Bahá’u’lláh | Botschaften aus ʿAkká
weiter nach oben ...
12:25
Reinige dein Herz, auf daß Wir Springbrunnen der Weisheit und der freien Rede daraus hervorquellen lassen und dich befähigen, deine Stimme inmitten der Menschheit zu erheben. Löse deine Zunge, und um des Gedenkens an deinen barmherzigen Herrn willen verkünde die Wahrheit. Fürchte dich vor niemandem, setze dein ganzes Vertrauen in Gott, den Allmächtigen, den Allwissenden. Sprich: O Volk, erfüllet, was ihr im Persischen Bayán versteht, und was ihr nicht versteht, das fraget Ihn, Sein unfehlbares Gedenken, damit Er euch klar vor Augen führe, was Gott in Seinem Buche beabsichtigt hat; denn fürwahr, Er weiß, was im Bayán verwahrt ist, kraft Seines, des Allmächtigen, des Allmachtvollen, Willens.
12:26
Du hast über Unsere Warnung an das Volk zur Zeit Unserer Abreise aus dem ‘Iráq gefragt, wonach dann, wenn die Sonne dem Blick entschwindet, Vögel der Finsternis sich bewegen und die Banner des Sámiríder Hersteller des Goldenen Kalbes; vgl. Qur’án 20:85–98.A aufgepflanzt werden. Ich schwöre bei Gott! Diese Vögel rühren sich heutzutage, und Sámirí erhebt sein Geschrei. Wohl dem, der versteht und zu den Einsichtigen zählt! Wir haben sie auch vor der Erscheinung des Kalbes gewarnt. Gott ist Mein Zeuge! Alle Unsere Vorhersagen sind eingetreten, wie es ihnen bestimmt war, da sie ja von den Fingern der Herrlichkeit und der Macht ausgingen. Flehe zu Gott, Er möge dich vor dem Unheil dieser Menschen schützen und dich läutern von den Anspielungen der Widerspenstigen. Wappne dich für die Verkündigung der Sache Gottes und achte nicht der Worte, die das Volk des Bayán äußert; denn fürwahr, sie sind des Verständnisses bar und haben das Wesen der Sache, wie es in dieser hehren, dieser Größten Verkündigung enthüllt ist, nicht begriffen. Solches geben Wir deinem Geiste ein, und Wir flößen dir ins Herz, was dich unabhängig macht von den Anspielungen der Menschheit.
12:27
Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und denen, welche die Worte hören, die du äußerst aus Liebe zu Gott, deinem Herrn, und welche standhaft in Seiner Sache bleiben. Aller Lobpreis sei Gott, dem Herrn der Welten.
Lawḥ-i-Siyyid-i-Mihdíy-i-Dahají (Das Sendschreiben an Siyyid Mihdíy-i-Dahají)
13:0_29
Er ist der Heiligste, der Größte, der Erhabenste, der Höchste
13:1
O Mein Name!Siyyid Mihdíy-i-Dahají, an den dieses Sendschreiben gerichtet war, hatte von Bahá’u’lláh den Titel Ismu’lláhu’l-Mihdí (Der Name Gottes Mihdí) erhalten. Er brach später das Bündnis (siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 600). [Siehe auch: Tahezadeh, The Revelation of Bahá’u’lláh, Bd. II, p. 154, p. 329f, p. 349 – Anm. d. Hrsg.].A Lobpreise Gott, daß Er dich gnädig erwählte, ein Regenschauer göttlicher Gaben zu sein für alles, was Wir in den reinen, gesegneten Boden säten, und daß Er dich befähigte, den wundersam hehren Bäumen, die Wir pflanzten, als Frühling sanften Erbarmens zu dienen. Fürwahr, so groß ist diese Gunst, daß unter allem Erschaffenen in der Welt des Seins nichts damit wetteifern kann. Des weiteren haben Wir dir den erlesenen Wein der Rede aus dem Kelche himmlischer Gaben deines barmherzigen Herrn zu trinken gegeben: diese Zunge der Heiligkeit, die, kaum gelöst, alle Schöpfung belebte, alle Wesen in Bewegung brachte und die Nachtigall ihre Weisen schlagen ließ. Dies ist der Springquell lebendigen Wassers für alle, die im Reiche des Seins wohnen.
13:2
Oftmals haben Wir auf dich die süßen Düfte des Allerbarmers gehaucht aus diesem Zweig, der sich über dem Sendbrief deines Herrn, des Mächtigen, des Ungezwungenen, bewegt. Bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes! Wendeten sich alle erschaffenen Dinge, die sichtbaren wie die unsichtbaren, zu Ihm, so sähest du, wie sie sich aufschwängen zum Höchsten Ziel, dem Ort, da der göttliche Lotosbaum ruft und kündet: Wahrlich, kein Gott ist außer Mir, dem Allmächtigen, dem Allgütigen.
13:3
Groß ist dein Segen, da du durch die Lande Gottes reistest, verkörperte Freude und Sicherheit für das Volk Bahás – sie, die allem entsagen außer Ihm und ihre Herzen ausrichten auf diesen Königshof, der seinen Strahlenglanz über alle Reiche ergießt und sie netzt mit den wogenden Wassern dieses Meeres, das dich selbst genetzt hat – ein Meer, das alles Erschaffene umschließt.
13:4
Du hast fürwahr die Bedeutung der Hilfe für Gott verstanden, du hast dich erhoben, diese Hilfe durch die Macht der Weisheit und der Rede zu leisten. Sprich: Mir helfen heißt Meine Sache lehren. Dies ist ein Gegenstand, der ganze Sendbriefe ausfüllt. Dies ist der unverrückbare Befehl Gottes, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft. Begreifet es, o ihr Einsichtsvollen. Wer die Schranken der Weisheit überschreitet, versteht die im Buche dargelegte Bedeutung der Hilfe für Gott nicht. Sprich: Fürchtet Gott und sät nicht die Saaten der Zwietracht unter die Menschen. Befolget, was euch aufgetragen von eurem Herrn, dem Allmächtigen, dem Allwissenden. Er weiß, was wirklich der Sieg ist, und lehrt es euch mit einer Rede, die kein leerer Wahn derer, welche in der Wildnis des Zweifels schweifen, je verderben kann.
13:5
O Mein Name! Gib allem Erschaffenen erneut zu trinken von diesem Kelche, der die Meere aufbranden ließ. Entfache sodann in den Herzen die Feuerlohe, die dieser Rote Baum entzündet hat, damit sich alle erheben, Seinen Namen unter den Anhängern aller Glaubensrichtungen zu preisen und zu verherrlichen.
13:6
Zahlreiche Briefe von dir wurden vor Unserem Thron überreicht. Wir haben sie gelesen zum Zeichen der Gnade, und für jeden Namen, den du erwähntest, haben Wir offenbart, was die Menschengeister aufrüttelt und die Seelen sich aufschwingen läßt. Im übrigen haben Wir dich wiederholt befähigt, den Trillern der Himmelsvögel zu lauschen und dein Ohr dem Sang der Nachtigallen zu neigen, wenn sie auf den Zweigen ihre Lieder schlagen. So ward die Feder Gottes zu deinem Gedenken bewegt, auf daß du die Menschen ermahnest durch die Macht dieser Rede, die von Gott bestimmt ist, die Zeichen Seiner Herrlichkeit zu offenbaren.
13:7
Selig ist der Ort, da der Hymnus Seines Lobpreises erschallt, und selig das Ohr, welches hört, was vom Himmel der Gnade deines Herrn, des Allerbarmers, herniedergesandt ward.
13:8
Ermahne die Diener Gottes zu dem, wozu Wir dich ermahnten, damit sie ablassen von allem, was ihnen in dem Mutterbuche verboten ist. Wer Taten begeht, die Aufruhr schaffen im Volk, der ist fürwahr weit abgeirrt von der Hilfe für Gott und Seine Sache; auf der Tafel, die Gott zum Dämmerort aller Tafeln ausersehen hat, wird er zu den Unheilstiftern gezählt.
13:9
Sprich: Sollten Wir es wünschen, werden Wir die Sache Gottes durch die Macht eines einzigen Wortes aus Unserer Gegenwart zum Siege führen. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende. So es Gottes Absicht ist, wird aus den Wäldern himmlischer Macht der Löwe unüberwindlicher Kraft hervortreten, und sein Gebrüll ist wie des Donners Grollen, das in den Bergen widerhallt. Da Unsere liebevolle Vorsehung jedoch alle Dinge überragt, haben Wir verordnet, daß der vollständige Sieg durch Wort und Rede erreicht werde, damit Unsere Diener auf der ganzen Erde dergestalt zu Empfängern göttlichen Segens werden. Das ist ein Zeichen für die Gottesgaben, die ihnen gewährt sind. Wahrlich, dein Herr ist der Allgenügende, der Erhabenste.
13:10
Sprich: Fürchtet Gott und begeht keine Taten, die Meine Geliebten auf Erden wehklagen lassen. So gebietet euch diese Feder, die auf der Kampfbahn der Weisheit und des wahren Verstehens die Feder der Herrlichkeit in Bewegung brachte.
13:11
Überbringe Meine Grüße all denen, deren Angesichter den Strahlenglanz Bahás widerspiegeln. Sodann rede zu ihnen mit dieser Rede, welche die Augen der Gerechten erhellt. Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und allen, die sich festhalten an dem Seile Gottes, des Offenbarers der Verse…
13:12
Halte die Bewohner dortzulande ab von herausfordernden Handlungen, von Hader, Streit und allem, was sonst Unruhe stiftet. Rühmlich ist heutzutage die Verbreitung der Sache Gottes. Wollten sich zum Beispiel diejenigen Leute, die gewisse Ziele verfolgen, dem Lehren der Sache Gottes hingeben, so wären alle, die dortzulande wohnen, binnen kurzem mit dem Mantel des Glaubens bekleidet.
13:13
So jemand die folgende Stelle aus dem zu Ehren des Nabíl von Qá’inNabíl-i-Akbar. Vgl. 9:0, Lawḥ-i-Ḥikmat, einleitende Fußnote.A offenbarten Sendschreiben mit all ihrer Süße kostet, wird er sogleich die Bedeutung der Hilfe für Gott verstehen: Menschliche Rede will ihrem Wesen nach Einfluß üben und bedarf deshalb der Mäßigung. Ihr Einfluß ist durch Feinheit bedingt, die wiederum von losgelösten, reinen Herzen abhängt. Ihre Mäßigung muß mit Takt und Weisheit gepaart sein, wie es in den Heiligen Büchern und Sendbriefen vorgeschrieben ist.
13:14
O Mein Name! Die Rede muß die Kraft der Eindringlichkeit besitzen. Ist sie dieser Eigenschaft beraubt, übt sie keinen Einfluß aus. Und dieser durchdringende Einfluß hängt davon ab, daß der Geist rein und das Herz makellos ist. Desgleichen bedarf die Rede der Mäßigung; ohne sie ist der Hörer außerstande, die Rede zu ertragen, vielmehr bekundet er von Anfang an Widerspruch. Und die Mäßigung wird dadurch erlangt, daß man die Rede mit den Zeichen göttlicher Weisheit mischt, wie sie in den heiligen Büchern und Sendbriefen verzeichnet sind. Wenn eines Menschen Rede dergestalt in ihrer Wesenheit mit diesen beiden Grunderfordernissen ausgestattet ist, wird sie sich als ungemein wirksam erweisen und das beste Mittel für die Wandlung der Menschenseelen sein. Das ist die Stufe höchsten Sieges und himmlischer Herrschaft. Wer sie erreicht, ist mit der Macht belehnt, die Sache Gottes zu lehren und der Menschen Herzen und Gemüter zu besiegen.
13:15
O Mein Name! Die Sonne der Rede strahlt hell vom Dämmerort göttlicher Offenbarung. Sie erleuchtet die Schriftrollen und Tafeln in solchem Maße, daß das Reich der Rede und das erhabene Herrschaftsgebiet des Verstehens vor Freude und Frohlocken beben; sie scheinen im Glanz Seines Lichtes, und doch begreift es die Masse der Menschen nicht.
13:16
Der Grund, warum das Thema des Beistands und der Hilfe für Gott immer wieder der Feder der Vorsehung entströmte und weiterhin entströmen wird, ist die Warnung an die Freunde Gottes vor Tätigkeiten, die Streit und Aufruhr bewirken könnten. Alle haben sie die Pflicht, sorgfältig zu forschen, wie sie der Sache Gottes in der von Uns dargelegten Weise helfen können. Dies ist nur ein Zeichen Seiner Gnade, die Er Seinen Geliebten besonders gewährt, auf daß jeder von ihnen die Stufe erlange, die durch das Wort gekennzeichnet ist: »Wer eine Seele erweckt, der erweckt fürwahr die ganze Menschheit.«vgl. Qur’án 5:32 – Anm. d. Hrsg.Q
13:17
Weltliche Macht stand immer im Schatten dieser Stufe und wird weiterhin dort stehen. Ihre festgesetzte Stunde ist im Buche Gottes vorherbestimmt. Er wahrlich kennt sie, und kraft Seiner Macht wird sie offenbar werden. Wahrlich, Er ist der Machtvolle, der Allunterwerfende, der Allmächtige, der Allwissende, der Allweise.
13:18
Die geheiligten Seelen sollten in ihren Herzen über die Lehrmethoden nachdenken und nachsinnen. Aus den Texten dieser wundersamen, himmlischen Schriften sollten sie Sätze und Abschnitte auswendig lernen, die sich auf verschiedene Gegebenheiten beziehen, damit sie im Verlauf ihrer Ansprachen göttliche Verse wiedergeben können, sooft es die Gelegenheit erfordert, da diese heiligen Verse ja das kraftvollste Elixier, der größte, mächtigste Talisman sind. So machtvoll ist ihr Einfluß, daß dem Hörer kein Grund zum Wankelmut bleibt. Ich schwöre bei Meinem Leben! Dieser Offenbarung ist solche Macht eigen, daß sie als Magnet auf alle Völker und Geschlechter der Erde wirkt. Wer innehält, um mit Bedacht nachzusinnen, wird erkennen, daß es für keinen einen Ort gibt oder geben kann, dahin er fliehen könnte.
13:19
Der Kitáb-i-Aqdas wurde so offenbart, daß er alle göttlich bestimmten Sendungen anzieht und umfängt. Selig ist, wer ihn liest, selig, wer ihn begreift, selig, wer darüber nachdenkt, selig, wer seine Bedeutung erwägt. So umfassend ist er, daß er alle Menschen umschließt, ehe sie seiner gewahr sind. Binnen kurzem werden seine unumschränkte Macht, sein durchdringender Einfluß und die Größe seiner Kraft auf Erden offenbar.
13:20
O Mein Name! Höre auf Meine Stimme, die aus der Richtung Meines Thrones kommt. Dein Herr will deinen Namen allzeit erwähnen, da du dich standhaft erweisest im Ruhme Seiner Tugenden unter den Menschen. Fürwahr, Er liebt die Treue, die sich im Reiche der Schöpfung findet, und gibt ihr Vorrang vor den meisten Tugenden. Wahrlich, Er ist der Gewaltige, der Machtvolle.
13:21
Wisse fernerhin, daß Wir den Lobpreis hörten, den du äußertest in deiner Zwiesprache mit Gott, deinem Herrn, dem Erhabenen, dem Gnädigen. Groß ist fürwahr der Segen, der deiner wartet, da du deine eigenen Belange zugunsten dieser unverletzlichen, dieser mächtigen und erleuchteten Sache eingeschränkt hast. Wir flehen zu Gott, Er möge deinen Ruf zu einem Magneten machen, der die Verkörperungen der Namen in der Welt des Seins anzieht, so daß alle Wesen aus freiem Antrieb seiner achten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erhabenen, dem Überlegenen, dem Ewig-Gesegneten, dem Hehren, dem Allhöchsten, dem Allherrlichen, dem Großmütigsten, dem Allwissenden, dem Allkennenden.
Lawḥ-i-Burhán (Das Sendschreiben vom Beweis)
14:0_30
Dieses Sendschreiben wurde nach dem Opfertod Siyyid Muḥammad-Ḥasans, Sulṭánu’sh-Shuhadá’ ›der König der Märtyrer‹ und Siyyid Muḥammad-Ḥusayns, Maḥbúbu’sh-Shuhadá’ ›der Geliebte der Märtyrer‹ offenbart; vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 356 und an Shaykh Muḥammad-Báqir, den Bahá’u’lláh mit dem Beinamen ›der Wolf‹ brandmarkte, gerichtet. Bahá’u’lláh erwähnt in diesem Sendschreiben Mír Muḥammad-Ḥusayn, den Imám-Jum‘ih von Iṣfahán mit dem Beinamen ›die Schlange‹; er war bei der Verfolgung der Bahá’í der Komplize von Shaykh Muḥammad-Báqir (vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 350, 356, 405). Der Brief an den Sohn des Wolfes ist an Shaykh Muḥammad-Taqí-yi-Najafí, den Sohn von Shaykh Muḥammad-Báqir, gerichtet.
14:1
Er ist der Allmächtige, der Allwissende, der Allweise! Die Winde des Hasses umfingen die Arche von BaṭḥáMekka.A wegen der Untaten, die die Hände der Unterdrücker begingen. O Báqir! Du hast diejenigen verurteilt, um derentwillen die Bücher der Welt weinten und die Schriften der Religionen Zeugnis ablegten. Du bist wahrlich weit vom rechten Wege abgeirrt und in einen dichten Schleier gehüllt. Bei Gott selbst! Du hast jene verurteilt, durch die der Horizont des Glaubens erleuchtet wurde. Dies bezeugen sie alle, die die Dämmerorte der Offenbarung und die Manifestationen der Sache deines Herrn, des Barmherzigsten, sind – sie, die ihre Seelen und all ihren Besitz auf Seinem geraden Pfade geopfert haben. Der Glaube Gottes weint allüberall ob deiner Tyrannei, und doch vergnügst du dich und gehörst zu denen, die frohlocken. Ich trage keinen Haß gegen dich oder sonst jemanden im Herzen. Jeder Gebildete sieht dich und deinesgleichen versunken in offenbarer Torheit. Hättest du begriffen, was du getan, du hättest dich ins Feuer geworfen oder dein Haus verlassen und die Flucht in die Berge ergriffen, oder hättest gestöhnt und gejammert, bis du an den Ort zurückgekehrt wärest, der dir von Ihm, dem Herrn der Kraft und Macht, bestimmt ist. O du, der du so viel bist wie ein Nichts! Zerreiße die Schleier eitlen Wahns und leeren Trugs, damit du die Sonne der Erkenntnis von diesem strahlenden Horizonte scheinen siehst. Du hast einen Sproß des Propheten selbst in Stücke gerissen und dir eingebildet, damit dem Gottesglauben zu helfen. Solches hat dir deine Seele eingegeben, und du bist wahrlich einer der Achtlosen. Was du tatest, hat den himmlischen Heerscharen und jenen, die die Sache Gottes, des Herrn der Welten, umkreisen, die Herzen gebrochen. Die Seele der ReinenFáṭimah, die Tochter Muḥammads.A schmolz wegen deiner Grausamkeit dahin, und die Bewohner des Paradieses weinten bitterlich an ihrem gesegneten Ort.
14:2
Ich beschwöre dich bei Gott, urteile gerecht! Welchen Beweis brachten die jüdischen Gelehrten vor, um Ihn, den Geist GottesJesus.A, zu verdammen, als Er mit der Wahrheit zu ihnen kam? Was konnten die Pharisäer und Götzenpriester ins Feld führen, um sich dafür zu rechtfertigen, daß sie Muḥammad, den Gesandten Gottes, verleugneten, als Er zu ihnen kam mit einem Buch, welches zwischen Wahrheit und Falschheit mit solcher Gerechtigkeit schied, daß sich das Dunkel der Erde in Licht verwandelte und die Herzen derer, die Ihn erkannten, in Entzücken gerieten? Wahrlich, du hast heute dieselben Gründe vorgebracht, deren sich die törichten Gelehrten jener Zeit bedienten. Er, der König des Reiches der Gnade, bezeugt es in diesem großen Gefängnis. Du bist wahrlich ihre Wege gewandelt, nein, du hast sie gar noch in ihrer Grausamkeit übertroffen und dir dabei eingebildet, du hülfest dem Glauben und verteidigtest das Gesetz Gottes, des Allwissenden, des Allweisen. Bei Ihm, der die Wahrheit ist! Dein Unrecht ließ Gabriel stöhnen und brachte das Gesetz Gottes, von dem der Windhauch der Gerechtigkeit über alle im Himmel und auf Erden weht, zum Weinen. Wähnst du in deiner Unwissenheit wirklich, das Urteil, das du sprachst, sei dir nütze? Nein, bei Ihm, dem König aller Namen! Daß es dir nur schadet, bezeugt Er, der alles weiß, was in dem verwahrten Tablet verzeichnet ist. Als du dein Urteil niederschriebst, da klagte deine eigene Feder dich an. Solches bezeugt die Feder Gottes, des Höchsten, auf Seiner unerreichbaren Stufe.
14:3
O du, der du in die Irre gingst! Nie hast du Mich gesehen, nie hast du mit Mir verkehrt oder warst auch nur für den Bruchteil eines Augenblicks Mein Gefährte. Wie kommt es dann, daß du den Menschen befiehlst, Mich zu verfluchen? Folgst du darin dem Drang deiner Begierden oder gehorchst du etwa deinem Herrn? Gib ein Zeichen, so du zu denen gehörst, die die Wahrheit lieben! Wir bezeugen, daß du das Gesetz Gottes von dir geworfen und dich dem Drang deiner Leidenschaften gebeugt hast. Wahrlich, nichts entgeht Seinem Wissen; Er ist fürwahr der Unvergleichliche, der Allunterrichtete. O du achtloser Mensch! Beachte, was der Barmherzige im Qur’án offenbarte: »Sage nicht zu jedem, der dir mit einem Gruß begegnet: ›Du bist kein Gläubiger.‹«Qur’án 4:94.Q Solches hat Er verordnet, in dessen Hand die Reiche der Offenbarung und der Schöpfung liegen – wärest du doch von denen, die hören. Du aber hast das Gebot Gottes beiseite gelegt und dich an den Drang deiner Begierden gehalten. Wehe über dich, o du achtloser Zweifler! Wenn du Mich verleugnest, mit welchem Beweis kannst du dann die Wahrheit dessen verfechten, was du besitzest? Lege ihn vor, o du, der du Gott Gefährten beigesellst und dich abkehrst von Seiner Oberherrschaft, die alle Welten umschließt!
14:4
Wisse, du Tor, daß der in Wahrheit ein Gebildeter ist, der Meine Offenbarung annimmt, vom Weltmeer Meines Wissens trinkt und sich in die Lüfte Meiner Liebe aufschwingt, der alles außer Mir von sich wirft und sich mit festem Griff an das hält, was vom Reiche Meines wunderbaren Wortes herabgesandt ist. Er ist fürwahr wie das Auge für die Menschheit und wie der Geist des Lebens für den Körper der ganzen Schöpfung. Verherrlicht sei der Allbarmherzige, der ihn erleuchtete und ihn sich aufmachen ließ, dieser großen, mächtigen Sache zu dienen. Wahrlich, solch ein Mensch ist gesegnet von den Scharen der Höhe und den Bewohnern des Tabernakels der Größe, die Meinen versiegelten Wein trinken in Meinem Namen, der Allmächtige, der Allmachtvolle. O Báqir! Wenn du zu denen gehörst, die eine so erhabene Stufe einnehmen, dann erbringe ein Zeichen von Gott, dem Schöpfer der Himmel. Und wenn du deine Ohnmacht erkennst, zügle deine Leidenschaften und kehre zu deinem Herrn zurück, damit Er dir deine Sünden vergebe, Sünden, die dem Göttlichen Lotosbaum die Blätter versengten, den Felsen aufschreien ließen und die Augen der Einsichtsvollen zum Weinen brachten. Deinetwegen zerriß der Schleier der Göttlichkeit, scheiterte die Arche, lahmte die Kamelstute und stöhnte der GeistJesus.A an Seinem erhabenen Orte. Rechtest du mit Ihm, Der zu dir kam mit den Zeugnissen Gottes und mit Seinen Zeichen, die du und alle auf Erden besitzen? Öffne die Augen, damit du diesen Unterdrückten vom Horizont des Willens Gottes, des Herrschers, des Wahren, des Strahlenden, leuchten siehst. Öffne alsdann das Ohr deines Herzens, damit du die Stimme des göttlichen Lotosbaumes vernimmst, der in Wahrheit von Gott, dem Allmächtigen, dem Wohltätigen, gehegt wurde. Wahrlich, trotz allem, was ihm Leute deinesgleichen voll Grausamkeit und Ungehorsam zufügten, ruft dieser Baum laut und lädt alle Menschen zum Sadratu’l-MuntaháDer Heilige Lotosbaum, the Baum über den hinaus niemand gehen kann (siehe Qur’án 53:8–18). Ein Symbol für den Offenbarer Gottes. (Siehe Gott geht vorüber 132).A und zum höchsten Horizonte. Gesegnet die Seele, die auf das mächtigste Zeichen schaut, und das Ohr, das Seine lieblichste Stimme vernimmt, aber wehe dem, der sich abwendet und gottlos handelt.
14:5
O du, der du dich von Gott abkehrtest! Wolltest du mit ehrlichem Auge auf den Göttlichen Lotosbaum blicken, du würdest an seinen Ästen, Zweigen und Blättern die Male wahrnehmen, die dein Schwert ihm schlug, obwohl dich Gott erschaffen hat, diesen Baum zu erkennen und ihm zu dienen. Denke nach, damit du deinen Frevel einsiehst und zu denen zählst, die in sich gegangen sind. Meinst du, Wir fürchteten deine Grausamkeit? Wisse und sei dessen wohl versichert, daß Wir vom ersten Tag an, da die Erhabenste Feder zwischen Erde und Himmel ihre Stimme erhob, Unsere Seelen, Unsere Körper, Unsere Söhne und Unseren Besitz auf dem Pfade Gottes, des Erhabenen, des Großen, aufopferten. Dies ist Unser Ruhm vor allem Erschaffenen und den Scharen der Höhe, und dafür zeugt, was Uns auf diesem geraden Pfad zustieß. Bei Gott! Unsere Herzen brachen, Unsere Leiber wurden gekreuzigt und Unser Blut vergossen, während Unsere Augen am Horizont der Gnade ihres Herrn, des Zeugen, des Allschauenden, hingen. Je schlimmer seine Leiden, desto flammender wuchs die Liebe des Volkes Bahás. Seine Aufrichtigkeit bezeugt, was der Allbarmherzige im Qur’án herabsandte, wo Er sagt: »Wünscht euch den Tod, so ihr aufrichtig seid.«Qur’án 2:94.Q Wer verdient den Vorzug: einer, der sich hinter Vorhängen verbirgt, oder einer, welcher sich auf dem Pfade Gottes aufopfert? Urteile gerecht und gehöre nicht zu denen, die verwirrt durch die Wüste der Falschheit schweifen. So weit wurden jene von den Lebenswassern der Liebe des Barmherzigsten mitgerissen, daß weder die Waffen der Welt noch die Schwerter der Nationen sie davon abhielten, ihr Antlitz auf das Weltmeer der Großmut ihres Herrn, des Gebenden, des Edelmütigen, zu richten.
14:6
Bei Gott! Alle Schwierigkeiten konnten Mich nicht entmutigen, und das Verwerfungsurteil der Geistlichen vermochte nicht, Mich zu schwächen. Heute wie ehedem spreche Ich vor dem Angesicht der Menschen: »Das Tor der Gnade ist aufgetan, und Er, der Morgen der Gerechtigkeit, ist gekommen mit deutlichen Zeichen und klaren Beweisen von Gott, dem Herrn der Kraft und der Macht!« Zeige dich vor Mir, damit du die Geheimnisse vernimmst, die der Sohn ‘ImránsMoses.A auf dem Sinai der Weisheit hörte. Dies befiehlt dir der Aufgangsort der Offenbarung deines Herrn, des Gottes der Barmherzigkeit, aus Seinem großen Gefängnis.
14:7
Hat deine Führerschaft dich stolz gemacht? Lies, was Gott einem Alleinherrscher, dem Sulṭán der Türkei, offenbart hat, ihm, der Mich in dieser Trutzburg einkerkerte. So magst du dich ins Bild setzen über den Zustand dieses Unterdrückten, wie ihn Gott, der Eine, der Einzige, der Allunterrichtete, verfügt hat. Macht es dich glücklich, elende Taugenichtse als deine Anhänger zu sehen? Sie unterstützen dich, wie es die Leute vor ihnen taten, die Anhänger von Hannas, die ohne Zeugnis oder klaren Beweis das Urteil sprachen gegen den GeistJesus.A.
14:8
Lies den Kitáb-i-Íqán, lies, was vom Allbarmherzigen dem König in ParisNapoleon III.A und seinesgleichen gesandt wurde, auf daß dir bewußt werde, was sich in der Vergangenheit ereignete, und du dich überzeugst, daß Wir keineswegs Unordnung im Land verbreiten wollten, nachdem es wohlgeordnet war. Nur um Gottes willen ermahnen Wir Seine Diener. Wer es wünscht, den lasse sich Gott zuwenden, und wer will, möge sich abkehren. Unser Herr, der Barmherzige, ist wahrlich der Allgenügende, der Allgepriesene. O Schar der Geistlichen! Dies ist der Tag, da nichts von allen Dingen und kein Name von allen Namen euch nützen kann, es sei denn durch diesen Namen, den Gott zur Manifestation Seiner Sache und zum Tagesanbruch Seiner erhabensten Benennungen gemacht hat für alle, die im Reich der Schöpfung sind. Selig ist der Mensch, der den Duft des Allbarmherzigen wahrnimmt und zu denen zählt, die standhaft sind. Weder eure Wissenschaften noch eure Künste, eure Schätze oder euer Ruhm werden euch an diesem Tag etwas nützen. Werft sie alle von euch und richtet euer Angesicht auf das Hocherhabene Wort, durch welches die Schriften, die Bücher und diese erleuchtete Tafel unzweideutig kundgemacht wurden. Werft weg, o ihr Geistlichen alle, was ihr mit den Federn eures eitlen Wahns und leeren Trugs zusammengeschrieben habt. Bei Gott! Die Sonne der Erkenntnis strahlt über dem Horizont der Gewißheit.
14:9
O Báqir! Lies und rufe dir ins Bewußtsein, was einstmals ein Gläubiger unter deinen Vorfahren sagte: »Wollt ihr einen Mann erschlagen, nur weil er sagt: Mein Herr ist Gott, wo Er doch bereits mit Zeichen von eurem Herrn unter euch ist? Ist er ein Lügner, so wird seine Lüge auf ihn zurückfallen; ist er aber ein Mann der Wahrheit, so wird mindestens ein Teil von dem, was er androht, über euch kommen. Fürwahr, Gott führt nicht den, der maßlos und ein Lügner ist.«Qur’án 40:28.Q
14:10
O du, der du in die Irre gingst! Wenn dir irgendein Zweifel an Unserer Lebensführung kommt, so wisse, daß Wir bezeugen, was Gott selbst vor der Erschaffung der Himmel und der Erde bezeugte: Es ist kein anderer Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allgütigen. Wir bezeugen, daß Er einzig ist in Seinem Wesen, einzig in Seinen Eigenschaften. Er hat nicht Seinesgleichen im ganzen Weltall noch einen Gefährten in der ganzen Schöpfung. Seine Boten und Seine Bücher hat Er herniedergesandt, damit sie Seinen Geschöpfen den Geraden Pfad weisen.
14:11
Ist der Sháh über dein Vorgehen unterrichtet worden, und hat er sich entschieden, die Augen davor zu verschließen? Oder hat ihn die Furcht gepackt vor dem Heulen eines Rudels Wölfe, das dem Pfade Gottes den Rücken kehrte und dir auf deinem Wege nachfolgte, ohne klaren Beweis oder ein Buch? Wir hörten, die Provinzen Persiens seien mit der Zier der Gerechtigkeit geschmückt worden. Als Wir aber genau hinschauten, fanden Wir, daß sie Aufgangsorte der Willkür und Tagesanbrüche des Unrechts sind. Wir sehen die Gerechtigkeit in den Klauen der Tyrannei. Gott flehen wir an, sie durch die Kraft Seiner Macht und Seiner höchsten Herrschaft zu befreien. Er, wahrlich, beschirmt alles, was in den Himmeln und auf Erden ist. Keinem ist das Recht gegeben, sich bei irgendeinem darüber zu beschweren, was der Sache Gottes widerfahren ist. Es geziemt jedem, der sein Angesicht auf den Erhabensten Horizont richtet, sich beharrlich an das Seil der Geduld zu halten und sein Vertrauen auf Gott zu setzen, den Helfer in Gefahr, den Unbezwungenen. O ihr Geliebten Gottes! Trinkt aus dem Quell der Weisheit die Fülle, ergeht euch im Garten der Weisheit, schwingt euch auf in die Sphären der Weisheit und sprecht mit Weisheit und Beredsamkeit. Dies gebietet euch euer Herr, der Allmächtige, der Allwissende.
14:12
O Báqir! Baue nicht auf deinen Ruhm und deine Macht. Du gleichst der letzten Spur des Sonnenlichts auf der Bergesspitze. Bald wird sie dahinschwinden, wie es Gott, der Allbesitzende, der Höchste, verordnet hat. Weggenommen ist von dir und deinesgleichen aller Ruhm, und dies ist wahrlich, was von Ihm, bei dem das Mutterbuch ist, verfügt wurde. Wo ist der zu finden, der mit Gott rechtete, und wohin ist der entschwunden, der Seinen Zeichen widersprach und sich von Seiner höchsten Herrschaft abwandte? Wo sind sie, die Seine Erwählten erschlugen und das Blut Seiner Heiligen vergossen? Denke nach, auf daß du vielleicht den Geruch deiner Taten wahrnehmest, o du törichter Zweifler! Deinetwegen klagte der GesandteMuḥammad.A, und die ReineFáṭimah, die Tochter Muḥammads.A schrie laut auf; alle Länder wurden verwüstet, und Dunkel fiel über alle Bereiche. O Schar der Geistlichen! Euretwegen geriet das Volk in Schande, wurde das Banner des Isláms herabgezerrt und sein mächtiger Thron gestürzt. Immer, wenn ein verständiger Mann sich an das zu halten suchte, was den Islám erhöht hätte, stimmtet ihr euer Geschrei an, was ihn hinderte, sein Ziel zu erreichen, während das Land tief im Verfall befangen blieb.
weiter nach unten ...