Bahá’u’lláh | Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs
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67:2
Berichte den Völkern, o Feder des Altehrwürdigen der Tage, was im ʿIráq geschehen ist. Berichte ihnen von dem Boten, den die Versammlung der Geistlichen jenes Landes ausgewählt und zu Uns geschickt hatte, und dem Wir, als er in Unsere Gegenwart kam und Uns über bestimmte Wissenschaften befragte, Antwort gaben kraft des Wissens, das Wir angeboren besitzen. Dein Herr ist wahrlich der Wissende um das Ungeschaute. »Wir bezeugen«, sagte der Bote, »daß dem Wissen, das Du besitzest, nichts gleichkommen kann. Dennoch reicht solches Wissen nicht aus, die erhabene Stufe zu rechtfertigen, die das Volk Dir zuschreibt. Wenn Du die Wahrheit sprichst, so vollbringe etwas, was die Völker der Erde mit vereinten Kräften nicht vollbringen können.« So wurde es unwiderruflich verfügt am Hofe der Gegenwart deines Herrn, des Allherrlichen, des Liebenden.
67:3
»Bezeuge! Was siehst du?« Der Bote war verblüfft, und als er zu sich kam, sagte er: »Ich glaube wahrlich an Gott, den Allherrlichen, den Allgepriesenen.« »Geh nun zu dem Volk und sage: ›Fragt, was immer ihr wollt. Mächtig ist Er, zu tun, was Er will, Nichts, vergangen oder künftig, kann Seinen Willen durchkreuzen.‹ Sprich: ›O Versammlung der Geistlichen! Wählt irgend etwas aus, was euch beliebt, und bittet eueren Herrn, den Gott des Erbarmens, daß Er es euch offenbare. Wenn Er kraft Seiner Oberherrschaft eueren Wunsch erfüllt, dann glaubt an Ihn und gehört nicht zu denen, die Seine Wahrheit verwerfen.‹« »Der Morgen des Verstehens ist angebrochen«, sagte der Bote, »und das Zeugnis des Allbarmherzigen ist erbracht.« Er stand auf und kehrte zu denen zurück, die ihn gesandt hatten, nach dem Befehl Gottes, des Allherrlichen, des Vielgeliebten.
67:4
Die Tage vergingen, und er kam nicht zu Uns zurück. Schließlich kam ein anderer Bote, der Uns meldete, jene Leute hätten ihre ursprüngliche Absicht aufgegeben. Sie sind in der Tat ein verächtliches Volk. Solches geschah im ʿIráq, und Ich selbst bin Zeuge dessen, was Ich offenbare. Dieses Geschehnis wurde weithin bekannt, und dennoch fand sich keiner, der seine Bedeutung verstanden hätte. So haben Wir es gefügt. Könntet ihr es doch erkennen!
67:5
Bei Meinem Selbst! Wer immer Uns in vergangenen Zeitaltern bat, die Zeichen Gottes darzutun, der hat, sobald Wir sie ihm offenbarten, Gottes Wahrheit zurückgewiesen. Das Volk jedoch blieb zum größten Teil achtlos. Jene, deren Augen vom Licht des Verstehens erleuchtet sind, werden die süßen Düfte des Allbarmherzigen verspüren und Seine Wahrheit annehmen. Diese sind die wahrhaft Aufrichtigen.
68
68:1
O du, der du die Frucht und das Blatt Meines Baumes bist! Auf dir ruhe Meine Herrlichkeit und Mein Erbarmen. Dein Herz gräme sich nicht um das, was dich befallen hat. Prüftest du das Buch des Lebens Seite für Seite, du würdest gewiß entdecken, was dein Leid zerstreute und deine Qual hinwegnähme.
68:2
Wisse, o Frucht Meines Baumes, daß des Höchsten Verordners Ratschlüsse über Schicksal und Vorherbestimmung von zweierlei Art sind. Beide müssen befolgt und angenommen werden. Die eine Art ist unabänderlich, die andere, wie die Menschen sagen, in der Schwebe. Den Ratschlüssen der ersten Art müssen sich alle vorbehaltlos unterwerfen, da sie festgesetzt und abgemacht sind. Gott kann sie zwar abändern und widerrufen. Weil der Schaden einer solchen Veränderung jedoch größer wäre, als wenn der Ratschluß unverändert bliebe, sollten sich alle willig in das fügen, was Gott gewollt hat, und sich vertrauensvoll damit abfinden.
68:3
Ein Ratschluß in der Schwebe jedoch ist von solcher Art, daß Gebet und Fürbitten ihn abwenden können.
68:4
Gott gebe, daß du, der du die Frucht Meines Baumes bist, und jene, die dir verbunden sind, vor seinen bösen Folgen bewahrt bleiben.
68:5
Sprich: O Gott, mein Gott! Du hast mir ein Pfand von Dir anvertraut, und nach dem Wohlgefallen Deines Willens hast Du es nun zu Dir zurückgerufen. Es steht mir, Deiner Magd, nicht zu, zu fragen, weshalb mich das traf oder wozu es geschah, denn Du wirst verherrlicht in allen Deinen Taten, und Dir muß gehorcht werden in Deinem Ratschluß. Deine Magd, o mein Herr, hat ihre Hoffnungen auf Deine Gnade und Großmut gesetzt. Gewähre ihr, das zu erreichen, was sie Dir nahe bringt, und was ihr in jeder Deiner Welten zuträglich ist. Du bist der Vergebende, der Allgütige. Es ist kein Gott außer Dir, dem Verordner, dem Altehrwürdigen der Tage.
68:6
Verleihe, o Herr, mein Gott, Deine Segnungen denen, die den Wein Deiner Liebe vor den Augen der Menschen getrunken haben, die ungeachtet Deiner Feinde Deine Einheit anerkannt, Deine Einzigkeit bezeugt und ihren Glauben an das bekannt haben, was den Bedrückern unter Deinen Geschöpfen die Glieder beben machte und die Stolzen auf Erden am ganzen Leibe zittern ließ. Ich bezeuge, daß Deine Oberherrschaft nie vergehen und Dein Wille nie geändert werden kann. Verordne für die, welche ihr Antlitz Dir zugewandt haben, und für Deine Mägde, die sich fest an Dein Seil halten, was dem Meere Deiner Güte und dem Himmel Deiner Gnade entspricht.
68:7
Du bist Der, o Gott, der sich zum Herrn des Reichtums erklärt und alle, die Ihm dienen, als arm und bedürftig bezeichnet hat, wie Du geschrieben hast: »O ihr, die ihr glaubt! Ihr seid nur Arme, die Gottes bedürfen, Gott aber ist der Allbesitzende, der Allgepriesene. «Qur’án 35:15 – Anm. d. Hrsg.Q Da ich meine Armut bekannt und Deinen Reichtum anerkannt habe, lasse mich nicht der Herrlichkeit Deiner Schätze beraubt sein. Du bist wahrlich der höchste Beschützer, der Allwissende, der Allweise.
69
69:1
Erinnere dich, wie sich Ashrafs Mutter verhielt, deren Sohn im Lande Zanján. A sein Leben hingab. Er weilt gewiß an der Stätte der Wahrheit, in der Gegenwart dessen, der der Machtvollste ist, der Allmächtige.
69:2
Als die Ungläubigen ihn zu Unrecht zu töten beschlossen, ließen sie seine Mutter kommen, damit sie ihn warne und dazu bringe, seinen Glauben zu widerrufen und den Fußstapfen derer zu folgen, die die Wahrheit Gottes, des Herrn aller Welten, verworfen haben.
69:3
Kaum hatte sie das Antlitz ihres Sohnes erblickt, da sprach sie solche Worte zu ihm, daß die Gottesfreunde und darüber hinaus die himmlischen Heerscharen im Herzen laut aufschrien, von heftigem Gram gequält. Wahrlich, dein Herr weiß, was Meine Zunge spricht, Er selbst bezeugt Meine Worte.
69:4
Und zu ihm gewandt, sprach sie: »Mein Sohn, mein geliebter Sohn! Säume nicht, dich auf dem Pfade deines Herrn zu opfern. Hüte dich, deinen Glauben an Ihn zu verraten, vor dessen Angesicht sich alle in den Himmeln und auf Erden in Anbetung beugen. Geh geradeaus, o mein Sohn, und bleibe standhaft auf dem Pfade des Herrn, deines Gottes! Eile, in die Gegenwart des Vielgeliebten aller Welten zu gelangen.«
69:5
Auf ihr seien Meine Segnungen, Meine Gnade, Mein Lobpreis und Meine Herrlichkeit! Ich selbst werde den Verlust ihres Sohnes sühnen – eines Sohnes, der nun im Heiligtum Meiner Majestät und Herrlichkeit wohnt, und dessen Antlitz in solchem Lichte strahlt, daß sein Glanz die Himmelsdienerinnen in ihren himmlischen Gemächern und darüber hinaus die Gefährten Meines Paradieses und die Bewohner der Städte der Heiligkeit umhüllt. Wer in sein Angesicht zu blicken vermöchte, würde ausrufen: »Seht, dies kann nur ein erhabener Engel sein!«Qur’án 12:31 – Anm. d. Hrsg.Q
70
70:1
Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Die Lebensordnung der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat.
70:2
Versenkt euch in das Meer Meiner Worte, damit ihr seine Geheimnisse ergründet und alle Perlen der Weisheit entdecket, die in seinen Tiefen verborgen liegen. Habt acht, daß ihr nicht zaudert bei eurem Entschluß, die Wahrheit dieser Sache anzunehmen – einer Sache, durch welche Gott die Wirkkraft Seiner Macht offenbart und Seine Souveränität errichtet hat. Eilt freudestrahlenden Angesichts hin zu Ihm! Dies ist Gottes unveränderlicher Glaube, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft. Laßt den, der sucht, zu ihm gelangen! Was aber den betrifft, der ihn zu suchen verschmäht – wahrlich, Gott ist der Selbstgenügende und bedarf Seiner Geschöpfe nicht.
70:3
Sprich: Dies ist die unfehlbare Waage, die Gott in Händen hält. Auf ihr werden alle in den Himmeln und auf Erden gewogen, und ihr Schicksal wird danach bestimmt – gehörtet ihr doch zu denen, die an diese Wahrheit glauben und sie anerkennen! Sprich: Sie ist das Größte Zeugnis, durch welches die Gültigkeit eines jeden Beweises für alle Zeiten begründet ward, seid dessen versichert. Sprich: Sie bereichert die Armen, erleuchtet die Gebildeten und befähigt die Sucher, zur Gegenwart Gottes aufzusteigen. Habt acht, daß ihr sie nicht zum Anlaß nehmt für Zwietracht unter euch. Steht so unverrückbar fest wie ein Berg in der Sache eures Herrn, des Mächtigen, des Liebenden!
71
71:1
Seid nicht verzagt, o Völker der Welt, wenn die Sonne Meiner Schönheit untergegangen und der Himmel Meines Heiligtums vor euren Augen verhüllt sein wird. Erhebt euch, um Meine Sache weiterzutragen und Mein Wort unter den Menschen zu erhöhen. Wir sind immer mit euch und werden euch durch die Macht der Wahrheit stärken. Wir sind wahrhaft allmächtig. Wer Mich erkannt hat, wird aufstehen und Mir mit solcher Entschlossenheit dienen, daß die Mächte von Erde und Himmel sein Vorhaben nicht vereiteln können.
71:2
Die Völker der Welt schlafen tief. Erwachten sie aus ihrem Schlaf, so eilten sie voll Eifer zu Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen. Sie gäben auf, was sie besitzen, und wären es alle Schätze der Erde, damit ihr Herr ihrer gedenke und sie eines einzigen Wortes würdige. So unterrichtet euch Er, der das Wissen um das Verborgene auf einer Tafel hält, die das Auge der Schöpfung nie sah, und die niemandem außer Seinem eigenen Selbst, dem allmächtigen Schirmherrn aller Welten, enthüllt wurde. So verwirrt sind sie im Rausch ihrer Begierden, daß sie außerstande sind, den Herrn allen Seins zu erkennen, dessen Stimme laut von allen Seiten ruft: »Es ist kein Gott außer Mir, dem Mächtigen, dem Allweisen.«
71:3
Sprich: Freut euch nicht dessen, was ihr besitzt. Heute nacht ist es noch euer, morgen werden andere es besitzen. So warnt euch der Allwissende, der Allunterrichtete. Sprich: Könnt ihr behaupten, euer Besitz sei dauerhaft oder sicher? Nein, bei Mir, dem Allbarmherzigen, ihr könnt es nicht, so ihr zu denen gehört, die gerecht urteilen! Die Tage eures Lebens verfliegen wie ein Windhauch, und all eure Pracht und Herrlichkeit wird vergehen wie die Pracht und Herrlichkeit derer, die vor euch waren. Bedenket, o Menschen! Was ist aus euren vergangenen Tagen geworden, was aus euren verlorenen Jahrhunderten? Glücklich die Tage, die dem Gedenken Gottes gewidmet waren, und selig die Stunden, die in Seinem, des Allweisen, Lobpreis verbracht wurden. Bei Meinem Leben! Weder die Pracht der Mächtigen noch der Überfluß der Reichen oder gar die Vorherrschaft der Frevler werden von Dauer sein. Alles wird vergehen auf ein Wort von Ihm. Wahrlich, Er ist der Allmachtvolle, der Allbezwingende, der Allmächtige. Welcher Nutzen liegt in der Menschen irdischem Besitz? Was ihnen Gewinn bringt, haben sie völlig vernachlässigt. Bald werden sie aus ihrem Schlaf erwachen und erkennen, daß für sie unwiederbringlich ist, was ihnen in den Tagen ihres Herrn, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, entgangen ist. Wenn sie es wüßten, entsagten sie allem, damit ihre Namen vor Seinem Thron genannt werden. Sie zählen wahrlich zu den Toten.
72
72:1
Eure Herzen seien nicht verstört, o Menschen, wenn die Herrlichkeit Meiner Gegenwart euren Augen entschwunden und das Meer Meiner Rede verebbt sein wird. In Meiner Gegenwart unter euch liegt eine Weisheit, und in Meiner Abwesenheit liegt eine andere, unergründlich für alle außer Gott, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden. Wahrlich, von Unserem Reiche der Herrlichkeit aus schauen Wir auf euch und werden jedem, der sich für den Triumph Unserer Sache erhebt, mit den himmlischen Heerscharen und einer Schar Unserer begünstigten Engel beistehen.
72:2
O Völker der Erde! Gott, die Ewige Wahrheit, ist Mein Zeuge, daß die Süße der Worte eures Herrn, des Unbeschränkten, Ströme frischen, sanftfließenden Wassers aus den Felsen quellen ließ, und doch schlaft ihr noch immer. Gebt auf, was ihr besitzet, und erhebt euch auf den Schwingen der Loslösung über alles Erschaffene. So gebietet euch der Herr der Schöpfung, der durch die Bewegung Seiner Feder der Menschheit Seele verwandelt.
72:3
Wißt ihr, aus welchen Höhen euer Herr, der Allherrliche, ruft? Glaubt ihr, die Feder erkannt zu haben, mit der euer Herr, der Herr aller Namen, euch gebietet? Nein, bei Meinem Leben! Wüßtet ihr es, so würdet ihr der Welt entsagen und mit ganzem Herzen in die Gegenwart des Vielgeliebten eilen. Ihr wäret von Seinem Wort verzückt, fähig, die Größere Welt in Erregung zu versetzen, wieviel mehr diese kleine, geringe! So sind die Regenschauer Meiner Großmut vom Himmel Meiner Güte herabgeströmt als ein Zeichen Meiner Gnade, damit ihr zu den Dankbaren gehört…
72:4
Habt acht, daß nicht Fleischeslust und böse Neigung Zwietracht unter euch stiften. Seid wie die Finger einer Hand, die Glieder eines Leibes. So rät euch die Feder der Offenbarung, so ihr zu jenen gehöret, die glauben.
72:5
Denkt nach über Gottes Barmherzigkeit und Seine Gaben. Er gebietet euch, was euch nützt, obgleich Er selbst alle Geschöpfe wohl entbehren kann. Eure bösen Taten können Uns niemals schaden noch eure guten Werke Uns nützen. Allein um Gottes willen ergeht Unsere Weisung. Jeder Verständige und Einsichtige wird dies bezeugen.
73
73:1
Es ist klar und einleuchtend: Wenn die hüllenden Schleier um die Wirklichkeiten der Offenbarungen der Namen und Eigenschaften Gottes, ja alles Erschaffenen, sichtbar und unsichtbar, zerrissen worden sind, wird nichts bleiben als das Zeichen Gottes, – ein Zeichen, das Er selbst in diese Wirklichkeiten gelegt hat. Dieses Zeichen wird so lange bestehen, wie es der Herr, dein Gott, Herr der Himmel und der Erde, wünscht. Wenn die Segnungen, die allem Erschaffenen zuteil wurden, so groß sind, wie hoch überlegen muß da das Schicksal des wahren Gläubigen sein, dessen Sein und Leben als ursächlicher Zweck aller Schöpfung anzusehen ist. Wie der Begriff des Glaubens seit dem Anfang, der keinen Anfang hat, bestand und bis zum Ende, das kein Ende hat, dauern wird, so wird der wahre Gläubige gleichfalls ewig leben und bestehen. Sein Geist wird ewiglich den Willen Gottes umkreisen. Er wird so lange bestehen, wie Gott selbst bestehen wird. Er ist offenbart durch die Offenbarung Gottes und ist verborgen auf Sein Geheiß. Es ist klar, daß die hehrsten Wohnungen im Reiche der Unsterblichkeit denen zur Stätte bestimmt sind, die wahrhaft an Gott und Seine Zeichen geglaubt haben. Der Tod kann niemals zu dieser heiligen Stätte dringen. So haben Wir dir die Zeichen deines Herrn anvertraut, damit du in der Liebe zu Ihm ausharrest und zu denen gehörest, die diese Wahrheit begreifen.
74
74:1
Ein jegliches Wort, das aus dem Munde Gottes hervorgeht, ist mit solcher Kraft versehen, daß es jeder menschlichen Gestalt neues Leben einflößen kann – gehörtet ihr doch zu denen, die diese Wahrheit begreifen! Alle wunderbaren Werke, die ihr in dieser Welt seht, sind durch das Wirken Seines höchsten, erhabensten Willens, Seines wunderbaren, unerschütterlichen Planes offenbart. Durch die bloße Offenbarung des Wortes ›Gestalter‹, das aus Seinem Munde hervorgeht und der Menschheit Seine Eigenschaft verkündet, hat Er eine Kraft entfesselt, die über die Zeitalter hindurch all die mannigfaltigen Künste erzeugt, derer des Menschen Hände fähig sind. Dies ist wahrlich eine unumstößliche Wahrheit. Kaum wird dieses strahlende Wort geäußert, da bringen seine belebenden, in allem Erschaffenen wirkenden Kräfte die Mittel hervor, die solche Künste schaffen und zur Vollendung bringen. Alle wundersamen Errungenschaften, die ihr jetzt seht, sind die direkte Folge der Offenbarung dieses Namens. In künftigen Tagen werdet ihr wahrlich Dinge sehen, von denen ihr nie zuvor gehört habt. So ist es auf den Tafeln Gottes verfügt, aber niemand kann es verstehen bis auf jene, die durchdringende Sehkraft haben. Ebenso erhält in dem Augenblick, da das Wort für Mein Attribut ›Der Allwissende‹ aus Meinem Munde hervorgeht, alles Erschaffene je nach seiner Fähigkeit die Kraft, die Kenntnis der erstaunlichsten Wissenschaften zu entfalten, und die Macht, sie im Laufe der Zeit auf Geheiß des Allmächtigen, des Allwissenden, zu offenbaren. Wisse fürwahr, daß die Offenbarung eines jeden anderen Namens von einer ähnlichen Manifestation göttlicher Macht begleitet ist. Jeder Buchstabe, der aus dem Munde Gottes hervorgeht, ist in Wahrheit ein Urbuchstabe, jedes von Ihm, dem Urquell göttlicher Offenbarung, gesprochene Wort ist ein Urwort und Seine Tafel eine Urtafel. Wohl steht es um jene, die diese Wahrheit begreifen.
75
75:1
Zerreißt in Meinem Namen die Schleier, die euere Sicht so schwer behindern, und zerschlagt durch die Macht, die aus eurem Glauben an Gottes Einheit geboren ist, die Götzen leerer Nachahmung. Dann tretet ein in das heilige Paradies des Wohlgefallens des Allerbarmers. Heiligt euere Seelen von allem, was nicht von Gott ist, und genießet die süße Ruhe im Schoße Seiner weiten, machtvollen Offenbarung, im Schatten Seiner höchsten, unfehlbaren Befehlsgewalt. Bleibet nicht in den dichten Schleiern euerer selbstsüchtigen Wünsche verhüllt, denn in jedem von euch habe Ich Meine Schöpfung vollendet, damit die Vortrefflichkeit Meines Werkes den Menschen völlig offenbar werde. Daraus folgt, daß jeder Mensch aus sich selbst heraus fähig ist und weiter fähig sein wird, die Schönheit Gottes, des Verherrlichten, wahrzunehmen. Wäre ihm keine solche Fähigkeit verliehen, wie könnte er dann für sein Versagen zur Rechenschaft gezogen werden? Wenn an dem Tage, da alle Völker der Erde versammelt werden, ein Mensch vor Gott stünde und gefragt würde: »Warum hast du nicht an Meine Schönheit geglaubt und dich von Mir abgewandt?« und wenn ein solcher Mensch dann antwortete und spräche: »Weil alle Menschen geirrt haben, weil keiner willens war, sein Angesicht der Wahrheit zuzuwenden, habe auch ich nach dem Beispiel der anderen leider versäumt, die Schönheit des Ewigen zu erkennen«, so würde eine solche Ausflucht gewißlich zurückgewiesen. Denn der Glaube eines Menschen kann nur von ihm selbst abhängen.
75:2
Dies ist eine der Wahrheiten, die in Meiner Offenbarung verwahrt sind, eine Wahrheit, die Ich in all den himmlischen Büchern, welche Ich die Zunge der Größe aussprechen und die Feder der Macht niederschreiben ließ, offenbart habe. Denkt eine Zeit darüber nach, damit ihr mit euerem inneren wie äußeren Auge die Feinheiten göttlicher Weisheit wahrnehmt und die Edelsteine himmlischen Wissens entdeckt, die Ich in klarer, bedeutungsschwerer Sprache auf dieser erhabenen, unverfälschlichen Tafel offenbart habe, und damit ihr nicht abirrt von dem Throne des Allhöchsten, von dem Baume, über den es kein Hinausgehen gibt, von der Wohnstatt ewiger Macht und Herrlichkeit.
75:3
Die Zeichen Gottes leuchten inmitten der Werke Seiner Geschöpfe so offenbar und strahlend wie die Sonne. Was von Ihm ausgeht, ist von dem, was Menschengeist ersinnt, verschieden und wird immer davon unterschieden bleiben. Dem Quell Seines Wissens sind zahllose Leuchten der Gelehrsamkeit und Weisheit entstiegen, und aus dem Paradiese Seiner Feder weht der Odem des Allbarmherzigen unaufhörlich zu den Herzen und Seelen der Menschen hin. Glücklich, wer diese Wahrheit erkennt.
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