Bahá’u’lláh | Die Verborgenen Worte
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2.60:0_134
O Freunde!
2.60:1
Wahrlich, Ich sage: Alles, was ihr in eurem Herzen verbergt, ist Uns unverhüllt und offenbar wie der Tag. Dass es verborgen blieb, ist Unsere Gnade und Gunst, nicht euer Verdienst.
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2.61:0_135
O Sohn des Menschen!
2.61:1
Einen Tautropfen aus dem unerschöpflichen Meer Meines Erbarmens ließ Ich auf die Erdenvölker fallen, fand indes keinen, der ihn beachtet hätte, weil ein jeder, den himmlischen Wein der Einheit fliehend, faulem Schmutz und Abschaum zugewandt ist und, mit dem sterblichen Becher zufrieden, den Kelch unsterblicher Schönheit verschmäht. Erbärmlich ist, womit man sich zufrieden gibt.
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2.62:0_136
O Sohn des Staubes!
2.62:1
Wende deine Augen nicht ab von dem unvergleichlichen Wein des unsterblichen Geliebten und öffne sie nicht dem faulen, sterblichen Bodensatz. Nimm aus den Händen des göttlichen Mundschenks den Kelch unsterblichen Lebens, damit alle Weisheit dein sei und du die mystische Stimme aus dem Reich des Unsichtbaren rufen hörst. Lasst vernehmen, die ihr niedrigen Zielen zustrebt! Warum zieht ihr vergängliches Wasser Meinem heiligen, unvergänglichen Weine vor?
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2.63:0_137
O ihr Völker der Welt!
2.63:1
Wisset wahrlich, dass unerwartetes Unheil euch verfolgt und schmerzliche Vergeltung eurer harrt. Wähnt nicht, vor Meinem Angesicht sei getilgt, was ihr begangen. Bei Meiner Schönheit! Alle eure Taten hat Meine Feder mit klaren Lettern auf Tafeln von Chrysolith gemeißelt.
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2.64:0_138
O ihr Unterdrücker auf Erden!
2.64:1
Hütet euch wohl vor Tyrannei, denn Ich habe gelobt, keines Menschen Unrecht zu vergeben. Dies ist Mein Bund, den Ich auf der verwahrten Tafel unwiderruflich beschlossen und mit Meinem Siegel der Herrlichkeit besiegelt habe.
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O ihr Empörer!
2.65:1
Meine Geduld hat euch dreist gemacht; Meine Langmut ließ euch gleichgültig werden; so jagt ihr nun dahin auf dem feurigen Ross der Leidenschaft, auf gefährlichen Wegen, die ins Verderben führen. Wähnt ihr Mich gleichgültig oder achtlos?
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2.66:0_140
O ihr Auswanderer!
2.66:1
Die Sprache bestimmte Ich zu Meinem Gedenken, besudelt sie nicht mit übler Nachrede. Übermannt euch das Feuer des Selbstes, so gedenkt eurer eigenen Fehler und nicht der Fehler Meiner Geschöpfe; denn ein jeder kennt sich selbst besser als den anderen.
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O ihr Kinder des Wahns!
2.67:1
Wisset wahrlich: Mit dem Anbruch dieses leuchtenden Morgens am Horizonte ewiger Heiligkeit werden die teuflischen Heimlichkeiten und Taten, begangen im Dunkel der Nacht, vor den Völkern dieser Welt aufgedeckt und offenbar.
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2.68:0_142
O Grashalm, der aus dem Staube sprießt!
2.68:1
Warum vermeidest du mit deinen schmutzigen Händen jede Berührung mit deinem Gewand und wie kann es sein, dass du mit deinem von Verlangen und Leidenschaft besudelten Herzen die Gemeinschaft mit Mir und den Eintritt in Mein heiliges Reich zu erlangen suchst? Weit, weit entfernt seid ihr von dem, was ihr begehrt.
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2.69:0_143
O Kinder Adams!
2.69:1
Heilige Worte und reine, treffliche Taten steigen empor in das Reich himmlischen Ruhms. Strebt, dass eure Werke vom Staub der Selbstsucht und Heuchelei geläutert und am Hof der Herrlichkeit angenommen werden; denn bald werden die Prüfer der Menschheit in der heiligen Gegenwart des Angebeteten nur noch wahre Tugend und makellos reine Werke annehmen. So strahlt die Sonne der Weisheit und des göttlichen Geheimnisses am Horizont des göttlichen Willens. Selig, wer sich ihr zukehrt.
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2.70:0_144
O Sohn der Weltlichkeit!
2.70:1
Schön sind die Gefilde wahren Seins, o dass du zu ihnen gelangtest! Herrlich ist das Reich der Ewigkeit, o dass du dich über diese sterbliche Welt erhöbest! Süß ist die heilige Verzückung, wenn du vom mystischen Kelch aus den Händen des himmlischen Jünglings trinkst. So du diese Stufe erreichst, bist du erlöst von Vernichtung und Tod, von Mühsal und Sünde.
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2.71:0_145
O Meine Freunde!
2.71:1
Gedenket des Bundes, den ihr mit Mir auf dem Berge Párán im heiligen Bereich von Zamán schlosset. Die himmlischen Heerscharen und die Bewohner der Stadt der Ewigkeit habe Ich zu Zeugen genommen, doch finde Ich jetzt keinen, der dem Bunde treu blieb. Sicherlich haben Stolz und Aufruhr ihn so aus den Herzen getilgt, dass keine Spur davon verblieb. Obwohl Ich dies wusste, habe Ich gewartet und nichts enthüllt.
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2.72:0_146
O Mein Diener!
2.72:1
Du gleichst einem wohlgeschmiedeten Schwert, das im Dunkel der Scheide verhüllt seinen Wert vor dem Kundigen verbirgt. So komm hervor aus der Scheide des Ichs und der Begierde, damit dein Wert vor aller Welt blitze und blinke.
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