weiter nach oben ...
140:3Alle Menschen, hoch oder niedrig, haben diese große Ehre gesucht und suchen noch immer nach ihr. Alle sind jedoch, als die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen über die Welt ergoß, ihrer Wohltaten beraubt und wie durch einen Schleier von ihrer Herrlichkeit ausgeschlossen geblieben, außer denen, die sich am Seil der unfehlbaren Vorsehung des einen, wahren Gottes festhalten und in völliger Loslösung von allem außer Ihm ihr Angesicht Seinem heiligen Hofe zuwenden.
140:4Danke Ihm, der Sehnsucht aller Welten, daß Er dir diese hohe Ehre verliehen hat. Bald wird die Welt und alles, was in ihr ist, vergessen sein, und alle Ehre wird den Geliebten deines Herrn, des Allherrlichen, des Großmütigsten, gehören.
141141:1Ein Buch ist in Wahrheit den Einsichtigen herabgesandt! Es gebietet den Menschen, Gerechtigkeit zu üben und rechtschaffen zu handeln, und verbietet ihnen, ihren verderbten Neigungen und sinnlichen Wünschen zu folgen – so die Menschenkinder aus ihrem tiefen Schlafe erweckt werden.
141:2Sprich: O Menschen, befolgt, was euch auf Unseren Tafeln vorgeschrieben ist, und geht nicht den Trugbildern nach, die die Unheilstifter ersinnen, die Schlechtigkeiten begehen und sie Gott zuschreiben, dem Heiligsten, dem Allherrlichen, dem Erhabensten. Sprich: Wir haben es hingenommen, von Leiden und Kummer geprüft zu werden, damit ihr euch von allen irdischen Befleckungen heiligt. Warum weigert ihr euch dann, über Unsere Absicht in euerem Herzen nachzudenken? Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wer über die Trübsale nachdenkt, die Wir erleiden, dessen Seele wird wahrlich vor Kummer vergehen. Dein Herr selbst bezeugt die Wahrheit Meiner Worte. Wir haben die Last aller Trübsale ertragen, um euch von aller irdischen Verderbnis zu heiligen, und dennoch seid ihr gleichgültig.
141:3Sprich: Es geziemt sich für jeden, der sich an den Saum Unseres Gewandes hält, unbefleckt zu sein von allem, was die himmlischen Heerscharen verabscheuen. So wurde es von deinem Herrn, dem Allherrlichen, in diesem Seinem deutlichen Sendschreiben bestimmt. Sprich: Wollt ihr Meine Liebe verschmähen und begehen, was Mein Herz grämt? Was ist es, das euch zu verstehen hindert, was euch von Ihm, dem Allwissenden, dem Allweisen, offenbart ist?
141:4Wahrlich, Wir sehen euere Taten. Wenn Wir von ihnen den süßen Duft der Reinheit und Heiligkeit verspüren, werden Wir euch ganz gewiß segnen. Dann werden die Paradiesbewohner euch Lob zollen und euere Namen verherrlichen unter denen, die Gott nahe gekommen sind.
141:5Halte dich fest am Saum des Gewandes Gottes, und erfasse mit festem Griff Sein Seil, ein Seil, das niemand zerreißen kann. Hüte dich, daß dich nicht der Lärm derer, die diese Größte Verkündigung zurückweisen, davon abhalte, deinen Vorsatz auszuführen. Verkünde, was dir in diesem Sendschreiben vorgeschrieben wurde, und sollten auch alle Menschen wider dich aufstehen. Dein Herr ist wahrlich der Allbezwingende, der unfehlbare Beschützer.
141:6Meine Herrlichkeit sei mit dir und mit denen Meiner Geliebten, die sich dir zugesellen. Dies sind wahrlich die, um die es gut stehen wird.
142142:1Ich schwöre bei der Schönheit des Vielgeliebten! Dies ist die Barmherzigkeit, die die ganze Schöpfung umschlossen hat, der Tag, da Gottes Gnade alle Dinge durchdrungen und erfüllt hat. O ‘Alí! Die Lebenswasser Meiner Barmherzigkeit stürzen in Strömen hernieder, und Mein Herz schmilzt dahin in der Glut Meiner zarten Liebe. Noch nie habe Ich Mich mit den Leiden abfinden können, die Meine Geliebten befallen, oder mit einer Sorge, die ihre Herzensfreude trüben könnte.
142:2Wann immer Mein Name ›der Allbarmherzige‹ erfuhr, daß einer Meiner Geliebten ein Wort hauchte, das Meinem Willen zuwider ist, kehrte er kummervoll und untröstlich zu seiner Wohnstatt zurück, und wann immer Mein Name ›der Verbergende‹ entdeckte, daß einer Meiner Anhänger Schmach oder Demütigung über seinen Nächsten brachte, ging er gleichermaßen bekümmert und traurig heim in seine Gemächer der Herrlichkeit, um dort in schmerzlicher Klage zu weinen und zu trauern. Und wenn Mein Name ›der Immervergebende‹ bemerkte, daß einer Meiner Freunde eine Übertretung beging, wehklagte er in großer Pein, fiel von Schmerz überwältigt nieder in den Staub und ward von einer Schar unsichtbarer Engel zu seinem Wohnsitz in den Reichen der Höhe getragen.
142:3Bei Meinem Selbst, dem Wahren, o ‘Alí! Das Feuer, welches das Herz Bahás entflammt, ist stärker als das Feuer, das in deinem Herzen glüht, und Seine Klage ist lauter als deine Klage. Wann immer jemand im Hofe Seiner Gegenwart die Sünde eines anderen erwähnte, war Er, die Ewige Schönheit, so von Scham erfüllt, daß Er wünschte, Er könnte die Herrlichkeit Seines Angesichts vor den Augen aller Menschen verbergen; denn Er hat zu allen Zeiten Seinen Blick auf die Treue der Gläubigen gerichtet und selbst deren wesentliche Erfordernisse beobachtet.
142:4Als die Worte, die du geschrieben hast, in Meiner Gegenwart gelesen wurden, haben sie das Meer Meiner Treue in Mir wogen lassen, den Hauch Meiner Vergebung über deine Seele wehen, den Baum Meiner Güte dich überschatten und die Wolken Meiner Großmut ihre Gaben auf dich herabregnen lassen. Ich schwöre bei der Sonne, die über dem Horizonte der Ewigkeit strahlt. Ich trauere um dich in deinem Kummer und wehklage mit dir in deiner Trübsal. … Ich bezeuge die Dienste, die du Mir geleistet, und die mannigfachen Leiden, die du um Meinetwillen ertragen hast. Alle Atome der Erde erklären Meine Liebe zu dir.
142:5Der Ruf, den du erhoben hast, o ‘Alí, ist in Meinen Augen höchst willkommen. Verkünde Meine Sache mit deiner Feder wie mit deiner Zunge. Rufe laut und lade die Menschen vor Ihn, den höchsten Herrn aller Welten, mit solchem Eifer und solcher Inbrunst, daß alle Menschen durch dich entflammt werden.
142:6Sprich: O mein Herr, mein über alles Geliebter, Du Triebkraft meiner Taten, Du Leitstern meiner Seele, Du Stimme, die in meinem innersten Sein ruft, Du Ziel der Anbetung meines Herzens! Preis sei Dir, daß Du mich befähigtest, Dir mein Angesicht zuzuwenden, daß Du meine Seele durch das Gedenken Deiner entflammtest und mir halfst, Deinen Namen zu verkünden und Dein Lob anzustimmen.
142:7Mein Gott, mein Gott! Wäre niemand zu finden, der von Deinem Pfade abirrt, wie könnte dann das Banner Deiner Barmherzigkeit entfaltet oder die Fahne Deiner Gunst und Güte gehißt werden? Und würde kein Frevel verübt, was könnte Dich dann als den Verberger menschlicher Sünden, den Immervergebenden, den Allwissenden, den Allweisen, verkünden? Möge meine Seele ein Opfer für die Verfehlungen derer sein, die wider Dich fehlen, denn über solche Verfehlungen wehen die süßen Düfte der zarten Barmherzigkeit Deines Namens, der Mitleidige, der Allbarmherzige. Möge mein Leben für die Vergehen derer hingegeben sein, die sich wider Dich vergehen, denn durch sie wird der Hauch Deiner Gunst und der Duft Deiner Gnade den Menschen bewußt gemacht und unter ihnen verbreitet. Möge mein innerstes Sein für die Sünden derer dargeboten sein, die wider Dich sündigen, denn durch solche Sünden wird bewirkt, daß sich die Sonne Deiner mannigfaltigen Gunstbeweise über dem Horizont Deiner Güte offenbart und die Wolken Deiner nieversagenden Vorsehung ihre Gaben auf die Wirklichkeit alles Erschaffenen herabregnen.
142:8Ich bin der, o mein Herr, der Dir die Menge seiner Übeltaten eingestand, der bekannte, was noch kein Mensch bekannt hat. Ich eilte, zu dem Meere Deiner Vergebung zu gelangen, und suchte Zuflucht unter dem Schatten Deiner Gnade und Gunst. Ich flehe zu Dir, o Du ewiger König, Du höchster Beschützer aller Menschen, gewähre, daß ich fähig werde zu verkünden, was die Herzen und Seelen der Menschen veranlaßt, sich in die grenzenlose Unermeßlichkeit Deiner Liebe aufzuschwingen und sich Deinem Geiste zu verbinden. Stärke mich durch die Macht Deiner Herrschaft, damit ich alles Erschaffene dem Tagesanbruch Deiner Erklärung, dem Quell Deiner Offenbarung zuwende. Hilf mir, o mein Herr, mich Deinem Willen völlig zu ergeben und mich aufzumachen, Dir zu dienen, denn ich schätze dieses irdische Leben nur wegen des einen Zieles, das Heiligtum Deiner Offenbarung und den Thron Deiner Herrlichkeit zu umkreisen. Du siehst mich, o mein Gott, losgelöst von allem außer Dir, demütig und Deinem Willen ergeben. Verfahre mit mir, wie es Dir gefällt, und wie es Deiner Erhabenheit und großen Herrlichkeit entspricht.
142:9O ‘Alí! Die Güte dessen, der der Herr aller Welten ist, wurde dir gewährt und wird dir weiterhin zuteil. Wappne dich mit Seiner Kraft und Stärke und erhebe dich, Seiner Sache zu helfen und Seinen heiligen Namen zu preisen. Lasse deinen Mangel an menschlicher Gelehrsamkeit und dein Unvermögen, zu lesen und zu schreiben, dein Herz nicht betrüben. Der eine, wahre Gott hält die Tore Seiner mannigfaltigen Gnade im mächtigen Griff Seiner Gewalt. Er hat sie vor allen, die Ihm dienen, geöffnet und wird sie weiterhin vor ihnen auftun. Ich hoffe sehr, daß der Hauch göttlicher Süße zu allen Zeiten von den Auen deines Herzens derart über die ganze Welt getragen wird, daß seine Wirkungen sich in jedem Land zeigen. Er hat Macht über alle Dinge. Er ist wahrlich der Machtvollste, der Allherrliche, der Allmächtige.
143143:1Gesegnet bist du, o Mein Diener, denn du hast die Wahrheit erkannt und dich von dem zurückgezogen, der den Allbarmherzigen zurückwies und im Mutterbuch als Gottloser verdammt wurde. Du aber wandle standhaft in der Liebe zu Gott, halte unerschütterlich an seinem Glauben fest und stehe Ihm bei durch die Kraft deiner Rede. So gebietet dir der Allbarmherzige, der in den Händen Seiner Unterdrücker Gefangenschaft leidet.
143:2Wenn Trübsal um Meinetwillen über dich kommt, so rufe dir Meine Leiden und Nöte ins Bewußtsein und gedenke Meiner Verbannung und Gefangenschaft. So übertragen Wir auf dich, was auf Uns herniedergekommen ist von Ihm, dem Allherrlichen, dem Allweisen.
143:3Bei Meinem Selbst! Der Tag naht, da Wir die Welt und alles, was in ihr ist, aufgerollt und eine neue Ordnung an ihrer Statt ausgebreitet haben werden. Er, wahrlich, ist mächtig über alle Dinge.
143:4Heilige dein Herz, damit du Meiner gedenkest, und reinige dein Ohr, damit du Meine Worte hörest. Wende dann dein Angesicht dem heiligen Orte zu, an dem der Thron deines Herrn, des Gottes der Barmherzigkeit, errichtet ist, und sprich: Preis sei Dir, o mein Herr, daß Du mich befähigst, die Manifestation Deiner Selbst anzuerkennen, und mir hilfst, mein Herz dem Hofe Deiner Gegenwart, dem Ziel der Anbetung meiner Seele, zuzuwenden. Ich flehe zu Dir bei Deinem Namen, der die Himmel spaltete und die Erde bersten ließ, bestimme für mich, was Du für die bestimmt hast, die sich von allem außer Dir abgewandt und ihr Herz fest auf Dich gegründet haben. Gewähre, daß ich in Deiner Gegenwart auf dem Sitze der Wahrheit im Heiligtum der Herrlichkeit sitze. Mächtig bist Du zu tun, was Du willst. Es ist kein Gott außer Dir, dem Allherrlichen, dem Allweisen.
144144:1Die Feder des Höchsten hat jedem die Pflicht auferlegt und vorgeschrieben, diese Sache zu lehren… Gott wird zweifellos jeden begeistern, der sich von allem außer Ihm loslöst, und Er wird die klaren Wasser der Weisheit und des Ausdrucks aus seinem Herzen quellen und überreich strömen lassen. Wahrlich, dein Herr, der Allbarmherzige, ist mächtig zu tun, was Er will, und Er verordnet, was Ihm gefällt.
144:2Würdest du über diese Welt nachdenken und erkennen, wie vergänglich die Dinge sind, die ihr zugehören, so würdest du keinen anderen Weg dem Weg des Dienstes für die Sache deines Herrn vorziehen. Niemand hätte die Macht, dich zu hindern, feierlich Seinen Lobpreis anzustimmen, selbst wenn alle Menschen wider dich aufstünden.
144:3Gehe stets voran und sei beharrlich in Seinem Dienst. Sprich: O ihr Menschen! Der Tag, der euch in allen Schriften verheißen ward, ist nun gekommen. Fürchtet Gott und entzieht euch nicht der Erkenntnis dessen, der der Sinn eueres Lebens ist. Eilt zu Ihm! Dies ist besser für euch als die Welt und alles, was in ihr ist. Könntet ihr es doch begreifen!
145145:1Wenn ihr den Erniedrigten und Unterdrückten begegnet, wendet euch nicht verächtlich von ihnen ab, denn der König der Herrlichkeit wacht allezeit über ihnen und umgibt sie mit einer Zärtlichkeit, wie niemand sie ermessen kann außer jenen, die ihr Wünschen und Wollen im Willen eueres Herrn, des Gnädigen, des Allweisen, aufgehen ließen. O ihr Reichen auf Erden! Flieht nicht das Angesicht des Armen, der im Staube liegt, nein, handelt vielmehr wie ein Freund an ihm, und laßt euch von ihm die Geschichte des Leides berichten, mit dem Gottes unerforschlicher Ratschluß ihn heimgesucht hat. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Während ihr euch ihm zugesellt, werden die himmlischen Heerscharen auf euch niederschauen. Sie werden Fürbitte für euch tun, eueren Namen loben und euere Tat preisen. Gesegnet sind die Gebildeten, die sich nicht mit ihren Errungenschaften brüsten, und wohl steht es um die Rechtschaffenen, die die Sünder nicht verhöhnen, sondern deren Missetaten verschweigen, damit ihre eigenen Mängel vor den Augen der Menschen verborgen bleiben.
146146:1Es ist Unser Wunsch und Verlangen, daß jeder von euch zu einem Quell alles Guten unter den Menschen und zu einem Beispiel der Aufrichtigkeit für die Menschheit werde. Hütet euch, daß ihr euch selbst nicht euerem Nächsten vorzieht. Richtet eueren Blick auf Ihn, den Tempel Gottes unter den Menschen. Er hat in Wahrheit Sein Leben als Lösegeld für die Erlösung der Welt dargebracht. Er ist wahrlich der Allgütige, der Gnädige, der Höchste. Wenn es unter euch zu Meinungsverschiedenheiten kommt, seht Mich vor euerem Angesicht stehen und überseht gegenseitig euere Fehler um Meines Namens willen und als ein Zeichen euerer Liebe zu Meiner offenbaren, strahlenden Sache. Wir wünschen, euch allezeit in Freundschaft und Eintracht im Paradiese Meines Wohlgefallens miteinander verkehren zu sehen und aus eueren Taten den Duft der Freundlichkeit und Einigkeit, der Güte und Gemeinschaft zu verspüren. So rät euch der Allwissende, der Getreue. Wir werden immer mit euch sein. Wenn Wir den Duft euerer Gemeinschaft verspüren, wird sich Unser Herz gewiß freuen, denn nichts anderes kann Uns genügen. Dies bezeugt jeder wahrhaft Verstehende.
147147:1Der Größte Name ist Mein Zeuge! Wie traurig, wenn an diesem Tage ein Mensch sein Herz an die vergänglichen Dinge dieser Welt hängte! Erhebt euch und haltet euch fest an die Sache Gottes. Seid besonders liebevoll zueinander. Verbrennt, ganz um des Vielgeliebten willen, den Schleier des Selbstes mit der Flamme des unverlöschlichen Feuers, und frohen, lichtstrahlenden Angesichts gesellt euch zu euerem Nächsten. Ihr habt in jeder Hinsicht das Verhalten dessen, der das Wort der Wahrheit unter euch ist, beobachtet. Ihr wißt sehr wohl, wie schwer es für diesen Jüngling ist zuzulassen, daß durch Ihn das Herz eines der Geliebten Gottes auch nur eine Nacht lang betrübt werde.
147:2Das Wort Gottes hat das Herz der Welt in Brand gesetzt; wie bedauerlich, wenn ihr versäumt, euch an seiner Flamme zu entzünden! So Gott will, werdet ihr in dieser gesegneten Nacht die Nacht der Einheit sehen, euere Seelen miteinander verbinden und beschließen, euch mit dem Schmuck eines guten und lobenswerten Charakters zu schmücken. Laßt es euere Hauptsorge sein, den Gefallenen aus dem Sumpfe drohender Vernichtung zu retten und ihm zu helfen, den altehrwürdigen Glauben Gottes anzunehmen. Euer Betragen euerem Nächsten gegenüber sollte so sein, daß es deutlich die Zeichen des einen, wahren Gottes offenbart, denn ihr seid die ersten unter den Menschen, die durch Seinen Geist erfrischt werden, die ersten, die Ihn anbeten und das Knie vor Ihm beugen, die ersten, die Seinen Thron der Herrlichkeit umschreiten. Ich schwöre bei Ihm, der Mich offenbaren hieß, was Ihm gefiel! Die Bewohner der Reiche der Höhe kennen euch besser, als ihr euch selbst kennt. Wähnt ihr, diese Worte seien unnütz und leer? Hättet ihr doch die Fähigkeit, die Dinge wahrzunehmen, die euer Herr, der Allbarmherzige, sieht – Dinge, die eueren überragenden Rang beweisen, die Zeugnis für die Größe eueres Wertes ablegen, die die Erhabenheit euerer Stufe verkünden! Gott gewähre, daß euere Begierden und ungezügelten Leidenschaften euch nicht von dem fernhalten, was für euch verordnet wurde.
148148:1O Salmán! Alles, was die Weisen und Mystiker gesagt und geschrieben haben, ist noch nie über die Grenzen hinausgegangen, denen der endliche Verstand des Menschen unterworfen ist, noch können sie je hoffen, diese Grenzen zu überschreiten. Zu welchen Höhen sich der Verstand der erhabensten Menschen auch emporschwingen mag, wie groß die Tiefen auch seien, in die das gelöste, verstehende Herz einzudringen vermag – Verstand und Herz können niemals das Erzeugnis ihrer eigenen Vorstellungen, das Ergebnis ihrer eigenen Gedanken übersteigen. Die Meditationen des tiefsinnigsten Denkers, die Andachten des Heiligsten der Heiligen, die höchsten Äußerungen des Lobpreises durch menschliche Feder oder Zunge sind nur Abglanz dessen, was durch die Offenbarung des Herrn, ihres Gottes, in ihnen selbst erschaffen wurde. Wer in seinem Herzen über diese Wahrheit nachdenkt, wird bereitwillig zugeben, daß es Grenzen gibt, die kein menschliches Wesen je überschreiten kann. Jeder Versuch, der vom Anfang an, der keinen Anfang hat, gemacht wurde, sich von Gott ein Bild zu machen und Ihn zu erkennen, ist begrenzt durch die Gegebenheiten Seiner eigenen Schöpfung – einer Schöpfung, die Er durch das Wirken Seines Willens zu keinem anderen Ziel als für sich selbst ins Dasein gerufen hat. Unermeßlich erhaben ist Er über die Anstrengungen des Menschengeistes, Sein Wesen zu erfassen, oder der menschlichen Zunge, Sein Geheimnis zu beschreiben. Kein Band unmittelbaren Umgangs kann Ihn jemals an die Dinge binden, die Er erschaffen hat, noch können die dunkelsten, verhülltesten Andeutungen Seiner Geschöpfe Seinem Wesen gerecht werden. Durch Seinen die ganze Welt durchdringenden Willen hat Er alles Erschaffene ins Dasein gerufen. Er ist und Er war immer in der altehrwürdigen Ewigkeit Seines erhabenen, unteilbaren Wesens verhüllt und wird ewig in Seiner unerreichbaren Majestät und Herrlichkeit verborgen bleiben. Alles, was im Himmel und auf Erden ist, kam durch Sein Gebot ins Dasein, alles trat durch Seinen Willen aus völligem Nichtsein in das Reich des Seins. Wie also kann das Geschöpf, das vom Worte Gottes gebildet wurde, die Wesensart dessen begreifen, der der Altehrwürdige der Tage ist?
149149:1Wenn sich ein Mensch an diesem Tage erhebt und in völliger Loslösung von allem, was in den Himmeln und auf Erden ist, Ihm, dem Tagesanbruch der heiligen Offenbarung Gottes, seine Liebe zuwendet, wird er wahrlich befähigt, durch die Kraft eines der Namen des Herrn, seines Gottes, alle erschaffenen Dinge zu unterwerfen. Wisse und sei gewiß, daß die Sonne der Wahrheit an diesem Tage einen Glanz über die Welt verbreitet hat, wie ihn vergangene Zeiten niemals sahen. O Menschen, laßt das Licht Seiner Herrlichkeit auf euch scheinen und gehört nicht zu den Nachlässigen!
150
weiter nach unten ...