Bahá’u’lláh | Botschaften aus ʿAkká
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8:36
Dies sind Verse, die Wir früher herniedersandten. Wir übermitteln sie dir, damit du erfährst, was ihre Lügenzungen sprechen, nachdem Gott mit Macht und Herrschaft zu ihnen kam. Die Grundlagen eitlen Wahns zittern und der Himmel leeren Truges ist gespalten; dennoch sind die Menschen im Zweifel und hadern mit Ihm. Sie leugnen Gottes Zeugnis und Seinen Beweis, nachdem Er vom Himmel der Macht mit dem Königreich Seiner Zeichen kam. Sie verwerfen, was ihnen im Buche befohlen ist, und verüben, was ihnen darin verboten ward. Abgewandt haben sie sich von ihrem Gott und sind ihren Begierden gefolgt. Sie sind fürwahr vom Wege abgekommen und gehen in die Irre. Sie lesen die Verse und leugnen sie. Sie schauen die klaren Zeichen und kehren sich ab. Wahrlich, sie sind in seltsamen Zweifeln verfangen.
8:37
Wir ermahnen Unsere Geliebten zur Gottesfurcht, die der Urquell aller guten Taten und Sitten ist. In der Stadt Bahás ist sie Gebieterin über die Heerscharen des Rechts. Glücklich der Mensch, der in den Schatten ihres leuchtenden Banners tritt und sich fest daran hält. Er, wahrlich, zählt zu den Gefährten der Roten Arche, von der im Qayyúmu’l-Asmá’ die Rede ist.Qayyúmu’l-Asmá’, Kap. 57, Selections from the Writings of the Báb 2:27:3, (S. 58); vgl. auch Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 247 – Anm. d. Hrsg.Q
8:38
Sprich: O Volk Gottes! Schmückt eure Tempel mit der Zier der Vertrauenswürdigkeit und Frömmigkeit. Alsdann helft eurem Herrn mit den Heerscharen guter Taten und edler Eigenschaften. In Meinen Büchern, Abhandlungen, Schriftrollen und Sendbriefen haben Wir euch Streit und Zwist verboten, und dabei wünschten Wir nur eure Erhöhung und euren Fortschritt. Dies bezeugen die Himmel und ihre Sterne, die Sonne und ihr Glanz, die Bäume und ihre Blätter, die Meere und ihre Wogen, die Erde und ihre Schätze. Wir bitten Gott, Seinen Geliebten beizustehen und sie in dem zu stärken, was auf dieser glückseligen, dieser mächtigen, wunderbaren Stufe ihrer würdig ist. Desgleichen flehen wir zu Ihm, Er möge alle in Meiner Umgebung befähigen zu tun, was ihnen Meine Feder der Herrlichkeit geboten hat.
8:39
O Jalíl! Mit dir seien Meine Herrlichkeit und Meine liebevolle Vorsehung. Wahrlich, Wir haben dem Volk zu tun geboten, was angemessen und schicklich ist, und dennoch haben sie begangen, was Mein Herz und Meine Feder wehklagen ließ. Neige dein Ohr dem, was vom Himmel Meines Willens, aus dem Reiche Meines Wohlgefallens herniedergesandt ist. Ich gräme Mich nicht über Meine Gefangenschaft noch über das, was Mir die Hand Meiner Feinde zufügte. Nein, Meine Schmerzen sind von denen verursacht, die behaupten, Mir verbunden zu sein, und doch verüben, was Meine Stimme sich klagend erheben und Meine Tränen fließen läßt. In verschiedenen Sendschreiben haben Wir sie ausführlich ermahnt und zu Gott gefleht, Er möge ihnen gnädig helfen und sie befähigen, Ihm nahezukommen, und möge sie in allem bestätigen, was den Herzen Frieden, den Seelen Ruhe bringt und ihre Hände abhält von Taten, die Seinen Tagen übel anstehen.
8:40
Sprich: O Meine Geliebten in Meinen Landen! Höret auf den Rat Dessen, Der euch um Gottes willen ermahnt. Er hat euch wahrlich erschaffen. Er hat vor euren Augen enthüllt, was euch erhöht und eure Belange fördert. Er hat euch Seinen geraden Pfad gewiesen und euch Seine Große Verkündigung angezeigt.
8:41
O Jalíl! Ermahne die Menschen zur Gottesfurcht. Bei Gott! Die Gottesfurcht ist die Oberbefehlshaberin über die Streitmacht deines Herrn. Ihre Truppen sind hehre Tugenden und gute Taten. So hat sie durch alle Jahrhunderte und Zeitalter die Städte der Menschenherzen erobert und die Banner der Überlegenheit und des Sieges hoch über allen anderen Bannern gehißt.
8:42
Wir wollen dich nun an die Vertrauenswürdigkeit und an die Stufe erinnern, die sie vor Gott, deinem Herrn, dem Herrn des Mächtigen Thrones, einnimmt. Eines Tages begaben Wir uns auf Unsere Grüne InselGarten Na‘mayn in ‘Akká, von Bahá’u’lláh mit der Benennung Riḍván geehrt, nicht zu verwechseln mit dem Garten Riḍván in Baghdád (vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 338) – Anm. d. Hrsg.A. Als Wir sie betraten, sahen Wir fließende Bäche und Bäume in voller Pracht, zwischen deren Blättern die Sonne spielte. Unser Gesicht nach rechts wendend, sahen Wir, was die Feder nicht zu beschreiben vermag; sie kann nicht kundtun, was das Auge des Herrn der Menschheit an diesem heiligsten, hehrsten, seligsten, erhabensten Orte wahrnahm. Wir wandten Uns darauf zur Linken. Dort sahen Wir eine der Schönen des Erhabensten Paradieses auf einer Säule reinen Lichts stehen und mit lauter Stimme rufen: »O ihr Bewohner von Erde und Himmel! Schauet Meine Schönheit, Mein Leuchten, Meine Erscheinung, Meinen Glanz! Bei Gott, dem Wahren! Ich bin die Vertrauenswürdigkeit, ihre Offenbarung und ihre Schönheit. Ich will jeden belohnen, der sich an Mich hält, Meinen Rang und Meine Stufe erkennt und sich fest an den Saum Meines Gewandes klammert. Ich bin der edelste Schmuck für das Volk Bahás, der Mantel des Ruhmes für alle im Reiche der Schöpfung. Ich bin das erhabenste Werkzeug für die Wohlfahrt der Welt, der Horizont der Sicherheit für alles Leben.« Damit senden Wir dir hernieder, was die Menschen näher zum Herrn der Schöpfung ziehen wird.
8:43
Die Feder des Höchsten wendet sich jetzt von der beredten Sprache Arabisch.A zur glanzvollen SprachePersisch.A, damit du, o Jalíl, das zarte Erbarmen deines Herrn, des Unvergleichlichen, schätzest und zu den wahrhaft Dankbaren gehörest.
8:44
O du, der du den Blick auf den allherrlichen Horizont richtest! Der Ruf ist erhoben, aber der hörenden Ohren sind wenige oder gar keine. Dieser Unterdrückte sieht sich im Schlunde der Schlange; dennoch säumt Er nicht, der Geliebten Gottes zu gedenken. So schlimm waren in diesen Tagen Unsere Leiden, daß die himmlischen Heerscharen zu Tränen gerührt sind und laut klagen. Aber weder alle Not der Welt noch alles Unrecht ihrer Völker können Ihn, den König der Ewigkeit, hindern, die Menschen vorzuladen, noch können sie Seine Absicht vereiteln. Als diejenigen, die sich jahrelang hinter Schleiern verborgen hielten, sahen, wie hell der Horizont der Sache Gottes leuchtet und wie Sein Wort alles durchdrang, da stürmten sie mit Schwertern der Bosheit auf uns ein und fügten uns Leid zu, das keine Feder beschreiben und keine Zunge schildern kann.
8:45
Wer gerecht urteilt, der bezeugt, daß seit den frühen Tagen der Sache dieser Unterdrückte sich unverhüllt und strahlend im Angesicht von Königen und Gemeinen, von Herrschern und Geistlichen erhebt und alle Menschen in klingenden Tönen auf den geraden Pfad ruft. Er kennt keine Hilfe denn Seine Feder und keinen Beistand als sich selbst.
8:46
Die Sinn und Zweck der Sache Gottes nicht kennen oder nicht beachten, stehen gegen Ihn auf. Solche Menschen sind die Vorboten des Bösen, die Gott in Seinem Buch und auf Seinen Tafeln erwähnt und gegen deren Einfluß, Lärm und List Er Sein Volk gewarnt hat. Wohl denen, die, das Gedenken des Herrn der Ewigkeit vor Augen, die Völker der Welt als bloßes Nichts, als eine vergessene Sache betrachten und sich so fest an den Sicheren GriffSiehe auch: 17:7:3, 17:8:8 – Anm. d. Hrsg.Q Gottes klammern, daß weder Zweifel noch Gewisper, weder Schwerter noch Kanonen sie Seiner Gegenwart fernhalten oder berauben können. Selig sind die Standhaften; selig sind, die fest in Seinem Glauben sind.
8:47
Als Antwort auf deine Bitte hat die Feder der Herrlichkeit die Größte Unfehlbarkeit mit ihren Stufen und Graden gnädiglich beschrieben. Dies hatte den Zweck, alle mit Gewißheit erkennen zu lassen, daß das Siegel der ProphetenMuḥammad [Qur’án 33:40 – Anm. d. Hrsg.].Q – mögen die Seelen aller außer Ihm für Ihn geopfert werden – auf Seiner Ihm eigenen Stufe ohne Seinesgleichen, Ebenbürtigen oder Gefährten ist. Die Heiligendie Imáme.A – möge der Segen Gottes auf ihnen ruhen – sind durch die Kraft Seines Wortes erschaffen; nach Ihm waren sie die Gebildetsten und Edelsten im Volke, und sie stehen auf der höchsten Stufe der Dienstbarkeit. Das göttliche Wesen, geheiligt über jeden Vergleich und alle Ähnlichkeit, hat Seinen Sitz im Propheten, und Gottes innerste Wirklichkeit, erhaben über jeden Ebenbürtigen oder Gefährten, ist in Ihm offenbar. Dies ist die Stufe wahrer Einheit und wirklicher Einzigkeit. Die Anhänger der früheren Offenbarung haben es schmerzlich versäumt, ein angemessenes Verständnis dieser Stufe zu erwerben. Der Erste Punktder Báb.A – möge das Leben aller außer Ihm um Seinetwillen geopfert werden – spricht: »Hätte das Siegel der Propheten nicht das Wort ›Nachfolge‹ geäußert, so wäre diese Stufe nicht erschaffen.«
8:48
Das Volk gesellte ehedem Gott Gefährten bei, auch wenn es sich zum Glauben an Seine Einheit bekannte. Obwohl sie die Unwissendsten unter den Menschen waren, hielten sie sich für höchst gebildet. Aber als ein Zeichen göttlicher Vergeltung für diese Achtlosen wurden heute, am Tag des Gerichts, ihre falschen Glaubenssätze und Studienziele für jeden urteilsfähigen, verständnisvollen Menschen klar und offenkundig bloßgelegt.
8:49
Flehe zu Gott, dem Wahren, er möge die Anhänger dieser Offenbarung gnädiglich vor dem eitlen Wahn und verderbten Trug derer beschützen, die dem früheren Glauben angehören, und sie nicht der Sonne wahrer Einheit und ihres Strahlenglanzes berauben.
8:50
O Jalíl! Dieser Unterdrückte der Welt verkündet nun: Das Licht der Gerechtigkeit ist getrübt und die Sonne des rechten Maßes dem Blick verschleiert. Der Räuber thront auf dem Sitze des Hüters und Beschützers, und der Stellung des Getreuen hat sich der Verräter bemächtigt. Vor einem Jahr herrschte ein Unterdrücker über diese Stadt und bewirkte jeden Augenblick neues Leid. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Er verübte, was die Herzen der Menschen in Schrecken versetzte. Aber für die Feder der Herrlichkeit war die Tyrannei auf Erden noch nie ein Hindernis und wird es niemals sein. In der Fülle Unserer Gunst und Gnade haben Wir eigens für die Herrscher und Amtsträger der Welt offenbart, was Schutz und Sicherheit, Ruhe und Frieden bewirkt; hoffentlich bleiben die Menschenkinder von den Übeln der Unterdrückung bewahrt. Er ist fürwahr der Beschützer, der Helfer, der den Sieg verleiht. Die Mitglieder von Gottes Haus der Gerechtigkeit haben die Pflicht, ihr Augenmerk bei Tag und bei Nacht auf das zu richten, was die Feder der Herrlichkeit für die Erziehung der Völker, den Aufbau der Nationen, den Schutz des Menschen und die Sicherung seiner Ehre aufleuchten ließ.
Das erste Ishráq
8:51
Als die Sonne der Weisheit am Horizont der heiligen Sendung Gottes aufging, tat sie diese allherrliche Äußerung: Wer Wohlstand besitzt und mit Macht und Amtsgewalt belehnt ist, muß der Religion die höchste Achtung schenken. Die Religion ist wahrlich ein strahlendes Licht und eine uneinnehmbare Feste für den Schutz und die Wohlfahrt aller Völker der Welt; denn die Gottesfurcht treibt den Menschen, sich fest an alles Gute zu halten und alles Böse zu meiden. Würde die Lampe der Religion verdunkelt, so wären Chaos und Verwirrung die Folge, und die Lichter der Redlichkeit und Gerechtigkeit, der Ruhe und des Friedens würden nicht länger scheinen. Dies wird jeder wahrhaft Verständige bezeugen.
Das zweite Ishráq
8:52
Wir haben der ganzen Menschheit befohlen, den Geringeren Frieden zu begründen – das sicherste aller Mittel für den Schutz der Menschenwelt. Die Herrscher der Welt sollten sich einmütig daran halten; denn dies ist das vortrefflichste Werkzeug, das Gewähr für Sicherheit und Wohlfahrt aller Völker und Nationen bieten kann. Sie sind wahrlich die Offenbarungen der Macht Gottes und die Morgenröten Seiner Allgewalt. Wir flehen zum Allmächtigen, Er möge ihnen gnädig helfen in dem, was dem Wohlergehen ihrer Untertanen förderlich ist. Eine vollständige Darlegung dieser Angelegenheit hat die Feder der Herrlichkeit schon früher verfaßt. Wohl denen, die danach handeln.
Das dritte Ishráq
8:53
Jeder hat die Pflicht, Gottes heilige Gebote zu halten, da sie der Lebensquell der Welt sind. Der Himmel göttlicher Weisheit wird von zwei Leuchten erhellt: Beratung und Barmherzigkeit, und das Königszelt der Weltordnung ist auf zwei Pfeilern errichtet: Lohn und Strafe.
Das vierte Ishráq
8:54
In dieser Offenbarung sind die Heerscharen, die sie zum Siege führen können, rühmliche Taten und ein aufrechter Charakter. Anführer und Befehlshaber dieser Heerscharen ist seit je die Gottesfurcht, die alle Dinge umfaßt und beherrscht.
Das fünfte Ishráq
8:55
Die Regierungen sollten sich völlig mit den Lebensverhältnissen ihrer Untertanen vertraut machen und ihnen nach Verdienst und Wert Ämter verleihen. Jeder Regent und Herrscher hat die Pflicht, diese Angelegenheit mit größter Sorgfalt zu verfolgen, damit nicht der Verräter das Amt des Getreuen an sich reiße, noch der Plünderer den Platz des Vertrauenswürdigen versehe. Unter den Beamten, die in der Vergangenheit dieses Größte Gefängnis verwalteten, waren manche – Gott sei gelobt – mit Gerechtigkeit geschmückt; aber was die anderen angeht, nehmen Wir Unsere Zuflucht zu Gott. Wir bitten den einen wahren Gott, sie alle zu führen, damit sie der Frucht des Glaubens und der Vertrauenswürdigkeit nicht verlustig gehen noch vom Lichte der Unparteilichkeit und der Gerechtigkeit ferngehalten bleiben.
Das sechste Ishráq
8:56
ist Einheit und Eintracht unter den Menschenkindern. Seit Anbeginn der Zeit ergießt das Licht der Einheit seinen göttlichen Strahlenglanz auf die Welt, und das wichtigste Mittel für die Förderung dieser Einheit ist, daß die Völker der Welt sich gegenseitig in Wort und Schrift verstehen. In früheren Sendschreiben haben Wir den Treuhändern des Hauses der Gerechtigkeit befohlen, entweder eine unter den heute bestehenden Sprachen auszuwählen oder eine neue einzuführen und ebenso eine allgemeine Schrift zu bestimmen; beide sollten in allen Schulen der Welt gelehrt werden. So wird die Erde als ein Land und eine Heimat betrachtet. Die herrlichste Frucht vom Baum der Erkenntnis ist dieses erhabene Wort: Ihr seid alle die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Es rühme sich keiner, daß er sein Land liebt, weit eher, daß er das Menschengeschlecht liebt. In dieser Hinsicht haben Wir schon früher offenbart, was zum Wiederaufbau der Welt und zur Einheit der Nationen führt. Selig, wer dahin gelangt. Selig, wer danach handelt!
Das siebente Ishráq
8:57
Die Feder der Herrlichkeit gibt jedermann Ratschläge zur Unterweisung und Erziehung der Kinder. Seht, was der Wille Gottes bei Unserer Ankunft in der Gefängnisstadt offenbart und im Heiligsten Buche Kitáb-i-Aqdas.A aufgezeichnet hat. Jedem Vater ist die Unterweisung seines Sohnes und seiner Tochter in der Kunst des Lesens und Schreibens sowie allem, was im Heiligen Sendschreiben niedergelegt ist, zur Pflicht gemacht. Wer beiseite schiebt, was ihm geboten ist, dem müssen die Treuhänder abverlangen, was für die Unterweisung der Kinder erforderlich ist, sofern er Vermögen hat; wo nicht, fällt die Sache dem Haus der Gerechtigkeit anheim. Wahrlich, Wir haben es zu einer Zuflucht für die Armen und Bedürftigen gemacht. So jemand seinen Sohn oder den Sohn eines anderen aufzieht, ist es, als erziehe er einen Meiner Söhne. Mit ihm seien Meine Herrlichkeit, Meine Gnade, Meine Barmherzigkeit, die die Welt umfassen.
Das achte Ishráq
8:58
Der Abschnitt, den die Feder der Herrlichkeit nunmehr schreibt, gilt als Teil des Heiligsten Buches: Die Mitglieder von Gottes Haus der Gerechtigkeit sind mit den Angelegenheiten des Volkes betraut. Sie sind wahrlich die Treuhänder Gottes unter Seinen Dienern und die Morgenröten der Amtsgewalt in Seinen Landen.
8:59
O Volk Gottes! Was die Welt erzieht, ist die Gerechtigkeit, denn sie wird von zwei Säulen getragen: Lohn und Strafe. Diese beiden Säulen sind die Lebensquellen der Welt. Insofern es für jeden Tag ein neues Problem und für jedes Problem eine zweckmäßige Lösung gibt, sind solche Angelegenheiten dem Haus der Gerechtigkeit vorzulegen, damit dessen Mitglieder nach den Nöten und Erfordernissen der Zeit handeln. Die sich für Gott erheben, Seiner Sache zu dienen, sind Empfänger göttlicher Eingebung aus dem unsichtbaren Reich. Alle haben die Pflicht, ihnen zu gehorchen. Alle Staatsgeschäfte sind dem Haus der Gerechtigkeit vorzulegen; aber Gottesdienste müssen so gehalten werden, wie es Gott in Seinem Buch offenbart hat.
8:60
O Volk Bahás! Ihr seid die Dämmerorte der Liebe Gottes, die Morgenröten Seiner Gnade. Besudelt eure Zungen nicht mit Flüchen und Schmähreden auf irgendeine Seele und hütet eure Augen vor Unschicklichem. Tut dar, was ihr besitzet. Wird es günstig aufgenommen, ist euer Zweck erreicht; wo nicht, ist Widerspruch fruchtlos. Überlaßt diese Seele sich selbst und kehrt euch zum Herrn, dem Beschützer, dem Selbstbestehenden. Verursacht keinen Kummer, geschweige denn Zwietracht und Streit. Es ist zu hoffen, daß ihr im Schatten des Baumes Seines sanften Erbarmens wahre Erziehung erlangt und nach Gottes Wunsch handelt. Ihr seid alle die Blätter eines Baumes und die Tropfen eines Meeres.
Das neunte Ishráq
8:61
Das Ziel der Religion, wie sie vom Himmel des heiligen Willens Gottes offenbart ist, besteht darin, Einheit und Eintracht unter den Völkern der Welt zu stiften; macht sie nicht zur Ursache für Zwist und Streit. Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, daß das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes. Die Religion schenkt dem Menschen die wertvollste aller Gaben, reicht ihm den Kelch des Wohlstands, verleiht ihm ewiges Leben und läßt unzerstörbare Wohltaten auf die Menschheit herniedergehen. Es geziemt den Oberhäuptern und Herrschern der Welt, besonders den Treuhändern von Gottes Haus der Gerechtigkeit, sich bis an die Grenzen ihrer Kraft zu mühen, um die Stellung der Religion zu sichern, ihre Interessen zu fördern und ihre Stufe in den Augen der Welt zu erhöhen. Desgleichen ist es ihre Pflicht, die Lebensverhältnisse ihrer Untertanen zu erforschen und sich mit den Belangen und Tätigkeiten der verschiedenen Gemeinschaften in ihren Herrschaftsbereichen vertraut zu machen. Wir rufen die Offenbarungen der Allmacht Gottes – die Herrscher und Regenten auf Erden – auf, sich zu regen und alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die Zwietracht zu bannen und die Welt mit dem Licht der Einheit zu erleuchten.
8:62
Jeder hat die Pflicht zu befolgen, was aus Unserer Erhabensten Feder floß, und sich fest daran zu halten. Gott, der Wahre, ist Mein Zeuge und jedes vorhandene Atom ist bewegt zu bekunden, daß die Mittel, die die Erhöhung, den Fortschritt, die Erziehung, den Schutz und die Wiederbelebung der Völker auf Erden bewirken, von Uns klar dargelegt und von der Feder der Herrlichkeit in den Heiligen Büchern und Sendbriefen offenbart worden sind.
8:63
Wir bitten Gott, Seinen Dienern gnädig beizustehen. Was dieser Unterdrückte von jedem erwartet, ist Gerechtigkeit und Redlichkeit. Keiner darf sich mit bloßem Zuhören begnügen; vielmehr sollte jeder darüber nachdenken, was dieser Unterdrückte offenbart hat. Ich schwöre bei der Sonne des Wortes, die hoch am Horizont über dem Reiche des Allerbarmers scheint: Wäre ein Ausleger oder Sprecher zu erkennen gewesen, hätten Wir Uns nicht der Kritik, dem Gespött und der Verleumdung des Volkes ausgesetzt.
8:64
Bei Unserer Ankunft im ‘Iráq fanden Wir die Sache Gottes im Todesschlaf versunken; kein Hauch göttlicher Offenbarung wehte. Die meisten Gläubigen waren schwach und entmutigt, ja völlig verloren und tot. Da geschah der zweite Posaunenstoß, worauf die Zunge der Größe die gesegneten Worte sprach: »Wir haben die Posaune zum zweiten Mal geblasen.«vgl. Qur’án 39:68 – Anm. d. Hrsg.Q So wurde die ganze Welt mit dem belebenden Hauch göttlicher Offenbarung und Eingebung erquickt.
8:65
Nun sind gewisse Seelen hinter den Schleiern hervorgestürzt in der Absicht, diesem Unterdrückten Leid zuzufügen. Sie haben die Ausgießung dieser unschätzbaren Gnadengaben behindert und geleugnet.
8:66
O ihr, die ihr rechtschaffen urteilt! Wenn diese Sache geleugnet werden kann, welche andere Sache in der Welt läßt sich dann vertreten oder der Annahme für würdig befinden?
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