Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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44:2
Gewisse Leute, sowohl aus dem Volk als auch vom Adel, haben eingewandt, dieser Unterdrückte sei weder Mitglied des geistlichen Standes noch ein Nachkomme des Propheten. Sprich: O ihr, die ihr gerecht zu sein beansprucht! Denkt eine Weile nach, und ihr werdet erkennen, wie unendlich erhaben Sein jetziger Rang über die Stufe ist, die ihr Ihm zugesteht. Der Wille des Allmächtigen hat verfügt, daß aus einem Hause, dem alles das fehlt, was die Geistlichen, die Doktoren, die Weisen und Gelehrten gemeinhin besitzen, Seine Sache hervorgehen und offenbar werden soll.
44:3
Der Odem des Heiligen Geistes weckte Ihn und befahl Ihm, sich zu erheben und Seine Offenbarung zu verkünden. Kaum war Er von Seinem Schlummer erwacht, da erhob Er Seine Stimme und lud die ganze Menschheit vor Gott, den Herrn aller Welten. Unvollkommenheit und Schwäche der Menschen veranlassen Uns, diese Worte zu äußern. Die Sache, die Wir verkünden, ist indessen so beschaffen, daß keine Feder sie je beschreiben und kein Geist je ihre Größe erfassen kann. Dies bezeugt Er, mit Dem das Mutterbuch ist.
45
45:1
Die Altehrwürdige Schönheit hat eingewilligt, in Ketten gelegt zu werden, damit die Menschheit aus ihrer Knechtschaft erlöst werde, und hat es hingenommen, zum Gefangenen in dieser mächtigsten Festung zu werden, damit die ganze Welt wahre Freiheit gewinne. Er hat den Kelch des Leidens bis zur Neige geleert, damit alle Völker der Welt immerwährende Freude gewinnen und von Fröhlichkeit erfüllt werden. Dies gehört zur Barmherzigkeit eures Herrn, des Mitleidvollen, des Barmherzigsten. Wir nehmen es hin, erniedrigt zu werden, o ihr, die ihr an die Einheit Gottes glaubt, damit ihr erhoben werdet, und dulden mannigfache Leiden, damit ihr blühet und gedeihet. Seht, wie jene, die Gott Gefährten zugesellt haben, Ihn, der gekommen ist, die ganze Welt neu zu bauen, gezwungen haben, in der trostlosesten aller Städte zu wohnen!
46
46:1
Ich leide nicht an der Bürde Meiner Gefangenschaft, noch bin Ich betrübt über die Erniedrigung oder die Drangsal, die Ich von den Händen Meiner Feinde erdulde. Bei Meinem Leben! Sie sind Mein Ruhm – ein Ruhm, mit dem Gott Sein eigenes Selbst geschmückt hat. Würdet ihr es doch erkennen!
46:2
Die Schmach, die Ich ertragen muß, hat die Herrlichkeit aufgedeckt, die der ganzen Schöpfung verliehen wurde, und durch die Grausamkeiten, die Ich erdulde, hat sich die Sonne der Gerechtigkeit offenbart und ihren Glanz über die Menschen verbreitet.
46:3
Mein Leid kommt von denen, die in ihre verderbten Leidenschaften verstrickt sind und behaupten, dem Glauben Gottes, des Gnadenvollen, des Allgepriesenen, anzugehören.
46:4
Es geziemt den Anhängern Bahás, der Welt und allem, was in ihr ist, zu sterben und so von allem Irdischen losgelöst zu sein, daß die Bewohner des Paradieses von ihren Gewändern den süßen Duft der Heiligkeit atmen, daß alle Völker auf Erden auf ihren Gesichtern das Licht des Allbarmherzigen erkennen und daß durch sie die Zeichen und Beweise Gottes, des Allmächtigen, des Allweisen, verbreitet werden. Jene, die den reinen Namen der Sache Gottes befleckt haben, indem sie den Dingen des Fleisches folgten, befinden sich in offenbarem Irrtum.
47
47:1
O ihr Juden! Wenn ihr darauf bedacht seid, Jesus, den Geist Gottes, noch einmal zu kreuzigen, so tötet Mich, denn Er ist euch in Meiner Person wieder offenbart worden. Verfahrt mit Mir, wie ihr wollt, denn Ich habe gelobt, Mein Leben auf dem Pfade Gottes hinzugeben. Ich werde niemanden fürchten, seien auch die Mächte der Erde und des Himmels gegen Mich verbündet. Ihr Anhänger des Evangeliums! Wenn ihr den Wunsch hegt, Muḥammad, den Boten Gottes, zu erschlagen, so ergreift Mich und macht Meinem Leben ein Ende, denn Ich bin Er und Mein Selbst ist Sein Selbst. Tut mit Mir, was ihr wollt, denn die tiefste Sehnsucht Meines Herzens ist, in die Gegenwart Meines über alles Geliebten in Seinem Reiche der Herrlichkeit zu gelangen. So ist der göttliche Ratschluß, wenn ihr es doch wüßtet! Ihr Anhänger Muḥammads! Sollte es euer Wunsch sein, mit euren Pfeilen die Brust dessen zu durchbohren, der bewirkte, daß Sein Buch, der Bayán, zu euch herabgesandt wurde, so legt Hand an Mich und verfolgt Mich, denn ich bin Sein Vielgeliebter, die Offenbarung Seines Selbstes, wenn auch Mein Name nicht Sein Name ist. Ich bin im Schatten der Wolken der Herrlichkeit gekommen und von Gott mit unüberwindlicher Herrschaft bekleidet. Er, wahrlich, ist die Wahrheit, der um das Ungeschaute weiß. Wahrlich, Ich erwarte von euch die Behandlung, die ihr Ihm, der vor Mir kam, zuteil werden ließet. Das bezeugen wahrlich alle Dinge, wenn ihr zu denen gehörtet, die hören. O Volk des Bayán, wenn du beschlossen hast, das Blut dessen zu vergießen, dessen Kommen der Báb verkündet, dessen Erscheinen Muḥammad vorausgesagt und dessen Offenbarung Jesus Christus angekündigt hat, so sieh Mich vor dir stehen, bereit und wehrlos. Verfahre mit Mir nach deinem Begehren.
48
48:1
Gott ist Mein Zeuge! Stünde es nicht im Widerspruch zu dem, was die Tafeln Gottes bestimmt haben, würde Ich freudig die Hände eines jeden küssen, der sich anschickte, Mein Blut auf dem Pfade des Vielgeliebten zu vergießen. Mehr noch, Ich würde ihm einen Teil der weltlichen Güter, die Gott Mir zu besitzen erlaubt, schenken, wenn auch er, der diese Tat beginge, den Zorn des Allmächtigen herausforderte, Seinen Fluch auf sich lüde und in alle Ewigkeit die Strafe Gottes, des Allbesitzenden, des Gerechten, des Allweisen, verdiente.
49
49:1
Wisse wahrlich, wann immer dieser Jüngling Seine Augen auf Sein Selbst richtet, hält Er es für das Unbedeutendste der ganzen Schöpfung. Wenn Er jedoch den strahlenden Glanz betrachtet, den zu offenbaren Er ermächtigt wurde, siehe, dann verwandelt sich dieses Selbst vor Ihm in eine unumschränkte Macht, die das Wesen alles Sichtbaren und Unsichtbaren durchdringt. Preis sei Ihm, der durch die Macht der Wahrheit die Manifestation Seines eigenen Selbstes herabgesandt und mit Seiner Botschaft an die ganze Menschheit betraut hat.
50
50:1
Schüttelt den Schlummer der Nachlässigkeit ab, o ihr Achtlosen, damit ihr den Glanz sehet, den Seine Herrlichkeit über die Welt verbreitet. Wie töricht sind jene, die über die zu frühe Geburt Seines Lichtes murren. O ihr innerlich Blinden! Ob zu früh oder zu spät – die Beweise Seiner strahlenden Herrlichkeit sind jetzt wirklich offenbar. Euch ziemt es festzustellen, ob ein solches Licht erschienen ist oder nicht. Es liegt weder in eurer noch in meiner Macht, die Zeit festzusetzen, zu der es offenbar werden soll. Gottes unergründliche Weisheit hat seine Stunde im voraus festgesetzt. O Menschen, seid zufrieden mit dem, was Gott für euch gewünscht und vorausbestimmt hat… O ihr, die ihr mir grollt! Die Sonne ewiger Führung legt Zeugnis für mich ab. Hätte es in meiner Macht gelegen, ich hätte unter keinen Umständen eingewilligt, mich unter den Menschen hervorzutun, denn der Name, den ich trage, verschmäht es ganz und gar, sich zu diesem Geschlecht zu gesellen, dessen Zunge befleckt und dessen Herz falsch ist. Aber wann immer ich schweigen und still sein wollte, siehe, da rüttelte die Stimme des Heiligen Geistes, zu meiner Rechten stehend, mich auf, der Erhabenste Geist erschien vor meinem Angesicht, Gabriel überschattete mich, der Geist der Herrlichkeit regte sich in meiner Brust und gebot mir, mich zu erheben und mein Schweigen zu brechen. Wäre euer Gehör geläutert, wären euere Ohren aufmerksam, ihr würdet sicherlich erkennen, daß jedes Glied meines Körpers, nein, alle Atome meines Seins diesen Ruf verkünden und bezeugen: »Gott, neben dem es keinen anderen Gott gibt, Er, dessen Schönheit nun offenbar ist, ist die Widerspiegelung Seiner Herrlichkeit für alle, die im Himmel und auf Erden sind. «
51
51:1
O Volk! Ich schwöre bei dem einen, wahren Gott! Dies ist das Meer, aus dem alle Meere hervorgegangen sind und mit dem jedes von ihnen am Ende vereint sein wird. Aus Ihm sind alle Sonnen erzeugt, und zu Ihm werden sie alle zurückkehren. Durch Seine Kraft haben die Bäume göttlicher Offenbarung ihre Früchte hervorgebracht, deren jede in der Gestalt eines Propheten herabgesandt wurde, jeder als Träger einer Botschaft an die Geschöpfe Gottes in jeder der Welten, deren Zahl Gott allein in Seinem allumfassenden Wissen zählen kann. Dies vollbringt Er durch das Wirken eines einzigen Buchstabens Seines Wortes, offenbart durch Seine Feder, die von Seinem weisenden Finger, gestützt von der Macht der Wahrheit Gottes, bewegt wird.
52
52:1
Sprich: O Volk! Versagt euch nicht selbst die Gnade Gottes und Seine Barmherzigkeit. Wer immer sie sich versagt, leidet fürwahr schweren Verlust. Was, o Volk! Betet ihr den Staub an und wendet euch ab von eurem Herrn, dem Gnadenvollen, dem Allgütigen? Fürchtet Gott und gehört nicht zu denen, die zugrunde gehen! Sprich: Das Buch Gottes ist in der Gestalt dieses Jünglings herabgesandt. Geheiligt sei darum Gott, der vortrefflichste Schöpfer! Hütet euch wohl, o Völker der Welt, daß ihr nicht vor Seinem Antlitz flieht. Nein, beeilt euch, in Seine Gegenwart zu gelangen, und gehört zu denen, die zu Ihm zurückgekehrt sind. Betet um Vergebung, o Volk, da ihr eure Pflicht vor Gott versäumt und euch wider Seine Sache vergangen habt, und gehört nicht zu den Törichten. Er ist es, der euch erschaffen, Er hat eure Seelen durch Seine Sache gestärkt und euch befähigt, Ihn, den Allmächtigen, den Erhabensten, den Allwissenden, zu erkennen. Er hat euren Augen die Schätze Seines Wissens enthüllt und euch in den Himmel der Gewißheit aufsteigen lassen – der Gewißheit Seines unwiderstehlichen, unwiderleglichen, erhabensten Glaubens. Hütet euch, daß ihr euch nicht selbst der Gnade Gottes beraubt und eure Werke zunichte macht, und weiset die Wahrheit dieser klarsten, dieser hohen, dieser herrlich leuchtenden Offenbarung nicht zurück. Urteilt gerecht über die Sache Gottes, eures Schöpfers, schauet, was vom Throne der Höhe herabgesandt ist, und denkt darüber nach mit reinem, geheiligtem Herzen. Dann wird euch die Wahrheit dieser Sache so offenbar erscheinen wie die Sonne in ihrer Mittagsherrlichkeit. Dann werdet ihr zu denen gehören, die an Ihn glauben.
52:2
Sprich: Das erste, vornehmste Zeugnis, das Seine Wahrheit beweist, ist Sein eigenes Selbst. Nächst diesem Zeugnis steht Seine Offenbarung. Wer es versäumt, das eine oder das andere zu erkennen, für den hat Er die Worte niedergelegt, die Er als Beweis Seiner Wirklichkeit und Wahrheit offenbarte. Dies ist wahrlich ein Zeichen Seiner sanften Barmherzigkeit für die Menschen. Jeder Seele hat Er die Fähigkeit verliehen, Gottes Zeichen zu erkennen. Wie sonst hätte Er den Menschen Sein Zeugnis erbringen können – gehörtet ihr doch zu denen, die im Herzen über Seine Sache nachdenken. Niemals wird Er ungerecht mit irgend jemandem verfahren, noch wird Er eine Seele über ihr Vermögen belasten. Er, wahrlich, ist der Mitleidige, der Allbarmherzige.
52:3
Sprich: So groß ist die Herrlichkeit der Sache Gottes, daß selbst die Blinden sie wahrnehmen können, wieviel mehr aber die, deren Auge scharf und deren Blick klar ist. Obgleich die Blinden nicht imstande sind, das Licht der Sonne zu sehen, sind sie dennoch fähig, ihre immerwährende Wärme zu spüren. Die im Herzen Blinden unter dem Volk des Bayán vermögen indessen, und dafür ist Gott Mein Zeuge, weder den Glanz ihrer Herrlichkeit zu sehen noch die Wärme ihrer Strahlen wahrzunehmen, wie lange die Sonne auch auf sie scheinen mag.
52:4
Sprich: O Volk des Bayán! Wir haben euch in der Welt auserwählt, damit ihr Unser Selbst erkennt und anerkennt. Wir haben bewirkt, daß ihr der rechten Seite des Paradieses nahekommt, dem Ort, da das unauslöschliche Feuer in mannigfachen Zungen ruft: »Es ist kein Gott außer Mir, dem Allmächtigen, dem Höchsten.« Hütet euch, daß ihr euch nicht wie durch einen Schleier von dieser Sonne trennen laßt, die über dem Morgen des Willens eueres Herrn, des Allbarmherzigen, strahlt und alle, groß und klein, mit ihrem Licht umschließt. Reinigt eueren Blick, auf daß ihr mit eigenen Augen ihre Herrlichkeit wahrnehmt und nicht von der Sehkraft eines anderen als euch selbst abhängt; denn Gott hat niemals eine Seele über ihr Vermögen belastet. So ist es seit alters auf die Propheten und Boten herabgesandt und in allen Schriften verzeichnet.
52:5
Bemüht euch, o Volk, Zutritt zu gewinnen zu dieser weiten Unendlichkeit, für die Gott weder Anfang noch Ende bestimmte, in der Er Seine Stimme erhob und über welche die süßen Düfte der Heiligkeit und Herrlichkeit wehten. Legt nicht selbst das Gewand der Größe ab und laßt nicht zu, daß euer Herz des Gedenkens an eueren Herrn beraubt sei noch eure Ohren des Klanges Seiner wundersamen, Seiner erhabenen, allbezwingenden, klaren und ausdrucksvollen Stimme mit ihren süßen Melodien.
53
53:1
O Naṣír, o Mein Diener! Gott, die Ewige Wahrheit, ist Mein Zeuge. Der himmlische Jüngling hat an diesem Tage den herrlichen Kelch der Unsterblichkeit hoch über die Häupter der Menschen erhoben und steht erwartungsvoll vor Seinem Thron, um zu sehen, welches Auge Seine Herrlichkeit erkennt und welcher Arm sich ohne Zögern ausstreckt, diesen Kelch aus Seiner schneeweißen Hand zu ergreifen und zu leeren. Nur wenige haben bisher von dieser unvergleichlichen, sanft fließenden Gnade des Altehrwürdigen Königs getrunken. Sie nehmen die erhabensten Stätten des Paradieses ein und sitzen sicher auf den Thronen der Lehensgewalt. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Weder die Spiegel Seiner Herrlichkeit noch die Offenbarer Seiner Namen noch irgend etwas Erschaffenes, gewesen oder künftig seiend, kann sie jemals überragen – gehörtet ihr doch zu denen, die diese Wahrheit begreifen.
53:2
O Naṣír! Die Vortrefflichkeit dieses Tages ist unendlich erhaben über das Verständnis der Menschen, wie weit ihr Wissen und wie tief ihr Verstand auch seien. Wieviel mehr aber muß sie die Vorstellungen derer überragen, die von ihrem Lichte abgeirrt und von ihrer Herrlichkeit ausgeschlossen sind! Würdest du den dichten Schleier zerreißen, der deinen Blick verdunkelt, du würdest eine Großmut schauen, der vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum Ende, das kein Ende hat, nichts ähnelt oder gleichkommt. Welche Sprache sollte Er, das Sprachrohr Gottes, wohl wählen, damit jene, die wie durch einen Schleier von Ihm getrennt sind, Seine Herrlichkeit erkennen können? Die Rechtschaffenen, die Bewohner des Reiches der Höhe, sollen in Meinem Namen, der Allherrliche, vom Weine der Heiligkeit die Fülle trinken. Außer ihnen wird niemand solche Wohltaten genießen.
54
54:1
Bei der Gerechtigkeit Gottes, Meines Vielgeliebten! Ich habe niemals nach weltlicher Führerschaft gestrebt. Meine einzige Absicht war, den Menschen das weiterzureichen, was Mir Gott, der Gnadenvolle, der Unvergleichliche, zu übergeben befohlen hat, damit es sie von allem, was dieser Welt angehört, loslöse und solche Höhen erreichen lasse, wie sie weder der Gottlose sich ausdenken noch der Eigensinnige sich vorstellen kann.
55
55:1
Rufe dir jene Tage ins Gedächtnis zurück, o Land von ṬáṬihrán (Teheran). A, in denen dein Herr dich zum Sitz Seines Thrones gemacht und dich mit dem Glanz Seiner Herrlichkeit umhüllt hat. Wie unermeßlich ist die Zahl jener geheiligten Wesen, jener Sinnbilder der Gewißheit, die in ihrer großen Liebe zu dir ihr Leben hingaben und alles um deinetwillen opferten! Freude sei dir und Glückseligkeit denen, die dich bewohnen! Ich bezeuge, daß von dir, wie jedes erkennende Herz weiß, der Lebenshauch dessen ausgeht, der das Verlangen der Welt ist. In dir ist der Unsichtbare offenbart worden; aus dir ist hervorgegangen, was den Augen der Menschen verborgen war. Wen aus der Menge der dich aufrichtig Liebenden, deren Blut innerhalb deiner Tore vergossen wurde, und deren Staub nun in deinem Boden verborgen ruht, sollen Wir ins Gedächtnis rufen? Die süßen Düfte Gottes wehten unaufhörlich über dich hin und werden ewig über dich wehen. Unsere Feder wird bewegt, deiner zu gedenken und die Opfer der Tyrannei zu rühmen, jene Männer und Frauen, die in deiner Erde ruhen.
55:2
Unter ihnen ist Unsere eigene Schwester, deren Wir nun gedenken, zum Zeichen Unserer Treue und zum Beweis Unserer Güte für sie. Wie traurig war ihre Lage! In welchem Zustand der Entsagung kehrte sie zu ihrem Gott zurück! Wir allein in Unserem allumfassenden Wissen haben es erkannt.
55:3
O Land von Ṭá! Durch die Gnade Gottes bist du noch immer ein Mittelpunkt, um den sich Seine Geliebten sammeln. Glücklich sind sie; glücklich ist jeder Flüchtling, der in seinem Leid auf dem Pfade zu Gott, dem Herrn dieses wundersamen Tages, Zuflucht bei dir sucht! Selig sind, die des einen, wahren Gottes gedenken, die Seinen Namen verherrlichen und mit Eifer Seiner Sache zu dienen suchen. Auf diese Menschen haben die heiligen Bücher von alters her hingewiesen. Sie hat der Herrscher der GläubigenImám ‘Alí Ibn-i-Abú-Ṭálib, der Schwiegersohn Muḥammads – Anm. d. Hrsg. A mit Lob überhäuft, als er sprach: »Die Seligkeit, die ihrer harrt, überragt die Seligkeit, deren wir uns jetzt erfreuen.« Er hat wahrlich die Wahrheit gesprochen, und Wir bezeugen dies heute. Die Herrlichkeit ihrer Stufe ist jedoch noch nicht enthüllt. Die Hand göttlicher Macht wird sicherlich den Schleier lüften und vor dem Blick der Menschen darlegen, was das Auge der Welt erfreuen und erleuchten wird.
55:4
Danket Gott, der Ewigen Wahrheit – gepriesen sei Seine Herrlichkeit –, daß ihr einer so wunderbaren Gunst teilhaftig und mit der Zier Seines Lobes geschmückt worden seid. Würdigt den Wert dieser Tage und haltet euch an das, was dieser Offenbarung ziemt. Er, wahrlich, ist der Ratgeber, der Erbarmende, der Allwissende.
56
56:1
Laß dich durch nichts betrüben, o Land von ṬáṬihrán (Teheran). A, denn Gott hat dich auserkoren zum Quell der Freude für die ganze Menschheit. Er wird, so es Sein Wille ist, deinen Thron segnen mit einem, der mit Gerechtigkeit regieren und die Herde Gottes sammeln wird, die von Wölfen zerstreut ward. Ein solcher Herrscher wird mit Freude und Frohsinn sein Antlitz dem Volke Bahás zuwenden und ihm seine Gunst erweisen. Er gilt wahrlich in den Augen Gottes als Kleinod unter den Menschen. Auf ihm ruhe für immer die Herrlichkeit Gottes und die Herrlichkeit aller, die im Reiche Seiner Offenbarung wohnen.
56:2
Jauchze mit großer Freude, denn Gott hat dich zum »Tagesanbruch Seines Lichtes« gemacht, da in dir die Manifestation Seiner Herrlichkeit geboren ward. Freue dich dieses Namens, der dir verliehen ward, eines Namens, durch den die Sonne der Gnade ihren Glanz ergoß, durch den Erde und Himmel erleuchtet wurden.
56:3
Bald werden sich die Verhältnisse in dir ändern und die Zügel der Macht in die Hände des Volkes übergehen. Wahrlich, dein Herr ist der Allwissende. Seine Gewalt umfaßt alle Dinge. Sei der gnädigen Gunst deines Herrn gewiß. Das Auge Seiner Güte ist ewiglich auf dich gerichtet. Der Tag naht, da deine Erregung in Frieden und Ruhe verwandelt sein wird. So ist es verfügt in dem wundersamen Buche.
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