weiter nach oben ...
95:2Jede dieser Gaben ist ein schlüssiger Beweis für die Majestät, die Macht, die Überlegenheit, das allumfassende Wissen des einen, wahren Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit. Denke an den Tastsinn. Bezeuge, wie seine Kraft über den ganzen menschlichen Körper verbreitet ist. Während die Fähigkeiten des Gesichts und Gehörs jeweils auf ein bestimmtes Organ festgelegt sind, umfaßt der Tastsinn die ganze menschliche Gestalt. Verherrlicht sei Seine Macht, gepriesen sei Seine Herrschaft!
95:3Diese Gaben ruhen im Menschen selbst. Was alle anderen Gaben überragt, was seinem Wesen nach unzerstörbar ist und Gott selbst zugehört, ist die Gabe der göttlichen Offenbarung. Jede Wohltat, die der Schöpfer dem Menschen erweist, ob materiell oder geistig, ist dieser untergeordnet. Sie ist ihrem Wesen nach das Brot, das vom Himmel herabkommt, und wird es immer bleiben. Sie ist Gottes erhabenstes Zeugnis, der klarste Beweis Seiner Wahrheit, das Zeichen Seiner vollendeten Güte, das Unterpfand Seiner allumfassenden Barmherzigkeit, der Beweis Seiner liebevollen Vorsehung, das Sinnbild Seiner vollkommensten Gnade. Wer Seine Manifestation an diesem Tage anerkennt, der hat wirklich teil an dieser höchsten Gabe Gottes.
95:4Danke deinem Herrn dafür, daß Er dir eine so große Gabe verliehen hat. Erhebe deine Stimme und sprich: Aller Lobpreis sei Dir, o Du, der Du die Sehnsucht jedes verstehenden Herzens bist!
9696:1Die Feder des Höchsten ruft unablässig, und doch, wie wenige sind es, die auf ihre Stimme hören! Die Bewohner des Reiches der Namen sind mit dem bunten Kleid der Welt befaßt. Sie vergessen, daß jeder mit Augen zu sehen und mit Ohren zu hören bereitwillig erkennen muß, wie vergänglich alle Farben dieses Kleides sind.
96:2Neues Leben durchpulst in dieser Zeit alle Völker der Erde, und doch hat niemand seine Ursache entdeckt und seine Triebfeder erkannt. Sieh, wie die Völker des Westens auf ihrer Jagd nach dem, was eitel und belanglos ist, zahllose Leben opfern, um diese Güter zu sichern und zu mehren. Die Völker Persiens hingegen sind der Hort einer klaren, leuchtenden Offenbarung, deren Erhabenheit und ruhmreiches Ansehen die ganze Erde erfüllt hat, und doch sind sie niedergeschlagen und in tiefe Teilnahmslosigkeit versunken.
96:3O Freunde! Vernachlässigt die Tugenden nicht, die euch verliehen wurden, noch versäumt eure hohe Bestimmung. Laßt eure Mühe nicht am leeren Trug scheitern, den manche Herzen ersonnen haben. Ihr seid die Sterne am Himmel des Verstehens, der frische Wind, der am Morgen weht, das ruhig fließende Wasser, von dem das wahre Leben aller Menschen abhängt, die Buchstaben auf Seiner heiligen Schriftrolle. Strengt euch an, in größter Eintracht und im Geiste vollkommener Verbundenheit, daß ihr vollbringt, was diesem Tage Gottes angemessen ist. Wahrlich, Ich sage, Streit, Hader und was immer der Geist des Menschen verabscheut, sind seiner Stufe völlig unwürdig. Verbreitet mit all euren Kräften den Glauben Gottes. Wer immer einer so hohen Berufung würdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fördern. Wer dies nicht vermag, soll jemanden bestimmen, der an seiner Statt diese Offenbarung verkündet, deren Gewalt die Grundmauern der mächtigsten Bauten beben macht, jeden Berg zu Staub zermalmt und jede Seele bestürzt. Wäre die Größe dieses Tages in ihrer Fülle offenbart, so würde jeder Mensch aus Sehnsucht, an seiner großen Herrlichkeit auch nur einen Augenblick lang teilzuhaben, auf Abertausende von Leben verzichten – wieviel mehr noch auf diese Welt und ihre vergänglichen Schätze!
96:4Laßt euch in allen euren Taten von Klugheit leiten, und haltet treu an ihr fest. So Gott will, werdet ihr alle die Kraft erhalten, Gottes Willen zu vollbringen, und wird euch gnädiglich geholfen werden, den Rang zu würdigen, der denen unter Seinen Geliebten verliehen wurde, die sich erheben, Ihm zu dienen und Seinen Namen zu preisen. Auf ihnen ruhe die Herrlichkeit Gottes, die Herrlichkeit all dessen, was in den Himmeln und auf Erden ist, und die Herrlichkeit der Bewohner des höchsterhabenen Paradieses, des Himmels der Himmel.
9797:1Bedenke die Zweifel, die jene, die Gott Gefährten zugesellen, den Menschen dieses Landes ins Herz träufeln. »Wird es je möglich sein«, so fragen sie, »Kupfer in Gold zu verwandeln?« Sprich: Ja, bei meinem Herrn, es ist möglich. Das Geheimnis liegt jedoch in Unserem Wissen verborgen. Wir werden es enthüllen, wem Wir wollen. Wer immer Unsere Macht bezweifelt, bitte den Herrn, seinen Gott, daß Er ihm das Geheimnis erschließe und ihn von seiner Wahrheit überzeuge. Daß Kupfer in Gold verwandelt werden kann, ist in sich ein genügender Beweis dafür, daß ebenso Gold in Kupfer verwandelt werden kann – wenn sie doch diese Wahrheit begreifen könnten! Jedes Mineral kann dazu gebracht werden, Dichte, Bau und Masse eines anderen Minerals anzunehmen. Das Wissen darüber ist bei Uns im Verborgenen Buche.
9898:1Sprich: O ihr Schar der Geistlichen! Wägt Gottes Buch nicht mit Maßstäben und Wissenschaften, wie sie bei euch im Schwange sind. Denn das Buch selbst ist die untrügliche Waage, die unter den Menschen aufgestellt ist. Auf dieser vollkommenen Waage muß alles gewogen werden, was die Völker und Geschlechter der Erde besitzen, während ihre Gewichte nach ihrem eigenen Richtmaß geprüft werden sollten – könntet ihr es doch erkennen!
98:2Bitterlich weint das Auge Meiner liebenden Güte über euch, weil ihr versäumt habt, Ihn zu erkennen, den ihr Tag und Nacht, des Abends wie des Morgens, anruft. O ihr Menschen, schreitet mit schneeweißem Antlitz und strahlendem Herzen voran zu dem gesegneten, hochroten Ort, wo der Sadratu’l-Muntahá ruft: »Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem allmächtigen Beschirmer, dem Selbstbestehenden!«
98:3O ihr Schar der Geistlichen! Wer ist unter euch, der sich an enthüllender Schau und Einsicht mit Mir messen könnte? Wo ist der zu finden, der zu behaupten wagt, Mir an Rede und Weisheit ebenbürtig zu sein? Nein, bei Meinem Herrn, dem Allbarmherzigen! Alles auf Erden wird vergehen, dies aber ist das Antlitz eures Herrn, des Allmächtigen, des Vielgeliebten.
98:4Wir haben bestimmt, o Menschen, daß der höchste, letzte Zweck aller Gelehrsamkeit die Anerkennung dessen sei, der das Ziel aller Erkenntnis ist; und doch seht, wie ihr eurer Gelehrsamkeit gestattet habt, euch wie durch einen Schleier zu trennen von Ihm, dem Tagesanbruch dieses Lichtes, durch den alles Verborgene offenbart worden ist. Könntet ihr den Quell entdecken, woraus der Glanz dieser Rede strömt, ihr würdet die Völker der Welt und all ihren Besitz verwerfen und euch diesem gesegneten Throne der Herrlichkeit nahen.
98:5Sprich: Dies ist wahrlich der Himmel, in dem das Mutterbuch verwahrt ist, könntet ihr es doch verstehen! Er ist es, der den Felsen rufen ließ, der den Brennenden Busch auf dem Berge hoch über dem Heiligen Lande die Stimme erheben und verkünden ließ: »Das Reich ist Gottes, des souveränen Herrn über alle, des Allmachtvollen, des Liebenden!«
98:6Wir haben weder eine Schule besucht noch eure Abhandlungen gelesen. Neigt euer Ohr den Worten dieses Ungelehrten. Er ruft euch vor Gott, den Ewigbestehenden. Dies ist besser für euch als alle Schätze der Erde, könntet ihr es doch begreifen.
9999:1Die Lebenskraft des Gottesglaubens stirbt aus in allen Landen. Nur Seine heilende Arznei kann sie jemals wiederherstellen. Der Schwamm der Gottlosigkeit frißt sich in das Mark der menschlichen Gesellschaft. Was außer dem Heiltrank Seiner machtvollen Offenbarung kann sie reinigen und neu beleben? Liegt es in menschlicher Macht, o Ḥakím, in den Bestandteilen irgendeines der winzigen, unteilbaren Teilchen der Materie eine so völlige Umwandlung zu bewirken, daß sie in lauteres Gold verwandelt wird? So verwirrend und schwierig dies erscheinen mag, Wir wurden bevollmächtigt, die noch größere Aufgabe zu erfüllen, satanische Stärke in himmlische Macht zu verwandeln. Die Kraft zu einer solchen Umwandlung übertrifft die Wirksamkeit des Lebenselixiers. Das Wort Gottes allein kann für sich in Anspruch nehmen, zu einer so großen, so weitreichenden Wandlung fähig zu sein.
100100:1Die Stimme des göttlichen Heroldes ruft vom Throne Gottes hernieder und kündet: O Meine Geliebten! Duldet nicht, daß der Saum Meines heiligen Gewandes mit den Dingen der Welt beschmutzt und befleckt werde, und folgt nicht den Lokkungen eurer bösen und verderbten Wünsche. Die Sonne göttlicher Offenbarung, die in der Fülle ihrer Herrlichkeit vom Himmel dieses Gefängnisses strahlt, zeugt für Mich. Die ihr Herz Ihm, dem Ziel der Anbetung für die ganze Schöpfung, zuwenden, müssen sich an diesem Tage unbedingt über alle erschaffenen Dinge, sichtbar oder unsichtbar, erheben und von ihnen geheiligt sein. Wenn sie sich aufmachen, Meine Sache zu lehren, müssen sie sich vom Odem dessen, der der Unbezwungene ist, beleben lassen. Sie müssen Meine Sache mit fester Entschlossenheit über die ganze Erde verbreiten, mit einem Geist, der ganz auf Ihn gerichtet ist, mit Herzen, die von allen Dingen völlig gelöst und unabhängig sind, und mit Seelen, die über die Welt und ihre Nichtigkeiten geheiligt sind. Es geziemt ihnen, das Gottvertrauen als beste Wegzehrung für die Reise zu wählen und sich mit der Liebe ihres Herrn, des Erhabensten, des Allherrlichen, zu umgeben. Wenn sie so verfahren, werden ihre Worte die Hörer beeinflussen.
100:2Welch tiefe, welch unermeßlich tiefe Kluft trennt Uns von denen, die sich an diesem Tage ihren üblen Leidenschaften hingeben und ihre Hoffnung auf die Dinge der Welt und ihren vergänglichen Ruhm setzen! Oft war der Hof des Allbarmherzigen dem äußeren Anschein nach so von allen Reichtümern dieser Welt entblößt, daß die, welche in enger Gemeinschaft mit Ihm lebten, bittere Not litten. Trotz ihrer Leiden war die Feder des Höchsten nie geneigt, auf das, was der Welt und ihren Schätzen zugehört, hinzuweisen oder auch nur anzuspielen. Und wurde Ihm je eine Gabe dargeboten, so wurde sie nur angenommen als Zeichen Seiner Gnade für den Geber. Sollte es Uns gefallen, Uns alle Schätze der Erde zu Unserem eigenen Gebrauch anzueignen, so hätte niemand das Recht, Unsere Amtsgewalt zu bezweifeln oder Unser Recht zu bestreiten. Man kann sich jedoch keine niedrigere Tat vorstellen, als im Namen des einen, wahren Gottes die Reichtümer zu begehren, die die Menschen besitzen.
100:3Dir und den Anhängern dessen, der die Ewige Wahrheit ist, obliegt es, alle Menschen zu dem zu rufen, was sie von aller Bindung an die Dinge der Erde heiligt und von deren Besudelung reinigt, damit der süße Duft vom Gewande des Allherrlichen an Seinen Geliebten erkennbar wird.
100:4Wer aber Reichtümer besitzt, muß den Armen größte Beachtung schenken; denn groß ist die Ehre, die Gott jenen Armen bestimmt hat, die standhaft in der Geduld sind. Bei Meinem Leben! Keine Ehre außer der, die Gott zu verleihen beliebt, kann sich mit dieser Ehre vergleichen. Großer Segen erwartet die Armen, die geduldig ausharren und ihre Leiden verbergen, und wohl steht es um die Reichen, die ihren Reichtum den Bedürftigen spenden und diese sich selbst vorziehen.
100:5Gebe Gott, daß sich die Armen bemühen und danach streben, sich die Mittel zum Lebensunterhalt zu verdienen. Dies ist eine Pflicht, die in dieser größten Offenbarung jedem auferlegt wurde, und gilt vor Gott als gutes Werk. Wer immer diese Pflicht erfüllt, dem wird ganz gewiß die Hilfe des Unsichtbaren zuteil. Er kann durch Seine Gnade reich machen, wen immer Er will. Er, wahrlich, hat Macht über alle Dinge…
100:6O ‘Alí, sage den Geliebten Gottes, daß Gerechtigkeit die grundlegende menschliche Tugend ist. Auf ihr beruht zwangsläufig die Bewertung aller Dinge. Denke eine Weile nach über die Leiden und Trübsale, die dieser Gefangene erduldet. Mein Leben lang war Ich Meinen Feinden auf Gnade und Ungnade ausgeliefert und habe jeden Tag auf dem Pfade der Liebe Gottes eine neue Drangsal erlitten. Ich habe geduldig ausgeharrt, bis der Ruhm der Sache Gottes weithin auf Erden verbreitet war. Wenn nun jemand aufstehen und, vom eitlen Wahn seines Herzens verleitet, offen oder im geheimen danach trachten sollte, Zwietracht unter den Menschen zu säen – könnte man von einem solchen Menschen sagen, sein Handeln sei gerecht? Nein, bei Ihm, dessen Macht alle Dinge umfaßt! Bei meinem Leben! Mein Herz seufzt, meine Augen weinen bitterlich um die Sache Gottes und um die, welche nicht verstehen, was sie sagen, und sich einbilden, was sie nicht begreifen können.
100:7An diesem Tag Gottes geziemt es allen Menschen, sich fest an den Größten Namen zu halten und die Einheit der ganzen Menschheit zu errichten. Es gibt keinen Ort, dahin man fliehen könnte, keine Zuflucht, die man fände, außer bei Ihm. Sollte sich jemand zu Worten hinreißen lassen, die die Menschen von den Ufern des grenzenlosen Meeres Gottes abhalten und dazu bringen, ihr Herz an anderes zu hängen als an dieses herrliche, offenbare Wesen, das eine menschlicher Begrenzung unterworfene Gestalt angenommen hat – so wird ein solcher Mensch, wie hoch seine Stellung auch sei, von der ganzen Schöpfung gerügt als einer, der sich selbst der süßen Düfte des Allbarmherzigen beraubt hat.
100:8Sprich: Seid gerecht in euerem Urteil, ihr Menschen mit verstehendem Herzen! Wer in seinem Urteil ungerecht ist, entbehrt der Merkmale, die die Stufe des Menschen auszeichnen. Er, die Ewige Wahrheit, weiß wohl, was des Menschen Brust verbirgt. Seine große Langmut hat Seine Geschöpfe kühn gemacht, denn erst, wenn die festgesetzte Zeit gekommen ist, wird Er die Schleier zerreißen. Seine alles überragende Barmherzigkeit hat den Grimm Seines Zornes zurückgehalten und die meisten Menschen wähnen lassen, der eine, wahre Gott bemerke nicht, was sie insgeheim begehen. Bei Ihm, dem Allwissenden, dem Allunterrichteten! Der Spiegel Seines Wissens strahlt die Taten aller Menschen wider in vollkommener Klarheit, Genauigkeit und Treue. Sprich: Preis sei Dir, der Du die Sünden der Schwachen und Hilflosen verbirgst! Verherrlicht sei Dein Name, o Du, der Du den Achtlosen vergibst, die sich wider Dich vergehen!
100:9Wir haben den Menschen verboten, dem Wahn ihrer Herzen zu folgen, damit sie befähigt werden, Ihn, den höchsten Ursprung und das Ziel alles Wissens, zu erkennen, und damit sie anerkennen, was Er zu offenbaren beliebt. Bezeuge, wie sie sich in ihren leeren Einbildungen und eitlen Vorstellungen verfangen haben! Bei Meinem Leben! Sie sind selbst die Opfer dessen, was ihre eigenen Herzen ersonnen haben, und doch merken sie es nicht. Leer und nutzlos ist das Wort ihrer Lippen, und doch verstehen sie es nicht.
100:10Wir flehen zu Gott, daß Er allen Menschen gnädig Seine Gunst gewähre und sie befähige, zur Erkenntnis Seiner und ihrer selbst zu gelangen. Bei Meinem Leben! Wer Ihn erkennt, wird sich in die Unendlichkeit Seiner Liebe aufschwingen und losgelöst sein von der Welt und allem, was darinnen ist. Nichts auf Erden wird ihn von seiner Bahn ablenken, wieviel weniger diejenigen, die aus ihrem leeren Wahn heraus Dinge reden, die Gott verboten hat.
100:11Sprich: Dies ist der Tag, da jedes Ohr auf Seine Stimme hören muß. Achtet auf den Ruf dieses Unterdrückten, verherrlicht den Namen des einen, wahren Gottes, schmückt euch mit dem Schmuck Seines Gedenkens und erleuchtet euer Herz mit dem Lichte Seiner Liebe! Dies ist der Schlüssel, der die Herzen der Menschen öffnet, die Politur, welche die Seelen aller Lebewesen reinigt. Wer außer acht läßt, was aus der Hand des Willens Gottes geflossen ist, lebt in offenbarem Irrtum. Freundschaft und rechtes Verhalten kennzeichnen den wahren Glauben, nicht aber Streit und Zwietracht.
100:12Verkünde den Menschen, was Er, der die Wahrheit spricht, der Träger des Vertrauens Gottes, dir zu beachten befohlen hat. Meine Herrlichkeit sei mit dir, der du Meinen Namen anrufst, dessen Augen auf Meinen Hof blicken und dessen Zunge das Lob deines Herrn, des Wohltätigen, ausspricht.
101101:1Der Offenbarung jedes himmlischen Buches, ja jedes von Gott offenbarten Verses liegt die Absicht zugrunde, alle Menschen mit Rechtschaffenheit und Verstand zu begaben, damit Friede und Ruhe fest unter ihnen begründet seien. Was immer den Herzen der Menschen Zuversicht einflößt, was ihre Stufe erhöht oder ihre Zufriedenheit fördert, ist vor Gott annehmbar. Wie erhaben ist die Stufe, die der Mensch erreichen kann, wenn er sich nur entschließt, seine hohe Bestimmung zu erfüllen! In welche Tiefen der Erniedrigung kann er absinken, Tiefen, die die niedrigsten Geschöpfe nie erreicht haben! O Freunde, ergreift die Gelegenheit, die dieser Tag euch bietet, und verscherzt nicht die großmütigen Gaben Seiner Gnade! Ich flehe zu Gott, daß Er jeden von euch gnädiglich befähige, sich an diesem gesegneten Tage mit dem Schmuck reiner, heiliger Taten zu schmükken. Wahrlich, Er tut, was immer Er will.
102102:1Habe ein offenes Ohr, o Volk, für das, was Ich in Wahrheit dir sage. Der eine, wahre Gott, gepriesen sei Seine Herrlichkeit, hat seit jeher die Herzen der Menschen als Seinen eigenen, ausschließlichen Besitz betrachtet und wird dies immer tun. Alles andere, zu Lande oder zu Wasser, Reichtum oder Ruhm, hat Er den Königen und Herrschern der Erde vermacht. Vom Anfang an, der keinen Anfang hat, wurde das Banner mit den Worten »Er tut, was immer Er will«Qur’án 2:253, 3:40, 14:27, 22:14, 22:18 – Anm. d. Hrsg.
Q in all seiner Pracht vor Seiner Manifestation entfaltet. Was der Menschheit an diesem Tage nottut, ist Gehorsam gegen die, welche die Gewalt in Händen haben, und gewissenhaftes Festhalten am Seile der Weisheit. Die wesentlichen Mittel für den unmittelbaren Schutz, die Ruhe und Sicherheit des Menschengeschlechts sind den Führern der menschlichen Gesellschaft anvertraut und liegen in ihrer Gewalt. Das ist der Wunsch Gottes und Sein Ratschluß… Wir hegen die Hoffnung, daß sich einer der Könige der Erde um Gottes willen für den Triumph dieses unterdrückten, dieses bedrängten Volkes erheben wird. Ein solcher König wird ewig gepriesen und verherrlicht werden. Gott hat es diesem Volke zur Pflicht gemacht, jeden, der ihm beisteht, zu unterstützen, seinen besten Interessen zu dienen und ihm bleibende Treue zu erweisen. Wer Mir folgt, muß unter allen Umständen bestrebt sein, die Wohlfahrt eines jeden zu fördern, der sich für den Triumph Meiner Sache erhebt, und muß ihm Ergebenheit und Anhänglichkeit erzeigen. Glücklich der Mensch, der auf Meinen Rat hört und ihm folgt! Wehe dem, der Meinen Wunsch nicht erfüllt.
103103:1Gott hat durch Seine Zunge, die die Wahrheit spricht, auf allen Seinen Tafeln diese Worte bezeugt: »Ich bin Der, der im Abhá-Reiche der Herrlichkeit lebt.«
103:2Bei der Gerechtigkeit Gottes! Er sieht von den Höhen dieser erhabenen, dieser heiligen, dieser mächtigen, allüberragenden Stufe alle Dinge. Er hört alle Dinge und verkündet zu dieser Stunde: Selig bist du, o Javád, weil du erreicht hast, was noch kein Mensch vor dir erreicht hat. Ich schwöre bei Ihm, der Ewigen Wahrheit! Du hast die Augen der Bewohner des erhabenen Paradieses erfreut. Das Volk indes ist völlig achtlos. Wollten Wir deine Stufe enthüllen, die Herzen der Menschen würden zutiefst erschüttert, ihre Füße würden straucheln, die Verkörperungen der Prahlsucht wären sprachlos, fielen zu Boden nieder und steckten die Finger der Achtlosigkeit in die Ohren, um nichts hören zu müssen.
103:3Gräme dich nicht über die, die sich mit den Dingen dieser Welt beschäftigen und Gott, den Größten, vergessen. Bei Ihm, der Ewigen Wahrheit! Der Tag naht, da des Allmächtigen grimmer Zorn sie erfassen wird. Er ist wahrlich der Allgewaltige, der Allüberwinder, der Machtvollste. Er wird die Erde vom Schmutz ihrer Verderbtheit reinigen und wird sie denen unter Seinen Dienern zum Erbe geben, die Ihm nahe sind.
weiter nach unten ...