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2:12Die Gesellschaft, für die bestimmte Gesetze des Aqdas vorgesehen sind, wird erst allmählich entstehen. Bahá’u’lláh hat für die schrittweise Einführung des Bahá’í-Rechts Vorkehrungen getroffen:2:13»Die Gesetze Gottes gleichen fürwahr dem Meer und die Menschenkinder den Fischen, verstünden sie es doch! Angewandt werden müssen sie jedoch mit Feingefühl und Klugheit … Da die meisten Menschen schwach und weit entfernt sind von der göttlichen Absicht, muss man in jeder Lage Takt und Klugheit walten lassen, auf dass nichts geschehe, was Verwirrung und Streit hervorrufen oder Geschrei unter den Achtlosen erregen kann. Wahrlich, Seine Großmut übertrifft das ganze Weltall, und Seine Gnadengaben umfassen alle, die auf Erden wohnen. In einem Geist der Liebe und Duldsamkeit muss man die Menschheit zum Meere wahren Verstehens führen. Das Kitáb-i-Aqdas selbst legt beredtes Zeugnis ab für Gottes liebevolle Vorsehung.«
2:14Das Prinzip der schrittweisen Einführung wurde 1935 in einem Brief im Auftrag Shoghi Effendis an einen Nationalen Geistigen Rat formuliert:2:15»Die von Bahá’u’lláh im Kitáb-i-Aqdas offenbarten Gesetze sind überall, wo sie angewandt werden können und nicht in direktem Widerspruch zum staatlichen Recht stehen, für alle Gläubigen und alle Bahá’í-Institutionen des Ostens wie des Westens absolut verbindlich. Einige Gesetze … sollen von allen Gläubigen schon jetzt als anwendbar und lebensnotwendig betrachtet werden. Andere wurden im Vorgriff auf eine Gesellschaft formuliert, die dereinst aus den chaotischen Verhältnissen, die heute herrschen, erstehen wird … Was nicht im Aqdas verfügt ist, wie auch Details und zweitrangige Fragen, die sich aus der Anwendung der Gesetze Bahá’u’lláhs ergeben, wird durch das Universale Haus der Gerechtigkeit zu regeln sein. Was Bahá’u’lláh bestimmt hat, kann diese Körperschaft ergänzen, jedoch niemals außer Kraft setzen oder auch nur im geringsten abändern. Genausowenig hat der Hüter das Recht, Vorschriften dieses grundlegenden, geheiligten Buches zu lockern oder gar aufzuheben.«Shoghi Effendi, in: Directives of the Guardian 11:1–2 – Anm. d. Hrsg.
Q2:16Die Zahl der Gesetze, die für die Bahá’í schon bindend sind, wird durch die Veröffentlichung der vorliegenden Übersetzung nicht erhöht. Zu gegebener Zeit wird die Bahá’í-Gemeinde darüber informiert werden, welche weiteren Gesetze für die Gläubigen verbindlich sind. Ihr wird alle Führung und gegebenenfalls auch die ergänzende Gesetzgebung zuteilwerden, die für die Anwendung der Gesetze erforderlich ist.2:17Im Allgemeinen sind die Gesetze des Kitáb-i-Aqdas kurz und bündig. Die Knappheit des Stils zeigt sich unter anderem darin, dass viele Gesetze so formuliert sind, als gälten sie nur für den Mann. Doch aus den Schriften des Hüters wird deutlich, dass, wo Bahá’u’lláh ein Gesetz für das Verhältnis von Mann und Frau gibt, dieses mutatis mutandis auch zwischen der Frau und dem Mann gilt, sofern der Kontext dies nicht ausschließt. So verbietet beispielsweise der Text des Kitáb-i-Aqdas dem Mann, seine Stiefmutter zu heiraten. Der Hüter weist jedoch darauf hin, dass ebenso auch der Frau verboten ist, ihren Stiefvater zu heiraten. Dieses Rechtsverständnis hat im Lichte des fundamentalen Grundsatzes von der Gleichheit der Geschlechter weitreichende Auswirkungen, was beim Studium des heiligen Textes beachtet werden sollte. Dass Mann und Frau sich voneinander in gewissen Merkmalen und Aufgaben unterscheiden, ist eine unausweichliche Gegebenheit der Natur, die einander ergänzende Rollen in bestimmten Gesellschaftsbereichen möglich macht. Bedeutsam ist jedoch die Feststellung ‘Abdu’l-Bahás, dass in dieser göttlichen Offenbarung »die Gleichberechtigung von Mann und Frau, abgesehen von einigen unwesentlichen Ausnahmen, umfassend und kategorisch verkündet ist«
.2:18Auf die enge Verwandtschaft des Kitáb-i-Aqdas mit den Heiligen Büchern früherer göttlicher Offenbarungen wurde bereits hingewiesen. Besonders eng ist seine Beziehung zum Bayán, dem vom Báb offenbarten Buch der Gesetze. Sie wird durch die folgenden Auszüge aus Briefen im Auftrag des Hüters erläutert:2:19»Nach Shoghi Effendis Auffassung sollte man besonderes Gewicht darauf legen, dass die Bahá’í-Offenbarung eine Einheit darstellt, die auch den Glauben des Báb einschließt … Die Religion des Báb sollte nicht von der Bahá’u’lláhs getrennt werden. Zwar wurde das Gesetz des Bayán durch das Gesetz des Aqdas aufgehoben und ersetzt, doch sollten wir angesichts der Tatsache, dass der Báb sich selbst als Vorläufer Bahá’u’lláhs verstand, beide Sendungen als Einheit betrachten: die vorausgehende Offenbarung war der Auftakt für die nachfolgende.Shoghi Effendi, in: Unfolding Destiny, p. 426 – Anm. d. Hrsg.
Q2:20Der Báb sagt, Seine Gesetze seien vorläufig und der Annahme durch die kommende Manifestation bedürftig. Dies ist der Grund, warum Bahá’u’lláh im Buch Aqdas einige Gesetze übernommen, andere abgeändert und viele aufgehoben hat.«
2:21Wie der Báb den Bayán um die Mitte Seiner prophetischen Amtszeit offenbart hat, so offenbarte auch Bahá’u’lláh das Kitáb-i-Aqdas um 1873, ungefähr zwanzig Jahre, nachdem Er im Síyáh-Chál von Ṭihrán die Ankündigung Seiner Offenbarung erhalten hatte. In einer Tafel bemerkt Er, Er habe das Aqdas nach seiner Offenbarung eine Zeitlang zurückgehalten, bevor es an die Gläubigen im Írán gesandt wurde. Wie Shoghi Effendi berichtet, hat2:22»Bahá’u’lláh, nachdem Er das Grundgesetz Seiner Sendung im Kitáb-i-Aqdas formuliert hatte, … gegen Ende Seines prophetischen Amtes noch einige Vorschriften und Grundsätze offenbart, die zum Kern Seines Glaubens gehören. Er bekräftigte früher schon verkündete Wahrheiten, entwickelte und erläuterte einige Seiner Gesetze, offenbarte erneut Prophezeiungen und Warnungen und gab zusätzliche Weisungen, welche die Vorschriften Seines Heiligsten Buches ergänzen. All dies ist in zahlreichen Tafeln verzeichnet, die Er bis in die letzten Tage Seines Erdenlebens offenbarte …«Shoghi Effendi, Gott Geht Vorüber 396 – Anm. d. Hrsg.
Q2:23Zu diesen Werken gehören die Fragen und Antworten, eine Zusammenstellung von Zaynu’l-Muqarrabín, dem bedeutendsten Kopisten der Schriften Bahá’u’lláhs. Sie bestehen aus Antworten, die Bahá’u’lláh auf Fragen von Gläubigen offenbarte, und bilden einen unschätzbaren Anhang zum Kitáb-i-Aqdas. 1978 wurden die wichtigsten anderen Schriften dieser Art in einer englischen Zusammenstellung unter dem Titel Tablets of Bahá’u’lláh revealed after the Kitáb-i-Aqdas veröffentlicht.deutsche Ausgabe: Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, offenbart nach dem Kitáb-i-Aqdas – Anm. d. Hrsg.
A2:24
Einige Jahre nach der Offenbarung des Kitáb-i-Aqdas ließ Bahá’u’lláh handgeschriebene Kopien davon an Bahá’í im Írán senden und dann im Jahr 1309 d. H. (1890–91 n. Chr.) gegen Ende Seines Lebens, den arabischen Originaltext in Bombay veröffentlichen.2:25Noch ein Wort zum Sprachstil der englischen Übersetzung des Kitáb-i-Aqdas. Bahá’u’lláh verfügte über eine hohe Meisterschaft im Arabischen, das Er für solche Tafeln und Schriften verwandte, bei denen es auf die dieser Sprache eigene Präzision der Begriffe besonders ankam, um zentrale Grundsätze darzustellen. Über die Wahl der Sprache hinaus ist der Stil des Aqdas erhaben, das Gefühl ansprechend, ungemein bezwingend. Dies gilt vor allem für den, der mit der großen literarischen Tradition vertraut ist, in der das Werk entstand. Als Shoghi Effendi seine Übersetzung begann, stand er vor der schwierigen Aufgabe, einen englischen Stil zu finden, der nicht nur die exakte Bedeutung des Textes getreu wiedergibt, sondern zugleich im Leser den Geist andächtiger Ehrfurcht weckt, der das kennzeichnende Merkmal der rechten Zuwendung zum Original ist. Der von Shoghi Effendi gewählte Sprachstil erinnert an den Stil der Bibelübersetzer im siebzehnten Jahrhundert. Er lässt die gehobene Sprachebene von Bahá’u’lláhs Arabisch erahnen und bleibt doch dem zeitgenössischen Leser zugänglich. Shoghi Effendis Übersetzungen sind im Übrigen von seinem einmalig inspirierten Verständnis für die Bedeutung und den tieferen Sinn der Originale geprägt.2:26Beide Sprachen, die englische wie die arabische, haben einen großen Wortschatz und ungemein differenzierte Ausdrucksformen, und doch sind sie in ihren Strukturen höchst verschieden. Kennzeichnend für das Arabische des Kitáb-i-Aqdas ist eine stark konzentrierte Knappheit des Ausdrucks. Es gehört zu den Merkmalen dieses Stils, dass ein offenkundiger Begriffsinhalt nicht ausdrücklich erklärt wird. Das schafft Probleme für Leser, deren kultureller, religiöser und literarischer Hintergrund völlig verschieden vom Arabischen ist. Eine Stelle, die im Arabischen klar ist, kann, wörtlich übersetzt, im Englischen dunkel erscheinen. Man muss deshalb in ihre Übersetzung das nicht ausdrücklich erwähnte Element des arabischen Satzes aufnehmen. Zugleich muss man sich sehr hüten, diesen Prozess so weit zu treiben, dass man dem Original nicht zu rechtfertigende Ergänzungen unterschiebt oder seine Bedeutung einschränkt. Das richtige Gleichgewicht zwischen dem schönen, klaren Ausdruck auf der einen und der buchstäblichen Bedeutung eines Begriffs auf der anderen Seite ist eines der Hauptprobleme, mit denen die Übersetzer zu kämpfen hatten, so dass die Wiedergabe mancher Textstellen mehrfach beraten werden musste. Ein großes Problem liegt auch in der rechtlichen Bedeutung bestimmter arabischer Begriffe, deren Konnotationen von denen der entsprechenden englischen Begriffe abweichen.2:27Es versteht sich, dass die Übersetzung einer heiligen Schrift besonderer Sorgfalt und Genauigkeit bedarf. Dies umso mehr, wenn es sich um ein Gesetzbuch handelt, bei dem es entscheidend darauf ankommt, dass der Leser nicht irregeführt oder zu fruchtlosen Disputen verleitet wird. Wie vorhergesehen, war die Übersetzung des Heiligsten Buches ein überaus schwieriges Unterfangen, das die Beratung mit Fachleuten aus vielen Ländern erforderlich machte. Da ungefähr ein Drittel des Textes bereits von Shoghi Effendi übersetzt worden war, mussten an die Übersetzung des übrigen Textes drei Kriterien angelegt werden: Genauigkeit, Schönheit der Sprache und Übereinstimmung mit dem Stil, den Shoghi Effendi verwandt hat.2:28Wir meinen, dass die Übersetzung nunmehr einen Punkt erreicht hat, wo sie das Original angemessen wiedergibt. Dennoch wird sie zweifellos Anlass zu Fragen und Anregungen bieten, die neues Licht auf den Inhalt des Buches werfen werden. Den Mitgliedern der Kommissionen, die von uns mit der Vorbereitung und der Durchsicht dieser Übersetzung des Aqdas sowie mit der Zusammenstellung der Anmerkungen beauftragt waren, sind wir für ihre ausdauernde, penible Arbeit zutiefst dankbar. Wir sind zuversichtlich, dass diese erste autorisierte englische Ausgabe des Kitáb-i-Aqdas dem Leser ermöglichen wird, wenigstens einen Schimmer vom Glanz des Mutterbuches der Bahá’í-Offenbarung zu gewinnen.2:29Unsere Welt ist in den Kernschatten einer Zeit fundamentalen Wandels getreten, der alles in ihrer stürmischen Geschichte Dagewesene übertrifft. Ihre Völker, gleich welcher Rasse, Nation oder Religion sie auch angehören, sind gefordert, alle nachrangigen Treuepflichten und alle begrenzten Identitäten ihrer Einheit als Bürger einer einzigen planetaren Heimat unterzuordnen. Mit den Worten Bahá’u’lláhs: »Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.«Bahá’u’lláh, Ährenlese 131:2 – Anm. d. Hrsg.
Q Möge diese Übersetzung des Kitáb-i-Aqdas der Verwirklichung dieser weltumfassenden Vision einen neuen Impuls verleihen und den Ausblick auf eine weltweite Erneuerung eröffnen.2:30Das Universale Haus der GerechtigkeitShoghi Effendis Beschreibung des Kitáb-i-Aqdas in seinem Geschichtswerk Gott geht vorüber
Gott geht Vorüber 389–494 (12:41–47) – Anm. d. Hrsg.
Q3:1So einzigartig und verblüffend diese Verkündigung auch war, so erwies sie sich doch nur als Auftakt zu einer noch mächtigeren Offenbarung der Schöpferkraft ihres Urhebers, als Auftakt zu dem wohl bedeutsamsten Schritt Seiner Sendung – der Offenbarung des Kitáb-i-Aqdas. Dieses Werk, auf das schon im Kitáb-i-Íqán hingewiesen wurde, ist der Hauptquell des Gesetzes, das der Prophet Jesaja vorausgesehen hatte und das der Verfasser der Apokalypse den »neuen Himmel«
und die »neue Erde«Offb. 21:1 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die Stiftshütte Gottes«Offb. 21:3 – Anm. d. Hrsg.
Q, die »Heilige Stadt«Offb. 21:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, die »Braut«Offb. 21:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, das »von Gott herabkommende Neue Jerusalem«Offb. 21:2 – Anm. d. Hrsg.
Q nannte; dieses »Heiligste Buch«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 2:1:1, Kitáb-i-‘Ahd, Ishráqát, in: Botschaften aus ‘Akká 15:9, 8:58 – Anm. d. Hrsg.
Q, dessen Bestimmungen mindestens tausend Jahre gelten und dessen System den gesamten Erdkreis umfassen wird, darf wohl als die strahlendste Ausgießung des Geistes Bahá’u’lláhs, als das Mutterbuch Seiner Sendung, die Charta Seiner neuen Weltordnung angesehen werden.3:2Offenbart kurz nach Bahá’u’lláhs Überstellung in das Haus von ‘Údí Khammár (um 1873), in einer Zeit voller Drangsal, verursacht durch die Taten Seiner Feinde, aber auch der bekennenden Anhänger Seines Glaubens, sticht dieses Buch, diese Schatzkammer der unschätzbaren Perlen Seiner Offenbarung, durch die Grundsätze, die es enthält, durch die Institutionen der Gemeindeordnung, die es vorschreibt, und durch die Funktion, die es dem ernannten Nachfolger des Verfassers überträgt, als einzigartig und unvergleichlich unter den Heiligen Schriften der Welt hervor. Denn anders als das Alte Testament und die früheren Heiligen Bücher, in denen die ursprünglich vom Propheten selbst erlassenen Gebote nicht vorhanden sind; anders als die Evangelien, in denen die wenigen Worte, die Jesus Christus zugeschrieben werden, keine klare Weisung für die künftige Verwaltung der Angelegenheiten Seines Glaubens bieten; sogar anders als der Qur’án, der zwar sehr konkret in den Gesetzen und Verordnungen ist, die der Apostel Gottes darlegt, aber zur höchst bedeutsamen Frage der Nachfolge schweigt, wurde das Kitáb-i-Aqdas vom ersten bis zum letzten Wort vom Stifter des Bahá’í-Glaubens offenbart und bewahrt der Nachwelt nicht nur die Gesetze und Gebote, auf denen der Bau Seiner künftigen Weltordnung ruhen wird, es verordnet auch neben der Aufgabe der Auslegung, die es Seinem Nachfolger überträgt, die notwendigen Institutionen, die allein die Einheit und Unversehrtheit des Glaubens zu sichern vermögen.3:3In dieser Charta der künftigen Weltkultur verkündet ihr Verfasser – zugleich Richter, Gesetzgeber, Vereiniger und Erlöser der Menschheit – den Königen der Erde, dass das »Größte Gesetz«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:81 – Anm. d. Hrsg.
Q erlassen wurde; nennt sie Seine Vasallen und sich selbst den »König der Könige«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:82 – Anm. d. Hrsg.
Q; weist jede Absicht von sich, Hand an ihre Reiche zu legen, behält sich aber das Recht vor, »von den Herzen der Menschen Besitz zu ergreifen«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:83 – Anm. d. Hrsg.
Q; warnt die Geistlichen in aller Welt davor, das »Buch Gottes«
nach Maßstäben zu beurteilen, die bei ihnen im Schwange sind, und versichert, dass das Buch selbst die »untrügliche Waage«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:99 – Anm. d. Hrsg.
Q für die Menschen ist. Er stiftet darin in aller Form das »Haus der Gerechtigkeit«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:30, siehe auch: 1:21, 1:22, 1:42, 1:48, 1:49 – Anm. d. Hrsg.
Q, umreißt seine Aufgaben, bestimmt seine Einkünfte und bezeichnet seine Mitglieder als »die Männer der Gerechtigkeit«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:52 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die Bevollmächtigten Gottes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:147 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die Treuhänder des Allbarmherzigen«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:21 – Anm. d. Hrsg.
Q; spricht andeutungsweise vom künftigen Mittelpunkt Seines Bundes, dem Er die Funktion überträgt, Seine heilige Schrift auszulegen; sieht implizit die Institution des Hütertums vor; bezeugt den umwälzenden Einfluss Seiner Weltordnung, formuliert die Lehre von der »Größten Unfehlbarkeit«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:47 – Anm. d. Hrsg.
Q, bekräftigt, dass diese Unfehlbarkeit ausschließlich den Propheten zu eigen ist, und schließt jede Möglichkeit aus, dass vor Ablauf von tausend Jahren eine weitere Manifestation Gottes erscheint.3:4Er verfügt in diesem Buch überdies die Pflichtgebete; legt die Zeit für das Fasten fest; verbietet – das Totengebet ausgenommen – das Gemeinschaftsgebet; bestimmt die Qiblih und das Ḥuqúqu’lláh (das Recht Gottes); formuliert das Erbrecht; verfügt die Einrichtung des Mashriqu’l-Adhkár; ordnet das Neunzehntagefest, die Bahá’í-Feiertage und die Schalttage an; schafft das Priestertum ab, verbietet Sklavenhandel, Asketentum, Bettelei, Mönchtum, die Beichte, den Gebrauch von Kanzeln und den Handkuss; schreibt die Einehe vor; verurteilt Tierquälerei, Müßiggang und Faulheit, üble Nachrede und Verleumdung; missbilligt die Scheidung; verbietet das Glücksspiel, den Genuss von Opium, Wein und anderen berauschenden Getränken; bestimmt die Strafen für die vorsätzliche Tötung eines Menschen, für Brandstiftung, unehelichen Beischlaf und Diebstahl; betont die Bedeutung der Ehe und regelt deren Rechtsgrundlagen; verpflichtet jedermann zur Ausübung eines Gewerbes oder Berufes und erhebt solche Arbeit in den Rang des Gottesdienstes; betont die Notwendigkeit, die erforderlichen Mittel für die Kindererziehung aufzubringen; und verpflichtet jedermann, ein Testament zu schreiben und der Regierung strikten Gehorsam zu leisten.3:5Zusätzlich zu diesen Vorkehrungen ermahnt Bahá’u’lláh Sein Volk, mit den Gläubigen aller Religionen unterschiedslos herzliche und einträchtige Gemeinschaft zu pflegen; warnt sie vor Fanatismus, Aufruhr, Stolz, Wortstreit und Rechthaberei und verlangt von ihnen makellose Reinheit, unbedingte Wahrhaftigkeit, untadelige Keuschheit, Vertrauenswürdigkeit, Gastfreundschaft, Treue, Höflichkeit, Langmut und Gerechtigkeit. Er rät ihnen, »wie die Finger einer Hand«
, wie »die Glieder eines Leibes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:58 – Anm. d. Hrsg.
Q zu sein, ruft sie auf, sich zu erheben, um Seiner Sache zu dienen, und sichert ihnen Seinen unverbrüchlichen Beistand zu. Des weiteren äußert Er sich über die Unbeständigkeit der Verhältnisse auf Erden und verkündet, dass wahre Freiheit in der Unterwerfung unter Sein Gebot bestehe. Er warnt vor falscher Nachsicht in der Anwendung Seiner Gesetze und konstituiert die beiden untrennbaren Pflichten, den »Tagesanbruch der Offenbarung Gottes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:1 – Anm. d. Hrsg.
Q anzuerkennen und alle Seine Gebote zu befolgen. Dabei stellt Er klar, dass nur die Erfüllung beider Pflichten von Gott angenommen wird.3:6Der eindringliche Aufruf an die Präsidenten der amerikanischen Republiken, am Tage Gottes die Gelegenheit zu ergreifen und für die Sache der Gerechtigkeit einzutreten; die Aufforderung an die Mitglieder der Parlamente in aller Welt, eine einheitliche Sprache und Schrift anzunehmen; Seine Warnungen an Wilhelm I., den Bezwinger Napoleons III.; der Tadel, den Er an Franz Joseph, den Kaiser von Österreich, richtete; Sein Hinweis auf das »Wehklagen Berlins«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:90 – Anm. d. Hrsg.
Q in Seinen Worten an die »Ufer des Rheins«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:90 – Anm. d. Hrsg.
Q; Seine Verurteilung des »Throns der Tyrannei«
in Konstantinopel; die Vorhersage des Verlöschens des »äußeren Glanzes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:89 – Anm. d. Hrsg.
Q dieser Stadt und der Trübsale für ihre Bewohner; die Worte der Ermunterung und des Trostes für Seine Heimatstadt, der Er versichert, Gott habe sie »zum Quell der Freude für die ganze Menschheit auserkoren«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:91 – Anm. d. Hrsg.
Q; Seine Prophezeiung, »die Helden von Khurásán werden«
zur Verherrlichung ihres Herrn »die Stimme erheben«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:94 – Anm. d. Hrsg.
Q; Seine Versicherung, dass »Menschen von großem Heldenmut«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:164 – Anm. d. Hrsg.
Q in Kirmán erweckt werden, von Ihm zu künden; und schließlich Seine großmütige Zusicherung an Seinen treulosen Bruder, der Ihm solche Pein bereitete, der »immervergebende, allgütige«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:184 – Anm. d. Hrsg.
Q Gott werde ihm seine Sünden verzeihen, wenn er sie nur bereue – all dies bereichert den Inhalt eines Buches, das sein Verfasser als »Quell wahren Glücks«Bahá’u’lláh,.
Q, als »untrügliche Waage«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:99 – Anm. d. Hrsg.
Q, als »der Gerade Pfad«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:14 – Anm. d. Hrsg.
Q, als »Lebensspender der Menschheit«Bahá’u’lláh,.
Q bezeichnet.3:7Die Gesetze und Gebote, die das Hauptthema dieses Buches bilden, nennt Bahá’u’lláh »den Lebensodem für alles Erschaffene«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die mächtigste Festung«Bahá’u’lláh, Tajallíyát, in: Botschaften aus ‘Akká 5:10 – Anm. d. Hrsg.
Q, »Früchte«
an Seinem »Baume«Bahá’u’lláh, .
Q, »das beste Mittel, die Ordnung in der Welt zu erhalten und die Sicherheit ihrer Völker zu bewahren«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, »Lampen Seiner Weisheit und liebevollen Vorsehung«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:29 – Anm. d. Hrsg.
Q, den »süßen Duft Seines Gewandes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:4 – Anm. d. Hrsg.
Q und die »Schlüssel«
zu Seiner »Gnade«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:3 – Anm. d. Hrsg.
Q für Seine Geschöpfe. »Dieses Buch«
, bezeugt Er, »ist ein Himmel, den Wir mit den Sternen Unserer Gebote und Verbote geschmückt haben.«
»Selig«
, bestätigt Er weiterhin, »wer es liest und über seine Verse nachdenkt, herabgesandt von Gott, dem Herrn der Kraft, dem Allmächtigen. Sprich: O Menschen! Haltet euch daran mit der Hand der Ergebung. … Bei Meinem Leben! Solcherart ward es herabgesandt, dass der Menschengeist darob in Staunen gerät. Wahrlich, es ist Mein gewichtigstes Zeugnis für alle Menschen, des Allerbarmers Beweis für alle im Himmel und auf Erden.«
Und wiederum: »Selig der Gaumen, der seine Süße schmeckt, und das schauende Auge, das erkennt, was darinnen verwahrt ist, und das verstehende Herz, das seine verschlüsselten Hinweise und Mysterien erfasst. Bei Gott! So groß ist die Majestät des darin Offenbarten, so gewaltig die Offenbarung seiner verschleierten Hinweise, dass der Sprache die Lenden erbeben beim Versuch, sie zu beschreiben.«
Und schließlich: »Das Kitáb-i-Aqdas ist so offenbart, dass es alle göttlich bestimmten Sendungen anzieht und umfasst. Selig, wer es gründlich liest! Selig, wer es begreift! Selig, wer darüber meditiert! Selig, wer über seine Bedeutung nachdenkt! So groß ist seine Wirkung, dass es alle Menschen erfasst, noch ehe sie es erkennen. Binnen kurzem werden seine souveräne Gewalt, sein alldurchdringender Einfluss und die Größe seiner Macht auf Erden offenbar werden.«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Siyyid-i-Mihdíy-i-Dahají, in: Botschaften aus ‘Akká 13:20 – Anm. d. Hrsg.
QDas Kitáb-i-Aqdas4:0_1Im Namen des höchsten Herrschers über alles, was war, ist und was sein wird!4:1Die erste Pflicht, die Gott Seinen Dienern auferlegt, ist die Anerkennung Dessen, Der der Tagesanbruch Seiner Offenbarung, der Urquell Seiner Gesetze ist und Gott im Reiche Seiner Sache und in der Welt der Schöpfung vertritt. Wer diese Pflicht erfüllt, hat alles Gute erreicht, und wer dessen beraubt ist, geht in die Irre, hätte er auch alle gerechten Werke vollbracht. Wer diese höchst erhabene Stufe, diesen Gipfel überragender Herrlichkeit erreicht, muss jedem Gebot Dessen folgen, Der der Ersehnte der Welt ist. Beide Pflichten sind untrennbar, und nur die Erfüllung beider wird angenommen. So wurde es von Ihm, dem Quell göttlicher Eingebung, verfügt.4:2Wem Gott Einsicht gegeben, der wird leicht erkennen, dass Gottes Gesetz das beste Mittel ist, die Ordnung in der Welt zu erhalten und die Sicherheit ihrer Völker zu bewahren. Wer sich von ihm abwendet, zählt zu den Niedriggesinnten und Toren. Wir haben euch wahrlich geboten, euren üblen Leidenschaften und verderbten Neigungen den Befehl zu verweigern und nicht die Grenzen zu überschreiten, die die Feder des Höchsten gesetzt hat, denn diese Grenzen sind der Lebensodem für alles Erschaffene. Die Meere göttlicher Weisheit und göttlicher Rede wogen hoch im Windhauch des Allbarmherzigen. Eilt, euch satt zu trinken, o ihr Verständigen! Wer Gottes Bund verletzt, indem er Seine Gebote übertritt, wer auf dem Absatz kehrtmacht, hat sich vor Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten, schmerzlich geirrt.4:3O ihr Völker der Welt! Wisset mit Gewissheit, dass Meine Gebote die Lampen Meiner liebevollen Vorsehung unter Meinen Dienern und die Schlüssel Meiner Gnade für Meine Geschöpfe sind. So ist es aus dem Himmel des Willens eures Herrn, des Herrn der Offenbarung, herabgesandt. Sollte ein Mensch die Süße der Worte kosten, welche die Lippen des Allbarmherzigen zu äußern beliebten, und wären die Schätze der Erde in seinem Besitz, so würde er sie allesamt aufgeben, um die Wahrheit auch nur eines Seiner Gebote zu verteidigen, die über dem Morgen Seiner gnädigen Fürsorge und Güte leuchten.4:4Sprich: Aus Meinen Gesetzen strömt der süße Duft Meines Gewandes, und mit ihrer Hilfe werden die Banner des Sieges auf den höchsten Höhen gehisst. Die Zunge Meiner Macht hat aus dem Himmel Meiner allmächtigen Herrlichkeit diese Worte an Meine Schöpfung gerichtet: »Haltet Meine Gebote aus Liebe zu Meiner Schönheit!« Glücklich der Liebende, der den göttlichen Duft seines Höchstgeliebten einatmet aus diesen Worten, erfüllt mit dem Wohlgeruch einer Gnade, die keine Zunge beschreiben kann. Bei Meinem Leben! Wer den erlesenen Wein der Gerechtigkeit aus den Händen Meiner großmütigen Gunst trinkt, wird Meine Gebote, die vom Morgen Meiner Schöpfung leuchten, umkreisen.4:5Wähnt nicht, Wir hätten euch nur ein Gesetzbuch offenbart. Nein, Wir haben den erlesenen Wein mit den Fingern der Macht und Kraft entsiegelt. Dafür zeugt, was die Feder der Offenbarung enthüllt hat. Denkt darüber nach, o ihr Einsichtsvollen!4:6Wir verordneten euch ein Pflichtgebet mit neun Rak‘ah, das Gott, dem Offenbarer der Verse, am Mittag, am Morgen und am Abend darzubringen ist. Von einer größeren Zahl haben Wir euch befreit, wie im Buche Gottes befohlen. Er ist wahrlich der Gebieter, der Allmächtige, der Unbeschränkte. Wollt ihr dieses Gebet verrichten, so wendet euch dem Hof Meiner hochheiligen Gegenwart zu, diesem geweihten Ort, von Gott zur Mitte gemacht, darum die Höchste Schar kreist, und zum Punkt der Anbetung für die Bewohner der Städte der Ewigkeit bestimmt, zum Quell des Befehls für alle im Himmel und auf Erden. Und wenn die Sonne der Wahrheit und der Rede untergeht, so wendet euer Angesicht dem Orte zu, den Wir euch bestimmt haben. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allwissende.4:7Alles Seiende ist auf Sein unwiderstehliches Geheiß ins Dasein getreten. Wenn Meine Gesetze wie die Sonne am Himmel Meiner Rede erscheinen, so müssen alle sie getreulich befolgen, selbst wenn Mein Gebot den Himmel einer jeden Religion spaltete. Er tut, was Ihm beliebt. Er wählt, und niemand darf Seine Wahl in Zweifel ziehen. Was Er, der Vielgeliebte, bestimmt, ist wahrlich geliebt. Dafür ist der Herr der ganzen Schöpfung Mein Zeuge. Wer den süßen Duft des Allbarmherzigen verspürt und den Quell dieser Rede erkennt, wird sehenden Auges die Pfeile des Feindes willkommen heißen, um die Wahrheit des Gottesgesetzes unter den Menschen aufzurichten. Wohl dem, der sich dorthin wendet und die Bedeutung Seines entscheidenden Gebotes erfasst.4:8Die Einzelheiten des Pflichtgebets haben Wir auf einer anderen Tafel ausgeführt. Selig ist, wer befolgt, was ihm durch Ihn, den Herrscher über die ganze Menschheit, geboten ward. Im Totengebet sind von Gott, dem Offenbarer der Verse, sechs besondere Abschnitte herabgesandt. Einer, der des Lesens kundig ist, trage vor, was vor diesen Abschnitten offenbart ist. Wer dessen nicht mächtig ist, den hat Gott von dieser Pflicht befreit. Er ist in Wahrheit der Mächtige, der Vergebende.4:9Haar macht euer Gebet nicht ungültig, auch nichts, woraus der Geist gewichen ist, wie Knochen und dergleichen. Es steht euch frei, den Pelz des Zobels zu tragen, auch den des Bibers, des Eichhörnchens und anderer Tiere. Das Verbot beruht nicht auf dem Qur’án, sondern auf dem Irrtum der Geistlichen. Er ist wahrlich der Allherrliche, der Allwissende.4:10Wir haben euch geboten, vom Reifealter an zu beten und zu fasten. Dies ist von Gott, eurem Herrn und dem Herrn eurer Väter, befohlen. Als Gnade aus Seiner Gegenwart hat Er jene ausgenommen, die durch Krankheit oder Alter geschwächt sind – Er ist der Vergebende, der Großmütige. Gott stellt euch frei, euch auf jeder Fläche niederzuwerfen, die rein ist. In dieser Hinsicht haben Wir die Beschränkung aufgehoben, die im Buche verzeichnet war. Gott hat fürwahr Wissen von dem, was ihr nicht kennt. Wer für die Waschung kein Wasser findet, spreche fünfmal die Worte: »Im Namen Gottes, des Reinsten, des Reinsten«; dann verrichte er sein Gebet. Dies gebietet der Herr aller Welten. In Gegenden, wo die Tage und Nächte lang werden, sind die Gebetszeiten durch Uhren und andere den Gang der Stunden anzeigende Instrumente zu bestimmen. Er ist wahrlich der Erklärende, der Weise.4:11Wir befreien euch von dem Gebet der Zeichen. Treten furchterregende Naturereignisse ein, so ruft euch die Macht und Majestät eures Herrn vor Augen – Er, Der alles hört und sieht – und sprecht: »Die Größe ist Gottes, des Herrn des Sichtbaren und des Unsichtbaren, des Herrn der Schöpfung.«
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