Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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155:4
Sprich: Aus Meinen Gesetzen strömt der süße Duft Meines Gewandes, und mit ihrer Hilfe werden die Banner des Sieges auf den höchsten Höhen gehißt. Die Zunge Meiner Macht hat aus dem Himmel Meiner allmächtigen Herrlichkeit diese Worte an Meine Schöpfung gerichtet: »Haltet Meine Gebote aus Liebe zu Meiner Schönheit!« Glücklich der Liebende, der den göttlichen Duft seines Höchstgeliebten einatmet aus diesen Worten, erfüllt mit dem Wohlgeruch einer Gnade, die keine Zunge beschreiben kann. Bei Meinem Leben! Wer den erlesenen Wein der Gerechtigkeit aus den Händen Meiner großmütigen Gunst trinkt, wird Meine Gebote, die vom Morgen Meiner Schöpfung leuchten, umkreisen.
155:5
Wähnt nicht, Wir hätten euch nur ein Gesetzbuch offenbart. Nein, Wir haben den erlesenen Wein mit den Fingern der Macht und Kraft entsiegelt. Dafür zeugt, was die Feder der Offenbarung enthüllt hat. Denkt darüber nach, o ihr Einsichtsvollen! …
155:6
Wenn Meine Gesetze wie die Sonne am Himmel Meiner Rede erscheinen, so müssen sie alle getreulich befolgen, selbst wenn Mein Gebot den Himmel einer jeden Religion spaltete. Er tut, was Ihm beliebt. Er wählt, und niemand darf Seine Wahl in Zweifel ziehen. Was Er, der Vielgeliebte, bestimmt, ist wahrlich geliebt. Dafür ist der Herr der ganzen Schöpfung Mein Zeuge. Wer den süßen Duft des Allbarmherzigen verspürt und den Quell dieser Rede erkennt, wird sehenden Auges die Pfeile des Feindes willkommen heißen, um die Wahrheit des Gottesgesetzes unter den Menschen aufzurichten. Wohl dem, der sich dorthin wendet und die Bedeutung Seines entscheidenden Gebotes erfaßt.
156
156:1
Er, die Ewige Wahrheit, richtet vom Morgen der Herrlichkeit Seine Augen auf das Volk Bahás und spricht es an mit den Worten: »Fördert Wohlfahrt und Ruhe unter den Menschenkindern und richtet all euer Sinnen und Trachten auf die Erziehung der Völker auf Erden, damit die Zwietracht, die diese Erde spaltet, durch die Macht des Größten Namens von ihrem Angesicht getilgt und alle Menschen zu Verfechtern einer Ordnung und zu Bewohnern einer Stadt werden. Erleuchtet und heiligt euere Herzen. Entweiht sie nicht mit den Dornen des Hasses und den Disteln der Bosheit. Ihr wohnt in einer Welt und seid durch das Wirken eines Willens erschaffen. Selig ist, wer sich mit allen Menschen im Geiste größter Freundlichkeit und Liebe vereinigt.«
157
157:1
Die ihr Land verlassen haben, um Unsere Sache zu lehren, wird der Geist des Glaubens durch seine Macht stärken. Eine Schar Unserer erwählten Engel wird mit ihnen gehen, wie Er, der Allmächtige, der Allweise, es gebietet. Wie groß ist der Segen, der den erwartet, der die Ehre erringt, dem Allmächtigen zu dienen! Bei Meinem Leben! Keine Tat, wie groß sie auch sei, ist mit dieser vergleichbar, außer solchen Taten, die Gott, der Allmachtvolle, der Mächtigste, verordnet hat. Ein solcher Dienst ist wahrlich der Fürst aller guten Taten und der Schmuck alles edlen Handelns. So ist es von Ihm, dem höchsten Offenbarer, dem Altehrwürdigen der Tage, verordnet.
157:2
Wer sich erhebt, Unsere Sache zu lehren, muß sich unbedingt von allem Irdischen lösen und allezeit im Triumph Unseres Glaubens sein höchstes Ziel sehen. Dies wurde wahrlich auf der verwahrten Tafel verfügt. Und wenn er sich entschließt, sein Heim um der Sache seines Herrn willen zu verlassen, setze er sein ganzes Vertrauen auf Gott als der besten Vorsorge für seine Reise, und kleide sich mit dem Gewande der Tugend. So ist es von Gott, dem Allmächtigen, dem Allgepriesenen, verfügt.
157:3
Wenn er vom Feuer Seiner Liebe entbrannt ist und alles Erschaffene aufgibt, werden die Worte, die er spricht, seine Hörer entflammen. Wahrlich, dein Herr ist der Allwissende, der Allunterrichtete. Glücklich der Mensch, der Unsere Stimme hört und auf Unseren Ruf antwortet. Er gehört in Wahrheit zu denen, die Uns nahegebracht werden.
158
158:1
Gott hat jedem zur Pflicht gemacht, Seine Sache zu lehren. Wer sich erhebt, diese Pflicht zu erfüllen, muß, ehe er Seine Botschaft verkündet, unbedingt den Schmuck eines aufrechten, lobenswerten Charakters anlegen, damit seine Worte die Herzen derer anziehen, die für seinen Ruf empfänglich sind. Anders kann er niemals hoffen, seine Hörer zu beeinflussen.
159
159:1
Seht die Kleingeistigkeit der Menschen! Sie verlangen nach dem, was ihnen schadet, und verwerfen, was ihnen nützt. Sie gehören fürwahr zu denen, die weit abgeirrt sind. Wir sehen Menschen, die Freiheit begehren und stolz darauf sind. Sie befinden sich in den Tiefen der Unwissenheit.
159:2
Freiheit muß letzten Endes zu Aufruhr führen, dessen Flammen niemand löschen kann. So warnt euch Er, der Rechnende, der Allwissende. Wißt, daß die Verkörperung der Freiheit und ihr Sinnbild das Tier ist. Was dem Menschen ziemt, ist, daß er sich in Schranken fügt, die ihn vor seiner eigenen Unwissenheit beschützen und vor dem Schaden des Unheilstifters bewahren. Freiheit läßt den Menschen die Grenzen des Schicklichen überschreiten und die Würde seiner Stufe verletzen. Sie erniedrigt ihn auf die Ebene tiefster Verderbtheit und Schlechtigkeit.
159:3
Seht die Menschen an als eine Herde Schafe, die zu ihrem Schutze eines Hirten bedarf. Dies ist gewiß die Wahrheit, die unumstößliche Wahrheit. Wir billigen die Freiheit unter bestimmten Bedingungen, unter anderen verwerfen Wir sie. Wir sind wahrlich der Allwissende.
159:4
Sprich: Wahre Freiheit besteht in der Unterwerfung des Menschen unter Meine Gebote, so wenig ihr dies auch versteht. Würden die Menschen befolgen, was Wir aus dem Himmel der Offenbarung auf sie herabsandten, so erlangten sie sicherlich vollkommene Freiheit. Glücklich der Mensch, der die Absicht Gottes in allem erfaßt, was Er aus dem Himmel Seines Willens, der alles Erschaffene durchdringt, offenbart! Sprich: Die Freiheit, die euch nützt, ist nirgendwo zu finden außer in vollkommener Dienstbarkeit vor Gott, der Ewigen Wahrheit. Wer ihre Süße kostet, wird es verschmähen, sie gegen alle Herrschaft der Erde und des Himmels zu tauschen.
160
160:1
Der ist ein wahrer Gläubiger an die Einheit Gottes, der Ihn an diesem Tage als den Einen ansieht, der unermeßlich erhaben über alle Gleichnisse und Abbilder ist, mit denen die Menschen Ihn vergleichen. Schmerzlich irrt, wer diese Gleichnisse und Abbilder für Gott selbst hält. Denke an die Beziehung zwischen dem Handwerker und seinem Werk, zwischen dem Maler und seinem Gemälde. Kann man je behaupten, die von ihren Händen geschaffenen Werke seien dasselbe wie sie selbst? Bei Ihm, dem Herrn des Thrones droben und hienieden auf Erden! Man kann sie in keinem anderen Lichte sehen denn als Beweise für die Vortrefflichkeit und Vollkommenheit ihrer Urheber.
160:2
O Shaykh, o du, der du deinen Willen Gott ergeben hast! Selbsthingabe und dauernde Verbindung mit Gott bedeuten, daß die Menschen ihren Willen völlig im Willen Gottes aufgehen lassen und neben Seiner Absicht ihre Wünsche als reines Nichts ansehen sollten. Was immer der Schöpfer Seinen Geschöpfen zu beachten befiehlt, dafür müssen sie sich erheben, um es sorgsam, mit größter Freude und größtem Eifer zu vollbringen. Sie sollten keinesfalls ihrer Phantasie erlauben, ihre Urteilskraft zu trüben, noch sollten sie ihre eigenen Vorstellungen für die Stimme des Ewigen halten. Im Fastengebet haben Wir offenbart: »Sollte Dein Wille verfügen, daß diese Worte aus Deinem Munde hervorgehen und an sie gerichtet werden: ›Haltet das Fasten um Meiner Schönheit willen, o Menschen, und setzt seiner Dauer keine Grenze‹, so schwöre Ich bei der Majestät Deiner Herrlichkeit, daß es jeder von ihnen getreulich befolgen und von allem absehen wird, was gegen Dein Gesetz verstößt, und daß sie damit fortfahren werden, bis sie ihre Seelen zu Dir aufgeben.« Hierin besteht die völlige Ergebung des eigenen Willens in den Willen Gottes. Denke darüber nach, damit du die Wasser ewigen Lebens, die den Worten des Herrn der ganzen Menschheit entströmen, in dich aufnehmest und bezeugest, daß der eine, wahre Gott immer unermeßlich erhaben über Seine Geschöpfe gewesen ist. Er ist wahrlich der Unvergleichliche, der Ewigwährende, der Allwissende, der Allweise. Die Stufe vollkommener Selbsthingabe überragt jede andere Stufe und wird immer über sie erhaben bleiben.
160:3
Es geziemt dir, dich dem Willen Gottes zu weihen. Was immer in Seinen Sendschreiben offenbart wurde, ist nur eine Widerspiegelung Seines Willens. So vollkommen muß deine Hingabe sein, daß jede Spur weltlichen Verlangens von deinem Herzen hinweggewaschen wird. Dies ist die Bedeutung wahrer Einheit.
160:4
Flehe zu Gott, daß Er dich befähige, standhaft zu bleiben auf diesem Pfade, und daß Er dir helfe, die Völker der Welt zu Ihm zu führen, dem offenbaren, höchsten Herrscher, der sich in eindeutiger Gestalt offenbart hat, der eine bestimmte göttliche Botschaft verkündet. Dies ist das Wesen des Glaubens und der Gewißheit. Die den Götzen anbeten, den ihre Einbildung schuf, und ihn die innere Wirklichkeit nennen, zählen in Wahrheit zu den Heiden. Dies bezeugt der Allbarmherzige auf Seinen Tafeln. Er ist wahrlich der Allwissende, der Allweise.
161
161:1
Wappne dich mit deinem Bemühen, damit du vielleicht deinen Nächsten zum Gesetze Gottes, des Barmherzigsten, führen mögest. Wahrlich, eine solche Tat übertrifft vor Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten, alle anderen Taten. Du mußt so standhaft in der Sache Gottes sein, daß nichts Irdisches, was es auch sei, dich von deiner Pflicht abzubringen vermag. Sollten sich auch die Mächte der Erde gegen dich verbünden, sollten alle Menschen mit dir streiten, mußt du dennoch unerschütterlich bleiben.
161:2
Sei unbeschwert wie der Wind, wenn du die Botschaft dessen trägst, der den Morgen göttlicher Führung anbrechen ließ. Bedenke, wie der Wind, treu dem Gebote Gottes, über alle Lande der Erde weht, seien sie bewohnt oder öde. Weder der Anblick der Öde noch die Zeichen des Gedeihens können ihn betrüben oder erfreuen. Er weht in jeder Richtung, wie sein Schöpfer es gebietet. So sollte jeder sein, der behauptet, den einen, wahren Gott zu lieben. Es ziemt ihm, den Blick auf die Grundlagen Seines Glaubens zu richten und eifrig für dessen Verbreitung zu wirken. Allein um Gottes willen sollte er Gottes Botschaft verkünden und in gleichem Geiste jede Antwort annehmen, die sein Wort bei seinem Hörer hervorruft. Wer annimmt und glaubt, wird seinen Lohn empfangen, und wer sich abwendet, wird nur seine eigene Strafe erhalten.
161:3
Am Vorabend Unserer Abreise aus dem ‘Iráq haben Wir die Getreuen ermahnt, sich darauf gefaßt zu machen, daß die Vögel der Finsternis erscheinen. Es kann keinen Zweifel darüber geben, daß sich das Krächzen der Raben in bestimmten Ländern erheben wird, wie es in den letzten Jahren zu hören war. Was auch geschehen mag – suche Zuflucht bei dem einen, wahren Gott, damit Er dich vor den Ränken des Betrügers schütze.
161:4
Wahrlich, Ich sage, in dieser mächtigsten Offenbarung haben alle Sendungen der Vergangenheit ihre höchste, ihr letzte Vollendung erreicht. Also rät euch euer Herr, der Allwissende, der Allweise. Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.
162
162:1
Der Allbarmherzige hat dem Menschen die Fähigkeit des Sehens verliehen und ihn mit der Kraft des Hörens begabt. Manche haben ihn als die ›kleinere Welt‹ bezeichnet, während er in Wirklichkeit als die ›größere Welt‹ angesehen werden sollte. Die Möglichkeiten, die der Stufe des Menschen innewohnen, das volle Maß seiner Bestimmung auf Erden, der angeborene Vorzug seiner Wirklichkeit – all dies muß an diesem verheißenen Tage Gottes offenbar werden.
162:2
Die Feder des Höchsten gedenkt zu allen Zeiten und unter allen Umständen mit zarter Freude Seiner Geliebten und rät ihnen, Seinem Weg zu folgen. Wohl ist es um den bestellt, den der Wechsel und Wandel dieser Welt nicht davon abhalten können, den Tagesanbruch der Einheit Gottes zu erkennen, und der mit unerschütterlicher Entschlossenheit im Namen des Selbstbestehenden den versiegelten Wein Seiner Offenbarung trinkt. Ein solcher Mensch wird im Buche Gottes, des Herrn aller Welten, zu den Bewohnern des Paradieses gezählt werden.
163
163:1
Aller Lobpreis sei Gott, der die Welt mit einem Schmuck geziert und in ein Gewand gekleidet hat, das ihr keine irdische Macht rauben kann, wie gewaltig ihr Heer, wie unermeßlich ihr Reichtum und wie weitreichend ihr Einfluß auch sein mag. Sprich: Das Wesen aller Macht ist Gottes, des höchsten und letzten Endes aller Schöpfung. Der Urquell aller Majestät ist Gottes, des Zieles der Anbetung von allem, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gewalten, die ihren Ursprung in dieser Welt des Staubes haben, sind ihrer wahren Natur nach keiner Beachtung wert.
163:2
Sprich: Die Quellen, die diese Vögel am Leben erhalten, sind nicht von dieser Welt. Ihr Ursprung liegt hoch über der Reichweite und dem Gesichtskreis menschlicher Fassungskraft. Wer könnte das Licht auslöschen, das die schneeweiße Hand Gottes entzündet hat? Wo fände sich der, der die Macht besäße, das Feuer zu ersticken, das die Hand deines Herrn, des Allgewaltigen, des Allbezwingenden, des Allmächtigen, entfacht hat? Die Hand göttlicher Macht ist es, die die Flammen der Zwietracht gelöscht hat. Er ist mächtig zu tun, was Ihm gefällt. Er spricht: Sei! und es ist. Sprich: Die wütenden Stürme und Wirbelwinde der Welt und ihrer Völker können niemals die Grundlage erschüttern, auf der die felsengleiche Standhaftigkeit Meiner Erwählten ruht. Gnädiger Gott! Was kann diese Leute veranlaßt haben, die Geliebten dessen, der die Ewige Wahrheit ist, zu unterjochen und einzukerkern? … Dennoch naht der Tag, da die Getreuen die Sonne der Gerechtigkeit in ihrem vollen Glanze vom Tagesanbruch der Herrlichkeit leuchten sehen werden. Also unterrichtet dich der Herr allen Seins in diesem Seinem schrecklichen Gefängnis.
164
164:1
O ihr Glieder des Menschengeschlechts! Ergreift das Seil, das kein Mensch zerreißen kann. Dies wird euch wahrlich alle Tage eueres Lebens nützen, denn seine Festigkeit ist von Gott, dem Herrn aller Welten. Haltet euch an Gerechtigkeit und Redlichkeit, und wendet euch ab vom Geflüster der Toren, die Gott entfremdet sind, die ihr Haupt mit dem Schmuck der Gelehrten bedecken und Ihn, den Urquell der Weisheit, zum Tode verurteilt haben. Mein Name hat sie zu hohem Rang erhoben, und doch, kaum hatte Ich Mich ihren Augen offenbart, da fällten sie in offenkundiger Ungerechtigkeit das Todesurteil über Mich. So hat Unsere Feder die Wahrheit offenbart, und dennoch sind die Menschen in Achtlosigkeit versunken.
164:2
Wer sich an die Gerechtigkeit hält, kann auf keinen Fall die Grenzen der Mäßigung überschreiten. Durch die Führung des Allsehenden erkennt er die Wahrheit in allen Dingen. Die von den gelehrten Größen der Kunst und der Wissenschaft so oft gepriesene Zivilisation wird, wenn man ihr gestattet, die Grenzen der Mäßigung zu überschreiten, großes Unheil über die Menschen bringen. So warnt euch der Allwissende. Ins Übermaß gesteigert, wird sich die Zivilisation als eine ebenso ergiebige Quelle des Übels erweisen, wie sie, in den Schranken der Mäßigung gehalten, eine Quelle des Guten war. Denkt darüber nach, o Menschen, und gehört nicht zu denen, die verwirrt durch die Öden des Irrtums streifen. Es naht der Tag, da ihre Flamme die Städte verschlingt, da die Zunge der Größe verkündet: »Das Reich ist Gottes, des Allmächtigen, des Allgepriesenen!«
164:3
Alles andere ist dem gleichen Grundsatz der Mäßigung unterworfen. Danke deinem Herrn, der deiner in diesem wundersamen Sendschreiben gedenkt. Aller Ruhm sei Gott, dem Herrn des ruhmreichen Thrones.
164:4
Würde ein Mensch in seinem Herzen darüber nachdenken, was die Feder des Höchsten offenbart hat, und von der Süße dieser Offenbarung kosten, so würde er sich gewißlich seiner eigenen Wünsche ledig und befreit fühlen, völlig dem Willen des Allmächtigen ergeben. Glücklich der Mensch, der eine so hohe Stufe erreicht und sich nicht selbst einer so reichen Gnade beraubt!
164:5
An diesem Tage können Wir weder das Verhalten des Furchtsamen billigen, der seinen Glauben zu verbergen sucht, noch das Benehmen des erklärten Gläubigen gutheißen, der lärmend seine Treue zu dieser Sache bekundet. Beide sollten dem Gebot der Weisheit folgen und mit Eifer danach streben, dem Wohle des Glaubens zu dienen.
164:6
Jeder möge auf das Verhalten dieses Unterdrückten achten und darüber nachdenken. Wir haben Uns seit dem Beginn dieser Offenbarung bis heute immer geweigert, Uns vor Unseren Feinden zu verbergen oder von der Gesellschaft Unserer Freunde zurückzuziehen. Obwohl Uns eine Unzahl von Kümmernissen und Leiden umgibt, haben Wir mit machtvollem Vertrauen die Völker der Erde zum Tagesanbruch der Herrlichkeit gerufen. Die Feder des Höchsten ist nicht geneigt, in diesem Zusammenhang von den Trübsalen zu berichten, die sie erduldet hat. Deren Enthüllung würde zweifellos die Begünstigten unter den Getreuen in Trauer stürzen, sie, die wahrhaft die Einheit Gottes hochhalten und Seiner Sache völlig ergeben sind. Er, wahrlich, spricht die Wahrheit, und Er ist der Allhörende, der Allwissende. Wir verbrachten Unser Leben zum größten Teil inmitten Unserer Feinde. Sieh, wie Wir gegenwärtig in einem Nest von Schlangen leben.
164:7
In allen heiligen Schriften wurde dieses Heilige Land erwähnt und gepriesen. Hier sind die Propheten Gottes und Seine Auserwählten erschienen. Dies ist die Wüste, durch die alle Gottesboten gewandert sind, aus der Ihr Ruf erscholl: »Hier bin ich, hier bin ich, o mein Gott!« vgl. Gen. 22:1, 22:11, 31:11, 46:2, Ex. 3:4, 1 Kön. 3:4, Jes. 6:8, Báb, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften 7:34:3 – Anm. d. Hrsg. A Dies ist das verheißene Land, in dem Ihm, der die Verkündigung Gottes ist, sich zu offenbaren bestimmt war. Dies ist das Tal des unerforschlichen Ratschlusses Gottes, der schneeweiße Ort, das Land unvergänglicher Pracht. Was an diesem Tage geschah, ist seit alters in den Schriften geweissagt. Eben diese Schriften verdammen jedoch einmütig die Menschen, die dieses Land bewohnen. Einmal sind sie als »Otterngezücht«Mt. 3:7 – Anm. d. Hrsg.Q gebrandmarkt worden. Sieh, wie dieser Unterdrückte jetzt, von »Otterngezücht« umgeben, laut ruft und alle Menschen zu dem lädt, der die höchste Sehnsucht der Welt, der Gipfel und Tagesanbruch der Herrlichkeit ist. Glücklich der Mensch, der auf die Stimme des Herrn im Reiche der Äußerung hört, und wehe den Achtlosen, die weit von Seiner Wahrheit in die Irre gehen.
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