Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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128:2
Macht euer Herz frei von der Liebe zu weltlichen Dingen, euere Zunge von jedem Gedenken außer Seinem Gedenken, euer ganzes Wesen von allem, was euch davon abhält, Ihm ins Angesicht zu blicken, und was euch verführt, den Einflüsterungen euerer bösen, verderbten Neigungen zu folgen. Fürchtet Gott, o Menschen, und gehört zu denen, die den Pfad der Rechtschaffenheit beschreiten.
128:3
Sprich: Wenn euer Betragen, o Menschen, eueren Bekenntnissen widerspricht, wie glaubt ihr euch dann von denen unterscheiden zu können, die ihren Glauben an den Herrn, ihren Gott, bekannten, sich aber dennoch, als Er in der Wolke der Heiligkeit zu ihnen kam, weigerten, Ihn anzuerkennen, und Seine Wahrheit zurückwiesen. Macht euch frei von jeder Bindung an diese Welt und ihre Eitelkeiten. Hütet euch, ihnen zu nahen, denn sie verleiten euch dazu, eueren Gelüsten und euerer Habsucht zu folgen, und hindern euch daran, den geraden, herrlichen Pfad zu betreten.
128:4
Wisset, daß mit der »Welt« euere Unachtsamkeit gegen Ihn, eueren Schöpfer, gemeint ist, euer Erfülltsein von anderem als Ihm. Andererseits bedeutet »das künftige Leben« alles, was euch sicher macht, daß ihr Gott, dem Allherrlichen, dem Unvergleichlichen, nahe kommt. Was euch an diesem Tage abhält, Gott zu lieben, ist nichts anderes als die Welt. Flieht sie, damit ihr zu den Seligen zählt! Möchte ein Mensch sich mit dem Schmuck dieser Erde schmücken, ihre Trachten tragen und die Wohltaten genießen, die sie zu schenken vermag, so kann ihm das nicht schaden, sofern er nichts zwischen sich und Gott treten läßt; denn Gott hat alle guten Dinge, ob sie in den Himmeln oder auf Erden erschaffen sind, für jene Seiner Diener bestimmt, die wahrhaft an ihn glauben. Genießet, o Menschen, die guten Dinge, die Gott euch erlaubt, und beraubt euch nicht selbst Seiner wunderbaren Gaben. Bringet Ihm Dank und Preis, und gehöret zu den wahrhaft Dankbaren.
128:5
O du, der du deinem Heim entflohen bist und die Gegenwart Gottes gesucht hast! Verkünde den Menschen die Botschaft deines Herrn, damit sie sie davon abhalte, den Einflüsterungen ihrer bösen, verderbten Wünsche zu folgen, und sie zum Gedenken Gottes, des Erhabensten, des Größten, führe. Sprich: Fürchtet Gott, ihr Menschen, und vergießet nicht das Blut eines anderen. Streitet nicht mit euerem Nächsten und gehört zu denen, die Gutes tun. Hütet euch, daß ihr die Welt nicht in Unordnung bringt, nachdem sie wohl geordnet ist, und folgt nicht den Spuren derer, die in die Irre gingen.
128:6
Wer immer sich unter euch erhebt, die Sache seines Herrn zu lehren, der lehre vor allem sein eigenes Ich, damit seine Rede die Herzen seiner Hörer anziehe. Ehe er sich nicht selbst lehrt, werden die Worte seines Mundes das Herz des Suchers nicht berühren. Habt acht, o Menschen, daß ihr nicht zu denen gehört, die anderen einen guten Rat geben, aber vergessen, ihn selbst zu befolgen. Ihre eigenen Worte und darüber hinaus die Worte der Wirklichkeiten aller Dinge, und jenseits dieser Wirklichkeiten die Gott nahen Engel klagen solche Menschen der Falschheit an.
128:7
Wenn es einem Menschen gelingt, einen anderen zu beeinflussen, ist dieser Erfolg nicht ihm selbst zuzuschreiben, sondern dem Einfluß der Worte Gottes, wie es von Ihm verordnet ist, dem Allmächtigen, dem Allweisen. Vor Gott wird er als eine Lampe angesehen, die ihr Licht spendet und sich dabei selbst verzehrt.
128:8
Sprich: Begehet nicht, o Menschen, was Schande über euch bringt oder die Sache Gottes in den Augen der Menschen entehrt, und gehört nicht zu den Unheilstiftern. Naht nicht den Dingen, die euere Vernunft verdammt. Meidet jede Art von Schlechtigkeit, denn solches ist euch verboten in dem Buche, das nur die zur Hand nehmen, die Gott von jedem Makel der Schuld gereinigt und zu den Gläubigen gezählt hat.
128:9
Seid aufrichtig gegen euch selbst und gegen andere, damit die Beweise der Gerechtigkeit durch euere Taten unter Unseren getreuen Dienern offenbar werden. Hütet euch, das Eigentum eueres Nächsten anzutasten. Erweist euch seines Vertrauens und seines guten Glaubens würdig, und versagt den Armen nicht die Gaben, die Gottes Gnade euch verliehen hat. Er, wahrlich, wird die Wohltäter belohnen und ihnen ihre Spenden doppelt vergelten. Es ist kein Gott außer Ihm. Die ganze Schöpfung und die Herrschaft über sie sind Sein. Er verleiht Seine Gaben, wem Er will, und Er versagt sie, wem Er will. Er ist der große Geber, der Großmütigste, der Gütige.
128:10
Sprich: Lehre die Sache Gottes, o Volk Bahás, denn Gott hat es jedem zur Pflicht gemacht, Seine Botschaft zu verkünden, und betrachtet dies als die verdienstvollste aller Taten. Eine solche Tat ist nur annehmbar, wenn der Lehrer schon fest im Glauben an Gott steht, den höchsten Beschützer, den Gnädigen, den Allmächtigen. Er hat überdies bestimmt, daß Seine Sache durch die Kraft des menschlichen Wortes gelehrt werde, nicht durch die Anwendung von Gewalt. So wurde Sein Gebot aus dem Reiche dessen herabgesandt, der der Erhabenste, der Allweise ist. Hütet euch, mit jemandem zu streiten, strebt vielmehr danach, ihn freundlich auf die Wahrheit aufmerksam zu machen und ihn überzeugend zu ermahnen. Ist euer Hörer empfänglich, so ist er es zu seinem eigenen Frommen; wenn nicht, wendet euch von ihm ab und richtet euer Angesicht auf Gottes geheiligten Hof, den Sitz strahlender Heiligkeit.
128:11
Streitet mit niemandem über die Dinge dieser Welt und ihre Angelegenheiten, denn Gott hat sie denen überlassen, die ihr Herz daran hängen. Sich selbst hat Er aus der ganzen Welt die Herzen der Menschen erwählt – Herzen, die die Scharen der Offenbarung und der Äußerung bezwingen können. So hat es die Hand Bahás auf der Tafel des unwiderruflichen Ratschlusses Gottes nach dem Befehl des Höchsten Verordners, des Allwissenden, verordnet.
129
129:1
O Wanderer auf dem Pfade Gottes! Nimm dir deinen Anteil aus dem Meer Seiner Gnade, und beraube dich nicht selbst der Dinge, die in dessen Tiefen verborgen liegen. Gehöre zu denen, die an seinen Schätzen teilhaben. Ein Tropfen aus diesem Meer, über alle in den Himmeln und auf Erden vergossen, würde genügen, sie reich zu machen an der Großmut Gottes, des Allmächtigen, des Allwissenden, des Allweisen. Schöpfe mit den Händen des Verzichts aus seinen lebenspendenden Wassern und besprenge damit alles Erschaffene, damit es von allen menschlichen Begrenzungen reingewaschen werde und dem mächtigen Throne Gottes, diesem geheiligten, strahlenden Orte, nahe komme.
129:2
Sei nicht bekümmert, wenn du dies allein vollbringst. Lasse dir Gott allgenügend sein. Halte innige Zwiesprache mit Seinem Geiste und gehöre zu den Dankbaren. Verkünde die Sache deines Herrn allen, die in den Himmeln und auf Erden sind. Antwortet jemand deinem Ruf, so breite die Perlen der Weisheit des Herrn, deines Gottes, die Sein Geist auf dich herabgesandt hat, offen vor ihm aus und gehöre zu denen, die wahrhaft glauben. Und sollte jemand deine Gabe zurückweisen, so wende dich von ihm ab und setze dein Vertrauen und deine Zuversicht auf den Herrn, deinen Gott, den Herrn aller Welten.
129:3
Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wer an diesem Tage seine Lippen öffnet und den Namen seines Herrn erwähnt, auf den werden die Scharen göttlicher Eingebung aus dem Himmel Meines Namens, der Allwissende, der Allweise, herabkommen. Zu ihm wird auch die Versammlung der Höhe herabsteigen, und jeder aus ihr wird einen Kelch reinen Lichtes vorantragen. So wurde es vorherbestimmt im Reiche der Offenbarung Gottes, auf Befehl des Allherrlichen, des Machtvollsten.
129:4
Vom Heiligen Schleier verborgen, bereit für den Dienst Gottes, lagert eine Schar Seiner Auserwählten. Sie sollen den Menschen offenbar werden, Seiner Sache helfen und sich vor niemandem fürchten, selbst wenn das ganze Menschengeschlecht aufstünde und sie bekämpfte. Das sind jene, die sich vor den Blicken der Erdenbürger und der Himmelsbewohner erheben, die laut dem Namen des Allmächtigen zujubeln und die Menschenkinder auf den Pfad Gottes, des Allherrlichen, des Allgepriesenen, rufen werden. Wandle auf ihren Wegen und lasse dich durch niemanden schrecken. Gehöre zu denen, die aller Aufruhr der Welt, wie sehr er sie auch auf dem Pfade ihres Schöpfers erregen mag, niemals betrüben kann, und deren Entschluß aller Tadel der Tadler nie erschüttern wird.
129:5
Zieh aus mit der Tafel Gottes und mit Seinen Zeichen, vereinige dich mit denen, die an Mich glauben, und verkünde ihnen die Botschaften Unseres heiligsten Paradieses. Warne sodann die, welche Ihm Gefährten zugesellen. Sprich: Ich bin vom Throne der Herrlichkeit zu euch gekommen, o Menschen, und bringe euch eine Verkündigung von Gott, dem Machtvollsten, dem Erhabensten, dem Größten. In Meiner Hand trage Ich das Zeugnis Gottes, eueres Herrn und des Herrn euerer Väter. Wägt es auf der rechten Waage, die ihr besitzet, der Waage des Zeugnisses der Propheten und Boten Gottes. Wenn ihr findet, daß es auf Wahrheit beruht, wenn ihr glaubt, daß es von Gott ist, dann hütet euch, daran zu nörgeln, euere eigenen Werke zunichte zu machen, und zu den Ungläubigen zu zählen. Es ist wirklich das Zeichen Gottes, das durch die Macht der Wahrheit herabgesandt wurde, das die Gültigkeit Seiner Sache Seinen Geschöpfen beweist und das Banner der Reinheit zwischen Himmel und Erde hißt.
129:6
Sprich: Dies ist die versiegelte, mystische Schriftrolle, die Schatztruhe für Gottes unabänderlichen Ratschluß. Sie birgt die Worte, welche der Finger der Heiligkeit aufgezeichnet hat. Sie lag im Schleier unergründlichen Geheimnisses verhüllt und ist jetzt zum Zeichen der Gnade des Allmächtigen, des Altehrwürdigen der Tage, herabgesandt. In ihr haben Wir das Schicksal aller Menschen auf Erden und aller Himmelsbewohner bestimmt, das Wissen um alle Dinge, vom ersten bis zum letzten, niedergeschrieben. Nichts, was in der Vergangenheit erschaffen ward oder in Zukunft erschaffen werden wird, kann Ihm entgehen oder Seine Absicht durchkreuzen – könntet ihr es doch begreifen.
129:7
Sprich: Die von Gott herabgesandte Offenbarung ist sicherlich wiedergekehrt, und die ausgestreckte Hand Unserer Macht hat alle, die in den Himmeln und auf Erden sind, überschattet. Wir haben durch die Macht der Wahrheit, der reinen Wahrheit, einen unendlich kleinen Schimmer Unseres unergründlichen Geheimnisses offenbart, und siehe, wer die Glanzesfülle des Sinai erkannt hatte, erstarb, als er einen Blitzstrahl des hochroten Lichtes erblickte, das den Sinai Unserer Offenbarung umhüllt. So ist Er, die Schönheit des Allbarmherzigen, in den Wolken Seines Zeugnisses herabgekommen, und der Ratschluß wurde erfüllt nach dem Willen Gottes, des Allherrlichen, des Allweisen.
129:8
Sprich: Tritt hervor aus Deinem heiligen Gemach, o Himmelsdienerin, Du Bewohnerin des erhabenen Paradieses! Hülle Dich so, wie es Dir gefällt, in das Seidenkleid der Unsterblichkeit und lege im Namen des Allherrlichen das buntgestickte Gewand des Lichtes an. Höre dann auf den süßen, den wundersamen Ton der Stimme, die vom Throne Deines Herrn kommt, des Unerreichbaren, des Höchsten. Entschleiere Dein Angesicht, offenbare die Schönheit der schwarzäugigen Jungfrau und lasse nicht zu, daß die Diener Gottes des Lichtes Deines strahlenden Antlitzes beraubt sind. Gräme Dich nicht, wenn Du die Seufzer der Erdenbewohner oder die Klage der Himmelsbewohner hörst. Überlasse sie dem Verderben im Staube des Untergangs. Lasse sie zum Nichtsein zurückfallen, da die Flamme des Hasses in ihrer Brust brennt. Dann stimme im Angesicht der Völker auf Erden und im Himmel mit wohlklingender Stimme den Lobgesang des Gedenkens dessen an, der der König der Namen und Eigenschaften Gottes ist. So haben Wir Dein Schicksal bestimmt, und wohl sind Wir imstande, Unsere Absicht auszuführen.
129:9
Hüte Dich, die Du das innerste Wesen der Reinheit bist, daß Du Dich nicht Deines Kleides strahlender Herrlichkeit entäußerst. Nein, schmücke Dich im Reiche der Schöpfung mehr und mehr mit den unzerstörbaren Gewändern Deines Gottes, damit sich durch Dich das berückende Abbild des Allmächtigen in allem Erschaffenen spiegele und sich die Gnade Deines Herrn in der Fülle ihrer Macht über die ganze Schöpfung ergieße.
129:10
Wenn Du bei jemandem den Duft der Liebe Deines Herrn verspürst, so opfere Dich für ihn, denn dafür haben Wir Dich erschaffen, und mit diesem Ziel haben Wir seit unvordenklichen Zeiten in Gegenwart der Schar Unserer Wohlbegünstigten einen Bund mit Dir geschlossen. Sei nicht ungeduldig, wenn die Blinden im Herzen die Pfeile ihres eitlen Wahns auf Dich schießen. Überlasse sie sich selbst, denn sie folgen den Einflüsterungen der Bösen.
129:11
Rufe laut vor den Blicken der Bewohner von Himmel und Erde: Ich bin die Himmelsdienerin, das Reis, das vom Geiste Bahás gezeugt ward. Mein Heim ist die Wohnstatt Seines Namens, der Allherrliche. Vor den Scharen der Höhe wurde Ich mit dem Schmuck Seiner Namen geschmückt. Ich war in den Schleier unverletzlicher Sicherheit gehüllt und verborgen vor den Augen der Menschen. Mich dünkt, Ich hörte eine Stimme von göttlicher, unvergleichlicher Lieblichkeit rechts des Gottes der Barmherzigkeit hervorgehen, und siehe, das ganze Paradies ward erregt und bebte vor Mir aus Sehnsucht, ihre Laute zu vernehmen und die Schönheit dessen zu erblicken, der sie vernehmen ließ. So haben Wir auf dieser leuchtenden Tafel in der wohlklingendsten Sprache die Verse offenbart, die die Zunge der Ewigkeit im Qayyúmu’l-Asmá’ zu äußern bewegt wurde.
129:12
Sprich: Er verordnet kraft Seiner Herrschaft, was Ihm gefällt, und Er tut nach Seinem eigenen Befehl, was Er will. Er darf nicht nach dem gefragt werden, was Ihm zu verordnen beliebt. Er ist in Wahrheit der Unbeschränkte, der Allmachtvolle, der Allweise.
129:13
Die nicht an Gott glauben und sich gegen Seine Herrschaft auflehnen, sind hilflose Opfer ihrer verderbten Neigungen und Begierden. Sie werden zu ihrer Wohnstatt im Höllenfeuer zurückkehren: Elend ist die Wohnstatt der Verneiner!
130
130:1
Sei freigebig im Glück und dankbar im Unglück. Sei des Vertrauens deines Nächsten wert und schaue hellen und freundlichen Auges auf ihn. Sei ein Schatz dem Armen, ein Mahner dem Reichen, eine Antwort auf den Schrei des Bedürftigen, und halte dein Versprechen heilig. Sei gerecht in deinem Urteil und behutsam in deiner Rede. Sei zu keinem Menschen ungerecht und erweise allen Sanftmut. Sei wie eine Lampe für die, so im Dunkeln gehen, eine Freude den Betrübten, ein Meer für die Dürstenden, ein schützender Port für die Bedrängten, Stütze und Verteidiger für das Opfer der Unterdrückung. Laß Lauterkeit und Redlichkeit all dein Handeln auszeichnen. Sei ein Heim dem Fremdling, ein Balsam dem Leidenden, dem Flüchtling ein starker Turm. Sei dem Blinden Auge und ein Licht der Führung für den Fuß des Irrenden. Sei ein Schmuck für das Antlitz der Wahrheit, eine Krone für die Stirn der Treue, ein Pfeiler im Tempel der Rechtschaffenheit, Lebenshauch dem Körper der Menschheit, ein Banner für die Heerscharen der Gerechtigkeit, ein Himmelslicht am Horizont der Tugend, Tau für den Urgrund des Menschenherzens, eine Arche auf dem Meer der Erkenntnis, eine Sonne am Himmel der Großmut, ein Stein im Diadem der Weisheit, ein strahlendes Licht am Firmament deiner Zeitgenossen, eine Frucht am Baume der Demut.
131
131:1
Die Feder des Altehrwürdigen Königs gedenkt unaufhörlich der Geliebten Gottes. Einmal entströmen Seiner Feder Fluten der Gnade, ein andermal ward durch ihre Bewegung Gottes klares Buch offenbart. Er ist es, mit dem sich niemand vergleichen, mit dessen Rede der sterbliche Mensch niemals wetteifern kann. Seit Ewigkeit nimmt Er den Thron der Überlegenheit und Macht ein, Er, von dessen Lippen Ratschläge kamen, die die Bedürfnisse der ganzen Menschheit befriedigen können, Ermahnungen, die ihr Nutzen bringen.
131:2
Der eine, wahre Gott ist Mein Zeuge, und Seine Geschöpfe werden es bestätigen, daß Ich Mir keinen Augenblick gestattet habe, vor den Augen der Menschen verborgen zu sein, noch willens war, Mich vor ihrem Unrecht zu schützen. Vor den Augen aller Menschen habe Ich Mich erhoben und ihnen geboten, Meinen Willen zu tun. Mein einziges Ziel ist die Besserung der Welt und die Ruhe ihrer Völker. Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist. Diese Einheit kann so lange nicht zustande kommen, als die Ratschläge, die die Feder des Höchsten offenbart hat, unbeachtet bleiben.
131:3
Die Macht Seines Wortes kann das ganze Menschengeschlecht mit dem Lichte der Einheit erleuchten. Seines Namens zu gedenken, kann die Herzen aller Menschen entflammen und die Schleier zwischen ihnen und Seiner Herrlichkeit verbrennen. Jede gerechte Tat ist mit einer Kraft versehen, die den Staub über den Himmel der Himmel emporheben kann. Sie kann jede Fessel sprengen und hat die Macht, die Kraft zu erneuern, die sich verbraucht hat und dahinschwand…
131:4
Sei rein, o Volk Gottes, sei rein; sei rechtschaffen, sei rechtschaffen… Sprich: O Volk Gottes! Was den Sieg der ewigen Wahrheit verbürgt – Gottes Heerscharen und Helfer auf Erden –, ist in den heiligen Büchern und Schriften verzeichnet und so klar, so offenkundig wie die Sonne. Diese Scharen sind gerechte Taten, ein Verhalten und ein Charakter, wie sie in Seinen Augen annehmbar sind. Wer sich an diesem Tage erhebt, um Unserer Sache beizustehen und die Heerscharen eines rühmlichen Charakters und aufrechten Verhaltens zu seiner Hilfe herbeiruft, wird mit dieser Tat sicherlich die ganze Welt beeinflussen.
132
132:1
Wenn der eine, wahre Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – sich den Menschen offenbart, verfolgt Er das Ziel, die Edelsteine ans Licht zu bringen, die in den Gesteinsadern ihres wahren inneren Selbstes verborgen liegen… Daß den verschiedenen Gemeinschaften der Erde und den mannigfaltigen religiösen Glaubenssystemen niemals erlaubt sein sollte, feindselige Gefühle unter den Menschen zu nähren, gehört an diesem Tage zum Wesen des Gottesglaubens und Seiner Religion. Diese Grundsätze und Gesetze, diese fest begründeten, machtvollen Systeme entspringen einer einzigen Quelle und sind die Strahlen desselben Lichtes. Daß sie voneinander abweichen, ist den unterschiedlichen Erfordernissen der Zeitalter zuzuschreiben, in denen sie verkündet wurden.
132:2
Rüste dich, o Volk Bahás, in dem Bemühen, den Sturm religiösen Haders, der die Völker der Erde erregt, zum Schweigen zu bringen und jede Spur davon zu tilgen. Erhebe dich aus Liebe zu Gott und zu denen, die Ihm dienen, um dieser höchst erhabenen und bedeutungsvollen Offenbarung beizustehen. Religiöser Fanatismus und Haß sind ein weltverzehrendes Feuer, dessen Gewalt niemand löschen kann. Nur die Hand göttlicher Macht kann die Menschen von dieser verheerenden Plage erlösen…
132:3
Das Wort Gottes ist eine Lampe, deren Licht der Satz ist: Ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit. Er, die Sonne der Wahrheit, bezeugt Mir: So machtvoll ist das Licht der Einheit, daß es die ganze Erde erleuchten kann. Der eine, wahre Gott, der alle Dinge kennt, bezeugt die Wahrheit dieser Worte.
132:4
Bemüht euch, daß ihr diese überragende, diese höchst erhabene Stufe erreicht, die Stufe, welche der ganzen Menschheit die Gewähr für Schutz und Sicherheit bieten kann. Dieses Ziel überragt jedes andere Ziel, dieses Streben ist der Fürst allen Strebens. Solange jedoch die dichten Wolken der Unterdrückung, die die Sonne der Gerechtigkeit verdunkeln, nicht vertrieben sind, kann man die Herrlichkeit dieser Stufe schwerlich vor den Augen der Menschen enthüllen…
132:5
O Volk Bahás! Verkehrt mit allen Menschen im Geiste der Freundlichkeit und Verbundenheit. Wenn ihr um eine bestimmte Wahrheit wißt, wenn ihr ein Juwel besitzt, das anderen versagt ist, so teilt es ihnen mit in einer Sprache höchster Liebenswürdigkeit und besten Willens. Wenn es angenommen wird und seinen Zweck erfüllt, ist euer Ziel erreicht. Wenn jemand es zurückweist, überlaßt ihn sich selbst und bittet Gott, ihn zu führen. Hütet euch, daß ihr ihn nicht unfreundlich behandelt. Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen. Sie ist das Brot des Geistes, sie kleidet die Worte in Bedeutung, sie ist der Lichtquell der Weisheit und des Verstehens…
133
133:1
Die Gesetze Gottes wurden vom Himmel Seiner erhabensten Offenbarung herabgesandt. Alle müssen sie sorgfältig befolgen. Die höchste Auszeichnung des Menschen, sein wahrer Fortschritt und die Erfüllung seiner Bestimmung waren immer von den Gesetzen Gottes abhängig und werden es weiter sein. Wer die Gebote Gottes befolgt, wird ewige Glückseligkeit erlangen.
133:2
Eine zweifache Verpflichtung ruht auf dem, der den Tagesanbruch der Einheit Gottes erkannt und die Wahrheit dessen, der die Manifestation Seiner Einzigkeit ist, anerkannt hat. Die erste ist Festigkeit in Seiner Liebe, solche Festigkeit, daß ihn weder das Geschrei des Feindes noch die Anmaßung des Anmaßenden davon abbringen können, sich an Ihn, die Ewige Wahrheit, zu halten – eine Festigkeit, die jenen keinerlei Beachtung schenkt. Die zweite ist die genaue Befolgung der Gesetze, die Er vorgeschrieben hat – Gesetze, die Er den Menschen immer gegeben hat und weiterhin geben wird, Gesetze, durch die Wahrheit von Falschheit unterschieden und gesondert werden kann.
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