Shoghi Effendi | Gott geht vorüber
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Er verurteilt insbesondere die geistlichen Führer dieser Welt, wenn Er schreibt: »Quelle und Ursprung der Tyrannei sind die Geistlichen. … Es gibt wahrlich nichts, was sie mit Gott und nichts, was sie mit uns verbindet.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 196, S. 126 – Anm. d. Hrsg.Q »Als Wir genau darauf achteten«, so bestätigt Er ganz offen, »entdeckten Wir, dass Unsere Feinde zum größten Teil Geistliche sind.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 205 – Anm. d. Hrsg.Q »O Schar der Geistlichen!«, so redet Er sie an, »ihr werdet euch künftighin nicht mehr im Besitze irgendeiner Macht sehen, denn Wir haben sie von euch genommen …«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 200, S. 128 – Anm. d. Hrsg.Q. »Hättet ihr an Gott geglaubt, als Er Sich offenbarte«, so verkündet Er, »so hätten sich die Menschen nicht von Ihm abgewandt, noch wäre Uns widerfahren, was ihr heute schaut.«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:166 – Anm. d. Hrsg.Q Und indem Er Sich insbesondere an die muslimischen Geistlichen wendet, versichert Er: »Sie erhoben sich gegen uns mit solcher Grausamkeit, dass dies die Kraft des Islám untergraben hat …«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 215, S. 136 – Anm. d. Hrsg.Q Und er bekräftigt: »Die Geistlichen Persiens begingen, was kein Volk unter den Völkern der Welt begangen hat.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 215, S. 136 – Anm. d. Hrsg.Q Und wiederum: »… Die Geistlichen Persiens … verübten das, was die Juden nicht taten während der Offenbarung Dessen, welcher der Geist istJesus.ABahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 220, S. 138 – Anm. d. Hrsg.Q Und schließlich noch folgende schwerwiegende Prophezeiungen: »Euertwegen geriet das Volk in Schande, wurde das Banner des Islám herabgezerrt und sein mächtiger Thron gestürzt.«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Burhán, in: Botschaften aus ‘Akká 14:12 – Anm. d. Hrsg.Q »Binnen kurzem wird alles, was ihr besitzt, zugrunde gehen, und euer Ruhm wird sich in jämmerlichste Erniedrigung verwandeln, und ihr werdet die Strafe sehen für das, was ihr getan habt.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 222 – Anm. d. Hrsg.Q »Binnen kurzem«, so prophezeit der Báb noch offener, »werden Wir wahrlich jene, die gegen ḤusaynImám Ḥusayn.A … Krieg führten, mit der schmerzlichsten Qual … heimsuchen.«Báb, Qayyúmu’l-Asmá’, Kap. 12, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften 2:47:2 – Anm. d. Hrsg.Q »Binnen kurzem wird Gott an ihnen zur Zeit Unserer Wiederkehr Seine Vergeltung üben, und Er hat für sie in der künftigen Welt eine schwere Qual vorbereitet.«Báb, Qayyúmu’l-Asmá’, Kap. 21, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften 2:12:1 – Anm. d. Hrsg.Q
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Bei einem solchen Rückblick sollte ein Hinweis auf die Fürsten, Minister und Geistlichen nicht fehlen, die persönlich für die schmerzlichen Prüfungen verantwortlich waren, die Bahá’u’lláh und Seine Anhänger zu erdulden hatten. Den türkischen Außenminister, Fu’ád Páshá, bezeichnete Bahá’u’lláh als »Antreiber«Bahá’u’lláh,. hinter Seiner Verbannung in das Größte Gefängnis, der zusammen mit seinem Mitstreiter ‘Álí Páshá eifrig darum bemüht war, in dem despotischen Herrscher, der ohnehin gegen den Glauben und sein Oberhaupt voreingenommen war, Angst und Misstrauen zu schüren. Er wurde etwa ein Jahr, nachdem er sein Ziel erreicht hatte, auf einer Reise nach Paris von der Zuchtrute Gottes getroffen und starb 1869 in Nizza. ‘Álí Páshá, der Ṣadr-i-A‘ẓamPremierminister.A, der im Lawḥ-i-Ra’ís mit eindringlichen Worten verurteilt wird und dessen Sturz im Lawḥ-i-Fu’ád unmissverständlich vorausgesagt wurde, wurde wenige Jahre nach Bahá’u’lláhs Verbannung nach ‘Akká seines Amtes enthoben, seiner ganzen Macht beraubt und geriet völlig in Vergessenheit. Der tyrannische Prinz Mas‘úd Mírzá, der Ẓillu’s-Sulṭán, Náṣiri’d-Dín Sháhs ältester Sohn und Herrscher über mehr als zwei Fünftel seines Reichs, von dem Bahá’u’lláh als dem »Höllenbaum«[not found in this context]. spricht, fiel in Ungnade, wurde all seiner Statthalterschaften mit Ausnahme von Iṣfahán enthoben und verlor alle Chancen, künftig wieder zu Rang und Würden zu kommen. Der habgierige Prinz Jalálu’d-Dawlih, den die Erhabene Feder als den »Tyrannen von Yazd«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Dunyá, in: Botschaften aus ‘Akká 7:7 – Anm. d. Hrsg.Q brandmarkt, wurde etwa ein Jahr nach seinen Schandtaten seines Amtes enthoben, nach Ṭihrán zurückbeordert und gezwungen, einen Teil des Besitzes, den er seinen Opfern gestohlen hatte, zurückzugeben.
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Der durchtriebene, ehrgeizige und verschwenderische Mírzá Buzurg Khán, der persische Generalkonsul in Baghdád, wurde letztendlich seines Amtes enthoben, »von Unglück überwältigt, von Gewissensbissen verfolgt und völlig verstört«vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Auf den Pfaden der Gottesliebe 108 – Anm. d. Hrsg.Q. Der berüchtigte Mujtahid Siyyid Ṣádiq-i-Ṭabáṭabá’í, den Bahá’u’lláh als »den Lügner von Ṭihrán«Bahá’u’lláh,. bezeichnete, der Verfasser des ungeheuerlichen Erlasses, nach dem jedes männliche Mitglied der Bahá’í-Gemeinschaft in Persien, ob jung oder alt, hoch oder niedrig, zum Tod zu verurteilen und alle Frauen zu deportieren seien, fiel plötzlich einer Krankheit zum Opfer, die ihm Herz, Hirn und Glieder zerfraß und schließlich zu seinem Tode führte. Der selbstherrliche Ṣubḥí Páshá, der Bahá’u’lláh gebieterisch ins Regierungsgebäude von ‘Akká gerufen hatte, verlor seine Stellung und wurde unter höchst entehrenden Umständen zurückbeordert. Auch den anderen Gouverneuren der Stadt, die sich in ihrem Amt dem erhabenen Gefangenen und Seinen Gefährten gegenüber Ungerechtigkeiten hatten zuschulden kommen lassen, blieb ein ähnliches Schicksal nicht erspart. »Jeder shá«, schreibt Nabíl in seinem Bericht, »dessen Verhalten in ‘Akká annehmbar war, durfte sich lange Zeit seines Amtes erfreuen und wurde reich von Gott gesegnet, wogegen jeder feindselige MutiṣarrifGouverneur.A sehr bald durch die Fügung der göttlichen Macht abgesetzt wurde, wie ‘Abdu’r-Raḥmán Páshá und Muḥammad-Yúsuf Páshá, die nach dem Abend, an dem sie die Geliebten Bahá’u’lláhs zu verhaften beschlossen hatten, schon am Morgen darauf telegrafisch von ihrer Absetzung in Kenntnis gesetzt wurden. Sie bekamen nie wieder ein Amt.«
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Shaykh Muḥammad-Báqir, genannt »der Wolf«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Burhán, in: Botschaften aus ‘Akká 14:14 – Anm. d. Hrsg.Q, den Bahá’u’lláh im an ihn gerichteten, ihn scharf verurteilenden Lawḥ-i-Burhán mit »der letzten Spur des Sonnenlichts auf der Bergesspitze«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Burhán, in: Botschaften aus ‘Akká 14:12 – Anm. d. Hrsg.Q verglich, musste mit ansehen, wie sein Ansehen ständig schwand, und unter schmerzlichen Gewissensbissen starb er einen elenden Tod. Sein Komplize Mír Muḥammad-Ḥusayn, genannt »die Schlange«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Burhán, in: Botschaften aus ‘Akká 14:14 – Anm. d. Hrsg.Q, von Bahá’u’lláh als »unendlich bösartiger als der Unterdrücker von Karbilá«Bahá’u’lláh,. beschrieben, wurde etwa um dieselbe Zeit aus Iṣfahán verjagt und zog von Dorf zu Dorf, wurde von einer Krankheit befallen, die einen so widerlichen Geruch verbreitete, dass nicht einmal seine Frau und seine Tochter es in seiner Nähe aushielten, und starb in einem so schlechten Ansehen bei den örtlichen Behörden, dass niemand zu seiner Beerdigung zu gehen wagte; seine Leiche wurde von einigen Trägern schmachvoll verscharrt.
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Erwähnt sei auch die verheerende Hungersnot, die etwa ein Jahr nach dem Martyrium des ruhmreichen Badí‘ in Persien wütete und die Bevölkerung in solche Extreme stürzte, dass sogar die Reichen hungerten, und Hunderte von Müttern grauenhafterweise ihre eigenen Kinder verzehrten.
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Wir können dieses Thema nicht abschließen, ohne den Erzfeind des Bundes des Báb besonders zu erwähnen: Mírzá Yaḥyá, der lang genug lebte, um zu erleben, wie all seine böswillig erdachten Hoffnungen, die er hegte, während er auf Zypern, das die Türken ›die Insel Satans‹ nannten, ein elendes Dasein fristete, zunichte wurden. Von der türkischen und später von der britischen Regierung erhielt er eine Rente, wurde aber weiter gedemütigt durch die Ablehnung seines Antrags auf die britische Staatsbürgerschaft. Elf der achtzehn »Zeugen«Zeugen des Bayán – Anm. d. Hrsg.A, die er ernannt hatte, verließen ihn wieder und kehrten reumütig zu Bahá’u’lláh zurück. Er selbst wurde in einen Skandal verwickelt, der seinen Ruf und den seines ältesten Sohnes beschmutzte, was diesen Sohn und dessen Nachkommen von der Nachfolgerschaft ausschloss, mit der er ihn früher betraut hatte, und dazu führte, dass er stattdessen den verschlagenen Mírzá Hádíy-i-Dawlat-Ábádí in diese Stellung hob, einen berüchtigten Azalí, dem der Märtyrertod des früher erwähnten Mírzá Ashraf solche Furcht einjagte, dass er vier Tage hintereinander von der Kanzel herab mit argen Schmähungen seine komplette Abkehr vom Bábí-Glauben verkündete sowie von Mírzá Yaḥyá, seinem Gönner, der so blindes Vertrauen in ihn gesetzt hatte. Ein seltsames Schicksal fügte es, dass der erwähnte älteste Sohn Mírzá Yaḥyás Jahre später zusammen mit seinem Neffen und seiner Nichte in die Gegenwart ‘Abdu’l-Bahás, des ernannten Nachfolgers Bahá’u’lláhs und Mittelpunkt Seines Bundes, gelangte, seine Reue bekundete, um Vergebung bat, wohlwollend von Ihm aufgenommen wurde und bis zu seiner letzten Stunde ein treuer Anhänger des Glaubens blieb, den sein Vater so töricht so schamlos und so erbärmlich zu vernichten versucht hatte.
DRITTER ZEITABSCHNITTDie Zeit ‘Abdu’l-Bahás: 1892–1921Kapitel 14Der Bund Bahá’u’lláhs
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In den vorangegangenen Kapiteln habe ich versucht, Aufstieg und Entwicklung des Glaubens des Báb und Bahá’u’lláhs während der ersten fünfzig Jahre seines Bestehens zu umreißen. Wenn ich dabei vielleicht zu lange bei den Ereignissen verweilt habe, die mit dem Leben und der Sendung dieser Zwillingsgestirne der Bahá’í-Offenbarung verknüpft sind, wenn ich bestimmte Geschehnisse, die mit ihrem Wirken zusammenhängen, bisweilen zu ausführlich geschildert habe, dann nur darum, weil diese Geschehnisse die Geburt und Grundsteinlegung einer Epoche verkünden, die künftige Historiker als den heroischsten, tragischsten und wichtigsten Abschnitt des Apostolischen Zeitalters des Bahá’í-Glaubens bezeichnen werden. In der Tat ist die Geschichte, die sich in den folgenden Jahrzehnten des hier betrachteten Jahrhunderts vor unseren Augen entfaltet, nur eine Aufzählung der vielfältigen Zeugnisse für das unwiderstehliche Wirken der schöpferischen Kräfte, die die fünfzig Jahre andauernde Umwälzung einer in dieser Zeit fast ununterbrochenen Offenbarung freigesetzt hatten.
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Ein dynamischer, von göttlichen Kräften angetriebener Prozess, unvorstellbare Möglichkeiten in sich bergend, weltumfassend angelegt, in seinen Auswirkungen letztlich die Welt verändernd, wurde in der denkwürdigen Nacht in Gang gesetzt, als der Báb in einem verborgenen Winkel von Shíráz zu Mullá Ḥusayn von der Bedeutung Seiner Sendung sprach. Enormen Auftrieb erhielt dieser Prozess im Dunkel des Síyáh-Chál in Ṭihrán durch die ersten Andeutungen der Offenbarung Bahá’u’lláhs. Er wurde weiter beschleunigt durch die Bekanntgabe Seiner Sendung am Vorabend Seiner Verbannung aus Baghdád und erreichte seinen Höhepunkt mit der öffentlichen Verkündigung eben dieser Sendung in den stürmischen Jahren Seines Exils in Adrianopel. Seine volle Bedeutung wurde enthüllt, als der Urheber dieses Glaubens Seine historischen Aufrufe, Ermahnungen und Warnungen an die Könige der Welt und an ihre geistlichen Würdenträger erließ. Und schließlich wurde dieser Prozess vollendet durch die Gesetze und Bestimmungen, die Er verfasste, die Grundsätze, die Er verkündete, und die Institutionen, die Er in den letzten Jahren Seines Wirkens in der Gefängnisstadt ‘Akká verordnete.
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Um die Kräfte zu steuern und in Bahnen zu lenken, die durch diesen vom Himmel gesandten Prozess freigesetzt wurden, und ihr harmonisches Fortwirken nach Seinem Hinscheiden sicherzustellen, war ein göttlich verordnetes Instrument, das unbestreitbare Autorität besaß und mit dem Urheber der Offenbarung selbst in organischer Verbindung stand, eindeutig unerlässlich. Für dieses Instrument hatte Bahá’u’lláh ausdrücklich durch die Institution des Bundes gesorgt, eine Institution, die Er vor Seinem Hinscheiden dauerhaft errichtet hatte. Diesen Bund hatte Er schon im Kitáb-i-Aqdas vorweggenommen, wies auf ihn hin, als Er in den Tagen vor Seinem Tod Abschied von Seiner um das Bett versammelten Familie nahm, und Er verankerte ihn in einem eigenen Dokument, das Er Das Buch Meines Bundes nannte, und das Er während Seiner letzten Krankheit Seinem ältesten Sohn ‘Abdu’l-Bahá anvertraute.
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Vollständig mit eigener Hand geschrieben; am neunten Tag nach Seinem Hinscheiden vor neun Zeugen aus dem Kreise Seiner Gefährten und Familienmitglieder entsiegelt; am selben Nachmittag vor einer großen Versammlung, unter ihnen Seine Söhne, einige Verwandte des Báb, Pilger und ansässige Gläubige, an Seinem Heiligsten Grab verlesen, bleibt dieses einzigartige, bahnbrechende Dokument, das Bahá’u’lláh als Seine »Größte Tafel«Bahá’u’lláh, Kalimát-i-Firdawsíyyih, in: Botschaften aus ‘Akká 6:78 – Anm. d. Hrsg.Q bezeichnete und im Brief an den Sohn des Wolfes als das »Karmesinrote Buch«Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 57, S. 43[kann ich aber nicht nachvollziehen – die Hinweise auf »Crimson Book« an anderen Stellen führen mich nicht zum Kitáb-i-‘Ahd] – Anm. d. Hrsg.Q erwähnte, im Schrifttum aller früheren Offenbarungen, einschließlich der des Báb, ohne jede Parallele; denn nirgends in den Büchern irgendeines religiösen Systems, nicht einmal unter den Schriften des Begründers der Bábí-Offenbarung, finden wir auch nur ein Dokument, das einen Bund mit vergleichbarer Autorität errichtet wie diesen von Bahá’u’lláh Selbst gestifteten Bund.
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»So fest und mächtig ist dieser Bund«, bekräftigt Er, der ernannte Mittelpunkt dieses Bundes, »dass seit Anbeginn der Zeit bis zum heutigen Tag keine religiöse Sendung etwas Ähnliches hervorbrachte.«‘Abdu’l-Bahá, also quoted in: Shoghi Effendi, Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:82, 6:98 – Anm. d. Hrsg.Q »Der Angelpunkt der Einheit der Menschheit«, stellt er außerdem fest, »ist unbezweifelbar nichts anderes als die Macht des Bundes.«‘Abdu’l-Bahá.Q »Wisse«, schreibt Er, »dass der ›sichere Griff‹Qur’án 31:22 – Anm. d. Hrsg.Q, der von Anbeginn der Welt in den alten Büchern, Tafeln und Schriften genannt wird, nichts anderes ist als der Bund und das Testament.«‘Abdu’l-Bahá. Und wiederum: »Die Lampe des Bundes ist das Licht der Welt, und die Worte, die die Feder des Allhöchsten niederschrieb, sind ein grenzenloser Ozean.«‘Abdu’l-Bahá. »Der Herr, der Allgepriesene«, verkündet Er ferner, »hat im Schatten des Baumes AnísáBaum des Lebens.A einen neuen Bund errichtet und ein bedeutendes Testament niedergelegt. … Ward ein solcher Bund in irgendeiner früheren Sendung geschlossen oder in einem früheren Zeitalter, Zeitabschnitt oder Jahrhundert? Hat man je von einem solchen Testament, das von der Feder des Höchsten niedergeschrieben wurde, gehört? Bei Gott, nein!«‘Abdu’l-Bahá. Und schließlich: »Die Macht des Bundes gleicht der Sonnenwärme, die die Entwicklung alles Erschaffenen auf Erden belebt und fördert. Ebenso ist das Licht des Bundes der Erzieher von Geist und Verstand, von Herz und Seele des Menschen.«‘Abdu’l-Bahá. Er spricht in Seinen Schriften von diesem Bund als dem »schlüssigen Zeugnis«‘Abdu’l-Bahá., der »universalen Waage«‘Abdu’l-Bahá., dem »Magneten der Gnade Gottes«‘Abdu’l-Bahá., dem »erhobenen Maßstab«‘Abdu’l-Bahá., dem »unwiderlegbaren Testament«‘Abdu’l-Bahá., dem »allmächtigen Bund, desgleichen die heiligen Sendungen der Vergangenheit nie gesehen«‘Abdu’l-Bahá. haben, und von »einem Wesenszug dieses mächtigsten Zyklus«‘Abdu’l-Bahá,..
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Vom Verfasser der Apokalypse als »die Bundeslade SeinesGottes.A Testamentes«Offb. 11:19 – Anm. d. Hrsg.Q gepriesen; der Versammlung unter dem »Baum AnísáLebensbaum.A«Bahá’u’lláh, Verborgene Worte, pers. 19 – Anm. d. Hrsg. verbunden, die Bahá’u’lláh in den Verborgenen Worten erwähnt; in anderen Passagen Seiner Schriften gerühmt als die »Arche der Rettung«Bahá’u’lláh,. und als »das Seil, das sich von der Erde zum Reich Abhá spannt«Bahá’u’lláh,., wurde dieser Bund der Nachwelt in einem Testament anvertraut, das zusammen mit dem Kitáb-i-Aqdas und verschiedenen Sendschreiben, die ‘Abdu’l-Bahás Rang und Stufe unmissverständlich darlegen, die Hauptpfeiler bilden, die vom Herrn des Bundes Selbst vorgesehenen wurden, um nach Seinem eigenen Hinscheiden den ernannten Mittelpunkt Seines Glaubens und Planer der zukünftigen Institutionen dieses Glaubens zu schützen und zu unterstützen.
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In diesem gewichtigen und unvergleichlichen Dokument enthüllt der Verfasser die Natur des »vortrefflichen und kostbaren Vermächtnisses«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:1 – Anm. d. Hrsg.Q, das Er Seinen »Erben«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:1 – Anm. d. Hrsg.Q hinterlässt. Er verkündet darin aufs Neue den Hauptzweck Seiner Offenbarung; gebietet den »Völkern der Welt«, sich fest an das zu halten, was ihre »Stufe erhöht«; verkündet ihnen, dass »Gott vergeben hat, was vergangen ist«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:2 – Anm. d. Hrsg.Q; unterstreicht die erhabene Stufe des Menschen; erläutert den Hauptzweck der Religion Gottes; leitet die Gläubigen an, für das Wohlergehen der Könige der Erde, dieser »Offenbarungen der Macht Gottes und der Morgenröten Seiner Gewalt und Seines Reichtums«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:5 – Anm. d. Hrsg.Q, zu beten; verleiht diesen die Herrschaft auf Erden, behält sich aber die Menschenherzen als Seinen eigenen Herrschaftsbereich vor; verbietet kategorisch Streit und Auseinandersetzungen; befiehlt Seinen Anhängern, jene Machthaber zu unterstützen, »die mit der Zier rechten Sinns und rechten Tuns geschmückt sind«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:7 – Anm. d. Hrsg.Q; und weist insbesondere die AghṣánSeine Söhne.A an, über die »mächtige Kraft«, die »vollendete Macht« nachzudenken, »die in der Welt des Seins verborgen liegt«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:8 – Anm. d. Hrsg.Q. Er macht es ihnen wie auch den Afnánden Verwandten des Báb.A und Seiner eigenen Verwandtschaft zudem zur Pflicht, »sich allesamt dem Mächtigsten Ast‘Abdu’l-Bahá.A zuzuwenden«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:9 – Anm. d. Hrsg.Q; bezeichnet Ihn als »den, den Gott bestimmt hat«, »der dieser urewigen Wurzel entspross«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:121, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:9 – Anm. d. Hrsg.Q, auf den sich auch das Kitáb-i-Aqdas bezieht; bestimmt die Stufe des »Größeren Astes«Mírzá Muḥammad-‘Alí.A unter der des »Größten Astes«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:9 – Anm. d. Hrsg.Q‘Abdu’l-Bahá.A; ermahnt die Gläubigen, den Aghṣán mit Achtung und Zuneigung zu begegnen, und rät ihnen, Seine Familie und Seine Verwandten sowie die Verwandtschaft des Báb in Ehren zu halten; verwehrt Seinen Söhnen »jedes Anrecht auf das Eigentum anderer«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:10 – Anm. d. Hrsg.Q; wendet sich an sie sowie an Seine Verwandten und die des Báb mit den Worten: »Wir ermahnen euch, Gott zu fürchten, edle Taten zu vollbringen und euch so zu verhalten, wie es euch ansteht und zur Erhöhung eurer Stufe beiträgt«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:11 – Anm. d. Hrsg.Q; warnt alle Menschen davor, zuzulassen, dass »das Mittel der Ordnung zur Quelle der Unordnung gemacht wird, das Werkzeug der Einheit zum Anlass für Zwietracht«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:12 – Anm. d. Hrsg.Q, und schließt mit der Mahnung an die Gläubigen, »allen Völkern zu dienen« und sich für die »Verbesserung der Welt«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:13 – Anm. d. Hrsg.Q einzusetzen.
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Dass ‘Abdu’l-Bahá eine so einzigartige, erhabene Stufe verliehen wurde, konnte niemanden überraschen, weder Seine Gefährten in der Verbannung, die so lange das Vorrecht hatten, das Leben im Exil mit Ihm zu teilen und Sein Verhalten zu beobachten, noch die Pilger, die – wenn auch nur flüchtig – mit Ihm in persönlichen Kontakt gekommen waren, noch die große Schar der Gläubigen in fernen Ländern, die gelernt hatten, Seinen Namen zu verehren und Seine Arbeit zu schätzen, und auch nicht den großen Kreis Seiner Freunde und Bekannten im Heiligen Land und den angrenzenden Gebieten, die wohl vertraut waren mit der Stellung, die Er zu Lebzeiten Seines Vaters innehatte.
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Seine verheißungsvolle Geburt erfolgte in jener unvergesslichen Nacht, als der Báb Seinem ersten Jünger, Mullá Ḥusayn, den überirdischen Charakter Seiner Sendung enthüllte. Als Kind saß Er auf Ṭáhirihs Schoß und nahm die überwältigende Tragweite wahr, mit dem diese unbeugsame Heldin ihre aufwühlenden und herausfordernden Worte an ihren Weggefährten, den gelehrten und allseits bekannten Vaḥíd, richtete. Seiner zarten Seele brannte sich unauslöschlich der Anblick Seines Vaters ein – abgemagert, mit zerzaustem Haar und mit Ketten beladen –, als Er Ihn mit neun Jahren im Síyáh-Chál von Ṭihrán besuchte. Er musste in Seiner frühen Kindheit, als Sein Vater in diesem Verlies lag, die Bosheit einer Horde von Gassenjungen ertragen, die Ihn mit Steinen bewarfen, Ihn schmähten und mit Spott überhäuften. Er teilte nach der Entlassung Seines Vaters aus der Haft Sein Los, die Härten und das Elend einer grausamen Verbannung aus der Heimat sowie die Prüfungen, die im erzwungenen Rückzug Seines Vaters in die Berge von Kurdistán gipfelten. In Seinem untröstlichen Kummer über diese Trennung von Seinem geliebten Vater, so vertraute Er Nabíl an, wie es dieser in seinem Bericht bezeugt, habe Er das Gefühl, Er sei damals, obwohl noch ein Kind im zarten Alter, alt geworden. Ihm gebührt die einzigartige Auszeichnung schon in Seiner Kindheit die volle Herrlichkeit der damals noch nicht offenbarten Stufe Seines Vaters erkannt zu haben, eine Erkenntnis, die Ihn dazu veranlasste, sich Ihm zu Füßen zu werfen und Ihn spontan um das Vorrecht zu bitten, Sein Leben um Seinetwillen hingeben zu dürfen. Als junger Mann in Baghdád schrieb Er auf Anregung Bahá’u’lláhs den hervorragenden Kommentar zu einer bekannten islámischen Überlieferung, der eine Anfrage von ‘Alí-Shawkat Páshá so aufschlussreich beantwortete, dass er seinen Empfänger zu grenzenloser Bewunderung hinriss. Seine Gespräche und Erörterungen mit den gelehrten Doktoren, mit denen Er in Baghdád in Berührung kam, erregten zum ersten Mal allgemeine Bewunderung für Ihn und Sein Wissen, die sich später noch stetig steigerte, als sich Sein Bekanntenkreis erst in Adrianopel und dann in ‘Akká erweiterte. Ihm zollte der höchst erfahrene Khurshíd Páshá, der Gouverneur der Stadt, öffentlich einen glühenden Tribut, als sein jugendlicher Gast im Beisein einiger angesehener Geistlicher von Adrianopel ein schwieriges Problem, das den Geist der Anwesenden verwirrte, rasch und souverän löste, eine Leistung, die auf den shá einen so tiefen Eindruck machte, dass er sich von da an kaum damit abfinden konnte, wenn dieser junge Mann bei derartigen Zusammenkünften fehlte.
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Mit weiter zunehmendem Umfang und Einfluss Seiner Sendung setzte Bahá’u’lláh immer größeres Vertrauen in Ihn, indem Er Ihn in vielen Fällen als Seinen Vertreter bestimmte, Ihn ermächtigte, Seine Sache öffentlich zu verteidigen, Ihm die Aufgabe übertrug, Seine Schriften abzuschreiben, Ihm die Verantwortung überließ, ihn vor Seinen Feinden zu schützen, und Ihn mit der Sorge für das Wohl und die Vertretung der Interessen Seiner Exilgefährten betraute. Ihn betraute er auch mit dem schwierigen und überaus wichtigen Auftrag, sobald die Umstände es erlaubten, das Gelände zu erwerben, das dem Báb als bleibende Ruhestätte dienen sollte, für die sichere Überführung von Dessen sterblichen Überresten ins Heilige Land zu sorgen und auf dem Karmel ein würdiges Grabmal für Ihn zu errichten. Er trug auch maßgeblich dazu bei, dass Bahá’u’lláh aus Seiner neunjährigen Haft in den Mauern von ‘Akká befreit wurde und an Seinem Lebensabend ein wenig Frieden und Sicherheit genießen konnte, was Er so lange hatte entbehren müssen. Seinem unablässigen Bemühen war es auch zu verdanken, dass dem berühmten Badí‘ seine denkwürdigen Unterredungen mit Bahá’u’lláh gewährt wurden, dass die feindselige Haltung, die verschiedene Gouverneure von ‘Akká den Verbannten gegenüber an den Tag legten, sich in Wertschätzung und Bewunderung verwandelte, dass der Kauf von Grundstücken am See Genezareth und am Jordan zustande kam und dass der Nachwelt die beste und wertvollste Darstellung der frühen Geschichte des Glaubens und seiner Lehren übermittelt wurde. Durch den außerordentlich herzlichen Empfang, der Ihm bei Seinem Besuch in Beirut zuteilwurde, durch Seinen Kontakt mit dem ehemaligen türkischen Großwesir Midḥat Páshá, Seine Freundschaft mit ‘Azíz Páshá, den Er noch aus Adrianopel kannte und der später zum Rang eines Valí aufstieg, und durch Seine ständige Verbindung mit Beamten, namhaften Persönlichkeiten und führenden Geistlichen, die während der letzten Jahre des Wirkens Seines Vaters in steigender Zahl Seine Gesellschaft suchten, gelang es Ihm, das Ansehen der Sache, für die Er sich einsetzte, auf eine nie zuvor erreichte Stufe zu heben.
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Er allein durfte »der Meister«[there are plenty of references but none in this context].Q genannt werden, eine Ehre, von der Sein Vater all Seine anderen Söhne grundsätzlich ausgeschlossen hatte. Ihm allein hatte Sein liebender, nie irrender Vater den einzigartigen Titel »Sirru’lláh«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:75 – Anm. d. Hrsg.Qdas Geheimnis Gottes.A verliehen, eine treffende Bezeichnung für den Einen, der zwar in Seinem Wesen menschlich und auf einer gänzlich anderen Stufe als Sein Vater und Dessen Wegbereiter, trotzdem den Anspruch erheben konnte, das vollkommene Beispiel Seines Glaubens zu sein, übermenschliches Wissen zu besitzen und als makelloser Spiegel für das Licht Seines Vaters zu gelten. Ihn bezeichnete Sein Vater in Adrianopel in der Súriy-i-GhuṣnTafel vom Ast.A als »dieses heilige und erhabene Wesen, diesen Ast der Heiligkeit«, »den Ast des Gesetzes Gottes«Bahá’u’lláh, Súriy-i-Ghuṣn, in: Days of Remembrance 29:4 – Anm. d. Hrsg.Q, Seine »größte Gnade« für die Menschen und die »vollkommenste Gabe«, die ihnen gewährt worden sei, als Den, durch den »jedes modernde Gebein lebendig« wird, und erklärt: »Wer sich Ihm zuwendet, hat sich Gott zugewandt«Bahá’u’lláh, Súriy-i-Ghuṣn, in: Days of Remembrance 29:6 – Anm. d. Hrsg.Q, und »wer nicht im Schattens des Astes bleibt, der ist verloren in der Wüste des Irrtums.«Bahá’u’lláh, Súriy-i-Ghuṣn, in: Days of Remembrance 29:8 – Anm. d. Hrsg.Q Auf Ihn wies Er auch hin, als Er in derselben Stadt in einem Sendbrief an Ḥájí Muḥammad-Ibráhím-i-Khalíl schrieb, Er sei der einzige unter Seinen Söhnen, »von dessen Zunge Gott die Zeichen Seiner Kraft ausströmen lässt«Bahá’u’lláh,., und Der, den »Gott eigens für Seine Sache auserwählt«Bahá’u’lláh,. hat. Später übertrug Ihm der Verfasser des Kitáb-i-Aqdas in einem berühmten Abschnitt, der später im Buch Meines Bundes erläutert wurde, die Aufgabe, Seine Heilige Schrift auszulegen, und nennt Ihn dabei Den, »den Gott bestimmt hat, der dieser Urewigen Wurzel entspross«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:121 – Anm. d. Hrsg.Q. In einem Sendschreiben aus derselben Zeit an Mírzá Muḥammad Qulíy-i-Sabzivárí nennt Er Ihn »den Seitenarm, der abzweigt von diesem Ozean, der alles Erschaffene umfasst«Bahá’u’lláh,., und gebietet den Gläubigen, sich Ihm zuzuwenden. Während Seines Besuchs in Beirut preist Sein Vater Ihn in einer Mitteilung, die Er Seinem Sekretär diktierte, mit glühenden Worten und verherrlicht Ihn als Den, »den alle Namen umkreisen«, »den Mächtigsten Ast Gottes« und »Sein urewiges, unwandelbares Geheimnis«Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Arḍ-i-Bá, in: Botschaften aus ‘Akká, 16:1 – Anm. d. Hrsg.Q. In verschiedenen mit eigener Hand geschriebenen Schriftstücken spricht Ihn Bahá’u’lláh persönlich an, nennt Ihn »Meinen Augapfel«Bahá’u’lláh,. und spricht von Ihm als einem »Schild für alle im Himmel und auf Erden«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:79 – Anm. d. Hrsg.Q, einer »Zuflucht für die ganze Menschheit«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:79 – Anm. d. Hrsg.Q und einer »Festung für alle, die an Gott glauben«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:79, S. 197 – Anm. d. Hrsg.Q. In einem Gebet, das Er Ihm zu Ehren offenbarte, fleht Sein Vater in Seinem Namen zu Gott, Er möge »Ihm zum Sieg verhelfen« und »Ihm und denen, die Ihn lieben«, alles gewähren, was der Allmächtige für Seine »Botschafter« und die »Treuhänder«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:80, S. 197 – Anm. d. Hrsg.Q Seiner Offenbarung bestimmt hat. Und schließlich enthält ein anderes Sendschreiben die gewichtigen Worte: »Die Herrlichkeit Gottes ruhe auf Dir und auf jedem, der Dir dient und Dich umkreist. Wehe, großes Wehe dem, der sich Dir widersetzt und Dir schadet. Wohl dem, der Dir Treue schwört; das Höllenfeuer für den, der Dein Feind ist.«Bahá’u’lláh, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:79 – Anm. d. Hrsg.Q
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Als Krönung der unschätzbaren Ehren, Privilegien und Wohltaten, die Ihm während der vierzig Jahre des Wirkens Seines Vaters in Baghdád, Adrianopel und ‘Akká in ständig steigender Fülle zuteilwurden, erhob Ihn Bahá’u’lláh schließlich zum Mittelpunkt Seines Bundes und zum Nachfolger der Manifestation Gottes selbst, eine Stufe, die Ihn dazu befähigen sollte, der weltweiten Verbreitung des Glaubens Seines Vaters außerordentlichen Schwung zu verleihen, seine Lehren auszubauen, alle Schranken niederzureißen, die seinen Fortschritt behindern könnten, sowie die Strukturen seiner Gemeindeordnung, des Kindes des Bundes und Vorboten jener Weltordnung ins Leben zu rufen, deren Errichtung das Goldene Zeitalter der Bahá’í-Ära einläuten wird.
Kapitel 15Die Auflehnung Mírzá Muḥammad-‘Alís
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Das Hinscheiden Bahá’u’lláhs stürzte, wie wir gesehen haben, Seine Gefährten und die Gläubigen in große Trauer und Verwirrung, gab aber Seinen wachsamen und gefürchteten Feinden frische Hoffnung und erneuerte ihre Entschlossenheit. Zu einer Zeit, da der übel verleumdete Glaube aus den beiden schwersten je durchlebten Krisen – die eine von äußeren Feinden, die andere aus den eigenen Reihen bewirkt – siegreich hervorgegangen war, da er in so hohem Ansehen stand wie nie zuvor in den fünfzig Jahren seines Bestehens, war die unfehlbare Hand, die sein Geschick von Anfang an lenkte, plötzlich in weiter Ferne und hinterließ eine Lücke, die nach Ansicht von Freunden wie Feinden nie wieder gefüllt werden könnte.
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Doch wie der ernannte Mittelpunkt des Bundes Bahá’u’lláhs und autorisierte Ausleger Seiner Lehre später erläuterte, bedeutete die Auflösung des Tabernakels, den die Seele der Manifestation Gottes eine Zeitlang zu ihrem Wohnsitz erkoren hatte, ihre Befreiung von den Beschränkungen, die ihr das irdische Leben zwangsläufig auferlegt hatte. Ihr Einfluss war nicht mehr durch physische Grenzen beschränkt, ihr Glanz nicht mehr von ihrem irdischen Tempel verhüllt, so konnte diese Seele fortan die ganze Welt in solchem Maße mit Kraft erfüllen wie zu keiner anderen Zeit im Lauf ihres irdischen Lebens.
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Überdies war Bahá’u’lláhs gewaltige Aufgabe auf dieser Erde zur Zeit Seines Hinscheidens vollbracht. Seine Sendung war keinesfalls ergebnislos, sie war vielmehr in jeder Hinsicht vollendet. Die Ihm anvertraute Botschaft war dem Blick der ganzen Menschheit enthüllt. Den Aufruf, den Er an ihre Führer und Herrscher zu richten hatte, hatte Er furchtlos vorgebracht. Die Grundlagen der Glaubenslehre, die dazu bestimmt ist, ihr Leben zu erneuern, ihre Krankheit zu heilen und sie aus Sklaverei und Erniedrigung zu befreien, waren unüberwindbar fest begründet. Die Flut der Leiden, die die Kräfte Seines Glaubens stärken und läutern sollte, war mit ungehemmter Wucht über ihn hinweggefegt. Das Blut, das den Boden fruchtbar machen sollte, aus dem die Institutionen Seiner Weltordnung hervorgehen würden, war reichlich vergossen worden. Und vor allem war der Bund, der den Einfluss des Glaubens und seine Unversehrtheit dauerhaft gewährleisten, ihn vor Spaltung schützen und seine weltweite Ausbreitung fördern sollte, auf eine unanfechtbare Basis gestellt.
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Seine Sache, weit kostbarer als ein Mensch es sich erhoffen oder erträumen könnte, wie in einer Muschel diese unschätzbare Perle in sich bergend, nach der die Welt sich seit Menschengedenken sehnte, vor gewaltigen, unvorstellbar schwierigen und dringlichen Aufgaben stehend, war ohne Zweifel in sicheren Händen. Sein eigener geliebter Sohn, Sein Augapfel, Sein Stellvertreter auf Erden, Sein bevollmächtigter Statthalter, der Dreh- und Angelpunkt Seines Bundes, der Hirte Seiner Herde, das Beispiel Seines Glaubens, das Ebenbild Seiner Vollkommenheit, das Geheimnis Seiner Offenbarung, der Erklärer Seiner Absichten, der Baumeister Seiner Weltordnung, der Bannerträger Seines Größten Friedens, der Brennpunkt Seiner unfehlbaren Führung – mit einem Wort, der Träger eines Amtes, das auf dem gesamten Gebiet der Religionsgeschichte nicht seinesgleichen hat –, wachte aufmerksam und furchtlos über Seinen Glauben, entschlossen dessen Grenzen zu erweitern, seinen Ruhm im Ausland zu verbreiten, seine Interessen zu verfechten und seine Bestimmung zu erfüllen.
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Die ergreifende Botschaft, die ‘Abdu’l-Bahá am Morgen nach dem Hinscheiden Seines Vaters niederschrieb und an die Masse der Gläubigen richtete, sowie die Voraussagen, die Dieser selbst in Seinen Sendschreiben machte, zeugten von einer Entschlossenheit und Zuversicht, die durch die Früchte und die Erfolge Seines dreißigjährigen Wirkens vollauf gerechtfertigt waren.
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Die Wolke der Verzagtheit, die sich vorübergehend auf die untröstlichen Freunde der Sache Bahá’u’lláhs gesenkt hatte, hob sich wieder. Der Fortbestand der unfehlbaren Führung, die den Glauben seit seiner Geburt bewahrt hatte, war jetzt gesichert. Es wurde klar, was die feierliche Versicherung bedeutete, dass dies »der Tag« sei, »dem keine Nacht folgt«Bahá’u’lláh, Súriy-i-Haykal, in: Anspruch und Verkündigung 1:63 – Anm. d. Hrsg.Q. Die verwaiste Gemeinde hatte in der Stunde ihrer größten Not in ‘Abdu’l-Bahá ihren Trost, ihr Oberhaupt, ihre tragende Säule und ihren Meister erkannt. Das Licht, das mit blendendem Glanz im Herzen Asiens aufleuchtete, sich noch zu Lebzeiten Bahá’u’lláhs über den Nahen Osten verbreitete und die Ränder des europäischen und afrikanischen Kontinents erhellte, sollte sich nun durch den treibenden Einfluss des neu verkündeten Bundes und fast direkt nach dem Tod seines Stifters weit nach Westen bis zum nordamerikanischen Kontinent verbreiten, von dort in die europäischen Länder vordringen und anschließend den Fernen Osten, Australien und Ozeanien erleuchten.
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Bevor aber der Glaube sein Banner im Herzen des nordamerikanischen Kontinents aufrichten und von dort aus in weiten Teilen der westlichen Welt Fuß fassen konnte, musste der neu begründete Bund Bahá’u’lláhs – so wie zuvor die Religion, aus der er entsprungen war – eine Feuertaufe bestehen, die seine Festigkeit der ungläubigen Welt vor Augen führen und von seiner Unzerstörbarkeit künden sollte. Eine Krise, fast so bedrohlich wie die, die in den frühesten Tagen in Baghdád den Glauben bedrängte, sollte diesen Bund gleich zu Beginn in seinen Grundfesten erschüttern und die Sache, dessen edelste Frucht dieser Bund war, noch einmal einer der härtesten Prüfungen unterwerfen, die sie in diesem Jahrhundert zu bestehen hatte.
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Diese als Schisma missverstandene Krise, die von politischen wie geistlichen Gegnern und nicht minder vom rasch schwindenden Rest der Parteigänger Mírzá Yaḥyás als Anzeichen für den unmittelbar bevorstehenden Bruch und die endgültige Auflösung des von Bahá’u’lláh errichteten Systems bejubelt wurde, traf Seinen Glauben mitten ins Herz und wurde von keinem Geringeren herbeigeführt als einem Mitglied Seiner eigenen Familie, einem Halbbruder ‘Abdu’l-Bahás, der im Buch des Bundes namentlich genannt wird und der nach Dem, der zum Mittelpunkt des Bundes bestimmt worden war, den höchsten Rang einnahm. Diese Krise erhitzte vier volle Jahre lang im gesamten Orient die Gemüter eines Großteils der Gläubigen, überschattete eine Zeitlang selbst das Zentralgestirn des Bundes, führte zu einem unheilbaren Bruch in den Reihen der Verwandtschaft Bahá’u’lláhs, besiegelte damit das Schicksal der großen Mehrheit Seiner Familienmitglieder und schädigte ernsthaft das Ansehen des Glaubens, obwohl sie nie eine dauerhafte Spaltung seiner Struktur bewirkte. Der wahre Grund für die Krise lag in der brennenden, ungezügelten, verzehrenden Eifersucht auf den Vorrang, den ‘Abdu’l-Bahá anerkanntermaßen durch Stufe, Einfluss, Fähigkeiten, Wissen und Tüchtigkeit vor allen anderen Familienmitgliedern hatte und von der nicht nur Mírzá Muḥammad-‘Alí, der Erz-Bundesbrecher, sondern auch einige seiner nächsten Verwandten erfüllt waren. Ein Neid, so blind wie der, der Mírzá Yaḥyás Seele zernagte, so tödlich wie der, der in den Herzen der Brüder Josephs brannte, die sich über dessen überragende Vortrefflichkeit ärgerten, und so tief sitzend wie der, der in Kains Brust brannte und ihn seinen Bruder Abel erschlagen ließ – ein solcher Neid schwelte schon Jahre vor Bahá’u’lláhs Tod verborgen im Herzen Mírzá Muḥammad-‘Alís, wurde geschürt durch die zahllosen Beweise der Auszeichnung, der Wertschätzung und Gunst, die ‘Abdu’l-Bahá nicht nur von Bahá’u’lláh selbst, Seinen Gefährten und Anhängern zuteilwurden, sondern auch von zahlreichen Nichtgläubigen, die die angeborene Größe erkannten, die ‘Abdu’l-Bahá schon von Kindheit an besaß.
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Weit davon entfernt, mit den Bestimmungen des Testaments, das ihn in den zweithöchsten Rang von allen Gläubigen erhob, zufrieden zu sein, entbrannte das Feuer unstillbaren Hasses, das im Herzen von Mírzá Muḥammad-‘Alí glühte, nur noch stärker, als er die vollen Konsequenzen dieses Dokuments erkannte. Alles, was ‘Abdu’l-Bahá vier qualvolle Jahre lang hatte tun können, Seine fortwährenden Appelle, Seine ernsten Bitten, alle Liebe und Güte, mit der Er Mírzá Muḥammad-‘Alí überschüttete, alle Ermahnungen und Warnungen, ja selbst Sein freiwilliger Rückzug, um den drohenden Sturm zu verhüten, erwiesen sich als erfolglos. Diesem »Größten Aufwiegler«vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 5, in: Dokumente des Bundes 2:1:5 – Anm. d. Hrsg.Q gelang es allmählich, durch unnachgiebige Beharrlichkeit und mit Lügen, Halbwahrheiten, Verleumdungen und maßlosen Übertreibungen fast die gesamte Familie Bahá’u’lláhs und eine beträchtliche Anzahl von Gläubigen aus seinem engeren Bekanntenkreis auf seine Seite zu ziehen. Die beiden überlebenden Frauen Bahá’u’lláhs, Seine beiden Söhne, der wankelmütige Mírzá Ḍíyá’u’lláh und der treulose Mírzá Badí‘u’lláh, samt ihrer Schwester und Halbschwester und deren Gatten, zum einen Siyyid ‘Alí, ein Verwandter des Báb, zum anderen der verschlagene Mírzá Majdi’d-Dín, zusammen mit seiner Schwester und seinen Halbbrüdern, Kinder des edlen, getreuen, nun verstorbenen Áqáy-i-Kalím – sie alle waren in dem entschlossenen Bestreben vereint, die Grundlagen des Bundes, die das unlängst verkündete Testament gelegt hatte, zu zerstören. Selbst Mírzá Áqá Ján, der vierzig Jahre lang als Sekretär Bahá’u’lláhs gewirkt hatte, und Muḥammad-Javád-i-Qazvíní, der seit den Tagen in Adrianopel damit beschäftigt gewesen war, die unzähligen Schriften, die die Erhabene Feder offenbarte, abzuschreiben, sowie dessen gesamte Familie machten mit den Bundesbrüchigen gemeinsame Sache und ließen sich in ihre Machenschaften hineinziehen.
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Im Stich gelassen, verraten und von nahezu all Seinen Verwandten angegriffen, die sich im Landhaus und den Häusern um das heiligste Grab breitmachten, stand ‘Abdu’l-Bahá, der bereits Seiner heimgegangenen Mutter und Seiner verstorbenen Söhne beraubt war, allein und ohne jede Unterstützung da, mit Ausnahme einer unverheirateten Schwester, Seiner vier unverheirateten Töchter, Seiner Frau und Seinem Onkelein Halbbruder Bahá’u’lláhs.A, um angesichts einer Menge von Feinden, die sich Ihm von innen und außen entgegenstellten, ganz allein die Last der schrecklichen Verantwortung zu tragen, die Sein erhabenes Amt Ihm auferlegt hatte.
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Eng verbunden durch ihr gemeinsames Ziel; unbeirrbar in ihren Bemühungen; in Gewissheit der Unterstützung des mächtigen, perfiden Jamál-i-Burújirdí sowie seiner Handlanger Ḥájí Ḥusayn-i-Káshí, Khalíl-i-Khu’í und Jalíl-i-Tabrízí, die für ihre Anliegen eintraten; durch einen ausgedehnten Briefwechsel mit allen Zentren und Personen, die sie erreichen konnten, in Verbindung; durch Abgesandte, die sie nach Persien, in den ‘Iráq, nach Indien und Ägypten schickten, in ihren Bestrebungen unterstützt; in ihren Plänen bestärkt durch das Verhalten von Beamten, die von ihnen bestochen oder irregeführt wurden, erhoben sich nun alle, die diesen göttlich gestifteten Bund ablehnten, wie ein Mann und eröffneten einen Beleidigungs- und Verleumdungsfeldzug, der an Bosheit nicht hinter dem zurückstand, den Mírzá Yaḥyá und Siyyid Muḥammad mit ihren niederträchtigen Anschuldigungen gegen Bahá’u’lláh geführt hatten. Wo sie nur konnten, bei Freunden und Fremden, Gläubigen und Nichtgläubigen, hohen und niedrigen Beamten, in Wort und Schrift, teils offen, teils in Andeutungen, stellten sie ‘Abdu’l-Bahá als einen ehrgeizigen, eigenwilligen, gewissenlosen und unbarmherzigen Usurpator hin, der die testamentarischen Verfügungen Seines Vaters bewusst missachte; der sich in absichtlich verhüllter, mehrdeutiger Sprache eine Stellung anmaße, die derjenigen der Manifestation Gottes selbst gleichkomme; der sich in Seiner Korrespondenz mit dem Westen darauf verlegte, sich als den wiedergekehrten Christus hinzustellen, den Gottessohn, gekommen »in der Herrlichkeit des Vaters«Mt. 16:27, Mk. 8:38 – Anm. d. Hrsg.Q; der sich in Seinen Briefen an die indischen Gläubigen als der verheißene Sháh Bahrám bezeichne und sich das Recht anmaße, die Schriften Seines Vaters auszulegen, eine neue Sendung einzuleiten und gleich Ihm die größte Unfehlbarkeit zu besitzen, die doch das ausschließliche Vorrecht der Träger des Prophetenamtes sei. Sie behaupteten ferner, Er habe aus Eigennutz Zwietracht gesät, Feindschaft gestiftet und die Waffe der Exkommunikation gezückt; Er habe den Sinn des Testaments, das, wie sie behaupteten, in erster Linie die privaten Angelegenheiten der Familie Bahá’u’lláhs betreffe, verdreht, indem Er es als einen Bund von weltweiter Bedeutung hinstelle, seit Ewigkeit bestehend, einzigartig und ohnegleichen in der Geschichte sämtlicher Religionen; Er habe Seine Brüder und Schwestern um ihr rechtmäßiges Erbteil gebracht und damit Beamte bezahlt, um Seine eigenen Interessen zu fördern; Er habe sämtliche Einladungen, um über die strittigen Fragen zu sprechen und die bestehenden Schwierigkeiten beizulegen, abgelehnt; Er habe sogar die Heilige Schrift verfälscht, habe von Ihm selbst verfasste Texte eingeschoben und den Sinn und Zweck einiger der wichtigsten Schreiben aus der Feder Seines Vaters entstellt; und schließlich habe Sein Verhalten dazu geführt, dass das Banner des Aufruhrs unter den Gläubigen im Orient gehisst worden sei und die Schar der Getreuen gespalten, in raschem Niedergang begriffen und dem Untergang geweiht sei.
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Und doch war es dieser Mírzá Muḥammad-‘Alí – der sich selbst als Musterbeispiel der Treue betrachtete, als den Bannerträger der »Unitarier«, den »Finger, der auf den Meister hinweist«, den Beschützer der heiligen Familie, den Sprecher der Aghṣán, den Erhalter der Heiligen Schrift –, der zu Lebzeiten Bahá’u’lláhs in einem eigenhändig geschriebenen und versiegelten Schriftstück gerade den Anspruch, den er nun wahrheitswidrig ‘Abdu’l-Bahá unterschob, so dreist und schamlos erhoben hatte, dass sein Vater ihn daraufhin mit eigener Hand gezüchtigt hatte. Er war es auch, der in den Texten heiliger Schriften, mit denen er nach Indien geschickt worden war, um sie zu veröffentlichen, unerlaubte Änderungen vorgenommen hatte. Er besaß die unverfrorene Dreistigkeit, ‘Abdu’l-Bahá ins Gesicht zu sagen, ‘Umar habe die Nachfolge des Propheten Muḥammad erfolgreich an sich gerissen, und er fühle sich zur gleichen Tat in der Lage. Er war besessen von der Angst, dass er ‘Abdu’l-Bahá nicht überleben könnte, und als ‘Abdu’l-Bahá ihm einmal versicherte, dass ihm dereinst all die Ehre, nach der er so sehr verlange, zufallen würde, erwiderte er prompt: Er habe ja keine Garantie dafür, Ihn zu überleben. Er war es auch, der – laut dem Bekenntnis, das Mírzá Badí‘u’lláh als Ausdruck seiner Reue und seiner allerdings nur kurz währenden Versöhnung mit ‘Abdu’l-Bahá verfasst und veröffentlicht hat – die beiden Mappen mit den kostbarsten Dokumenten seines Vaters, die Dieser vor Seinem Tode ‘Abdu’l-Bahá anvertraut hatte, durch eine List beiseite schaffte, noch bevor Bahá’u’lláh bestattet war. Er brachte es fertig, durch die außerordentlich geschickte Fälschung eines einzelnen Wortes und durch andere Kniffe wie Kürzungen und Einschübe einige Textstellen in Sendschreiben der Erhabensten Feder, die Mírzá Yaḥyá brandmarkten, so zu drehen, dass sie auf seinen leidenschaftlich gehassten Bruder bezogen werden konnten. Und schließlich war es eben dieser Mírzá Muḥammad-‘Alí, der, wie von ‘Abdu’l-Bahá in Seinem Testament bestätigt, äußerst umsichtig und verschlagen ein Komplott schmiedete, um ‘Abdu’l-Bahá zu töten, eine Absicht, auf die Andeutungen in einem Brief von Shu‘á‘u’lláh, einem Sohn Mírzá Muḥammad-‘Alís, dessen Original dem Dokument ‘Abdu’l-Bahás beigefügte war, schließen lassen.
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Durch solche und andere Machenschaften – zu zahlreich, um sie aufzuzählen – war Bahá’u’lláhs Bund sichtlich verletzt. Damit traf den Glauben ein weiterer, zunächst betäubender Schlag, der für kurze Zeit sein Gefüge erzittern ließ. Der vom Verfasser der Apokalypse vorausgeschaute Sturm war losgebrochen. Die »Blitze« und »Donner«, das »Erdbeben«, alles Begleiterscheinungen der Enthüllung der »Arche Seines Testaments«Offb., 11:19 – Anm. d. Hrsg.Q, waren eingetroffen.
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So groß war ‘Abdu’l-Bahás Kummer über diese tragische Entwicklung so kurz nach dem Hinscheiden Seines Vaters, dass Er die Folgen, trotz der Triumphe während Seiner Amtszeit, bis an Sein Lebensende spürte. Seine aufgewühlten Gefühle in dieser düsteren Zeit erinnern an die schlimmen, durch Mírzá Yaḥyás Auflehnung ausgelösten Ereignisse und ihre Wirkung auf Bahá’u’lláh. So schrieb Er in einem Seiner Sendschreiben: »Ich schwöre bei der Altehrwürdigen Schönheit! So groß ist mein Kummer, dass er die Feder in meiner Hand völlig lähmt.«‘Abdu’l-Bahá,. Und in einem Gebet, das in Seinem Testament enthalten ist, klagt Er: »Du siehst mich versunken in einem Meer voll Unheil, das die Seele überflutet, in einem Meer von Leiden, die das Herz bedrücken. … Schwere Prüfungen umgeben mich von allen Seiten, Gefahren bedrängen mich allenthalben. Du siehst mich versunken in einem Meer beispielloser Trübsal, hinabgerissen in einen bodenlosen Abgrund, gepeinigt von meinen Feinden, verzehrt von ihres Hasses Flamme, die angefacht ward durch meine eigenen Verwandten, mit denen Du Deinen starken Bund und Dein festes Testament machtest …«‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 31, in: Dokumente des Bundes 2:2:2 – Anm. d. Hrsg.Q Und wiederum im selben Testament: »Herr! Du siehst alle Dinge Tränen über mich vergießen, während meine Verwandten sich an meinen Leiden weiden. Bei Deiner Herrlichkeit, o mein Gott! Selbst unter meinen Feinden beklagten etliche meine Not und Pein, und eine Reihe meiner Neider beweinte meine Sorgen, meine Verbannung und mein Leid.«‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 34, in: Dokumente des Bundes 2:2:5 – Anm. d. Hrsg.Q In einer Seiner letzten Schriften ruft Er aus: »O Du Herrlichkeit aller Herrlichkeiten! Ich habe der Welt und ihren Bewohnern entsagt, mein Herz ist gebrochen und ich bin zutiefst betrübt ob der Treulosen. Wie ein ängstlicher Vogel flattere ich im Käfig dieser Erde und sehne mich Tag für Tag, meinen Flug zu Deinem Königreich anzutreten.«‘Abdu’l-Bahá, auch zitiert in: Shoghi Effendi, Der Verheißene Tag ist gekommen 29 – Anm. d. Hrsg.Q
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Bahá’u’lláh hatte in einer Seiner Schriften – einem Sendschreiben, das ein bezeichnendes Licht auf diese Zeit wirft – offenbart: »Bei Gott, o Menschen! Mein Auge weint und das Auge ‘Alísdes Báb.A weint inmitten der himmlischen Heerscharen, Mein Herz schreit auf und das Herz Muḥammads schreit auf im herrlichsten Tabernakel, Meine Seele ruft und die Seelen der Propheten rufen vor den mit Einsicht Begabten. … Ich sorge Mich nicht um Mich, sondern um Den, der nach Mir kommt im Schatten Meiner Sache, mit sichtbarer, unzweifelhafter Herrschaft; denn sie werden Sein Auftreten nicht willkommen heißen; sie werden Seine Zeichen zurückweisen, Seine Souveränität anzweifeln, wider Ihn streiten und Seine Sache verraten …«Bahá’u’lláh,. In einem anderen, nicht weniger bezeichnenden Sendschreiben bemerkt Er: »Kann noch irgendein Fuß straucheln auf Deinem geraden Pfad, nachdem die Sonne Deines Testaments am Horizont Deiner Größten Tafel aufging? Darauf antworteten Wir: ›O Meine erhabenste Feder! Dir ziemt es, Dich um das zu kümmern, was Gott, der Erhabene, der Große, Dir auftrug. Frage nicht nach dem, was Dein Herz verzehrt und die Herzen der Bewohner des Paradieses, die sich um Meine wundersame Sache scharen. Es steht Dir nicht zu, die Dinge zu wissen, die Wir vor Dir verhüllt haben. Dein Herr ist wahrlich der Verbergende, der Allwissende!‹«Bahá’u’lláh,. Noch deutlicher drückt sich Bahá’u’lláh in Bezug auf Mírzá Muḥammad-‘Alí aus und stellt in klarer, unmissverständlicher Sprache fest: »Er ist wahrlich nur einer Meiner Diener. … Und wenn er auch nur für einen Augenblick aus dem Schatten der Sache herausträte, würde er gewiss zunichte.«Bahá’u’lláh, zitiert in: ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 5, in: Dokumente des Bundes 2:1:5 – Anm. d. Hrsg.Q Ferner schreibt Er in nicht minder eindringlicher Sprache im Zusammenhang mit Mírzá Muḥammad-‘Alí: »Bei Gott, dem Wahren! Wenn Wir ihm auch nur für einen einzigen Augenblick die Regenschauer Unserer Sache vorenthielten, würde er dahinwelken und in den Staub sinken.«Bahá’u’lláh,. ‘Abdu’l-Bahá bezeugt zudem: »Es gibt keinen Zweifel, dass an tausend Stellen in den heiligen Schriften Bahá’u’lláhs die Bundesbrecher verflucht werden.«‘Abdu’l-Bahá,. Einige dieser Texte stellte Er zusammen und nahm sie, ehe Er aus dieser Welt schied, in eine Seiner letzten Schriften auf, als Warnung und zum Schutz vor denen, die während der Zeit Seines Wirkens so viel unversöhnlichen Hass gegen Ihn an den Tag gelegt und das Fundament des Bundes fast zerstört hätten – des Bundes, auf dem nicht nur Seine eigene Autorität, sondern auch die Unverletzlichkeit des Glaubens selbst beruht.
Kapitel 16
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