Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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59:1
Jeder unbefangene Beobachter wird bereitwillig zugeben, daß dieser Unterdrückte seit der Morgendämmerung Seiner Offenbarung die ganze Menschheit aufgefordert hat, ihr Antlitz dem Tagesanbruch der Herrlichkeit zuzuwenden, und daß Er Verderbtheit, Haß, Unterdrückung und Bosheit untersagt hat. Und doch, siehe, was die Hand des Unterdrückers angerichtet hat! Keine Feder wagt es, seine Tyrannei zu schildern. Obwohl Er, die Ewige Wahrheit, zum Ziel hat, allen Menschen ewiges Leben zu verleihen und ihnen für Sicherheit und Frieden Gewähr zu bieten, sieh, wie sie sich erhoben, das Blut Seiner Geliebten zu vergießen, und wie sie das Todesurteil über Ihn fällten.
59:2
Obgleich die Anstifter dieser Unterdrückung solche Toren sind, gelten sie doch als die Weisesten der Weisen. So groß ist ihre Verblendung, daß sie mit unverhohlener Härte Ihn, für dessen Türhüter die ganze Welt erschaffen ist, in dieses hoch ummauerte, qualvolle Gefängnis geworfen haben. Der Allmächtige hat jedoch, ihnen und all denen zum Trotz, die die Wahrheit der »Großen Verkündigung«vgl. Qur’án 78:2 – Anm. d. Hrsg.Q verworfen haben, dieses Gefängnisdas »Größte Gefängnis« in ‘Akká, in dem Bahá’u’lláh eingekerkert war – Anm. d. Hrsg. A in das erhabenste Paradies, in den Himmel der Himmel verwandelt.
59:3
Irdische Wohltaten zur Linderung Unserer Leiden haben Wir nicht zurückgewiesen, jeder Unserer Gefährten wird Uns bezeugen, daß Unser heiliger Hof über solche irdischen Wohltaten geheiligt und hoch erhaben ist. Eingesperrt in dieses Gefängnis, haben Wir jedoch die Dinge angenommen, deren Uns die Ungläubigen berauben wollten. Wenn jemand in Unserem Namen ein Bauwerk aus reinem Gold oder Silber oder ein mit Edelsteinen von unschätzbarem Wert geschmücktes Haus errichten wollte, so würde diesem Wunsche zweifellos stattgegeben. Er, wahrlich, tut, was Er will, und Er bestimmt, was Ihm gefällt. Überdies ist jedem, der es wünscht, die Erlaubnis gegeben, überall in diesem Lande prächtige, eindrucksvolle Bauten zu errichten und die reichen, heiligen Gefilde am Jordan und in seiner Umgebung der Anbetung und dem Dienste des einen, wahren Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – zu weihen, damit sich die von der Feder des Allerhöchsten in den heiligen Schriften verzeichneten Prophezeiungen erfüllen und offenkundig werde, was Gott, der Herr aller Welten, in dieser erhabensten, dieser heiligsten, dieser mächtigen und wundersamen Offenbarung beabsichtigt.
59:4
Einst haben Wir die Worte geäußert: Breite den Rock aus, o Jerusalem! Bewegt dies im Herzen, o Volk Bahás, und dankt eurem Herrn, dem Erklärer, dem Offenbarsten.
59:5
Würden die Geheimnisse enthüllt, die niemand kennt außer Gott, so würde die Menschheit die Beweise reinster, vollkommener Gerechtigkeit erkennen. Mit einer Gewißheit, die niemand bezweifeln könnte, würden sich alle Menschen an Seine Gebote halten und sie sorgsam befolgen. Wir haben in Unserem Buche wahrlich jedem, der sich vom Bösen abwendet und ein keusches, gottesfürchtiges Leben führt, reichen, stattlichen Lohn verheißen. Er ist in Wahrheit der Große Geber, der Allgütige.
60
60:1
Meine Gefangenschaft kann Mir keine Schande bringen. Nein, bei Meinem Leben, sie verleiht Mir Ruhm! Was Mich beschämen kann, ist das Verhalten jener Meiner Anhänger, die vorgeben, Mich zu lieben, doch in Wirklichkeit dem Bösen folgen. Sie gehören fürwahr zu den Verlorenen.
60:2
Als die festgesetzte Zeit für diese Offenbarung erfüllt war und Er, das Tagesgestirn der Welt, im ‘Iráq erschien, gebot Er Seinen Anhängern, dem zu folgen, was sie von aller irdischen Befleckung heiligt. Einige folgten lieber den Trieben einer verderbten Neigung, während andere auf dem Pfade der Rechtschaffenheit und Wahrheit wandelten und rechtgeleitet wurden.
60:3
Sprich: Wer seinen weltlichen Wünschen folgt oder sein Herz an irdische Dinge hängt, soll nicht zum Volke Bahás zählen. Der ist Mein wahrer Jünger, der, käme er in ein Tal aus reinem Gold, geradewegs hindurchzöge, darüberschwebend wie eine Wolke, weder sich wendend noch rastend. Ein solcher Mensch gehört wahrlich zu Mir. Von seinem Gewande kann die Schar der Höhe den Duft der Heiligkeit atmen… Und wenn er der schönsten, anmutigsten Frau begegnete, fühlte er sein Herz auch nicht vom leisesten Schatten eines Verlangens nach ihrer Schönheit verführt. Ein solcher Mensch ist wirklich ein Geschöpf makelloser Keuschheit. Dies lehrt dich die Feder des Altehrwürdigen der Tage, wie es ihr geboten wurde von deinem Herrn, dem Allmächtigen, dem Allgütigen.
61
61:1
Die Welt liegt in Wehen, und ihre Erregung wächst von Tag zu Tag. Ihr Antlitz ist auf Eigensinn und Unglauben gerichtet. Ihr Zustand wird so werden, daß es nicht angemessen und schicklich wäre, ihn jetzt zu enthüllen. Lange wird ihre Verderbtheit währen. Und wenn die festgesetzte Stunde kommt, wird plötzlich erscheinen, was der Menschheit Glieder zittern macht. Dann und erst dann wird das göttliche Banner entfaltet, und die Nachtigall des Paradieses wird ihr Lied singen.
62
62:1
Halte dir Meine Schmerzenspein vor Augen, Meine Sorgen und Ängste, Meine Leiden und Prüfungen, die Schmach Meiner Gefangenschaft, die Tränen, die Ich vergoß, die Bitternis Meiner Qual und nun Meine Kerkerhaft in diesem fernen Land! Gott, o Muṣṭafá, ist Mein Zeuge! Könnte man dir berichten, was die Altehrwürdige Schönheit betroffen hat, du würdest in die Wüste fliehen und heiße Tränen vergießen. In deinem Kummer würdest du dir das Haupt schlagen und aufschreien, wie von der Natter gebissen. Sei Gott dankbar, daß Wir Uns weigern, dir die Geheimnisse jener unerforschlichen Ratschlüsse zu enthüllen, die vom Himmel des Willens deines Herrn, des Machtvollsten, des Allmächtigen, auf Uns herabgesandt worden sind!
62:2
Bei der Gerechtigkeit Gottes! Jeden Morgen, wenn Ich aufstand, fand Ich unzählige Trübsale in Scharen hinter Meiner Tür, und jede Nacht, wenn Ich Mich niederlegte, war Mein Herz in Qual zerrissen von dem, was es durch die teuflische Grausamkeit seiner Feinde erduldet hatte. An jedem Stück Brot, das die Altehrwürdige Schönheit bricht, haftet der Sturm einer neuen Heimsuchung, und in jeden Tropfen, den Er trinkt, ist die Bitternis der schmerzlichsten aller Prüfungen gemischt. Bei jedem Schritt, den Er geht, zieht Ihm ein Heer nie vorhergesehener Trübsale voraus, und Legionen lähmender Leiden folgen Seinem Fuße.
62:3
So ist Meine Lage, würdest du doch in deinem Herzen darüber nachsinnen! Dennoch, laß deine Seele nicht betrübt sein über das, was Gott auf Uns niedergesandt hat! Laß deinen Willen aufgehen in Seinem Wohlgefallen, denn Wir haben niemals etwas anderes gewünscht als Seinen Willen, und haben jeden Seiner unumstößlichen Ratschlüsse begrüßt. Fasse dein Herz in Geduld und sei nicht verzagt. Folge nicht dem Pfade derer, die tief beunruhigt sind.
63
63:1
O du, dessen Antlitz Mir zugewandt ist! Sobald deine Augen Meine VaterstadtṬihrán (Teheran). A von ferne erblicken, bleibe stehen und sprich: O Land von Ṭá! Ich komme aus dem Kerker zu dir mit einer Botschaft von Gott, dem Helfer in der Not, dem Selbstbestehenden. Ich künde dir, du Mutter der Welt, du Lichtquell für alle ihre Völker, die sanfte Gnade deines Herrn und grüße dich im Namen dessen, der die Ewige Wahrheit ist, der Wissende um das Ungeschaute. Ich bezeuge, daß in dir Er, der Verborgene Name, offenbart, der Verwahrte Schatz aufgedeckt wurde. Durch dich ist das Geheimnis aller Dinge, der vergangenen wie der künftigen, enthüllt.
63:2
O Land von Ṭá! Er, der Herr der Namen, gedenkt deiner auf Seiner herrlichen Stufe. Du warst der Morgen der Sache Gottes, der Quell Seiner Offenbarung, die Verkündigung Seines Größten Namens – eines Namens, der Herzen und Seelen der Menschen erbeben läßt. Wie groß ist die Zahl jener Männer und Frauen, jener Opfer der Tyrannei, die in deinen Mauern ihr Leben auf dem Pfade Gottes hingegeben haben und so grausam in deinem Staube begraben wurden, daß jeder ehrenwerte Diener Gottes ihr bitteres Los beklagt.
64
64:1
Wir haben den Wunsch, des Hortes höchster Seligkeit, der heiligen, strahlenden Stadt Ṭihrán (Teheran). A zu gedenken, der Stadt, darin der Duft des Vielgeliebten verströmt, Seine Zeichen verbreitet, die Beweise Seiner Herrlichkeit offenbart, Seine Banner gehißt, Seine Stiftshütte errichtet und jede Seiner weisen Verfügungen enthüllt worden sind.
64:2
Dies ist die Stadt, darin die süßen Düfte der Wiedervereinigung wehten und jene, die Gott aufrichtig lieben, Ihm nahen und in die Wohnstatt der Heiligkeit und Schönheit eintreten ließen. Selig der Wanderer, der seine Schritte zu dieser Stadt lenkt, Zutritt zu ihr findet und durch die strömende Gnade seines Herrn, des Gnadenvollen, des Allgepriesenen, den Wein der Wiedervereinigung trinkt!
64:3
Zu dir, o Land der Herzenssehnsucht, bin ich mit einer Botschaft von Gott gekommen. Dir künde ich Seine gnadenvolle Huld und Gunst, dich grüße und preise ich in Seinem Namen. Er ist wahrlich voll unendlicher Freigebigkeit und Güte. Selig der Mensch, der dir sein Antlitz zuwendet und an dir den Duft der Gegenwart Gottes, des Herrn aller Welten, verspürt! Seine Herrlichkeit sei mit dir und der Glanz Seines Lichtes umstrahle dich, denn Gott hat dich zu einem Paradies für Seine Diener gemacht und dich zu dem gesegneten, heiligen Land erklärt, das Er in den Büchern erwähnte, die Seine Propheten und Boten offenbart haben.
64:4
In dir, o Land der widerstrahlenden Herrlichkeit, ist das Banner »Es ist kein Gott außer Ihm«vgl. Qur’án 2:163, 2:255, 6:102, 6:106, 4:87, 3:18, 9:31, 9:129[, 7:159 kann ich nicht nachvollziehen] etc – Anm. d. Hrsg.Q entfaltet und die Standarte »wahrlich, Ich bin die Wahrheit, der Wissende um das Ungeschaute«vgl. Qur’án 34:48 – Anm. d. Hrsg.Q gehißt. Es geziemt jedem, der dich besucht, über dich zu frohlocken und über jene, die in dir wohnen, die Meinem Stamm entsprossen und seine Blätter sind, Zeichen Meiner Herrlichkeit, die Mir folgen, Mich lieben und mit machtvollster Entschlossenheit ihr Angesicht Meiner herrlichen Stufe zuwenden.
65
65:1
Erinnere Dich Deiner Ankunft in der StadtKonstantinopel A. wie die Minister des Sulṭáns glaubten, ihre Gesetze und Vorschriften seien Dir unbekannt, wie sie Dich für einen der Unwissenden hielten. Sprich: Ja, bei Meinem Herrn! Unwissend bin Ich in allem außer in dem, worin es Gott in Seiner gütigen Huld gefiel, Mich zu lehren. Dies bezeugen Wir mit Gewißheit und bekennen es ohne Zögern.
65:2
Sprich: Wenn die Gesetze und Vorschriften, an denen ihr hängt, von euch selber stammen, werden Wir sie keineswegs befolgen. So wurde Ich von Ihm, dem Allweisen, dem Allwissenden, unterwiesen. Solches war Mein Weg in der Vergangenheit und wird es durch die Kraft und Macht Gottes auch in Zukunft bleiben. Dies ist in der Tat der wahre, der rechte Weg. Stammen sie aber von Gott, so bringt euere Beweise vor, wenn ihr zu jenen gehört, die die Wahrheit sprechen. Sprich: Wir haben in einem Buche, das keines Menschen Werk unerwähnt läßt, wie unbedeutend es auch sei, alles aufgezeichnet, was sie Dir zugeschrieben, und alles, was sie Dir angetan.
65:3
Sprich: Es geziemt euch, o Minister des Staates, die Gebote Gottes zu halten, auf eure eigenen Gesetze und Vorschriften zu verzichten und zu den Rechtgeleiteten zu gehören. Dies ist für euch besser als alles, was ihr besitzt, wenn ihr es nur wüßtet! So ihr das Gebot Gottes übertretet, wird kein Jota, kein Deut euerer Werke in Seinen Augen annehmbar sein. Ihr werdet in kurzem die Folgen dessen entdecken, was ihr in diesem nichtigen Leben tut, und es wird euch dafür vergolten werden. Dies ist wahrlich die Wahrheit, die unbezweifelbare Wahrheit.
65:4
Wie groß ist die Zahl derer, die in vergangenen Zeiten dasselbe wie ihr getan haben, und die, auch wenn sie im Rang über euch standen, schließlich zum Staube zurückgekehrt und ihrem unausweichlichen Verderben anheimgefallen sind! Wenn ihr doch die Sache Gottes in euerem Herzen bedächtet! Ihr werdet ihren Spuren folgen und eine Wohnstatt zu betreten haben, wo niemand sich findet, der euch begünstigt oder euch hilft. Ihr werdet wahrlich um euer Tun befragt werden, werdet zur Rechenschaft gezogen, da ihr euere Pflichten gegenüber der Sache Gottes versäumt und Seine Geliebten verächtlich zurückgewiesen habt, als sie mit offenkundiger Aufrichtigkeit zu euch kamen.
65:5
Ihr seid es, die gemeinsam über sie beraten haben, ihr, die ihr lieber den Lockungen euerer eigenen Neigungen gefolgt seid und den Befehl Gottes, des Helfers in der Not, des Allmächtigen, unbeachtet ließet.
65:6
Sprich: Wie? Haltet ihr euch an euere eigenen Einfälle und schlagt die Gebote Gottes in den Wind? In der Tat, ihr mißhandelt euch selbst und andere. Könntet ihr es doch erkennen! Sprich: Wenn euere Regeln und Grundsätze auf Gerechtigkeit beruhen, warum folgt ihr dann denen, die mit eueren verderbten Neigungen übereinstimmen, und lehnt jene ab, die eueren Begierden widerstreiten? Mit welchem Recht behauptet ihr denn, gerecht zwischen den Menschen zu richten? Sind euere Regeln und Grundsätze solcher Art, daß sie es rechtfertigen, wenn ihr Ihn verfolgt, der sich auf euer Geheiß bei euch einfand, wenn ihr Ihn zurückweist und Ihm täglich schmähliches Unrecht zufügt? Hat Er euch jemals auch nur einen kurzen Augenblick lang den Gehorsam verweigert? Alle Bewohner des ‘Iráq und darüber hinaus alle verständigen Beobachter werden die Wahrheit Meiner Worte bezeugen.
65:7
Seid gerecht in euerem Urteil, o ihr Staatsminister! Was haben Wir getan, das Unsere Verbannung rechtfertigen könnte? Welches ist der Gesetzesverstoß, der zu Unserer Ausweisung ermächtigt hätte? Wir haben euch aufgesucht, und dennoch, seht, wie ihr euch geweigert habt, Uns zu empfangen! Bei Gott, es ist ein schweres Unrecht, das ihr begangen habt, ein Unrecht, mit dem sich kein irdisches Unrecht messen kann. Dies bezeugt der Allmächtige selbst…
65:8
Wißt, daß die Welt mit ihrem Tand und Gepränge vergehen wird. Nichts ist von Dauer außer dem Reich Gottes, das keinem gehört außer Ihm, dem souveränen Herrn über alle, dem Helfer in der Not, dem Allherrlichen, dem Allmächtigen. Die Tage eueres Lebens werden ablaufen, und alles, womit ihr euch befaßt und dessen ihr euch rühmt, wird vergehen, und eine Schar Seiner Engel wird euch ganz gewiß zu Gericht laden an den Ort, wo der ganzen Schöpfung die Glieder erbeben, wo es jeden Bedrücker eiskalt überläuft. Man wird euch befragen, was euere Hände in diesem euerem nichtigen Leben gewirkt haben, und euere Taten werden euch vergolten werden. Dies ist der Tag, der unvermeidlich über euch kommen wird, die Stunde, die keiner aufschieben kann. So bezeugt es die Zunge dessen, der die Wahrheit spricht, des Wissenden um alle Dinge.
66
66:1
Fürchtet Gott, ihr Bewohner der StadtKonstantinopel. A, und sät nicht die Saaten der Zwietracht unter den Menschen. Wandelt nicht auf den Pfaden des Bösen. Wandelt während der wenigen verbleibenden Tage eueres Lebens auf den Wegen des einen, wahren Gottes. Euere Tage werden dahinschwinden wie die Tage derer, die vor euch lebten. Zum Staube werdet ihr zurückkehren, wie euere Vorväter zum Staube zurückgekehrt sind.
66:2
Wißt, daß Ich keinen fürchte außer Gott. Nur auf Ihn setze Ich Mein Vertrauen, nur zu Ihm will ich halten und nur wünschen, was Er für Mich wünscht. Dies ist fürwahr Meines Herzens Sehnsucht, wenn ihr es doch wüßtet. Gott, dem Herrn aller Welten, habe Ich Leib und Seele zum Opfer dargebracht. Wer Gott erkennt, soll keinen erkennen außer Ihm, und wer Gott fürchtet, soll keinen außer Ihm fürchten, selbst wenn alle Mächte der Erde aufstehen und gegen ihn auftreten. Ich spreche nur auf Sein Geheiß und folge durch die Kraft Gottes und Seine Macht nur Seiner Wahrheit, Er wird wahrlich die Wahrhaftigen belohnen.
66:3
Berichte, o Diener, was Du bei Deiner Ankunft in der Stadt gesehen, damit Dein Zeugnis den Menschen bleibe und denen, die glauben, zur Warnung diene. Bei Unserer Ankunft in der Stadt kamen Uns ihre Regenten und Würdenträger vor wie Kinder, die beieinander sitzen und mit Lehm spielen. Keinen fanden Wir erwachsen genug, von Uns die Wahrheiten anzunehmen, die Gott Uns gelehrt hat, noch reif genug für Unsere wunderbaren Worte der Weisheit. Unser inneres Auge weinte bitterlich über sie, über ihre Vergehen und ihre völlige Mißachtung all dessen, wozu sie erschaffen sind. Das haben Wir in jener Stadt beobachtet, und Wir beschlossen, es in Unserem Buche aufzuzeichnen, damit es ihnen und der übrigen Menschheit zur Warnung diene.
66:4
Sprich: Wenn ihr nach diesem Leben und seinen Nichtigkeiten trachtet, hättet ihr sie suchen sollen, als ihr noch im Leib euerer Mutter eingeschlossen wart, denn damals kamt ihr diesen Dingen immer näher, könntet ihr es doch erkennen. Andererseits habt ihr euch, seit ihr geboren wurdet und zur Reife kamt, immer weiter von der Welt entfernt und dem Staube genähert. Warum legt ihr dann solche Raffgier nach den Schätzen der Erde an den Tag, wo doch euere Tage gezählt und euere Gelegenheiten bald vertan sind? Wollt ihr denn nicht den Schlaf abschütteln, ihr Achtlosen?
66:5
Neigt euer Ohr den Ratschlägen, die dieser Diener euch um Gottes willen gibt. Wahrlich, Er heischt keinen Lohn von euch; Er begnügt sich mit dem, was Gott Ihm bestimmt hat, und ist dem Willen Gottes ganz ergeben.
66:6
Die Tage eueres Lebens sind fast dahin, o Volk, und rasch naht euer Ende. Legt darum ab, was ihr ersonnen und woran ihr hängt, und haltet euch fest an die Gebote Gottes, damit ihr das erlangt, was Er euch bestimmt hat, und zu denen gehört, die den rechten Weg gehen. Ergötzt euch nicht an den Dingen der Welt und ihrem eitlen Tand, noch setzt darauf euere Hoffnungen. Laßt euer Vertrauen im Gedenken Gottes ruhen, des Höchsterhabenen, des Größten. Bald wird Er all eueren Besitz vergehen lassen. Fürchtet Ihn, vergeßt nicht Seinen Bund mit euch und gehört nicht zu denen, die wie durch einen Schleier von Ihm getrennt sind.
66:7
Hütet euch, daß ihr euch nicht in Stolz aufbläht vor Gott und Seine Geliebten verächtlich zurückweiset. Beugt euch in Demut vor den Getreuen, vor denen, die an Gott und Seine Zeichen geglaubt haben, deren Herz Seine Einheit bezeugt, deren Zunge Seine Einzigkeit verkündet, und die nicht reden, es sei denn mit Seiner Erlaubnis. So ermahnen Wir euch mit Gerechtigkeit und warnen euch mit Wahrheit, damit ihr vielleicht erweckt werdet.
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