Bahá’u’lláh | Die Verborgenen Worte
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54
2.54:0_128
O ihr Reichen auf Erden!
2.54:1
Die Armen in eurer Mitte sind Mein Pfand; hütet Mein Pfand und trachtet nicht nur nach eurem Wohlergehen.
55
2.55:0_129
O Sohn der Leidenschaft!
2.55:1
Reinige dich vom Staub des Reichtums und betritt in vollkommenem Frieden die Reiche der Armut; dort wirst du aus dem Quell der Loslösung den Wein ewigen Lebens trinken.
56
2.56:0_130
O Mein Sohn!
2.56:1
Die Gesellschaft der Frevler vermehrt das Leid, die Gemeinschaft mit den Gerechten aber löst den Rost vom Herzen. Wer Gemeinschaft mit Gott sucht, der nehme Zuflucht bei Seinen Geliebten, und wer Gottes Wort hören will, der lausche den Worten Seiner Auserwählten.
57
2.57:0_131
O Sohn des Staubes!
2.57:1
Hab Acht! Verkehre nicht mit dem Frevler und suche nicht seine Gesellschaft, denn solcher Umgang verwandelt den Glanz des Herzens in das Feuer der Hölle.
58
2.58:0_132
O Sohn Meiner Magd!
2.58:1
Suchst du die Gnade des Heiligen Geistes, so pflege Gemeinschaft mit dem Gerechten, denn er trinkt den Kelch ewigen Lebens aus der Hand des unsterblichen Mundschenks, und gleich dem wahren Morgen erleuchtet und belebt er die Herzen der Toten.
59
2.59:0_133
O ihr Achtlosen!
2.59:1
Wähnt nicht, die Geheimnisse eures Herzens seien verborgen, nein, wisset vielmehr mit Gewissheit, dass sie in deutlichen Zeichen eingemeißelt und in der heiligen Gegenwart offenbar sind.
60
2.60:0_134
O Freunde!
2.60:1
Wahrlich, Ich sage: Alles, was ihr in eurem Herzen verbergt, ist Uns unverhüllt und offenbar wie der Tag. Dass es verborgen blieb, ist Unsere Gnade und Gunst, nicht euer Verdienst.
61
2.61:0_135
O Sohn des Menschen!
2.61:1
Einen Tautropfen aus dem unerschöpflichen Meer Meines Erbarmens ließ Ich auf die Erdenvölker fallen, fand indes keinen, der ihn beachtet hätte, weil ein jeder, den himmlischen Wein der Einheit fliehend, faulem Schmutz und Abschaum zugewandt ist und, mit dem sterblichen Becher zufrieden, den Kelch unsterblicher Schönheit verschmäht. Erbärmlich ist, womit man sich zufrieden gibt.
62
2.62:0_136
O Sohn des Staubes!
2.62:1
Wende deine Augen nicht ab von dem unvergleichlichen Wein des unsterblichen Geliebten und öffne sie nicht dem faulen, sterblichen Bodensatz. Nimm aus den Händen des göttlichen Mundschenks den Kelch unsterblichen Lebens, damit alle Weisheit dein sei und du die mystische Stimme aus dem Reich des Unsichtbaren rufen hörst. Lasst vernehmen, die ihr niedrigen Zielen zustrebt! Warum zieht ihr vergängliches Wasser Meinem heiligen, unvergänglichen Weine vor?
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2.63:0_137
O ihr Völker der Welt!
2.63:1
Wisset wahrlich, dass unerwartetes Unheil euch verfolgt und schmerzliche Vergeltung eurer harrt. Wähnt nicht, vor Meinem Angesicht sei getilgt, was ihr begangen. Bei Meiner Schönheit! Alle eure Taten hat Meine Feder mit klaren Lettern auf Tafeln von Chrysolith gemeißelt.
64
2.64:0_138
O ihr Unterdrücker auf Erden!
2.64:1
Hütet euch wohl vor Tyrannei, denn Ich habe gelobt, keines Menschen Unrecht zu vergeben. Dies ist Mein Bund, den Ich auf der verwahrten Tafel unwiderruflich beschlossen und mit Meinem Siegel der Herrlichkeit besiegelt habe.
65
2.65:0_139
O ihr Empörer!
2.65:1
Meine Geduld hat euch dreist gemacht; Meine Langmut ließ euch gleichgültig werden; so jagt ihr nun dahin auf dem feurigen Ross der Leidenschaft, auf gefährlichen Wegen, die ins Verderben führen. Wähnt ihr Mich gleichgültig oder achtlos?
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2.66:0_140
O ihr Auswanderer!
2.66:1
Die Sprache bestimmte Ich zu Meinem Gedenken, besudelt sie nicht mit übler Nachrede. Übermannt euch das Feuer des Selbstes, so gedenkt eurer eigenen Fehler und nicht der Fehler Meiner Geschöpfe; denn ein jeder kennt sich selbst besser als den anderen.
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