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31:4Diese Intelligenz des Menschen ist der Mittler zwischen seinem Körper und seinem Geiste.31:5Wenn der Mensch durch seine Seele dem Geist gestattet, seinen Verstand zu erleuchten, dann umfasst er die ganze Schöpfung. Da der Mensch der Gipfelpunkt all dessen ist, was voranging, und deshalb allen vorhergehenden Entwicklungen überlegen ist, schließt er in sich die ganze niedere Welt ein. Wenn der Mensch vom Geiste durch die Seele erleuchtet ist, so macht ihn seine strahlende Intelligenz zur Krone der Schöpfung.31:6Wenn der Mensch jedoch nicht Sinn und Herz den Segnungen des Geistes öffnet, sondern seine Seele der materiellen Seite, dem leiblichen Teil seines Wesens, zukehrt, dann ist er von seinem hohen Platz herabgesunken und wird er geringer als die Bewohner des niedrigeren Tierreiches. In diesem Falle ist der Mensch in einem traurigen Zustand. Denn, wenn wir die geistigen Eigenschaften der Seele, die dem Odem des göttlichen Geistes offen sind, nie benutzen, schwinden sie, werden kraftlos und schließlich unbrauchbar, während die materiellen Eigenschaften der Seele, allein geübt, in furchtbarer Weise mächtig werden, und der unglückliche, missgeleitete Mensch wird roher, ungerechter, gemeiner, grausamer, böswilliger als die niedrigeren Tiere. Wenn all sein Trachten und Begehren durch die niedere Seite seiner Seele Stärkung findet, wird er immer tierischer werden, bis nichts mehr in seinem Wesen dem des vergänglichen Tieres überlegen ist. Solche Menschen sinnen, Böses zu tun, zu schaden und zu zerstören. Sie ermangeln völlig des Geistes göttlichen Erbarmens, denn die himmlische Beschaffenheit der Seele ist dann unter die Herrschaft des Materiellen gekommen. Wenn dagegen die geistige Natur der Seele so gestärkt worden ist, dass sie die materielle bezwingt, dann nähert sich der Mensch dem Göttlichen. Sein Menschentum wird so veredelt, dass sich die Tugenden der himmlischen Gemeinschaft in ihm offenbaren. Er strahlt die Barmherzigkeit Gottes aus, er regt den geistigen Fortschritt der Menschheit an, denn er wird zu einer Lampe, die Licht auf ihren Weg ergießt.31:7Ihr seht, wie die Seele Mittler zwischen Körper und Geist ist. Ebenso ist dieser Baum Ein Orangenbäumchen auf einem nahen Tisch. A der Mittler zwischen Saat und Früchten. Wenn die Frucht des Baumes zum Vorschein kommt und reif wird, wissen wir, dass der Baum vollkommen ist. Wenn der Baum nicht Früchte trüge, wäre er nur ein nutzloses Gewächs, das keinen Zweck hat!31:8Wenn eine Seele das geistige Leben in sich trägt, dann bringt sie gute Früchte hervor und wird zu einem göttlichen Baume. Ich wollte, ihr versuchtet, dieses Beispiel zu verstehen. Ich hoffe, dass die unaussprechliche Güte Gottes euch so stärken wird, dass die himmlische Eigenschaft eurer Seele, die sie mit dem Geist verknüpft, für immer über die materielle Seite herrschen und die Sinne in solchem Maße beeinflussen wird, dass eure Seele sich den Vollkommenheiten des himmlischen Reiches nähert. Möchte euer Angesicht in unverwandtem Blick auf das göttliche Licht so strahlend werden, dass alle eure Gedanken, Worte und Handlungen in dem beherrschenden geistigen Glanze eurer Seelen leuchten, auf dass euer Leben in den Versammlungen der Welt Vollkommenheit erkennen lasse.31:9Das Leben mancher Menschen befasst sich lediglich mit den Dingen dieser Welt. Ihr Sinn bewegt sich derart in äußeren Sitten und überkommenen Neigungen, dass sie für alle anderen Daseinsbereiche und die geistigen Bedeutungen der Dinge blind sind. Ihre Gedanken und Träume gelten irdischem Ruhm und materiellem Fortschritt. Sinnesfreuden und Behaglichkeit begrenzen ihren Blick. Ihr höchster Ehrgeiz kreist um weltlich gegebene und geartete Erfolge. Sie halten ihre niederen Neigungen nicht im Zaume, essen, trinken und schlafen. Gleich dem Tier beschränken sich ihre Gedanken auf das eigene körperliche Wohlergehen. Sicher müssen diese Bedürfnisse befriedigt werden. Das Leben ist eine Last, die wir tragen müssen, solange wir auf Erden sind, doch sollten wir den Sorgen um die niederen Lebensdinge nicht gestatten, dass sie allein über das menschliche Denken und Streben herrschen. Des Herzens Streben sollte sich zu einem herrlicheren Ziel erheben, die geistige Regsamkeit auf eine höhere Ebene steigen. Die Menschen sollten in ihrer Seele das Abbild himmlischer Vollkommenheit tragen und dort den unerschöpflichen Segnungen des göttlichen Geistes einen Ort bereiten.31:10Setzt euren Ehrgeiz auf die Vollendung einer himmlischen Zivilisation auf Erden! Ich bitte für euch um den höchsten Segen, damit euch die Lebenskraft des himmlischen Geistes so erfülle, dass ihr für die Welt zur Ursache des Lebens werdet.– 32 –
Die Bahá’í müssen mit Herz und Seele wirken, um bessere Zustände in der Welt zu schaffen32:0_4219. November 191132:1Wie erfreulich ist es, eine Versammlung wie diese hier zu sehen, ist sie doch wirklich eine Zusammenkunft von ›himmlischen Menschen‹.32:2Wir alle sind vereint in einer göttlichen Absicht. Wir haben keinen materiellen Beweggrund, und es ist unser Herzenswunsch, die Liebe Gottes über die Welt zu tragen.32:3Wir arbeiten und beten für die Einheit der Menschheit, damit die Völker der Erde zu einem
Volk und alle Länder zu einem Lande werden, damit alle Herzen wie ein einziges schlagen und für vollkommene Einheit und Brüderlichkeit zusammenwirken.32:4Preis sei Gott, dass unser Bemühen echt und unser Herz dem Königreiche zugekehrt ist. Unser sehnlichster Wunsch gilt der Begründung der Wahrheit in der Welt, und in dieser Hoffnung kommen wir einander in Liebe und Zuneigung näher. Jeder von uns ist großherzig und selbstlos und bereit, seinen persönlichen Ehrgeiz ganz dem großen Ideal zu opfern, das wir alle erstreben: brüderliche Liebe, Frieden und Einigkeit unter den Menschen.32:5Zweifelt nicht, dass Gott mit uns zur Rechten und zur Linken ist, dass Er tagtäglich unsere Zahl vergrößern wird und dass unsere Versammlungen an Kraft und Dienlichkeit gewinnen werden.32:6Es ist meine liebste Hoffnung, dass ihr alle zum Segen anderer werdet, dass ihr den geistig Blinden Augen, den geistig Tauben Ohren und allen denen, die in Sünde tot sind, Leben gebet.32:7Möchtet ihr den im Materialismus Versunkenen helfen, ihre Gottessohnschaft zu verwirklichen, und sie ermutigen, sich zu erheben und sich ihrer Erstgeburt würdig zu erweisen, damit durch eure Bemühungen die Menschenwelt zum Reiche Gottes und Seiner Auserwählten werde.32:8Ich danke Gott, dass wir in diesem großen Ideal vereint sind, dass meine Sehnsucht auch die eure ist und dass wir in vollkommener Einigkeit zusammenwirken.32:9Wir sehen heute auf Erden das traurige Schauspiel eines grausamen Krieges. Der Mensch erschlägt seinen Bruder Mensch, um selbstischen Gewinn zu erzielen und sein Gebiet zu erweitern. Um dieses unwürdigen Ehrgeizes willen ist sein Herz dem Hass verfallen und wird noch immer weiteres Blut vergossen.32:10Neue Schlachten werden geschlagen, die Armeen vergrößert, mehr Geschütze, mehr Gewehre und mehr Sprengstoffe aller Art hinausgeschickt. So wachsen Bitternis und Hass mit jedem Tage.32:11Diese Versammlung jedoch ersehnt, Gott Lob, nur Frieden und Eintracht, und sie muss mit Herz und Seele wirken, um bessere Zustände in der Welt zu schaffen.32:12Ihr, die ihr die Diener Gottes seid, kämpft gegen Unterdrückung, Hass und Zwietracht, auf dass die Kriege ein Ende finden und sich Gottes Gesetz des Friedens und der Liebe unter den Menschen durchsetze.32:13Arbeitet! Wirket mit aller Kraft! Verbreitet die Sache des Königreiches unter den Menschen! Lehret die Selbstgerechten, sich demütig zu Gott zu wenden, die Sünder, dass sie nicht mehr sündigen und mit freudiger Erwartung auf das Kommen des Reiches harren!32:14Liebet euren himmlischen Vater, gehorcht Ihm und seid versichert, dass die göttliche Hilfe euch gehört. Fürwahr, ich sage euch, dass ihr in der Tat die Welt erobern werdet.32:15Habet Glauben, Geduld und Mut – dies ist erst der Anfang, aber ihr werdet sicherlich zum Ziel gelangen, denn Gott ist mit euch.– 33 –
Über Verleumdung33:0_43Montag, den 20. November 191133:1Seit Anbeginn der Welt bis heute wurde jede gottgesandte Manifestation d. h. göttliche Manifestation. A durch die verkörperten »Mächte der Finsternis« bekämpft.33:2Diese dunkle Macht hat stets versucht, das Licht zu löschen, die Unterdrückung hat immer danach getrachtet, die Gerechtigkeit zu überwinden. Unwissenheit hat hartnäckig das Wissen mit Füßen treten wollen. Dies ist seit frühester Zeit die Art der materiellen Welt gewesen.33:3Zu Mose Zeit versuchte Pharao zu verhindern, dass das mosaische Licht verbreitet werde.33:4Im Zeitalter Christi hetzten Hannas und Kaiphas das jüdische Volk gegen Ihn auf, und die Gelehrten Israels vereinten sich, um sich Seiner Macht zu widersetzen. Alle erdenklichen Verleumdungen wurden gegen Ihn verbreitet! Die Schriftgelehrten und Pharisäer wirkten zusammen, um die Menge glauben zu machen, dass Er ein Lügner, ein Abtrünniger und Gotteslästerer sei. Sie streuten diese üble Nachrede gegen Christus in der ganzen Welt des Ostens aus und bewirkten, dass Er zu einem schmachvollen Tod verurteilt wurde.33:5Auch bei Muḥammad beschlossen die Gelehrten Seiner Zeit, das Licht Seines Einflusses auszulöschen. Sie versuchten, mit der Kraft des Schwertes die Verbreitung Seiner Lehre zu verhindern.33:6Trotz ihrer vielen Bemühungen leuchtete die Sonne der Wahrheit am Horizont. In jedem Falle siegte das Heer des Lichtes auf dem Schlachtfeld der Welt über die Kräfte des Dunkels, und der Glanz der göttlichen Lehre erleuchtete die Erde. Jene, die die Lehre annahmen und für die Sache Gottes wirkten, wurden strahlende Sterne am Himmel der Menschheit.33:7Heute in unseren Tagen, wiederholt sich die Geschichte.33:8Jene, die die Menschen glauben machen wollen, dass die Religion nur ihnen allein gehöre, bemühen sich wieder, die Sonne der Wahrheit zu bekämpfen: sie widersetzen sich den Geboten Gottes und erfinden Verleumdungen, weil sie weder Beweise noch Mittel dagegen haben. Sie verdecken ihr Gesicht beim Angriff, da sie es nicht wagen, ins Licht zu treten.33:9Unser Weg ist anderer Art. Wir greifen nicht an und verleumden auch nicht. Wir wünschen nicht, mit ihnen zu streiten. Wir bringen Beweise und Gründe vor. Wir laden sie ein, unsere Darlegungen zu entkräften. Sie können nichts dagegen sagen; stattdessen schreiben sie alles Erdenkliche gegen den göttlichen Boten, Bahá’u’lláh.33:10Lasst euch durch diese Schmähschriften nicht beunruhigen. Gehorchet den Worten Bahá’u’lláhs und lasst jene Worte unerwidert. Freuet euch lieber, dass selbst solche Lügen zur Ausbreitung der Wahrheit führen. Man wird auf die Verleumdung hin fragen, und wer fragt, wird etwas über den Glauben erfahren.33:11Würde jemand erklären: »Im Nebenzimmer ist eine Lampe, die kein Licht gibt«, so möchte sich vielleicht ein Hörer damit zufrieden geben. Wer aber klüger ist, der geht in das Zimmer, um sich selbst ein Urteil zu bilden, und siehe, wenn er das Licht hellstrahlend in der Lampe findet, kennt er die Wahrheit.33:12Und wieder verkündet einer: »Da ist ein Garten, in dem Bäume mit abgebrochenen Zweigen sind, die keine Früchte tragen und deren Blätter verwelkt und gelb sind. In dem Garten wachsen auch Blumen, die keine Blüten haben, und Rosenbüsche, die verdorren und am Absterben sind. Geht nicht in jenen Garten!« Ein rechter Mann wird sich, wenn er den Bericht über den Garten hört, nicht eher zufrieden geben, als bis er selbst gesehen hat, ob es auch wahr ist. Darum geht er in den Garten, und siehe, er findet ihn wohlbestellt. Die Zweige an den Bäumen sind fest und stark und hängen zwischen üppigen, herrlich grünenden Blättern behangen mit süßesten, reifen Früchten. Die Blumen leuchten in mannigfarbiger Blütenpracht, die Rosenbüsche sind mit duftenden, lieblichen Rosen bedeckt, und alles grünt und ist wohlbehalten. Wenn sich die Herrlichkeit des Gartens vor den Augen des gerechten Menschen dartut, preist er Gott, dass er durch eine unwürdige Verleumdung zu einer Stätte von so wundersamer Schönheit kam.33:13Dies ist die Auswirkung dessen, was der Verleumder tut: er wird zum Anlass dafür, dass Menschen zu einer Wahrheit finden.33:14Wir wissen, dass alle Lügen über Christus und Seine Apostel und alle Gegenschriften nur dazu führten, dass die Menschen Seine Lehre erforschten. Und hatten sie dann die Schönheit erblickt und ihren Duft geatmet, so wandelten sie für immer inmitten der Rosen und Früchte jenes himmlischen Gartens.
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