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53:1O Naṣír, o Mein Diener! Gott, die Ewige Wahrheit, ist Mein Zeuge. Der himmlische Jüngling hat an diesem Tage den herrlichen Kelch der Unsterblichkeit hoch über die Häupter der Menschen erhoben und steht erwartungsvoll vor Seinem Thron, um zu sehen, welches Auge Seine Herrlichkeit erkennt und welcher Arm sich ohne Zögern ausstreckt, diesen Kelch aus Seiner schneeweißen Hand zu ergreifen und zu leeren. Nur wenige haben bisher von dieser unvergleichlichen, sanft fließenden Gnade des Altehrwürdigen Königs getrunken. Sie nehmen die erhabensten Stätten des Paradieses ein und sitzen sicher auf den Thronen der Lehensgewalt. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Weder die Spiegel Seiner Herrlichkeit noch die Offenbarer Seiner Namen noch irgend etwas Erschaffenes, gewesen oder künftig seiend, kann sie jemals überragen – gehörtet ihr doch zu denen, die diese Wahrheit begreifen.
53:2O Naṣír! Die Vortrefflichkeit dieses Tages ist unendlich erhaben über das Verständnis der Menschen, wie weit ihr Wissen und wie tief ihr Verstand auch seien. Wieviel mehr aber muß sie die Vorstellungen derer überragen, die von ihrem Lichte abgeirrt und von ihrer Herrlichkeit ausgeschlossen sind! Würdest du den dichten Schleier zerreißen, der deinen Blick verdunkelt, du würdest eine Großmut schauen, der vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum Ende, das kein Ende hat, nichts ähnelt oder gleichkommt. Welche Sprache sollte Er, das Sprachrohr Gottes, wohl wählen, damit jene, die wie durch einen Schleier von Ihm getrennt sind, Seine Herrlichkeit erkennen können? Die Rechtschaffenen, die Bewohner des Reiches der Höhe, sollen in Meinem Namen, der Allherrliche, vom Weine der Heiligkeit die Fülle trinken. Außer ihnen wird niemand solche Wohltaten genießen.
5454:1Bei der Gerechtigkeit Gottes, Meines Vielgeliebten! Ich habe niemals nach weltlicher Führerschaft gestrebt. Meine einzige Absicht war, den Menschen das weiterzureichen, was Mir Gott, der Gnadenvolle, der Unvergleichliche, zu übergeben befohlen hat, damit es sie von allem, was dieser Welt angehört, loslöse und solche Höhen erreichen lasse, wie sie weder der Gottlose sich ausdenken noch der Eigensinnige sich vorstellen kann.
5555:1Rufe dir jene Tage ins Gedächtnis zurück, o Land von ṬáṬihrán (Teheran). A, in denen dein Herr dich zum Sitz Seines Thrones gemacht und dich mit dem Glanz Seiner Herrlichkeit umhüllt hat. Wie unermeßlich ist die Zahl jener geheiligten Wesen, jener Sinnbilder der Gewißheit, die in ihrer großen Liebe zu dir ihr Leben hingaben und alles um deinetwillen opferten! Freude sei dir und Glückseligkeit denen, die dich bewohnen! Ich bezeuge, daß von dir, wie jedes erkennende Herz weiß, der Lebenshauch dessen ausgeht, der das Verlangen der Welt ist. In dir ist der Unsichtbare offenbart worden; aus dir ist hervorgegangen, was den Augen der Menschen verborgen war. Wen aus der Menge der dich aufrichtig Liebenden, deren Blut innerhalb deiner Tore vergossen wurde, und deren Staub nun in deinem Boden verborgen ruht, sollen Wir ins Gedächtnis rufen? Die süßen Düfte Gottes wehten unaufhörlich über dich hin und werden ewig über dich wehen. Unsere Feder wird bewegt, deiner zu gedenken und die Opfer der Tyrannei zu rühmen, jene Männer und Frauen, die in deiner Erde ruhen.
55:2Unter ihnen ist Unsere eigene Schwester, deren Wir nun gedenken, zum Zeichen Unserer Treue und zum Beweis Unserer Güte für sie. Wie traurig war ihre Lage! In welchem Zustand der Entsagung kehrte sie zu ihrem Gott zurück! Wir allein in Unserem allumfassenden Wissen haben es erkannt.
55:3O Land von Ṭá! Durch die Gnade Gottes bist du noch immer ein Mittelpunkt, um den sich Seine Geliebten sammeln. Glücklich sind sie; glücklich ist jeder Flüchtling, der in seinem Leid auf dem Pfade zu Gott, dem Herrn dieses wundersamen Tages, Zuflucht bei dir sucht! Selig sind, die des einen, wahren Gottes gedenken, die Seinen Namen verherrlichen und mit Eifer Seiner Sache zu dienen suchen. Auf diese Menschen haben die heiligen Bücher von alters her hingewiesen. Sie hat der Herrscher der GläubigenImám ‘Alí Ibn-i-Abú-Ṭálib, der Schwiegersohn Muḥammads – Anm. d. Hrsg. A mit Lob überhäuft, als er sprach: »Die Seligkeit, die ihrer harrt, überragt die Seligkeit, deren wir uns jetzt erfreuen.«
Er hat wahrlich die Wahrheit gesprochen, und Wir bezeugen dies heute. Die Herrlichkeit ihrer Stufe ist jedoch noch nicht enthüllt. Die Hand göttlicher Macht wird sicherlich den Schleier lüften und vor dem Blick der Menschen darlegen, was das Auge der Welt erfreuen und erleuchten wird.
55:4Danket Gott, der Ewigen Wahrheit – gepriesen sei Seine Herrlichkeit –, daß ihr einer so wunderbaren Gunst teilhaftig und mit der Zier Seines Lobes geschmückt worden seid. Würdigt den Wert dieser Tage und haltet euch an das, was dieser Offenbarung ziemt. Er, wahrlich, ist der Ratgeber, der Erbarmende, der Allwissende.
5656:1Laß dich durch nichts betrüben, o Land von ṬáṬihrán (Teheran). A, denn Gott hat dich auserkoren zum Quell der Freude für die ganze Menschheit. Er wird, so es Sein Wille ist, deinen Thron segnen mit einem, der mit Gerechtigkeit regieren und die Herde Gottes sammeln wird, die von Wölfen zerstreut ward. Ein solcher Herrscher wird mit Freude und Frohsinn sein Antlitz dem Volke Bahás zuwenden und ihm seine Gunst erweisen. Er gilt wahrlich in den Augen Gottes als Kleinod unter den Menschen. Auf ihm ruhe für immer die Herrlichkeit Gottes und die Herrlichkeit aller, die im Reiche Seiner Offenbarung wohnen.
56:2Jauchze mit großer Freude, denn Gott hat dich zum »Tagesanbruch Seines Lichtes« gemacht, da in dir die Manifestation Seiner Herrlichkeit geboren ward. Freue dich dieses Namens, der dir verliehen ward, eines Namens, durch den die Sonne der Gnade ihren Glanz ergoß, durch den Erde und Himmel erleuchtet wurden.
56:3Bald werden sich die Verhältnisse in dir ändern und die Zügel der Macht in die Hände des Volkes übergehen. Wahrlich, dein Herr ist der Allwissende. Seine Gewalt umfaßt alle Dinge. Sei der gnädigen Gunst deines Herrn gewiß. Das Auge Seiner Güte ist ewiglich auf dich gerichtet. Der Tag naht, da deine Erregung in Frieden und Ruhe verwandelt sein wird. So ist es verfügt in dem wundersamen Buche.
5757:1Wenn du vom Hofe Meiner Gegenwart geschieden bist, o Muḥammad, lenke deine Schritte nach Meinem Hausein Baghdád. A und besuche es im Namen deines Herrn. Wenn du sein Tor erreichst, so bleibe davor stehen und sprich: Wohin ist die Altehrwürdige Schönheit gegangen, o größtes Haus Gottes, Er, durch den dich Gott zum Leitstern einer anbetenden Welt gemacht und zum Zeichen des Gedenkens für alle, die in den Himmeln und auf Erden sind, erklärt hat? Ach der früheren Tage, da du, o Haus Gottes, zu Seinem Schemel wurdest, der Tage, da die Melodie des Allbarmherzigen in endlosen Klangfolgen aus dir hervorströmte! Was wurde aus deinem Kleinod, dessen Glanz die ganze Schöpfung erleuchtet hat? Wohin sind die Tage entschwunden, da Er, der Altehrwürdige König, dich zum Throne Seiner Herrlichkeit gemacht, die Tage, da Er dich allein zur Lampe des Heils zwischen Erde und Himmel erwählt hat und dich früh am Morgen und zur Abendzeit die süßen Düfte des Allherrlichen verströmen ließ?
57:2O Haus Gottes, wo ist die Sonne der Majestät und Macht, die dich mit dem Glanz Seiner Gegenwart umhüllte? Wo ist Er, der Tagesanbruch des gütigen Erbarmens deines Herrn, des Ungezwungenen, der Seinen Sitz in deinen Mauern errichtet hatte? Was ist es, o Thron Gottes, das dein Angesicht verwandelt hat und deine Grundpfeiler erzittern ließ? Was mag dein Tor vor denen verschlossen haben, die dich voll Eifer suchen? Was hat dich so öde werden lassen? Könnte dir erzählt worden sein, daß der Geliebte der Welt von den Schwertern Seiner Feinde verfolgt wird? Der Herr segne dich und segne deine Treue zu Ihm, weil du durch alle Seine Sorgen und Leiden hindurch Sein Gefährte geblieben bist.
57:3Ich bezeuge, daß du der Schauplatz Seiner weltüberragenden Herrlichkeit, Seine heiligste Behausung bist. Aus dir ist der Odem des Allherrlichen hervorgegangen, ein Odem, der über alles Erschaffene weht und den Frommen, die in den Wohnstätten des Paradieses wohnen, die Brust mit Freude erfüllt. Die himmlischen Heerscharen und jene, die in den Städten der Namen Gottes wohnen, weinen über dich und beklagen, was dich befallen hat.
57:4Noch immer bist du das Sinnbild der Namen und Eigenschaften des Allmächtigen, der Punkt, auf den die Augen des Herrn von Erde und Himmel gerichtet sind. Dir ist widerfahren, was der Arche widerfuhr, in der Gottes Unterpfand der Sicherheit wohnt. Wohl steht es um den, der den Sinn dieser Worte erfaßt und die Absicht dessen erkennt, der der Herr der ganzen Schöpfung ist.
57:5Glücklich sind, die von dir die süßen Düfte des Barmherzigen atmen, die deine Erhöhung erkennen, deine Heiligkeit schützen und deinen hohen Rang allezeit ehren. Wir flehen zum Allmächtigen, er möge gnädig jenen die Augen öffnen, die sich von dir abwenden und deinen Wert nicht würdigen, damit sie dich und Ihn, der dich durch die Macht der Wahrheit hoch erhoben hat, wirklich erkennen. Blind sind sie in der Tat dir gegenüber, und völlig unwissend über dich an diesem Tage. Dein Herr ist wahrlich der Gnädige, der Vergebende.
57:6Ich bezeuge, daß Gott durch dich die Herzen Seiner Diener prüft. Selig der Mensch, der seine Schritte zu dir lenkt und dich besucht. Wehe dem, der dein Recht leugnet, der sich von dir abkehrt, deinen Namen entehrt und deine Heiligkeit entweiht.
57:7Gräme dich nicht, o Haus Gottes, wenn der Schleier deiner Heiligkeit von den Ungläubigen zerrissen wird. Gott hat dich in der Welt der Schöpfung mit dem Kleinod Seines Gedenkens geschmückt. Solchen Schmuck kann kein Mensch jemals entweihen. Auf dich werden die Augen deines Herrn unter allen Umständen gerichtet bleiben. Er wird wahrlich Sein Ohr dem Gebet eines jeden neigen, der dich besucht, dich umschreitet und Ihn in deinem Namen anruft. Er ist in Wahrheit der Vergebende, der Allbarmherzige.
57:8Ich flehe zu Dir, o mein Gott, bei diesem Hause, das solchen Wandel bei seiner Trennung von Dir erlitten hat, das seine Ferne von Deiner Gegenwart beklagt und Deine Leiden beweint, vergib mir, meinen Eltern, meinen Verwandten und denen unter meinen Brüdern, die an Dich glauben. Gewähre, daß alle meine Bedürfnisse durch Deine Großmut befriedigt werden, o Du, der Du der König der Namen bist! Du bist der Großmütigste der Großmütigen, der Herr aller Welten.
5858:1Erinnere dich an das, was Mihdí, Unserem Diener, im ersten Jahr Unserer Verbannung nach dem Land des GeheimnissesAdrianopel. A offenbart wurde. Ihm haben Wir vorausgesagt, was Unserem Hausein Baghdád. A dereinst zustoßen wird, damit er sich über die Plünderung und die Gewalt, die diesem Hause schon angetan wurden, nicht gräme. Wahrlich, der Herr, dein Gott, weiß alles, was in den Himmeln und auf Erden ist.
58:2Wir haben ihm geschrieben: Dies ist nicht die erste Demütigung, die Meinem Hause widerfährt. In früheren Tagen hat es die Hand des Bedrückers mit Schmach überhäuft. Wahrlich, es wird in kommenden Tagen noch so erniedrigt werden, daß jedem scharfsichtigen Auge die Tränen entströmen. So enthüllen Wir dir, was hinter einem Schleier verborgen ist, unerforschlich für alle außer Gott, dem Allmächtigen, dem Allgepriesenen. Wenn die Zeit erfüllt ist, wird der Herr dieses Haus durch die Macht der Wahrheit vor den Augen aller Menschen erhöhen. Er wird es zum Richtmaß Seines Reiches machen, zum Schrein, den die Scharen der Gläubigen umkreisen. So hat der Herr, dein Gott, gesprochen, ehe der Tag der Wehklage kommt. Diese Verkündigung haben Wir dir auf Unserer heiligen Tafel gegeben, damit du dich nicht härmst über das, was die Übergriffe der Feinde Unserem Hause angetan haben. Aller Ruhm sei Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen.
5959:1Jeder unbefangene Beobachter wird bereitwillig zugeben, daß dieser Unterdrückte seit der Morgendämmerung Seiner Offenbarung die ganze Menschheit aufgefordert hat, ihr Antlitz dem Tagesanbruch der Herrlichkeit zuzuwenden, und daß Er Verderbtheit, Haß, Unterdrückung und Bosheit untersagt hat. Und doch, siehe, was die Hand des Unterdrückers angerichtet hat! Keine Feder wagt es, seine Tyrannei zu schildern. Obwohl Er, die Ewige Wahrheit, zum Ziel hat, allen Menschen ewiges Leben zu verleihen und ihnen für Sicherheit und Frieden Gewähr zu bieten, sieh, wie sie sich erhoben, das Blut Seiner Geliebten zu vergießen, und wie sie das Todesurteil über Ihn fällten.
59:2Obgleich die Anstifter dieser Unterdrückung solche Toren sind, gelten sie doch als die Weisesten der Weisen. So groß ist ihre Verblendung, daß sie mit unverhohlener Härte Ihn, für dessen Türhüter die ganze Welt erschaffen ist, in dieses hoch ummauerte, qualvolle Gefängnis geworfen haben. Der Allmächtige hat jedoch, ihnen und all denen zum Trotz, die die Wahrheit der »Großen Verkündigung«vgl. Qur’án 78:2 – Anm. d. Hrsg.
Q verworfen haben, dieses Gefängnisdas »Größte Gefängnis« in ‘Akká, in dem Bahá’u’lláh eingekerkert war – Anm. d. Hrsg. A in das erhabenste Paradies, in den Himmel der Himmel verwandelt.
59:3Irdische Wohltaten zur Linderung Unserer Leiden haben Wir nicht zurückgewiesen, jeder Unserer Gefährten wird Uns bezeugen, daß Unser heiliger Hof über solche irdischen Wohltaten geheiligt und hoch erhaben ist. Eingesperrt in dieses Gefängnis, haben Wir jedoch die Dinge angenommen, deren Uns die Ungläubigen berauben wollten. Wenn jemand in Unserem Namen ein Bauwerk aus reinem Gold oder Silber oder ein mit Edelsteinen von unschätzbarem Wert geschmücktes Haus errichten wollte, so würde diesem Wunsche zweifellos stattgegeben. Er, wahrlich, tut, was Er will, und Er bestimmt, was Ihm gefällt. Überdies ist jedem, der es wünscht, die Erlaubnis gegeben, überall in diesem Lande prächtige, eindrucksvolle Bauten zu errichten und die reichen, heiligen Gefilde am Jordan und in seiner Umgebung der Anbetung und dem Dienste des einen, wahren Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – zu weihen, damit sich die von der Feder des Allerhöchsten in den heiligen Schriften verzeichneten Prophezeiungen erfüllen und offenkundig werde, was Gott, der Herr aller Welten, in dieser erhabensten, dieser heiligsten, dieser mächtigen und wundersamen Offenbarung beabsichtigt.
59:4Einst haben Wir die Worte geäußert: Breite den Rock aus, o Jerusalem! Bewegt dies im Herzen, o Volk Bahás, und dankt eurem Herrn, dem Erklärer, dem Offenbarsten.
59:5Würden die Geheimnisse enthüllt, die niemand kennt außer Gott, so würde die Menschheit die Beweise reinster, vollkommener Gerechtigkeit erkennen. Mit einer Gewißheit, die niemand bezweifeln könnte, würden sich alle Menschen an Seine Gebote halten und sie sorgsam befolgen. Wir haben in Unserem Buche wahrlich jedem, der sich vom Bösen abwendet und ein keusches, gottesfürchtiges Leben führt, reichen, stattlichen Lohn verheißen. Er ist in Wahrheit der Große Geber, der Allgütige.
6060:1Meine Gefangenschaft kann Mir keine Schande bringen. Nein, bei Meinem Leben, sie verleiht Mir Ruhm! Was Mich beschämen kann, ist das Verhalten jener Meiner Anhänger, die vorgeben, Mich zu lieben, doch in Wirklichkeit dem Bösen folgen. Sie gehören fürwahr zu den Verlorenen.
60:2Als die festgesetzte Zeit für diese Offenbarung erfüllt war und Er, das Tagesgestirn der Welt, im ‘Iráq erschien, gebot Er Seinen Anhängern, dem zu folgen, was sie von aller irdischen Befleckung heiligt. Einige folgten lieber den Trieben einer verderbten Neigung, während andere auf dem Pfade der Rechtschaffenheit und Wahrheit wandelten und rechtgeleitet wurden.
60:3Sprich: Wer seinen weltlichen Wünschen folgt oder sein Herz an irdische Dinge hängt, soll nicht zum Volke Bahás zählen. Der ist Mein wahrer Jünger, der, käme er in ein Tal aus reinem Gold, geradewegs hindurchzöge, darüberschwebend wie eine Wolke, weder sich wendend noch rastend. Ein solcher Mensch gehört wahrlich zu Mir. Von seinem Gewande kann die Schar der Höhe den Duft der Heiligkeit atmen… Und wenn er der schönsten, anmutigsten Frau begegnete, fühlte er sein Herz auch nicht vom leisesten Schatten eines Verlangens nach ihrer Schönheit verführt. Ein solcher Mensch ist wirklich ein Geschöpf makelloser Keuschheit. Dies lehrt dich die Feder des Altehrwürdigen der Tage, wie es ihr geboten wurde von deinem Herrn, dem Allmächtigen, dem Allgütigen.
6161:1Die Welt liegt in Wehen, und ihre Erregung wächst von Tag zu Tag. Ihr Antlitz ist auf Eigensinn und Unglauben gerichtet. Ihr Zustand wird so werden, daß es nicht angemessen und schicklich wäre, ihn jetzt zu enthüllen. Lange wird ihre Verderbtheit währen. Und wenn die festgesetzte Stunde kommt, wird plötzlich erscheinen, was der Menschheit Glieder zittern macht. Dann und erst dann wird das göttliche Banner entfaltet, und die Nachtigall des Paradieses wird ihr Lied singen.
6262:1Halte dir Meine Schmerzenspein vor Augen, Meine Sorgen und Ängste, Meine Leiden und Prüfungen, die Schmach Meiner Gefangenschaft, die Tränen, die Ich vergoß, die Bitternis Meiner Qual und nun Meine Kerkerhaft in diesem fernen Land! Gott, o Muṣṭafá, ist Mein Zeuge! Könnte man dir berichten, was die Altehrwürdige Schönheit betroffen hat, du würdest in die Wüste fliehen und heiße Tränen vergießen. In deinem Kummer würdest du dir das Haupt schlagen und aufschreien, wie von der Natter gebissen. Sei Gott dankbar, daß Wir Uns weigern, dir die Geheimnisse jener unerforschlichen Ratschlüsse zu enthüllen, die vom Himmel des Willens deines Herrn, des Machtvollsten, des Allmächtigen, auf Uns herabgesandt worden sind!
62:2Bei der Gerechtigkeit Gottes! Jeden Morgen, wenn Ich aufstand, fand Ich unzählige Trübsale in Scharen hinter Meiner Tür, und jede Nacht, wenn Ich Mich niederlegte, war Mein Herz in Qual zerrissen von dem, was es durch die teuflische Grausamkeit seiner Feinde erduldet hatte. An jedem Stück Brot, das die Altehrwürdige Schönheit bricht, haftet der Sturm einer neuen Heimsuchung, und in jeden Tropfen, den Er trinkt, ist die Bitternis der schmerzlichsten aller Prüfungen gemischt. Bei jedem Schritt, den Er geht, zieht Ihm ein Heer nie vorhergesehener Trübsale voraus, und Legionen lähmender Leiden folgen Seinem Fuße.
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