Bahá’u’lláh | Die Verborgenen Worte
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8
2.8:0_82
O Sohn der Herrlichkeit!
2.8:1
Eile voran auf dem Pfade der Heiligkeit und tritt ein in den Himmel der Gemeinschaft mit Mir. Läutere dein Herz mit der Flamme des Geistes und eile zum Hofe des Allhöchsten.
9
2.9:0_83
O vergänglicher Schatten!
2.9:1
Des Zweifels niedere Stufen lasse hinter dir und schwinge dich empor zu den erhabenen Höhen der Gewissheit. Öffne der Wahrheit Auge, die unverschleierte Schönheit zu schauen und laut zu rufen: Geheiligt sei der Herr, der vortrefflichste aller Schöpfer!
10
2.10:0_84
O Sohn der Leidenschaft!
2.10:1
Höre: Sterbliche Augen werden die ewige Schönheit niemals erkennen, und das leblose Herz wird sich nur der welken Blüte erfreuen. Denn Gleiches sucht Gleiches und gesellt sich gern zu seiner Art.
11
2.11:0_85
O Sohn des Staubes!
2.11:1
Werde blind, damit du Meine Schönheit schauest, werde taub, damit du den lieblichen Klang Meiner Stimme hörest. Leg ab alle Gelehrsamkeit, damit du an Meinem Wissen teilhabest. Löse dein Herz vom Besitz, damit du aus dem Meer Meines ewigen Reichtums einen bleibenden Anteil gewinnest. Werde blind, das heißt für alles außer Meiner Schönheit. Werde taub für alles außer Meinem Wort. Lege alle Gelehrsamkeit ab außer Meiner Erkenntnis, so dass du mit klarem Auge, reinem Herzen und wachem Ohr an Meiner Heiligkeit Hof gelangest.
12
2.12:0_86
O Mensch mit zweierlei Sehvermögen!
2.12:1
Schließe ein Auge und öffne das andere. Schließe das eine vor der Welt und allem, was darinnen ist, und öffne das andere für die geheiligte Schönheit des Geliebten.
13
2.13:0_87
O Meine Kinder!
2.13:1
Ich fürchte, so ihr nicht das Lied der Himmelstaube vernehmt, sinkt ihr in den Schatten völligen Vergessens, und ohne auf der Rose Schönheit zu blicken, kehrt ihr zurück zu Wasser und Staub.
14
2.14:0_88
O Freunde!
2.14:1
Verschachert nicht die ewige Schönheit um vergänglicher Schönheit willen, und hängt nicht euer Herz an die sterbliche Welt des Staubes.
15
2.15:0_89
O Sohn des Geistes!
2.15:1
Es kommt die Zeit, da die Nachtigall der Heiligkeit die inneren Geheimnisse nicht mehr enthüllt und ihr der himmlischen Weise und der göttlichen Stimme beraubt sein werdet.
16
2.16:0_90
O du Wesen der Achtlosigkeit!
2.16:1
Tausend mystische Zungen sprechen in einer Sprache, und tausend verborgene Geheimnisse werden in einem Lied offenbar; aber ach, kein Ohr ist da, welches hört, und kein Herz, das versteht.
17
2.17:0_91
O Gefährten!
2.17:1
Die Tore zum Raumlosen stehen offen, und die Wohnstatt des Geliebten ist geschmückt mit der Liebenden Blut, doch bis auf wenige sind alle von dieser himmlischen Stadt ausgeschlossen, und selbst von diesen ward nur eine winzige Handvoll als reinen Herzens und geheiligten Geistes befunden.
18
2.18:0_92
O ihr Bewohner des höchsten Paradieses!
2.18:1
Verkündet den Kindern der Gewissheit, dass in den Reichen der Heiligkeit, nahe dem himmlischen Paradiese, ein neuer Garten erschien, den die Bewohner des Reiches der Höhe umkreisen und die Unsterblichen, die im erhabenen Paradiese wohnen. So mühet euch, zu diesem Orte zu gelangen, um aus seinen Anemonen Mysterien der Liebe zu enträtseln und aus seinen ewigen Früchten das Geheimnis göttlicher, vollendeter Weisheit zu erkennen. Getröstet sind die Augen derer, die eintreten und darinnen wohnen!
19
2.19:0_93
O Meine Freunde!
2.19:1
Habt ihr den wahren, strahlenden Morgen vergessen, da ihr alle im heiligen, seligen Gefilde um Mich versammelt wart, unter dem Schatten des Lebensbaumes Anísá, der ›göttliche Lotosbaum‹, der ›Baum des Lebens‹ – Anm. d. Hrsg. A, gepflanzt im allherrlichen Paradiese? Ehrfurchtsvoll lauschtet ihr, als Ich diese drei hochheiligen Verse sprach: O Freunde! Zieht euren Willen nicht dem Meinen vor, begehrt nichts, was Ich nicht für euch wünsche, und naht Mir nicht mit leblosem Herzen, besudelt mit weltlichen Wünschen und Begierden. Wolltet ihr nur eure Seelen heiligen, ihr würdet euch sogleich dieses Ortes und Gefildes erinnern; die Wahrheit Meiner Rede wäre dann euch allen offenbar.
20
2.20:1
Auf der achten der heiligsten Zeilen, auf der fünften Tafel des Paradieses, sagt Er:
2.20:1_94
O ihr, die ihr Toten gleich auf dem Lager der Achtlosigkeit liegt!
2.20:2
Zeitalter sind vergangen, euer kostbares Leben naht sich dem Ende, doch kein reiner Hauch gelangte von euch zu Unserem Hof der Heiligkeit. Im Meer des Unglaubens versunken, bekennt ihr doch mit den Lippen den einen, wahren Glauben an Gott. Den Ich verabscheue, liebt ihr, und Meinen Feind habt ihr euch zum Freund genommen. Gleichwohl wandelt ihr eitel und selbstzufrieden auf Meiner Erde, nicht gewahr, wie überdrüssig sie eurer ist und alles darinnen euch flieht. Wolltet ihr nur die Augen öffnen, fürwahr, ihr zöget tausend Trübsale dieser Freude vor und hieltet selbst den Tod für besser als solches Leben.
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