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82:10Was deine Frage betrifft, ob die stoffliche Welt Begrenzungen unterworfen sei, so wisse, daß das Verstehen dieser Tatsache vom Betrachter selbst abhängt. In gewissem Sinne ist diese Welt begrenzt, in anderem ist sie über alle Begrenzungen erhaben. Der eine, wahre Gott ist von Ewigkeit her dagewesen und wird ewig da sein. Seine Schöpfung hat keinen Anfang und wird kein Ende haben. Alles, was erschaffen ist, setzt jedoch eine Ursache voraus. Diese Tatsache begründet in sich selbst, ohne den Schatten eines Zweifels, die Einheit des Schöpfers.
82:11Du fragst Mich ferner nach dem Wesen der himmlischen Sphären. Um ihr Wesen zu begreifen, muß man eingehend erforschen, was die Angaben der alten Bücher über die himmlischen Sphären und die Himmel bedeuten. Man muß aufdecken, wie sie mit dieser stofflichen Welt zusammenhängen und welchen Einfluß sie darauf ausüben. Jedes Herz gerät ins Staunen bei einem so verwirrenden Thema, und jeder Geist ist über dessen Rätsel bestürzt. Gott allein kann seine Bedeutung ermessen. Die Gelehrten, die das Leben dieser Erde auf einige tausend Jahre anberaumten, haben es während der langen Zeit ihrer Beobachtungen versäumt, der anderen Planeten Zahl und Alter zu berücksichtigen. Bedenke überdies die vielfältigen Widersprüche, die sich aus den Theorien dieser Menschen ergeben. Wisse, daß jeder Fixstern seine eigenen Planeten hat und jeder Planet seine eigenen Geschöpfe, deren Zahl kein Mensch errechnen kann.
82:12O du, der du deine Augen auf Mein Angesicht gerichtet hast! Der Tagesanbruch der Herrlichkeit hat an diesem Tage seinen Glanz offenbart, und es ruft die Stimme des Höchsten. Wir haben früher geäußert: »Dies ist nicht der Tag, da ein Mensch seinen Herrn zu befragen hat. Wer den Ruf Gottes vernommen hat, der durch Ihn, den Morgen der Herrlichkeit, erschallt, dem steht es an, sich zu erheben und auszurufen: ›Hier bin ich, hier bin ich, o Herr aller Namen. Hier bin ich, hier bin ich, o Schöpfer der Himmel! Ich bezeuge, daß Deine Offenbarung offenbart hat, was in den Büchern Gottes verborgen lag, und daß alles, was Deine Boten in den heiligen Schriften aufgezeichnet hatten, erfüllt ist.‹«
8383:1Bedenke die Gabe des Verstandes, die Gott dem Wesen des Menschen verliehen hat. Prüfe dein eigenes Selbst und sieh, wie deine Bewegung und Ruhe, dein Wille und deine Absicht, dein Gesicht und Gehör, dein Geruchsinn und Sprachvermögen und alles, was sonst mit deinen leiblichen Sinnen oder deinen geistigen Wahrnehmungen zusammenhängt oder was diese überragt, aus eben jener Gabe hervorgeht und ihr sein Dasein verdankt. So eng ist dies alles mit der Verstandesgabe verbunden, daß dann, wenn ihre Verbindung zum menschlichen Körper auch nur für einen Augenblick unterbrochen wird, jede sinnliche Wahrnehmung sofort aufhört und die Kraft verliert, Beweise ihrer Tätigkeit zu geben. Es ist ohne Zweifel klar und offenkundig, daß jedes der genannten Werkzeuge, um seinen Zweck erfüllen zu können, von der Verstandesgabe abhängig ist und immer abhängig sein wird. Die Verstandesgabe muß als ein Zeichen der Offenbarung dessen angesehen werden, der der höchste Herr über alles ist. Die Manifestation der Verstandesgabe hat alle Namen und Eigenschaften enthüllt, und mit der Einstellung ihrer Tätigkeit werden sie alle zunichte und gehen unter.
83:2Es wäre völlig falsch zu behaupten, diese Gabe sei dasselbe wie die Sehkraft, da die Sehkraft von ihr abgeleitet ist und in Abhängigkeit von ihr wirkt. Ebenso wäre es müßig zu meinen, diese Gabe sei dem Gehörsinn gleichzusetzen, da der Gehörsinn die nötige Kraft zur Ausübung seiner Tätigkeit von der Verstandesgabe erhält.
83:3Der gleiche Zusammenhang verbindet die Verstandesgabe mit allem, was im menschlichen Körper Empfänger von Namen und Eigenschaften ist. Die verschiedenen Namen und offenbarten Eigenschaften sind durch dieses Zeichen Gottes bewirkt. Unermeßlich erhaben in Wesen und Wirklichkeit ist dieses Zeichen über alle Namen und Eigenschaften. Verglichen mit seiner Herrlichkeit, verblaßt alles andere zu bloßem Nichts und fällt dem Vergessen anheim.
83:4Würdest du in deinem Herzen von nun an bis zum Ende, das kein Ende hat, mit dem gesammelten Begriffsvermögen und Verständnis, das die größten Geister in der Vergangenheit erreicht haben oder in der Zukunft erreichen werden, über diese gottgefügte, tiefgründige Wirklichkeit, dieses Zeichen der Offenbarung des allewigen, allherrlichen Gottes nachdenken, du würdest dennoch weder sein Geheimnis verstehen noch seinen Wert ermessen können. Wenn du deine Machtlosigkeit erkannt hast, diese in dir ruhende Wirklichkeit hinreichend zu verstehen, dann wirst du bereitwillig zugeben, daß du oder jedes andere Geschöpf sich vergeblich mühen würde, das Geheimnis des lebendigen Gottes, der Sonne unvergänglicher Herrlichkeit, des Altehrwürdigen ewiger Tage, zu ergründen. Dieses Eingeständnis der Hilflosigkeit, zu dem reife Überlegung schließlich jeden Geist führen muß, ist in sich selbst der Höhepunkt menschlichen Verstehens, der Gipfel der menschlichen Entwicklung.
8484:1Betrachte den einen, wahren Gott als Einen, der anders als alles Erschaffene und unermeßlich darüber erhaben ist. Das ganze Weltall strahlt Seine Herrlichkeit wider, während Er selbst von Seinen Geschöpfen unabhängig ist und sie weit überragt. Dies ist die wahre Bedeutung göttlicher Einheit. Er, die ewige Wahrheit, ist die eine Macht, welche unbestrittene Herrschaft über die Welt des Seins ausübt, eine Macht, deren Bild im Spiegel der ganzen Schöpfung zurückgeworfen wird. Alles Dasein hängt von Ihm ab, und aus Ihm strömt der Lebensquell aller Dinge. Dies ist die Bedeutung göttlicher Einheit, dies ist ihr Grundgedanke.
84:2Manche haben sich, von ihren Hirngespinsten verführt, alles Erschaffene als Gottes Gefährten und Genossen vorgestellt und sich selbst für die Deuter Seiner Einheit gehalten. Bei Ihm, dem einen, wahren Gott! Solche Menschen waren und bleiben Opfer blinder Nachahmung und sind zu denen zu zählen, die den Gottesbegriff eingeengt und begrenzt haben.
84:3Wahrhaft an die göttliche Einheit glaubt, wer, weit davon entfernt, Zweiheit mit Einheit zu verwechseln, keinem Gedanken an Vielheit erlaubt, seine Vorstellung von der Einzigkeit Gottes zu trüben, wer Gott in Seinem ureigenen Wesen als den Einen betrachtet, der in Seiner Wirklichkeit alle Begrenzungen durch Zahlen übersteigt.
84:4Der Glaube an die göttliche Einheit besteht im wesentlichen darin, Ihn, die Manifestation Gottes, und Ihn, das unsichtbare, unzugängliche, unerkennbare Wesen, als einen und denselben zu betrachten. Das bedeutet, daß alles, was dem erstgenannten angehört, all Sein Tun und Handeln, Sein Gebot oder Verbot in jeder Hinsicht, unter allen Umständen und ohne Vorbehalt dem Willen Gottes gleich ist. Dies ist die höchste Stufe, die zu erlangen ein wahrhaft an die Einheit Gottes Glaubender jemals hoffen kann. Selig der Mensch, der diese Stufe erreicht und zu den Standhaften im Glauben gehört.
8585:1O Meine Diener! Es geziemt euch, euere Seelen mit den huldvollen Gnadengaben, die in dieser göttlichen, dieser herzerquickenden Frühlingszeit auf euch herabströmen, zu erquicken und neu zu beleben. Die Sonne Seiner großen Herrlichkeit hat ihre Strahlen auf euch ergossen, die Wolken Seiner grenzenlosen Gnade haben euch überschattet. Wie groß ist der Lohn dessen, der sich nicht selbst einer so großen Gnade beraubt noch verfehlt, die Schönheit seines Meistgeliebten in diesem Seinem neuen Gewande zu erkennen.
85:2Sprich: O Volk! Die Lampe Gottes brennt; gebt acht, daß nicht die grimmen Winde eueres Ungehorsams ihr Licht verlöschen, jetzt ist die Zeit, euch zu erheben und den Herrn, eueren Gott, zu verherrlichen. Strebt nicht nach leiblichem Behagen; haltet euer Herz rein und flekkenlos. Der Böse liegt auf der Lauer, bereit, euch zu überlisten. Rüstet euch gegen seine List und Tücke, befreit euch, geleitet vom Lichte des Namens des einen, wahren Gottes, aus dem Dunkel, das euch umfängt. Vereinigt euere Gedanken auf den Vielgeliebten, statt sie auf euer Selbst zu richten.
85:3Sprich: O ihr, die ihr euch verirrt und eueren Weg verloren habt! Der göttliche Bote, der nichts als die Wahrheit spricht, hat euch das Kommen des Meistgeliebten verkündet. Seht, Er ist nun da. Warum seid ihr niedergeschlagen und mutlos? Warum bleibt ihr verzagt, wo doch der Reine, der Verborgene unverhüllt unter euch erschienen ist? Er, Anfang und Ende, Er, Ruhe und Bewegung, ist jetzt vor eueren Augen offenbar. Seht, wie an diesem Tage der Anfang im Ende sich spiegelt, wie aus der Ruhe die Bewegung hervorging. Diese Bewegung wurde von den starken Kräften erzeugt, welche die Worte des Allmächtigen in der ganzen Schöpfung ausgelöst haben. Wen ihre belebende Kraft erquickt, der wird sich getrieben fühlen, zum Hofe des Geliebten zu gelangen, und wer sich selbst ihrer beraubt, der wird in hoffnungslose Verzweiflung sinken. Wahrhaft weise ist, wen die Welt und alles, was in ihr ist, nicht davon abhält, das Licht dieses Tages zu erkennen, wen das leere Gerede der Menschen nicht vom Wege der Rechtschaffenheit ablenkt. Einem Toten gleicht fürwahr, wer sich an dem wunderbaren Morgen dieser Offenbarung nicht von ihrem herzerquickenden Odem beleben läßt. Ein Gefangener ist wahrlich, wer den höchsten Erlöser nicht erkennt, sondern seine Seele elend und hilflos in den Fesseln seiner Leidenschaften schmachten läßt.
85:4O Meine Diener! Wer immer von diesem Quell gekostet hat, ist zu ewigem Leben gelangt, und wer daraus zu trinken sich weigert, gleicht einem Toten. Sprich: O ihr Übeltäter! Der süßen Stimme des Allgenügenden zu lauschen, hat die Begehrlichkeit euch gehindert. Tilgt sie aus eueren Herzen, damit Sein göttliches Geheimnis euch bekannt werde. Seht Ihn, offenbar und strahlend wie die Sonne in all ihrer Herrlichkeit.
85:5Sprich: O ihr Verständnislosen! Schwere Prüfung setzt euch nach und wird plötzlich über euch kommen. Rafft euch auf, damit sie vielleicht vorübergehe, ohne euch Schaden zuzufügen. Anerkennt in seinem erhabenen Rang den Namen des Herrn, eueres Gottes, der in der Größe Seiner Herrlichkeit zu euch gekommen ist. Er ist wahrlich der Allwissende, der Allbesitzende, der höchste Beschützer.
8686:1Nun zu deiner Frage, ob die Menschenseelen nach ihrer Trennung vom Leibe einander weiterhin erkennen können. Wisse, daß die Seelen des Volkes Bahá, die in die Rote Arche eingegangen sind und darin wohnen, sich vereinigen, innig miteinander verbinden und in ihrem Leben, ihren Wünschen, Zielen und Bestrebungen so eng verwachsen, als wären sie eine Seele. Sie sind wirklich die Wohlunterrichteten, die Scharfsichtigen und Verständigen. So ist es von Ihm, dem Allwissenden, dem Allweisen, bestimmt.
86:2Vom Volke Bahá, das die Arche Gottes bewohnt, ist jeder einzelne über Zustand und Lage der anderen wohl unterrichtet; sie sind vereint durch die Bande vertrauter Freundschaft. Ein solcher Zustand muß jedoch von ihrem Glauben und Wandel abhängen. Die von gleichem Grad und Rang sind gegenseitig ihrer Fähigkeiten, ihrer Wesensart, ihrer Leistungen und Verdienste völlig gewahr. Die von niedrigerem Rang sind jedoch unfähig, die Stufe der über ihnen Stehenden zu begreifen oder ihre Verdienste zu beurteilen. Jeder wird seinen Anteil von deinem Herrn empfangen. Selig der Mensch, der sein Angesicht Gott zuwendet und unerschütterlich in Seiner Liebe wandert, bis sich seine Seele zu Gott aufschwingt, dem höchsten Herrn über alles, dem Machtvollsten, dem Immervergebenden, dem Allerbarmer.
86:3Aber den Seelen der Ungläubigen wird beim letzten Atemzug, dies bezeuge Ich, alles Gute zum Bewußtsein kommen, das ihnen entgangen ist, sie werden ihren Zustand beklagen und sich vor Gott demütigen. Damit werden sie nach der Trennung ihrer Seele vom Leib fortfahren.
86:4Es ist klar und einleuchtend, daß alle Menschen nach ihrem leiblichen Tode den Wert ihrer Taten abschätzen und alles erkennen werden, was ihre Hände bewirkt haben, Ich schwöre bei der Sonne, die über dem Horizonte göttlicher Macht strahlt! Wer dem einen, wahren Gott folgt, wird, wenn er aus diesem Leben scheidet, unbeschreibliche Freude und Fröhlichkeit empfinden, während jene, die im Irrtum leben, von Furcht und Zittern ergriffen und von einer Bestürzung erfüllt sein werden, die nichts übertreffen kann. Wohl dem, der durch die gnädige Gunst und die mannigfaltigen Wohltaten des Herrn über alle Bekenntnisse den erlesenen, unverderblichen Wein des Glaubens getrunken hat…
86:5Dies ist der Tag, da die Geliebten Gottes ihre Augen auf Seine Manifestation richten und fest auf das blicken sollten, was immer diese Manifestation zu verkünden beliebt. Gewisse Überlieferungen vergangener Zeiten entbehren jeder Grundlage, während die von früheren Geschlechtern gehegten, in ihren Büchern niedergelegten Meinungen zumeist von den Wünschen verderbter Neigung geprägt sind. Du bezeugst, wie die meisten Erläuterungen und Auslegungen der Worte Gottes, die jetzt bei den Menschen in Umlauf sind, der Wahrheit entbehren. In manchen Fällen trat ihre Falschheit zutage, als die trennenden Schleier zerrissen wurden. Sie selbst haben zugegeben, keines der Worte Gottes begriffen zu haben.
86:6Unsere Absicht ist zu zeigen, daß das Verhalten der Geliebten Gottes vor Gott als höchst verdienstvoll gälte, wenn sie Herz und Ohr von dem nichtigen Gerede früherer Zeiten läuterten und sich mit innerster Seele Ihm, dem Tagesanbruch Seiner Offenbarung, und allem, was Er verkündet hat, zuwendeten…
86:7Preise Seinen Namen und gehöre zu den Dankbaren. Überbringe Meine Grüße Meinen Geliebten, die Gott für Seine Liebe auserkoren hat und die Er zu ihren Zielen gelangen ließ. Aller Ruhm sei Gott, dem Herrn aller Welten.
8787:1Nun zu deiner Frage: »Warum gibt es keine Aufzeichnung über die Propheten vor Adam, dem Vater der Menschheit, oder über die Könige, die zur Zeit dieser Propheten gelebt haben?« Wisse, daß das Fehlen von Hinweisen auf sie nicht beweist, daß sie nicht wirklich gelebt hätten. Daß jetzt keine Urkunden über sie vorhanden sind, ist dem großen Zeitabstand zuzuschreiben und den gewaltigen Veränderungen, die die Erde seither erfahren hat.
87:2Außerdem waren die jetzt unter den Menschen gebräuchlichen Formen und Arten des Schreibens den Geschlechtern vor Adam unbekannt. Es gab eine Zeit, da die Menschen die Kunst des Schreibens überhaupt nicht kannten und ein Verfahren anwandten, das von dem heutigen ganz abweicht. Um dies richtig darzulegen, wäre eine ausführliche Erläuterung nötig.
87:3Bedenke die seit den Tagen Adams entstandenen Unterschiede. Die verschiedenen weithin bekannten Sprachen, die jetzt von den Völkern der Erde gesprochen werden, waren anfänglich ebenso unbekannt wie die verschiedenartigen heute unter ihnen herrschenden Regeln und Sitten. Das Volk jener Zeit sprach eine Sprache, die anders war als die jetzt bekannten. Sprachunterschiede traten in späterer Zeit auf, in einem Land, das als Babel bekannt ist. Den Namen Babel hat es erhalten, weil dieses Wort ›der Ort, wo die Sprachenverwirrung begann‹ bedeutet.
87:4Darauf wurde Syrisch unter den bestehenden Sprachen vorherrschend. Die heiligen Schriften früherer Zeiten wurden in dieser Sprache offenbart. Später erschien Abraham, der Freund Gottes, und strahlte das Licht göttlicher Offenbarung über die Welt. Die Sprache, die Er sprach, als Er den Jordan überschritt, wurde als Hebräisch (‘Ibrání) bekannt, was ›Sprache des Überschreitens‹ bedeutet. Damals wurden die Bücher Gottes und die heiligen Schriften in dieser Sprache offenbart, und erst nach langer Zeit wurde Arabisch die Sprache der Offenbarung…
87:5Siehe also, wie oft und tiefgehend sich Sprache, Ausdruck und Schrift seit Adams Zeit gewandelt haben. Wieviel größer müssen die Veränderungen vor Ihm gewesen sein!
87:6Unsere Absicht bei der Offenbarung dieser Worte ist zu zeigen, daß der eine, wahre Gott auf Seiner allhöchsten, allüberragenden Stufe über Lob, Preis und Begreifen aller außer Ihm immer erhaben war und weiter sein wird. Seine Schöpfung hat immer bestanden, und die Manifestationen Seiner göttlichen Herrlichkeit und die Morgenröten ewiger Heiligkeit sind seit unvordenklichen Zeiten herniedergesandt und beauftragt worden, die Menschheit zu dem einen, wahren Gott zu rufen. Daß die Namen einiger von ihnen vergessen und die Urkunden über ihr Leben verloren sind, ist den Wirren und Wechselfällen zuzuschreiben, die über die Welt hinweggegangen sind.
87:7In einigen Büchern wird von einer Sintflut berichtet, durch die alles, was auf Erden war, geschichtliche Urkunden und anderes, zerstört wurde. Darüber hinaus haben sich viele Umwälzungen ereignet und die Spuren vieler Ereignisse ausgelöscht. Außerdem kann man zwischen den vorhandenen geschichtlichen Überlieferungen Unterschiede feststellen, und jedes der verschiedenen Völker der Welt hat seinen eigenen Bericht über das Alter der Erde und ihre Geschichte. Die einen verfolgen ihre Geschichte achttausend Jahre zurück, andere bis zu zwölftausend Jahren. Wer das Buch Júk gelesen hat, für den ist klar und deutlich, wie sehr die Berichte der verschiedenen Bücher voneinander abweichen.
87:8So Gott will, wirst du deine Augen der Größten Offenbarung zuwenden und diese widersprüchlichen Geschichten und Überlieferungen völlig übersehen.
8888:1Wisse wahrlich, daß das Wesen der Gerechtigkeit und ihr Urquell in den Gesetzen verkörpert sind, die Er, die Manifestation des göttlichen Selbstes unter den Menschen, verordnet hat – gehörtet ihr doch zu denen, die diese Wahrheit erkennen. Er ist wahrlich für die ganze Schöpfung das menschgewordene höchste und unfehlbare Richtmaß der Gerechtigkeit. Wäre Sein Gesetz so, daß es die Herzen aller im Himmel und auf Erden mit Schrecken erfüllte, so wäre es dennoch nur offenbare Gerechtigkeit. Die furchtsame Erregung, die die Offenbarung dieses Gesetzes in den Herzen der Menschen bewirkt, gleicht in der Tat dem Schreien eines Säuglings, der der Muttermilch entwöhnt wird – gehörtet ihr doch zu den Verstehenden. Würden die Menschen den Sinn und Zweck der Offenbarung Gottes entdecken, sie würden sicherlich ihre Furcht ablegen und dankerfüllten Herzens in jubelnder Freude frohlocken.
8989:1Wisse und sei gewiß: Wie du fest glaubst, daß das Wort Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – ewig währt, so mußt du auch unerschütterlich glauben, daß der Sinn dieses Wortes niemals auszuschöpfen ist. Die berufenen Ausleger des Wortes Gottes, deren Herzen seine Geheimnisse speichern, sind jedoch die einzigen, die seine mannigfaltige Weisheit verstehen können. Wer immer beim Lesen der heiligen Schriften versucht ist, aus ihnen auszuwählen, was ihm paßt, und damit die Amtsgewalt des Vertreters Gottes unter den Menschen zu bestreiten, gleicht in der Tat einem Toten, mag er auch, äußerlich gesehen, unter seinen Mitmenschen wandeln, mit ihnen reden, Speise und Trank mit ihnen teilen.
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