zu widmen, begeistert sie zu Studien, die der Menschheit nützen.103103:1Die Erziehung und Ausbildung der Kinder gehört zu den verdienstvollsten Taten der Menschheit. Sie zieht die Gnade und den Segen des Allbarmherzigen auf sich; denn Erziehung ist die unentbehrliche Grundlage jeder herausragenden menschlichen Leistung und erlaubt dem Menschen, sich seinen Weg zu den Höhen immerwährender Herrlichkeit zu bahnen. Wird ein Kind vom Säuglingsalter an erzogen, so trinkt es durch die liebende Fürsorge des heiligen Gärtners aus den kristallenen Wassern des Geistes und der Erkenntnis, wie ein junger Baum an plätschernden Bächen. Es wird gewiss die hellen Sonnenstrahlen der Wahrheit auf sich ziehen; durch der Sonne Licht und Wärme wird es allzeit frisch und schön im Garten des Lebens gedeihen.103:2Deshalb muss der treue Ratgeber zugleich Arzt sein, das heißt, er muss das Kind beim Unterricht von Fehlern heilen, ihm Wissen vermitteln und es gleichzeitig zu geistiger Wesensart erziehen. Lasst den Lehrer Arzt sein für den Charakter des Kindes. Damit wird er die geistigen Leiden der Menschenkinder heilen.103:3Wenn große Mühe auf diese wichtige Aufgabe verwandt wird, erstrahlt die Menschenwelt in neuem Schmuck und verströmt helles Licht. Dann wird dieser dunkle Ort erleuchtet, dieser irdene Wohnsitz in den Himmel verwandelt. Selbst Teufel werden dann zu Engeln, Wölfe zu Hirten, die Meute wilder Hunde zu Gazellen, die auf den Auen der Einheit grasen; reißende Bestien werden zu friedlichen Herden, Greifvögel mit messerscharfen Krallen werden zu Sängern, die ihre süßen Lieder trillern.103:4Denn die innere Wirklichkeit des Menschen ist eine Grenzlinie zwischen Schatten und Licht, der Ort, an dem die beiden Meere aufeinandertreffen.Qur’án 25:53, 35:12, 55:19–25. Vgl. auch das Hochzeitsgebet ‘Abdu’l-Bahás in: Gebete, Hofheim-Langenhain 1984, Nr. 224.A Sie ist der niedrigste Punkt des absteigenden BogensSiehe ‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen, 81:6–9, S. 275 zur Erläuterung des absteigenden und des aufsteigenden Bogens.A und deshalb fähig, alle Stufen darüber zu erreichen. Durch Erziehung kann sie jeden Vorzug gewinnen; ohne Erziehung bleibt sie dem niedersten Punkt der Unvollkommenheit verhaftet.103:5Jedes Kind hat die Möglichkeit in sich, das Licht der Welt zu sein – und genauso ihre Dunkelheit. Deshalb muss der Frage der Erziehung höchste Bedeutung beigemessen werden. Vom Säuglingsalter an muss das Kind an der Brust der Liebe Gottes genährt und in den Armen Seiner Erkenntnis gehegt werden, damit es Licht verströme, in der Geistigkeit wachse, erfüllt sei von Weisheit und Bildung und die Eigenschaften der Engelsschar annehme.103:6Euch ist diese heilige Aufgabe übertragen. So müsst ihr euch Mühe geben, jene Schule in jeder Hinsicht auf der ganzen Welt berühmt zu machen. Sorgt dafür, dass durch sie das Wort des Herrn verherrlicht wird.
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