weiter nach oben ...
114:3Wisse und sei dir gewiß: Wer nicht an Gott glaubt, ist nicht vertrauenswürdig und nicht wahrhaftig. Dies ist in der Tat die Wahrheit, die unbezweifelbare Wahrheit. Wer treulos gegen Gott handelt, wird auch treulos gegen seinen König handeln. Nichts kann einen solchen Menschen vom Bösen abhalten, nichts kann ihn hindern, seinen Nächsten zu verraten, nichts kann ihn dazu bringen, aufrecht seinen Weg zu gehen.
114:4Hab acht, daß du in den Angelegenheiten deines Staates die Zügel nicht den Händen anderer überlässest, setze dein Vertrauen nicht auf Minister, die deines Vertrauens unwürdig sind, und gehöre nicht zu denen, die in Achtlosigkeit dahinleben. Meide die, deren Herzen sich von dir abgewandt haben, setze nicht dein Vertrauen in sie, und betraue sie nicht mit deinen Angelegenheiten und den Angelegenheiten derer, die sich zu deinem Glauben bekennen. Hüte dich, dem Wolf zu erlauben, Hirte der Herde Gottes zu werden, und überlasse das Schicksal Seiner Geliebten nicht der Willkür der Bösen. Erwarte nicht von denen, die Gottes Gesetze brechen, daß sie vertrauenswürdig oder aufrichtig sein werden in dem Glauben, den sie bekennen. Meide sie und wache streng über dich selbst, damit ihre List und Tücke dir nicht schaden. Wende dich ab von ihnen und richte deinen Blick auf Gott, deinen Herrn, den Allherrlichen, den Freigebigsten. Gott wird gewißlich mit dem sein, der sich ganz Ihm hingibt, und Er wird wahrlich den, der sein ganzes Vertrauen in Ihn setzt, vor allem behüten, was ihm schaden könnte, und ihn vor der Schlechtigkeit jedes bösen Verschwörers beschirmen.
114:5Würdest du dein Ohr Meiner Rede neigen und Meinen Rat befolgen, so würde Gott dich zu einer so hohen Stellung erheben, daß auf der ganzen Erde keines Menschen Anschlag dich jemals erreichen oder dir schaden könnte. O König, befolge aus tiefstem Herzen und mit ganzem Sein die Gebote Gottes, und wandle nicht auf den Wegen des Unterdrückers. Ergreife die Angelegenheiten deines Volkes bei den Zügeln, halte sie fest im Griff deiner Macht und prüfe persönlich alle seine Belange. Lasse dir nichts entgehen, denn darin liegt das höchste Wohl.
114:6Danke Gott, daß Er dich vor der ganzen Welt auserwählt und dich zum König über die gemacht hat, die deinen Glauben bekennen. Es ziemt dir wohl, die wunderbaren Gunstbeweise zu würdigen, mit denen Gott dich ausgezeichnet hat, und unablässig Seinen Namen zu verherrlichen. Du kannst Ihn am besten preisen, wenn du Seine Geliebten liebst und Seine Diener vor dem Unheil der Treulosen schirmst und schützest, damit niemand sie länger unterdrücke. Mehr noch, du solltest dich erheben, das Gesetz Gottes unter ihnen durchzusetzen, damit du zu denen gehörest, die in Seinem Gesetz fest gegründet sind.
114:7Solltest du bewirken, daß Ströme der Gerechtigkeit ihre Wasserfluten über deine Untertanen ergießen, so wird Gott dir sicherlich mit den Scharen des Unsichtbaren und des Sichtbaren helfen und dich in deinen Angelegenheiten stärken. Kein Gott ist außer Ihm. Die ganze Schöpfung und ihre Herrschaft sind Sein. Zu Ihm kehren die Werke der Gläubigen zurück.
114:8Verlasse dich nicht auf deine Schätze. Setze dein ganzes Vertrauen in die Gnade Gottes, deines Herrn. Laß Ihn deine Zuversicht sein in allem, was du tust, und gehöre zu denen, die Seinem Willen ergeben sind. Laß Ihn dein Helfer sein und schmücke dich mit Seinen Schätzen, denn bei Ihm sind die Schatzkammern der Himmel und der Erde. Er schenkt daraus, wem Er will, und vorenthält sie, wem Er will. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Allbesitzenden, dem Allgepriesenen. Alle sind nur Almosenempfänger am Tore Seiner Barmherzigkeit, alle sind hilflos vor der Offenbarung Seiner Herrschaft und flehen um Seine Gunst.
114:9Überschreite nicht die Grenzen der Mäßigung und verfahre gerecht mit denen, die dir dienen. Gib ihnen nach ihren Bedürfnissen, aber nicht in einem Maße, das ihnen erlaubt, Reichtümer für sich zu sammeln, ihr Äußeres zu zieren, ihr Heim auszuschmücken, Dinge zu erwerben, die ihnen nichts nützen, und zu den Verschwendern zu zählen. Handle an ihnen mit unbeirrbarer Gerechtigkeit, so daß keiner unter ihnen Mangel leide oder durch Überfluß verwöhnt werde. Das ist offenbare Gerechtigkeit.
114:10Erlaube den Verworfenen nicht, über die Edlen und Ehrenwerten zu bestimmen und sie zu beherrschen, und lasse nicht zu, daß die Hochgesinnten der Willkür der Unwürdigen und Wertlosen ausgeliefert werden – denn dies haben Wir bei Unserer Ankunft in der StadtKonstantinopel. A wahrgenommen, und dafür legen Wir Zeugnis ab. Wir fanden unter ihren Einwohnern einige, die Vermögen im Überfluß hatten und in übermäßigem Reichtum lebten, während andere sich in bitterer Not und tiefster Armut befanden. Dies steht deiner Herrschaft übel an und ist deines Ranges unwürdig.
114:11Lasse dir Meinen Rat willkommen sein und strebe danach, unparteiisch über die Menschen zu herrschen, damit Gott deinen Namen erhöhe und den Ruf deiner Gerechtigkeit in aller Welt verbreite. Hüte dich, deine Minister auf Kosten deiner Untertanen zu erhöhen. Fürchte die Seufzer der Armen und der Aufrechten im Herzen, die bei jedem Tagesanbruch ihre traurige Lage beklagen, und sei ihnen ein gütiger Herrscher. Wahrlich, sie sind deine Schätze auf Erden. Deshalb ziemt es dir, deine Schätze vor den Angriffen derer zu bewahren, die sie dir rauben wollen. Untersuche ihre Angelegenheiten, erforsche jedes Jahr, nein, jeden Monat ihre Lage, und gehöre nicht zu denen, die nachlässig sind in ihrer Pflicht.
114:12Halte dir Gottes unfehlbare Waage vor Augen und wäge, als stündest du in Seiner Gegenwart, deine Taten auf dieser Waage jeden Tag, jeden Augenblick deines Lebens. Ziehe dich selbst zur Rechenschaft, ehe du zur Abrechnung gerufen wirst an dem Tage, da aus Furcht vor Gott kein Mensch die Kraft haben wird, aufrecht zu stehen, dem Tage, an dem die Herzen der Achtlosen erzittern werden.
114:13Es geziemt jedem König, freigebig zu sein wie die Sonne, die das Wachstum aller Geschöpfe fördert und jedem seinen Anteil gibt, – deren Wohltaten nicht in ihr selbst liegen, sondern von Ihm verordnet sind, dem Machtvollsten, dem Allmächtigen. Der König sollte so freimütig, so großzügig sein in seiner Barmherzigkeit wie die Wolken, die ihre überströmende Freigebigkeit über jedes Land ergießen auf Geheiß dessen, der der Höchste Verordner ist, der Allwissende.
114:14Hüte dich, daß du deine Staatsangelegenheiten nicht ganz den Händen anderer anvertraust. Keiner kann deine Aufgaben besser erfüllen als du selbst. So erklären Wir dir Unsere Worte der Weisheit und senden auf dich hernieder, was dich befähigen kann, von der linken Hand der Unterdrückung zur rechten Hand der Gerechtigkeit überzugehen und dem strahlenden Meere Seiner Gunst zu nahen. Das ist der Pfad, den die Könige, die vor dir waren, gegangen sind, jene, die gerecht gegen ihre Untertanen handelten und die Wege unbeirrbarer Gerechtigkeit beschritten.
114:15Du bist Gottes Schatten auf Erden. Darum strebe danach, so zu handeln, wie es einer so hervorragenden, einer so erhabenen Stufe entspricht. Wenn du nicht befolgst, was Wir auf dich herabkommen ließen und dich lehrten, wirst du dich sicherlich dieser großen, unschätzbaren Ehre unwürdig erweisen. Darum kehre um, halte dich allein an Gott, mache dein Herz frei von der Welt und allen ihren Nichtigkeiten, und dulde nicht, daß die Liebe zu einem Fremdling hineinkomme und darin wohne. Erst wenn du dein Herz von jeder Spur solcher Liebe läuterst, kann das Licht Gottes seinen Strahlenglanz über dein Herz ausbreiten, denn niemandem hat Gott mehr als ein Herz gegeben. Dies, wahrlich, wurde verordnet und niedergeschrieben in seinem altehrwürdigen Buche. Und weil das menschliche Herz, wie es von Gott gebildet wurde, eins und ungeteilt ist, geziemt es dir, darauf zu achten, daß seine Zuneigung auch eins und ungeteilt sei. Halte dich darum mit der ganzen Zuneigung deines Herzens an Seine Liebe und bewahre dein Herz vor der Liebe eines anderen außer Ihm, damit Er dir helfe, dich in das Meer Seiner Einheit zu versenken, und dich befähige, ein wahrer Verteidiger Seiner Einzigkeit zu werden. Gott ist Mein Zeuge: Ich offenbare dir diese Worte in der alleinigen Absicht, dich von den vergänglichen Dingen der Erde zu heiligen und dir zu helfen, in das Reich ewigwährender Herrlichkeit einzutreten, damit du, so Gott will, unter denen seiest, die darin wohnen und herrschen…
114:16Ich schwöre bei Gott, o König! Es ist nicht Mein Wunsch, Mich bei dir über die zu beklagen, die Mich verfolgen. Ich bringe Meinen Schmerz und Kummer nur vor Gott, der Mich und sie erschaffen hat, der unsere Lage wohl kennt und über alle Dinge wacht. Mein Wunsch ist, sie vor den Folgen ihrer Taten zu warnen, auf daß sie vielleicht davon abstehen, andere zu behandeln, wie sie Mich behandelt haben, und zu denen gehören, die Meine Warnung beachten.
114:17Die Heimsuchungen, die Uns betroffen haben, die bittere Not, die Wir leiden, die mannigfachen Übel, die Uns umgeben, werden alle vergehen, wie die Freuden vergehen werden, an denen sie sich ergötzen, und der Überfluß, den sie genießen. Das ist die Wahrheit, die kein Mensch auf Erden verwerfen kann. Die Tage, da Wir im Staube zu leben gezwungen sind, werden bald zu Ende sein wie die Tage, da sie die Ehrenplätze einnehmen. Gott wird wahrlich genau richten zwischen Uns und ihnen, und Er, wahrlich, ist der beste der Richter.
114:18Wir danken Gott für alles, was Uns befallen hat, und ertragen geduldig, was Er in der Vergangenheit verordnet hat oder in Zukunft verordnen wird. In Ihn habe Ich Mein Vertrauen gesetzt, und in Seine Hände habe Ich Meine Sache gelegt. Er wird sicherlich alle belohnen, die in Geduld ausharren und ihr Vertrauen auf Ihn setzen. Sein ist die Schöpfung und die Herrschaft über sie. Er erhöht, wen Er will, und erniedrigt, wen Er will. Er soll nicht befragt werden über Sein Tun. Er, wahrlich, ist der Allherrliche, der Allmächtige.
114:19Höre aufmerksam auf die Worte, o König, die Wir an dich richten. Gebiete dem Unterdrücker, von seiner Willkür abzulassen, und sondere die, die Unrecht begehen, von denen ab, die deinen Glauben bekennen. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Die Heimsuchungen, die Wir erlitten, sind so groß, daß jede Feder, die sie schildert, unvermeidlich von Schmerz überwältigt wird. Keiner von denen, die wirklich glauben und an der Einheit Gottes festhalten, kann die Last ihres Berichtes ertragen. So groß waren Unsere Leiden, daß selbst die Augen Unserer Feinde und darüber hinaus die eines jeden einsichtsvollen Menschen über Uns geweint haben. Allen diesen Prüfungen wurden Wir unterworfen, obwohl Wir Uns dir näherten und dem Volk geboten, unter deinen Schutz zu treten, damit du eine feste Burg seiest denen, die an die Einheit Gottes glauben und sie hochhalten.
114:20War Ich dir, o König, jemals ungehorsam? Habe Ich jemals eines deiner Gesetze übertreten? Kann irgendeiner der Amtsträger, die dich im ‘Iráq vertraten, einen Beweis erbringen, der Meine Untreue gegen dich belegen könnte? Nein, bei Ihm, dem Herrn aller Welten! Keinen Augenblick lang lehnten Wir Uns gegen dich oder einen deiner Amtsträger auf. Niemals, so Gott will, werden Wir Uns gegen dich empören, sollten Wir auch noch schwereren Prüfungen ausgesetzt werden, als Wir sie jemals in der Vergangenheit erlitten haben.
114:21Am Tage und zur Nachtzeit, am Abend und am Morgen beten wir zu Gott um deinetwillen, daß Er dir gnädig helfe, Ihm zu gehorchen und Seine Gebote zu halten, und daß Er dich vor den Scharen der Bösen beschütze. Darum tue, wie es dir gefällt, und behandle Uns, wie es deiner Stufe entspricht und deiner Herrschaft geziemt. Vergiß nicht das Gesetz Gottes bei allem, was du jetzt oder in kommenden Tagen zu erreichen strebst. Sprich: Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten!
115115:1Die Feder der Offenbarung, o ͯDhabíh, hat in den meisten der göttlich offenbarten Sendschreiben diese Worte verzeichnet: Wir haben alle Geliebten Gottes ermahnt, achtzugeben, daß der Saum Unseres heiligen Gewandes nicht mit dem Schmutz gesetzwidriger Taten beschmiert oder mit dem Staub tadelnswerten Betragens befleckt werde. Wir haben sie weiter ermahnt, ihren Blick auf das zu richten, was in Unseren Sendschreiben offenbart ist. Hätte ihr inneres Ohr auf die göttlichen Ratschläge geachtet, die vom Tagesanbruch der Feder des Allbarmherzigen hervorleuchteten, hätten sie auf Seine Stimme gehört, so wären heute die meisten Völker der Erde mit der Zier Seiner Führung geschmückt. Was vorherbestimmt war, ist jedoch eingetreten.
115:2Noch einmal offenbart die Zunge des Altehrwürdigen der Tage aus dem Größten Gefängnis diese Worte, die auf der schneeweißen Schriftrolle verzeichnet sind: O ihr Geliebten des einen, wahren Gottes! Tretet hervor aus der Enge euerer bösen, verderbten Lüste, schreitet voran in die Weite des Reiches Gottes und weilet auf den heiligen Auen der Loslösung, damit der Duft euerer Taten die ganze Menschheit zum Meere der unvergänglichen Herrlichkeit Gottes geleite. Laßt ab von den Angelegenheiten dieser Welt und allem, was dazu gehört, und nehmt nicht teil an der Tätigkeit jener, die äußerlich ihre Führer sind.
115:3Der eine, wahre Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – hat die Herrschaft auf Erden den Königen übertragen. Niemand hat das Recht, den wohlerwogenen Absichten derer, die Amtsgewalt besitzen, auch nur im geringsten entgegenzuwirken. Was Er sich vorbehalten hat, sind die Städte der Menschenherzen, und die Geliebten dessen, der die höchste Wahrheit ist, sind an diesem Tage wie die Schlüssel zu ihnen. Gebe Gott, daß sie alle befähigt werden, durch die Macht des Größten Namens die Tore dieser Städte aufzuschließen. Das ist es, was unter »dem einen, wahren Gott helfen«[M6] zu verstehen ist – ein Thema, auf das die Feder dessen, der die Morgendämmerung anbrechen läßt, in allen seinen Büchern und Sendschreiben hingewiesen hat.
115:4Ebenso geziemt es den Geliebten Gottes, mit ihren Mitmenschen nachsichtig zu sein, von allen Dingen so geheiligt und losgelöst zu sein und solche Aufrichtigkeit und Redlichkeit aufzuweisen, daß alle Völker der Erde sie als die Treuhänder Gottes unter den Menschen anerkennen. Bedenke, zu welch erhabenen Höhen die Befehle des Allmächtigen sich aufschwingen, und wie armselig die Stätte ist, an der diese schwachen Seelen jetzt verweilen. Gesegnet, wer auf den Flügeln der Gewißheit in die Himmel fliegt, welche die Feder deines Herrn, des Allerbarmers, ausbreitet.
115:5Betrachte die Werke, o Dhabíḥ, die Gott, die allbeherrschende Wahrheit, vollbringt. Sprich: Wie gewaltig, wie überaus gewaltig ist die Kraft Seiner alle Welten umschließenden Macht! Erhaben, unendlich erhaben ist Er in Seiner Losgelöstheit über die Reichweite und den Gesichtskreis der ganzen Schöpfung! Verherrlicht, verherrlicht sei Seine Milde – eine Milde, die die Herzen der Gott Nahegebrachten dahinschmelzen läßt.
115:6Wir haben trotz zahlloser Trübsale, die Wir von den Händen Unserer Feinde erlitten, allen Herrschern der Erde verkündet, was Gott verkünden wollte, damit alle Völker wissen, daß keinerlei Heimsuchung die Feder des Altehrwürdigen der Tage davon abhalten kann, ihre Absicht zu vollbringen. Seine Feder bewegt sich mit der Erlaubnis Gottes, der dem brüchigen, morschen Gebein Gestalt verleiht.
115:7Im Hinblick auf dieses mächtigste Unternehmen geziemt es denen, die Ihn lieben, sich mit Eifer zu rüsten und ihre Gedanken auf das zu richten, was den Sieg der Sache Gottes sichern wird, anstatt gemeine, verächtliche Taten zu begehen. Wolltest du nur eine kleine Weile die offenkundigen Werke und Taten dessen bedenken, der die Ewige Wahrheit ist, so würdest du auf die Erde niederfallen und ausrufen: O Du Herr aller Herren! Ich bezeuge, daß Du der Herr der ganzen Schöpfung bist, der Erzieher aller sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Ich bezeuge, daß Deine Kraft das ganze All umschließt, daß die Heere der Erde Dich niemals schrecken noch die Herrschaft aller Völker und Nationen Dich davon abhalten können, Deine Absicht auszuführen. Ich bekenne, daß Du nur den Wunsch hast, die ganze Welt zu erneuern, die Einheit ihrer Völker zu begründen und alle zu retten, die in ihr leben.
115:8Denke eine Weile nach und erwäge, wie sich die Geliebten Gottes zu verhalten haben und zu welchen Höhen sie sich aufschwingen müssen! Bitte allezeit deinen Herrn, den Gott des Erbarmens, daß Er ihnen helfe, Seinen Willen zu tun. Er, wahrlich, ist der Machtvollste, der Allherrliche, der Allwissende.
115:9Die diesem Unterdrückten auferlegte Gefangenschaft, o Dhabíḥ, brachte Ihm keinen Schaden, noch wird sie Ihm je schaden können; auch der Verlust all Seiner irdischen Güter, Seine Verbannung, ja selbst Sein Märtyrertod und Seine äußere Demütigung können Ihm keinen Schmerz zufügen. Was Ihn aber schmerzen kann, sind die Missetaten, welche die Geliebten Gottes begehen und welche man Ihm, der allbeherrschenden Wahrheit, zur Last legt. Das ist die Trübsal, unter der Ich leide, und Er selbst, mächtig über alle Dinge, bezeugt es Mir. Was Mich tief verletzt, sind die Ansprüche, die das Volk des Bayán täglich erhebt. Einige haben ihre Ergebenheit einem Meiner ÄsteSöhne. A bekundet, während andere unabhängig ihre Ansprüche geltend machen und nach ihren eigenen Wünschen handeln.
115:10O Dhabíḥ, die Zunge der Größe sagt: Bei Mir selbst, die Ich die Wahrheit spreche! In dieser mächtigsten Offenbarung finden alle Sendungen der Vergangenheit ihre höchste, ihre endgültige Erfüllung. Wer immer nach Ihm den Anspruch einer Offenbarung erhebt, ist sicherlich ein Lügner und Betrüger. Wir bitten Gott, daß Er ihm gnädig beistehe, einen solchen Anspruch zurückzuziehen und zu widerrufen. Sollte er bereuen, wird Gott ihm zweifellos vergeben. Verharrt er jedoch in seinem Irrtum, so wird Gott sicher einen herabsenden, der erbarmungslos mit ihm verfährt. Er, wahrlich, ist der Allmächtige, der Machtvollste!
115:11Siehe, wie das Volk des Bayán gänzlich verfehlt zu erkennen, daß das einzige Ziel dessen, was Meine vorausgegangene Manifestation, der Vorläufer Meiner Schönheit offenbarte, Meine Offenbarung und die Verkündigung Meiner Sache gewesen ist. Niemals – und dafür ist Er, die allbeherrschende Wahrheit, Mein Zeuge – hätte Er verkündet, was Er verkündete, wenn nicht für Mich. Siehe, wie diese Toren Seine, des Allbesitzenden, des Unzugänglichen, Sache als Spiel und Zeitvertreib behandeln! Ihr Herz ersinnt jeden Tag einen neuen Anschlag, und ihr Wahn führt sie stets auf die Suche nach einer neuen Zuflucht. Wäre wahr, was sie sagen, wie könnte dann die Sache deines Herrn in ihrem Bestand gesichert sein? Erwäge dies in deinem Herzen und gehöre zu den Scharfsichtigen, die sorgfältig prüfen, standhaft in ihrem Entschluß und zuversichtlich in ihrem Glauben sind. Deine Gewißheit sollte so sein, daß du, wenn die ganze Menschheit Ansprüche erhöbe, wie sie kein Mensch je erhoben, kein Geist je erdacht hat, sie völlig außer acht ließest, sie von dir wiesest und dein Angesicht Ihm, dem Ziel der Anbetung für alle Welten, zuwendetest.
115:12Bei der Rechtschaffenheit Meines eigenen Selbstes! Groß, unermeßlich groß ist diese Sache! Mächtig, unbegreiflich mächtig ist dieser Tag! Fürwahr, selig ist der Mensch, der allem entsagt und seine Augen auf Ihn richtet, dessen Antlitz über alle in den Himmeln und auf Erden Erleuchtung verbreitet.
115:13Scharf muß dein Blick sein, o Dhabíḥ, diamanten deine Seele und ehern dein Fuß, wenn du den selbstischen Wünschen gegenüber, die in des Menschen Brust flüstern, unerschütterlich sein willst. Dies ist der ausdrückliche Befehl, den die Feder des Größten Namens durch den Willen des Altehrwürdigen Königs zu offenbaren bewegt worden ist. Hüte ihn wie deinen Augapfel und gehöre zu den Dankbaren. Strebe Tag und Nacht danach, der Sache dessen zu dienen, der die Ewige Wahrheit ist, und sei losgelöst von allem außer Ihm. Bei Mir selbst! Was immer du an diesem Tage siehst, wird vergehen. Höchst erhaben wird deine Stufe sein, wenn du standhaft bleibst in der Sache deines Herrn. Hin zu Ihm seien deine Schritte eifrig gerichtet, und in Ihm ist deine letzte Ruhestatt.
116116:1O Könige der Christenheit! Vernahmt ihr nicht das Wort Jesu, des Geistes Gottes: »Ich gehe hin und komme wieder zu euch!«Joh. 14:28 – Anm. d. Hrsg.
Q Warum versäumtet ihr dann, als Er wiederkam zu euch in den Wolken des Himmels, Ihm zu nahen, auf daß ihr Sein Angesicht schauet und zu denen gehöret, die in Seine Gegenwart gelangten? An anderer Stelle sagt Er: »Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommt, wird Er euch in alle Wahrheit leiten.«Joh. 16:13 – Anm. d. Hrsg.
Q Und doch, seht, als Er die Wahrheit brachte, da weigertet ihr euch, Ihm euer Angesicht zuzuwenden, und verharrtet dabei, euch mit Spiel und Tand zu vergnügen. Ihr hießet Ihn nicht willkommen, noch suchtet ihr Seine Gegenwart, die Verse Gottes aus Seinem eigenen Munde zu hören und an der vielfältigen Weisheit des Allmächtigen, des Allherrlichen, des Allweisen, teilzuhaben. Durch euer Versäumnis habt ihr den Odem Gottes gehindert, über euch hinzuwehen, und habt euerer Seele die Süße seines Duftes vorenthalten. Und weiter streift ihr voll Ergötzen durch das Tal euerer verderbten Lüste. Ihr werdet mit allem, was ihr besitzet, vergehen. Ihr werdet ganz gewiß zu Gott zurückkehren und in der Gegenwart dessen, der die ganze Schöpfung zusammenrufen wird, für euere Taten zur Rechenschaft gezogen werden…
116:2Zwanzig Jahre sind dahingegangen, o Könige, und in dieser Zeit erlebten Wir jeden Tag die Pein einer neuen Trübsal. Keiner vor Uns hat erlitten, was Wir erlitten. Könntet ihr es doch erkennen! Die gegen Uns aufstanden, haben uns umgebracht, haben unser Blut vergossen, unseren Besitz geplündert und unsere Ehre verletzt. Obwohl der meisten unserer Leiden gewahr, habt ihr dennoch versäumt, die Hand des Angreifers zurückzuhalten. Ist es denn nicht euere eindeutige Pflicht, die Tyrannei des Unterdrükkers zu verhindern und unparteiisch mit eueren Untertanen zu verfahren, damit euer hoher Gerechtigkeitssinn der ganzen Menschheit offenkundig werde?
116:3Gott hat eueren Händen die Zügel der Herrschaft über die Menschen anvertraut, auf daß ihr mit Gerechtigkeit über sie herrschet, die Rechte der Unterdrückten schützet und die Übeltäter bestrafet. Wenn ihr die Pflicht, die euch Gott in Seinem Buch vorgeschrieben hat, vernachlässigt, werden euere Namen vor Ihm zu denen der Ungerechten gezählt werden. Schmerzhaft, wahrlich, wird euer Irrtum sein. Haltet ihr euch an das, was euere Einbildung ersonnen hat, und mißachtet ihr die Gebote Gottes, des höchst Erhabenen, des Unzugänglichen, des Allbezwingenden, des Allmächtigen? Werft hinweg, was ihr besitzt, und haltet euch an das, was Gott euch zu befolgen geboten hat. Suchet Seine Gnade, denn wer sie sucht, beschreitet Seinen geraden Pfad.
116:4Betrachtet den Zustand, in dem Wir sind, und seht die Leiden und Nöte, die Uns prüfen. Mißachtet Uns nicht, und sei es auch nur für einen Augenblick, und urteilt gerecht zwischen Uns und Unseren Feinden. Dies wird sicherlich von offenbarem Vorteil für euch sein. So berichten Wir euch Unsere Geschichte und erzählen, was uns betroffen hat, damit ihr Unsere Leiden von Uns nehmet und Unsere Last erleichtert. Wer will, befreie Uns von Unserer Not, und was den betrifft, der es nicht will – Mein Herr ist gewiß der beste der Helfer!
116:5Warne das Volk, o Diener, und mache es vertraut mit dem, was Wir auf Dich herniedersandten. Lasse Dich durch niemanden schrecken und gehöre nicht zu den Wankenden. Es naht der Tag, da Gott Seine Sache erhöht und Sein Zeugnis vor den Augen aller, die in den Himmeln, und aller, die auf Erden sind, verherrlicht haben wird. Setze unter allen Umständen Dein ganzes Vertrauen auf Deinen Herrn, richte Deinen Blick auf Ihn und wende Dich ab von allen, die Seine Wahrheit verwerfen. Lasse Gott, Deinen Herrn, Deinen alleinigen Beistand und Helfer sein. Wir haben gelobt, Deinen Triumph auf Erden zu sichern und Unsere Sache vor allen Menschen zu erhöhen, selbst wenn kein König sich fände, der Dir sein Angesicht zuwendet.
117
weiter nach unten ...