Báb | Der Báb - Eine Auswahl aus Seinen Schriften
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1.3:5
Dir obliegt es, allem Erschaffenen die Sache Gottes zu verkünden, als Zeichen der Gnade aus Seiner Gegenwart. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Freigebigsten, dem Allbezwingenden.
1.3:6
Sprich: Alle Angelegenheiten müssen an das Buch Gottes verwiesen werden. Ich bin fürwahr der Erste, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, Ich bin Der, welcher die Wahrheit enthüllt und verkündet, und Ich bin mit allen erhabenen Ehrennamen Gottes, des Mächtigen, des Unvergleichlichen, bekleidet. Wahrlich, Ich bin zum Tag der Ersten Manifestation gelangt, und auf Befehl des Herrn und als Zeichen Seiner Gnade werde Ich zum Tag der Letzten Manifestation gelangen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Zur festgesetzten Stunde wird jeder sich anbetend vor Ihm neigen.
1.3:7
Ich danke Gott und preise Ihn, daß Er Mich erwählte, Seine Sache in vergangenen und künftigen Tagen zu vertreten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Verherrlichten, dem Allgepriesenen, dem Immerbleibenden. Was immer in den Himmeln und auf Erden ist, ist Sein, und durch Ihn werden wir rechtgeleitet.
1.3:8
O Volk des Bayán! Wer die Wahrheit annimmt, muß sich Mir zuwenden, wie im Buche verordnet, und wer Meine Gegenwart erlangt, dem wird göttliche Führung gewährt.
Aus einem Brief an Muḥammad Sháh
1.4:1
Der Stoff, daraus Gott Mich erschaffen hat, ist nicht der Staub, daraus andere wurden. Er gab Mir, was die Weltweisen nie erfassen noch die Getreuen je entdecken können… Ich bin ein Tragpfeiler des Ersten Wortes Gottes. Wer Mich anerkennt, hat alles erkannt, was wahr und recht ist, und hat alles erreicht, was gut und ziemlich ist, und wer Mich nicht anerkennt, hat sich von allem abgewandt, was wahr und recht ist, und erliegt allem, was übel und unziemlich ist.
1.4:2
Ich schwöre bei der Gerechtigkeit Deines Herrn, des Herrn alles Erschaffenen, des Herrn aller Welten! Erstellte jemand in dieser Welt so viele Bauten wie möglich, verehrte er Gott durch alle tugendhaften Taten, die Sein Wissen umschließt, und erlangte die Gegenwart des Herrn, so würden dennoch alle seine Taten zunichte, er bliebe der Strahlen göttlicher Gunst beraubt, zöge Seinen Zorn auf sich und ginge ohne Zweifel zugrunde, wenn er auch nur einen Schatten von Arglist gegen Mich in seinem Herzen bärge, und sei er flüchtiger, als daß man vor Gott Rechenschaft dafür ablegen muß. Denn Gott hat verordnet, daß alles Gute, das in der Schatzkammer Seines Wissens verwahrt ist, durch Gehorsam gegen Mich erlangt wird, und jedes in Seinem Buche verzeichnete Feuer durch Ungehorsam gegen Mich. Mich dünkt, Ich erblicke an diesem Tage und von dieser Stufe alle, die Meine Liebe hegen und Meinem Befehl folgen, in den Wohnstätten des Paradieses, und die ganze Gesellschaft Meiner Feinde den tiefsten Tiefen des Höllenfeuers ausgeliefert.
1.4:3
Bei Meinem Leben! Wäre es nicht Pflicht, die Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, anzuerkennen…, Ich hätte dir dies nicht gekündet… Gott hat beliebt, Mir alle Schlüssel des Himmels in die rechte Hand zu legen und alle Schlüssel der Hölle in Meine Linke…
1.4:4
Ich bin der Erste Punkt, daraus alles Erschaffene gezeugt ward. Ich bin das Antlitz Gottes, dessen Glanz sich nie verdunkeln läßt, das Licht Gottes, dessen Strahlen nie verblassen kann. Gewißheit und alles Gute ist dem bereitet, der Mich anerkennt, und Höllenfeuer und alles Übel erwartet den, der verfehlt, Mich anzuerkennen…
1.4:5
Ich schwöre bei Gott, dem Einzigen, dem Unvergleichlichen, dem Wahren: Er, das höchste Zeugnis Gottes, hat Mich allein darum mit klaren Zeichen und Beweisen ausgestattet, daß alle Menschen befähigt werden, sich Seiner Sache zu unterwerfen.
1.4:6
Bei der Gerechtigkeit Dessen, der die Unbedingte Wahrheit ist, würde der Schleier gehoben, du könntest sehen, wie Gott alle Menschen auf diesem Erdenrund mit dem Feuer Seines Zornes heimsucht, einem Feuer, grimmiger und größer als das Höllenfeuer, ausgenommen jene, die im Schatten des Baumes Meiner Liebe Schutz suchten. Denn sie sind wahrlich die Seligen…
1.4:7
Gott ist Mein Zeuge, Ich war kein Mann von Gelehrsamkeit, denn Ich wurde als Kaufmann ausgebildet. Im Jahre sechzig 1260 d.H. (1844 n.Chr.). A erfüllte Gott gnädiglich Meine Seele mit den zwingenden Beweisen und dem tiefen Wissen Dessen, der Gottes Zeugnis ist – Friede sei mit Ihm –, bis Ich schließlich im selben Jahr Gottes verborgene Sache verkündete und ihren wohlbehüteten Pfeiler so enthüllte, daß keiner sie widerlegen konnte. »Auf daß, wer umkommen sollte, umkäme mit klarem Beweis und wer am Leben bleiben sollte, am Leben bliebe aufgrund eines klaren Beweises.« Qur’án 8:42. Q
1.4:8
Im selben Jahr sechzig. A sandte Ich dir einen Boten und ein Buch, damit du an der Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, so handelst, wie es der Stufe deiner Herrschaft ziemt. Aber da finster drohendes, schweres Unheil durch Gottes Willen unabänderlich verfügt war, gelangte das Buch durch das Eingreifen solcher, die von sich selbst glauben, sie seien der Regierung wohlgesinnt, nicht in deine Gegenwart. Fast vier Jahre sind seitdem vergangen, und sie haben es Eurer Majestät noch immer nicht unterbreitet, wie es ihre Pflicht verlangt. Aber da nun die Schicksalsstunde naht, und da es den Glauben und nichts Weltliches betrifft, gebe Ich dir Einblick in das, was geschah.
1.4:9
Ich schwöre bei Gott! Wüßtest du, was Mir in diesen vier Jahren aus den Händen deines Volkes und deines Heeres widerfuhr, der Atem stockte dir aus Furcht vor Gott, du machtest dich denn auf, der Sache Dessen zu gehorchen, der Gottes Zeugnis ist, und sühntest deine Nachlässigkeit und dein Versagen.
1.4:10
Während Ich in Shíráz weilte, kam aus der Hand seines gottlosen und verderbten Gouverneurs Ḥusayn Khán; s. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 14–15 / 1:14–15, (S. 12); Nabíls Bericht 8:9, 9:50–57, (Bd. 1, S. 183 f, Bd. 1, S. 228 ff); H. M. Balyuzi, Bahá’u’lláh, The King of Glory, S. 52; M. Momen (Hg.), The Bábí and Bahá’í Religions 1844–1944, S. 169 f – Anm. d. Hrsg. A solch bittere Schmach über Mich, daß du ihn mit vergeltender Gerechtigkeit straftest, wäre dir auch nur ein Bruchteil davon bekannt. Denn als Folge seiner unbarmherzigen Unterdrückung trifft deinen königlichen Hof der Zorn Gottes bis zum Tag der Auferstehung. Außerdem war er so sehr dem Trunk ergeben, daß er nie so nüchtern war, vernünftig urteilen zu können. In Sorge sah Ich Mich darum genötigt, Shíráz zu verlassen mit dem Ziel, an Eurer Majestät erleuchteten und erhabenen Hof zu gelangen. Der Mu‘tamidu’d-Dawlih Manúchihr Khán, der Gouverneur von Iṣfahán. Siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 20–23 / 1:20–23, (S. 15ff); Nabíls Bericht 10:1–19, (Bd. 2, S. 233f); M. Momen (Hg.), The Bábí and Bahá’í Religions 1844–1944, S. 167 ff – Anm. d. Hrsg. A erkannte dann die Wahrheit der Sache Gottes, und er diente Seinen Auserwählten vorbildlich und ergeben. Als einige Unwissende in seiner Stadt sich erhoben und Aufruhr entfachten, verteidigte er die göttliche Wahrheit und gewährte Mir eine Zeitlang in der Zurückgezogenheit des Gouverneurspalastes Schutz. Schließlich – er hatte das Wohlgefallen Gottes erlangt – kehrte er an seinen Wohnort im allhöchsten Paradies zurück. Möge es Gott ihm gnädiglich lohnen…
1.4:11
Nach seinem Aufstieg zum ewigen Königreich schickte Mich der boshafte Gurgín Gurgín Khán, der Neffe und Nachfolger von Manúchihr Khán. Siehe Nabíls Bericht 10:17–19, (Bd. 2, S. 248) – Anm. d. Hrsg. A unter Aufgebot jeglicher Niedertracht, mit Meineid und Gewalt, fort aus Iṣfahán, eskortiert von fünf Bewachern, auf eine Reise, die sieben Tage dauerte und für die nicht die geringsten Vorkehrungen getroffen waren – weh, weh dessen, was Mich befiel! – bis schließlich der Befehl Eurer Majestät kam, der Mir auftrug, nach Máh-Kú weiterzureisen…
1.4:12
Ich schwöre bei dem Höchsten Herrn! Erzählte man dir, an welchem Ort Ich wohne, du wärest der erste, der sich Meiner erbarmte. Inmitten der Berge steht eine Festung Máh-Kú. A…, in der nur zwei Wächter und vier Hunde hausen. So führe dir Meine Not vor Augen!… Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüßte der, welcher bereit war, Mich so zu behandeln, Wen er so behandelte, wahrlich, er wäre in seinem Leben nie mehr froh. Ja, es ist – wahrlich, Ich sage dir die Wahrheit – als habe er alle Propheten, alle wahrhaftigen Menschen und alle Auserwählten eingekerkert…
1.4:13
Als Mir dieser Erlaß bekannt wurde, schrieb Ich dem, der die Geschäfte des Reiches führt, folgendes: »Gib Mir den Tod, Ich beschwöre dich bei Gott, und sende Mein Haupt wohin es dir beliebt. Denn ein Unschuldiger wie Ich kann sich gewiß nicht damit abfinden, an einen Ort verbannt zu sein, der Verbrechern vorbehalten ist, und dort sein Leben fristen!« Meine Bitte blieb unbeantwortet. Offensichtlich ist Seiner Exzellenz dem Ḥájí Ḥájí Mírzá Áqásí – Anm. d. Hrsg. A die Wahrheit Unserer Sache nur unzulänglich bekannt. Die Herzen der Gläubigen, Männer wie Frauen, zu bekümmern, wäre weit verruchter, als das heilige Haus Gottes zu zerstören.
1.4:14
Wahrlich, der eine wahre Gott ist Mein Zeuge, an diesem Tag bin Ich der wahre mystische Tempel Gottes und das Wesen alles Guten. Wer Mir Gutes tut, tut gleichsam Gott, Seinen Engeln und der ganzen Schar Seiner Geliebten Gutes. Wer Mir Böses antut, tut gleichsam Gott und Seinen Auserwählten Böses an. Nein – die Stufe Gottes und Seiner Geliebten ist zu erhaben, als daß eines Menschen gute oder böse Tat ihre heilige Schwelle erreichte. Was immer Mich trifft, ist bestimmt, Mich zu treffen; und was Mich überkam, wird auf den zurückfallen, der es schickte. Bei Ihm, in Dessen Hand Meine Seele ist: Keinen anderen als sich selbst hat er in den Kerker gebracht. Denn was Gott für Mich verfügte, wird gewiß eintreffen, und uns geschieht nichts, als was Gott uns verordnet. Wehe dem, von dessen Händen Böses kommt; und gesegnet der, von dessen Händen Gutes kommt. Meine Klage richte Ich an keinen anderen als Gott, denn Er ist der beste Richter. Alle Not und alle Freude kommt von Ihm allein, und Er ist der Allgewaltige, der Allmächtige.
1.4:15
Kurz, Ich halte in Meinem Griff, was sich ein jeder vom Guten dieser und der zukünftigen Welt wünscht. Wenn Ich den Schleier lüftete, so erkennten alle Mich als ihren Meistgeliebten und keiner verleugnete Mich. Diese Feststellung sollte Eure Majestät nicht schrecken; denn wer wahrhaft an die Einheit Gottes glaubt und seine Augen nur auf Ihn richtet, sieht alles außer Ihm als völliges Nichts. Ich schwöre bei Gott! Ich erwarte von dir kein irdisches Gut, und sei es so viel wie ein Senfkorn. Fürwahr, etwas von dieser oder der zukünftigen Welt zu besitzen, käme nach Meinem Urteil offener Gotteslästerung gleich. Denn wer an die Einheit Gottes glaubt, dem steht übel an, auf etwas anderes den Blick zu heften, viel übler noch, es zu besitzen. Ich weiß gewiß, da Ich Gott habe, den Ewig-Lebendigen, den Angebeteten, bin Ich Besitzer aller Dinge, sichtbar und unsichtbar…
1.4:16
In diesem Berg blieb Ich allein und kam in eine so schlimme Lage, daß Ich erlitt, was keiner Meiner Vorläufer erlitten, und ertrug, was kein Übeltäter ertragen! Ich preise Gott, preise Ihn ohne Unterlaß. Von Sorgen bin Ich frei, da Ich ausharre im Wohlgefallen Meines Herrn und Meisters. Mich dünkt, Ich bin im allhöchsten Paradies und frohlocke über die Nähe zu Gott, dem Größten. Wahrlich, dies ist eine Gnade, die Mir Gott erwiesen hat, und Er ist der Herr unbegrenzter Segnungen.
1.4:17
Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüßtest du, was Ich weiß, du entsagtest der Herrschaft in dieser und der zukünftigen Welt, um im Gehorsam vor dem Wahrhaftigen Mein Wohlgefallen zu erlangen… Wenn du dich weigerst, wird der Herr der Welt einen erwecken, der Seine Sache erhöht, und Gottes Befehl tritt wahrlich in Kraft.
1.4:18
Dank der Gnade Gottes kann nichts Meine Absicht vereiteln, und Ich bin Mir wohl bewußt, was Gott Mir als Zeichen Seiner Gunst verliehen hat. Wäre es Mein Wille, Ich würde Eurer Majestät alles enthüllen; aber Ich habe dies nicht getan und werde es nicht tun, auf daß sich die Wahrheit von allem außer ihr unterscheide und sich die Prophezeiung des Imám Báqir – Friede sei mit Ihm – bewahrheite: »Was uns in Ádhirbáyján zustoßen muß, ist unvermeidlich und ohnegleichen. Wenn es geschieht, bleibt in euren Häusern und übt euch in Geduld, wie wir in Geduld ausharren. Sobald der Beweger zieht, eilt zu Ihm, und müßtet ihr auch durch den Schnee kriechen.«
1.4:19
Ich bitte Gott um Vergebung für Mich und für alles, was Mir zugehört, und beteuere: »Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.«
Auszüge aus einem zweiten Brief an Muḥammad Sháh
1.5:1
Ruhm sei Ihm, der Kenntnis hat von allem in den Himmeln und auf der Erde. Wahrlich, es ist kein Gott außer Ihm, dem unumschränkten Herrscher, dem Allmächtigen, dem Großen.
1.5:2
Er ist der Eine, der am Tag der Abrechnung durch die Macht der Wahrheit das Urteil fällt; fürwahr, kein Gott ist neben Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Allbezwingenden, dem Erhabenen. Er ist der Eine, der das Reich alles Erschaffenen in Seinem Griff hält; es gibt keinen anderen Gott als Ihn, den Einzigen, den Unvergleichlichen, den Ewigwährenden, den Unzugänglichen, den Größten.
1.5:3
In diesem Augenblick bezeuge Ich vor Gott, so wie Er noch vor aller Schöpfung vor Sich selbst bezeugte: Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allherrlichen, dem Allweisen. Und vor allem, was Er fügte oder fügen wird, lege Ich Zeugnis ab, wie Er selbst in der Majestät Seiner Herrlichkeit bezeugt: Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Selbstbestehenden, dem Wunderbarsten.
1.5:4
Auf Gott, den Herrn alles Erschaffenen, setze Ich all Mein Vertrauen. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Höchsterhabenen. Ihm habe Ich Mich ergeben und in Seine Hände habe Ich alle Meine Belange gelegt. Es ist kein Gott neben Ihm, dem höchsten Herrscher, der strahlenden Wahrheit. Fürwahr, allgenügend ist Er Mir; Er, aller Dinge ledig, genügt, während nichts in den Himmeln oder auf Erden außer Ihm genügen kann. Er wahrlich ist der Selbstbestehende, der höchst Gestrenge.
1.5:5
Preis sei Ihm, der in diesem Augenblick in diesem entlegenen Gefängnis des Ziels Meiner Sehnsucht gewahr ist. Er ist der Eine, der allezeit für Mich zeugt und, ehe »nach Hín« Der Zahlenwert der Buchstaben in dem Wort Ḥín ist 68. Das Jahr 1268 d.H. (1851–1852 n.Chr.) ist das Jahr, welches der Geburt der Bahá’í-Offenbarung vorausgeht. A anbricht, auf Mich schaut.
1.5:6
Warum verkündest du das Urteil ohne Gottes, des Allweisen, zu gedenken? Wie willst du das Feuer ertragen? Fürwahr, mächtig und sehr streng ist dein Gott.
1.5:7
Du brüstest dich der Dinge, die du besitzt, doch keiner, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, noch sonst ein rechtschaffener Mensch fände sie je der Beachtung wert. Dies sterbliche Leben gleicht einem toten Hund, um den sich keiner schart noch davon ißt, außer jenen, die das künftige Leben leugnen. Wahrlich, es ist deine Pflicht, ein wahrer Gläubiger Gottes zu werden, des Allbesitzenden, des Allmächtigen, und dich von jenem abzukehren, der dich in die Qualen des Höllenfeuers führt.
1.5:8
Ich warte schon lange, daß du aufmerkst und rechtgeleitet wirst. Wie kannst du Gott antworten an jenem nahen Tag – dem Tag, an welchem Zeugen aufstehen, um in der Gegenwart deines Herrn, des Herrn aller Welten, Zeugnis abzulegen?
1.5:9
Bei der Gerechtigkeit Dessen, der dich ins Dasein gerufen und zu Dem du bald zurückkehren wirst, wenn du in deiner Todesstunde noch immer nicht an die Zeichen deines Herrn glaubst, so wirst du unfehlbar durch die Pforten der Hölle gehen, und nichts, was deine Hände je getan, wird dir nützen, und keinen Fürsprecher wirst du finden und keinen, der dich verteidigt. Fürchte Gott und sei nicht stolz auf deinen irdischen Besitz, denn was Gott besitzt, ist besser für die, die den Pfad der Rechtschaffenheit wandeln.
1.5:10
Wahrlich, an diesem Tag sind alle, die auf Erden wohnen, Gottes Diener. Denen, die wahrhaft an Gott glauben und Seiner offenbarten Zeichen gewiß sind, mag Er gnädig vergeben, was ihre Hände begangen haben, und ihnen Zutritt zum Hofe Seiner Gnade gewähren. Er ist in Wahrheit der Immervergebende, der Mitleidige. Aber das strafende Urteil Gottes wird über jene gesprochen, die sich verächtlich von Mir abwenden, und die zwingenden Beweise und das nie irrende Buch, mit dem Gott Mich betraute, zurückweisen; sie werden am Tage der Abrechnung keinen Schutz und Beistand finden.
1.5:11
Ich schwöre bei Ihm, der alle Wesen erschuf und zu dem alle zurückkehren: Wer in seiner Todesstunde Haß gegen Mich hegt oder die klaren Zeichen bestreitet, die Mir verliehen sind – alle Qual der Hölle ist sein Los. An diesem Tag wird Sühne nicht angenommen noch Fürsprache erlaubt, es sei denn, Gott will es. Wahrlich, Er ist der Allbezwingende, der Allherrliche; und es ist kein anderer Gott außer Ihm, dem höchsten Herrscher, dem Allmächtigen, dem Gestrengen.
1.5:12
Frohlockst du über Meine Gefangenschaft, dann wehe dir, denn bitterer Schmerz wird dich alsbald ereilen! Gott hat wahrlich keinem gestattet, ein ungerechtes Urteil zu fällen, aber wenn du es tust, so wirst du bald die Folgen spüren.
1.5:13
Seit dem Tag, da Ich dich erstmals mahnte, dich nicht stolz vor Gott zu blähen, bis heute sind vier Jahre vergangen, und während dieser Zeit habe Ich von dir und deinen Soldaten nichts als bittere Unterdrückung und hochmütige Verachtung erfahren. Mir scheint, du bildest dir ein, Ich wolle in diesem irdischen Leben schnödes Gut erwerben. Nein – bei der Gerechtigkeit Meines Herrn! In den Augen derer, die ihren Blick auf den barmherzigen Herrn heften, sind Reichtum und Schmuck dieser Welt nicht mehr wert als das Auge eines Toten, nein, weniger noch. Fern sei Seiner Herrlichkeit, was sie Ihm zuschreiben!… Bei Gott allein suche Ich Geduld. Er ist wahrlich der beste Beschützer und der beste Helfer. Keine Zuflucht suche Ich, außer in Gott. Wahrlich, Er ist der Hüter und der beste Beistand…
1.5:14
Ich schwöre bei der Herrlichkeit Gottes, Meines Herrn, des Höchsterhabenen, des Größten, Er wird gewiß, wie es göttlich verordnet ist, Seine Sache hell erstrahlen lassen – doch für die Ungerechten wird es keinen Helfer geben. Wenn du etwas im Schilde führst, lege es offen dar. Wahrlich, jede autoritative Offenbarung kommt von Gott. Ihm vertraue Ich und Ihm wende Ich Mich zu.
1.5:15
Hast du je gehört, daß vormals jemand ein Urteil sprach, dem ähnlich, das du zustandebrachtest, oder dem gleich, das du billigtest? Wehe den Unterdrückern! Deine Absichten und wie du die Menschen behandelst beweisen klar deine Untreue vor Gott, und dafür bestimmte Er dir strenge Strafe. Wahrlich, allein bei Gott suche Ich Geduld und in Ihm sehe Ich Meiner Sehnsucht Ziel. Dies kündet, daß Ich die unbezweifelbare Wahrheit auf Meiner Seite habe.
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