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1.1:8Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Zeugnis für Deine Einheit abgelegt und bezeuge, daß Du wahrlich der Allherrliche bist, der Meistgeliebte. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst die Erkenntnis Deiner erlangt und bezeuge, daß Du in Wahrheit der Allmächtige bist, der Allgepriesene. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deinen Namen verherrlicht und bezeuge, daß Du fürwahr der Herr der Macht bist, Er, der Offenbarste. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine Heiligkeit verklärt und bezeuge, daß Du in Wahrheit der Heiligste, der Höchstheilige bist. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine Heiligkeit gepriesen und bezeuge, daß Du wahrhaft der Unbeschreibliche, der Unerreichbare, der unermeßlich Verherrlichte bist. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine überwältigende Majestät gerühmt und bezeuge, daß wahrlich Du und nur Du allein der Herr der Macht, der Ewige, der Altehrwürdige der Tage bist.1.1:9Geheiligt und verherrlicht bist Du; es gibt keinen anderen Gott als Dich und zu Dir wahrlich kehren wir alle zurück.1.1:10Was jene betrifft, die ‘Alís Verwandtschaft töteten, sie werden bald gewahr, in welch tiefes Verderben sie stürzten.Ein zweites Sendschreiben an »Ihn, der offenbar werden wird«1.2:0_3Möge der Blick Dessen, den Gott offenbaren wird, dieses Sendschreiben erleuchten in der ersten Schule.
‘Abdu’l-Bahá erklärt in einem Tablet, daß einige sich von dieser Aussage irreführen ließen und dachten, die erwähnte Schule sei eine irdische Elementarschule für Kinder. Stattdessen wird hier Bezug genommen auf eine geistige Schule, geheiligt über die Grenzen der bedingten Welt. Auch Bahá’u’lláh bezieht sich im Kitáb-i-Aqdas [Abs. 175–177] auf dieses Sendschreiben des Báb mit folgenden Worten: »O Feder des Höchsten! Gleite über die Tafel auf Geheiß Deines Herrn, des Schöpfers der Himmel, und berichte von der Zeit, da Er, der Morgen göttlicher Einheit, Seine Schritte zur Schule hocherhabener Einheit lenkte. Vielleicht erlangen dadurch die, die reinen Herzens sind, einen flüchtigen Blick, und sei er von der Größe eines Nadelöhrs, auf die hinter den Schleiern verborgenen Geheimnisse Deines Herrn, des Allmäch¬tigen, des Allwissenden. Sprich: Wir betraten wahrlich die Schule der inneren Bedeutung und Erklärung, als alles Erschaffene dessen nicht gewahr wurde, und sahen die Worte, die Er, der Allbarmherzige, herab¬sandte. der Wir nahmen die Verse Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, entgegen, als Er (der Báb) sie Uns gab, und Wir lauschten dem, was Er auf der Tafel feierlich bestätigte. Dies fürwahr haben Wir geschaut. Und Wir willigten ein in Seinen Wunsch durch Unser Geheiß, denn Wir haben wahrlich die Macht zum Befehl.
O Volk des Bayán! Wir betraten wahrlich die Schule Gottes, als ihr im Schlafe lagt, und Wir lasen die Tafel, als ihr fest schliefet. Beim einen wahren Gott! Wir lasen die Tafel, ehe sie offenbart ward, während ihr nichts ahntet, und Wir hatten vollkommene Kenntnis vom Buche, als ihr noch ungeboren wart. Diese Worte sind nach eurem Maß, nicht nach dem Maße Gottes. Dies bezeugt, was in Seinem Wissen verwahrt ist – gehörtet ihr doch zu denen, die begreifen! Die Zunge des Allmächtigen legt dafür Zeugnis ab – zähltet ihr doch zu denen, die verstehen! Ich schwöre bei Gott, wollten Wir den Schleier lüften, ihr wäret wie vom Donner gerührt.
Habt acht, daß ihr keinen leeren Wortstreit führt über den Allmächtigen und Seine Sache. Denn siehe, Er ist unter euch erschienen, bekleidet mit einer so großen Offenbarung, daß sie alle Dinge umfängt, die vergan¬genen wie die zukünftigen. Wollten Wir Unser Thema in der Sprache des Reiches Gottes und seiner Bewohner behandeln, dann sagten Wir: ›Wahrlich, Gott schuf jene Schule, ehe Er Himmel und Erde schuf, und Wir betraten sie, ehe die Buchstaben »Sei!« verbunden und verknüpft wurden.‹«
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A1.2:0_4Er ist der Herrlichste.1.2:1Er ist Gott, keinen Gott gibt es außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Meistgeliebten. Alle in den Himmeln und auf Erden und was zwischen ihnen liegt, sind Sein. Wahrlich, Er ist der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.1.2:2Dies ist ein Brief von Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, an Gott, den Allmächtigen, den Meistgeliebten; er soll bestätigen, daß der Bayán und die ihm Ergebenen, nur ein Geschenk von mir an Dich sind, um meinen unverbrüchlichen Glauben zu bekunden, daß es keinen Gott gibt als Dich, daß die Reiche der Schöpfung und Offenbarung Dein sind, daß niemand etwas bewirken kann, es sei denn durch Deine Kraft, und daß Er, den Du erhoben hast, nur Dein Diener und Dein Zeugnis ist. Ich bitte fürwahr, erlaube mir, Ihn, den Gott offenbaren wird, anzusprechen mit diesen Worten: »Solltest Du am Tage der späteren Auferstehung, selbst als Säugling, die ganze Gemeinde des Bayán mit einem bloßen Zeichen Deines Fingers entlassen, gepriesen würdest Du fürwahr in diesem Wink. Und gibt es daran auch keinen Zweifel, so gewähre doch eine Frist von neunzehn Jahren zum Zeichen Deiner Gunst, auf daß von Dir gnädig belohnt werde, wer diese Sache angenommen hat. Du bist wahrlich der Herr überreicher Gnade. Du genügst fürwahr allem Erschaffenen und läßt es von allem unabhängig sein, während nichts in den Himmeln oder auf Erden oder dazwischen Dir je genügen kann.«1.2:3Wahrlich, Du bist der Selbstgenügende, der Allwissende, Du bist fürwahr über alle Dinge mächtig.Sendschreiben an den ersten Buchstaben des Lebendigen1.3:0_5Dies haben Wir offenbart für den ersten Gläubigen an Ihn, den Gott offenbaren wird, der ganzen Menschheit zur Lehre aus Unserer Gegenwart.1.3:1Im Namen des Allmächtigen, des Meistgeliebten.1.3:2Gepriesen und verherrlicht ist Er, der unumschränkte Herrscher der Reiche des Himmels, der Erde und aller Reiche zwischen ihnen. Sprich: Wahrlich, zu Ihm kehren alle zurück, und Er führt, wen Er will, auf Sein Geheiß. Sprich: Alle Menschen erflehen Seinen Segen, und Er ist erhaben über alles Erschaffene. Er ist fürwahr der Allherrliche, der Mächtige, der Vielgeliebte.1.3:3Dies ist ein Brief von dem Buchstaben Thá an ihn, den ersten Gläubigen. Bezeuge, daß wahrlich Er Ich ist, Ich, der Unumschränkte, der Allmächtige. Er bestimmt Leben und Tod, und zu Ihm kehren alle zurück. Fürwahr, es gibt keinen Gott außer Ihm, vor dem sich alle Menschen anbetend neigen. Wahrlich, Gott, Dein Herr, vergilt sogleich jedem, wie Er verfügt, rascher noch, als Er die Worte spricht: »Sei, und es ist.«1.3:4Gott bezeugt wahrhaftig in Seinem Buch, und ebenso bezeugen die Schar Seiner Engel, Seine Boten und die mit göttlichem Wissen Begabten, daß du an Gott und Seine Zeichen glaubst und daß jeder kraft deiner Führung rechtgeleitet wird. Dies ist fürwahr eine grenzenlose Gnade, die dir Gott, der Ewiglebende, der Selbstbestehende, ehedem gnädig verlieh und fürder verleihen wird. Und da du vor der Schöpfung an Gott glaubtest, erweckte Er dich wahrhaftig auf Sein Geheiß in jeder Offenbarung. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem höchsten Beschirmer, dem Allherrlichen.1.3:5Dir obliegt es, allem Erschaffenen die Sache Gottes zu verkünden, als Zeichen der Gnade aus Seiner Gegenwart. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Freigebigsten, dem Allbezwingenden.1.3:6Sprich: Alle Angelegenheiten müssen an das Buch Gottes verwiesen werden. Ich bin fürwahr der Erste, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, Ich bin Der, welcher die Wahrheit enthüllt und verkündet, und Ich bin mit allen erhabenen Ehrennamen Gottes, des Mächtigen, des Unvergleichlichen, bekleidet. Wahrlich, Ich bin zum Tag der Ersten Manifestation gelangt, und auf Befehl des Herrn und als Zeichen Seiner Gnade werde Ich zum Tag der Letzten Manifestation gelangen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Zur festgesetzten Stunde wird jeder sich anbetend vor Ihm neigen.1.3:7Ich danke Gott und preise Ihn, daß Er Mich erwählte, Seine Sache in vergangenen und künftigen Tagen zu vertreten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Verherrlichten, dem Allgepriesenen, dem Immerbleibenden. Was immer in den Himmeln und auf Erden ist, ist Sein, und durch Ihn werden wir rechtgeleitet.1.3:8O Volk des Bayán! Wer die Wahrheit annimmt, muß sich Mir zuwenden, wie im Buche verordnet, und wer Meine Gegenwart erlangt, dem wird göttliche Führung gewährt.Aus einem Brief an Muḥammad Sháh1.4:1Der Stoff, daraus Gott Mich erschaffen hat, ist nicht der Staub, daraus andere wurden. Er gab Mir, was die Weltweisen nie erfassen noch die Getreuen je entdecken können… Ich bin ein Tragpfeiler des Ersten Wortes Gottes. Wer Mich anerkennt, hat alles erkannt, was wahr und recht ist, und hat alles erreicht, was gut und ziemlich ist, und wer Mich nicht anerkennt, hat sich von allem abgewandt, was wahr und recht ist, und erliegt allem, was übel und unziemlich ist.1.4:2Ich schwöre bei der Gerechtigkeit Deines Herrn, des Herrn alles Erschaffenen, des Herrn aller Welten! Erstellte jemand in dieser Welt so viele Bauten wie möglich, verehrte er Gott durch alle tugendhaften Taten, die Sein Wissen umschließt, und erlangte die Gegenwart des Herrn, so würden dennoch alle seine Taten zunichte, er bliebe der Strahlen göttlicher Gunst beraubt, zöge Seinen Zorn auf sich und ginge ohne Zweifel zugrunde, wenn er auch nur einen Schatten von Arglist gegen Mich in seinem Herzen bärge, und sei er flüchtiger, als daß man vor Gott Rechenschaft dafür ablegen muß. Denn Gott hat verordnet, daß alles Gute, das in der Schatzkammer Seines Wissens verwahrt ist, durch Gehorsam gegen Mich erlangt wird, und jedes in Seinem Buche verzeichnete Feuer durch Ungehorsam gegen Mich. Mich dünkt, Ich erblicke an diesem Tage und von dieser Stufe alle, die Meine Liebe hegen und Meinem Befehl folgen, in den Wohnstätten des Paradieses, und die ganze Gesellschaft Meiner Feinde den tiefsten Tiefen des Höllenfeuers ausgeliefert.1.4:3Bei Meinem Leben! Wäre es nicht Pflicht, die Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, anzuerkennen…, Ich hätte dir dies nicht gekündet… Gott hat beliebt, Mir alle Schlüssel des Himmels in die rechte Hand zu legen und alle Schlüssel der Hölle in Meine Linke…1.4:4Ich bin der Erste Punkt, daraus alles Erschaffene gezeugt ward. Ich bin das Antlitz Gottes, dessen Glanz sich nie verdunkeln läßt, das Licht Gottes, dessen Strahlen nie verblassen kann. Gewißheit und alles Gute ist dem bereitet, der Mich anerkennt, und Höllenfeuer und alles Übel erwartet den, der verfehlt, Mich anzuerkennen…1.4:5Ich schwöre bei Gott, dem Einzigen, dem Unvergleichlichen, dem Wahren: Er, das höchste Zeugnis Gottes, hat Mich allein darum mit klaren Zeichen und Beweisen ausgestattet, daß alle Menschen befähigt werden, sich Seiner Sache zu unterwerfen.1.4:6Bei der Gerechtigkeit Dessen, der die Unbedingte Wahrheit ist, würde der Schleier gehoben, du könntest sehen, wie Gott alle Menschen auf diesem Erdenrund mit dem Feuer Seines Zornes heimsucht, einem Feuer, grimmiger und größer als das Höllenfeuer, ausgenommen jene, die im Schatten des Baumes Meiner Liebe Schutz suchten. Denn sie sind wahrlich die Seligen…1.4:7Gott ist Mein Zeuge, Ich war kein Mann von Gelehrsamkeit, denn Ich wurde als Kaufmann ausgebildet. Im Jahre sechzig
1260 d.H. (1844 n.Chr.).
A erfüllte Gott gnädiglich Meine Seele mit den zwingenden Beweisen und dem tiefen Wissen Dessen, der Gottes Zeugnis ist – Friede sei mit Ihm –, bis Ich schließlich im selben Jahr Gottes verborgene Sache verkündete und ihren wohlbehüteten Pfeiler so enthüllte, daß keiner sie widerlegen konnte. »Auf daß, wer umkommen sollte, umkäme mit klarem Beweis und wer am Leben bleiben sollte, am Leben bliebe aufgrund eines klaren Beweises.«
Qur’án 8:42.
Q1.4:8Im selben Jahr
sechzig.
A sandte Ich dir einen Boten und ein Buch, damit du an der Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, so handelst, wie es der Stufe deiner Herrschaft ziemt. Aber da finster drohendes, schweres Unheil durch Gottes Willen unabänderlich verfügt war, gelangte das Buch durch das Eingreifen solcher, die von sich selbst glauben, sie seien der Regierung wohlgesinnt, nicht in deine Gegenwart. Fast vier Jahre sind seitdem vergangen, und sie haben es Eurer Majestät noch immer nicht unterbreitet, wie es ihre Pflicht verlangt. Aber da nun die Schicksalsstunde naht, und da es den Glauben und nichts Weltliches betrifft, gebe Ich dir Einblick in das, was geschah.1.4:9Ich schwöre bei Gott! Wüßtest du, was Mir in diesen vier Jahren aus den Händen deines Volkes und deines Heeres widerfuhr, der Atem stockte dir aus Furcht vor Gott, du machtest dich denn auf, der Sache Dessen zu gehorchen, der Gottes Zeugnis ist, und sühntest deine Nachlässigkeit und dein Versagen.1.4:10Während Ich in Shíráz weilte, kam aus der Hand seines gottlosen und verderbten Gouverneurs
Ḥusayn Khán; s. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 14–15 / 1:14–15, (S. 12); Nabíls Bericht 8:9, 9:50–57, (Bd. 1, S. 183 f, Bd. 1, S. 228 ff); H. M. Balyuzi, Bahá’u’lláh, The King of Glory, S. 52; M. Momen (Hg.), The Bábí and Bahá’í Religions 1844–1944, S. 169 f – Anm. d. Hrsg.
A solch bittere Schmach über Mich, daß du ihn mit vergeltender Gerechtigkeit straftest, wäre dir auch nur ein Bruchteil davon bekannt. Denn als Folge seiner unbarmherzigen Unterdrückung trifft deinen königlichen Hof der Zorn Gottes bis zum Tag der Auferstehung. Außerdem war er so sehr dem Trunk ergeben, daß er nie so nüchtern war, vernünftig urteilen zu können. In Sorge sah Ich Mich darum genötigt, Shíráz zu verlassen mit dem Ziel, an Eurer Majestät erleuchteten und erhabenen Hof zu gelangen. Der Mu‘tamidu’d-Dawlih
Manúchihr Khán, der Gouverneur von Iṣfahán. Siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 20–23 / 1:20–23, (S. 15ff); Nabíls Bericht 10:1–19, (Bd. 2, S. 233f); M. Momen (Hg.), The Bábí and Bahá’í Religions 1844–1944, S. 167 ff – Anm. d. Hrsg.
A erkannte dann die Wahrheit der Sache Gottes, und er diente Seinen Auserwählten vorbildlich und ergeben. Als einige Unwissende in seiner Stadt sich erhoben und Aufruhr entfachten, verteidigte er die göttliche Wahrheit und gewährte Mir eine Zeitlang in der Zurückgezogenheit des Gouverneurspalastes Schutz. Schließlich – er hatte das Wohlgefallen Gottes erlangt – kehrte er an seinen Wohnort im allhöchsten Paradies zurück. Möge es Gott ihm gnädiglich lohnen…1.4:11Nach seinem Aufstieg zum ewigen Königreich schickte Mich der boshafte Gurgín
Gurgín Khán, der Neffe und Nachfolger von Manúchihr Khán. Siehe Nabíls Bericht 10:17–19, (Bd. 2, S. 248) – Anm. d. Hrsg.
A unter Aufgebot jeglicher Niedertracht, mit Meineid und Gewalt, fort aus Iṣfahán, eskortiert von fünf Bewachern, auf eine Reise, die sieben Tage dauerte und für die nicht die geringsten Vorkehrungen getroffen waren – weh, weh dessen, was Mich befiel! – bis schließlich der Befehl Eurer Majestät kam, der Mir auftrug, nach Máh-Kú weiterzureisen…1.4:12Ich schwöre bei dem Höchsten Herrn! Erzählte man dir, an welchem Ort Ich wohne, du wärest der erste, der sich Meiner erbarmte. Inmitten der Berge steht eine Festung
Máh-Kú.
A…, in der nur zwei Wächter und vier Hunde hausen. So führe dir Meine Not vor Augen!… Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüßte der, welcher bereit war, Mich so zu behandeln, Wen er so behandelte, wahrlich, er wäre in seinem Leben nie mehr froh. Ja, es ist – wahrlich, Ich sage dir die Wahrheit – als habe er alle Propheten, alle wahrhaftigen Menschen und alle Auserwählten eingekerkert…1.4:13Als Mir dieser Erlaß bekannt wurde, schrieb Ich dem, der die Geschäfte des Reiches führt, folgendes: »Gib Mir den Tod, Ich beschwöre dich bei Gott, und sende Mein Haupt wohin es dir beliebt. Denn ein Unschuldiger wie Ich kann sich gewiß nicht damit abfinden, an einen Ort verbannt zu sein, der Verbrechern vorbehalten ist, und dort sein Leben fristen!« Meine Bitte blieb unbeantwortet. Offensichtlich ist Seiner Exzellenz dem Ḥájí
Ḥájí Mírzá Áqásí – Anm. d. Hrsg.
A die Wahrheit Unserer Sache nur unzulänglich bekannt. Die Herzen der Gläubigen, Männer wie Frauen, zu bekümmern, wäre weit verruchter, als das heilige Haus Gottes zu zerstören.1.4:14Wahrlich, der eine wahre Gott ist Mein Zeuge, an diesem Tag bin Ich der wahre mystische Tempel Gottes und das Wesen alles Guten. Wer Mir Gutes tut, tut gleichsam Gott, Seinen Engeln und der ganzen Schar Seiner Geliebten Gutes. Wer Mir Böses antut, tut gleichsam Gott und Seinen Auserwählten Böses an. Nein – die Stufe Gottes und Seiner Geliebten ist zu erhaben, als daß eines Menschen gute oder böse Tat ihre heilige Schwelle erreichte. Was immer Mich trifft, ist bestimmt, Mich zu treffen; und was Mich überkam, wird auf den zurückfallen, der es schickte. Bei Ihm, in Dessen Hand Meine Seele ist: Keinen anderen als sich selbst hat er in den Kerker gebracht. Denn was Gott für Mich verfügte, wird gewiß eintreffen, und uns geschieht nichts, als was Gott uns verordnet. Wehe dem, von dessen Händen Böses kommt; und gesegnet der, von dessen Händen Gutes kommt. Meine Klage richte Ich an keinen anderen als Gott, denn Er ist der beste Richter. Alle Not und alle Freude kommt von Ihm allein, und Er ist der Allgewaltige, der Allmächtige.1.4:15Kurz, Ich halte in Meinem Griff, was sich ein jeder vom Guten dieser und der zukünftigen Welt wünscht. Wenn Ich den Schleier lüftete, so erkennten alle Mich als ihren Meistgeliebten und keiner verleugnete Mich. Diese Feststellung sollte Eure Majestät nicht schrecken; denn wer wahrhaft an die Einheit Gottes glaubt und seine Augen nur auf Ihn richtet, sieht alles außer Ihm als völliges Nichts. Ich schwöre bei Gott! Ich erwarte von dir kein irdisches Gut, und sei es so viel wie ein Senfkorn. Fürwahr, etwas von dieser oder der zukünftigen Welt zu besitzen, käme nach Meinem Urteil offener Gotteslästerung gleich. Denn wer an die Einheit Gottes glaubt, dem steht übel an, auf etwas anderes den Blick zu heften, viel übler noch, es zu besitzen. Ich weiß gewiß, da Ich Gott habe, den Ewig-Lebendigen, den Angebeteten, bin Ich Besitzer aller Dinge, sichtbar und unsichtbar…1.4:16In diesem Berg blieb Ich allein und kam in eine so schlimme Lage, daß Ich erlitt, was keiner Meiner Vorläufer erlitten, und ertrug, was kein Übeltäter ertragen! Ich preise Gott, preise Ihn ohne Unterlaß. Von Sorgen bin Ich frei, da Ich ausharre im Wohlgefallen Meines Herrn und Meisters. Mich dünkt, Ich bin im allhöchsten Paradies und frohlocke über die Nähe zu Gott, dem Größten. Wahrlich, dies ist eine Gnade, die Mir Gott erwiesen hat, und Er ist der Herr unbegrenzter Segnungen.1.4:17Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüßtest du, was Ich weiß, du entsagtest der Herrschaft in dieser und der zukünftigen Welt, um im Gehorsam vor dem Wahrhaftigen Mein Wohlgefallen zu erlangen… Wenn du dich weigerst, wird der Herr der Welt einen erwecken, der Seine Sache erhöht, und Gottes Befehl tritt wahrlich in Kraft.1.4:18Dank der Gnade Gottes kann nichts Meine Absicht vereiteln, und Ich bin Mir wohl bewußt, was Gott Mir als Zeichen Seiner Gunst verliehen hat. Wäre es Mein Wille, Ich würde Eurer Majestät alles enthüllen; aber Ich habe dies nicht getan und werde es nicht tun, auf daß sich die Wahrheit von allem außer ihr unterscheide und sich die Prophezeiung des Imám Báqir – Friede sei mit Ihm – bewahrheite: »Was uns in Ádhirbáyján zustoßen muß, ist unvermeidlich und ohnegleichen. Wenn es geschieht, bleibt in euren Häusern und übt euch in Geduld, wie wir in Geduld ausharren. Sobald der Beweger zieht, eilt zu Ihm, und müßtet ihr auch durch den Schnee kriechen.«1.4:19Ich bitte Gott um Vergebung für Mich und für alles, was Mir zugehört, und beteuere: »Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.«Auszüge aus einem zweiten Brief an Muḥammad Sháh
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