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93:4Dabei sollte man sich dessen erinnern, daß der eine, wahre Gott in sich selbst über Nähe und Ferne hoch erhaben ist. Seine Wirklichkeit übersteigt solche Begrenzungen. Sein Verhältnis zu Seinen Geschöpfen kennt keine Abstufungen. Daß die einen nahe, andere aber ferne sind, ist auf die Manifestationen Gottes zu beziehen.
93:5Daß das Herz der Thron ist für die Offenbarung Gottes, des Allbarmherzigen, wird von den heiligen Worten bezeugt, die Wir früher offenbart haben. Darunter ist der Spruch: »Erde und Himmel können Mich nicht fassen, Mich fassen kann nur das Herz dessen, der an Mich glaubt und Meiner Sache treu ist.«»Heilige Tradition« Muḥammads – Anm. d. Hrsg.
Q Wie oft ist das menschliche Herz, Empfänger des Lichtes Gottes, Sitz der Offenbarung des Allbarmherzigen, abgeirrt von Ihm, der Quelle dieses Lichtes, dem Ursprung dieser Offenbarung. Es ist die Widerspenstigkeit des Herzens, die es weit von Gott wegführt und zum Fernsein von Ihm verdammt. Die Herzen aber, die um Seine Gegenwart wissen, sind Ihm vertraut und als Seinem Throne nahe anzusehen.
93:6Bedenke überdies, wie oft der Mensch sich selbst vergißt, während Gott in Seinem allumfassenden Wissen stets um Sein Geschöpf weiß und immer den offenbaren Glanz Seiner Herrlichkeit über ihn ausbreitet. Da leuchtet es ein, daß Er dem Menschen näher ist als dessen eigenes Ich. Er wird es wahrlich immer bleiben, denn während der eine, wahre Gott alles weiß, alles wahrnimmt und alles umfaßt, neigt der sterbliche Mensch zum Irrtum, der Geheimnisse unkundig, die in ihm selbst ruhen…
93:7Niemand bilde sich ein, Unsere Erklärung, daß alle erschaffenen Dinge Zeichen der Offenbarung Gottes seien, bedeute – Gott behüte –, daß alle Menschen, gut oder böse, fromm oder gottlos, vor Gott gleich seien. Sie besagt auch nicht, daß sich das göttliche Sein – gelobt sei Sein Name und gepriesen Seine Herrlichkeit – etwa mit den Menschen vergleichen oder irgendwie Seinen Geschöpfen beigesellen ließe. Diesen Fehler begingen gewisse Toren, die, in die Wolken ihrer eitlen Einbildungen verstiegen, die göttliche Einheit so auslegten, als bedeute sie, daß alle erschaffenen Dinge Zeichen Gottes seien und folglich keinerlei Unterschied zwischen ihnen bestehe. Einige haben sie noch mit der Behauptung übertroffen, diese Zeichen seien Ebenbürtige und Gefährten Gottes. Gnädiger Gott! Er ist wahrlich eins und unteilbar, eins in Seinem Wesen, eins in Seinen Eigenschaften. Alles außer Ihm ist wie nichts, wenn es vor die strahlende Offenbarung nur eines Seiner Namen, vor die leiseste Andeutung Seiner Herrlichkeit gebracht wird – wieviel weniger, wenn es Seinem Selbst gegenübergestellt ist!
93:8Bei der Rechtmäßigkeit Meines Namens, der Allbarmherzige! Die Feder des Höchsten zittert und bebt und ist tief erschüttert bei der Offenbarung dieser Worte. Wie winzig, wie nichtig ist der verschwindende Tropfen, verglichen mit den Wellen und Wogen des grenzenlosen, ewigen Meeres Gottes, wie verächtlich muß alles Bedingte und Vergängliche erscheinen, wenn es der unerschaffenen, unaussprechlichen Herrlichkeit des Ewigen gegenübergestellt wird! Wir bitten Gott, den Allmächtigen, für die um Vergebung, die solchen Glauben hegen und solche Worte äußern. Sprich: O Volk! Wie kann ein flüchtiger Wahn mit dem Selbstbestehenden gleichgestellt, wie kann der Schöpfer mit Seinen Geschöpfen verglichen werden, die nur wie der Schriftzug Seiner Feder sind? Nein, Seine Schrift übertrifft alle Dinge und ist geheiligt und unermeßlich erhaben über alle Seine Geschöpfe.
93:9Bedenke ferner die Zeichen der Offenbarung Gottes in ihrer Beziehung zueinander. Kann die Sonne, die nur eines dieser Zeichen ist, als gleichen Ranges mit der Dunkelheit angesehen werden? Der eine, wahre Gott ist Mein Zeuge! Kein Mensch kann das glauben, so er nicht zu jenen gehört, deren Herzen verstockt und deren Augen verblendet sind. Sprich: Denkt an euch selbst. Eure Nägel und eure Augen sind beides Teile eures Körpers. Betrachtet ihr sie als gleich in Rang und Wert? Wenn ihr es bejaht, dann sprich: Ihr habt in der Tat den Herrn, meinen Gott, den Allherrlichen, des Betrugs bezichtigt, weil ihr das eine beschneidet und das andere so zärtlich hegt wie euer Leben.
93:10Es ist keinesfalls erlaubt, die Grenzen der eigenen Stellung und Stufe zu überschreiten. Jede Stellung und Stufe muß in ihrer Unversehrtheit gewahrt werden. Das heißt, daß jedes erschaffene Ding im Lichte der Stufe zu betrachten ist, die ihm zugewiesen wurde.
93:11Es sollte jedoch bedacht werden, daß jedem erschaffenen Ding, als das Licht Meines Namens, der Alldurchdringende, seinen Glanz über das All erstrahlte, nach einem festgesetzten Ratschluß die Fähigkeit verliehen worden ist, einen besonderen Einfluß zu üben und eine bestimmte Tugend zu besitzen. Denke an die Wirkung von Gift. Obwohl es tödlich ist, hat es doch die Kraft, unter gewissen Bedingungen heilend zu wirken. Die Kraft, die allem Erschaffenen eingegeben wurde, ist das unmittelbare Ergebnis der Offenbarung dieses gesegnetsten Namens. Verherrlicht sei Er, der Schöpfer aller Namen und Eigenschaften! Wirf den faulen, verdorrten Baum ins Feuer, weile im Schatten des stattlichen, grünen Baumes und genieße seine Früchte!
93:12Die Menschen, die in den Tagen der Manifestationen Gottes leben, führen zumeist solche ungebührlichen Reden. Sie sind ausführlich in den offenbarten Büchern und heiligen Schriften niedergelegt.
93:13Der glaubt wirklich an die Einheit Gottes, der in jedem erschaffenen Ding das Zeichen der Offenbarung dessen erkennt, der die Ewige Wahrheit ist, nicht aber der, der behauptet, das Geschöpf sei vom Schöpfer nicht zu unterscheiden.
93:14Denke zum Beispiel an die Offenbarung des Lichtes des Namens Gottes, der Erzieher. Siehe, wie die Beweise einer solchen Offenbarung in allen Dingen zutage treten, wie die Kultivierung aller Wesen von ihm abhängt. Diese Erziehung ist zweifacher Art. Die eine ist allumfassend, ihr Einfluß durchdringt und erhält alle Dinge. Aus diesem Grunde hat Gott die Benennung »Herr aller Welten«vgl. Qur’án 1:2, 2:131, 5:28, 6:45, 6:71, etc – Anm. d. Hrsg.
Q angenommen. Die andere ist auf jene beschränkt, die unter den Schatten dieses Namens gekommen sind und den Schutz dieser mächtigsten Offenbarung gesucht haben. Wer es aber versäumt, diesen Schutz zu suchen, hat sich selbst seines Vorrechts beraubt und ist außerstande, aus der geistigen Nahrung Nutzen zu ziehen, die durch die himmlische Gnade dieses Größten Namens herniedergesandt worden ist. Welch tiefe Kluft trennt die eine Art von der anderen! Würde der Schleier gehoben und in voller Herrlichkeit die Stufe derer offenbart, die sich gänzlich Gott zugewandt und in ihrer Liebe zu Ihm von der Welt losgesagt haben, so wäre die ganze Schöpfung verblüfft. Wer wahrhaft an die Einheit Gottes glaubt, wird, wie schon erklärt, im Gläubigen und im Nichtgläubigen die Beweise der Offenbarung dieser beiden Namen erkennen. Würde diese Offenbarung zurückgenommen, würde alles zugrunde gehen.
93:15Denke in gleicher Weise an die Offenbarung des Lichtes des Namens Gottes, der Unvergleichliche! Sieh, wie dieses Licht die ganze Schöpfung umhüllt, wie jedes Ding die Zeichen Seiner Einheit aufweist, die Wirklichkeit dessen bezeugt, der die Ewige Wahrheit ist, und von Seiner höchsten Herrschaft, Seiner Einzigkeit und Macht kündet. Diese Offenbarung ist ein Zeichen Seiner Gnade, die alles Erschaffene umfaßt. Aber jene, die Ihm Gefährten zugesellen, wissen nichts von einer solchen Offenbarung und sind des Glaubens beraubt, durch den sie Ihm nahe kommen und mit Ihm vereint werden könnten. Siehe, wie die verschiedenen Völker und Geschlechter der Erde Seine Einheit bezeugen und Seine Einzigkeit erkennen. Wäre nicht das Zeichen der Einheit Gottes in ihnen, hätten sie die Wahrheit der Worte »Es ist kein Gott außer Gott«vgl. hierzu Qur’án 3:62, 20:14, 21:25, 47:19 – Anm. d. Hrsg.
Q niemals anerkannt. Und dennoch, bedenke, wie schwer sie irren und von Seinem Pfade abweichen! Weil sie versäumen, den höchsten Offenbarer anzuerkennen, gehören sie nicht mehr zu denen, die man als wahrhaft an die Einheit Gottes Glaubende ansehen kann.
93:16Dieses Zeichen der Offenbarung des göttlichen Wesens in denen, die Ihm Gefährten beigesellen, kann in gewissem Sinn als Widerspiegelung der Herrlichkeit angesehen werden, die die Gläubigen erleuchtet. Diese Wahrheit kann jedoch nur verstehen, wer mit Verständnis begabt ist. Die, welche die Einheit Gottes wahrhaft erkennen, sollten als die ersten Offenbarungen dieses Namens betrachtet werden. Sie sind es, die den Wein göttlicher Einheit aus dem Kelche trinken, den ihnen Gottes Hand reicht, und die Ihm ihr Angesicht zuwenden. Welch großer Abstand trennt diese geheiligten Wesen von jenen, die Gott so ferne sind! …
93:17Gebe Gott, daß du mit durchdringender Schau in allen Dingen das Zeichen der Offenbarung des Altehrwürdigen Königs wahrnehmest und erkennest, wie erhaben und geheiligt über die ganze Schöpfung dieses hehrste, heiligste Wesen ist. Das ist in Wahrheit die eigentliche Wurzel und der Kern des Glaubens an die Einheit und Einzigkeit Gottes. »Gott war allein; es war keiner neben Ihm.«Ḥadíth – Anm. d. Hrsg.
Q Er ist jetzt, was Er immer gewesen ist. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Allmächtigen, dem Höchsterhabenen, dem Größten.
9494:1Und nun zu deinem Hinweis auf das Bestehen zweier Götter. Gib acht, daß du dich nicht verleiten lässest, dem Herrn, deinem Gott, Gefährten beizugesellen! Er ist und war von Ewigkeit her einzig und allein, ohne Gefährten oder Seinesgleichen, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft, gesondert von allen Dingen, immerwährend, unveränderlich und selbstbestehend. Er hat sich in Seinem Reich keinen Teilhaber bestimmt, keinen Berater, Ihn zu beraten, keinen, Ihm zu vergleichen, keinen, mit Seiner Herrlichkeit zu wetteifern. Jedes Atom des Alls bezeugt dies, und darüber hinaus die Bewohner der Reiche der Höhe, sie, die die erhabensten Sitze einnehmen, sie, derer Namen vor dem Throne der Herrlichkeit gedacht wird.
94:2Bestätige in deinem innersten Herzen dieses Zeugnis, das Gott selbst für sich ausspricht, daß kein Gott ist außer Ihm, daß alle außer Ihm auf Sein Geheiß erschaffen, mit Seiner Erlaubnis geformt sind, Seinem Gesetz unterliegen, den herrlichen Beweisen Seiner Einheit gegenüber einer vergessenen Sache gleichen und wie ein Nichts sind, wenn sie den mächtigen Offenbarungen Seiner Einheit gegenübergestellt werden.
94:3Er ist in Wahrheit durch alle Ewigkeit Einer gewesen in Seinem Wesen, Einer in Seinen Eigenschaften, Einer in Seinen Werken. Jeglicher Vergleich trifft nur Seine Geschöpfe, und alle Vorstellungen von einer Teilhaberschaft betreffen allein die, welche Ihm dienen. Unermeßlich erhaben ist Sein Wesen über die Beschreibungen Seiner Geschöpfe. Er allein thront auf dem Sitze überirdischer Majestät und erhabenster, unerreichbarer Herrlichkeit. Wie hoch sich die Menschenherzen, den Vögeln gleich, auch aufschwingen, sie können niemals hoffen, die Höhen Seines unerkennbaren Wesens zu erreichen. Er ist es, der die ganze Schöpfung ins Dasein rief, der alles Erschaffene auf Sein Geheiß entstehen ließ. Sollte da irgend etwas als Sein Gefährte oder als eine Verkörperung Seiner selbst angesehen werden, das kraft eines von Seiner Feder offenbarten, vom Finger Seines Willens gelenkten Wortes geboren ist? Ferne sei es Seiner Herrlichkeit, daß eine menschliche Feder oder Zunge Sein Geheimnis andeute, daß ein menschliches Herz Sein Wesen begreife. Alle außer Ihm stehen arm und verlassen an Seiner Tür, alle sind machtlos vor der Größe Seiner Macht, alle sind nur Sklaven in Seinem Königreich. Er ist reich genug, aller Geschöpfe zu entraten.
94:4Das Band der Dienstbarkeit, das zwischen dem Anbetenden und dem Angebeteten, zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer besteht, sollte als ein Zeichen Seiner gütigen Huld für die Menschen betrachtet werden, nicht aber als Anzeichen irgendeines Verdienstes, das sie besitzen mögen. Dies bezeugt jeder wahre, einsichtige Gläubige.
9595:1Wisse, daß nach dem, was dein Herr, der Herr aller Menschen, in Seinem Buche verfügt hat, die Gnadengaben, die Er der Menschheit gewährt, unendlich weitreichend sind und immer bleiben werden. Die erste und vornehmste unter den Gaben, die der Allmächtige den Menschen verliehen hat, ist die des Verstandes. Seine Absicht bei der Verleihung einer solchen Gabe ist allein die, Sein Geschöpf zu befähigen, den einen, wahren Gott zu erkennen und anzuerkennen – gepriesen sei Seine Herrlichkeit! Diese Gabe gibt dem Menschen die Kraft, in allen Dingen die Wahrheit herauszufinden; sie führt ihn zu dem, was recht ist, und hilft ihm, die Geheimnisse der Schöpfung zu entdecken. Die nächste an Bedeutung ist die Sehkraft, das Hauptwerkzeug, womit der Verstand wirken kann. Der Gehörsinn, die Empfindungen des Herzens und dergleichen zählen gleichfalls zu den Gaben, mit denen der menschliche Körper ausgestattet ist. Unermeßlich erhaben ist der Allmächtige, der diese Kräfte erschaffen und im Leib des Menschen offenbart hat.
95:2Jede dieser Gaben ist ein schlüssiger Beweis für die Majestät, die Macht, die Überlegenheit, das allumfassende Wissen des einen, wahren Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit. Denke an den Tastsinn. Bezeuge, wie seine Kraft über den ganzen menschlichen Körper verbreitet ist. Während die Fähigkeiten des Gesichts und Gehörs jeweils auf ein bestimmtes Organ festgelegt sind, umfaßt der Tastsinn die ganze menschliche Gestalt. Verherrlicht sei Seine Macht, gepriesen sei Seine Herrschaft!
95:3Diese Gaben ruhen im Menschen selbst. Was alle anderen Gaben überragt, was seinem Wesen nach unzerstörbar ist und Gott selbst zugehört, ist die Gabe der göttlichen Offenbarung. Jede Wohltat, die der Schöpfer dem Menschen erweist, ob materiell oder geistig, ist dieser untergeordnet. Sie ist ihrem Wesen nach das Brot, das vom Himmel herabkommt, und wird es immer bleiben. Sie ist Gottes erhabenstes Zeugnis, der klarste Beweis Seiner Wahrheit, das Zeichen Seiner vollendeten Güte, das Unterpfand Seiner allumfassenden Barmherzigkeit, der Beweis Seiner liebevollen Vorsehung, das Sinnbild Seiner vollkommensten Gnade. Wer Seine Manifestation an diesem Tage anerkennt, der hat wirklich teil an dieser höchsten Gabe Gottes.
95:4Danke deinem Herrn dafür, daß Er dir eine so große Gabe verliehen hat. Erhebe deine Stimme und sprich: Aller Lobpreis sei Dir, o Du, der Du die Sehnsucht jedes verstehenden Herzens bist!
9696:1Die Feder des Höchsten ruft unablässig, und doch, wie wenige sind es, die auf ihre Stimme hören! Die Bewohner des Reiches der Namen sind mit dem bunten Kleid der Welt befaßt. Sie vergessen, daß jeder mit Augen zu sehen und mit Ohren zu hören bereitwillig erkennen muß, wie vergänglich alle Farben dieses Kleides sind.
96:2Neues Leben durchpulst in dieser Zeit alle Völker der Erde, und doch hat niemand seine Ursache entdeckt und seine Triebfeder erkannt. Sieh, wie die Völker des Westens auf ihrer Jagd nach dem, was eitel und belanglos ist, zahllose Leben opfern, um diese Güter zu sichern und zu mehren. Die Völker Persiens hingegen sind der Hort einer klaren, leuchtenden Offenbarung, deren Erhabenheit und ruhmreiches Ansehen die ganze Erde erfüllt hat, und doch sind sie niedergeschlagen und in tiefe Teilnahmslosigkeit versunken.
96:3O Freunde! Vernachlässigt die Tugenden nicht, die euch verliehen wurden, noch versäumt eure hohe Bestimmung. Laßt eure Mühe nicht am leeren Trug scheitern, den manche Herzen ersonnen haben. Ihr seid die Sterne am Himmel des Verstehens, der frische Wind, der am Morgen weht, das ruhig fließende Wasser, von dem das wahre Leben aller Menschen abhängt, die Buchstaben auf Seiner heiligen Schriftrolle. Strengt euch an, in größter Eintracht und im Geiste vollkommener Verbundenheit, daß ihr vollbringt, was diesem Tage Gottes angemessen ist. Wahrlich, Ich sage, Streit, Hader und was immer der Geist des Menschen verabscheut, sind seiner Stufe völlig unwürdig. Verbreitet mit all euren Kräften den Glauben Gottes. Wer immer einer so hohen Berufung würdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fördern. Wer dies nicht vermag, soll jemanden bestimmen, der an seiner Statt diese Offenbarung verkündet, deren Gewalt die Grundmauern der mächtigsten Bauten beben macht, jeden Berg zu Staub zermalmt und jede Seele bestürzt. Wäre die Größe dieses Tages in ihrer Fülle offenbart, so würde jeder Mensch aus Sehnsucht, an seiner großen Herrlichkeit auch nur einen Augenblick lang teilzuhaben, auf Abertausende von Leben verzichten – wieviel mehr noch auf diese Welt und ihre vergänglichen Schätze!
96:4Laßt euch in allen euren Taten von Klugheit leiten, und haltet treu an ihr fest. So Gott will, werdet ihr alle die Kraft erhalten, Gottes Willen zu vollbringen, und wird euch gnädiglich geholfen werden, den Rang zu würdigen, der denen unter Seinen Geliebten verliehen wurde, die sich erheben, Ihm zu dienen und Seinen Namen zu preisen. Auf ihnen ruhe die Herrlichkeit Gottes, die Herrlichkeit all dessen, was in den Himmeln und auf Erden ist, und die Herrlichkeit der Bewohner des höchsterhabenen Paradieses, des Himmels der Himmel.
9797:1Bedenke die Zweifel, die jene, die Gott Gefährten zugesellen, den Menschen dieses Landes ins Herz träufeln. »Wird es je möglich sein«, so fragen sie, »Kupfer in Gold zu verwandeln?« Sprich: Ja, bei meinem Herrn, es ist möglich. Das Geheimnis liegt jedoch in Unserem Wissen verborgen. Wir werden es enthüllen, wem Wir wollen. Wer immer Unsere Macht bezweifelt, bitte den Herrn, seinen Gott, daß Er ihm das Geheimnis erschließe und ihn von seiner Wahrheit überzeuge. Daß Kupfer in Gold verwandelt werden kann, ist in sich ein genügender Beweis dafür, daß ebenso Gold in Kupfer verwandelt werden kann – wenn sie doch diese Wahrheit begreifen könnten! Jedes Mineral kann dazu gebracht werden, Dichte, Bau und Masse eines anderen Minerals anzunehmen. Das Wissen darüber ist bei Uns im Verborgenen Buche.
9898:1Sprich: O ihr Schar der Geistlichen! Wägt Gottes Buch nicht mit Maßstäben und Wissenschaften, wie sie bei euch im Schwange sind. Denn das Buch selbst ist die untrügliche Waage, die unter den Menschen aufgestellt ist. Auf dieser vollkommenen Waage muß alles gewogen werden, was die Völker und Geschlechter der Erde besitzen, während ihre Gewichte nach ihrem eigenen Richtmaß geprüft werden sollten – könntet ihr es doch erkennen!
98:2Bitterlich weint das Auge Meiner liebenden Güte über euch, weil ihr versäumt habt, Ihn zu erkennen, den ihr Tag und Nacht, des Abends wie des Morgens, anruft. O ihr Menschen, schreitet mit schneeweißem Antlitz und strahlendem Herzen voran zu dem gesegneten, hochroten Ort, wo der Sadratu’l-Muntahá ruft: »Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem allmächtigen Beschirmer, dem Selbstbestehenden!«
98:3O ihr Schar der Geistlichen! Wer ist unter euch, der sich an enthüllender Schau und Einsicht mit Mir messen könnte? Wo ist der zu finden, der zu behaupten wagt, Mir an Rede und Weisheit ebenbürtig zu sein? Nein, bei Meinem Herrn, dem Allbarmherzigen! Alles auf Erden wird vergehen, dies aber ist das Antlitz eures Herrn, des Allmächtigen, des Vielgeliebten.
98:4Wir haben bestimmt, o Menschen, daß der höchste, letzte Zweck aller Gelehrsamkeit die Anerkennung dessen sei, der das Ziel aller Erkenntnis ist; und doch seht, wie ihr eurer Gelehrsamkeit gestattet habt, euch wie durch einen Schleier zu trennen von Ihm, dem Tagesanbruch dieses Lichtes, durch den alles Verborgene offenbart worden ist. Könntet ihr den Quell entdecken, woraus der Glanz dieser Rede strömt, ihr würdet die Völker der Welt und all ihren Besitz verwerfen und euch diesem gesegneten Throne der Herrlichkeit nahen.
98:5Sprich: Dies ist wahrlich der Himmel, in dem das Mutterbuch verwahrt ist, könntet ihr es doch verstehen! Er ist es, der den Felsen rufen ließ, der den Brennenden Busch auf dem Berge hoch über dem Heiligen Lande die Stimme erheben und verkünden ließ: »Das Reich ist Gottes, des souveränen Herrn über alle, des Allmachtvollen, des Liebenden!«
98:6Wir haben weder eine Schule besucht noch eure Abhandlungen gelesen. Neigt euer Ohr den Worten dieses Ungelehrten. Er ruft euch vor Gott, den Ewigbestehenden. Dies ist besser für euch als alle Schätze der Erde, könntet ihr es doch begreifen.
9999:1Die Lebenskraft des Gottesglaubens stirbt aus in allen Landen. Nur Seine heilende Arznei kann sie jemals wiederherstellen. Der Schwamm der Gottlosigkeit frißt sich in das Mark der menschlichen Gesellschaft. Was außer dem Heiltrank Seiner machtvollen Offenbarung kann sie reinigen und neu beleben? Liegt es in menschlicher Macht, o Ḥakím, in den Bestandteilen irgendeines der winzigen, unteilbaren Teilchen der Materie eine so völlige Umwandlung zu bewirken, daß sie in lauteres Gold verwandelt wird? So verwirrend und schwierig dies erscheinen mag, Wir wurden bevollmächtigt, die noch größere Aufgabe zu erfüllen, satanische Stärke in himmlische Macht zu verwandeln. Die Kraft zu einer solchen Umwandlung übertrifft die Wirksamkeit des Lebenselixiers. Das Wort Gottes allein kann für sich in Anspruch nehmen, zu einer so großen, so weitreichenden Wandlung fähig zu sein.
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