Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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115:12
Bei der Rechtschaffenheit Meines eigenen Selbstes! Groß, unermeßlich groß ist diese Sache! Mächtig, unbegreiflich mächtig ist dieser Tag! Fürwahr, selig ist der Mensch, der allem entsagt und seine Augen auf Ihn richtet, dessen Antlitz über alle in den Himmeln und auf Erden Erleuchtung verbreitet.
115:13
Scharf muß dein Blick sein, o Dhabíḥ, diamanten deine Seele und ehern dein Fuß, wenn du den selbstischen Wünschen gegenüber, die in des Menschen Brust flüstern, unerschütterlich sein willst. Dies ist der ausdrückliche Befehl, den die Feder des Größten Namens durch den Willen des Altehrwürdigen Königs zu offenbaren bewegt worden ist. Hüte ihn wie deinen Augapfel und gehöre zu den Dankbaren. Strebe Tag und Nacht danach, der Sache dessen zu dienen, der die Ewige Wahrheit ist, und sei losgelöst von allem außer Ihm. Bei Mir selbst! Was immer du an diesem Tage siehst, wird vergehen. Höchst erhaben wird deine Stufe sein, wenn du standhaft bleibst in der Sache deines Herrn. Hin zu Ihm seien deine Schritte eifrig gerichtet, und in Ihm ist deine letzte Ruhestatt.
116
116:1
O Könige der Christenheit! Vernahmt ihr nicht das Wort Jesu, des Geistes Gottes: »Ich gehe hin und komme wieder zu euch!«Joh. 14:28 – Anm. d. Hrsg.Q Warum versäumtet ihr dann, als Er wiederkam zu euch in den Wolken des Himmels, Ihm zu nahen, auf daß ihr Sein Angesicht schauet und zu denen gehöret, die in Seine Gegenwart gelangten? An anderer Stelle sagt Er: »Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommt, wird Er euch in alle Wahrheit leiten.«Joh. 16:13 – Anm. d. Hrsg.Q Und doch, seht, als Er die Wahrheit brachte, da weigertet ihr euch, Ihm euer Angesicht zuzuwenden, und verharrtet dabei, euch mit Spiel und Tand zu vergnügen. Ihr hießet Ihn nicht willkommen, noch suchtet ihr Seine Gegenwart, die Verse Gottes aus Seinem eigenen Munde zu hören und an der vielfältigen Weisheit des Allmächtigen, des Allherrlichen, des Allweisen, teilzuhaben. Durch euer Versäumnis habt ihr den Odem Gottes gehindert, über euch hinzuwehen, und habt euerer Seele die Süße seines Duftes vorenthalten. Und weiter streift ihr voll Ergötzen durch das Tal euerer verderbten Lüste. Ihr werdet mit allem, was ihr besitzet, vergehen. Ihr werdet ganz gewiß zu Gott zurückkehren und in der Gegenwart dessen, der die ganze Schöpfung zusammenrufen wird, für euere Taten zur Rechenschaft gezogen werden…
116:2
Zwanzig Jahre sind dahingegangen, o Könige, und in dieser Zeit erlebten Wir jeden Tag die Pein einer neuen Trübsal. Keiner vor Uns hat erlitten, was Wir erlitten. Könntet ihr es doch erkennen! Die gegen Uns aufstanden, haben uns umgebracht, haben unser Blut vergossen, unseren Besitz geplündert und unsere Ehre verletzt. Obwohl der meisten unserer Leiden gewahr, habt ihr dennoch versäumt, die Hand des Angreifers zurückzuhalten. Ist es denn nicht euere eindeutige Pflicht, die Tyrannei des Unterdrükkers zu verhindern und unparteiisch mit eueren Untertanen zu verfahren, damit euer hoher Gerechtigkeitssinn der ganzen Menschheit offenkundig werde?
116:3
Gott hat eueren Händen die Zügel der Herrschaft über die Menschen anvertraut, auf daß ihr mit Gerechtigkeit über sie herrschet, die Rechte der Unterdrückten schützet und die Übeltäter bestrafet. Wenn ihr die Pflicht, die euch Gott in Seinem Buch vorgeschrieben hat, vernachlässigt, werden euere Namen vor Ihm zu denen der Ungerechten gezählt werden. Schmerzhaft, wahrlich, wird euer Irrtum sein. Haltet ihr euch an das, was euere Einbildung ersonnen hat, und mißachtet ihr die Gebote Gottes, des höchst Erhabenen, des Unzugänglichen, des Allbezwingenden, des Allmächtigen? Werft hinweg, was ihr besitzt, und haltet euch an das, was Gott euch zu befolgen geboten hat. Suchet Seine Gnade, denn wer sie sucht, beschreitet Seinen geraden Pfad.
116:4
Betrachtet den Zustand, in dem Wir sind, und seht die Leiden und Nöte, die Uns prüfen. Mißachtet Uns nicht, und sei es auch nur für einen Augenblick, und urteilt gerecht zwischen Uns und Unseren Feinden. Dies wird sicherlich von offenbarem Vorteil für euch sein. So berichten Wir euch Unsere Geschichte und erzählen, was uns betroffen hat, damit ihr Unsere Leiden von Uns nehmet und Unsere Last erleichtert. Wer will, befreie Uns von Unserer Not, und was den betrifft, der es nicht will – Mein Herr ist gewiß der beste der Helfer!
116:5
Warne das Volk, o Diener, und mache es vertraut mit dem, was Wir auf Dich herniedersandten. Lasse Dich durch niemanden schrecken und gehöre nicht zu den Wankenden. Es naht der Tag, da Gott Seine Sache erhöht und Sein Zeugnis vor den Augen aller, die in den Himmeln, und aller, die auf Erden sind, verherrlicht haben wird. Setze unter allen Umständen Dein ganzes Vertrauen auf Deinen Herrn, richte Deinen Blick auf Ihn und wende Dich ab von allen, die Seine Wahrheit verwerfen. Lasse Gott, Deinen Herrn, Deinen alleinigen Beistand und Helfer sein. Wir haben gelobt, Deinen Triumph auf Erden zu sichern und Unsere Sache vor allen Menschen zu erhöhen, selbst wenn kein König sich fände, der Dir sein Angesicht zuwendet.
117
117:1
In dem Wunsche, die Voraussetzungen für Frieden und Ruhe in der Welt und für den Fortschritt ihrer Völker zu offenbaren, hat das Höchste Wesen geschrieben: Die Zeit muß kommen, da die gebieterische Notwendigkeit für die Abhaltung einer ausgedehnten, allumfassenden Versammlung der Menschen weltweit erkannt wird. Die Herrscher und Könige der Erde müssen ihr unbedingt beiwohnen, an ihren Beratungen teilnehmen und solche Mittel und Wege erörtern, die den Grund zum Größten Weltfrieden unter den Menschen legen. Ein solcher Friede erfordert es, daß die Großmächte sich um der Ruhe der Völker der Erde willen zu völliger Aussöhnung untereinander entschließen. Sollte ein König die Waffen gegen einen anderen ergreifen, so müssen sich alle vereint erheben und ihn daran hindern. Wenn dies geschieht, werden die Nationen der Welt – außer für die Wahrung der Sicherheit ihrer Reiche und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in ihrem Staatsgebiet – keine Waffen mehr brauchen. Dies wird jedem Volk, jeder Regierung und Nation Frieden und Ruhe sichern. Wir möchten gerne hoffen, daß die Könige und Herrscher der Erde, die Spiegel des barmherzigen und allmächtigen Namens Gottes, diese Stufe erreichen und die Menschheit vor dem Angriff der Tyrannei beschirmen werden… Der Tag naht, da alle Völker der Welt eine universale Sprache und eine einheitliche Schrift annehmen werden. Wenn dies erreicht ist, wird es für jeden Menschen, in welche Stadt er auch reisen mag, sein, als betrete er sein eigenes Heim. All dies ist verbindlich und durchaus wesentlich. Es ist die Pflicht eines jeden Menschen mit Einsicht und Verständnis, danach zu streben, das hier Niedergeschriebene in die Wirklichkeit und die Tat umzusetzen… Der ist wirklich ein Mensch, der sich heute dem Dienst am ganzen Menschengeschlecht hingibt. Das Höchste Wesen spricht: Selig und glücklich ist, wer sich erhebt, dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen. An anderer Stelle hat Er verkündet: Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.
118
118:1
Verwerft nicht die Gottesfurcht, o Könige der Erde, und hütet euch, die Grenzen zu überschreiten, die der Allmächtige gesetzt hat. Beachtet die Gebote, die euch in Seinem Buche gegeben sind, und hütet euch wohl, ihre Schranken zu übertreten. Seid wachsam, damit ihr niemandem Unrecht zufügt, und sei es auch so gering wie ein Senfkorn. Beschreitet den Pfad der Gerechtigkeit, denn dieser ist wahrlich der gerade Pfad.
118:2
Legt euere Streitigkeiten bei und rüstet ab, damit die Last euerer Ausgaben leichter werde, euere Gemüter und Herzen zur Ruhe kommen. Heilt die Zwietracht, die euch spaltet, dann werdet ihr kein Kriegsgerät mehr nötig haben außer dem, was der Schutz euerer Städte und Gebiete erfordert. Fürchtet Gott und hütet euch, die Grenzen des rechten Maßes zu überschreiten und zu den Maßlosen zu gehören.
118:3
Wir haben erfahren, daß ihr jedes Jahr euere Ausgaben vermehrt und die Lasten dafür eueren Untertanen aufbürdet. Dies ist wahrlich mehr, als sie tragen können, und ein bitteres Unrecht. Entscheidet gerecht zwischen den Menschen und werdet zu Wahrzeichen der Gerechtigkeit unter ihnen. Dies ist, so ihr billig urteilt, was euch ansteht und euerer Stufe entspricht.
118:4
Hütet euch, jemandem Unrecht zu tun, der euch anruft und unter eueren Schutz tritt. Wandelt in der Furcht Gottes und gehört zu denen, die ein gottgefälliges Leben führen. Verlaßt euch nicht auf euere Macht, euere Heere und Schätze. Setzt euer ganzes Vertrauen und euere Zuversicht auf Gott, der euch erschaffen hat, und sucht Seinen Beistand in allen eueren Geschäften. Hilfe kommt allein von Ihm. Er hilft, wem Er will, mit den Scharen der Himmel und der Erde.
118:5
Wisset, daß die Armen das Pfand Gottes in euerer Mitte sind. Seid achtsam, daß ihr Sein Pfand nicht veruntreut, daß ihr nicht ungerecht an ihnen handelt und auf den Wegen der Treulosen wandelt. Ihr werdet ganz gewiß über Sein Pfand zur Rechenschaft gezogen werden an dem Tage, da die Waage der Gerechtigkeit aufgestellt ist, dem Tage, da jedem vergolten wird, wie ihm gebührt, da die Taten aller Menschen, ob reich oder arm, gewogen werden.
118:6
Wenn ihr den Ratschlägen, die Wir in unvergleichlicher, eindeutiger Sprache auf dieser Tafel offenbaren, keine Beachtung schenkt, wird göttliche Züchtigung von allen Seiten über euch kommen, und Seine Gerechtigkeit wird über euch ihr Urteil fällen. An jenem Tage werdet ihr keine Macht haben, Ihm zu widerstehen, und euere Ohnmacht erkennen. Habt Erbarmen mit euch selbst und mit denen, die euch unterstehen. Richtet zwischen ihnen nach den Regeln, die Gott auf Seiner heiligsten, erhabensten Tafel niedergelegt hat, einer Tafel, auf der Er allem sein festgesetztes Maß zugewiesen und eine deutliche Erklärung aller Dinge gegeben hat, einer Tafel, die selbst Mahnung ist für alle, die an Ihn glauben.
118:7
Prüfet Unsere Sache, erforschet alles, was Uns widerfahren ist, entscheidet gerecht zwischen Uns und Unseren Feinden, und gehört zu denen, die unparteiisch mit ihrem Nächsten verfahren. Wenn ihr der Hand des Unterdrükkers nicht Einhalt gebietet, wenn ihr versäumt, die Rechte der Getretenen zu schützen, welches Recht habt ihr dann, euch vor den Menschen zu brüsten? Wessen könnt ihr euch zu Recht rühmen? Ist es euere Speise und Trank, auf die ihr stolz seid, sind es die Schätze, die ihr hortet, die Vielfalt und der Wert des Schmucks, mit dem ihr euch behängt? Bestünde wahrer Ruhm im Besitz solch vergänglicher Dinge, dann müßte die Erde, auf der ihr geht, sich vor euch brüsten, weil sie euch nach dem Ratschluß des Allmächtigen mit eben diesen Dingen versorgt und beschenkt. Tief in ihr ist alles enthalten, was ihr besitzet, wie Gott es verfügt hat. Aus ihr schöpft ihr eueren Reichtum als ein Zeichen Seiner Barmherzigkeit. So betrachtet denn eueren Zustand, seht, worauf ihr stolz seid! Könntet ihr es doch begreifen!
118:8
Nein, bei Ihm, der das Reich der ganzen Schöpfung in Seinem Griff hält! Euer wahrer, bleibender Ruhm liegt nirgendwo sonst als in euerem entschiedenen Festhalten an den Geboten Gottes, in der rückhaltlosen Befolgung Seines Gesetzes, in der Entschlossenheit, mit der ihr darauf achtet, daß sie angewandt werden, und darin, daß ihr unbeirrt dem rechten Wege folgt.
119
119:1
O ihr Herrscher der Erde! Warum habt ihr, den Wolken gleich, die Sonne und ihren Glanz verdunkelt und sie am Scheinen gehindert? Hört auf den Rat, den euch die Feder des Höchsten gibt, damit ihr und die Armen Ruhe und Frieden finden. Wir flehen zu Gott, daß Er den Königen der Erde beistehe, den Frieden auf Erden zu errichten. Er, wahrlich, tut, was Er will.
119:2
O Könige der Erde! Wir sehen euch jedes Jahr euere Ausgaben vermehren und deren Lasten eueren Untertanen aufbürden. Das ist, wahrlich, höchst ungerecht. Fürchtet die Seufzer und Tränen dieses Unterdrückten und ladet nicht übermäßige Lasten auf euere Völker. Beraubt sie nicht, um Paläste für euch selbst aufzurichten. Nein, wählt vielmehr für sie, was ihr für euch selbst wählt. So legen Wir euch vor Augen, was euch nützt – würdet ihr es doch begreifen! Euere Völker sind euere Schätze. Hütet euch, daß euere Herrschaft die Gebote Gottes nicht verletze und ihr euere Schutzbefohlenen nicht dem Räuber an die Hand liefert. Durch sie herrscht ihr, von ihren Mitteln lebt ihr, mit ihrer Hilfe siegt ihr. Doch wie verächtlich blickt ihr auf sie! Wie seltsam, wie höchst seltsam!
119:3
Nun, da ihr den Größten Frieden zurückgewiesen habt, haltet euch fest an diesen, den Geringeren Frieden, damit ihr euere eigene Lage und die euerer Untertanen einigermaßen bessert.
119:4
Ihr Herrscher der Erde! Versöhnt euch miteinander, so daß ihr nicht mehr Kriegsrüstungen benötigt, als dem Schutz euerer Gebiete und Länder angemessen ist. Hütet euch, den Rat des Allwissenden, des Glaubwürdigen, zu mißachten!
119:5
Seid einig, o Könige der Erde, denn dadurch wird der Sturm des Haders gestillt, und euere Völker finden Ruhe – wenn ihr doch zu den Verstehenden gehörtet! Sollte einer unter euch gegen einen anderen die Waffen ergreifen, so erhebt euch alle gegen ihn, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.
120
120:1
O ihr gewählten Vertreter des Volkes in allen Ländern! Beratet miteinander und laßt euch nur das angelegen sein, was der Menschheit nützt und ihre Lage bessert – so ihr zu denen gehört, die achtsam prüfen! Betrachtet die Welt wie einen menschlichen Körper, der bei seiner Erschaffung gesund und vollkommen war, jedoch aus verschiedenen Ursachen von schweren Störungen und Krankheiten befallen wurde. Nicht einen Tag lang wurde ihm Linderung zuteil, nein, seine Krankheit verschlimmerte sich noch, weil er in die Hände unwissender Ärzte fiel, die sich nur von ihren persönlichen Wünschen leiten ließen und sich schmählich irrten. Und wurde einmal ein Organ von einem fähigen Arzt geheilt, so blieb doch der Rest so krank wie zuvor. So unterrichtet euch der Allwissende, der Allweise.
120:2
Wir sehen ihn an diesem Tage der Willkür von Herrschern ausgeliefert, die so trunken sind von Hochmut, daß sie ihren eigenen Vorteil nicht klar erkennen können, geschweige denn eine so verblüffende, herausfordernde Offenbarung wie diese. Und versuchte einer von ihnen den Zustand der Welt zu bessern, so war sein Beweggrund, eingestanden oder nicht, der eigene Nutzen. Dieses unlautere Motiv hat seine Heilkraft gemindert.
120:3
Die wirksamste Arznei, das mächtigste Mittel, das der Herr für die Heilung der Welt verfügt hat, ist die Vereinigung aller Völker in einer allumfassenden Sache, in einem gemeinsamen Glauben. Nur ein allmächtiger, erleuchteter Arzt hat die Fähigkeit, diese Einheit zu stiften. Wahrlich, dies ist die Wahrheit, und alles andere nichts als Irrtum.
121
121:1
Sprich: O ihr, die ihr neidisch auf Mich seid und Mich zu verletzen sucht! Euer grimmer Zorn gegen Mich lasse euch zuschanden werden! Seht, die Sonne der Herrlichkeit stieg über dem Horizont Meiner Offenbarung empor und hüllte die ganze Menschheit in ihr Licht. Und dennoch, seht, wie ihr euch vor ihrem Glanze verschlossen habt und in völliger Achtlosigkeit versunken seid. Habt Erbarmen mit euch selbst, weist den Anspruch dessen nicht zurück, dessen Wahrheit ihr schon erkannt habt, und gehört nicht zu den Übertretern.
121:2
Bei der Gerechtigkeit des einen, wahren Gottes! Wenn ihr diese Offenbarung verwerft, werden euch alle Völker der Erde verlachen und verspotten, denn ihr führtet ihnen in der Absicht, die Wahrheit euerer eigenen Sache zu verteidigen, die Zeugnisse Gottes vor Augen, des allherrschenden Beschirmers, des Machtvollsten, des Allherrlichen, des Allweisen. Und doch, kaum wurde Seine nachfolgende Offenbarung zu euch herabgesandt, angetan mit der Herrlichkeit einer allbezwingenden Herrschaft, da wandtet ihr euch von ihr ab, o ihr, die ihr zu den Achtlosen zählt!
121:3
Wie, glaubt ihr in euerem Herzen, ihr hättet die Macht, das Licht der Sonne auszulöschen oder ihren Glanz zu verdunkeln? Nein, bei Meinem Leben! Nie werdet ihr, nie könnt ihr euer Ziel erreichen, selbst wenn ihr alles, was in den Himmeln, und alles, was auf Erden ist, zu euerer Hilfe aufruft. Wandelt in der Furcht Gottes und macht euere eigenen Werke nicht zunichte. Neigt euer Ohr Seinen Worten und gehört nicht zu denen, die wie durch einen Schleier von Ihm getrennt sind. Sprich: Gott ist Mein Zeuge! Nichts, gar nichts habe Ich für Mich selbst gewünscht. Was Ich gewünscht habe, ist der Sieg Gottes und der Triumph Seiner Sache. Er selbst genügt als Zeuge zwischen euch und Mir. Würdet ihr euch die Augen reiben, ihr würdet schnell erkennen, wie Meine Taten die Wahrheit Meiner Worte bezeugen, wie Meine Worte eine Führung zu Meinen Taten sind.
121:4
Verblendet sind euere Augen! Erkennt ihr nicht die Macht Gottes und Seine Herrschaft? Seht ihr nicht Seine Majestät und Herrlichkeit? Wehe dir, du Schar der Böswilligen und der Neider! Hört auf Meine Rede und zögert nicht, wäre es auch weniger als einen Augenblick. Dies gebietet euch Er, die Schönheit des Allbarmherzigen, damit ihr euch von dem, was ihr besitzt, löst und zu den Höhen aufsteigt, von denen aus ihr die ganze Schöpfung unter dem Schutze Seiner Offenbarung geborgen finden könnt.
121:5
Sprich: Es gibt keine Zuflucht für euch, kein Obdach, zu dem ihr flüchten könnt, niemanden, der euch an diesem Tage verteidigte oder beschützte vor Gottes grimmigem Zorn und vor Seiner gewaltigen Macht, wenn und ehe ihr nicht den Schatten Seiner Offenbarung aufsucht. Dies ist fürwahr Seine Offenbarung, die euch in der Person dieses Jünglings verkündet ist. Verherrlicht sei Gott für eine so strahlende, kostbare und wundersame Schau.
121:6
Löst euch von allem außer Mir und wendet euer Angesicht Meinem Angesicht zu, denn das ist besser für euch als alles, was ihr besitzt. Die Zunge Gottes bezeugt die Wahrheit Meiner Worte durch Mein eigenes Wort, das die Wahrheit spricht und alle Dinge erfaßt und umschließt.
121:7
Sprich: Glaubt ihr, daß euere Ergebenheit für Seine Sache Ihm jemals nützen oder euere Ablehnung ihrer Wahrheit Ihm irgendwelchen Schaden bringen kann? Nein, bei Meinem Selbst, dem Allunterwerfenden, dem Unzugänglichen, dem Höchsten! Zerreißt die Schleier der Namen und spaltet ihr Reich. Bei Meiner Schönheit! Er, der Herrscher über alle Namen, ist gekommen, Er, auf dessen Gebot jeder einzelne Name von dem Anfang an, der keinen Anfang hat, erschaffen wurde, Er, der sie auch weiterhin schaffen wird, wie es Ihm gefällt. Er, wahrlich, ist der Allgewaltige, der Allweise.
121:8
Hütet euch, daß ihr euch nicht des Gewandes göttlicher Führung entäußert. Trinkt euch satt aus dem Kelch, den die Jünglinge des Himmels hoch über euere Häupter erhoben haben. So gebietet euch Er, der mehr Erbarmen mit euch hat als ihr selbst, Er, der weder Lohn noch Dank von euch fordert. Sein Lohn kommt von Ihm, der Ihn durch die Macht der Wahrheit zu euch herabgesandt, Ihn auserwählt und der ganzen Schöpfung als Sein eigenes Zeugnis verkündet hat. Er ist es, der Ihn ermächtigt hat, alle Seine Zeichen zu offenbaren. Seht Ihn aufs neue, damit ihr erkennen möget, wozu die Zunge des Altehrwürdigen der Tage euch aufruft, damit ihr vielleicht zu denen gehöret, die die Wahrheit begreifen. Habt ihr je von eueren Vorvätern oder von den ihnen vorangegangenen Geschlechtern, bis zu dem ersten Adam zurück, gehört, daß einer, der, mit offenbarer, überirdischer Herrschaft ausgestattet, in den Wolken der Offenbarung kommt, der in seiner rechten Hand das Reich Gottes und in seiner Linken alle Macht und Herrlichkeit Seiner ewigen Herrschaft hält, einer, dem die Scharen Gottes, des Allmächtigen, des Allbezwingenden, des Machtvollsten, vorangehen, der fortwährend Verse verkündet, deren Sinn zu ergründen der Verstand der gelehrtesten und weisesten Menschen unfähig ist, daß dieser dennoch der Träger einer Botschaft sein sollte, die nicht von Gott wäre? Seid darum einsichtsvoll und sprecht die Wahrheit, die reine Wahrheit, wenn ihr beansprucht, ehrlich und hochgesinnt zu sein.
121:9
Sprich: Die Verse, die Wir offenbart haben, sind so zahlreich wie jene, die in der vorangegangenen Offenbarung auf den Báb herabgesandt wurden. Wer die Worte bezweifelt, die der Geist Gottes spricht, möge den Hof Unserer Gegenwart aufsuchen, Unsere göttlich offenbarten Verse hören und Augenzeuge für den klaren Beweis Unseres Anspruchs sein.
121:10
Sprich: Bei der Gerechtigkeit des Allmächtigen! Das Maß der Gunstbezeugungen Gottes ist voll erfüllt, Sein Wort ist vollendet, das Licht Seines Angesichts ist offenbart, Seine höchste Herrschaft hat die ganze Schöpfung umfaßt, die Herrlichkeit Seiner Offenbarung ist kundgetan und Seine Gnadengaben sind auf die ganze Menschheit herniedergeströmt.
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