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5:9das im Morgenlicht der Sonne der Wahrheit erstrahlt, ist die Erkenntnis Gottes – erhaben sei Seine Herrlichkeit. Und die Erkenntnis des Königs urewiger Tage kann nur erlangt werden durch die Anerkennung Dessen, der Träger des Größten Namens ist. Er ist wahrlich der Sprecher vom Sinai, heute hoch auf dem Thron der Offenbarung sitzend. Er ist das Verborgene Geheimnis, das Verwahrte Sinnbild. Alle frühen und neueren Bücher Gottes sind mit Seinem Lobpreis geschmückt und verherrlichen Seinen Ruhm. Durch Ihn ist das Banner der Erkenntnis in der Welt aufgepflanzt und die Fahne der Einheit Gottes inmitten aller Völker entfaltet. Die Göttliche Gegenwart kann nur erlangen, wer Seine Gegenwart erreicht. Seine Macht enthüllt nunmehr alles, was seit unvordenklichen Zeiten verschleiert und verborgen war. Er ist offenbar in der Macht der Wahrheit und hat ein Wort gesprochen, durch das alle in den Himmeln und auf Erden vom Donner gerührt sind, ausgenommen die, welche der Allmächtige zu verschonen beliebte. Der wahre Glaube an Gott und Seine Anerkennung sind unvollständig ohne Annahme dessen, was Er offenbart, und ohne Befolgung dessen, was Er verordnet und was die Feder der Herrlichkeit im Buche niedergelegt hat.5:10Wer sich in das Meer Seiner Äußerungen versenkt, sollte allzeit den Geboten und Verboten, die Gott offenbart hat, volle Beachtung schenken. Fürwahr, Seine Gebote stellen die festeste Burg für den Schutz der Welt und die Sicherheit ihrer Völker dar – ein Licht für die, welche die Wahrheit erkennen und anerkennen, ein Feuer für jene, die sich abkehren und leugnen.Das zweite Tajallí5:11ist, standhaft in der Sache Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – und unwandelbar in Seiner Liebe zu bleiben. Dies kann nur durch Seine volle Anerkennung erlangt werden; und volle Anerkennung ist nur möglich durch den Glauben an die Gesegneten Worte: »Er tut, was Er will.«vgl. Qur’án 2:253; 14:27; 22:14; 22:18 – Anm. d. Hrsg.
Q Wer sich treu an dieses erhabene Wort hält und tief trinkt vom Lebenswasser der Äußerung, das darinnen ruht, der wird mit solcher Standhaftigkeit erfüllt, daß alle Bücher der Welt außerstande sind, ihn vom Mutterbuche abzulenken. O, wie ruhmreich ist diese hehre Stufe, dieser erhabene Rang, dieses letzte Ziel!5:12O ‘Alí-Akbar! Schau, wie elend der Zustand der Zweifler ist. Alle führen sie die Worte an: »Wahrlich, Er ist zu preisen für Seine Taten, und Ihm ist zu gehorchen in Seinem Geheiß.«Worte des Báb in Bezug auf »Den, den Gott offenbaren wird« – Anm. d. Hrsg.
Q Wenn Wir aber etwas offenbaren, das auch nur um die Breite eines Nadelöhrs an ihren selbstsüchtigen Begierden vorbeiläuft, weisen sie es hochmütig zurück. Sprich: Keiner kann die mannigfachen Entscheidungsgrundlagen von Gottes vollendeter Weisheit ausloten. Fürwahr, sollte Er für die Erde bestimmen, was für den Himmel gilt, so hätte keiner das Recht, Seine Vollmacht anzuzweifeln. Dies hat der Punkt des Bayán in all dem bezeugt, was in Wahrheit auf Ihn herniederkam auf Geheiß Gottes, der das Morgenlicht anbrechen ließ.Das dritte Tajallí5:13betrifft Künste, Gewerbe und Wissenschaften. Wissen gleicht den Flügeln für des Menschen Leben, einer Leiter für seinen Aufstieg. Es ist jedermanns Pflicht, sich Wissen zu erwerben. Jedoch sollten solche Wissenschaften studiert werden, die den Völkern auf Erden nützen, nicht solche, die mit Worten beginnen und mit Worten enden. Viel verdanken fürwahr die Völker der Welt den Wissenschaftlern und den Handwerkern. Dies bezeugt das Mutterbuch am Tage Seiner Wiederkehr. Glücklich ist, wer hörende Ohren besitzt. In der Tat, Wissen ist ein wahrer Schatz für den Menschen, eine Quelle des Ruhmes, der Großmut, der Freude, der Erhabenheit, des Frohsinns und der Heiterkeit. Also spricht die Zunge der Größe in diesem Größten Gefängnis.Das vierte Tajallí5:14bezieht sich auf Gottheit, Göttlichkeit und dergleichen. Wollte ein Mensch von Einsicht seinen Blick auf den gesegneten, offenbaren Lotosbaum und seine Früchte lenken, so würde er dadurch so bereichert, daß er von allem anderen unabhängig wäre und seinen Glauben an alles bekennte, was der Sprecher des Sinai auf dem Thron der Offenbarung geäußert hat.5:15O ‘Alí-Akbar! Mache das Volk mit den heiligen Versen deines Herrn vertraut und gib ihnen Seinen geraden Pfad, Seine mächtige Verkündigung bekannt.5:16Sprich: O Volk, wenn ihr redlich und gerecht urteilt, werdet ihr die Wahrheit all dessen bezeugen, was aus der Erhabensten Feder geströmt ist. So ihr zum Volk des Bayán gehört, wird euch der Persische Bayán rechtleiten und sich euch als genügendes Zeugnis erweisen, und so ihr vom Volke des Qur’án seid, denket nach über die Offenbarung vom Sinai und über die Stimme aus dem Busch, die zum Sohne ‘ImránsMoses.A kam.5:17Gütiger Gott! Es war beabsichtigt, daß zur Zeit der Offenbarung des einen wahren Gottes die Fähigkeit, Ihn zu erkennen, entwickelt und gereift sei, ja, daß sie ihren Höhepunkt erreiche. Nunmehr ist jedoch klar erwiesen, daß bei den Zweiflern diese Fähigkeit unentwickelt blieb und fürwahr verkümmert ist.5:18O ‘Alí! Was sie vom Busch annahmen, das weigern sie sich jetzt, von Ihm anzunehmen, der der Weltenbaum des Daseins ist. Sprich: O Volk des Bayán, redet nicht, was euch Leidenschaft und selbstische Begierde zu reden eingeben. Die meisten Völker der Welt bezeugen die Wahrheit des gesegneten Wortes, das aus dem Busch gekommen ist.5:19Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wäre es nicht um der Hymne des Lobpreises willen, die der Herold göttlicher Offenbarung angestimmt hat, dieser Unterdrückte hätte nie ein Wort geäußert, das den Unwissenden Schrecken ins Herz jagt und sie verderben läßt. Am Anfang des BayánBayán-i-Fársí 1:1 – Anm. d. Hrsg.A verweilt der Báb ausführlich bei der Verherrlichung Dessen, den Gott offenbaren wird – erhaben ist Seine Manifestation – und spricht: »Er ist Der, welcher in jeder Lage verkünden wird: ›Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott, es gibt keinen Gott außer Mir, dem Herrn über alles Erschaffene. Alle anderen außer Mir sind fürwahr Meine Geschöpfe. O Meine Geschöpfe! Mich allein betet ihr an.‹«
Desgleichen preist Er bei anderer Gelegenheit den Namen Dessen, der offenbart werden wird, und sagt: »Ich wäre der erste, der Ihn anbetet.«
Nun sollte man über die Bedeutung des ›Anbetenden‹ und des ›Angebeteten‹ nachsinnen, damit das Volk der Erde eines Tautropfens aus dem Meere göttlichen Wissens teilhaftig und befähigt werde, die Größe dieser Offenbarung wahrzunehmen. Wahrlich, Er ist erschienen und hat Seine Zunge gelöst, die Wahrheit zu verkünden. Wohl dem, der die Wahrheit erkennt und anerkennt, und wehe dem, der eigensinnig trotzt.5:20O ihr Geschlechter der Erde! Neigt euer Ohr der Stimme aus dem göttlichen Lotosbaum, der die Welt überschattet, und zählt nicht zum Volk der Tyrannei auf Erden, zu den Menschen, welche die Manifestation Gottes und Seine unüberwindliche Allgewalt verwerfen und Seine Gunstbeweise von sich weisen. Sie rechnen fürwahr zu den Verworfenen im Buche Gottes, des Herrn der ganzen Menschheit.5:21Die Herrlichkeit, welche am Horizont Meiner Gunst und Gnade angebrochen ist, sei mit dir und allen, die bei dir sind und deinen Worten über die Sache Gottes, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, Gehör schenken.Kalimát-i-Firdawsíyyih (Worte des Paradieses)6:0_9Er ist es, der durch die Macht der Wahrheit im Reiche der Äußerung spricht.6:1O ihr Verkörperungen der Gerechtigkeit und Unparteilichkeit, ihr Offenbarungen der Aufrichtigkeit und der himmlischen Gaben! Unter Tränen klagend, ruft dieser Unterdrückte laut und spricht: O Gott, mein Gott! Schmücke die Häupter Deiner Geliebten mit der Krone der Loslösung und kleide ihre Tempel mit dem Gewande der Rechtschaffenheit.6:2Es geziemt dem Volke Bahás, durch die Macht seiner Rede dem Herrn zum Siege zu verhelfen und die Menschen durch edle Taten und guten Charakter zu ermahnen, zumal Taten größeren Einfluß üben als Worte.6:3O Ḥaydar-‘Alí!Ḥájí Mírzá Ḥaydar-‘Alí war ein hervorragender persischer Bahá’í-Lehrer und -Schriftsteller. Er verbrachte neun Jahre in Khárṭúm als Gefangener und Verbannter, machte ausgedehnte Reisen durch den Írán und starb 1920 im Heiligen Land. Abendländische Pilger kennen ihn als den Engel vom Berg Karmel. [Seine Autobiographie (Bihjatu’ṣ-Ṣudúr, Bombay 1913) wurde von A. Q. Faizi gekürzt in englischer Sprache herausgegeben unter dem Titel: Stories from the Delight of Hearts, Los Angeles 1980. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel Die Freude der Herzen, Hofheim, 2015. – Anm. d. Hrsg.].A Mit dir seien der Lobpreis Gottes und Seine Herrlichkeit. Sprich: Ehrlichkeit, Tugend, Weisheit und ein heiliger Charakter gereichen dem Menschen zur Ehre, während ihn Unredlichkeit, Schwindel, Unwissenheit und Heuchelei in Erniedrigung stürzen. Bei Meinem Leben! Nicht im Schmuck und Reichtum liegt des Menschen Adel, sondern in tugendsamem Verhalten und wahrem Verständnis. Das Volk Persiens ist zumeist in Trug und leeren Wahn verstrickt. Wie unermeßlich ist der Unterschied zwischen dem Zustand dieser Menschen und der Stufe jener tapferen Seelen, die das Meer der Namen überquert und ihre Zelte an den Seegestaden der Loslösung aufgeschlagen haben. Fürwahr, nur wenige Zeitgenossen haben den Vorzug erworben, auf das Gurren der Tauben des allhöchsten Paradieses zu lauschen. »Nur wenige Meiner Diener sind wahrhaft dankbar.«Qur’án 34:13.
Q Die meisten Menschen finden Gefallen an ihrem Aberglauben. Einen einzigen Tropfen aus der See des Wahns halten sie für köstlicher als ein Meer an Gewißheit. Sie halten sich krampfhaft an Namen und berauben sich dadurch der inneren Wirklichkeit; sie klammern sich an leeren Trug und bleiben so dem Morgenlicht himmlischer Zeichen fern. Gebe Gott, daß dir in jeder Lage gnädiglich geholfen werde, die Götzen des Aberglaubens zu zerschlagen und die Schleier menschlichen Wahns zu zerreißen. Alle Gewalt liegt in der Hand Gottes, des Urquells der Offenbarung und Eingebung, des Herrn am Tage der Auferstehung.6:4Wir hörten, was die fragliche Person über gewisse Glaubenslehrer äußerte. In der Tat hat sie wahr gesprochen. Manche achtlosen Seelen ziehen im Namen Gottes durch die Lande, emsig bemüht, Seine Sache zugrunde zu richten, und nennen das Förderung und Lehre des Wortes Gottes, obwohl die Erfordernisse für die Lehrer des Glaubens strahlend wie Sterne von den Himmeln der göttlichen Sendschreiben herniederscheinen. Jeder Redlichgesinnte bezeugt und jeder Einsichtige weiß, daß der eine wahre Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – ohne Unterlaß das darlegt und entwickelt, was die Menschenkinder in ihrem Rang erhöht und in ihrer Stufe hebt.6:5Das Volk Bahás brennt hell wie eine Kerze inmitten der Versammlungen und hält sich an das, was Gott zum Ziel gesetzt hat. Hoch erhebt sich diese Stufe über alle anderen Stufen. Wohl dem, der von sich wirft, was die Weltmenschen besitzen, aus Sehnsucht nach dem, was Gottes ist, des einzigen Herrn der Ewigkeit.6:6Sprich: O Gott, mein Gott! Du siehst, wie ich Deinen Willen umkreise, die Augen auf den Morgenhimmel Deiner Großmut gerichtet, im heftigen Verlangen nach dem Strahlenglanz der Sonne Deiner Gunst und Gnade. Ich bitte Dich, o Du Geliebter jedes verstehenden Herzens, Du Sehnsucht derer, die nahen Zugang zu Dir haben, gewähre, daß sich Deine Geliebten völlig loslösen von ihren eigenen Neigungen und sich fest an das halten, was Dir wohlgefällt. Kleide sie, o Herr, in das Gewand der Rechtschaffenheit und erleuchte sie mit dem strahlenden Lichte der Loslösung. Rufe sodann die Heerscharen weiser Rede zu ihrer Hilfe, auf daß sie Dein Wort unter Deinen Geschöpfen erhöhen und Deine Sache vor Deinen Dienern verkünden. Wahrlich, Du bist mächtig zu tun, was Du willst, und in Deinem Griff liegen die Zügel allen Geschehens. Kein Gott ist außer Dir, dem Mächtigen, dem Ewigvergebenden.6:7O du, der du den Blick auf Mein Antlitz richtest! In diesen Tagen ist eingetreten, was Mich in tiefen Gram gestürzt hat. Missetäter, die der Sache Gottes Treue bekunden, haben begangen, was der Aufrichtigkeit, der Ehrlichkeit, der Gerechtigkeit und der Billigkeit die Glieder zittern ließ. Eine bekannte Person, der höchste Freundlichkeit und Gunst bezeigt worden war, hat Taten verübt, die selbst Gott Tränen in die Augen trieben. Ehedem äußerten Wir Worte der Warnung und der Vorahnung; dann hielten Wir die Sache eine Reihe von Jahren geheim, damit er sich in acht nehme und bereue. Aber alles war vergeblich. Schließlich sammelte er seine ganze Kraft, um die Sache Gottes vor den Augen aller Menschen herabzusetzen. Er zerriß die Schleier der Redlichkeit und empfand Mitleid weder mit sich selbst noch mit dem Glauben Gottes. Jetzt aber haben die Taten gewisser Menschen weit schwereres Leid gebracht, als die Taten dieses einen je bewirkt hatten. Flehe du zu Gott, dem Wahren, Er möge die Achtlosen gnädiglich zum Widerruf und zur Reue befähigen. Wahrlich, Er ist der Vergebende, der Gabenreiche, der Großmütige.6:8Heutzutage hat jeder die Pflicht, beharrlich Einheit und Eintracht zu wahren und fleißig für die Förderung der Sache Gottes zu wirken, damit die eigensinnigen Seelen erreichen, was ihnen dauerhafte Wohlfahrt bringt.6:9Kurz, Meinungsverschiedenheiten zwischen Sekten führen zu Schwäche. Jede Sekte hat sich einen eigenen Weg ausgesucht und hält sich an ein bestimmtes Seil. Trotz offenkundiger Blindheit und Unwissenheit brüsten sie sich mit ihrer Einsicht und Erkenntnis. Unter ihnen sind Mystiker, die sich zum Glauben des Islám bekennen, von denen aber manche sich herausnehmen, was zu Müßiggang und Absonderung führt. Ich schwöre bei Gott! Dies erniedrigt die Stufe des Menschen und bläht ihn mit Stolz auf. Der Mensch muß Frucht tragen. Wer keine Frucht bringt, gleicht nach den Worten des GeistesJesus.A einem unfruchtbaren Baum, und ein unfruchtbarer Baum taugt nur für das Feuer.vgl. Mt. 7:19–23 – Anm. d. Hrsg.Q6:10Was die vorerwähnten Personen über die Stufen der göttlichen Einheit behaupten, wird in erheblichem Umfang zu Müßiggang und leerem Wahn führen. Diese sterblichen Menschen schieben offensichtlich die Stufenunterschiede beiseite und betrachten sich selbst als Gott, wo doch Gott unermeßlich erhaben über alle Dinge ist. Jedes erschaffene Wesen offenbart zwar Gottes Zeichen; diese sind indessen nur von Ihm, nicht Er selbst. Alle Zeichen spiegeln sich im Buche des Seins und sind dort sichtbar. Die Schriftrollen, welche den Bauplan des Alls aufzeichnen, sind fürwahr ein machtvolles Buch. Jeder Einsichtige kann daraus entnehmen, was ihn auf den Geraden Pfad führt und ihn befähigt, zur Großen Verkündigung zu gelangen. Betrachte die Strahlen der Sonne, deren Licht die Welt umfängt. Diese Strahlen gehen von der Sonne aus und offenbaren deren Wesen, aber sie sind nicht die Sonne selbst. Alles, was auf Erden wahrgenommen werden kann, beweist zur Genüge die Macht Gottes, Sein Wissen und die Ausgießungen Seiner Großmut, während Er selbst unermeßlich erhaben über alle Geschöpfe ist.6:11Christus sagt: »Den Kindern hast Du gewährt, was den Gelehrten und Weisen versagt ist.«vgl. Mt. 11:25 – Anm. d. Hrsg.Q Der Weise von SabzivárḤájí Mullá Hádí-yi-Sabzivárí, ein bekannter persischer Philosoph und Dichter, Zeitgenosse Bahá’u’lláhs. Er starb 1873.A sagte: »Ach! Es fehlt an offenen Ohren; sonst wäre das Rascheln des Busches vom Sinai aus jedem Baum zu hören.« In einem Sendbrief an einen Gelehrten, der über die Bedeutung der Ersten Wirklichkeit anfragte, wandten Wir Uns an jenen berühmten Weisen mit den Worten: »Wenn dieser Ausspruch wirklich von dir stammt, wie kommt es dann, daß du versäumtest, auf den Ruf zu hören, den der Baum des Menschen auf den höchsten Höhen der Welt erhoben hat? So du den Ruf gehört hast, aber die Furcht und das Verlangen, dein Leben zu bewahren, dich antrieben, seiner nicht zu achten, gehörst du zu denen, die nie der Erwähnung wert waren, und wenn du den Ruf nicht gehört hast, bist du des Gehörsinns beraubt.« Kurz gesagt, dies sind Menschen, deren Worte der Stolz aller Welt und deren Taten die Schmach der Völker sind.6:12Wahrlich, wir haben in die Posaune gestoßen, die nichts anderes als Meine Feder der Herrlichkeit ist, und siehe, die Menschheit ist vor ihr in Ohnmacht gesunken, ausgenommen die, welche Gott zu erlösen geruht als Zeichen Seiner Gnade. Er ist der Herr der Großmut, der Altehrwürdige der Tage.6:13Sprich: O Schar der Geistlichen! Fällt ihr euer Urteil gegen diese Feder, bei deren erstem Strich das Reich der Rede sich zu lauschen anschickte, vor deren mächtiger, allherrlicher Aussage jede andere Aussage zur Bedeutungslosigkeit verblaßte? Fürchtet Gott und folgt nicht euren eitlen Trugbildern und verderbten Einbildungen; folgt vielmehr Ihm, der zu euch gekommen ist, belehnt mit unbestreitbarer Erkenntnis und unerschütterlicher Gewißheit.6:14Verherrlicht sei Gott! Des Menschen Schatz ist seine Rede; doch dieser Unterdrückte hat Seine Zunge gehütet, weil die Zweifler auf der Lauer liegen. Aber Schutz wird gewährt von Gott, dem Herrn aller Welten. Wahrlich, auf Ihn setzen Wir Unser Vertrauen, und Ihm befehlen Wir alle Angelegenheiten an. Allgenügend ist Er für Uns und für alles Erschaffene. Mit Seiner Erlaubnis und durch die Macht Seines Befehls leuchtet die Sonne der Allmacht strahlend vom Horizont der Welt. Wohl dem, der die Wahrheit erkennt und anerkennt, und wehe dem trotzigen Zweifler!6:15Dieser Unterdrückte hat allzeit die Weisen mit Zuneigung behandelt. Mit den Weisen sind Menschen gemeint, deren Erkenntnis nicht auf bloße Worte beschränkt ist, die in ihrem Leben Früchte tragen und bleibende Ergebnisse zeitigen. Es ist jedermanns Pflicht, solche gesegneten Seelen zu ehren. Glücklich ist, wer Gottes Gebote hält; glücklich, wer die Wahrheit erkennt; glücklich, wer in allen Dingen redlich urteilt und sich fest an das Seil Meiner unverbrüchlichen Gerechtigkeit klammert.6:16Das Volk Persiens hat sich von Ihm, dem Helfer und Beschützer, abgekehrt. Sie klammern sich an der Toren leeren Wahn und haben sich darin verstrickt. So fest krallen sie sich an Aberglauben, daß nur der starke Arm Gottes – erhaben ist Seine Herrlichkeit – sie davon trennen kann. Flehe du zum Allmächtigen, Er möge mit den Fingern göttlicher Macht die Schleier entfernen, welche die verschiedenen Völker und Geschlechter von Ihm ausschließen, damit sie erlangen, was Sicherheit, Fortschritt und Entwicklung bewirkt, und zu ihrem unvergleichlichen Freunde hineilen.6:17Das Wort Gottes, das die Feder Abhá offenbarte und auf demersten Blatt6:17_10des Erhabensten Paradieses niederschrieb, ist: Wahrlich, Ich sage: Die Gottesfurcht war von jeher ein sicherer Schutz und eine feste Burg für alle Völker der Welt. Sie ist die Hauptursache für den Schutz der Menschheit und das vortrefflichste Mittel ihrer Erhaltung. Es gibt eine Kraft im Menschen, die ihn beschützt und bewahrt vor dem, was unwürdig und unpassend ist; sie ist bekannt als sein Schamgefühl. Aber nur wenigen ist es beschieden; keineswegs besaßen oder besitzen es alle.6:18Das Wort Gottes, das die Erhabenste Feder auf demzweiten Blatt6:18_11des Höchsten Paradieses verzeichnete, ist: Die Feder des Höchsten ermahnt in diesem Augenblick die Offenbarungen der Obrigkeit und die Quellen der Macht, nämlich die Könige, die Fürsten, die Staatsoberhäupter, die Herrscher, die Geistlichen und die Gelehrten, und befiehlt ihnen, die Sache der Religion zu verfechten und ihr anzuhangen. Religion ist wahrlich das vortrefflichste Mittel zur Errichtung der Ordnung in der Welt und für die Ruhe ihrer Völker. Die Schwäche der Pfeiler der Religion hat die Toren gestärkt und sie dreist und noch anmaßender gemacht. Wahrlich, Ich sage: Je schlimmer die Religion verfällt, desto widerspenstiger werden die Gottlosen. Dies kann letztlich nur in Chaos und Gesetzlosigkeit enden. Hört auf Mich, o ihr Einsichtsvollen, und seid gewarnt, o ihr, die ihr Unterscheidungsvermögen besitzet!
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