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11:37Laß dich in jeder Lage von Weisheit leiten; denn Leute mit bösen Beweggründen waren und sind fleißig im Ränkeschmieden. Gnädiger Gott! Dem unermeßlich erhabenen Wesen, das nur den Geist der Liebe und Freundschaft unter den Menschen zu nähren, die Welt zu erwecken und ihr Leben zu adeln sucht, schleudern sie Anklagen entgegen, die zu beschreiben Zunge und Feder sich weigern.11:38Wir gedachten dein schon früher und erwähnen dich zur Stunde. Flehentlich bitten Wir Ihn – erhaben ist Seine Herrlichkeit –, dich mit den Händen der Macht und Kraft zu schützen und dich zur Erkenntnis dessen zu befähigen, was deinen Belangen in dieser und der nächsten Welt am besten dient. Er ist der Herr der Menschheit, der Besitzer des Thrones in der Höhe und auf der Welt hienieden. Kein Gott ist außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Machtvollen. Gott gebe, daß dieser Unterdrückte Treue wahre. Er hat deiner nicht vergessen, noch wird er es jemals tun.11:39Du hast deine Absicht bekundet, bis zum Frühling in Damaskus zu bleiben, um sodann nach Mosul zu reisen, wenn sich die Mittel dafür finden. Dieser demütige Diener fleht zu Gott – erhaben ist Seine Herrlichkeit –, Er möge die geeigneten Mittel bereitstellen und dir helfen. Er ist kraftvoll und mächtig.11:40Obwohl alle Bewohner dieses Gebiets überaus freundlich behandelt werden, läßt sich kein Zeichen der Freundschaft bei ihnen ausmachen. Du solltest mit viel Feingefühl und Weisheit vorgehen; denn allezeit versuchen sie, an der Sache Gottes zu kritteln und sie zu leugnen. Der eine wahre Gott gebe ihnen das rechte Augenmaß.11:41Was deine eigenen Angelegenheiten angeht, so wäre es lobenswert, wenn du dich mit allem abfändest, was der Himmel schickt. Einen Beruf auszuüben, ist sehr empfehlenswert; denn wenn man arbeitet, ist man weniger geneigt, sich bei den unangenehmen Seiten des Lebens aufzuhalten. So Gott will, wirst du in jeder Stadt und jedem Land, wo du auch weilst, strahlende Freude, Frohsinn und Frohlocken erfahren. Dieser demütige Diener wird seinen edlen, gütigen Freund nie vergessen. Er hat deiner gedacht und wird es weiterhin tun. Der Ratschluß ist Gottes, des Herrn aller Welten. Von Herzen hoffe ich, daß Er dir göttlichen Beistand gewährt und dich in allem bestätigt, was vor Ihm wohlgefällig und annehmbar ist.11:42Jedes deiner Dichterworte ist fürwahr wie ein Spiegel, der die Zeichen deiner Ergebenheit und Liebe für Gott und Seine Erwählten wiedergibt. Wohl dir, der du den erlesenen Wein der Rede getrunken hast und des sanften Stromes wahren Wissens teilhaftig wurdest. Glücklich, wer sich satt trinkt und zu Ihm gelangt, aber wehe den Achtlosen! Deine Gedichte zu lesen, war wirklich sehr eindrucksvoll, denn aus ihnen spricht sowohl das Licht der Vereinigung wie das Feuer der Trennung.11:43Fern sei es uns, jemals den Glauben an die unermeßlichen Gunstbeweise Gottes zu verlieren; denn wenn es Sein Wunsch wäre, könnte Er ein bloßes Atom in eine Sonne und einen einzigen Tropfen in ein Meer verwandeln. Tausend Türen tut Er auf, wo der Mensch außerstande ist, sich auch nur eine vorzustellen.11:44So achtlos ist dieser Diener, daß er mit Worten wie diesen die Allmacht Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – zu verteidigen sucht. Ich flehe zu Gott, dem Größten, um Verzeihung für diese Behauptungen und bekräftige, daß dieser Diener allezeit seiner schweren Übertretungen und Missetaten eingedenk ist. Er bittet um Vergebung seiner Sünden aus dem Meer der Verzeihung seines Herrn, des Erhabensten, und wünscht für sich, was ihn Gott ganz ergeben macht und ihn befähigt, Seinen Lobpreis zu künden, sich Ihm zuzuwenden und sein ganzes Vertrauen auf Ihn zu setzen. Wahrlich, Er ist der Machtvolle, der Vergebende, der Barmherzige. Preis sei Gott, dem Allmächtigen, dem Allwissenden.11:45Dieser bescheidene Diener hat die Schilderungen der Zwiegespräche mit einem Reisenden gelesen, die du in deinem Brief an meinen Herrn – möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein – aufgezeichnet hast. Die dort gegebenen Erläuterungen erwecken das Volk vom Schlaf der Achtlosigkeit. Fürwahr, die Taten des Menschen bringen teuflische Kraft die Fülle hervor. Wollten die Menschen sich mit den göttlichen Lehren zufriedengeben und sich daran halten, so wäre jede Spur des Bösen vom Antlitz der Erde getilgt. Aber die weitverbreitete Uneinigkeit unter der Menschheit, das Überhandnehmen von Aufruhr, Zank, Streit und dergleichen sind die vorherrschenden Bestimmungsgründe für das Auftreten des satanischen Geistes. Der Heilige Geist hat sich von solchen Dingen immer ferngehalten. Eine Welt, in der nur Kampf, Hader und Verderbnis auszumachen sind, ist auf dem besten Weg, Sitz und Thron, ja die Metropole Satans zu werden.11:46Wie unermeßlich groß ist die Zahl der Geliebten und Erwählten Gottes, die bei Tag und bei Nacht wehklagen und flehen, ein Dufthauch möge vom Hofe Seines Wohlgefallens her wehen und den widerlichen, faulen Gestank aus der Welt vertreiben. Aber dieses Endziel konnte noch nicht erreicht werden. Die Menschen gehen seiner verlustig wegen ihrer Missetaten, mit denen sie die Strafe Gottes gemäß den Grundsätzen Seiner göttlichen Herrschaft auf sich ziehen. Uns bleibt die Pflicht, in diesen Lebenslagen geduldig zu sein, bis uns Hilfe kommt von Gott, dem Vergebenden, dem Wohltätigen.11:47Verherrlicht sei Dein Name, o Herr aller Wesen, Du Sehnsucht alles Erschaffenen! Ich bitte Dich flehentlich bei dem Worte, das den Brennenden Busch seine Stimme erheben und den Felsen rufen ließ, woraufhin die Begünstigten zum Hofe Deiner Gegenwart und die Reinen im Herzen zum Morgenlicht Deines Antlitzes eilten, und bei den Seufzern der Dich wahrhaft Liebenden in ihrer Trennung von Deinen Erwählten und bei der Wehklage derer, die vor dem Dämmerglanz des Lichtes Deiner Offenbarung Dein Angesicht zu schauen verlangen, gib Deinen Dienern gnädiglich die Fähigkeit zu erkennen, was Du in Deiner Gnadenfülle für sie verordnet hast. Verschreibe ihnen mit Deiner Feder der Herrlichkeit, was ihre Schritte zum Meere Deiner Großmut lenkt und sie zu den Lebenswassern himmlischer Wiedervereinigung mit Dir führt.11:48O Herr! Schaue nicht auf das, was sie tun, sondern schau auf die Erhabenheit Deiner himmlischen Gnadengaben, die allem Erschaffenen, sichtbar oder unsichtbar, vorangehen. O Herr! Erleuchte ihre Herzen mit dem strahlenden Lichte Deiner Erkenntnis und erhelle ihre Augen mit dem Glanz der Sonne Deiner Gunstbeweise.11:49Ich flehe zu Dir, o Herr der Namen und Schöpfer der Himmel, bei dem Blute, das auf Deinem Pfad vergossen ward, und bei den Häuptern, die um Deiner Liebe willen hoch auf Speeren getragen wurden, und bei den Seelen, die in ihrer Trennung von Deinen Geliebten dahinschmolzen, und bei den Herzen, die für die Erhöhung Deines Wortes brachen, gewähre, daß sich die Bewohner Deines Reiches vereinigen in ihrer Lehenstreue zu Deinem unvergleichlichen Wort, so daß sie alle Deine Einheit und Deine Einzigkeit anerkennen. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Erhabensten, dem Wissenden, dem Weisen.11:50Ich hege die Hoffnung, daß Er, der Allgenügende, der Unzugängliche, der Bitte dieses demütigen Dieners achte, das Volk der Welt mit dem Gewande edler Taten bekleide und es von bösen Neigungen reinige. Er ist der Mächtige, der Machtvolle, der Allweise, der Allschauende. Er hört und sieht; Er ist der Allhörende, der Allsehende.Súriy-i-Vafá (Das Sendschreiben an Vafá)Muḥammad-Ḥusayn, einer der frühen Gläubigen aus Shíráz, dem Bahá’u’lláh den Ehrennamen Vafá (Treue) gab.A12:0_28Er ist der Allwissende.12:1O Vafá! Danke deinem Herrn, daß Er dir half, dich Seiner Sache zuzuwenden, daß Er dich befähigte, die Manifestation Seines Selbstes anzuerkennen, und dich antrieb, Ihn zu verherrlichen, der das Größte Gedenken ist in dieser herrlichen Verkündigung.12:2Selig bist du, o Vafá, weil du dem Bunde Gottes und Seinem Testament die Treue wahrst zu einer Zeit, da alle Menschen diesen Bund verletzen und Den leugnen, an den sie geglaubt haben, obwohl Er erschien, mit jedwedem Zeugnis angetan, und am Horizont der Offenbarung aufging, gekleidet in unzweifelhafte Herrschaft.12:3Es geziemt dir, dich bis zum äußersten zu mühen, um das wahre Wesen der Treue zu erlangen. Das bedeutet, daß du ganz sicher bist in deinem Herzen und mit deiner Zunge bezeugst, was Gott für Sein erhabenes Selbst bezeugt, wenn Er kündet: »Wahrlich, selbstbestehend bin Ich im Reiche der Herrlichkeit.« Wer heutzutage befähigt ist, diese Wahrheit feierlich zu bestätigen, der hat alles Gute erlangt, und der himmlische Geist wird auf ihn niedersteigen am Tage und zur Nachtzeit, ihm gnädiglich zu helfen, den Namen seines Herrn zu verherrlichen. Er wird ihm die Zunge lösen, und mit seinen Worten wird er die Sache seines Herrn, des Erbarmers, des Barmherzigen, stützen. Keiner kann dies erreichen, er hätte denn sein Herz gereinigt von allem, was zwischen Himmel und Erde erschaffen ist, und sich völlig gelöst von allem außer Gott, dem unumschränkten Herrn, dem Allmächtigen, dem Gnädigen.12:4Erhebe dich, der Sache Gottes zu dienen, und sprich: Ich schwöre bei der Gerechtigkeit Gottes! Wahrlich, dies ist der Erste Punkt, gekleidet in Sein neues Gewand und offenbart in Seinem herrlichen Namen. Jetzt schaut Er herab von diesem Horizont und sieht alles. Fürwahr, Er ist erhaben über alles. Unter den Himmlischen Heerscharen ist er bekannt als die Größte Verkündigung, im Reiche der Ewigkeit als die Altehrwürdige Schönheit und vor dem Throne durch diesen Namender Größte Name.A, der die Einsichtigen straucheln ließ.12:5Sprich: Ich schwöre bei Gott! Bevor in dieser Offenbarung ein einziger Vers vom Reiche der Heiligkeit und Erhabenheit herniedergesandt ward, war bereits das hehrste Zeugnis Gottes für alle Bewohner des Himmels und der Erde erfüllt; überdies haben Wir so viel offenbart, wie in der Sendung des Bayán herniedergesandt ist. Fürchtet Gott, laßt eure Taten nicht zuschanden werden und zählt nicht zu denen, die in Achtlosigkeit versunken sind. Öffnet die Augen, damit ihr auf dieser hell leuchtenden Stufe die Altehrwürdige Schönheit schauet.12:6Sprich: Gott ist mein Zeuge! Der Verheißene selbst ist vom Himmel gekommen, sitzend auf der roten Wolke, die Scharen der Offenbarung zu Seiner Rechten, die Engel der Eingebung zu Seiner Linken, und der Ratschluß ist erfüllt auf Geheiß Gottes, des Allmächtigen, des Allmachtvollen. Daraufhin sind alle gestrauchelt, ausgenommen die, welche Gott schützte durch Seine zarte Barmherzigkeit und zu denen zählte, die Ihn durch Sein Selbst erkennen und sich von allem lösen, was der Welt zugehört.12:7Höre die Worte deines Herrn und reinige dein Herz von allem Trug, damit das Gedenken Deines Herrn mit hellem Licht darauf strahle und dein Herz die Stufe der Gewißheit erlange.12:8Wisse überdies, daß dein Brief in Unsere Gegenwart gelangte; Wir haben seinen Inhalt vernommen und gelesen. Die Fragen, die du stelltest, haben Wir zur Kenntnis genommen, und gern werden Wir dir antworten. An diesem Tage ziemt es sich für jeden, alles, was er wünscht, Gott zu fragen, und dein Herr wird seiner Bitte achten mit wundersamen, unleugbaren Versen.12:9Du hast über das Thema der Wiederkehr gefragt. Wisse, daß das Ende dem Anfang gleicht. Sieh das Ende, gleich wie du den Anfang schaust, und gehöre zu den wahrhaft Verständigen. Nein, sieh vielmehr den Anfang als das Ende selbst und umgekehrt, auf daß du eine klare Schau erlangest. Wisse überdies, daß alles Erschaffene beständig hervortritt und wiederkehrt auf Geheiß deines Herrn, des Gottes der Kraft und der Macht.12:10Was die Wiederkehr angeht, die Gott in Seinen heiligen, erhabenen Sendschreiben meint, mit denen Er diesen Gegenstand Seinen Dienern bekannt gibt, so bedeutet sie die Wiederkehr alles Erschaffenen am Tage der Auferstehung. Dies ist fürwahr das Wesen der Wiederkehr, wie du sie in Gottes eigenen Tagen erlebst; und du zählst wahrlich zu denen, die diese Wahrheit bezeugen.12:11Wahrlich, Gott hat die Macht, alle Namen in einem einzigen Namen erscheinen zu lassen, und alle Seelen in einer einzigen Seele. Gewiß ist Er kraftvoll und mächtig. Und diese Wiederkehr geschieht auf Sein Geheiß in jedweder Gestalt, die Er will. Fürwahr, Er ist Der, welcher alles tut und bestimmt. Im übrigen solltest du die Erfüllung der Wiederkehr und der Auferstehung nur im Worte deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden, wahrnehmen. Griffe Er zum Beispiel eine Handvoll Staub und erklärte, dies sei Derjenige, dem ihr früher gefolgt seid, so wäre dies so recht und so wahr wie Sein wirkliches Selbst. Keinem ist das Recht verliehen, Seine Vollmacht in Frage zu stellen. Er tut, was Er will, und bestimmt, was Ihm gefällt. Nimm dich auf dieser Stufe auch in acht, daß du deinen Blick nicht auf Grenzen und Andeutungen richtest, sondern auf das, wodurch die Offenbarung erfüllt ist, und gehöre zu den Erkennenden. Solches erklären Wir dir in leuchtend klarer Sprache, damit du begreifest, was du bei deinem urewigen Herrn suchtest.12:12Schau auf den Tag der Auferstehung. Wollte Gott verkünden, das niederste Geschöpf unter den Gläubigen sei der erste, der an den Bayán glaubte, so dürftest du keine Zweifel haben, sondern müßtest zu denen gehören, die wahrhaft glauben. Sieh auf dieser Stufe keine menschlichen Grenzen und Namen, vielmehr schau auf das, was den Rang des ersten Gläubigen rechtfertigt: den Glauben an Gott, die Anerkennung Seines Seins, das Vertrauen in die Erfüllung Seines unwiderstehlichen, Seines bindenden Befehls.12:13Denke an den Punkt des Bayán – erhaben ist Seine Herrlichkeit – und an Seine Offenbarung. Er verkündete, der ersteMullá Ḥusayn-i-Bushrú’í.A, der an Ihn glaubte, sei Muḥammad, der Gesandte Gottes. Steht es jemandem zu, mit Ihm zu streiten und zu sagen, jener erste sei aus Persien, dieser aus Arabien, jener heiße Ḥusayn, während dieser den Namen Muḥammad trug? Nein, Ich schwöre es bei Gottes heiligem Wesen, dem Erhabenen, dem Größten. Gewiß wird kein verständiger Mensch hier auf Grenzen und Namen achten, sondern das im Auge haben, womit Muḥammad ausgestattet war, und das war nichts anderes als die Sache Gottes. Ein Mensch mit dieser Einsicht würde sodann Ḥusayn und die Stellung betrachten, die er in der Sache Gottes, des Allmächtigen, des Erhabenen, des Wissenden, des Weisen, bekleidet. Und da der erste, welcher in der Sendung des Bayán an Gott glaubte, mit Befehlsgewalt ausgestattet war, ähnlich derjenigen, die Muḥammad, der Gesandte Gottes, innehatte, erklärte der Báb, Ḥusayn sei Muḥammad, nämlich Dessen Wiederkehr und Auferstehung. Diese Stufe ist geheiligt über alle Grenzen und Namen, und nichts ist darin zu sehen außer Gott, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden.12:14Wisse ferner: Wollte Er am Tage der Offenbarung verkünden, ein kleines Blatt sei die Manifestation aller Seiner erhabenen Ehrennamen, so wäre keinem das Recht gegeben, nach dem Warum und Wofür zu fragen; und fragte jemand dennoch, so würde er als Ungläubiger betrachtet und zu denen gezählt, die Gottes Wahrheit zurückweisen.12:15Hüte dich, hüte dich, daß du nicht tust, was das Volk des Bayán getan. Sie haben in der Tat schlimm geirrt, das Volk verführt, den Bund Gottes und Sein Testament verworfen und Ihm, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden, Gefährten beigesellt. Den Punkt des Bayán haben sie wahrlich nicht anerkannt; denn hätten sie Ihn anerkannt, so hätten sie Seine Manifestation in diesem hell strahlenden Wesen nicht verworfen. Da sie aber ihre Augen auf Namen hefteten, wurden sie ihnen trübe, als Er Seinen Namen ›der Erhabenste‹al-A‘lá – Anm. d. Hrsg.A durch Seinen Namen ›der Allherrliche‹al-Abhá – Anm. d. Hrsg.A ersetzte. So verfehlen sie, Ihn heutzutage anzuerkennen, und so gehören sie zu denen, die zugrunde gehen. Fürwahr, hätten sie Ihn durch Sein eigenes Selbst erkannt oder aber kraft dessen, was Er offenbart, so hätten sie Ihn nicht geleugnet, als Er erschien in diesem herrlichen, diesem unvergleichlichen Namen, den Gott zum Schwerte Seiner Offenbarung zwischen Himmel und Erde bestimmt hat, Wahrheit vom Irrtum zu trennen, von nun an bis zu dem Tage, da die Menschheit vor dem Herrn der Welten stehen wird.12:16Wisse fernerhin: Am Tage Seiner Manifestation kehrt alles außer Gott wieder, ob hoch oder niedrig, versammelt an einem Ort. Unerforschlich ist die Wiederkehr für alle Menschen, bis daß die göttliche Offenbarung erfüllt ist. Er ist in Wahrheit Der, welcher bestimmt, was Er will. Wenn das Wort Gottes allem Erschaffenen offenbart ist, dann wird jeder, der den Ruf hört und beachtet, zu den edelsten Seelen gezählt, auch wenn er nicht mehr ist als ein Aschenträger. Und wer sich abwendet, zählt zu den niedersten unter Seinen Dienern, übte er auch Herrschaft über die Menschen und besäße er auch alle Bücher in den Himmeln und auf Erden.12:17Dir ziemt es, mit göttlicher Einsicht auf das zu blicken, was Wir dir offenbart und gesandt haben, nicht auf das Volk und was bei ihm im Schwange ist. Sie gleichen heutzutage einem Blinden, der im Sonnenschein herumtappt und fragt: Wo ist die Sonne? Scheint sie? Er leugnet und bestreitet die Wahrheit, er gehört nicht zu den Wahrnehmenden. Niemals wird er die Sonne schauen oder begreifen, was zwischen ihn und sie getreten ist. Er ist voll des Vorwurfs, schimpft und zählt zu den Aufsässigen. So ist auch der Zustand dieses Volkes. Überlasse sie sich selbst und sprich: Euch werde zuteil, was ihr wünschet, und uns, was wir wünschen. Elend ist fürwahr der Zustand der Gottlosen.12:18Wisse des weiteren: Die frühere Manifestation bekräftigte, am Tage der Auferstehung werde die Wiederkehr und die Erhebung der Geister eintreten; in Wahrheit gibt es eine Wiederkehr und Auferstehung für alles Erschaffene. Wir möchten jedoch nichts erwähnen, was nicht im Bayán dargelegt ist; sonst erhebt das Volk der Bosheit ein großes Geschrei. O würde doch vertrieben, was zwischen die Menschenkinder und ihren Schöpfer tritt, auf daß sie befähigt seien, Gottes unüberwindliche Herrschaft und Souveränität zu schauen, vom Brunnquell Seiner himmlischen Wasser zu trinken, sich mit den Ausgießungen aus dem Meere wahren Verstehens zu netzen und sich von den Schandflecken der Gottlosen und der Argwöhnischen zu läutern.12:19Nun zu deiner Frage über die Welten Gottes. Wisse wahrlich, daß die Welten Gottes zahllos und unendlich weit sind. Keiner kann sie zählen oder erfassen außer Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen. Denke an deinen Zustand im Schlafe. Wahrlich, Ich sage, diese Erscheinung ist das geheimnisvollste der Zeichen Gottes unter den Menschen, wollten sie doch im Herzen darüber nachsinnen. Siehe, wie das, was du im Traume geschaut hast, nach langer Zeit voll verwirklicht wird. Wäre die Welt, wo du dich im Traum befunden hast, dieselbe wie die Welt, in der du lebst, dann hätte die Begebenheit jenes Traumes im Augenblick ihres Geschehens zwangsläufig in dieser Welt bekannt werden müssen. Wäre es so, dann wärest du selbst dessen Zeuge. Da dies jedoch nicht der Fall ist, muß notwendigerweise daraus folgen, daß die Welt, in der du lebst, von jener, die du im Traum erlebt hast, verschieden und gesondert ist. Diese letztere Welt hat weder Anfang noch Ende. Es wäre wahr, wenn du behaupten wolltest, daß diese Traumwelt nach dem Ratschluß des allherrlichen und allmächtigen Gottes in deinem eigenen Selbst liegt und ganz in dir aufgeht. Es wäre ebenso wahr zu sagen, daß dein Geist, wenn er die Grenzen des Schlafes überschritten und sich von allen irdischen Bindungen befreit hat, durch Gottes Ratschluß ein Reich durchwandert, das in der innersten Wirklichkeit dieser Welt verborgen liegt. Wahrlich, Ich sage, die Schöpfung Gottes umfaßt Welten neben dieser Welt und Geschöpfe außer diesen Geschöpfen. In jeder dieser Welten hat Er Dinge verordnet, die niemand erforschen kann außer Ihm, dem Allerforschenden, dem Allweisen. Denke darüber nach, was Wir dir enthüllt haben, damit du die Absicht Gottes, deines Herrn und des Herrn aller Welten, erkennest. In diesen Worten sind die Geheimnisse göttlicher Weisheit verwahrt. Wir wollen nicht bei diesem Thema verweilen, weil der Kummer über die Taten derer, die durch Unsere Worte erschaffen worden sind, Uns umgibt, wäret ihr doch unter denen, die auf Unsere Stimme hören.12:20Wo ist der, der Mir helfen und Mich vor den Schwertern dieser treulosen Seelen beschirmen kann? Wo ist der Einsichtsvolle, der die Worte Gottes mit eigenen Augen sieht und sich von den Völkern der Welt, ihren Meinungen und Vorstellungen frei macht?12:21O Diener! Warne die Diener Gottes davor, das von sich zu weisen, was sie nicht verstehen. Sprich: Flehet zu Gott, Er möge vor euren Herzen die Tore wahren Verstehens öffnen, auf daß euch kund wird, was keiner kennt. Wahrlich, Er ist der Gebende, der Vergebende, der Mitleidvolle.12:22Du hast Mich auch über die Gebote Gottes befragt. Wisse fürwahr: Alles, was im Buche vorgeschrieben ist, ist die Wahrheit; es gibt keinen Zweifel daran, und jeder hat die Pflicht zu befolgen, was Er, der Offenbarer, der Allwissende, herniedergesandt hat. Wer die Gebote beiseite schöbe, obwohl er davon Kenntnis hat, mit dem hätte Gott fürwahr nichts zu schaffen, und auch Wir hätten nichts mit ihm zu schaffen; denn Gottes Gebote stellen die Früchte des göttlichen Baumes dar, und nur die Achtlosen und die Eigensinnigen weichen von ihnen ab.12:23Was das Paradies anbelangt, so ist es eine Wirklichkeit, an der es keinen Zweifel geben kann. Hier und heute in dieser Welt ist es in der Liebe zu Mir und in Meinem Wohlgefallen verwirklicht. Wer das erreicht, dem wird Gott in dieser Welt hienieden helfen, und nach dem Tode wird Er ihn befähigen, Zutritt in das Paradies zu erlangen, das so weit ist wie Himmel und Erde. Dort werden ihm die Jungfrauen der Herrlichkeit und der Heiligkeit aufwarten des Tages und zur Nachtzeit, während die Sonne der unvergänglichen Schönheit seines Herrn allezeit ihren Glanz über ihn ergießt und er so hell erstrahlt, daß keiner seinen Anblick ertragen kann. So fügt es die Vorsehung, und doch ist das Volk ausgeschlossen durch einen schweren Schleier. Begreife gleichermaßen das Wesen des Höllenfeuers und gehöre zu denen, die wahrhaft glauben. Für jede Tat gibt es eine Vergeltung nach dem Urteil Gottes; dafür sind die Gebote und Verbote, wie sie der Allmächtige verschrieben hat, Zeugnis zur Genüge. Denn gewiß würde sich, wenn die Taten nicht belohnt würden und keine Früchte zeitigten, die Sache Gottes – erhaben ist Er – als nichtig erweisen. Unermeßlich erhaben ist Er über solche Gotteslästerungen! Denen jedoch, die frei sind von allen Bindungen, ist eine Tat ihr eigener Lohn. Wollten Wir uns über diesen Gegenstand verbreiten, so müßten zahlreiche Sendschreiben aufgezeichnet werden.12:24Ich schwöre bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes! Die Feder ist außerstande, sich zu bewegen, ob alledem, was ihren Herrn befallen hat. Sie weint bitterlich; bitter weine auch Ich, und bitter weint das Auge Dessen, Der das Wesen der Hoheit hinter dem Königszelte der Namen ist, sitzend auf dem Throne Seines ruhmreichen Namens.
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