Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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129:12
Sprich: Er verordnet kraft Seiner Herrschaft, was Ihm gefällt, und Er tut nach Seinem eigenen Befehl, was Er will. Er darf nicht nach dem gefragt werden, was Ihm zu verordnen beliebt. Er ist in Wahrheit der Unbeschränkte, der Allmachtvolle, der Allweise.
129:13
Die nicht an Gott glauben und sich gegen Seine Herrschaft auflehnen, sind hilflose Opfer ihrer verderbten Neigungen und Begierden. Sie werden zu ihrer Wohnstatt im Höllenfeuer zurückkehren: Elend ist die Wohnstatt der Verneiner!
130
130:1
Sei freigebig im Glück und dankbar im Unglück. Sei des Vertrauens deines Nächsten wert und schaue hellen und freundlichen Auges auf ihn. Sei ein Schatz dem Armen, ein Mahner dem Reichen, eine Antwort auf den Schrei des Bedürftigen, und halte dein Versprechen heilig. Sei gerecht in deinem Urteil und behutsam in deiner Rede. Sei zu keinem Menschen ungerecht und erweise allen Sanftmut. Sei wie eine Lampe für die, so im Dunkeln gehen, eine Freude den Betrübten, ein Meer für die Dürstenden, ein schützender Port für die Bedrängten, Stütze und Verteidiger für das Opfer der Unterdrückung. Laß Lauterkeit und Redlichkeit all dein Handeln auszeichnen. Sei ein Heim dem Fremdling, ein Balsam dem Leidenden, dem Flüchtling ein starker Turm. Sei dem Blinden Auge und ein Licht der Führung für den Fuß des Irrenden. Sei ein Schmuck für das Antlitz der Wahrheit, eine Krone für die Stirn der Treue, ein Pfeiler im Tempel der Rechtschaffenheit, Lebenshauch dem Körper der Menschheit, ein Banner für die Heerscharen der Gerechtigkeit, ein Himmelslicht am Horizont der Tugend, Tau für den Urgrund des Menschenherzens, eine Arche auf dem Meer der Erkenntnis, eine Sonne am Himmel der Großmut, ein Stein im Diadem der Weisheit, ein strahlendes Licht am Firmament deiner Zeitgenossen, eine Frucht am Baume der Demut.
131
131:1
Die Feder des Altehrwürdigen Königs gedenkt unaufhörlich der Geliebten Gottes. Einmal entströmen Seiner Feder Fluten der Gnade, ein andermal ward durch ihre Bewegung Gottes klares Buch offenbart. Er ist es, mit dem sich niemand vergleichen, mit dessen Rede der sterbliche Mensch niemals wetteifern kann. Seit Ewigkeit nimmt Er den Thron der Überlegenheit und Macht ein, Er, von dessen Lippen Ratschläge kamen, die die Bedürfnisse der ganzen Menschheit befriedigen können, Ermahnungen, die ihr Nutzen bringen.
131:2
Der eine, wahre Gott ist Mein Zeuge, und Seine Geschöpfe werden es bestätigen, daß Ich Mir keinen Augenblick gestattet habe, vor den Augen der Menschen verborgen zu sein, noch willens war, Mich vor ihrem Unrecht zu schützen. Vor den Augen aller Menschen habe Ich Mich erhoben und ihnen geboten, Meinen Willen zu tun. Mein einziges Ziel ist die Besserung der Welt und die Ruhe ihrer Völker. Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist. Diese Einheit kann so lange nicht zustande kommen, als die Ratschläge, die die Feder des Höchsten offenbart hat, unbeachtet bleiben.
131:3
Die Macht Seines Wortes kann das ganze Menschengeschlecht mit dem Lichte der Einheit erleuchten. Seines Namens zu gedenken, kann die Herzen aller Menschen entflammen und die Schleier zwischen ihnen und Seiner Herrlichkeit verbrennen. Jede gerechte Tat ist mit einer Kraft versehen, die den Staub über den Himmel der Himmel emporheben kann. Sie kann jede Fessel sprengen und hat die Macht, die Kraft zu erneuern, die sich verbraucht hat und dahinschwand…
131:4
Sei rein, o Volk Gottes, sei rein; sei rechtschaffen, sei rechtschaffen… Sprich: O Volk Gottes! Was den Sieg der ewigen Wahrheit verbürgt – Gottes Heerscharen und Helfer auf Erden –, ist in den heiligen Büchern und Schriften verzeichnet und so klar, so offenkundig wie die Sonne. Diese Scharen sind gerechte Taten, ein Verhalten und ein Charakter, wie sie in Seinen Augen annehmbar sind. Wer sich an diesem Tage erhebt, um Unserer Sache beizustehen und die Heerscharen eines rühmlichen Charakters und aufrechten Verhaltens zu seiner Hilfe herbeiruft, wird mit dieser Tat sicherlich die ganze Welt beeinflussen.
132
132:1
Wenn der eine, wahre Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – sich den Menschen offenbart, verfolgt Er das Ziel, die Edelsteine ans Licht zu bringen, die in den Gesteinsadern ihres wahren inneren Selbstes verborgen liegen… Daß den verschiedenen Gemeinschaften der Erde und den mannigfaltigen religiösen Glaubenssystemen niemals erlaubt sein sollte, feindselige Gefühle unter den Menschen zu nähren, gehört an diesem Tage zum Wesen des Gottesglaubens und Seiner Religion. Diese Grundsätze und Gesetze, diese fest begründeten, machtvollen Systeme entspringen einer einzigen Quelle und sind die Strahlen desselben Lichtes. Daß sie voneinander abweichen, ist den unterschiedlichen Erfordernissen der Zeitalter zuzuschreiben, in denen sie verkündet wurden.
132:2
Rüste dich, o Volk Bahás, in dem Bemühen, den Sturm religiösen Haders, der die Völker der Erde erregt, zum Schweigen zu bringen und jede Spur davon zu tilgen. Erhebe dich aus Liebe zu Gott und zu denen, die Ihm dienen, um dieser höchst erhabenen und bedeutungsvollen Offenbarung beizustehen. Religiöser Fanatismus und Haß sind ein weltverzehrendes Feuer, dessen Gewalt niemand löschen kann. Nur die Hand göttlicher Macht kann die Menschen von dieser verheerenden Plage erlösen…
132:3
Das Wort Gottes ist eine Lampe, deren Licht der Satz ist: Ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit. Er, die Sonne der Wahrheit, bezeugt Mir: So machtvoll ist das Licht der Einheit, daß es die ganze Erde erleuchten kann. Der eine, wahre Gott, der alle Dinge kennt, bezeugt die Wahrheit dieser Worte.
132:4
Bemüht euch, daß ihr diese überragende, diese höchst erhabene Stufe erreicht, die Stufe, welche der ganzen Menschheit die Gewähr für Schutz und Sicherheit bieten kann. Dieses Ziel überragt jedes andere Ziel, dieses Streben ist der Fürst allen Strebens. Solange jedoch die dichten Wolken der Unterdrückung, die die Sonne der Gerechtigkeit verdunkeln, nicht vertrieben sind, kann man die Herrlichkeit dieser Stufe schwerlich vor den Augen der Menschen enthüllen…
132:5
O Volk Bahás! Verkehrt mit allen Menschen im Geiste der Freundlichkeit und Verbundenheit. Wenn ihr um eine bestimmte Wahrheit wißt, wenn ihr ein Juwel besitzt, das anderen versagt ist, so teilt es ihnen mit in einer Sprache höchster Liebenswürdigkeit und besten Willens. Wenn es angenommen wird und seinen Zweck erfüllt, ist euer Ziel erreicht. Wenn jemand es zurückweist, überlaßt ihn sich selbst und bittet Gott, ihn zu führen. Hütet euch, daß ihr ihn nicht unfreundlich behandelt. Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen. Sie ist das Brot des Geistes, sie kleidet die Worte in Bedeutung, sie ist der Lichtquell der Weisheit und des Verstehens…
133
133:1
Die Gesetze Gottes wurden vom Himmel Seiner erhabensten Offenbarung herabgesandt. Alle müssen sie sorgfältig befolgen. Die höchste Auszeichnung des Menschen, sein wahrer Fortschritt und die Erfüllung seiner Bestimmung waren immer von den Gesetzen Gottes abhängig und werden es weiter sein. Wer die Gebote Gottes befolgt, wird ewige Glückseligkeit erlangen.
133:2
Eine zweifache Verpflichtung ruht auf dem, der den Tagesanbruch der Einheit Gottes erkannt und die Wahrheit dessen, der die Manifestation Seiner Einzigkeit ist, anerkannt hat. Die erste ist Festigkeit in Seiner Liebe, solche Festigkeit, daß ihn weder das Geschrei des Feindes noch die Anmaßung des Anmaßenden davon abbringen können, sich an Ihn, die Ewige Wahrheit, zu halten – eine Festigkeit, die jenen keinerlei Beachtung schenkt. Die zweite ist die genaue Befolgung der Gesetze, die Er vorgeschrieben hat – Gesetze, die Er den Menschen immer gegeben hat und weiterhin geben wird, Gesetze, durch die Wahrheit von Falschheit unterschieden und gesondert werden kann.
134
134:1
Die erste, vornehmste den Menschen vorgeschriebene Pflicht nächst der Anerkennung dessen, der die Ewige Wahrheit ist, ist die Pflicht der Standhaftigkeit in Seiner Sache. Halte dich daran und gehöre zu denen, deren Sinn fest auf Gott gerichtet und gegründet ist. Keine Tat, wie verdienstvoll sie auch sei, läßt sich jemals mit der Standhaftigkeit vergleichen. Sie ist der König aller Taten, und dein Herr, der Allerhöchste, der Machtvollste, wird dies bezeugen…
134:2
Die göttlichen Tugenden und Eigenschaften sind alle klar und offenbar; sie wurden in allen heiligen Büchern erwähnt und beschrieben. Unter ihnen sind Vertrauenswürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Reinheit des Herzens in der Zwiesprache mit Gott, Langmut, Ergebenheit in alles, was der Allmächtige verordnet, Zufriedenheit mit allem, was sein Wille bestimmt, Geduld, ja Dankbarkeit inmitten von Leiderfahrungen und vollkommenes Vertrauen auf Ihn in allen Lebenslagen. Nach Gottes Werturteil zählen diese Tugenden zu den höchsten und lobenswertesten aller Taten. Alle anderen Taten sind zweitrangig, diesen nachgeordnet, und werden es immer bleiben. …
134:3
Der Geist, der des Menschen Herz belebt, ist die Erkenntnis Gottes, und sein wahrer Schmuck ist die Anerkennung der Wahrheit, daß »Er tut, was Er will, und verordnet, was Ihm gefällt.«vgl. Qur’án 2:253, 14:27, 22:14, 22:18 – Anm. d. Hrsg.Q Sein Gewand ist die Gottesfurcht und seine Vollkommenheit die Standhaftigkeit in Seinem Glauben. So unterweist Gott jeden, der Ihn sucht. Er, wahrlich, liebt den, der sich Ihm zuwendet. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Vergebenden, dem Großmütigsten. Aller Lobpreis sei Gott, dem Herrn aller Welten.
135
135:1
O Buchstabe des Lebendigen! Gottes Ohr hat deinen Ruf vernommen, und seine Augen haben dein geschriebenes Bittgesuch gesehen. Er ruft dich von seinem Thron der Herrlichkeit und offenbart dir die Verse, die von Ihm, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, herabgesandt wurden.
135:2
Selig bist du, weil du den Götzen des Selbstes und des leeren Trugs vernichtet und den Schleier eitlen Wahns durch die Kraft und Macht deines Herrn, des höchsten Beschirmers, des Allmächtigen, des einzig Geliebten, zerrissen hast. Du bist in Wahrheit zu den Buchstaben zu zählen, die jeden anderen Buchstaben übertreffen. Darum hat Gott dich auserwählt durch die Zunge deines Herrn, des Báb, dessen Antlitz mit seinem Glanz die ganze Schöpfung umhüllt und weiterhin umhüllen wird. Danke dem Allmächtigen und verherrliche Seinen Namen, weil Er dir geholfen hat, eine Sache zu erkennen, die die Herzen aller in den Himmeln und auf Erden erzittern ließ, die die Bewohner der Reiche der Schöpfung und der Offenbarung aufschreien ließ, durch welche die verborgenen Geheimnisse in der Menschen Brust erforscht und geprüft worden sind.
135:3
Dein Herr, der Höchsteder Báb. A, richtet aus Seinem Reiche der Herrlichkeit diese Worte an dich: Groß ist die Seligkeit, die deiner harrt, o Buchstabe des Lebendigen, denn du hast wahrhaft an Mich geglaubt, du hast dich geweigert, Mir vor den himmlischen Heerscharen Schande zu bereiten, hast dein Versprechen erfüllt, den Schleier leeren Trugs von dir geworfen und deinen Blick fest auf den Herrn, deinen Gott, gerichtet, den Herrn des Unsichtbaren und des Sichtbaren, den Herrn des vielbesuchten Tempels. Ich bin sehr zufrieden mit dir, weil Ich dein Angesicht lichtstrahlend fand an dem Tage, da die Gesichter trüb und finster wurden.
135:4
Sprich: O Volk des Bayán! Haben Wir euch nicht in allen Unseren Sendschreiben und in allen Unseren verborgenen Schriften ermahnt, nicht eueren üblen Leidenschaften und verderbten Neigungen zu folgen, sondern euere Augen auf den Schauplatz höchster Herrlichkeit zu richten an dem Tage, da die Mächtigste Waage aufgestellt wird, dem Tage, da die süßen Weisen des Geistes Gottes von der Rechten des Thrones eueres Herrn erklingen, des allmächtigen Beschützers, des Allmachtvollen, des Heiligen der Heiligen? Haben Wir euch nicht verboten, euch an das zu halten, was euch ausschlösse von der Manifestation Unserer Schönheit in ihrer nachfolgenden Offenbarung, seien es die Verkörperungen der Namen Gottes und all ihrer Herrlichkeit oder die Enthüllungen Seiner Eigenschaften und ihrer Herrschaft? Seht, wie ihr, sobald Ich Mich offenbarte, Meine Wahrheit zurückwieset, euch von Mir abwandtet und unter denen wart, die die Zeichen Gottes als Tand und Zeitvertreib betrachten!
135:5
Bei Meiner Schönheit! An diesem Tage wird nichts von euch angenommen werden, auch wenn ihr fortfahrt, zu beten und euch vor Gott niederzuwerfen, solange die Ewigkeit seiner Herrschaft dauert, denn alle Dinge hängen von Seinem Willen ab, und der Wert aller Taten ist durch Seine Annahme und Sein Wohlgefallen bedingt. Das ganze Weltall ist nur eine Handvoll Lehm in Seinem Griff. Nur wenn der Mensch Gott erkennt und liebt, wird sein Anruf an diesem Tage von Ihm erhört. Dies gehört zum Wesen Seines Glaubens, so ihr es nur wüßtet!
135:6
Wollt ihr euch mit dem zufrieden geben, was wie Dunst in der Ebene ist, und auf das Meer verzichten, dessen Wasser nach dem Willen Gottes die Menschenseelen erquikken? Wehe euch, weil ihr die Großmut Gottes mit so Nichtigem und Verächtlichem vergolten habt! Ihr gehört wirklich zu denen, die Mich in Meiner früheren Offenbarung abgelehnt haben. Könnte euer Herz es doch begreifen!
135:7
Erhebt euch und sühnt unter den Augen Gottes für euere Pflichtvergessenheit gegen Ihn. Dies ist Mein Gebot an euch – würdet ihr doch auf Mein Gebot hören! Bei Meinem Selbst! Weder das Volk des Qur’án noch die Anhänger der Thora oder des Evangeliums noch die irgendeines anderen Buches haben begangen, was euere Hände verübt haben. Ich selbst habe Mein ganzes Leben dafür eingesetzt, die Wahrheit dieses Glaubens zu verteidigen. Ich habe in allen Meinen Sendschreiben das Kommen Seiner Offenbarung verkündet. Dennoch, kaum hatte Er sich in Seiner Ihm folgenden Offenbarung enthüllt, angetan mit der Herrlichkeit Bahás und in das Gewand Seiner Größe gekleidet, da empörtet ihr euch gegen Ihn, den höchsten Beschirmer, den Selbstbestehenden. Hütet euch, o ihr Menschen! Schämt euch dessen, was Mir von eueren Händen auf dem Pfade Gottes widerfahren ist. Habt acht, daß ihr nicht zu denen gehört, die zurückwiesen, was aus dem Himmel von Gottes höchster Herrlichkeit auf sie herabgesandt wurde.
135:8
Dies, o Buchstabe des Lebendigen, sind die Worte, die dein Herr spricht und aus den Reichen der Höhe an dich richtet. Verkünde die Worte deines Herrn Seinen Dienern, damit sie ihren Schlaf abschütteln und Vergebung erbitten von Gott, der sie geformt und gebildet und diese strahlendste, heiligste, deutlichste Offenbarung Seiner Schönheit auf sie herabgesandt hat.
136
136:1
Sprich: Befreit euere Seelen, o Menschen, von der Knechtschaft des Selbstes, und läutert sie von aller Bindung an anderes als Mich. Meiner zu gedenken macht alle Dinge rein von Befleckung, könntet ihr es doch erkennen! Sprich : Wären alle erschaffenen Dinge völlig des Schleiers weltlicher Nichtigkeit und Begierde entkleidet, würde sie die Hand Gottes an diesem Tage allesamt mit dem Prachtgewand des »Er tut, was Er will, im Reiche der Schöpfung« schmücken und so das Zeichen Seiner Herrschaft in allen Dingen offenbaren. Gepriesen sei darum Er, der höchste Herr über alles, der Allmächtige, der höchste Beschützer, der Allherrliche, der Machtvollste!
136:2
Singe die Verse Gottes, o Mein Diener, die du empfangen hast, wie jene sie singen, die Ihm nahe sind, damit die Süße deiner Weise deine eigene Seele entflamme und die Herzen aller Menschen anziehe. Wer zurückgezogen in seiner Kammer die von Gott offenbarten Verse spricht, wird erfahren, wie die Engel des Allmächtigen den Duft der Worte, die sein Mund ausspricht, überallhin verbreiten und das Herz jedes rechtschaffenen Menschen höher schlagen lassen. Mag er sich auch zunächst dieser Wirkung nicht bewußt werden, muß doch die Kraft der ihm gewährten Gnade früher oder später ihren Einfluß auf seine Seele üben. So sind die Geheimnisse der Offenbarung Gottes durch den Willen dessen, der Urquell aller Macht und Weisheit ist, verfügt worden.
136:3
O Khalíl! Gott ist Mein Zeuge! Obwohl Meine Feder sich ruhig über Meine Tafel bewegt, weint sie doch im Innersten und ist tief unglücklich. Auch die vor dem Throne brennende Lampe weint und seufzt um der Dinge willen, die die Altehrwürdige Schönheit von den Händen derer erlitt, die nur eine Schöpfung Seines Willens sind. Gott selbst kennt und bezeugt die Wahrheit Meiner Worte. Kein Mensch, der sein Ohr von dem lauten Geschrei der Ungläubigen gereinigt hat und es allem Erschaffenen zuneigt, kann umhin, die Stimme ihres Klagens und Weinens über die Leiden zu hören, die Uns von den Händen Unserer Diener befallen haben, die nicht an Uns glauben und sich gegen Uns auflehnen. So haben Wir dir einen Schimmer des Leides enthüllt, das über Uns gekommen ist, damit du um Unsere Leiden weißt und geduldig deine Trübsale erträgst.
136:4
Erhebe dich, deinem Herrn zu allen Zeiten und unter allen Umständen beizustehen, und sei einer Seiner Helfer. Ermahne sodann die Menschen, den Worten Gehör zu schenken, die der Geist Gottes auf dieser erleuchtenden, strahlenden Tafel geäußert hat. Sprich: Säet nicht die Saat der Zwietracht unter den Menschen, o Volk, und streitet nicht mit euerem Nächsten. Seid unter allen Umständen geduldig und setzt euer ganzes Vertrauen, euere Zuversicht auf Gott. Helft euerem Herrn mit dem Schwerte der Weisheit und der Rede. Dies, wahrlich, steht der Stufe des Menschen an. Davon abzugehen wäre Gottes, des höchsten Herrn aller, des Verherrlichten, unwürdig. Aber das Volk wurde irregeleitet und gehört wahrlich zu den Achtlosen.
136:5
O Menschen, öffnet die Tore der Menschenherzen mit den Schlüsseln des Gedenkens an den, der das Gedenken Gottes und Urquell der Weisheit unter euch ist. Er hat auf der ganzen Welt die Herzen Seiner Diener auserwählt und jedes zu einem Thron für die Offenbarung Seiner Herrlichkeit gemacht. So heiligt sie denn von jeder Befleckung, damit ihnen das eingeprägt werde, wofür sie erschaffen wurden. Dies ist wahrlich ein Beweis der gütigen Gunst Gottes.
136:6
Veredelt euere Zunge durch Wahrhaftigkeit, o Menschen, und ziert euere Seele mit dem Schmuck der Ehrlichkeit. Hütet euch, o Menschen, daß ihr nicht gegen jemanden falsch seid. Seid Gottes Treuhänder unter Seinen Geschöpfen und die Wahrzeichen Seiner Großmut unter Seinem Volke. Wer seinen Lüsten und verderbten Neigungen folgt, geht in die Irre und vergeudet seine Mühe. Er gehört wahrlich zu den Verlorenen. Strebt danach, o Menschen, daß euere Augen auf Gottes Barmherzigkeit gerichtet, daß euere Herzen auf Sein wunderbares Gedenken eingestellt sind, daß euere Seelen zuversichtlich in Seiner Gnade und Großmut ruhen und euere Füße den Pfad Seines Wohlgefallens beschreiten. Das sind die Ratschläge, die Ich euch als Vermächtnis gebe. Wolltet ihr doch Meinen Ratschlägen folgen!
137
137:1
Manche haben es als rechtmäßig betrachtet, das unverletzliche Eigentum ihres Nächsten anzutasten, und haben den ausdrücklichen, in Gottes Buch niedergelegten Befehl auf die leichte Schulter genommen. Unheil komme über sie und die Strafe Gottes, des Allmachtvollen, des Allmächtigen, suche sie heim! Bei Ihm, der über den Morgen der Heiligkeit leuchtet! Würde die ganze Erde in Silber und Gold verwandelt, so würde keiner, von dem man sagen kann, er sei wirklich in den Himmel des Glaubens und der Gewißheit aufgestiegen, sich dazu herablassen, dieses zu beachten oder gar danach zu greifen und es zu behalten. Wir haben schon früher auf diesen Gegenstand hingewiesen in Texten, die auf arabisch, in einer Sprache von erlesener Schönheit, offenbart sind. Gott ist Unser, Zeuge! Wer die Süße dieser Worte gekostet hat, wird niemals billigen, daß die von Gott gesetzten Grenzen überschritten werden, noch wird er seinen Blick auf irgendeinen außer seinem Vielgeliebten richten. Ein solcher Mensch wird mit seinem inneren Auge rasch erkennen, wie nichtig und verächtlich die Dinge dieser Welt allesamt sind, und wird seinen Sinn auf Höheres richten.
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