Bahá’u’lláh | Botschaften aus ʿAkká
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12:14
Wisse ferner: Wollte Er am Tage der Offenbarung verkünden, ein kleines Blatt sei die Manifestation aller Seiner erhabenen Ehrennamen, so wäre keinem das Recht gegeben, nach dem Warum und Wofür zu fragen; und fragte jemand dennoch, so würde er als Ungläubiger betrachtet und zu denen gezählt, die Gottes Wahrheit zurückweisen.
12:15
Hüte dich, hüte dich, daß du nicht tust, was das Volk des Bayán getan. Sie haben in der Tat schlimm geirrt, das Volk verführt, den Bund Gottes und Sein Testament verworfen und Ihm, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden, Gefährten beigesellt. Den Punkt des Bayán haben sie wahrlich nicht anerkannt; denn hätten sie Ihn anerkannt, so hätten sie Seine Manifestation in diesem hell strahlenden Wesen nicht verworfen. Da sie aber ihre Augen auf Namen hefteten, wurden sie ihnen trübe, als Er Seinen Namen ›der Erhabenste‹al-A‘lá – Anm. d. Hrsg.A durch Seinen Namen ›der Allherrliche‹al-Abhá – Anm. d. Hrsg.A ersetzte. So verfehlen sie, Ihn heutzutage anzuerkennen, und so gehören sie zu denen, die zugrunde gehen. Fürwahr, hätten sie Ihn durch Sein eigenes Selbst erkannt oder aber kraft dessen, was Er offenbart, so hätten sie Ihn nicht geleugnet, als Er erschien in diesem herrlichen, diesem unvergleichlichen Namen, den Gott zum Schwerte Seiner Offenbarung zwischen Himmel und Erde bestimmt hat, Wahrheit vom Irrtum zu trennen, von nun an bis zu dem Tage, da die Menschheit vor dem Herrn der Welten stehen wird.
12:16
Wisse fernerhin: Am Tage Seiner Manifestation kehrt alles außer Gott wieder, ob hoch oder niedrig, versammelt an einem Ort. Unerforschlich ist die Wiederkehr für alle Menschen, bis daß die göttliche Offenbarung erfüllt ist. Er ist in Wahrheit Der, welcher bestimmt, was Er will. Wenn das Wort Gottes allem Erschaffenen offenbart ist, dann wird jeder, der den Ruf hört und beachtet, zu den edelsten Seelen gezählt, auch wenn er nicht mehr ist als ein Aschenträger. Und wer sich abwendet, zählt zu den niedersten unter Seinen Dienern, übte er auch Herrschaft über die Menschen und besäße er auch alle Bücher in den Himmeln und auf Erden.
12:17
Dir ziemt es, mit göttlicher Einsicht auf das zu blicken, was Wir dir offenbart und gesandt haben, nicht auf das Volk und was bei ihm im Schwange ist. Sie gleichen heutzutage einem Blinden, der im Sonnenschein herumtappt und fragt: Wo ist die Sonne? Scheint sie? Er leugnet und bestreitet die Wahrheit, er gehört nicht zu den Wahrnehmenden. Niemals wird er die Sonne schauen oder begreifen, was zwischen ihn und sie getreten ist. Er ist voll des Vorwurfs, schimpft und zählt zu den Aufsässigen. So ist auch der Zustand dieses Volkes. Überlasse sie sich selbst und sprich: Euch werde zuteil, was ihr wünschet, und uns, was wir wünschen. Elend ist fürwahr der Zustand der Gottlosen.
12:18
Wisse des weiteren: Die frühere Manifestation bekräftigte, am Tage der Auferstehung werde die Wiederkehr und die Erhebung der Geister eintreten; in Wahrheit gibt es eine Wiederkehr und Auferstehung für alles Erschaffene. Wir möchten jedoch nichts erwähnen, was nicht im Bayán dargelegt ist; sonst erhebt das Volk der Bosheit ein großes Geschrei. O würde doch vertrieben, was zwischen die Menschenkinder und ihren Schöpfer tritt, auf daß sie befähigt seien, Gottes unüberwindliche Herrschaft und Souveränität zu schauen, vom Brunnquell Seiner himmlischen Wasser zu trinken, sich mit den Ausgießungen aus dem Meere wahren Verstehens zu netzen und sich von den Schandflecken der Gottlosen und der Argwöhnischen zu läutern.
12:19
Nun zu deiner Frage über die Welten Gottes. Wisse wahrlich, daß die Welten Gottes zahllos und unendlich weit sind. Keiner kann sie zählen oder erfassen außer Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen. Denke an deinen Zustand im Schlafe. Wahrlich, Ich sage, diese Erscheinung ist das geheimnisvollste der Zeichen Gottes unter den Menschen, wollten sie doch im Herzen darüber nachsinnen. Siehe, wie das, was du im Traume geschaut hast, nach langer Zeit voll verwirklicht wird. Wäre die Welt, wo du dich im Traum befunden hast, dieselbe wie die Welt, in der du lebst, dann hätte die Begebenheit jenes Traumes im Augenblick ihres Geschehens zwangsläufig in dieser Welt bekannt werden müssen. Wäre es so, dann wärest du selbst dessen Zeuge. Da dies jedoch nicht der Fall ist, muß notwendigerweise daraus folgen, daß die Welt, in der du lebst, von jener, die du im Traum erlebt hast, verschieden und gesondert ist. Diese letztere Welt hat weder Anfang noch Ende. Es wäre wahr, wenn du behaupten wolltest, daß diese Traumwelt nach dem Ratschluß des allherrlichen und allmächtigen Gottes in deinem eigenen Selbst liegt und ganz in dir aufgeht. Es wäre ebenso wahr zu sagen, daß dein Geist, wenn er die Grenzen des Schlafes überschritten und sich von allen irdischen Bindungen befreit hat, durch Gottes Ratschluß ein Reich durchwandert, das in der innersten Wirklichkeit dieser Welt verborgen liegt. Wahrlich, Ich sage, die Schöpfung Gottes umfaßt Welten neben dieser Welt und Geschöpfe außer diesen Geschöpfen. In jeder dieser Welten hat Er Dinge verordnet, die niemand erforschen kann außer Ihm, dem Allerforschenden, dem Allweisen. Denke darüber nach, was Wir dir enthüllt haben, damit du die Absicht Gottes, deines Herrn und des Herrn aller Welten, erkennest. In diesen Worten sind die Geheimnisse göttlicher Weisheit verwahrt. Wir wollen nicht bei diesem Thema verweilen, weil der Kummer über die Taten derer, die durch Unsere Worte erschaffen worden sind, Uns umgibt, wäret ihr doch unter denen, die auf Unsere Stimme hören.
12:20
Wo ist der, der Mir helfen und Mich vor den Schwertern dieser treulosen Seelen beschirmen kann? Wo ist der Einsichtsvolle, der die Worte Gottes mit eigenen Augen sieht und sich von den Völkern der Welt, ihren Meinungen und Vorstellungen frei macht?
12:21
O Diener! Warne die Diener Gottes davor, das von sich zu weisen, was sie nicht verstehen. Sprich: Flehet zu Gott, Er möge vor euren Herzen die Tore wahren Verstehens öffnen, auf daß euch kund wird, was keiner kennt. Wahrlich, Er ist der Gebende, der Vergebende, der Mitleidvolle.
12:22
Du hast Mich auch über die Gebote Gottes befragt. Wisse fürwahr: Alles, was im Buche vorgeschrieben ist, ist die Wahrheit; es gibt keinen Zweifel daran, und jeder hat die Pflicht zu befolgen, was Er, der Offenbarer, der Allwissende, herniedergesandt hat. Wer die Gebote beiseite schöbe, obwohl er davon Kenntnis hat, mit dem hätte Gott fürwahr nichts zu schaffen, und auch Wir hätten nichts mit ihm zu schaffen; denn Gottes Gebote stellen die Früchte des göttlichen Baumes dar, und nur die Achtlosen und die Eigensinnigen weichen von ihnen ab.
12:23
Was das Paradies anbelangt, so ist es eine Wirklichkeit, an der es keinen Zweifel geben kann. Hier und heute in dieser Welt ist es in der Liebe zu Mir und in Meinem Wohlgefallen verwirklicht. Wer das erreicht, dem wird Gott in dieser Welt hienieden helfen, und nach dem Tode wird Er ihn befähigen, Zutritt in das Paradies zu erlangen, das so weit ist wie Himmel und Erde. Dort werden ihm die Jungfrauen der Herrlichkeit und der Heiligkeit aufwarten des Tages und zur Nachtzeit, während die Sonne der unvergänglichen Schönheit seines Herrn allezeit ihren Glanz über ihn ergießt und er so hell erstrahlt, daß keiner seinen Anblick ertragen kann. So fügt es die Vorsehung, und doch ist das Volk ausgeschlossen durch einen schweren Schleier. Begreife gleichermaßen das Wesen des Höllenfeuers und gehöre zu denen, die wahrhaft glauben. Für jede Tat gibt es eine Vergeltung nach dem Urteil Gottes; dafür sind die Gebote und Verbote, wie sie der Allmächtige verschrieben hat, Zeugnis zur Genüge. Denn gewiß würde sich, wenn die Taten nicht belohnt würden und keine Früchte zeitigten, die Sache Gottes – erhaben ist Er – als nichtig erweisen. Unermeßlich erhaben ist Er über solche Gotteslästerungen! Denen jedoch, die frei sind von allen Bindungen, ist eine Tat ihr eigener Lohn. Wollten Wir uns über diesen Gegenstand verbreiten, so müßten zahlreiche Sendschreiben aufgezeichnet werden.
12:24
Ich schwöre bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes! Die Feder ist außerstande, sich zu bewegen, ob alledem, was ihren Herrn befallen hat. Sie weint bitterlich; bitter weine auch Ich, und bitter weint das Auge Dessen, Der das Wesen der Hoheit hinter dem Königszelte der Namen ist, sitzend auf dem Throne Seines ruhmreichen Namens.
12:25
Reinige dein Herz, auf daß Wir Springbrunnen der Weisheit und der freien Rede daraus hervorquellen lassen und dich befähigen, deine Stimme inmitten der Menschheit zu erheben. Löse deine Zunge, und um des Gedenkens an deinen barmherzigen Herrn willen verkünde die Wahrheit. Fürchte dich vor niemandem, setze dein ganzes Vertrauen in Gott, den Allmächtigen, den Allwissenden. Sprich: O Volk, erfüllet, was ihr im Persischen Bayán versteht, und was ihr nicht versteht, das fraget Ihn, Sein unfehlbares Gedenken, damit Er euch klar vor Augen führe, was Gott in Seinem Buche beabsichtigt hat; denn fürwahr, Er weiß, was im Bayán verwahrt ist, kraft Seines, des Allmächtigen, des Allmachtvollen, Willens.
12:26
Du hast über Unsere Warnung an das Volk zur Zeit Unserer Abreise aus dem ‘Iráq gefragt, wonach dann, wenn die Sonne dem Blick entschwindet, Vögel der Finsternis sich bewegen und die Banner des Sámiríder Hersteller des Goldenen Kalbes; vgl. Qur’án 20:85–98.A aufgepflanzt werden. Ich schwöre bei Gott! Diese Vögel rühren sich heutzutage, und Sámirí erhebt sein Geschrei. Wohl dem, der versteht und zu den Einsichtigen zählt! Wir haben sie auch vor der Erscheinung des Kalbes gewarnt. Gott ist Mein Zeuge! Alle Unsere Vorhersagen sind eingetreten, wie es ihnen bestimmt war, da sie ja von den Fingern der Herrlichkeit und der Macht ausgingen. Flehe zu Gott, Er möge dich vor dem Unheil dieser Menschen schützen und dich läutern von den Anspielungen der Widerspenstigen. Wappne dich für die Verkündigung der Sache Gottes und achte nicht der Worte, die das Volk des Bayán äußert; denn fürwahr, sie sind des Verständnisses bar und haben das Wesen der Sache, wie es in dieser hehren, dieser Größten Verkündigung enthüllt ist, nicht begriffen. Solches geben Wir deinem Geiste ein, und Wir flößen dir ins Herz, was dich unabhängig macht von den Anspielungen der Menschheit.
12:27
Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und denen, welche die Worte hören, die du äußerst aus Liebe zu Gott, deinem Herrn, und welche standhaft in Seiner Sache bleiben. Aller Lobpreis sei Gott, dem Herrn der Welten.
Lawḥ-i-Siyyid-i-Mihdíy-i-Dahají (Das Sendschreiben an Siyyid Mihdíy-i-Dahají)
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Er ist der Heiligste, der Größte, der Erhabenste, der Höchste
13:1
O Mein Name!Siyyid Mihdíy-i-Dahají, an den dieses Sendschreiben gerichtet war, hatte von Bahá’u’lláh den Titel Ismu’lláhu’l-Mihdí (Der Name Gottes Mihdí) erhalten. Er brach später das Bündnis (siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 600). [Siehe auch: Tahezadeh, The Revelation of Bahá’u’lláh, Bd. II, p. 154, p. 329f, p. 349 – Anm. d. Hrsg.].A Lobpreise Gott, daß Er dich gnädig erwählte, ein Regenschauer göttlicher Gaben zu sein für alles, was Wir in den reinen, gesegneten Boden säten, und daß Er dich befähigte, den wundersam hehren Bäumen, die Wir pflanzten, als Frühling sanften Erbarmens zu dienen. Fürwahr, so groß ist diese Gunst, daß unter allem Erschaffenen in der Welt des Seins nichts damit wetteifern kann. Des weiteren haben Wir dir den erlesenen Wein der Rede aus dem Kelche himmlischer Gaben deines barmherzigen Herrn zu trinken gegeben: diese Zunge der Heiligkeit, die, kaum gelöst, alle Schöpfung belebte, alle Wesen in Bewegung brachte und die Nachtigall ihre Weisen schlagen ließ. Dies ist der Springquell lebendigen Wassers für alle, die im Reiche des Seins wohnen.
13:2
Oftmals haben Wir auf dich die süßen Düfte des Allerbarmers gehaucht aus diesem Zweig, der sich über dem Sendbrief deines Herrn, des Mächtigen, des Ungezwungenen, bewegt. Bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes! Wendeten sich alle erschaffenen Dinge, die sichtbaren wie die unsichtbaren, zu Ihm, so sähest du, wie sie sich aufschwängen zum Höchsten Ziel, dem Ort, da der göttliche Lotosbaum ruft und kündet: Wahrlich, kein Gott ist außer Mir, dem Allmächtigen, dem Allgütigen.
13:3
Groß ist dein Segen, da du durch die Lande Gottes reistest, verkörperte Freude und Sicherheit für das Volk Bahás – sie, die allem entsagen außer Ihm und ihre Herzen ausrichten auf diesen Königshof, der seinen Strahlenglanz über alle Reiche ergießt und sie netzt mit den wogenden Wassern dieses Meeres, das dich selbst genetzt hat – ein Meer, das alles Erschaffene umschließt.
13:4
Du hast fürwahr die Bedeutung der Hilfe für Gott verstanden, du hast dich erhoben, diese Hilfe durch die Macht der Weisheit und der Rede zu leisten. Sprich: Mir helfen heißt Meine Sache lehren. Dies ist ein Gegenstand, der ganze Sendbriefe ausfüllt. Dies ist der unverrückbare Befehl Gottes, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft. Begreifet es, o ihr Einsichtsvollen. Wer die Schranken der Weisheit überschreitet, versteht die im Buche dargelegte Bedeutung der Hilfe für Gott nicht. Sprich: Fürchtet Gott und sät nicht die Saaten der Zwietracht unter die Menschen. Befolget, was euch aufgetragen von eurem Herrn, dem Allmächtigen, dem Allwissenden. Er weiß, was wirklich der Sieg ist, und lehrt es euch mit einer Rede, die kein leerer Wahn derer, welche in der Wildnis des Zweifels schweifen, je verderben kann.
13:5
O Mein Name! Gib allem Erschaffenen erneut zu trinken von diesem Kelche, der die Meere aufbranden ließ. Entfache sodann in den Herzen die Feuerlohe, die dieser Rote Baum entzündet hat, damit sich alle erheben, Seinen Namen unter den Anhängern aller Glaubensrichtungen zu preisen und zu verherrlichen.
13:6
Zahlreiche Briefe von dir wurden vor Unserem Thron überreicht. Wir haben sie gelesen zum Zeichen der Gnade, und für jeden Namen, den du erwähntest, haben Wir offenbart, was die Menschengeister aufrüttelt und die Seelen sich aufschwingen läßt. Im übrigen haben Wir dich wiederholt befähigt, den Trillern der Himmelsvögel zu lauschen und dein Ohr dem Sang der Nachtigallen zu neigen, wenn sie auf den Zweigen ihre Lieder schlagen. So ward die Feder Gottes zu deinem Gedenken bewegt, auf daß du die Menschen ermahnest durch die Macht dieser Rede, die von Gott bestimmt ist, die Zeichen Seiner Herrlichkeit zu offenbaren.
13:7
Selig ist der Ort, da der Hymnus Seines Lobpreises erschallt, und selig das Ohr, welches hört, was vom Himmel der Gnade deines Herrn, des Allerbarmers, herniedergesandt ward.
13:8
Ermahne die Diener Gottes zu dem, wozu Wir dich ermahnten, damit sie ablassen von allem, was ihnen in dem Mutterbuche verboten ist. Wer Taten begeht, die Aufruhr schaffen im Volk, der ist fürwahr weit abgeirrt von der Hilfe für Gott und Seine Sache; auf der Tafel, die Gott zum Dämmerort aller Tafeln ausersehen hat, wird er zu den Unheilstiftern gezählt.
13:9
Sprich: Sollten Wir es wünschen, werden Wir die Sache Gottes durch die Macht eines einzigen Wortes aus Unserer Gegenwart zum Siege führen. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende. So es Gottes Absicht ist, wird aus den Wäldern himmlischer Macht der Löwe unüberwindlicher Kraft hervortreten, und sein Gebrüll ist wie des Donners Grollen, das in den Bergen widerhallt. Da Unsere liebevolle Vorsehung jedoch alle Dinge überragt, haben Wir verordnet, daß der vollständige Sieg durch Wort und Rede erreicht werde, damit Unsere Diener auf der ganzen Erde dergestalt zu Empfängern göttlichen Segens werden. Das ist ein Zeichen für die Gottesgaben, die ihnen gewährt sind. Wahrlich, dein Herr ist der Allgenügende, der Erhabenste.
13:10
Sprich: Fürchtet Gott und begeht keine Taten, die Meine Geliebten auf Erden wehklagen lassen. So gebietet euch diese Feder, die auf der Kampfbahn der Weisheit und des wahren Verstehens die Feder der Herrlichkeit in Bewegung brachte.
13:11
Überbringe Meine Grüße all denen, deren Angesichter den Strahlenglanz Bahás widerspiegeln. Sodann rede zu ihnen mit dieser Rede, welche die Augen der Gerechten erhellt. Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und allen, die sich festhalten an dem Seile Gottes, des Offenbarers der Verse…
13:12
Halte die Bewohner dortzulande ab von herausfordernden Handlungen, von Hader, Streit und allem, was sonst Unruhe stiftet. Rühmlich ist heutzutage die Verbreitung der Sache Gottes. Wollten sich zum Beispiel diejenigen Leute, die gewisse Ziele verfolgen, dem Lehren der Sache Gottes hingeben, so wären alle, die dortzulande wohnen, binnen kurzem mit dem Mantel des Glaubens bekleidet.
13:13
So jemand die folgende Stelle aus dem zu Ehren des Nabíl von Qá’inNabíl-i-Akbar. Vgl. 9:0, Lawḥ-i-Ḥikmat, einleitende Fußnote.A offenbarten Sendschreiben mit all ihrer Süße kostet, wird er sogleich die Bedeutung der Hilfe für Gott verstehen: Menschliche Rede will ihrem Wesen nach Einfluß üben und bedarf deshalb der Mäßigung. Ihr Einfluß ist durch Feinheit bedingt, die wiederum von losgelösten, reinen Herzen abhängt. Ihre Mäßigung muß mit Takt und Weisheit gepaart sein, wie es in den Heiligen Büchern und Sendbriefen vorgeschrieben ist.
13:14
O Mein Name! Die Rede muß die Kraft der Eindringlichkeit besitzen. Ist sie dieser Eigenschaft beraubt, übt sie keinen Einfluß aus. Und dieser durchdringende Einfluß hängt davon ab, daß der Geist rein und das Herz makellos ist. Desgleichen bedarf die Rede der Mäßigung; ohne sie ist der Hörer außerstande, die Rede zu ertragen, vielmehr bekundet er von Anfang an Widerspruch. Und die Mäßigung wird dadurch erlangt, daß man die Rede mit den Zeichen göttlicher Weisheit mischt, wie sie in den heiligen Büchern und Sendbriefen verzeichnet sind. Wenn eines Menschen Rede dergestalt in ihrer Wesenheit mit diesen beiden Grunderfordernissen ausgestattet ist, wird sie sich als ungemein wirksam erweisen und das beste Mittel für die Wandlung der Menschenseelen sein. Das ist die Stufe höchsten Sieges und himmlischer Herrschaft. Wer sie erreicht, ist mit der Macht belehnt, die Sache Gottes zu lehren und der Menschen Herzen und Gemüter zu besiegen.
13:15
O Mein Name! Die Sonne der Rede strahlt hell vom Dämmerort göttlicher Offenbarung. Sie erleuchtet die Schriftrollen und Tafeln in solchem Maße, daß das Reich der Rede und das erhabene Herrschaftsgebiet des Verstehens vor Freude und Frohlocken beben; sie scheinen im Glanz Seines Lichtes, und doch begreift es die Masse der Menschen nicht.
13:16
Der Grund, warum das Thema des Beistands und der Hilfe für Gott immer wieder der Feder der Vorsehung entströmte und weiterhin entströmen wird, ist die Warnung an die Freunde Gottes vor Tätigkeiten, die Streit und Aufruhr bewirken könnten. Alle haben sie die Pflicht, sorgfältig zu forschen, wie sie der Sache Gottes in der von Uns dargelegten Weise helfen können. Dies ist nur ein Zeichen Seiner Gnade, die Er Seinen Geliebten besonders gewährt, auf daß jeder von ihnen die Stufe erlange, die durch das Wort gekennzeichnet ist: »Wer eine Seele erweckt, der erweckt fürwahr die ganze Menschheit.«vgl. Qur’án 5:32 – Anm. d. Hrsg.Q
13:17
Weltliche Macht stand immer im Schatten dieser Stufe und wird weiterhin dort stehen. Ihre festgesetzte Stunde ist im Buche Gottes vorherbestimmt. Er wahrlich kennt sie, und kraft Seiner Macht wird sie offenbar werden. Wahrlich, Er ist der Machtvolle, der Allunterwerfende, der Allmächtige, der Allwissende, der Allweise.
13:18
Die geheiligten Seelen sollten in ihren Herzen über die Lehrmethoden nachdenken und nachsinnen. Aus den Texten dieser wundersamen, himmlischen Schriften sollten sie Sätze und Abschnitte auswendig lernen, die sich auf verschiedene Gegebenheiten beziehen, damit sie im Verlauf ihrer Ansprachen göttliche Verse wiedergeben können, sooft es die Gelegenheit erfordert, da diese heiligen Verse ja das kraftvollste Elixier, der größte, mächtigste Talisman sind. So machtvoll ist ihr Einfluß, daß dem Hörer kein Grund zum Wankelmut bleibt. Ich schwöre bei Meinem Leben! Dieser Offenbarung ist solche Macht eigen, daß sie als Magnet auf alle Völker und Geschlechter der Erde wirkt. Wer innehält, um mit Bedacht nachzusinnen, wird erkennen, daß es für keinen einen Ort gibt oder geben kann, dahin er fliehen könnte.
13:19
Der Kitáb-i-Aqdas wurde so offenbart, daß er alle göttlich bestimmten Sendungen anzieht und umfängt. Selig ist, wer ihn liest, selig, wer ihn begreift, selig, wer darüber nachdenkt, selig, wer seine Bedeutung erwägt. So umfassend ist er, daß er alle Menschen umschließt, ehe sie seiner gewahr sind. Binnen kurzem werden seine unumschränkte Macht, sein durchdringender Einfluß und die Größe seiner Kraft auf Erden offenbar.
13:20
O Mein Name! Höre auf Meine Stimme, die aus der Richtung Meines Thrones kommt. Dein Herr will deinen Namen allzeit erwähnen, da du dich standhaft erweisest im Ruhme Seiner Tugenden unter den Menschen. Fürwahr, Er liebt die Treue, die sich im Reiche der Schöpfung findet, und gibt ihr Vorrang vor den meisten Tugenden. Wahrlich, Er ist der Gewaltige, der Machtvolle.
13:21
Wisse fernerhin, daß Wir den Lobpreis hörten, den du äußertest in deiner Zwiesprache mit Gott, deinem Herrn, dem Erhabenen, dem Gnädigen. Groß ist fürwahr der Segen, der deiner wartet, da du deine eigenen Belange zugunsten dieser unverletzlichen, dieser mächtigen und erleuchteten Sache eingeschränkt hast. Wir flehen zu Gott, Er möge deinen Ruf zu einem Magneten machen, der die Verkörperungen der Namen in der Welt des Seins anzieht, so daß alle Wesen aus freiem Antrieb seiner achten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erhabenen, dem Überlegenen, dem Ewig-Gesegneten, dem Hehren, dem Allhöchsten, dem Allherrlichen, dem Großmütigsten, dem Allwissenden, dem Allkennenden.
Lawḥ-i-Burhán (Das Sendschreiben vom Beweis)
14:0_30
Dieses Sendschreiben wurde nach dem Opfertod Siyyid Muḥammad-Ḥasans, Sulṭánu’sh-Shuhadá’ ›der König der Märtyrer‹ und Siyyid Muḥammad-Ḥusayns, Maḥbúbu’sh-Shuhadá’ ›der Geliebte der Märtyrer‹ offenbart; vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 356 und an Shaykh Muḥammad-Báqir, den Bahá’u’lláh mit dem Beinamen ›der Wolf‹ brandmarkte, gerichtet. Bahá’u’lláh erwähnt in diesem Sendschreiben Mír Muḥammad-Ḥusayn, den Imám-Jum‘ih von Iṣfahán mit dem Beinamen ›die Schlange‹; er war bei der Verfolgung der Bahá’í der Komplize von Shaykh Muḥammad-Báqir (vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 350, 356, 405). Der Brief an den Sohn des Wolfes ist an Shaykh Muḥammad-Taqí-yi-Najafí, den Sohn von Shaykh Muḥammad-Báqir, gerichtet.
14:1
Er ist der Allmächtige, der Allwissende, der Allweise! Die Winde des Hasses umfingen die Arche von BaṭḥáMekka.A wegen der Untaten, die die Hände der Unterdrücker begingen. O Báqir! Du hast diejenigen verurteilt, um derentwillen die Bücher der Welt weinten und die Schriften der Religionen Zeugnis ablegten. Du bist wahrlich weit vom rechten Wege abgeirrt und in einen dichten Schleier gehüllt. Bei Gott selbst! Du hast jene verurteilt, durch die der Horizont des Glaubens erleuchtet wurde. Dies bezeugen sie alle, die die Dämmerorte der Offenbarung und die Manifestationen der Sache deines Herrn, des Barmherzigsten, sind – sie, die ihre Seelen und all ihren Besitz auf Seinem geraden Pfade geopfert haben. Der Glaube Gottes weint allüberall ob deiner Tyrannei, und doch vergnügst du dich und gehörst zu denen, die frohlocken. Ich trage keinen Haß gegen dich oder sonst jemanden im Herzen. Jeder Gebildete sieht dich und deinesgleichen versunken in offenbarer Torheit. Hättest du begriffen, was du getan, du hättest dich ins Feuer geworfen oder dein Haus verlassen und die Flucht in die Berge ergriffen, oder hättest gestöhnt und gejammert, bis du an den Ort zurückgekehrt wärest, der dir von Ihm, dem Herrn der Kraft und Macht, bestimmt ist. O du, der du so viel bist wie ein Nichts! Zerreiße die Schleier eitlen Wahns und leeren Trugs, damit du die Sonne der Erkenntnis von diesem strahlenden Horizonte scheinen siehst. Du hast einen Sproß des Propheten selbst in Stücke gerissen und dir eingebildet, damit dem Gottesglauben zu helfen. Solches hat dir deine Seele eingegeben, und du bist wahrlich einer der Achtlosen. Was du tatest, hat den himmlischen Heerscharen und jenen, die die Sache Gottes, des Herrn der Welten, umkreisen, die Herzen gebrochen. Die Seele der ReinenFáṭimah, die Tochter Muḥammads.A schmolz wegen deiner Grausamkeit dahin, und die Bewohner des Paradieses weinten bitterlich an ihrem gesegneten Ort.
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