Bahá’u’lláh | Die Verborgenen Worte
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2.45:0_119
Wehe, wehe euch, die ihr Irdisches liebt und begehrt!
2.45:1
Schnell wie der Blitz seid ihr am Geliebten vorübergeeilt und habt eure Herzen an teuflischen Trug gehängt. Vor leerem Wahn beugt ihr das Knie und nennt ihn Wahrheit. Auf den Dorn blicket ihr und nennt ihn Blume. Kein reiner Hauch ging von euch aus; kein Duft der Loslösung stieg aus den Auen eurer Herzen. Den liebenden Rat des Geliebten habt ihr in den Wind geschlagen und völlig von der Tafel eures Herzens getilgt. Und wie die Tiere auf dem Felde fristet ihr euer Dasein auf den Weiden der Lust und Leidenschaft.
46
2.46:0_120
O Brüder auf dem Pfade!
2.46:1
Warum vernachlässigt ihr des Geliebten Gedenken und haltet euch fern Seiner heiligen Gegenwart? Das Wesen der Schönheit thront im unvergleichlichen Zelt auf dem Sitze der Herrlichkeit, und ihr gebt euch ab mit sinnlosem Streit. Der süße Duft der Heiligkeit strömt, der Hauch der Großmut weht, doch ihr seid alle vom Schnupfen befallen und habt nicht daran teil. Wehe euch und denen, die auf euren Wegen wandeln und euren Spuren folgen!
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2.47:0_121
O Kinder der Leidenschaft!
2.47:1
Legt ab der Hoffart Gewand und befreit euch aus dem Kleide des Hochmuts.
48
2.48:0_122
Auf der dritten hochheiligen Zeile, welche die Feder des Unsichtbaren auf der Rubinroten Tafel niederschrieb und aufzeichnete, wurde offenbart:
2.48:1
O Brüder!
2.48:2
Habt Nachsicht miteinander und hängt euer Herz nicht an die Welt. Rühmt euch nicht eurer Herrlichkeit und schämt euch nicht eurer Erniedrigung. Bei Meiner Schönheit! Aus Staub habe Ich alle Dinge erschaffen und dem Staube werde Ich sie wieder zurückgeben.
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2.49:0_123
O Kinder des Staubes!
2.49:1
Berichte dem Reichen von des Armen Seufzer um Mitternacht, dass Achtlosigkeit ihn nicht auf den Pfad des Verderbens leite und er sich so den Baum wahren Reichtums verscherzt. Freigebigkeit und Großmut sind Meine Zeichen. Wohl dem, der den Schmuck Meiner Tugenden anlegt!
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2.50:0_124
O du Inbegriff der Leidenschaft!
2.50:1
Leg ab alle Habsucht und strebe nach Genügsamkeit, denn der Gierige bleibt immer fern, der Genügsame aber wird immer geliebt und gelobt.
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2.51:0_125
O Sohn Meiner Magd!
2.51:1
Sei nicht bekümmert in Armut noch selbstsicher im Reichtum, denn auf Armut folgt Reichtum und auf Reichtum Armut. Aber Armut in allem außer Gott ist eine wundersame Gabe. Achte sie nicht gering, denn am Ende wird sie dich reich machen in Gott. Du wirst die Bedeutung des Verses erkennen: »Wahrlich, ihr seid die Armen«Qur’án 35:15 – Anm. d. Hrsg.Q, und die heiligen Worte: »Gott ist der Allbesitzende«Qur’án 35:15 – Anm. d. Hrsg.Q werden dem Liebenden wie der wahre Morgen herrlich strahlend am Horizont seines Herzens aufleuchten. Dann wirst du sicher auf des Reichtums Throne weilen.
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2.52:0_126
O Kinder der Achtlosigkeit und Leidenschaft!
2.52:1
Meinen Feind habt ihr in Mein Haus eingelassen und Meinen Freund habt ihr daraus verstoßen, denn ihr wahrt in euren Herzen statt Meiner die Liebe zu einem anderen als Mir. Hört auf die Rede des Freundes und wendet euch Seinem Paradiese zu. Weltlich gesinnte Freunde halten zusammen aus Eigennutz, aber der wahre Freund liebt euch um eurer selbst willen. Fürwahr, zu eurer Führung hat Er unzählige Leiden getragen. Seid nicht treulos zu einem solchen Freund, nein, eilt Ihm entgegen. Also erhebt sich das Wort der Wahrheit und der Treue wie die Morgensonne am Horizont der Feder des Herrn aller Namen. Öffnet eure Ohren, das Wort Gottes zu vernehmen, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.
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2.53:0_127
O ihr, die ihr euch vergänglichen Reichtums brüstet!
2.53:1
Wisset fürwahr, dass Reichtum eine mächtige Schranke ist zwischen dem Sucher und seinem Verlangen, dem Liebenden und seinem Geliebten. Nur wenige Reiche werden zum Hofe Seiner Gegenwart gelangen, nur wenige werden die Stadt der Genügsamkeit und des Verzichts betreten. Gut steht es deshalb um den Reichen, den der Reichtum nicht vom ewigen Königreich fernhält noch der unvergänglichen Herrschaft beraubt! Beim Größten Namen! Der Glanz eines solchen Reichen soll die Himmelsbewohner so erleuchten, wie die Sonne dem Erdenvolk Licht spendet.
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2.54:0_128
O ihr Reichen auf Erden!
2.54:1
Die Armen in eurer Mitte sind Mein Pfand; hütet Mein Pfand und trachtet nicht nur nach eurem Wohlergehen.
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2.55:0_129
O Sohn der Leidenschaft!
2.55:1
Reinige dich vom Staub des Reichtums und betritt in vollkommenem Frieden die Reiche der Armut; dort wirst du aus dem Quell der Loslösung den Wein ewigen Lebens trinken.
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2.56:0_130
O Mein Sohn!
2.56:1
Die Gesellschaft der Frevler vermehrt das Leid, die Gemeinschaft mit den Gerechten aber löst den Rost vom Herzen. Wer Gemeinschaft mit Gott sucht, der nehme Zuflucht bei Seinen Geliebten, und wer Gottes Wort hören will, der lausche den Worten Seiner Auserwählten.
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2.57:0_131
O Sohn des Staubes!
2.57:1
Hab Acht! Verkehre nicht mit dem Frevler und suche nicht seine Gesellschaft, denn solcher Umgang verwandelt den Glanz des Herzens in das Feuer der Hölle.
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