weiter nach oben ...
Buddhismus2.2:21Einige Anwesende verwiesen auf die Lehren Buddhas. ‘Abdu’l-Bahá sagte:2.2:22»Die wahre Lehre Buddhas ist die gleiche wie die Lehre Jesu Christi. Dem Wesen nach sind die Lehren aller Propheten gleich. Die Menschen haben die Lehren aber abgeändert. Wenn Sie schauen, wie die buddhistische Religion heutzutage ausgeübt wird, sehen Sie, dass vom Wesentlichen wenig übrig blieb. Viele beten Götter an, obwohl ihre Lehren es verbieten.
2.2:23Buddha hatte Jünger und wollte sie in die Welt hinausschicken, damit sie die Lehre verbreiten. Also stellte Er ihnen Fragen, um zu sehen, ob sie so vorbereitet waren, wie Er es sich wünschte. ›Wenn ihr nach Osten oder nach Westen geht‹, sagte Buddha, ›und die Menschen vor euch ihre Türen verschließen und nicht mit euch sprechen wollen, was macht ihr dann?‹ – Die Jünger antworteten: ›Wir werden sehr dankbar sein, dass sie uns kein Leid antun‹. – ›Und wenn sie euch verletzen und verspotten, was tut ihr dann?‹ – ›Wir werden sehr dankbar sein, dass sie uns nicht noch schlimmer behandeln.‹ – ›Wenn sie euch ins Gefängnis werfen?‹ – ›Wir werden dennoch dankbar sein, dass sie uns nicht töten.‹ – ›Gesetzt den Fall sie töten euch?‹, fragte der Meister ein letztes Mal. ›Noch immer‹, antworteten die Jünger, ›werden wir dankbar sein, weil sie uns zu Märtyrern machen. Gibt es ein glorreicheres Schicksal als zum Ruhme Gottes zu sterben?‹ Und Buddha sagte: ›Ausgezeichnet!‹
2.2:24Die Lehren von Buddha waren wie ein kleines, schönes Kind, und jetzt sind sie wie ein vom Alter gebrochener Mann und können wie dieser nicht sehen, nicht hören, sich an nichts erinnern. Warum so weit zurück gehen? Betrachten Sie die Gesetze des Alten Testamentes: die Juden folgen ihrem Vorbild Moses nicht nach, noch halten sie Seine Gebote. Genauso ergeht es vielen anderen Religionen.«
2.2:25Frage: Wie können wir die Kraft erlangen, um den richtigen Weg zu gehen?2.2:26Antwort: »Wenn man die Lehren in die Tat umsetzt, wird uns die Kraft gegeben. Sie wissen, welcher Weg zu verfolgen ist: Sie können sich nicht irren, denn der Unterschied zwischen Gott und dem Bösen, zwischen Licht und Finsternis, Wahrheit und Falschheit, Liebe und Hass, Großmut und Niedertracht, Bildung und Unwissenheit, Gottesglaube und Aberglaube, guten und ungerechten Gesetzen ist sehr groß.«
Glaube2.2:27Frage: Wie kann man seinen Glauben mehren?2.2:28Antwort: »Sie müssen sich sehr darum bemühen. Ein Kind weiß nicht, dass es durch Lernen Wissen erwirbt. Suchen Sie nach Wahrheit.
2.2:29Glaube ist von dreierlei Art: Erstens der Glaube, der durch Tradition und Abstammung vermittelt wird. Beispielsweise ist ein Kind muslimischer Eltern Muslim. Das ist ein schwacher, überlieferter Glaube. Zweitens das, was der Erkenntnis entspringt, ein Glaube der Einsicht. Das ist ein guter Glaube, aber es gibt einen noch besseren: den Tatglauben. Er ist der wahre Glaube.2.2:30Wir hören von einer Erfindung. Wir glauben, dass sie gut ist, gehen hin und betrachten sie. Wir hören, dass es Reichtum gibt, wir sehen ihn, wir arbeiten hart dafür, werden selbst reich und helfen damit anderen. Wir kennen und sehen das Licht, wir gehen dicht heran, es erwärmt uns und wir geben seine Ausstrahlung an andere weiter. Das ist wahrer Glaube. Auf diese Weise empfangen wir die Kraft, Gottes unvergängliche Kinder zu werden.«
Heilung2.2:31‘Abdu’l-Bahá sagte:2.2:32»Es gibt zwei Arten von Krankheiten, körperliche und geistige.
2.2:33Nehmen wir als Beispiel eine Hand mit einer Schnittwunde. Wenn Sie um Heilung für die Wunde beten und die Blutung nicht stillen, werden Sie kaum etwas erreichen. Man braucht ein stoffliches Heilmittel.
2.2:34Wenn zuweilen das Nervensystem durch Angstzustände lahmgelegt wird, ist ein geistiges Hilfsmittel von Nöten. Wahnsinn, eine sonst unheilbare Krankheit, kann mit Gebeten behandelt werden. Sehr oft machen Sorgen krank. Hier können geistige Mittel Heilung bringen.«
Wohltätigkeitsvereine2.2:35Jemand fragte, ob die Gesellschaft der Menschenfreunde empfehlenswert sei.2.2:36Antwort: »Ja, alle Vereine, alle Organisationen, die sich für die Besserung der Welt einsetzen, sind gut, sehr gut. Alle, die für ihre Brüder und Schwestern tätig sind, genießen Bahá’u’lláhs Segen. Sie werden gewiss Erfolg haben.«
2.2:37‘Abdu’l-Bahá sagte: »Es macht mich so glücklich, alle gläubigen Freunde in London zu treffen. Ihr alle, gleich welcher Art oder welchen Glaubens, seid Mitglieder einer Familie. Die Lehren Bahá’u’lláhs bringen euch dazu, zu begreifen, dass ihr Brüder seid.«
Des Menschen Begriff von Gott und den Höheren Welten2.2:38»Für den Menschen ist die Wesenheit Gottes nicht begreifbar, genau wie die jenseitigen Welten und deren Beschaffenheit. Der Mensch bekam die Gabe, Wissen zu erwerben, hohe geistige Vollkommenheit zu erlangen, verborgene Wahrheiten zu entdecken und sogar göttliche Eigenschaften zu verkörpern. Dennoch kann der Mensch Gottes Wesenheit nicht verstehen. Sobald der immer größer werdende Kreis menschlicher Erkenntnis die geistige Welt zu berühren beginnt, wird eine Manifestation Gottes gesandt als Spiegel Seiner Herrlichkeit.«
Göttliche Manifestationen (2)2.2:39Frage: Ist die göttliche Manifestation Gott?2.2:40Antwort: »Ja, und doch nein in Bezug auf Ihre Wesenheit. Eine göttliche Manifestation ist wie ein Spiegel, der das Licht der Sonne widerspiegelt. Es ist das gleiche Licht, doch der Spiegel ist nicht die Sonne selbst. Alle Manifestationen Gottes vermitteln das gleiche göttliche Licht. Nur das Ausmaß ist jeweils anders, nicht die Substanz. Es gibt nur eine Wahrheit. Das Licht ist dasselbe, wenngleich die Lampen verschieden sein können. Wir müssen auf das Licht schauen, nicht auf die Lampe. Wenn wir das Licht einer der Lampen annehmen, müssen wir an das Licht aller Lampen glauben. Alle stimmen überein, weil sie alle gleich sind. Die Lehre ist stets die gleiche, nur die Erscheinungsformen ändern sich.
2.2:41Die Manifestationen Gottes sind wie Himmelskörper. Alle gehen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit auf, spenden jedoch das gleiche Licht. Wenn jemand sehen möchte, wie die Sonne aufgeht, schaut er nicht stets auf die gleiche Stelle, weil der Aufgangsort sich je nach Jahreszeit ändert. Wenn jemand die Sonne weiter im Norden aufgehen sieht, erkennt er sie, obwohl sie zuvor an einer anderen Stelle aufging.«
Notizen aus einem Gespräch mit ‘Abdu’l-Bahá2.3:1Ein Schwarzer aus Südafrika besuchte ‘Abdu’l-Bahá und meinte, selbst heute würde sich kein Weißer wirklich um einen Schwarzen kümmern.2.3:2‘Abdu’l-Bahá antwortete:2.3:3»Vergleichen Sie die Einstellung gegenüber Schwarzen von heute mit dem Verhalten von vor zwei- oder dreihundert Jahren und sehen Sie, wie viel sich bis heute gebessert hat. Schon bald wird sich die Beziehung zwischen Schwarzen und Weißen noch günstiger gestalten und nach und nach wird kein Unterschied mehr wahrnehmbar sein. Es gibt weiße Tauben und farbenprächtige Tauben, beides sind Tauben.
2.3:4Bahá’u’lláh verglich einmal die Schwarzen mit der schwarzen Pupille des Auges, die von Weiß umgeben ist. In dieser schwarzen Pupille sehen Sie das Spiegelbild dessen, was sie vor sich hat. Aus ihr strahlt das Licht des Geistes hervor.
2.3:5Vor Gott hat die Hautfarbe überhaupt keine Bedeutung. Er schaut auf die Herzen der Menschen. Gott wünscht sich vom Menschen dessen Herz. Ein schwarzer Mensch mit einem guten Charakter ist weit besser als ein weißer mit einem weniger guten Charakter.«
Östliche und westliche Ideale2.3:6Einer der anwesenden Veranstalter des Rassenkongresses sprach darüber, dass die westlichen Ideale Bahá’u’lláhs anders sind als die der früheren Propheten, in denen deutliche Spuren der Ideen- und Kulturwelt des Ostens zu finden sind. Er fragte dann, ob Bahá’u’lláh die Schriften des Westens besonders sorgfältig studiert und seine Lehren dann in Übereinstimmung damit gestiftet habe.2.3:7‘Abdu’l-Bahá lachte herzlich und sagte, die vor sechzig Jahren geschriebenen und gedruckten Bücher Bahá’u’lláhs beinhalteten Ideale, die erst jetzt im Westen allgemein bekannt seien. Zu jener Zeit aber habe man sie im Westen weder gedruckt noch habe man darüber nachgedacht. Nähmen wir an, meinte Er weiter, ein sehr fortschrittlicher Denker aus dem Westen hätte sich aufgemacht, um Bahá’u’lláh zu besuchen und zu lehren, wäre der Name eines solch herausragenden Mannes und die Tatsache seines Besuches unbekannt geblieben und nicht schriftlich festgehalten worden? Nein! Früher, zu Zeiten Buddhas und Zoroasters, hätten Asien und der Osten eine weit höhere Kultur gehabt als der Westen. Die Ideen und Gedanken der Völker des Ostens seien denen des Westens weit voraus und der göttlichen Gedankenwelt viel näher gewesen. Doch seit dem hätten immer mehr abergläubische Vorstellungen Eingang in die Religion des Ostens gefunden und ihre Ideale unterwandert. So seien aus vielen verschiedenen Gründen die Ideale und Tugenden der Völker des Ostens immer mehr abhandengekommen und weiter und weiter entartet, während die Völker des Westens ständig Fortschritte gemacht und sich zum Licht vorgerungen hätten. Infolge dessen habe heute der Westen ein viel höheres Kulturniveau als der Osten, und das Sinnen und Trachten des Westens stünden der Gedankenwelt Gottes weit näher als das des Ostens. Aus diesem Grunde erkenne man die Ideale Bahá’u’lláhs im Westen schneller.2.3:8Um dies weiter auszuführen, wies ‘Abdu’l-Bahá darauf hin, dass Bahá’u’lláh in einem Seiner Bücher genau das beschrieben habe, was seither im Internationalen Schiedsgerichtshof Gestalt angenommen hat. Bahá’u’lláh habe die vielfältigen Funktionen eines solchen Gerichtshofs erläutert, von denen man einige noch gar nicht wahrgenommen habe. Er (‘Abdu’l-Bahá) möchte sie uns jetzt erklären, damit wir erkennen, dass Bahá’u’lláh sie vorausgesehen hat, wenn sie in naher Zukunft zum Einsatz kommen.2.3:9Krieg sei das schlimmste Unheil, das einem Volk widerfahren könne, weil das Volk, das sich normalerweise Landwirtschaft, Handel, Gewerbe und anderem nützlichem Schaffen widmet, von seinen verschiedenen Tätigkeiten weggeholt und zu Soldaten gemacht werde, so dass Vergeudung und Verlust und dazu noch Zerstörung und Kriegsgemetzel in hohem Maße um sich greifen.2.3:10Die Aufgabe des Internationalen Gerichtshofes werde laut Bahá’u’lláh darin bestehen, Streitigkeiten zwischen Nationen beizulegen, exakte Grenzen für die verschiedenen Länder abzustecken und darüber zu entscheiden, welche Anzahl Soldaten und Waffen jede Nation ihrer Bevölkerungszahl entsprechend beibehalten darf, um im Inland Ordnung zu gewährleisten. So könne z. B. ein Staat zehntausend, ein anderer zwanzigtausend und wieder ein anderer fünfzehntausend Soldaten haben, je nach Größe und Bevölkerungszahl des Landes. Sollte irgend ein Volk sich gegen die Entscheidung des Gerichtshofes auflehnen und sich ihr widersetzen, könne der Gerichtshof die anderen dazu ermächtigen, ihre Streitkräfte zusammenzuziehen, um seine Entscheidung nachdrücklich zu unterstützen und notfalls gemeinsam vorzugehen.2.3:11Noch könnten wir nicht feststellen, dass irgendeiner dieser Punkte umgesetzt worden sei, aber in Zukunft würden wir Zeuge dessen sein.
weiter nach unten ...