Textzusammenstellung | Ziele der Kindererziehung
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2.60:1
Beachtet, dass die Kinder einer gläubigen Mutter ebenfalls gläubig werden, selbst wenn der Vater den Glauben ablehnt. Wenn die Mutter dagegen nicht glaubt, sind auch die Kinder des Glaubens beraubt, selbst wenn der Vater ein überzeugter und fester Gläubiger ist. Darauf läuft es üblicherweise hinaus bis auf seltene Ausnahmen.
2.60:2
Aus diesem Grunde müssen beide, Väter und Mütter, sorgfältig über ihre kleinen Töchter wachen und sie in der Schule durch hochqualifizierte Lehrerinnen sorgsam ausbilden lassen, damit sie mit den Wissenschaften und Künsten vertraut werden, unterrichtet und ausgebildet in allem, was für das menschliche Leben nötig ist und was einer Familie Trost und Freude bringen wird.
2.60:3
Es ist daher die Pflicht des Geistigen Rates von ‘Ishqábád, in dieser dringlichen Angelegenheit die Führung zu übernehmen, damit er durch die Gnade und Güte Gottes eine Einrichtung schaffe, die für immer und ewig eine Quelle der Sicherheit und des Glückes sein wird.aus einem bisher nicht übersetzten persischen Sendschreiben.Q
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2.61:1
O Dienerinnen der Schönheit Abhá! Euer Brief kam an und, ihn zu lesen, brachte große Freude. Gelobt sei Gott, die Frauen unter den Gläubigen haben Treffen veranstaltet, um zu lernen, wie man den Glauben verbreitet, die süßen Düfte der Lehren verströmt und Pläne für die Erziehung der Kinder aufstellt.
2.61:2
Diese Zusammenkunft muss durch und durch geistig sein. Das bedeutet, die Diskussionen müssen sich darauf beschränken, klare und schlüssige Beweise aufzustellen, dass die Sonne der Wahrheit in der Tat aufgegangen ist. Weiterhin sollten sich die Anwesenden mit allen Möglichkeiten der Mädchenerziehung beschäftigen, mit dem Mädchenunterricht auf verschiedenen Wissensgebieten: Wohlverhalten und ordentliche Lebensführung, Charakterbildung, Keuschheit und Treue, Standhaftigkeit, Kraft, Entschlossenheit, fester Vorsatz; ferner Haushaltsführung, Kindererziehung und was sonst Mädchen besonders brauchen. Aufgezogen in der Hochburg aller Vollkommenheiten, versehen mit dem Schutz eines edlen Charakters, werden diese Mädchen, wenn sie selbst Mütter sind, ihre Kinder von frühester Jugend an zu einem edlen Charakter und zu rechtem Verhalten erziehen.
2.61:3
Lasst sie auch lernen, was der leiblichen Gesundheit dient und wie sie ihre Kinder vor Krankheit schützen können.
2.61:4
Wenn so alles wohl geordnet ist, wird jedes Kind zu einer unvergleichlichen Pflanze in den Gärten des Paradieses Abhá.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 94:1–4.Q
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2.62:1
Heutzutage ist es die Pflicht der Geliebten Gottes und eine gebieterische Aufgabe, die Kinder im Lesen, Schreiben, den verschiedenen Wissensgebieten und der Erweiterung des Bewusstseins zu unterrichten, damit sie täglich auf allen Stufen Fortschritte machen können.
2.62:2
Die Mutter ist der erste Lehrer des Kindes. Denn Kinder sind am Anfang ihres Lebens frisch und zart wie ein junger Zweig und können auf jede gewünschte Weise gebildet werden. Wenn ihr ein Kind dazu erzieht, aufrecht zu sein, wird es aufrecht wachsen, in vollkommenem Gleichmaß. Es ist klar, dass die Mutter der erste Lehrer ist, und sie ist es, die den Charakter und das Verhalten des Kindes festlegt.
2.62:3
Darum wisst, o ihr liebenden Mütter, dass in den Augen Gottes die beste Art, Ihn zu verherrlichen, die Erziehung der Kinder und ihre Ausbildung in allen Vollkommenheiten der Menschheit ist. Es ist keine edlere Tat vorstellbar als diese.aus einem bisher nicht übersetzten persischen Sendschreiben vgl. auch ‘Abdu’l-Bahá, in Briefe und Botschaften, Abs. 114.Q
89
2.63:1
O Dienerinnen des Herrn!
2.63:2
Die geistige Versammlung, die ihr in jener erleuchteten Stadt einberufen habt, ist überaus segensreich. Ihr habt große Anstrengungen unternommen, habt die anderen übertroffen, euch erhoben, an der Heiligen Schwelle zu dienen, und himmlische Gnadengaben erlangt. Nun müsst ihr euch mit allem geistigen Eifer in dieser erleuchteten Versammlung treffen, die Heiligen Schriften vorlesen und des Herrn gedenken. Legt Seine Zeugnisse und Beweise dar. Arbeitet für die Führung der Frauen in jenem Lande, lehrt die jungen Mädchen und Kinder, damit die Mütter ihre Kleinen von frühester Kindheit an sorgfältig erziehen, sie zu einem guten Charakter und hoher Sittlichkeit anleiten, sie zu allen Tugenden der Menschheit führen, die Entwicklung tadelnswerten Betragens verhindern und sie im Schoße der Bahá’í-Erziehung fördern. So sollen diese zarten Kinder am Busen der Erkenntnis und Liebe Gottes genährt werden. So sollen sie wachsen und gedeihen, erzogen in Rechtschaffenheit, menschlicher Würde, Entschlossenheit und im Willen zu Strebsamkeit und Ausdauer. So sollen sie Beständigkeit in allen Dingen lernen, den Willen voranzukommen, Hochherzigkeit und edle Entschlossenheit, Keuschheit und Reinheit des Lebens. So sollen sie fähig werden, was immer sie unternehmen, zu einem erfolgreichen Ende zu führen.
2.63:3
Die Mütter sollten daran denken, dass alles, was Kindererziehung berührt, den Vorrang hat. Sie sollten in dieser Hinsicht jede Anstrengung unternehmen, denn wenn der Zweig grün und zart ist, wird er in jede vorgegebene Richtung wachsen. Darum ist es die Pflicht der Mütter, ihre Kleinen so heranzuziehen, wie ein Gärtner seine jungen Pflanzen pflegt. Tag und Nacht sollen sie sich bemühen, in ihren Kindern Glauben und Gewissheit, Gottesfurcht, Liebe zu dem Geliebten der Welten sowie alle guten Eigenschaften und Charakterzüge zu verankern. Wann immer eine Mutter sieht, dass ihr Kind etwas gut gemacht hat, soll sie es loben, ihre Anerkennung äußern und sein Herz erfreuen. Und wenn sich der kleinste unerwünschte Zug zeigt, soll sie dem Kind raten, die Mittel der Vernunft gebrauchen und erforderlichenfalls das Kind auch durch sanften mündlichen Tadel strafen. Es ist jedoch nicht erlaubt, ein Kind zu schlagen oder es verächtlich zu machen, denn der Charakter des Kindes wird durch Prügel oder Beschimpfung völlig verdorben.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 95:1–2.Q
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2.64:1
O Dienerinnen des Gnädigen! Es ist eure Pflicht, die Kinder vom Säuglingsalter an zu erziehen! Es ist eure Pflicht, ihre Sitten zu veredeln! Es ist eure Pflicht, euch um sie in allem und unter allen Umständen zu kümmern, weil Gott – gelobt und erhaben sei Er – bestimmt hat, dass die Mütter die ersten Erzieher der Kinder und Kleinen sein sollen. Dies ist eine große und wichtige Sache, eine hohe, erhabene Stufe, und es ist in keiner Weise erlaubt, sie zu vernachlässigen!
2.64:2
Wenn du auf diesem geraden Pfad wandeltest, würdest du den Kindern geistig und körperlich eine wahre Mutter werden.‘Abdu’l-Bahá, in: Tablets of ‘Abdu’l-Bahá, Band III, S. 606.Q
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2.65:1
Richte deinem ›Augapfel‹Augapfel – persischer Ausdruck für Kind.A und deinem jüngeren Sohn meine Sehnsucht und meine Grüße aus ... Wahrlich, ich liebe sie beide wie ein mitfühlender Vater seine teuren Kinder liebt. Was dich betrifft, so fühle für sie überreiche Liebe und tue dein Äußerstes, sie zu erziehen, damit sich ihr Wesen durch die Milch der Liebe Gottes entwickeln kann, da es die Pflicht der Eltern ist, ihre Kinder vollkommen und sorgsam zu erziehen.
2.65:2
Es gibt auch bestimmte heilige Pflichten der Kinder ihren Eltern gegenüber. Diese Pflichten sind im Buche Gottes als Gott zugehörig aufgeschrieben.In Fragen und Antworten, einem Anhang zum Kitáb-i-Aqdas, auferlegt Bahá’u’lláh den Kindern die Pflicht, ihren Eltern zu dienen, und sagt kategorisch, dass es für Kinder nach der Erkenntnis der Einheit Gottes die wichtigste aller Pflichten ist, den Rechten ihrer Eltern angemessene Beachtung zu schenken.A Das Wohlergehen der Kinder in dieser Welt und im Königreich hängt vom Wohlgefallen der Eltern ab, und ohne dieses werden sie offensichtlichen Verlust erleiden.Tablets of ‘Abdu’l-Bahá, Band II, S. 262/63.Q
92
2.66:1
O Teurer ‘Abdu’l-Bahás! Sei der Sohn deines Vaters und sei die Frucht jenes Baumes. Sei ein Sohn, der aus seiner Seele und seinem Herzen und nicht nur aus Wasser und Lehm geboren wurde. Ein wahrer Sohn ist jener, der aus dem geistigen Sein eines Mannes entsprungen ist. Ich bitte Gott, dass du zu allen Zeiten bestätigt und gestärkt sein mögest.Tablets of ‘Abdu’l-Bahá, Band II, S. 342.Q
93
2.67:1
O ihr lieben Kinder!
2.67:2
Euer Vater ist mitleidig, nachsichtig und gütig zu euch und wünscht euch Erfolg, Wohlergehen und ewiges Leben im Königreich Gottes. Darum, liebe Kinder, ist es eure Pflicht, sein Wohlgefallen zu suchen und durch seine Führung geleitet zu werden. Seid durch den Magneten der Liebe Gottes angezogen und wachst auf im Schoße Seiner Liebe, auf dass ihr wunderbare Zweige im Garten El-Abhá. werden möget, durch die Überfülle der Gabe Gottes blühend und versorgt.Tablets of ‘Abdu’l-Bahá, Band III, S. 622.Q
94
2.68:1
Es ist die Pflicht der Jugend, in den Fußspuren Ḥakíms einer der hervorragenden Gläubigen aus Qazvín. A zu wandeln und auf seine Weise erzogen zu werden, weil so hervorragende Seelen wie er und seinesgleichen nun zum Königreich Abhá aufgestiegen sind.
2.68:2
Die Jugend muss wachsen, sich entwickeln und den Platz ihrer Väter einnehmen, damit die überreiche Gnade in der Nachkommenschaft eines jeden dieser Geliebten Gottes, der große Leiden ertrug, täglich wachsen möge, bis schließlich ihre Früchte auf Erden und im Himmel eingebracht werden können.aus einem bisher nicht übersetzten persischen Sendschreiben.Q
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2.69:1
Die Sonntagsschule für Kinder, in der die Sendbriefe und Lehren Bahá’u’lláhs gelesen werden und das Wort Gottes den Kindern vorgetragen wird, ist fürwahr ein Segen. Du musst diese organisierte Tätigkeit unaufhörlich fortsetzen und wichtig nehmen, so dass sie Tag für Tag wachse und vom Hauch des Heiligen Geistes gestärkt werde. Sei ganz sicher, dass diese Tätigkeit große Ergebnisse zeitigen wird, wenn sie gut organisiert ist. Festigkeit und Standhaftigkeit sind jedoch nötig; sonst wird sie nur kurz bestehen und allmählich in Vergessenheit geraten. Ausdauer ist eine wesentliche Voraussetzung. Bei jedem Vorhaben werden Festigkeit und Standhaftigkeit zweifelsohne zu guten Ergebnissen führen; sonst besteht es nur ein paar Tage und wird dann wieder aufgegeben.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften, Abs. 124.Q
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2.70:1
O ihr Kinder des Königreiches!
2.70:2
Die Briefe mit euren Fotografien sind angekommen. Das Lesen der Briefe löste die herzlichsten Gefühle aus, und das Anschauen der Bilder ließ mich geistige Freude und Fröhlichkeit fühlen. Gelobt sei Gott, die Briefe zeigten, dass die Angesichter dem Königreich zugewandt sind, und in den Gesichtern war deutlich zu lesen, dass das Licht der Liebe Gottes auf den Stirnen geschrieben steht und strahlt.
2.70:3
Ich bete zu Gott, dass ihr sonntags in dieser Schule himmlisches Wissen erwerben, euch in gütigen Eigenschaften üben und täglich Fortschritte erzielen möget, damit jedes von euch ein makelloser Strauch im göttlichen Rosengarten werde, geschmückt mit vollem Laub, mit Blüten und Früchten.‘Abdu’l-Bahá, Brief an die Kinder der Bahá’í-Schule in Urbana, lllinois, in: The Magazine of The Children oft he Kingdom, vol. I, No. 2 (March, 1920), p. 2.Q
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2.71:1
O ihr jungen Bäume und Pflanzen, makellos und zart, die ihr auf den Wiesen der Führung wachset! O ihr Neuankömmlinge in der Bruderschaft der Wahrheit!
2.71:2
Wenn ihr jetzt auch Schüler seid, so hoffe ich doch, dass ihr durch die Schauer aus den Wolken der Gnade zu Lehrern werdet, dass ihr gleich Blumen und duftenden Kräutern im Garten jenes Wissens blühen werdet, das sowohl vom Verstand als auch vom Herzen kommt; dass jeder von euch gleich einem Baum wachsen möge, rein, frisch, stark und schwerbeladen mit süßen Früchten.
2.71:3
Mögen die verborgenen Bestätigungen Gottes jeden von euch zu einem Quell des Wissens werden lassen. Mögen eure Herzen immer durch die Himmlischen Heerscharen erleuchtet werden. Möge der Tropfen zum großen Meer werden, möge das Staubkorn strahlen wie die leuchtende Sonne.
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