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377Nicht weniger deutlich und eindringlich sind die Botschaften, die Bahá’u’lláh teils in gesonderten Sendschreiben, teils in Seine Schriften eingestreut an die geistlichen Oberhäupter aller Glaubensgemeinschaften der Welt richtete – Botschaften, in denen Er klar und unumwunden die Ansprüche Seiner Offenbarung darlegt, sie ermahnt, Seinem Ruf zu folgen und in einigen besonderen Fällen ihre Verderbtheit sowie ihre grenzenlose Arroganz und Tyrannei anprangert.378In unvergesslichen Abschnitten Seines Kitáb-i-Aqdas und anderer Schriften gebietet Er der gesamten Schar dieser geistlichen Führer, »Gott zu fürchten«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:166 – Anm. d. Hrsg.
Q, ihre Schreibfedern »beiseite zu legen«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der Verheißene Tag ist gekommen 203 – Anm. d. Hrsg.
Q und »sich von eitlen Einbildungen zu befreien und sich dem Horizont der Gewissheit zuzuwenden«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 206 – Anm. d. Hrsg.
Q; warnt sie davor, »Gottes BuchKitáb-i-Aqdas.A … mit Maßstäben und Wissenschaften, wie sie bei euch im Schwange sind«
zu wägen; bezeichnet eben dieses Buch als »die untrügliche Waage, die unter den Menschen aufgestellt ist«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:99 – Anm. d. Hrsg.
; beklagt ihre Blindheit und ihren Eigensinn; streicht Seine Überlegenheit an Weitblick, Einsicht, Ausdruckskraft und Weisheit heraus; spricht von Seinem angeborenen, Ihm von Gott verliehenen Wissen und ermahnt sie, »das Volk nicht durch einen neuen Schleier auszusperren«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:165 – Anm. d. Hrsg.
Q, nachdem Er »die Schleier zerrissen«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:165 – Anm. d. Hrsg.
Q habe; Er wirft ihnen vor, »die Ursache gewesen zu sein, dass der Glaube von Anfang an zurückgewiesen wurde«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:169 – Anm. d. Hrsg.
Q, und beschwört sie, das, was durch Ihn »herabgesandt wurde, mit Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit zu prüfen«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 208 – Anm. d. Hrsg.
Q und »nicht nach dem Maß ihrer Vorstellungen die Wahrheit zu entkräften«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 208 – Anm. d. Hrsg.
Q.379An Papst Pius IX., das unangefochtene Oberhaupt der mächtigsten christlichen Kirche und Inhaber weltlicher und geistlicher Herrschaft, richtete Er, ein Gefangener in der Kaserne der Strafkolonie ‘Akká, ein äußerst gewichtiges Schreiben, in dem Er erklärt: »Er, der König der Könige, ist gekommen, von Wolken überschattet«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:102 – Anm. d. Hrsg.
Q, und »… das Wort, das der Sohn verhüllte, ist offenbar geworden.«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:112 – Anm. d. Hrsg.
Q Er ermahnt ihn, nicht mit Ihm zu streiten, wie einst die Pharisäer mit Jesus Christus, und gebietet ihm, seine Paläste denen zu überlassen, die sie begehren, »den reich verzierten Kirchenschmuck«
in seinem Besitz zu »verkaufen«
und »auf dem Pfade Gottes zu verwenden«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:118 – Anm. d. Hrsg.
Q, »sein Reich den Königen zu übergeben«vgl. Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:118 – Anm. d. Hrsg.
Q, sich »unter den Völkern der Erde … zu erheben«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:105 – Anm. d. Hrsg.
Q und sie zu Seinem Glauben zu rufen. Er betrachtet ihn als eine der »Sonnen am Himmel Seiner Namen«
und mahnt ihn zur Wachsamkeit, damit »Finsternis nicht ihre Schleier über [ihn] breite«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:106 – Anm. d. Hrsg.
; fordert ihn auf, »die Könige«
zu »ermahnen«
, damit sie »gerecht mit den Menschen verfahren«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:118 – Anm. d. Hrsg.
Q, und gibt ihm den Rat, auf den Pfaden seines Herrn zu wandeln und Seinem Beispiel zu folgen.380An die Patriarchen der christlichen Kirche richtete Er einen besonderen Aufruf, in dem Er das Kommen des Verheißenen verkündet; ermahnt sie: »Fürchtet Gott und folgt nicht den eitlen Einbildungen der Abergläubischen. Legt die Dinge beiseite, die ihr besitzt, und haltet euch durch Gottes höchste Macht an Seiner Tafel fest.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 251, S. 155 (neu übersetzt)[das bildet nicht exakt den englischen Text ab.] – Anm. d. Hrsg.
Q Den christlichen Erzbischöfen verkündet Er in ähnlicher Weise, dass »Er, der Herr aller Menschen, erschienen ist«
und sie »zu den Toten gezählt«
werden, dass aber die Glückseligkeit dessen groß sei, »der durch Gottes Hauch erweckt ist und in Seinem klaren Namen von den Toten auferstanden ist«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 252, S. 155 (neu übersetzt) – Anm. d. Hrsg.
Q. In Abschnitten an die christlichen Bischöfe verkündet Er, dass »der ewige Vater laut zwischen Erde und Himmel ruft«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 253, S. 155 – Anm. d. Hrsg.
Q; nennt sie die gefallenen Sterne am Himmel Seiner Erkenntnis und bekräftigt, dass Sein Leib »sich nach dem Kreuz sehnt«
und Sein Haupt »den Speer auf dem Pfade des Allbarmherzigen begehrt«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 253, S. 155 – Anm. d. Hrsg.
Q. Der Schar der christlichen Priester gebietet Er: »Lasst die Glocken und dann kommt aus euren Kirchen«
, ermahnt sie, »den Größten Namen laut unter den Völkern zu verkünden«
, und versichert ihnen, dass jeder, der die Menschen in Seinem Namen herbeiruft, verkünden wird, »was die Macht von allem, was auf Erden ist, übersteigt«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Aqdas in: Botschaften aus ‘Akká 2:12 – Anm. d. Hrsg.
; hält ihnen warnend vor Augen, dass »der Tag der Abrechnung gekommen ist«
, und gibt ihnen den Rat, ihre Herzen ihrem »Herrn, dem Vergebenden, dem Großmütigen«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen, Abs. 254 – Anm. d. Hrsg.
Q zuzuwenden. In vielen Textstellen richtet Er sich an die »Schar der Mönche«vgl. Bahá’u’lláh, Súrih of the Pen, in: Days of Remembrance 23:12, Lawḥ-i-Páp in: Anspruch und Verkündigung 1:111, Lawḥ-i-Napulyún II in: Anspruch und Verkündigung 1:136, 1:154, Lawḥ-i-Aqdas, in: Botschaften aus ‘Akká 2:15 – Anm. d. Hrsg.Q, gebietet ihnen sich nicht in Kirchen und Klöstern einzuschließen, sondern sich mit dem zu befassen, was ihren eigenen Seelen und den Seelen der Menschen nützt, fordert sie auf, in den Ehestand zu treten, und versichert ihnen, dass Er sie, wenn sie Ihm folgen, zu Erben Seines Reiches machen werde, sollten sie sich aber gegen Ihn versündigen, werde Er dies in Seiner Langmut geduldig tragen.381Und schließlich identifiziert Er sich in mehreren an die gesamte Christenheit gerichteten Abschnitten mit dem »Vater«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:112, 1:113 – Anm. d. Hrsg.
Q, von dem Jesaja sprach, mit dem »Tröster«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:122 – Anm. d. Hrsg.
Q, dessen Bund der GeistJesus.A Selbst errichtete, und mit dem »Geist der Wahrheit«
, der sie »in alle Wahrheit leiten«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Aqdas, in: Botschaften aus ‘Akká 2:10 – Anm. d. Hrsg.
Q werde; verkündet Seinen Tag als den Tag Gottes; verheißt das Einmünden des Jordans in das »Größte Meer«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Aqdas, in: Botschaften aus ‘Akká 2:7 – Anm. d. Hrsg.
Q; weist auf ihre Achtlosigkeit hin und auf Seinen Anspruch, ihnen die »Tore des Königreichs«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Aqdas, in: Botschaften aus ‘Akká 2:6 – Anm. d. Hrsg.
Q geöffnet zu haben; versichert, dass der verheißene »Tempel«
durch »die Hand des Willens«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 113, S. 81 – Anm. d. Hrsg.
Q ihres Herrn, des Machtvollen, des Gütigen, erbaut worden ist, und lädt sie ein, »die Schleier zu zerreißen«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:127, 1:128 – Anm. d. Hrsg.
Q und in Seinem Namen Sein Reich zu betreten; erinnert an die Worte, die Jesus an Petrus richtete, und versichert ihnen, dass Er sie, wenn sie Ihm folgen wollten, zu »Lebensspendern der Menschheit«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Páp, in: Anspruch und Verkündigung 1:129 – Anm. d. Hrsg.
Q machen werde.382Der gesamten muslimischen Geistlichkeit widmete Bahá’u’lláh eigens unzählige Abschnitte Seiner Bücher und Schriften, in denen Er mit heftigen Worten ihre Grausamkeit brandmarkt, ihren Hochmut und ihr anmaßendes Wesen verurteilt und sie auffordert, ihren Besitz aufzugeben, Frieden zu wahren und auf Seine Worte zu hören; Er stellt fest, dass um ihrer Taten willen »die erhabene Stufe des Volkes erniedrigt, die Standarte des Islám umgestoßen und sein mächtiger Thron gestürzt«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:46, Der verheißene Tag ist gekommen 153, S. 101 – Anm. d. Hrsg.
Q wurde; mit vernichtenden Worten, in denen Er ihre Taten verurteilt, spricht Er die »Schar der persischen Geistlichen«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 222 – Anm. d. Hrsg.
Q an und prophezeit, dass »ihr Ruhm sich in jämmerlichste Erniedrigung verwandeln«
werde und sie »die Strafe sehen«
werden, »wie es von Gott, dem Verordner, dem Allweisen, beschlossen wurde«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 222, S. 139 – Anm. d. Hrsg.
Q.383Dem jüdischen Volk verkündet Er, dass das größte Gesetz gekommen ist, dass »die Urewige Schönheit auf dem Throne Davids herrscht«
– David, der laut ausruft und Seinen Namen beschwört –, dass »von Zion erschienen ist, was verborgen war«
, und dass »von Jerusalem die Stimme Gottes, des Einen, des Unvergleichlichen, des Allwissenden, gehört worden ist«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 191, S. 121 – Anm. d. Hrsg.
Q.384Den »Hohepriestern«
des zoroastrischen Glaubens verkündet Er zudem, dass »der unvergleichliche Freund«
offenbart ist, dass Er »Worte spricht, in denen Erlösung ruht«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Haft-Pursish, in Tabernakel der Einheit 3:4 – Anm. d. Hrsg.
Q, dass »die Hand der Allmacht aus den Wolken ausgestreckt ist«Bahá’u’lláh, in Tabernakel der Einheit 5:11 – Anm. d. Hrsg.
Q, und dass die Zeichen Seiner Erhabenheit und Größe enthüllt sind; und Er verkündet, dass »keines Menschen Taten angenommen werden an diesem Tage, es sei denn, er entsage der Menschheit und allem, was Menschen besitzen, und wende sein Antlitz dem Allmächtigen zu.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 192, S. 122–123 – Anm. d. Hrsg.
Q385Einige der gewichtigsten Abschnitte Seines Sendschreibens an Königin Victoria sind an die Mitglieder des britischen Gesetzgebungsorgans, der Mutter der Parlamente, sowie an die gewählten Volksvertreter anderer Länder gerichtet. Darin bekräftigt Er Sein Ziel, die Welt zu beleben und ihre Völker zu einen; spricht davon, wie Ihn Seine Feinde behandelten; fordert die Gesetzgeber auf, »miteinander zu beraten«
und sich nur mit dem zu befassen, »was der Menschheit nützt«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Malikih, in: Anspruch und Verkündigung 1:174 – Anm. d. Hrsg.
Q. Er stellt fest, dass »das mächtigste Mittel … für die Heilung der Welt … die Vereinigung aller Völker in einer allumfassenden Sache, in einem gemeinsamen Glauben«
sei, und dass »nur ein allmächtiger, erleuchteter Arzt die Fähigkeit hat, diese Einheit zu stiften«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Malikih, in: Anspruch und Verkündigung 1:176 – Anm. d. Hrsg.
Q. Darüber hinaus schreibt Er in Seinem Heiligsten Buch die Annahme einer einzigen Sprache vor und die Einführung einer gemeinsamen Schrift für alle Menschen – eine Weisung, von der er in diesem Buch sagt, dass sie eines der Zeichen für die »Mündigkeit des Menschengeschlechts«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:189 – Anm. d. Hrsg.
Q sein wird, sobald sie erfüllt ist.386Nicht weniger bedeutsam sind die Worte, die Er gezielt an das »Volk des Bayán«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:137, 1:140, 1:176, u.a – Anm. d. Hrsg.Q, an die Weisen dieser Erde, an ihre Dichter und Literaten, ihre Mystiker und sogar an ihre Kaufleute richtet, womit Er sie auffordert, auf Seine Stimme zu hören, Seinen Tag zu erkennen und Seinem Gebot zu folgen.387Zusammen sind das die Hauptpunkte der historischen Verkündigung, die ihren Anfang nahm während der letzten Zeit der Verbannung Bahá’u’lláhs nach Adrianopel und die in den ersten Jahren Seiner Haft in der Gefängnisfestung ‘Akká abgeschlossen wurde. Könige und Kaiser, einzeln und insgesamt; die Präsidenten der Republiken des amerikanischen Kontinents; Minister und Gesandte; der Papst; der Statthalter des Propheten des Islám; der königliche Treuhänder des Königreichs des verborgenen Imám; die Monarchen der Christenheit, ihre Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Mönche; die anerkannten Oberhäupter der sunnítischen wie der shí‘itischen Geistlichkeit; die Hohepriester der zoroastrischen Religion; die Philosophen, die geistlichen Führer, die Gelehrten und die Bewohner von Konstantinopel, dem stolzen Sitz des Sulṭánats und des Kalifats; die gesamte Schar der zoroastrischen, jüdischen, christlichen und muslimischen Gläubigen; das Volk des Bayán; die Weisen dieser Erde, ihre Schriftsteller, Dichter, Mystiker, Kaufleute und gewählten Volksvertreter; Seine eigenen Landsleute – sie alle waren in Seinen Büchern, Briefen und Sendschreiben das eine oder andere Mal unmittelbares Ziel Seiner Ermahnungen, Warnungen, Aufrufe, Erklärungen und Prophezeiungen, die das Thema Seines gewichtigen Aufrufs an die Führer der Menschheit bilden, ein Aufruf, der in den Annalen sämtlicher früherer Religionen nicht seinesgleichen hat und zu dem lediglich die Botschaften, die der Prophet des Islám an einige Seiner zeitgenössischen Herrscher richtete, eine leise Ähnlichkeit aufweisen.388»Seit Anbeginn der Welt«
, bekräftigt Bahá’u’lláh, »ist niemals eine Botschaft so offen verkündet worden.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der Verheißene Tag ist gekommen 111 – Anm. d. Hrsg.
Q Bezüglich Seiner Sendschreiben an die Herrscher der Welt, die ‘Abdu’l-Bahá als »Wunder«‘Abdu’l-Bahá,. preist, schreibt Er: »Ein jedes von ihnen ist mit einem besonderen Namen bezeichnet worden. Das erste wurde ›Das Dröhnen‹ genannt, das zweite ›Der Stoß‹, das dritte ›Das Unvermeidliche‹, das vierte ›Das Eindeutige‹, das fünfte ›Der Zusammenbruch‹. Die übrigen erhielten die Namen ›Der betäubende Trompetenstoß‹, ›Das nahende Ereignis‹, ›Der große Schrecken‹, ›Die Trompete‹, ›Das Signalhorn‹ und dergleichen, sodass alle Völker der Erde mit Gewissheit erkennen und mit äußeren und inneren Augen Zeuge sind, dass Er, der Herr der Namen, unter allen Umständen und über alle Menschen geherrscht hat und weiterhin herrschen wird.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 111, S. 79 – Anm. d. Hrsg.
Q Die bedeutsamsten dieser Sendschreiben ließ Er zusammen mit der berühmten Súriy-i-Haykalder Súrih vom Tempel.A in Form eines Pentagramms niederschreiben, als Symbol für den menschlichen Tempel, den Er in einem Sendschreiben an die Christen mit dem »Tempel«Sach. 6:9, 6:15, 8:9 – Anm. d. Hrsg.
Q gleichsetzt, den der Prophet Sacharja erwähnt, und den Er als »den strahlenden Aufgangsort des Allbarmherzigen« bezeichnet, den »die machtvollen Hände Dessen, der Urheber aller Dinge ist«, erbaut haben.389So einzigartig und verblüffend diese Verkündigung auch war, so erwies sie sich doch nur als Auftakt zu einer noch mächtigeren Offenbarung der Schöpferkraft ihres Urhebers, als Auftakt zu dem wohl bedeutsamsten Schritt Seiner Sendung – der Offenbarung des Kitáb-i-Aqdas. Dieses Werk, auf das schon im Kitáb-i-Íqán hingewiesen wurde, ist der Hauptquell des Gesetzes, das der Prophet Jesaja vorausgesehen hatte und das der Verfasser der Apokalypse den »neuen Himmel«
und die »neue Erde«Offb. 21:1 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die Stiftshütte Gottes«Offb. 21:3 – Anm. d. Hrsg.
Q, die »Heilige Stadt«Offb. 21:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, die »Braut«Offb. 21:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, das »von Gott herabkommende Neue Jerusalem«Offb. 21:2 – Anm. d. Hrsg.
Q nannte; dieses »Heiligste Buch«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, Ishráqát, in: Botschaften aus ‘Akká 15:9, 8:58 – Anm. d. Hrsg.
Q, dessen Bestimmungen mindestens tausend Jahre gelten und dessen System den gesamten Erdkreis umfassen wird, darf wohl als die strahlendste Ausgießung des Geistes Bahá’u’lláhs, als das Mutterbuch Seiner Sendung, die Charta Seiner neuen Weltordnung angesehen werden.390Offenbart kurz nach Bahá’u’lláhs Überstellung in das Haus von ‘Údí Khammárum 1873.A, in einer Zeit voller Drangsal, verursacht durch die Taten Seiner Feinde, aber auch der bekennenden Anhänger Seines Glaubens, sticht dieses Buch, diese Schatzkammer der unschätzbaren Perlen Seiner Offenbarung, durch die Grundsätze, die es enthält, durch die Institutionen der Gemeindeordnung, die es vorschreibt, und durch die Funktion, die es dem ernannten Nachfolger des Verfassers überträgt, als einzigartig und unvergleichlich unter den heiligen Schriften der Welt hervor. Denn anders als das Alte Testament und die früheren Heiligen Bücher, in denen die ursprünglich vom Propheten selbst erlassenen Gebote nicht vorhanden sind; anders als die Evangelien, in denen die wenigen Worte, die Jesus Christus zugeschrieben werden, keine klare Weisung für die künftige Verwaltung der Angelegenheiten Seines Glaubens bieten; sogar anders als der Qur’án, der zwar sehr konkret in den Gesetzen und Verordnungen ist, die der Apostel Gottes darlegt, aber zur höchst bedeutsamen Frage der Nachfolge schweigt, wurde das Kitáb-i-Aqdas vom ersten bis zum letzten Wort vom Stifter des Bahá’í-Glaubens offenbart und bewahrt der Nachwelt nicht nur die Gesetze und Gebote, auf denen der Bau Seiner künftigen Weltordnung ruhen wird, es verordnet auch neben der Aufgabe der Auslegung, die es Seinem Nachfolger überträgt, die notwendigen Institutionen, die allein die Einheit und Unversehrtheit des Glaubens zu sichern vermögen.391In dieser Charta der künftigen Weltkultur verkündet ihr Verfasser – zugleich Richter, Gesetzgeber, Vereiniger und Erlöser der Menschheit – den Königen der Erde, dass das »Größte Gesetz«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:81 – Anm. d. Hrsg.
Q erlassen wurde; nennt sie Seine Vasallen und sich selbst den »König der Könige«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:82 – Anm. d. Hrsg.
Q; weist jede Absicht von sich, Hand an ihre Reiche zu legen, behält sich aber das Recht vor, »von den Herzen der Menschen Besitz zu ergreifen«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:83 – Anm. d. Hrsg.
Q; warnt die Geistlichen in aller Welt davor, das »Buch Gottes«
nach Maßstäben zu beurteilen, die bei ihnen im Schwange sind, und versichert, dass das Buch selbst die »untrügliche Waage«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:99 – Anm. d. Hrsg.
Q für die Menschen ist. Er stiftet darin in aller Form das »Haus der Gerechtigkeit«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:30, siehe auch: 1:21, 1:22, 1:42, 1:48, 1:49 – Anm. d. Hrsg.
Q, umreißt seine Aufgaben, bestimmt seine Einkünfte und bezeichnet seine Mitglieder als »die Männer der Gerechtigkeit«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:52 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die Bevollmächtigten Gottes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:147 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die Treuhänder des Allbarmherzigen«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:21 – Anm. d. Hrsg.
Q; spricht andeutungsweise vom künftigen Mittelpunkt Seines Bundes, dem Er die Funktion überträgt, Seine heilige Schrift auszulegen; sieht implizit die Institution des Hütertums vor; bezeugt den umwälzenden Einfluss Seiner Weltordnung, formuliert die Lehre von der »Größten Unfehlbarkeit«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:47 – Anm. d. Hrsg.
Q, bekräftigt, dass diese Unfehlbarkeit ausschließlich den Propheten zu eigen ist, und schließt jede Möglichkeit aus, dass vor Ablauf von tausend Jahren eine weitere Manifestation Gottes erscheint.392Er verfügt in diesem Buch überdies die Pflichtgebete; legt die Zeit für das Fasten fest; verbietet – das Totengebet ausgenommen – das Gemeinschaftsgebet; bestimmt die Qiblih und das Ḥuqúqu’lláhdas Recht Gottes.A; formuliert das Erbrecht; verfügt die Einrichtung des Mashriqu’l-Adhkár; ordnet das Neunzehntagefest, die Bahá’í-Feiertage und die Schalttage an; schafft das Priestertum ab, verbietet Sklavenhandel, Asketentum, Bettelei, Mönchtum, die Beichte, den Gebrauch von Kanzeln und den Handkuss; schreibt die Einehe vor; verurteilt Tierquälerei, Müßiggang und Faulheit, üble Nachrede und Verleumdung; missbilligt die Scheidung; verbietet das Glücksspiel, den Genuss von Opium, Wein und anderen berauschenden Getränken; bestimmt die Strafen für die vorsätzliche Tötung eines Menschen, für Brandstiftung, unehelichen Beischlaf und Diebstahl; betont die Bedeutung der Ehe und regelt deren Rechtsgrundlagen; verpflichtet jedermann zur Ausübung eines Gewerbes oder Berufes und erhebt solche Arbeit in den Rang des Gottesdienstes; betont die Notwendigkeit, die erforderlichen Mittel für die Kindererziehung aufzubringen; und verpflichtet jedermann, ein Testament zu schreiben und der Regierung strikten Gehorsam zu leisten.393Zusätzlich zu diesen Vorkehrungen ermahnt Bahá’u’lláh Sein Volk, mit den Gläubigen aller Religionen unterschiedslos herzliche und einträchtige Gemeinschaft zu pflegen; warnt sie vor Fanatismus, Aufruhr, Stolz, Wortstreit und Rechthaberei und verlangt von ihnen makellose Reinheit, unbedingte Wahrhaftigkeit, untadelige Keuschheit, Vertrauenswürdigkeit, Gastfreundschaft, Treue, Höflichkeit, Langmut und Gerechtigkeit. Er rät ihnen, »wie die Finger einer Hand«
, wie »die Glieder eines Leibes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:58 – Anm. d. Hrsg.
Q zu sein, ruft sie auf, sich zu erheben, um Seiner Sache zu dienen, und sichert ihnen Seinen unverbrüchlichen Beistand zu. Des weiteren äußert Er sich über die Unbeständigkeit der Verhältnisse auf Erden und verkündet, dass wahre Freiheit in der Unterwerfung unter Sein Gebot bestehe. Er warnt vor falscher Nachsicht in der Anwendung Seiner Gesetze und konstituiert die beiden untrennbaren Pflichten, den »Tagesanbruch der Offenbarung Gottes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:1 – Anm. d. Hrsg.
Q anzuerkennen und alle Seine Gebote zu befolgen. Dabei stellt Er klar, dass nur die Erfüllung beider Pflichten von Gott angenommen wird.394Der eindringliche Aufruf an die Präsidenten der amerikanischen Republiken, am Tage Gottes die Gelegenheit zu ergreifen und für die Sache der Gerechtigkeit einzutreten; die Aufforderung an die Mitglieder der Parlamente in aller Welt, eine einheitliche Sprache und Schrift anzunehmen; Seine Warnungen an Wilhelm I., den Bezwinger Napoleons III.; der Tadel, den Er an Franz Joseph, den Kaiser von Österreich, richtete; Sein Hinweis auf das »Wehklagen Berlins«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:90 – Anm. d. Hrsg.
Q in Seinen Worten an die »Ufer des Rheins«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:90 – Anm. d. Hrsg.
Q; Seine Verurteilung des »Throns der Tyrannei«
in Konstantinopel; die Vorhersage des Verlöschens des »äußeren Glanzes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:89 – Anm. d. Hrsg.
Q dieser Stadt und der Trübsale für ihre Bewohner; die Worte der Ermunterung und des Trostes für Seine Heimatstadt, der Er versichert, Gott habe sie »zum Quell der Freude für die ganze Menschheit auserkoren«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:91 – Anm. d. Hrsg.
Q; Seine Prophezeiung, »die Helden von Khurásán werden«
zur Verherrlichung ihres Herrn »die Stimme erheben«vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:94 – Anm. d. Hrsg.
Q; Seine Versicherung, dass »Menschen von großem Heldenmut«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:164 – Anm. d. Hrsg.
Q in Kirmán erweckt werden, von Ihm zu künden; und schließlich Seine großmütige Zusicherung an Seinen treulosen Bruder, der Ihm solche Pein bereitete, der »immervergebende, allgütige«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:184 – Anm. d. Hrsg.
Q Gott werde ihm seine Sünden verzeihen, wenn er sie nur bereue – all dies bereichert den Inhalt eines Buches, das sein Verfasser als »Quell wahren Glücks«Bahá’u’lláh,.
, als »untrügliche Waage«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:99 – Anm. d. Hrsg.
Q, als »der Gerade Pfad«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:14 – Anm. d. Hrsg.
Q, als »Lebensspender der Menschheit«Bahá’u’lláh,.
bezeichnet. 395Die Gesetze und Gebote, die das Hauptthema dieses Buches bilden, nennt Bahá’u’lláh »den Lebensodem für alles Erschaffene«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, »die mächtigste Festung«Bahá’u’lláh, Tajallíyát, in: Botschaften aus ‘Akká 5:10 – Anm. d. Hrsg.
Q, »Früchte« an Seinem »Baume«Bahá’u’lláh, »das beste Mittel, die Ordnung in der Welt zu erhalten und die Sicherheit ihrer Völker zu bewahren«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:2 – Anm. d. Hrsg.
Q, »Lampen Seiner Weisheit und liebevollen Vorsehung«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:29 – Anm. d. Hrsg.
Q, den »süßen Duft Seines Gewandes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:4 – Anm. d. Hrsg.
Q und die »Schlüssel«
zu Seiner »Gnade«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:3 – Anm. d. Hrsg.
Q für Seine Geschöpfe. »Dieses Buch«
, bezeugt Er, »ist ein Himmel, den Wir mit den Sternen Unserer Gebote und Verbote geschmückt haben.«Bahá’u’lláh,.
»Selig«
, bestätigt Er weiterhin, »wer es liest und über seine Verse nachdenkt, herabgesandt von Gott, dem Herrn der Kraft, dem Allmächtigen. Sprich: O Menschen! Haltet euch daran mit der Hand der Ergebung. … Bei Meinem Leben! Solcherart ward es herabgesandt, dass der Menschengeist darob in Staunen gerät. Wahrlich, es ist Mein gewichtigstes Zeugnis für alle Menschen, des Allerbarmers Beweis für alle im Himmel und auf Erden.«Bahá’u’lláh,.
Und wiederum: »Selig der Gaumen, der seine Süße schmeckt, und das schauende Auge, das erkennt, was darinnen verwahrt ist, und das verstehende Herz, das seine verschlüsselten Hinweise und Mysterien erfasst. Bei Gott! So groß ist die Majestät des darin Offenbarten, so gewaltig die Offenbarung seiner verschleierten Hinweise, dass der Sprache die Lenden erbeben beim Versuch, sie zu beschreiben.«Bahá’u’lláh,.
Und schließlich: »Das Kitáb-i-Aqdas ist so offenbart, dass es alle göttlich bestimmten Sendungen anzieht und umfasst. Selig, wer es gründlich liest! Selig, wer es begreift! Selig, wer darüber meditiert! Selig, wer über seine Bedeutung nachdenkt! So groß ist seine Wirkung, dass es alle Menschen erfasst, noch ehe sie es erkennen. Binnen kurzem werden seine souveräne Gewalt, sein alldurchdringender Einfluss und die Größe seiner Macht auf Erden offenbar werden.«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Siyyid-i-Mihdíy-i-Dahají, in: Botschaften aus ‘Akká 13:19 – Anm. d. Hrsg.
Q396Nachdem Bahá’u’lláh im Kitáb-i-Aqdas die grundlegenden Gesetze Seiner Sendung formuliert hatte, verkündete Er gegen Ende Seines göttlichen Auftrags bestimmte Vorschriften und Grundsätze, die ebenfalls zum innersten Kern Seines Glaubens gehören. Er bekräftigte erneut die schon früher verkündeten Wahrheiten, entwickelte und erläuterte einige von Ihm erlassene Gesetze, offenbarte weitere Prophezeiungen und Warnungen und erließ ergänzende Bestimmungen zu den Vorschriften Seines Heiligsten Buches. All dies wurde in zahlreichen Sendschreiben niedergelegt, die Er bis in Seine letzten Lebenstage offenbarte, unter ihnen zählen IshráqátPracht [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 8].A, Bishárátfrohe Botschaften [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 3].A, ṬarázátSchmuck [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 4].A, TajallíyátStrahlenglanz [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 5].A, Kalimát-i-FirdawsíyyihWorte des Paradieses [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 6].A, Lawḥ-i-Aqdasdie Heiligste Tafel [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 2].A, Lawḥ-i-DunyáTafel über die Welt [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 7].A und Lawḥ-i-MaqṣúdSendschreiben an Maqṣúd [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 11].A zu den bemerkenswertesten. Diese machtvollen letzten Sendschreiben, die Seiner unermüdlichen Feder entströmten, müssen zu den erlesensten Früchten Seines Geistes gezählt werden und kennzeichnen die Vollendung Seiner vierzig Jahre dauernden Amtszeit.397Von den Prinzipien, die in diesen Sendschreiben verankert sind, ist das wesentlichste das Prinzip der Einheit und Ganzheit des Menschengeschlechts, das man wohl als das Hauptmerkmal der Offenbarung Bahá’u’lláhs und den Angelpunkt Seiner Lehre betrachten darf. Das Prinzip der Einheit ist von so grundlegender Bedeutung, dass Er im Buch Seines Bundes ausdrücklich darauf hinweist und es vorbehaltlos als das zentrale Ziel Seines Glaubens bezeichnet. Er verkündet: »Wahrlich, Wir sind gekommen, um alle Erdenbewohner zu vereinen und zusammenzuführen.«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 41, S. 36 – Anm. d. Hrsg.
Q Ferner stellt Er fest: »So mächtig ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Erde erleuchten kann.«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 19, S. 29 – Anm. d. Hrsg.
Q Und in Bezug auf dieses Hauptthema Seiner Offenbarung schreibt Er: »Einmal sprachen Wir in der Sprache des Gesetzgebers, ein anderes Mal in der Sprache des Wahrheitssuchers und des Mystikers; aber immer war es Unsere höchste Absicht und Unser größter Wunsch, die Herrlichkeit und Erhabenheit dieser Stufe zu enthüllen.«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 20, S. 29 – Anm. d. Hrsg.
Q Einheit, stellt Er fest, ist das Ziel, das »alle Ziele übertrifft«
, ein Streben, das »der Fürst allen Strebens«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 20, S. 29 – Anm. d. Hrsg.
Q ist. »Die Erde«
, verkündet Er, »ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:12 – Anm. d. Hrsg.
Q Und er bekräftigt, dass die Vereinigung der Menschheit, diese letzte Stufe der Menschheit in ihrer Entwicklung hin zur Reife, unabwendbar ist, dass »die heutige Ordnung«
bald »aufgerollt«
und »eine neue an ihrer Statt entfaltet werden«Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 4:2 – Anm. d. Hrsg.
Q wird, dass »die ganze Erde jetzt schwanger ist«
und »der Tag herannaht, da sie ihre edelsten Früchte hervorgebracht haben wird, da ihr die höchsten Bäume und die bezauberndsten Blüten und himmlischsten Segnungen entsprossen sein werden.«Bahá’u’lláh, also qutoed by Shoghi Effendi in: Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:21 – Anm. d. Hrsg.
Q Er beklagt die Mangelhaftigkeit der bestehenden Ordnung, legt dar, wie unzulänglich der Patriotismus als maßgebliche und lenkende Kraft für die menschliche Gesellschaft ist, und betrachtet die »Liebe zur Menschheit«Bahá’u’lláh,.
und den Dienst zu deren Wohl als die wertvollsten und lobenswertesten Ziele menschlichen Bemühens. Er beklagt ferner, dass »die Lebenskraft des Gottesglaubens in allen Landen ausstirbt«Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 99:1 – Anm. d. Hrsg.
Q und dass das »Antlitz der Welt«
auf »Eigensinn und Unglauben«Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 61:1 – Anm. d. Hrsg.
Q gerichtet ist; verkündet dass die Religion »ein strahlendes Licht und eine uneinnehmbare Festung zum Schutz und zur Wohlfahrt der Völker der Welt«Bahá’u’lláh, Ishráqát, in: Botschaften aus ‘Akká 8:51 – Anm. d. Hrsg.
Q ist und »das wichtigste Mittel für die Errichtung der Ordnung in der Welt«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:18 – Anm. d. Hrsg.
Q; bekräftigt, dass ihr Hauptzweck ist, Einigkeit und Eintracht unter den Menschen zu fördern, und warnt davor, sie zu »einer Quelle der Zwietracht, der Uneinigkeit und des Hasses«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:14 – Anm. d. Hrsg.
Q zu machen; befiehlt, dass den Kindern in den Schulen ihre Prinzipien auf eine Weise gelehrt werden, die weder Vorurteile noch Fanatismus bewirkt; schreibt den »Starrsinn der Gottlosen«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:18 – Anm. d. Hrsg.
Q dem »Niedergang der Religion«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:18 – Anm. d. Hrsg.
Q zu und sagt solch schwere »Katastrophen«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:26: – Anm. d. Hrsg.
Q voraus, dass »der Menschheit Glieder zittern werden«Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 61:1 – Anm. d. Hrsg.
Q.398Er drängt nachdrücklich auf das Prinzip der kollektiven Sicherheit und empfiehlt die Beschränkung der nationalen Rüstungen; und verkündet, es sei unumgänglich und notwendig, eine Weltkonferenz einzuberufen, auf der die Könige und Herrscher der Welt über die Errichtung von Frieden unter den Nationen beraten.399Die Gerechtigkeit preist Er als das »Licht«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:25, Brief an den Sohn des Wolfes 56, S. 42 – Anm. d. Hrsg.
Q der Menschen und als ihren »Wächter«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 15, S. 28 – Anm. d. Hrsg.
Q; erklärt »sie offenbart die Geheimnisse der Welt des Seins und ist die Bannerträgerin der Liebe und Großmut«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 56, S. 42 – Anm. d. Hrsg.
Q; spricht von ihrem unvergleichlichen Glanz und verkündet, dass »die Ordnung der Welt und die Ruhe der Menschheit«Bahá’u’lláh, in Shoghi Effendi, Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit 42 – Anm. d. Hrsg.
Q auf ihr beruhen muss. Er bezeichnet ihre »zwei Säulen«
– »Lohn und Strafe«
– als »die Lebensquellen«Bahá’u’lláh, Bishárát, in: Botschaften aus ‘Akká 3:23 – Anm. d. Hrsg.
Q für das Menschengeschlecht; ermahnt die Völker der Erde auf, sich in Erwartung ihres Kommens zu bemühen; und sagt voraus, dass ihre Sonne nach einer Zeit großer Unruhe und schwerer Ungerechtigkeit in voller Pracht und Herrlichkeit leuchten werde.400Weiter prägt Er den Grundsatz der »Mäßigung in allen Dingen«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:18 – Anm. d. Hrsg.
Q und erklärt, dass alles, sei es »Freiheit, Zivilisation und dergleichen«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:18 – Anm. d. Hrsg.
Q, sobald es »die Grenzen der Mäßigung überschreitet«
, »verderblichen Einfluss auf die Menschen haben«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:18 – Anm. d. Hrsg.
Q muss; stellt fest, dass die westliche Art der Zivilisation die Völker der Welt zutiefst beunruhigt und ängstigt; und prophezeit, dass der Tag naht, an dem die »Flamme«Bahá’u’lláh, in. Ährenlese 164:2 – Anm. d. Hrsg.
Q einer »ins Übermaß gesteigerten«
Zivilisation »die Städte verschlingen«Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 164:2 – Anm. d. Hrsg.
Q wird.401Die Beratung macht Er zu einem der Hauptgrundsätze Seines Glaubens; Er beschreibt sie als »die Lampe der Führung«
, »die Quelle des Verstehens«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:15 – Anm. d. Hrsg.
Q und eine der beiden »Leuchten«
am »Himmel göttlicher Weisheit«Bahá’u’lláh, Ishráqát, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 8:53, 11:15 – Anm. d. Hrsg.
Q. Wissen, sagt Er, gleicht den »Flügeln für des Menschen Leben, einer Leiter für seinen Aufstieg«Bahá’u’lláh, Tajallíyát, in: Botschaften aus ‘Akká 5:13 – Anm. d. Hrsg.
Q; es zu erwerben, ist »jedermanns Pflicht«Bahá’u’lláh, Tajallíyát, in: Botschaften aus ‘Akká 5:13 – Anm. d. Hrsg.
Q. »Künste, Gewerbe und Wissenschaften«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 47 – Anm. d. Hrsg.
Q betrachtet Er als wichtig, um die bestehende Welt zu verbessern; lobt den Wohlstand, der durch Ausübung eines Handwerks oder sonstigen Berufs erworben wird; würdigt, was die Völker ihren Wissenschaftlern und Handwerkern schuldig sind, und rät vom Studium solcher Wissenschaften ab, die für die Menschen nutzlos sind und die »mit Worten anfangen und mit Worten enden«Bahá’u’lláh, Tajallíyát, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 5:13, 11:17 – Anm. d. Hrsg.
Q.402Er betont weiter die Vorschrift, mit allen Menschen »im Geiste der Freundlichkeit und der Verbundenheit«
zu »verkehren«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 21 – Anm. d. Hrsg.
Q, und gibt zu verstehen, dass ein solcher Umgang zu »Einheit und Eintracht«Bahá’u’lláh, Ṭarázát, in: Botschaften aus ‘Akká 4:10 – Anm. d. Hrsg.
Q führt, die, so bekräftigt Er, Ordnung in der Welt bewirken und die Nationen voranbringen. Wiederholt betont Er die Notwendigkeit einer universalen Sprache und Schrift, bedauert die Zeitvergeudung für das Erlernen verschiedener Sprachen, und versichert, dass mit der Einführung einer solchen Sprache und Schrift die ganze Welt als »eine einzige Stadt, ein einziges Land«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:29 – Anm. d. Hrsg.
Q betrachtet werden wird; behauptet, beide zu kennen, und erklärt sich bereit, Sein Wissen jedem weiterzugeben, der Ihn danach frage.403Den Treuhändern des Hauses der Gerechtigkeit überträgt Er die Verantwortung für die Gesetzgebung in Angelegenheiten, die in Seinen Schriften nicht ausdrücklich behandelt sind, und Er verspricht, dass Gott »ihnen alles eingeben«
wird, »was Er will«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:28 – Anm. d. Hrsg.
Q. Als verdienstvolle Errungenschaft empfiehlt Er die Errichtung einer konstitutionellen Regierungsform, in der die republikanischen Ideale mit der Würde des Königtums kombiniert sind, und beschreibt das als »eines der Zeichen Gottes«Bahá’u’lláh, Bishárát, in: Botschaften aus ‘Akká 3:26 – Anm. d. Hrsg.
Q; Er fordert eindringlich, den Interessen der Landwirtschaft besondere Beachtung zu schenken, erwähnt ausdrücklich die »rasch erscheinenden Zeitungen«
, die Er den »Spiegel der Welt«
und »eine erstaunliche, machtvolle Erscheinung«Bahá’u’lláh, Ṭarázát, in: Botschaften aus ‘Akká 4:24 – Anm. d. Hrsg.
Q nennt und verlangt von allen, die für ihren Inhalt verantwortlich sind, frei zu sein von Böswilligkeit, Leidenschaft und Vorurteilen, gerecht und unparteiisch zu sein, gewissenhaft zu recherchieren und stets alle Fakten zu erkunden.404Die Lehre von der Größten Unfehlbarkeit führt er näher aus, bekräftigt aufs Neue die den Gläubigen auferlegte Pflicht, sich »wo immer sie wohnen, der Regierung des Landes als treu, ehrbar und wahrhaftig zu erweisen«Bahá’u’lláh, Bishárát, in: Botschaften aus ‘Akká 3:6 – Anm. d. Hrsg.
Q, betont noch einmal das Verbot des heiligen Krieges und der Büchervernichtung und zollt Menschen von Bildung und Weisheit ein besonderes Lob, indem er sie »Augen«
für den Leib der Menschheit nennt und die »größten Gaben«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Maqṣúd, in: Botschaften aus ‘Akká 11:23 – Anm. d. Hrsg.
Q, die der Welt verliehen wurden.405In einem Überblick über die wichtigsten Grundzüge der Schriften Bahá’u’lláhs aus der letzten Zeit Seiner Verbannung nach ‘Akká muss auch auf das Lawḥ-i-ḤikmatTafel der Weisheit [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 9].A hingewiesen werden, in dem Er die Grundsätze wahrer Philosophie darlegt; ferner auf die Tafel des Besuchs, die Er zu Ehren des Imám Ḥusayn schrieb, dessen Ruhm Er in glühenden Worten preist; ebenso auf die Fragen und AntwortenBahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas, Teil 3, S. 119ff – Anm. d. Hrsg.A, die die Gesetze und Gebote des Kitáb-i-Aqdas erläutern; auf das Lawḥ-i-BurhánTafel vom Beweis [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 14].A, in dem die Schandtaten des Shaykh Muḥammad-Báqir, genannt ›Dhi’b‹Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Burhán, in: Botschaften aus ‘Akká 14:14 – Anm. d. Hrsg.QWolf.A, und des Mír Muḥammad-Ḥusayn, des Imám-Jum‘ih von Iṣfahán, genannt ›Raqshá’‹Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Burhán, in: Botschaften aus ‘Akká 14:14 – Anm. d. Hrsg.QSchlange.A, scharf verurteilt werden; auf das Lawḥ-i-KarmilTafel vom Karmel [veröffentlicht in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 1].A, in dem der Verfasser ausdrücklich von der »Stadt Gottes, die vom Himmel herabgekommen ist«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Karmil, in: Botschaften aus ‘Akká 1:4 – Anm. d. Hrsg.
Q, spricht und verheißt, dass »Gott Seine Arche bald«
auf diesen Berg zusteuern und »das Volk Bahás offenbaren«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Karmil, in: Botschaften aus ‘Akká 1:4 – Anm. d. Hrsg.
Q werde; und schließlich muss Sein Brief an Shaykh Muḥammad-Taqí, den sogenannten ›Ibn-i-Dhi’b‹Sohn des Wolfes.A, erwähnt werden, das letzte herausragende Sendschreiben Bahá’u’lláhs, in dem Er diesen raffgierigen Geistlichen auffordert, seine Taten zu bereuen, einige der markantesten und berühmtesten Abschnitte aus Seinen Schriften zitiert und Beweise vorlegt, die die Gültigkeit Seiner göttlichen Sache belegen.406Mit diesem Buch, das Er etwa ein Jahr vor Seinem Hinscheiden offenbarte, war das gewaltige Werk des Autors von hundert Bänden, den Schatzkammern der unschätzbaren Perlen Seiner Offenbarung, praktisch abgeschlossen. Diese Bände sind voll von unzähligen Ermahnungen, umwälzenden Prinzipien, welt-gestaltenden Gesetzen und Bestimmungen, von ernsten Warnungen und unheilverkündenden Prophezeiungen, herzerhebenden Gebeten und Meditationen, aufschlussreichen Kommentaren und Erläuterungen, leidenschaftlichen Erörterungen und Predigten. Überall eingestreut sind Botschaften und Empfehlungen an Kaiser, Könige und Minister in Ost und West, an Geistliche verschiedener Konfessionen und an führende Persönlichkeiten in Wissenschaft, Politik, Literatur und Mystik sowie auf kommerziellem und humanitärem Gebiet.407Mit Blick auf den Umfang dieser unermesslichen und gewichtigen Offenbarung schrieb Bahá’u’lláh an Seinem Lebensabend aus Seinem Größten Gefängnis: »Wir haben wahrlich Unsere Pflicht nicht versäumt, die Menschen zu ermahnen und ihnen zu bringen, was Wir von Gott, dem Allmächtigen, dem Allgepriesenen, geheißen wurden.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 8 – Anm. d. Hrsg.
Q Und Er fährt fort: »Gibt es noch irgendeine Entschuldigung für irgendjemanden in dieser Offenbarung? Bei Gott, dem Herrn des mächtigen Thrones, nein! Meine Zeichen sind um die Erde gegangen, und Meine Macht hat das ganze Menschengeschlecht umfasst.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 8 – Anm. d. Hrsg.
QKapitel 13Das Hinscheiden Bahá’u’lláhs408Nahezu ein halbes Jahrhundert war seit den Anfängen des Glaubens vergangen. In seiner Wiege von Hass umgeben, in seiner Kindheit seines Herolds und Oberhaupts beraubt, wurde er aus dem Staub, in den ihn ein feindseliger Despot geschleudert hatte, wieder erhoben durch seine zweite und größte Lichtgestalt, der es trotz wiederholter Verbannungen gelang, in weniger als einem halben Jahrhundert das Geschick des Glaubens zu wenden, seine Botschaft zu verkünden, seine Gesetze und Gebote zu erlassen, seine Grundsätze zu formulieren, seine Institutionen zu gründen, und eben hatte er begonnen sich im Licht eines Aufschwungs zu sonnen, wie er ihm nie zuvor vergönnt war, da beraubte ihn das Schicksal plötzlich seines Stifters und stürzte die Gläubigen in große Trauer und Fassungslosigkeit – seine Gegner jedoch schöpften neue Hoffnung und seine politischen wie geistlichen Feinde fassten neuen Mut.409Wie ‘Abdu’l-Bahá bestätigt, hatte Bahá’u’lláh schon neun Monate vor Seinem Hinscheiden den Wunsch geäußert, diese Welt zu verlassen. Von da an wurde aus dem Ton Seiner Bemerkungen gegenüber denen, die zu Ihm kamen, immer deutlicher, dass das Ende Seines irdischen Lebens nahte, obwohl Er zu niemandem offen darüber sprach. In der Nacht vor dem elften Shavvál 1309 d. H. (8. Mai 1892) bekam Er leichtes Fieber, das tags darauf etwas anstieg, dann wieder abklang. Er führte auch weiterhin Gespräche mit einigen Freunden und Pilgern, aber bald war klar, dass Er sich nicht wohl fühlte. Erneut trat Fieber auf, heftiger als zuvor, Sein Allgemeinzustand verschlechterte sich zusehends, dann traten Komplikationen auf, die am 2. Dhi’l-Qa‘dih 1309 d. H. (29. Mai 1892) um die Morgendämmerung, acht Stunden nach Sonnenuntergang, im 75. Jahr Seines Lebens, zu Seinem Hinscheiden führten. Nun hatte Sein Geist, der endlich von den Mühen eines Lebens voller Drangsal erlöst war, seinen Flug in Seine »anderen Reiche«
genommen, in Reiche, »auf die nie der Blick des Volkes der Namen fiel«
und wohin die »strahlende, weiß gewandete Jungfrau«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Ru’yá.
Q Ihn eilen hieß, wie Er es neunzehn Jahre zuvor beschrieben hatte im Lawḥ-i-Ru’yáTafel von der Schau.A, das Er zum Gedenktag der Geburt Seines Wegbereiters offenbart hatte.410Sechs Tage vor seinem Tod, im Bett gestützt von einem Seiner Söhne, rief er die Schar der Gläubigen in Seine Gegenwart, darunter einige Pilger, die sich im Landhaus versammelt hatten. Das sollte sich als ihre letzte Audienz bei Ihm erweisen. »Ich bin sehr zufrieden mit euch allen«
, sprach Er gütig und liebevoll zu der weinenden Menge, die sich bei Ihm versammelt hatte. »Ihr habt viele Dienste geleistet und wart sehr gewissenhaft in eurer Arbeit. Jeden Morgen und jeden Abend seid ihr hierhergekommen. Gott stehe euch bei, dass ihr einig bleibt. Möge Er euch helfen, die Sache des Herrn des Seins zu erhöhen.«Bahá’u’lláh, berichtet in:.
An die Frauen, die sich an Seinem Bett versammelt hatten, unter ihnen die Mitglieder Seiner Familie, richtete Er ähnlich ermutigende Worte und versicherte ihnen ausdrücklich, dass Er sie alle in einem Dokument, das Er dem Größten Ast anvertraut habe, Dessen Fürsorge empfehle.411Die Nachricht von Seinem Hinscheiden wurde sofort Sulṭán ‘Abdu’l-Ḥamíd übermittelt in einem Telegramm, das mit den Worten begann: »Die Sonne Bahás ist untergegangen«‘Abdu’l-Bahá,.
, und das dem Herrscher die Absicht mitteilte, die heiligen sterblichen Überreste im Bereich des Landhauses beizusetzen, wozu er bereitwillig seine Zustimmung gab. So wurde Bahá’u’lláh im nördlichsten Zimmer des Hauses, das Seinem Schwiegersohn als Wohnung diente, zur letzten Ruhe gelegt; es war das nördlichste von drei Häusern, die sich im Westen an das Landhaus anschlossen. Die Beisetzung fand noch am Tag Seines Hinscheidens kurz nach Sonnenuntergang statt.412Der untröstliche Nabíl, der während der Krankheit Bahá’u’lláhs das Vorrecht einer privaten Audienz hatte, der von ‘Abdu’l-Bahá dazu bestimmt worden war, die Textstellen für das Besuchsgebet auszuwählen, das jetzt am heiligsten Grab gesprochen wird, der sich kurz nach dem Hinscheiden seines Geliebten in seinem unerträglichen Kummer ins Meer stürzte und ertrank, beschreibt die Seelenpein dieser Tage so: »Mir scheint, die geistige Erregung, die in der Welt des Staubes ausgelöst wurde, ließ alle Welten Gottes erzittern. … Meine innere und äußere Zunge sind außerstande, die Verfassung wiederzugeben, in der wir uns befanden. … Inmitten der überall herrschenden Verwirrung sah man, wie sich viele Bewohner ‘Akkás und der umliegenden Dörfer auf den Feldern rings um das Landhaus drängten. Sie weinten, schlugen sich gegen den Kopf und schrien laut vor Jammer.«413Eine ganze Woche lang verweilte eine große Zahl von Trauergästen, Reiche und Arme, bei Tag und Nacht, bei der Familie der Hinterbliebenen, nahm Teil an der Trauer und an dem großzügig von der Familie gespendeten Mahl. Würdenträger der Shí‘iten, Sunníten, Christen, Juden und Drusen, ferner Dichter, ‘Ulamá und Regierungsbeamte, sie alle vereinigten sich in der Klage um den Verlust, im Lobpreis der Tugenden und der Größe Bahá’u’lláhs und viele von ihnen bezeugten Ihm ihre Verehrung auch schriftlich in Poesie und Prosa, in arabischer und in türkischer Sprache. Selbst aus so fernen Städten wie Damaskus, Aleppo, Beirut und Kairo trafen ähnliche Beiträge ein. All diese glühenden Zeugnisse wurden ausnahmslos ‘Abdu’l-Bahá vorgelegt, der nun die Sache des verstorbenen Oberhaupts vertrat und Dessen Lob oft in die Seinem Vater erwiesenen Huldigungen eingeflochten war.414Doch die überschwänglichen Bekundungen des Leides und der Ausdruck der Verehrung und der Bewunderung, die das Hinscheiden Bahá’u’lláhs ganz unwillkürlich unter den Nichtgläubigen im Heiligen Land und in den benachbarten Gebieten ausgelöst hatte, waren nur ein Tropfen, verglichen mit dem Ozean des Schmerzes und den zahllosen Beweisen grenzenloser Liebe und Ergebenheit, die in der Stunde des Untergangs der Sonne der Wahrheit den Herzen der ungezählten Tausenden entströmten, die sich Seiner Sache geweiht hatten und entschlossen waren, ihr Banner in Persien, Indien, Russland, im ‘Iráq, in der Türkei, in Palästina, Ägypten und Syrien hochzuhalten.
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