Bahá’u’lláh | Botschaften aus ʿAkká
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8:51
Als die Sonne der Weisheit am Horizont der heiligen Sendung Gottes aufging, tat sie diese allherrliche Äußerung: Wer Wohlstand besitzt und mit Macht und Amtsgewalt belehnt ist, muß der Religion die höchste Achtung schenken. Die Religion ist wahrlich ein strahlendes Licht und eine uneinnehmbare Feste für den Schutz und die Wohlfahrt aller Völker der Welt; denn die Gottesfurcht treibt den Menschen, sich fest an alles Gute zu halten und alles Böse zu meiden. Würde die Lampe der Religion verdunkelt, so wären Chaos und Verwirrung die Folge, und die Lichter der Redlichkeit und Gerechtigkeit, der Ruhe und des Friedens würden nicht länger scheinen. Dies wird jeder wahrhaft Verständige bezeugen.
Das zweite Ishráq
8:52
Wir haben der ganzen Menschheit befohlen, den Geringeren Frieden zu begründen – das sicherste aller Mittel für den Schutz der Menschenwelt. Die Herrscher der Welt sollten sich einmütig daran halten; denn dies ist das vortrefflichste Werkzeug, das Gewähr für Sicherheit und Wohlfahrt aller Völker und Nationen bieten kann. Sie sind wahrlich die Offenbarungen der Macht Gottes und die Morgenröten Seiner Allgewalt. Wir flehen zum Allmächtigen, Er möge ihnen gnädig helfen in dem, was dem Wohlergehen ihrer Untertanen förderlich ist. Eine vollständige Darlegung dieser Angelegenheit hat die Feder der Herrlichkeit schon früher verfaßt. Wohl denen, die danach handeln.
Das dritte Ishráq
8:53
Jeder hat die Pflicht, Gottes heilige Gebote zu halten, da sie der Lebensquell der Welt sind. Der Himmel göttlicher Weisheit wird von zwei Leuchten erhellt: Beratung und Barmherzigkeit, und das Königszelt der Weltordnung ist auf zwei Pfeilern errichtet: Lohn und Strafe.
Das vierte Ishráq
8:54
In dieser Offenbarung sind die Heerscharen, die sie zum Siege führen können, rühmliche Taten und ein aufrechter Charakter. Anführer und Befehlshaber dieser Heerscharen ist seit je die Gottesfurcht, die alle Dinge umfaßt und beherrscht.
Das fünfte Ishráq
8:55
Die Regierungen sollten sich völlig mit den Lebensverhältnissen ihrer Untertanen vertraut machen und ihnen nach Verdienst und Wert Ämter verleihen. Jeder Regent und Herrscher hat die Pflicht, diese Angelegenheit mit größter Sorgfalt zu verfolgen, damit nicht der Verräter das Amt des Getreuen an sich reiße, noch der Plünderer den Platz des Vertrauenswürdigen versehe. Unter den Beamten, die in der Vergangenheit dieses Größte Gefängnis verwalteten, waren manche – Gott sei gelobt – mit Gerechtigkeit geschmückt; aber was die anderen angeht, nehmen Wir Unsere Zuflucht zu Gott. Wir bitten den einen wahren Gott, sie alle zu führen, damit sie der Frucht des Glaubens und der Vertrauenswürdigkeit nicht verlustig gehen noch vom Lichte der Unparteilichkeit und der Gerechtigkeit ferngehalten bleiben.
Das sechste Ishráq
8:56
ist Einheit und Eintracht unter den Menschenkindern. Seit Anbeginn der Zeit ergießt das Licht der Einheit seinen göttlichen Strahlenglanz auf die Welt, und das wichtigste Mittel für die Förderung dieser Einheit ist, daß die Völker der Welt sich gegenseitig in Wort und Schrift verstehen. In früheren Sendschreiben haben Wir den Treuhändern des Hauses der Gerechtigkeit befohlen, entweder eine unter den heute bestehenden Sprachen auszuwählen oder eine neue einzuführen und ebenso eine allgemeine Schrift zu bestimmen; beide sollten in allen Schulen der Welt gelehrt werden. So wird die Erde als ein Land und eine Heimat betrachtet. Die herrlichste Frucht vom Baum der Erkenntnis ist dieses erhabene Wort: Ihr seid alle die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Es rühme sich keiner, daß er sein Land liebt, weit eher, daß er das Menschengeschlecht liebt. In dieser Hinsicht haben Wir schon früher offenbart, was zum Wiederaufbau der Welt und zur Einheit der Nationen führt. Selig, wer dahin gelangt. Selig, wer danach handelt!
Das siebente Ishráq
8:57
Die Feder der Herrlichkeit gibt jedermann Ratschläge zur Unterweisung und Erziehung der Kinder. Seht, was der Wille Gottes bei Unserer Ankunft in der Gefängnisstadt offenbart und im Heiligsten Buche Kitáb-i-Aqdas.A aufgezeichnet hat. Jedem Vater ist die Unterweisung seines Sohnes und seiner Tochter in der Kunst des Lesens und Schreibens sowie allem, was im Heiligen Sendschreiben niedergelegt ist, zur Pflicht gemacht. Wer beiseite schiebt, was ihm geboten ist, dem müssen die Treuhänder abverlangen, was für die Unterweisung der Kinder erforderlich ist, sofern er Vermögen hat; wo nicht, fällt die Sache dem Haus der Gerechtigkeit anheim. Wahrlich, Wir haben es zu einer Zuflucht für die Armen und Bedürftigen gemacht. So jemand seinen Sohn oder den Sohn eines anderen aufzieht, ist es, als erziehe er einen Meiner Söhne. Mit ihm seien Meine Herrlichkeit, Meine Gnade, Meine Barmherzigkeit, die die Welt umfassen.
Das achte Ishráq
8:58
Der Abschnitt, den die Feder der Herrlichkeit nunmehr schreibt, gilt als Teil des Heiligsten Buches: Die Mitglieder von Gottes Haus der Gerechtigkeit sind mit den Angelegenheiten des Volkes betraut. Sie sind wahrlich die Treuhänder Gottes unter Seinen Dienern und die Morgenröten der Amtsgewalt in Seinen Landen.
8:59
O Volk Gottes! Was die Welt erzieht, ist die Gerechtigkeit, denn sie wird von zwei Säulen getragen: Lohn und Strafe. Diese beiden Säulen sind die Lebensquellen der Welt. Insofern es für jeden Tag ein neues Problem und für jedes Problem eine zweckmäßige Lösung gibt, sind solche Angelegenheiten dem Haus der Gerechtigkeit vorzulegen, damit dessen Mitglieder nach den Nöten und Erfordernissen der Zeit handeln. Die sich für Gott erheben, Seiner Sache zu dienen, sind Empfänger göttlicher Eingebung aus dem unsichtbaren Reich. Alle haben die Pflicht, ihnen zu gehorchen. Alle Staatsgeschäfte sind dem Haus der Gerechtigkeit vorzulegen; aber Gottesdienste müssen so gehalten werden, wie es Gott in Seinem Buch offenbart hat.
8:60
O Volk Bahás! Ihr seid die Dämmerorte der Liebe Gottes, die Morgenröten Seiner Gnade. Besudelt eure Zungen nicht mit Flüchen und Schmähreden auf irgendeine Seele und hütet eure Augen vor Unschicklichem. Tut dar, was ihr besitzet. Wird es günstig aufgenommen, ist euer Zweck erreicht; wo nicht, ist Widerspruch fruchtlos. Überlaßt diese Seele sich selbst und kehrt euch zum Herrn, dem Beschützer, dem Selbstbestehenden. Verursacht keinen Kummer, geschweige denn Zwietracht und Streit. Es ist zu hoffen, daß ihr im Schatten des Baumes Seines sanften Erbarmens wahre Erziehung erlangt und nach Gottes Wunsch handelt. Ihr seid alle die Blätter eines Baumes und die Tropfen eines Meeres.
Das neunte Ishráq
8:61
Das Ziel der Religion, wie sie vom Himmel des heiligen Willens Gottes offenbart ist, besteht darin, Einheit und Eintracht unter den Völkern der Welt zu stiften; macht sie nicht zur Ursache für Zwist und Streit. Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, daß das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes. Die Religion schenkt dem Menschen die wertvollste aller Gaben, reicht ihm den Kelch des Wohlstands, verleiht ihm ewiges Leben und läßt unzerstörbare Wohltaten auf die Menschheit herniedergehen. Es geziemt den Oberhäuptern und Herrschern der Welt, besonders den Treuhändern von Gottes Haus der Gerechtigkeit, sich bis an die Grenzen ihrer Kraft zu mühen, um die Stellung der Religion zu sichern, ihre Interessen zu fördern und ihre Stufe in den Augen der Welt zu erhöhen. Desgleichen ist es ihre Pflicht, die Lebensverhältnisse ihrer Untertanen zu erforschen und sich mit den Belangen und Tätigkeiten der verschiedenen Gemeinschaften in ihren Herrschaftsbereichen vertraut zu machen. Wir rufen die Offenbarungen der Allmacht Gottes – die Herrscher und Regenten auf Erden – auf, sich zu regen und alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die Zwietracht zu bannen und die Welt mit dem Licht der Einheit zu erleuchten.
8:62
Jeder hat die Pflicht zu befolgen, was aus Unserer Erhabensten Feder floß, und sich fest daran zu halten. Gott, der Wahre, ist Mein Zeuge und jedes vorhandene Atom ist bewegt zu bekunden, daß die Mittel, die die Erhöhung, den Fortschritt, die Erziehung, den Schutz und die Wiederbelebung der Völker auf Erden bewirken, von Uns klar dargelegt und von der Feder der Herrlichkeit in den Heiligen Büchern und Sendbriefen offenbart worden sind.
8:63
Wir bitten Gott, Seinen Dienern gnädig beizustehen. Was dieser Unterdrückte von jedem erwartet, ist Gerechtigkeit und Redlichkeit. Keiner darf sich mit bloßem Zuhören begnügen; vielmehr sollte jeder darüber nachdenken, was dieser Unterdrückte offenbart hat. Ich schwöre bei der Sonne des Wortes, die hoch am Horizont über dem Reiche des Allerbarmers scheint: Wäre ein Ausleger oder Sprecher zu erkennen gewesen, hätten Wir Uns nicht der Kritik, dem Gespött und der Verleumdung des Volkes ausgesetzt.
8:64
Bei Unserer Ankunft im ‘Iráq fanden Wir die Sache Gottes im Todesschlaf versunken; kein Hauch göttlicher Offenbarung wehte. Die meisten Gläubigen waren schwach und entmutigt, ja völlig verloren und tot. Da geschah der zweite Posaunenstoß, worauf die Zunge der Größe die gesegneten Worte sprach: »Wir haben die Posaune zum zweiten Mal geblasen.«vgl. Qur’án 39:68 – Anm. d. Hrsg.Q So wurde die ganze Welt mit dem belebenden Hauch göttlicher Offenbarung und Eingebung erquickt.
8:65
Nun sind gewisse Seelen hinter den Schleiern hervorgestürzt in der Absicht, diesem Unterdrückten Leid zuzufügen. Sie haben die Ausgießung dieser unschätzbaren Gnadengaben behindert und geleugnet.
8:66
O ihr, die ihr rechtschaffen urteilt! Wenn diese Sache geleugnet werden kann, welche andere Sache in der Welt läßt sich dann vertreten oder der Annahme für würdig befinden?
8:67
Die der Sache Gottes den Rücken kehren, suchen fleißig die Heiligen Schriften dieser Offenbarung zu sammeln; durch Gebärden der Freundschaft haben sie bereits einige dieser Schriften von denen, die sie besaßen, an sich gebracht. Übrigens geben sie sich, wenn sie Anhängern einer anderen Religion begegnen, als deren Mitgläubige aus. Sprich: Sterbt in eurem Zorn! Wahrlich, Er ist mit solcher Allmacht erschienen, daß kein Mensch mit Sehvermögen und Gehör, mit Einsicht, Rechtsempfinden oder Redlichkeit Ihn jemals leugnen kann. Dies bezeugt zu dieser strahlenden Stunde die Feder Dessen, Der der Altehrwürdige der Tage ist.
8:68
O Jalíl! Mit dir sei Meine Herrlichkeit. Wir ermahnen die Geliebten Gottes, gute Taten zu vollbringen, auf daß ihnen gnädig geholfen werde und sie sich unerschütterlich an das halten, was vom Himmel Seiner Offenbarung herniedergesandt ist. Der Segen aus diesem göttlichen Wort fällt denen zu, die Seine Gebote halten. Wir bitten Gott, sie zu solchen Taten zu befähigen, die vor Ihm annehmbar und wohlgefällig sind; ihnen zu gewähren, daß sie unparteiisch handeln und Gerechtigkeit üben in dieser allbezwingenden Sache, sie mit Seinen Heiligen Schriften vertraut zu machen und ihre Schritte auf Seinen geraden Pfad zu lenken.
8:69
Unser Erhabener Vorläufer – möge das Leben aller außer Ihm um Seinetwillen geopfert werden – hat gewisse Gesetze offenbart; doch wurden im Reiche Seiner Offenbarung diese Gesetze von Unserer Billigung abhängig gemacht. Demzufolge hat dieser Unterdrückte einige dieser Gesetze in Kraft gesetzt, indem Er sie mit veränderten Worten in den Kitáb-i-Aqdas eingliederte. Andere hoben Wir auf. Er hält die Vollmacht in Händen. Er tut, was Er will, und verordnet, was Ihm gefällt. Er ist der Allmächtige, der Allgepriesene. Es gibt auch neu offenbarte Gesetze. Selig sind, die dazu gelangen. Selig sind, die Seine Gebote befolgen.
8:70
Das Volk Gottes sollte sich aufs äußerste mühen, daß das Feuer des Hasses und der Bosheit, das den Völkern und Geschlechtern in der Brust schwelt, durch die Lebenswasser weiser Rede und die Ermahnungen Dessen, Der die Sehnsucht der Welt ist, gelöscht und die Bäume menschlichen Seins mit wundersamen, köstlichen Früchten geschmückt werden. Er ist in Wahrheit der Ermahner, der Erbarmer, der Gabenreichste.
8:71
Seine Herrlichkeit, die mit ihrem Glanz am Himmelszelt der Großmut strahlt, ruhe auf euch, o Volk Bahás, auf jedem, der fest und standhaft ist, auf allen, die im Glauben sicher gegründet und mit wahrem Verständnis bekleidet sind.
8:72
Zu deiner Frage bezüglich des Zinses und Gewinns aus Gold und Silber: Vor einigen Jahren wurde aus dem Himmel des Allbarmherzigen zu Ehren dessen, der den Namen Gottes, den Würdentitel Zaynu’l-Muqarrabínarab. ›Zier der Gott Nahen‹, einer der frühen Gläubigen, der den Freunden durch seine zuverlässigen Abschriften der Sendschreiben Bahá’u’lláhs vertraut ist (vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Vorbilder der Treue, Kap. 58: »Zaynu’l-Muqarrabín«).A, trägt – mit ihm sei die Herrlichkeit des Allherrlichen – der folgende Abschnitt offenbart. Er – gepriesen sei Sein Wort – spricht: Viele Menschen sind darauf angewiesen. Wenn es keine Aussicht auf Zinsertrag gäbe, würden deshalb die Geschäfte der Menschen zusammenbrechen oder durcheinander geraten. Nur selten findet man jemanden, der so viel Rücksicht für seinen Mitmenschen, seinen Landsmann oder selbst seinen Bruder, an den Tag legt und ihn derart zart umsorgt, daß er ihm bereitwillig ein zinsloses Darlehen zur Unterstützung gewährt.Solche Darlehnen werfen keine Zinsen ab und sie können zurückgezahlt warden, wann immer es dem Schuldner genehm ist.A Deshalb haben Wir zum Zeichen der Gunst für die Menschen verordnet, daß Schuldzinsen wie andere unter den Menschen übliche Geschäfte zu behandeln sind. Nachdem diese klare Verfügung nunmehr vom Himmel des Willens Gottes herniederkam, ist die Zinsnahme rechtens und angebracht, damit das Erdenvolk sich im Geiste der Freundschaft und Brüderlichkeit mit Freude und Frohsinn hingebungsvoll der Verherrlichung Seines Namens, der Meistgeliebte der ganzen Menschheit, widme. Wahrlich, Er verordnet nach Seiner Wahl. Er hat nunmehr Schuldzinsen rechtmäßig gemacht, wie Er sie in der Vergangenheit unrechtmäßig gemacht hatte.vgl. dazu Ex2. 22:24, Lev. 25:36–37, Dtn5. 23:20–21, Ps. 15:5, Hes. 18:8, 18:13, 18:17, 22:12, Qur’án 2:275–276, 2:278–279, 3:130, 30:39 – Anm. d. Hrsg.Q In Seiner Hand hält Er das Reich der Allmacht. Er handelt und verordnet. Er ist fürwahr der Gebieter, der Allwissende.
8:73
Danke deinem Herrn, o Zaynu’l-Muqarrabín, für diese offenbare Gnadengabe.
8:74
Viele Geistliche in Persien ernähren sich von rechtswidrigen Gewinnen, die sie durch Wucher mit zahllosen Kniffen und Schlichen erlangen. Sie haben Mittel und Wege ersonnen, wie sie alledem den äußeren Anschein der Rechtmäßigkeit geben. Aus den Gesetzen und Geboten Gottes machen sie ein Spielzeug, und doch verstehen sie es nicht.
8:75
Diese Sache muß jedoch maßvoll und gerecht behandelt werden. Unsere Feder der Herrlichkeit verzichtet zum Zeichen der Weisheit und zum Vorteil des Volkes darauf, die Grenze festzulegen. Nichtsdestoweniger ermahnen Wir die Geliebten Gottes, gerecht und billig zu verfahren und zu tun, was die Freunde Gottes ermutigt, einander zartes Erbarmen und Mitleid zu bekunden. Er ist fürwahr der Ratgeber, der Mitleidvolle, der Gabenreichste. Gebe Gott, daß allen Menschen gnädig geholfen werde zu befolgen, was die Zunge des einen wahren Gottes sprach. Und wenn sie verwirklichen, was Wir darlegen, wird Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – ihren Anteil aus dem Himmel Seiner Großmut sicherlich verdoppeln. Wahrlich, Er ist der Großzügige, der Vergebende, der Mitleidvolle. Preis sei Gott, dem Erhabensten, dem Größten.
8:76
Trotz allem ist die Regelung dieser Angelegenheiten den Mitgliedern des Hauses der Gerechtigkeit anvertraut, damit sie nach den Erfordernissen der Zeit und den Eingebungen der Weisheit verfahren.
8:77
Noch einmal ermahnen wir alle Gläubigen, Gerechtigkeit und Redlichkeit walten zu lassen, aber auch Liebe und Zufriedenheit zu bekunden. Sie sind fürwahr das Volk Bahás, die Gefährten der Roten Arche. Mit ihnen sei der Friede Gottes, des Herrn aller Namen, des Schöpfers der Himmel.
Lawḥ-i-Ḥikmat (Das Tablet der Weisheit)
9:0_24
Dieses Sendschreiben war gerichtet an Áqá Muḥammad, einen bedeutenden Gläubigen aus der Stadt Qá’in, der den Ehrennamen Nabíl-i-Akbar erhielt (vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Vorbilder der Treue, Kap. 1: »Nabíl-i-Akbar«). Ein anderer bedeutender Bahá’í aus Qá’in, Mullá Muḥammad-‘Alí, war als Nabíl-i-Qá’iní bekannt (vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Vorbilder der Treue, Kap. 17: » Nabíl von Qá’in«).
9:1
Dies ist ein Lehrbrief, den der Allerbarmer aus dem Reich des Wortes herniedersendet. Er ist fürwahr ein Lebenshauch für die, so im Reiche der Schöpfung wohnen. Verherrlicht sei der Herr aller Welten! In diesem Lehrbrief wird des Mannes gedacht, der den Namen Gottes, seines Herrn, erhöht und in einem gewichtigen Sendschreiben Nabíl genannt ist.
9:2
O Muḥammad!Nach dem Abjad-System hat der Name ›Muḥammad‹ denselben Zahlenwert wie ›Nabíl‹.A Höre auf die Stimme, die vom Reiche der Herrlichkeit ausgeht und laut aus dem himmlischen Baum hoch über dem Lande Za‘faránIn einem Sendschreiben erklärt Bahá’u’lláh: »Der Heilige Baum [Sadrat] ist in einem bestimmten Sinn die Manifestation des einen wahren Gottes, gepriesen sei Er. Der Gesegnete Baum im Lande Za‘farán bezieht sich auf das blühende, selige, heilige, duftende Land, wo dieser Baum gepflanzt worden ist.«.A ruft: »Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Mir, dem Allwissenden, dem Weisen.« Sei du wie der Odem des Allbarmherzigen für die Bäume im Reiche des Seins: Fördere ihr Wachstum durch die Kraft des Namens deines Herrn, der Gerechte, der Allunterrichtete. Unser Wunsch ist es, dich mit allem vertraut zu machen, was dem Volke zur Mahnung dient, damit die Menschen ablegen, was unter ihnen im Schwange ist, und ihr Angesicht Gott, dem Herrn der Aufrichtigen, zukehren.
9:3
Wir ermahnen die Menschheit in diesen Tagen, da das Antlitz der Gerechtigkeit in Staub gehüllt ist, da hoch die Flammen des Unglaubens lodern und das Gewand der Weisheit zerrissen ist, da Ruhe und Treue verebben, Prüfungen und Drangsale aber heftig angeschwollen sind, da Bünde gebrochen und Bande zertrennt werden, da kein Mensch mehr weiß, wie er das Licht von der Finsternis, die Führung vom Irrtum unterscheiden soll.
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